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Erzählungen aus den alten Volksbüchern

Gustav Schwab: Erzählungen aus den alten Volksbüchern - Kapitel 6
Quellenangabe
typelegend
authorGustav Schwab
titleErzählungen aus den alten Volksbüchern
booktitleDer gehörnte Siegfried und weitere Erzählungen aus den alten Volksbüchern
publisherBüchergilde Gutenberg
year1955
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Robert der Teufel

In alter Zeit herrschte in der Normandie ein tapferer Herzog namens Hubert. Er war mit der Tochter des Herzogs von Burgund verheiratet und hatte seinen Sitz in der Stadt Rouen aufgeschlagen. Nichts fehlte zum Glück des Herrscherpaares als Kinder.

Achtzehn Jahre waren sie verheiratet, da klagte der Herzog eines Tages seiner Gemahlin den Kummer, den ihm ihre Kinderlosigkeit verursachte. Die bitteren Worte des Gatten versetzten die Frau in solche Erregung, daß sie verzweifelt ausrief: »So mag es in des Teufels Namen geschehen, daß ich Kinder bekomme, da Gott sie mir nicht schenkt. Und wird mir ein Kind zuteil, so soll es mit Leib und Seele dem Bösen gehören!«

Wirklich brachte die Herzogin bald darauf ein Kind zur Welt, aber alle Frauen, die bei der Geburt zugegen waren, gerieten in große Furcht über die merkwürdigen Himmelszeichen, die dabei in Erscheinung traten. Denn als das Kind geboren wurde, verfinsterte sich der Himmel, es donnerte, und ein Blitz folgte dem andern, als wäre das Ende der Welt gekommen. Die Winde stürmten von allen Seiten gegen das Haus, daß es zitterte, als ob es einstürzen wollte. Alle Anwesenden glaubten, ihr letztes Stündlein sei gekommen.

Das Kind war ein Knabe und schon bei der Geburt so groß, als wäre es ein Jahr alt. Es erhielt bei der Taufe den Namen Robert. Der Knabe bekam sofort Zähne und biß die Ammen, so daß ihn keine mehr säugen wollte und man genötigt war, ihn aus einem Horn, das ihm in den Mund gesteckt wurde, trinken zu lassen. Ehe ein Jahr um war, begann er bereits zu laufen und sprach so geläufig wie sonst nur Kinder im Alter von fünf Jahren. Je älter er wurde, desto mehr erwies er sich als Bösewicht. Niemand vermochte ihn zu bändigen. Wenn er anderen Kindern begegnete, schlug er sie mit der Faust, warf Steine nach ihnen oder zerkratzte ihnen das Gesicht. Oft rotteten sich die Knaben auf der Straße zusammen, um ihn zu verhauen, aber wenn sie ihn dann sahen, liefen sie mit dem Ruf: »Robert der Teufel kommt!« wie die Schafe vor dem Wolf davon.

Als Robert sechs oder sieben Jahre alt war, rief ihn der Herzog, der die üblen Gewohnheiten seines Sohnes sah, und rügte ihn: »Mein Kind, es ist Zeit, daß man dir einen Lehrmeister gibt, der dich gute Sitten lehrt und dir Unterricht erteilt; denn du bist nun alt genug dazu, um zu wissen, was man nicht tun soll!«

Robert fügte sich und wurde nun einem klugen, erfahrenen Schulmeister übergeben, der ihn erziehen und unterrichten sollte. Eines Tages wollte dieser den Knaben wegen einiger Bosheiten bestrafen. Da zog Robert ein Messer aus der Tasche und erstach seinen Lehrer. Das Buch warf er dem Toten ins Gesicht und schrie: »Da hast du deine Weisheit! Ich brauche keinen Lehrer mehr.« Von da an konnte man niemanden finden, der es gewagt hätte, den Jungen zu lenken und zu lehren. Der Knabe blieb sich selbst überlassen, ergab sich allem Bösen und spottete über Gott und die Kirche.

Die Herzogin war darob tief bekümmert und sagte eines Tages zu ihrem Gemahl: »Robert ist nun schon erwachsen, es scheint mir am besten, ihn zum Ritter zu schlagen; vielleicht bessert er sich dann.« Der Herzog stimmte diesem Vorschlag zu. Robert war damals erst achtzehn Jahre alt. Auf die Ankündigung seines Vaters, ihn zum Ritter zu schlagen, erwiderte Robert: »Tut, was ihr wollt! Mir ist es einerlei, ob ich hoch oder niedrig bin. Ich bin entschlossen, auch ferner zu treiben, was ich mag, mir liegt wenig daran, ein Ritter zu sein.«

Am andern Morgen wurde er dennoch zum Ritter geschlagen. Darauf ließ der Herzog ein Turnier ausrufen, an dem auch der Ritter Robert teilnahm, der niemand fürchtete, weder Gott noch Teufel. Als das Spiel begonnen hatte, sah man Ritter um Ritter stürzen, denn Robert der Teufel kämpfte wie ein Löwe, schonte keinen und warf jeden nieder, der ihm in den Weg kam. Keiner, der mit ihm zu kämpfen hatte, kam ungezeichnet davon. Erst als er bemerkte, daß in den Schranken kein Mensch mehr übrig war, spornte er sein Pferd, ritt in das Land und hauste schlimmer als zuvor am Hof.

Dem Herzog kam eine Meldung um die andere zu von dem Leben, das Robert in der Normandie führe. Bei solchen Nachrichten wurde ihm das Herz im Leibe schwer, aber er war ratlos, wie diesem Treiben zu steuern sei.

Als einer von den Dienstmannen des Herzogs seinen Herrn so traurig sah, wagte er es, ihn folgendermaßen anzureden: »Mein hoher Gebieter, ich möchte Euch raten, Euren Sohn wieder an den Hof kommen zu lassen. Befehlt ihm, von seinem verruchten Leben abzulassen. Will er aber nicht, so laßt ihn ins Gefängnis werfen und straft ihn, wie er es verdient!«

Der Herzog schickte sogleich Boten aus, die seinen Sohn aufsuchen und an den Hof bringen sollten. Robert aber nahm sie übel in Empfang; er stach ihnen die Augen aus und schrie dabei: »Jetzt werdet ihr um so ungestörter schlafen können, meine Herren! Geht und sagt meinem Vater, daß ich euch seinem Auftrag zum Trotz geblendet habe!« Der Herzog war über diese Schandtat aufs höchste erzürnt und zerbrach sich den Kopf, wie er der Bosheit seines Sohnes ein Ziel setzen könnte.

Er versammelte seinen geheimen Rat und ließ in seinem ganzen Herzogtum an alle Richter und Amtsleute den Befehl ergehen, sie sollten sich seines Sohnes bemächtigen. Als Robert und seine Spießgesellen von dieser Bekanntmachung des Herzogs hörten, erschraken sie gewaltig. Robert schwur einen grausigen Eid, daß er Krieg mit seinem eigenen Vater führen und das ganze Land vernichten wolle. Sofort ließ er sich in einem dichten, dunkeln Wald eine feste Burg bauen, um sich dorthin zurückzuziehen. Die Stelle war unheimlich, von schroffen Felsen umgeben, mehr für wilde Tiere als für Menschen zur Wohnung geeignet. Hier versammelte er die lasterhaftesten Gesellen um sich, Diebe, Mörder, Straßenräuber, Kirchenschänder, kurz den Auswurf der Menschheit. Der Hauptmann dieses Gesindels war Robert selbst. Und nun verübten sie die schändlichsten Taten, so daß niemand es wagte, auch nur auf die Straße hinauszugehen aus Furcht vor Robert dem Teufel und seiner Bande; denn sie waren wie die reißenden Wölfe. Wenn die Räuber dann in ihre Festung heimkamen, ergaben sie sich dem Fraß und lebten herrlich von ihrer Beute.

Einmal begegnete Robert mitten in einem Gehölz sieben Einsiedlern, frommen Leuten, die sorglos ihres Weges zogen. Er erschlug sie alle sieben und brüllte höhnisch: »Da habe ich ein schönes Vogelnest von Heiligen ausgenommen; jetzt tragen sie alle Märtyrerkronen!«

Nach dieser schändlichen Tat verließ der Gottlose den Wald, er war wie der Teufel aus der Hölle anzusehen. Seine Kleider waren mit Blut befleckt. In diesem Aufzug ritt er über die Felder und kam in die Gegend des Schlosses Darques. Unterwegs hatte ihm ein Schäfer erzählt, daß seine Mutter, die Herzogin, heute auf dieses Schloß zum Mittagessen kommen werde. Als er sich dem Schloß näherte und das Volk ihn erblickte, lief alles vor ihm davon. Zum erstenmal bemerkte Robert, daß alles vor ihm floh, zum erstenmal begann er an sich selbst zu denken. Er seufzte und sprach: »Wie kommt es, daß alle Welt vor mir flieht? Ich bin wohl ein unglückseliger Mensch. Mir ist, als wäre ich ein Pestkranker! Mein Leben muß von Anfang an fluchbeladen sein.«

Unter solchen Gedanken erreichte er das Tor des Schlosses und sprang vom Pferd. Da war aber kein Mensch, der es gewagt hätte, ihm in die Nähe zu kommen und sein Pferd abzunehmen; daher mußte er es selbst an der Pforte anbinden. Dann schritt er, das blutige Schwert noch in der Hand, nach der Halle, wo seine Mutter sich eben aufhalten sollte.

Als die Herzogin ihren Sohn Robert mit blankem Schwert daherkommen sah, wollte sie entsetzt flüchten. Robert aber rief ihr von weitem zu: »Liebe Mutter, fürchtet Euch nicht vor mir! Um der Barmherzigkeit Gottes willen, bleibt, denn ich muß Euch sprechen.« Dann näherte er sich ihr unterwürfig, senkte sein Schwert und bat: »Sagt mir doch, ich bitte Euch darum, wie kommt es, daß ich so grausam bin? Denn von Euch oder von meinem Vater muß das doch herkommen. Ich bitte Euch, sagt mir die Wahrheit!« Die Herzogin brach in Tränen aus, stürzte ihrem Sohn zu Füßen und erzählte ihm, wie alles gekommen sei.

Da warf sich Robert vor Leid zu Boden und klagte: »Die Teufel rütteln an meiner Seele und an meinem Leib; aber von heute an will ich ihren höllischen Werken entsagen und aufhören, Böses zu tun.« Dann wandte er sich zu seiner trostlosen Mutter und erklärte: »Ich will nach Rom pilgern und büßen. Ich werde nicht früher zur Ruhe kommen, bis mir meine Übeltaten vergeben sind.«

So verließ Robert seine Mutter, bestieg sein Pferd und ritt davon. Die Herzogin blieb ohne Trost und Hoffnung zurück. Während sie sich und ihren Sohn beklagte, kam der Herzog an. Als sie ihn sah, brach sie aufs neue in Tränen aus und meldete ihrem Gemahl, was Robert vorhabe.

»Ach«, seufzte der Herzog, »das ist doch alles vergebens. Wie soll er den Schaden wieder gutmachen, den er dem Land getan hat! Doch bitte ich den Allmächtigen, ihm beizustehen; denn nur Gottes Barmherzigkeit kann ihm helfen.«

Robert war in seine Waldfeste zurückgekehrt, wo er seine Schandgesellen bei der Tafel traf. Als sie ihn sahen, begrüßten sie ihn lebhaft. Robert aber begann ihnen wegen ihres schändlichen Lebens Vorstellungen zu machen. Kaum hatte er geendet, da erhob sich einer von den Dieben und meinte hohnlachend zu seinen Gesellen: »Gebt acht, ihr Herren, der Teufel will ein Einsiedler werden! Robert hat seinen Spott mit uns, ist er doch unser Hauptmann und treibt es ärger als wir alle.«

Robert aber rief: »Liebe Gesellen, ich bitte euch, laßt von eurem schändlichen Tun und denkt an das Heil eurer Seele!«

Ein anderer Dieb antwortete: »Herr und Meister, denkt nicht mehr daran! Ihr sprecht in den Wind! Weder ich noch meine Brüder werden uns bekehren; der Friede schmeckt uns nicht; er hindert uns am Übeltun, und daran sind wir einmal gewöhnt!«

Die ganze Bande erhob lauten Beifall, und alle schrien einstimmig: »Er hat recht, und sollten wir sterben müssen! In Zukunft wollen wir's noch viel schlimmer treiben!«

Als Robert ihre schönen Vorsätze vernahm, ging er zur Haustür, schob den Riegel vor, ergriff dann einen Knotenstock und schlug einem der Diebe nach dem andern den Schädel ein. Ihre Gegenwehr vermochte nichts gegen seine übermenschliche Kraft. Als er sie alle niedergestreckt hatte, sagte er: »Ich habe euch nach eurem Verdienst belohnt, ihr Burschen; wie der Herr – so der Lohn!« Darauf wollte er das Sündenhaus verbrennen; doch plötzlich fiel ihm ein, daß darin viel geraubtes Gut wäre, das noch zu edleren Zwecken dienen könnte. Deswegen ließ er es stehen, schloß nur die Tür zu und nahm den Schlüssel mit sich.

Nun sprengte er in den Wald hinaus und suchte den Weg nach Rom. Gegen Abend kam er an einer Abtei vorüber, die er mehrmals geplündert hatte, obwohl der Abt sein Vetter war. So ritt er in das Kloster ein und sprach kein Wort. Die Mönche fürchteten Robert wie den bösen Feind. Als sie ihn kommen sahen, rannten sie davon und riefen: »Robert kommt, den hat der Teufel hergeführt!« Robert aber trat vor den Abt und die Klosterbrüder und grüßte freundlich: »Herr Abt, ich weiß, daß ich Euch und Eurem Haus viel Leid zugefügt habe. Ich bitte Euch demütig um Verzeihung.« Sich auf die Knie werfend, fuhr er fort: »Empfehlt mich meinem Vater und gebt ihm diesen Schlüssel! Er führt zu dem Haus, das ich mit meinen Räubern bisher bewohnte. Ich habe sie alle erschlagen; in diesem Haus sind alle Schätze, die ich geraubt habe. Der Herzog wolle sie womöglich den Eigentümern wieder zustellen.« Diese Nacht blieb Robert in der Abtei. Am andern Morgen ging er zu Fuß, in tiefes Sinnen versunken, die Straße in Richtung auf die Stadt Rom.

Nach vielen Entbehrungen traf er endlich an einem Gründonnerstag am Ziel ein. Es war gerade der rechte Tag, für das Heil seiner Seele zu sorgen. Denn der Heilige Vater selbst zelebrierte in der St.-Peters-Kirche und hielt das Hochamt, als Robert unter die Versammlung der Gläubigen trat. Er versuchte, sich zu dem Heiligen Vater vorzudrängen. Aber die geistliche Assistenz des Papstes hieß ihn zurückweichen.

Endlich gelangte er in die Nähe des Papstes, fiel ihm zu Füßen und rief: »O Heiliger Vater, habt Mitleid mit mir!« Diese Worte wiederholte er mehrmals. Die Leute, die zunächst dem Papst standen, ärgerten sich über das Aufsehen, das Robert machte, und wollten ihn vertreiben. Aber der Papst sagte zum Volk: »Laßt ihn bitten; denn, soviel ich sehe, hat er wahre Demut!«

Dann ergriff er Roberts Hand und fragte: »Mein Freund, was willst du?«

»O Heiliger Vater«, erwiderte Robert, »ich bitte Euch, hört meine Beichte; denn wenn Ihr mich von den schweren Sünden, die ich begangen habe, nicht lossprecht, bin ich auf ewig verdammt.«

Als der Papst das hörte, ahnte er, daß es Robert der Teufel sei, und fragte ihn: »Sohn, bist du vielleicht jener Robert, von dem ich soviel Grausames gehört habe und den man für den schlimmsten Erdensohn hält?«

Da antwortete Robert: »Ich bin's!«

Da nahm der Papst ihn beiseite, und Robert beichtete ihm reuevoll und meldete, wie ihn seine Mutter dem Teufel übergeben habe. Als der Papst ihn so reden hörte, erschrak er, bekreuzigte sich und sagte: »Mein Freund, geh nach Montalto, drei Meilen von dieser Stadt. Dort wirst du einen Einsiedler finden, der mein eigener Beichtvater ist. Sag ihm, daß ich dich schicke, und bekenne ihm alle deine Sünden. Er wird dir die Buße auferlegen, die du verdient hast.«

Am andern Morgen verließ Robert die Stadt und ging zu dem Einsiedler. Dieser hieß ihn herzlich willkommen, und Robert begann zu beichten. Er gestand alle Missetaten, die er jemals begangen, von der Stunde seiner Geburt an bis auf die jetzige Zeit. Wohl entsetzte sich der Einsiedler über das alles, zugleich aber freute es ihn innig, daß Robert mit solcher Zerknirschung seine Sünden bekannte. Er lud ihn daher freundlich ein, diese Nacht bei ihm zu bleiben, und versprach, ihm am andern Morgen die heilsame Buße aufzuerlegen.

Die ganze Nacht betete der Eremit für den Sünder, bis er endlich einschlief. Da erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn und sprach:

»Mann Gottes, höre auf die Botschaft, die ich dir überbringe. Wenn dieser Robert Verzeihung seiner Sünden erhalten will, so muß er den Narren und den Stummen nachahmen, darf keine andere Speise zu sich nehmen, als was er den Hunden abjagen kann, und soll solange auf diese Weise leben, bis es Gott gefällt, ihm zu offenbaren, daß seine Sünden vergeben sind.«

Erschrocken wachte der Eremit auf. Als der Tag anbrach, rief er Robert herbei und tröstete ihn mit folgenden Worten: »Mein Freund, ich weiß jetzt, welche Buße dir aufzuerlegen ist. Du sollst dich wie ein Narr und ein Stummer benehmen, keine Speisen essen, als was du den Hunden abjagst, und bei den Hunden schlafen, solang es Gott gefallen wird. Das hat mir der Herr diese Nacht durch seinen Engel verkündet. Diese Buße soll währen, bis es Gott gefällt, dir die Vergebung deiner Sünden anzukündigen.«

Als Robert dies hörte, wurde ihm leichter. Er dankte Gott, daß ihm im Vergleich zu all dem Leid, das er verursacht hatte, so gnädige Buße auferlegt werden sollte, verabschiedete sich von dem Eremiten und ging hin, um seine Buße zu verrichten.

Kaum hatte er die Stadt Rom wieder betreten, rannte er durch die Straßen und benahm sich wie ein Verrückter. Die Kinder waren bald lärmend hinter ihm her und bewarfen ihn mit Kot und mit Steinen, die Bürger der Stadt aber legten sich bei diesem Schauspiel in die Fenster und spotteten und lachten über ihn.

Als er einige Tage lang in Rom umhergelaufen war, kam er am Palast des Römischen Kaisers vorüber, und da er sah, daß die Tore offenstanden, ging er geradewegs in die Halle. Dabei sprang er von der einen Seite zur andern, ging bald langsam, bald schnell und blieb nie lang auf dem gleichen Fleck stehen. Als der Kaiser ihn erblickte, meinte er: »Seht ihr dort den hübschen jungen Mann? Er sieht aus wie ein Ritter, aber wie es scheint, ist er närrisch! Es ist schade um ihn. Er soll sich niedersetzen; gebt ihm zu essen und zu trinken!« Als man ihn dann an einen Tisch nötigte, wollte er nichts genießen, obgleich ihm Wein, Brot und Fleisch angeboten wurde; darüber wunderten sich alle.

Während nun der Kaiser speiste, warf er einem Hund, der unter dem Tisch lag, einen Knochen zu. Kaum hatte Robert dies gesehen, sprang er vom Tisch auf und verfolgte den Hund, um ihm den Knochen wegzunehmen. Der Hund aber wollte seinen Raub nicht fahrenlassen, und so zerrten sie daran, jeder an einer andern Seite. Robert, der sich auf die Erde niederkauerte, nagte an einem Ende des Knochens, der Hund am anderen. Der Kaiser und alle, die dies sahen, lachten laut auf. Zuletzt bekam Robert die Oberhand und behielt den Knochen allein für sich, legte sich hin und zerbiß ihn; denn er hatte großen Hunger.

Bei Nacht legte er sich zu den Hunden in den Zwinger. Der Kaiser erfuhr dies und empfand großes Mitleid mit Robert. Er befahl daher, ihm ein Bett zu bringen. Aber Robert machte den Dienern ein Zeichen, daß er lieber auf hartem Boden schlafen wolle als im weichen Bett.

So hatte der Mann, der gewohnt war, als Herzogssohn in einem weichen Bett in einem Prunkgemach zu schlafen und die köstlichsten Gerichte zu speisen, freiwillig alle Herrlichkeit verlassen, aß mit den Hunden unter dem Tisch und schlief bei den Hunden im Stall, alles, um seine Seele zu retten. Diese Buße tat er sieben Jahre lang.

Unterdessen wuchs dem Kaiser eine schöne Tochter heran, die aber stumm war. Des Kaisers Seneschall, ein einflußreicher Mann, hatte sie von seinem Herrn schon mehrere Male zur Gemahlin begehrt, der Kaiser aber hatte seine Zustimmung versagt. Darüber ärgerte sich der Seneschall und ging zu den Sarazenen über. Mit einem großen Heer von Ungläubigen landete er in Italien und rückte gegen die Stadt Rom an. Nun scharte sich Adel und Volk um den Kaiser, und er selbst stellte sich an die Spitze des Heeres. Obgleich die Streitkräfte des Kaisers größer waren als die des Seneschalls, wären sie doch unterlegen, wenn Gott den Römern nicht auf wunderbare Weise zu Hilfe gekommen wäre.

Denn an dem gleichen Tag, da der Kaiser gegen die Sarazenen in den Kampf zog, ging Robert der Teufel zu dem Springbrunnen in des Kaisers Garten, wie dies seine Gewohnheit war. Da hörte er eine Stimme vom Himmel, die rief: »Robert, beeile dich! Gott befiehlt dir, daß du dich auf der Stelle mit den weißen Waffen, die ich hier an deine Seite lege, waffnest und das Roß, das ich dir zuführe, besteigst und ohne Aufschub dem Kaiser zu Hilfe eilst!« Robert erschrak sehr, aber er wagte kein Wort zu erwidern. Waffen und Roß fand er neben sich; so rüstete er sich in Eile mit dem weißen Harnisch, den der unsichtbare Engel gebracht hatte, und bestieg das Pferd.

Oben aber an einem Fenster des Palastes stand die schöne stumme Tochter des Kaisers und blickte traurig in den Garten hinab. Da sah sie, wie Robert sich umkleidete und waffnete. Hätte sie sprechen können, sie würde es wohl auf der Stelle erzählt haben; da sie aber stumm war, konnte sie nicht sagen, was sie gesehen hatte; doch merkte sie sich alles wohl.

Robert, gerüstet und hoch zu Roß, ritt in das Lager des Kaisers. Dieses war von den Sarazenen so bedrängt, daß der Kaiser in höchster Gefahr schwebte. Als aber Robert den Feind erblickte, warf er sich in das dichteste Schlachtengetümmel und schlug rechts und links auf die Heiden los. Kein Schlag, der einem Sarazenen galt, war verloren. Auf diese Weise flößte der kühne Ritter auch dem Heer des Kaisers wieder Mut ein, so daß es schließlich den Sieg behauptete.

Als die Schlacht zu Ende war, sprengte Robert in voller Rüstung in den Garten des Kaisers zu dem Brunnen zurück. Hier stieg er vom Roß, das sogleich verschwand, löste seinen Harnisch und seine übrigen Waffen und fand seine alten Kleider, wie er sie verlassen hatte, so daß er bald wieder in seiner Narrentracht vor dem Springbrunnen stand. Wieder sah des Kaisers Tochter das alles von ihrem Fenster aus und wunderte sich sehr darüber. Robert hatte von dem Kampf nur eine Schmarre im Gesicht, sonst war er unverletzt.

Als der Kaiser, hocherfreut über seinen Sieg, beim Abendmahl saß, stellte sich auch Robert wieder ein und machte seine alten Narrenstreiche wie zuvor. Der Kaiser freute sich, als er seinen Narren sah, denn er mochte ihn gut leiden. Als er die Schmarre in seinem Gesicht gewahrte, dachte er, daß einer seiner Diener ihn verwundet habe, was ihm leid tat.

Bald vergaß er den Narren und erkundigte sich eifrig, wer der Fremde auf dem weißen Roß gewesen sei, der so tapfer gekämpft habe. »Ich weiß nicht, wer er war«, erklärte der Kaiser, »sicher ist, daß es einer der kühnsten und edelsten Ritter war, die ich je gesehen habe.«

Die Tochter des Kaisers war zugegen, als er diese Worte sprach. Sie näherte sich ihrem Vater und wollte ihm durch Zeichen zu verstehen geben, daß Robert es sei, mit dessen Hilfe sie die Schlacht gewonnen hätten. Der Kaiser verstand jedoch nicht, was seine stumme Tochter ihm erklären wollte.

Nach einiger Zeit zog der Seneschall, der ein zweites Sarazenenheer zusammengerafft hatte, von neuem heran und belagerte abermals die Stadt Rom. Und wiederum hätten die Römer das Feld räumen müssen, wenn nicht der weiße Ritter auf des Engels Befehl auf dem weißen Roß herbeigeritten wäre. Auch diesmal vollbrachte er so viele Heldentaten, daß die Sarazenen in die Flucht geschlagen wurden und des Kaisers Heer den Sieg davontrug. Als aber das Treffen zu Ende war, wußte niemand, wohin der weiße Ritter gekommen sei. Er war unversehens verschwunden, und niemand außer der stummen Kaiserstochter hätte sagen können, wo er sich verborgen hielt.

Kurze Zeit darauf kehrte der Seneschall mit noch viel größerer Heeresmacht zurück und belagerte Rom zum drittenmal. Bevor nun der Kaiser zum Kampf auszog, befahl er allen seinen Edeln, wenn der Ritter auf dem weißen Roß wieder käme, sollten sie versuchen, ihn zu stellen. Die Edlen versprachen es, und einige der Tapfersten ritten heimlich in einen nahen Wald, um hier auf den weißen Ritter zu warten. Aber es war vergebens. Ehe sich's einer versah, befand sich Robert mitten in der Schlacht.

Als der Sieg zum drittenmal errungen war, wollte sich Robert wieder zu seinem Springbrunnen zurückwenden, um dort seine Waffen abzulegen. Aber die Edlen sprengten auf ihn zu und riefen mit lauter Stimme: »Edler Ritter, sag uns, wer du bist, denn wir wollen es unserm Kaiser melden, der es sehr gern erfahren möchte.«

Als Robert dies hörte, schämte er sich sehr. Er gab seinem Roß die Sporen, und dieses galoppierte über Berg und Tal. Einer der verwegensten Ritter aber setzte ihm nach und warf schließlich seinen Speer nach ihm, nicht um ihn selbst zu töten, sondern um das weiße Roß zu treffen. Doch er verfehlte das Tier, dagegen wurde Robert vom Speer getroffen. Die Lanzenspitze brach ab und blieb im Schenkel stecken; Robert aber ritt, seine Verwundung nicht achtend, davon. So erfuhr der Ritter wieder nicht, wer der Held war, er brachte nur den abgebrochenen Speer zu seinen Kampfgefährten zurück.

Robert eilte indessen rasch auf Umwegen zu dem Brunnen zurück. Dort stieg er vom Roß und legte seine Waffen ab. Roß und Harnisch verschwanden sofort. Er aber zog die Lanzenspitze aus seinem Schenkel und verbarg sie zwischen zwei großen Steinen am Springbrunnen. Robert wußte nicht, von wem er sich verbinden lassen sollte; er sah sich genötigt, Gras und Moos zu nehmen und es aufzulegen. Dann zerriß er das Futter seines Kleides und verband damit die Wunde. Und wieder sah die Tochter des Kaisers von ihrem Fenster aus alles und merkte es sich wohl. Da Robert ein so edler und tapferer Ritter war, faßte sie eine zärtliche Neigung zu ihm.

Als Robert seine Wunde verbunden hatte, ging er in die Küche des Kaisers, um sich etwas zu essen zu holen. Kurze Zeit darauf kam der Ritter, der ihn verwundet hatte, und erzählte dem Kaiser, wie der Fremde auf dem weißen Roß ihm entgangen sei und wie er ihn wider Willen verwundet habe. »Das beste ist, mein Kaiser«, schlug er vor, »Ihr laßt im ganzen Reich öffentlich verkünden, jeder Ritter mit weißem Roß und weißem Harnisch soll zu Euch gebracht werden, und die Lanzenspitze, mit der er verwundet worden ist, hat er mitzubringen und seine Wunde vorzuweisen. Dann gebt diesem Ritter Eure Tochter zur Frau und das halbe Reich zur Mitgift.« Der Kaiser billigte diesen Rat und ließ den Befehl sogleich kundmachen.

Dieser öffentliche Aufruf drang auch zu den Ohren des Seneschalls, der immer noch von einer heftigen Liebe zu des Kaisers Tochter entflammt war. Nun sann er auf eine List und hoffte sicher, dadurch zu seinem Ziel zu gelangen. Er ließ nach einem weißen Roß, weißer Lanze und weißem Harnisch suchen, dann nahm er eine abgebrochene Lanzenspitze und stieß sie sich in den Schenkel. Dadurch hoffte er, den Kaiser zu täuschen und seine Tochter zur Frau zu bekommen. Mit großer Pracht und herrlichem Gefolge reiste er nach Rom, trat vor den Kaiser und erklärte: »Mein Gebieter, ich bin derjenige, der Euch dreimal so tapfer beigestanden ist, der aus Liebe zu Euch so viele Feinde niedergehauen hat. Dreimal war ich Ursache, daß Ihr über die verfluchten Sarazenen den Sieg davongetragen habt!«

Der Kaiser, der seinen alten Diener und Feind nicht wiedererkannte, sprach gnädig zu ihm: »Ihr seid gewiß ein tapferer Ritter! Doch kann ich nicht recht glauben, was Ihr sagt!«

Da erwiderte der Seneschall: »Herr, um Euch zu beweisen, daß ich die Wahrheit sage: seht hier die Lanzenspitze, die ich aufbewahrt habe.« Damit entblößte er die Stelle, wo er sich selbst die Wunde beigebracht hatte. Aber der Ritter, von dem Robert verwundet worden, war ebenfalls zugegen. Als er die Lanzenspitze näher ins Auge faßte, mußte er lächeln; denn er sah sogleich, daß es nicht die Spitze seines Speeres war. Doch um nicht in Streit zu geraten, wollte er das Gegenteil jetzt nicht behaupten, sondern eine günstigere Gelegenheit abwarten.

Und nun war die Zeit gekommen, wo Robert von seiner schweren Buße befreit werden sollte. Dieser lag im Hundestall, schwer verwundet, und ließ sich seine Wunde von den Hunden heillecken. Um dieselbe Zeit erschien dem frommen Einsiedler, dem Robert seine Beichte abgelegt hatte, im Schlaf der Engel Gottes und forderte ihn auf, sich sogleich zu erheben und nach Rom zu pilgern; denn Roberts Buße sei vollendet und alle seine Sünden seien ihm vergeben. Darüber freute sich der Eremit, stand am frühen Morgen auf und wanderte nach Rom.

Am gleichen Morgen trat in Rom der Seneschall vor den Kaiser, um ihn, seiner öffentlichen Bekanntmachung gemäß, um die Hand seiner Tochter zu bitten, was ihm der Kaiser auch ohne lange Überlegung bewilligte. Als nun des Kaisers Tochter vernahm, daß sie dem Seneschall zur Frau gegeben werden sollte, geriet sie, die den Feind wohl erkannt hatte und seinen ganzen Betrug durchschaute, außer sich, zerriß ihre Kleider und raufte sich die Haare. Weil ihr aber die Stimme fehlte, war dies alles vergebens. Sie mußte sich wie eine Braut schmücken, und der Kaiser selbst führte sie in kaiserlicher Pracht, begleitet von Grafen, Rittern und Edelfrauen, in die Kirche.

Nun aber geschah ein großes Wunder. Denn als der Priester die Trauung eben vollziehen wollte, riß der Jungfrau das Band ihrer Zunge, und sie rief dem Kaiser zu: »Vater, seid Ihr von Sinnen, daß Ihr glaubt, was dieser hochmütige, elende Verräter Euch erzählt hat? Alles, was er sagte, ist Lüge. Hier in dieser Stadt lebt ein Mann, dem wir alle unser Leben verdanken, dessen seltene Tugenden ich schon lange kenne; aber niemand wollte meinen Zeichen glauben!«

Da fiel es dem Kaiser wie Schuppen von den Augen, so daß er seinen Feind, den Seneschall, sogleich erkannte. Dieser floh beschämt aus der Kirche, schwang sich auf sein Roß und ritt mit seiner ganzen Begleitung davon.

Der Papst aber, der zugegen war, fragte die Jungfrau, wer der Mann wäre, von dem sie gesprochen hätte. Das Mägdlein führte den Kaiser und den Papst schweigend nach dem Garten zum Springbrunnen, wo Robert seine Engelswaffen jedesmal genommen und abgelegt hatte. Hier zog sie die Lanzenspitze zwischen den beiden Steinen hervor, unter denen Robert sie verborgen hatte. Nun wies auch der Ritter, von dem Robert verwundet worden war, seinen abgebrochenen Speer vor; da fügten sich Schaft und Spitze aneinander, als wenn sie nie entzwei gewesen wären.

Dann sagte das Mägdlein zum Papst: »Dreimal haben wir durch die Tapferkeit des edlen Ritters gegen die Ungläubigen den Sieg errungen, dreimal habe ich sein Pferd und seinen Harnisch gesehen, die er dreimal wieder von sich getan hat. Aber wohin sie gekommen sind, kann ich Euch nicht sagen. Das aber weiß ich, daß der Ritter selbst sich nachher jedesmal zu den Hunden legte, wo seine Stätte war.« Und zu ihrem Vater gewandt, fügte sie hinzu: »Er ist es, der Euch Ehre und Land gerettet hat; ihm habt Ihr zu danken. Laßt uns zu ihm gehen und die Wahrheit aus seinem Mund hören!«

Da begaben sich alle Anwesenden nach dem Winkel, wo Robert bei den Hunden lag, und der Kaiser sprach zu ihm: »Ich bitte dich, mein Freund, komm hieher und zeige mir deinen Schenkel!« Robert merkte wohl, warum er dies sagte, stellte sich aber, als ob er ihn nicht verstanden hätte.

Nun wandte sich der Papst zu Robert und forderte ihn auf: »Ich befehle dir im Namen Gottes, daß du mit uns sprechen sollst!« Aber Robert, der sich seiner Buße noch nicht entbunden glaubte, sprang wie ein Narr auf und gab, als wäre er selbst der Papst, dem Papste mit lächerlichen Gebärden den Segen. Dann sah er sich um und erblickte den Eremiten, der ihm die Buße auferlegt hatte. Der aber rief ihm mit lauter Stimme zu: »Mein Freund, ich weiß recht gut, daß du Robert bist, den die Menschen den Teufel nennen. Von nun an aber sollst du ein Mann Gottes sein; denn du bist's, der dieses Land von den Sarazenen errettet hat. Gott der Herr schickt mich zu dir und befiehlt dir, zu reden und nicht mehr den Narren zu spielen! Denn du hast gebüßt, und alle deine Sünden sind dir vergeben!«

Als Robert dies hörte, fiel er auf seine Knie nieder, hob Augen und Hände zum Himmel und jubelte: »König des Himmels, ich danke dir, daß du mir meine furchtbaren Sünden vergeben hast und meine geringe Buße dir gefallen hat!« Dann nahm er Abschied von allen und verließ Rom, um gesühnt in seine Heimat zu wandern. Er war noch nicht weit gekommen, als ihm der Engel Gottes erschien und befahl, nach Rom umzukehren, wo ihn ein großes Glück erwarte. In Rom führte ihm der Kaiser seine Tochter entgegen und gab sie ihm zur Gemahlin.

Vierzehn Tage lang dauerte die Hochzeit, dann verabschiedete sich Robert vom Kaiser, um seine Eltern in der Normandie aufzusuchen und ihnen seine Gemahlin vorzustellen. Der Kaiser gab ihm ein fürstliches Geleit und köstliche Geschenke mit. In Rouen wurde Robert mit seiner Gemahlin mit großem Gepränge als Herr des Landes empfangen; denn Roberts Vater war inzwischen gestorben.

Der Herzog Robert betrauerte seinen Vater, zugleich aber freute er sich, wieder bei seiner Mutter zu sein, und erzählte ihr alle seine Abenteuer. Eines Tages kam ein Bote von seinem Schwiegervater, dem Kaiser, der nach ehrerbietigem Gruße meldete, daß sich der Seneschall aufs neue gegen den Kaiser empört habe und drohe, Rom mit Feuer und Schwert zu verwüsten. Der Kaiser bitte Robert um seinen Beistand.

Besorgt sammelte Robert eilig sein Heer und zog schleunigst nach Rom. Aber noch ehe er dorthin kam, hatte der Verräter den Kaiser, der ihm entgegengerückt war, erschlagen. Robert aber entsetzte die belagerte Stadt und kam im Handgemenge dem Seneschall gegenüberzustehen. Als der Treulose Robert den Teufel sah, suchte er zu fliehen. Aber Robert verfolgte ihn und erschlug den Verräter. Dann kehrte er mit seiner ganzen Schar nach Rouen zurück.

Seitdem lebte Herzog Robert in Liebe mit seiner edlen Gemahlin, gefürchtet von seinen Feinden und geliebt von seinen Freunden und Untertanen. Er hinterließ einen Sohn namens Richard, der an der Seite des Frankenkönigs Karl viele herrliche Waffentaten vollbrachte, mächtige Kriege gegen die Sarazenen führte und das Christentum in aller Welt befestigen half.

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