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Erzählung eines Hundes - Übersetzer Andrej Neifeld

Mark Twain: Erzählung eines Hundes - Übersetzer Andrej Neifeld - Kapitel 1
Quellenangabe
typenovelette
authorMark Twain
titleErzählung eines Hundes - Übersetzer Andrej Neifeld
noteProject Gutenberg etext #3174
created20021020
senderandrejneifeld@freenet.de
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Kapitel I

Mein Vater war ein St. Bernard, meine Mutter war eine Collie, aber ich bin ein Presbyterianer. Das war was meine Mutter mir erzählte, ich kenne die feinen Unterschiede selber nicht. Für mich sind es nur schöne große Wörter, die nichts bedeuten. Meine Mutter hatte Zährtlichkeit für sowas, so mochte sie auszusprechen und andere Hunde überraschen und neidisch zu sehen, wie gebildet sie war. Aber tatsächlich war es keine richtige Bildung, es war nur Show: Sie kannte die Wörter durch das Hören im Esszimmer und wenn dort Gesellschaft war, und durch das Gehen mit den Kindern in die Sonntagsschule und durch das Zuhören dort; und immer wenn sie ein großes Wort hörte, wiederholte sie es mehrmals vor sich hin, und konnte dadurch diese solange behalten, bis die dogmatische Versammlung in der Nachbarschaft war, wonach sie diese wieder vergaß, und überraschte und entrüstete sie alle, von Pocket-Pup bis zum Bulldogge, was sie entlohnte für all ihre Bemühungen. Wenn da ein Fremder dabei war, war er beinahe mißtrauisch, und wenn er wieder zu sich kam, würde er fragen was das bedeute. Und sie erklärte es ihm immer. Er erwartete es nie, dachte aber, er würde sie in eine Sackgasse führen; so dass wenn sie ihm das erklärte, war er derjenige der sich schämen musste, wohingegen er gedacht hat sie müsse sich schämen. Die anderen haben immer auf das gewartet, und froh darüber und stolz auf sie, da sie wußten was passieren würde, weil sie damit schon Erfahrung hatten. Wenn sie die Bedeutung eines großen Wortes erklärte, waren sie alle so mitgenohmen durch die Bewunderung, so dass es keinem Hund in den Sinn kam darüber zu zweifeln, ob es richtig wäre; und das war natürlich, weil auf jedes Ding worauf sie antwortete, die Antwort so schnell kam, als ob ein Wörterbuch für sie spräche, und außerdem woher sollten sie es wissen, ob es richtig ist oder nicht? – Aber auch weil sie der einzige kultivierte Hund dort war. Mit der Zeit, als ich größer wurde, brachte sie nach Hause das Wort Unintellektual, das eine mal, und verarbeitete es sehr hart die ganze Woche in verschiedenen Versammlungen, wodurch sie viel Unglück und Niedergeschlagenheit verursachte; und ich merkte dieses mal, dass sie nach der Bedeutung auf acht verschiedenen Zusammenkünften gefragt wurde, und schoß jedes mal eine frische Definition heraus, welche mir zeigte, dass sie mehr Geistesgegenwart als Zucht hatte, worauf ich natürlich nichts sagte. Sie hatte immer ein Wort, welches sie parad hielt, und bereit wie ein Lebensretter, ein Wort für Notfall an dem sie sich festhielt, wenn sie plötzlich durch die Fragen zu ertrinken schien – dieses Wort war »synonym«. Wenn es auch mal passiert, dass sie ein Wort aus vergangenen Wochen wieder nimmt und dessen vorbereitete Bedeutungen längst vergessen hat, und wenn dann ein Fremder durch dieses Wort für ein paar Minuten stuzig geworden ist, dann würde er zu ihr kommen, während sie schon mit dem Wind einen anderen Kurs eingeschlagen hat, und nichts erwartend, stellt er sie zur Rede; Ich (der einzige Hund, der das Spiel kennt) kann für einen Moment ihr Segel flattern sehen – aber nur für ein Moment – dann wird es wieder voll und straf und sie würde sagen, so ruhig wie ein Sommertag, »Es ist Synonym für Supererogation,« oder irgendwelchen gottverdammten vor langer Zeit ausgestorbenen Wort wie dieses, und geht friedlich, gleitend auf dem nächsten Kurs, vollkommen zufrieden, weißt schon, und läßt den Fremden profan und verlegen gucken, und das Beginnen mit Schlendern mit den wackelnden Schwänzen der anderen im Einklang und ihre Gesichter gefüllt mit heiliger Freude.

Und das war das selbe mit den Phrasen. Sie würde nach Hause eine ganze Phrase herschleppen, wenn es toll klingt, und wird es sechs Nächte und zwei Matinees vorführen, und es jedesmal von neuem erklären – deren Bedeutung sie absolut nicht interessierte, und sie nur auf Richtigkeit der Phrase achtete, wußte sie dass diese Hunde nicht genug Verstand hatten um sie auffliegen zu lassen. Ja, sie war ein Prachtexemplar! Sie hatte vor nichts Angst, sie hatte solches Vertrauen in die Ignoranz dieser Kreaturen. Sie erzählte sogar Witze, welche sie in der Familie und von den Gästen gehört hatte, über die gelacht wurde; und wie eine Regel, brachte sie einen springenden Punkt gebunden an den anderen, die natürlich nichts taugten, dar, und wenn das passierte, fiell sie auf den Rücken und rollte auf dem Fußboden und lachte und bellte auf wirklich irrsiniger Art, während ich sehen konnte wie sie sich wunderte, wieso es nicht so witzig erscheine, wie als sie es gehört hatte. Aber es war nicht weiter schlimm; die anderen rollten und bellten mit, selbst aber beschämt, da sie nicht verstanden, worum es ging, und wußten gar nicht, dass es nicht ihr Fehler war und dass es überhaupt keinen Grund dafür gab zu lachen.

Durch diese Dinge konnte man sehen, wie eingebildet und leichtsinnig ihr Charakter war, dennoch, hatte sie Vorzüge, um zu etwas zu bringen, denke ich. Sie hatte ein gütiges Herz und Zährtlichkeit und verbarg niemals den Ärger, wenn man sie verletzte, sondern sprach diesen aus und vergaß es dann wieder; und sie lehrte ihren Kindern diese freundliche Art, und von ihr haben wir auch gelernt, tapfer und ohne Zögern in Gefahren zu handeln, und nicht weglaufen, sondern der Gefahr, die Freund oder Fremden bedrohte, gegenüber zu treten und ihm zu helfen, so gut wie wir können ohne darüber nachzudenken, was es uns kosten würde. Und sie lehrte uns nicht nur durch die Sprache, sondern auch durch Beispiele, und das ist die beste, die sicherste und meist andauernde Art einen zu lehren. Warum sie die mutigen Sachen tat, die prächtigen Sachen! Sie war ein Soldat; und auch so bescheiden darüber – gut, man konnte es nicht verhindern sie zu bewundern und sie zu imitieren, nicht einmal der König Charles, der Spaniel, konnte völlig verabscheuungswürdig in ihrer Gesellschaft bleiben. Also, wie du siehst, da war mehr als nur ihre Bildung.

Kapitel II

Wenn ich groß genug war, letztendlich, wurde ich verkauft und weggenohmen, und ich sah sie nie wieder. Ihr Herz war gebrochen, und meins auch, und wir weinten; und sie tröstete mich sogut sie konnte, und sagte wir kommen in diese Welt für einen weisen und guten Zweck, und müssen unseren Dienst ohne Widerrede ausführen, unser Leben so hinnehmen wie es ist, so zu leben, dass es anderen wohlergehe, und niemals über die Folgen sich Gedanken zu machen, es ist nicht unsere Sache. Sie sagte Männer, die so handeln, würden eine noble und wunderschöne Belohnung im Jenseits bekommen, und obwohl wir Tiere niemals dorthin kommen würden, gut und richtig zu handeln ohne Belohnung würde unserem kurzen Leben etwas Ehrenhaftigkeit und Würde verleihen, welches selbst schon eine Belohnung ist. Sie hat diese Dinge gesammelt als sie von Mal zu Mal in die Sonntagsschule mit den Kindern mitgelaufen ist, und hatte diese sorgfälltiger in ihren Gedanken aufbewahrt als ihre anderen Wörter und Phrasen; und sie vertiefte sich mehr in diese – für unser und auch ihr Wohl. Man konnte dadurch sehen, dass sie einen weisen und nachdenklichen Kopf hatte, trotz dessen, dass dort soviel Leichtsinn und Eitelkeit war.

So, dann sagten wir uns Lebewohl und sahen uns gegenseitig voller Tränen an; und das Letzte was sie sagte – woran ich mich am meisten erinnere, glaube ich – war, »In der Erinnerung an mich, wenn irgendein Gefahr kommt und irgendeiner in Not ist, denk nicht an sich, denk an deine Muttter und tu das, was sie tun würde.«

Denkst du, ich könnte das vergessen? Nein.

Kapitel III

Es war so ein charmantes Zuhause! – mein Neues; ein feines, schönes Haus, mit Bildern, und delikaten Dekorationen, und reichen Möbel, und nirgendwo Hoffnungslosigkeit, sondern überall zierliche Farben erleuchtet durch den flutenden Sonnenschein; und die geräumige Gartenanlage drumherum, und der großartige Garten – oh, die edle Bäume, und Blumen, kein Ende! Und ich war dasgleiche wie ein Mitglied der Familie, und sie liebten mich, und liebkosten mich, und gaben mir keinen neuen Namen, sondern riefen mich nach meinem alten Namen, das mir lieb war, weil meine Mutter ihn mir gab – Aileen Mavourneen. Sie hatte ihn aus einem Lied heraus, und die Grays kannten das Lied, und sagten es war ein schöner Name.

Frau Gray war dreißig, und so süß und so lieb, das kannst du dir gar nicht vorstellen; und Sadie war zehn, und genau wie ihre Mutter, fast wie eine niedliche kleine Kopie von ihr, mit ihren kastanienbraunen Zöpfen auf ihrem Rücken, und das kurze Leibchen; und das Baby war ein Jahr alt, und mollig und hatte Grübchen, und mochte mich, und konnte niemals genug davon bekommen mich an dem Schwanz zu zehren, und mich zu drücken, und aus ihrer unschuldigen Freude zu lachen; und Herr Gray war achtunddreißig, und groß und schmächtig und hübsch, ein bisschen kahl auf der Stirn, munter, schnell in seinen Bewegungen, beschäftigt, prompt, entschieden, gefühllos, und in einer Art ordentlich geformtem Gesicht, welches scheint zu glitzern und funkeln mit frostigen Intellektual! Er war ein bekannter Wissenschaftler. Ich weiß nicht was diese Wörter bedeuten, aber meine Mutter hätte bestimmt gewußt, wie man diese Wörter benutzt und daraus Nutzen herauszubekommen. Sie würde wissen wie man einen Ratterrier deprimiert macht und ihn so aussehen zu lassen, dass er bedauerte dahin gekommen zu sein. Aber das war nicht das Beste; das Beste war Laboratorium. Meine Mutter konnte einen Kartell organisieren, welches der ganzen Herde an den Kragen gehen würde. Das Laboratorium war kein Buch, oder ein Bild, oder ein Platz wo man sich die Hände wäscht, wie es der Hund eines Kollegen des Presidenten sagte – nein, das ist das Waschbecken, das Laboratorium ist ganz was anderes, und ist voll von Gläsern, und Flaschen, und elektrischen Sachen, und Kabeln, und seltsamen Maschinen; und jede Woche kammen andere Wissenschaftler dorthin und setzten sich dahin, und benutzten diese Maschinen, und disskutierten, und machen dort das, was sie Experimente und Entdeckungen nennen; und oft kam ich auch dazu und stand da herum und hörte zu und versuchte etwas zu lernen, um die Ehre meiner Mutter, und in lieber Erinnerung an sie, obwohl es für mich schmerzlich war, wenn es mir klar wurde, was sie in ihrem Leben verpasst hat und dass ich damit nichts anfangen konnte; obwohl ich versucht habe wie ich nur konnte, ich war nie fähig überhaupt etwas daraus zu machen.

Anderes mal lag ich auf dem Fußboden vor dem Arbeitszimmer der Frauchen und schlief, sie benutzte mich zärtlich als einen Fußschemel, wissend dass es mir gefiel, da es eine Liebkosung war, anderes mal verbrachte ich eine Stunde im Kinderzimmer, und wurde sehr zerzaust und brachte Freude, anderes mal passte ich auf das Bettchen auf, wenn das Baby schlief und das Kindermädchen für ein paar Minuten rausging um etwas für das Baby zu holen, anderes mal tobte ich und raste durch den Hof und Garten mit Sadie bis wir müde waren, dann schlummerte ich auf dem Grass im Schatten eines Baumes, während sie ihr Buch las; anderes mal ging ich die Nachbarshunde besuchen – da nicht weit von hier sehr Angenehme dawaren, und einer sehr stattlicher und höflicher und graziöser, ein mit lockigen Haaren Irischer Setter mit dem Namen Robin Adair, der war ein Presbyterianer wie ich, und gehörte dem schottischen Minister.

Mit der Zeit kam mein kleiner Welpe, und dann war mein Becher der Freude voll, mein Glück war vollkommen. Es war das niedlichste watschelnde Ding, und so glatt und sanft und kuschlig, und hatte sollche listigen kleinen ungeschickten Pfoten, und solche liebevollen Augen, und solch ein süßes und unschuldiges Gesicht; und es machte mich so stolz zu sehen wie die Kinder und ihre Mutter davon schwärmten, und streichelten es, und staunten über jedes kleine wundervolles Ding, was es tat. Mir schien es als ob das Leben für mich zu schön wäre.

Dann kam der Winter. Einen Tag hielt ich Wache in dem Kinderzimmer. Eigentlich schlief ich auf dem Bett. Das Baby schlief in dem Kinderbettchen, welches neben dem Bett stand, an der Seite zum Kamin. Es war ein Kinderbettchen, welches drüber einen Umhang hatte, der aus gazeartigen Stoff gemacht ist und durch den man durchsehen konnte. Das Kindermädchen war draußen, und wir beide Schläfer waren allein. Ein Funke aus dem Feuerholz schoß herraus und zündete den Vorhang an der Seite an. Ich nehme an es verging eine Zeit bis der Schrei des Babys mich aufweckte, und da war der ganze Vorhang im Flammen empor bis zur Decke! Bevor ich denken konnte, sprang ich auf den Fußboden und in einer Sekunde war ich schon auf dem halben Weg zur Tür; aber in der nächsten halben Sekunde meiner Mutter Abschiedgruß erklang in meinen Ohren und ich war wieder neben dem Bett. Ich schob meinen Kopf durch die Flammen und schnappte das Baby an dessen Brustschleife, und zehrte es heraus und fiel auf den Fußboden damit in einer Rauchwolke; ich schnappte nach einem neuen Halt bei dem Baby und schleppte das schreiendes kleines Ding hin und aus der Tür heraus und um die Kurve des Flurs drumherum und schleppte es immer noch weg, ganz aufgeregt und freudig und stolz, als des Herrchens Stimmer ertönte:

»Fort mit dir, du verdammtes Biest!« und ich sprang weg um mich zu retten, aber er war ziemlich schnell, und verfolgte mich, und schlug mich fürchterlich mit seinem Spazierstock, ich wich so und so aus, in dieser Hetze, und schließlich ein starker Schlag traf mein linkes Vorderbein, wodurch ich aufschrie und hingefallen bin, für ein Moment hilflos; der Spazierstock schwenkte zum neun Schlag aus, aber sank nie, da die Stimme des Kindermädchens wild schrie, »Das Kinderzimmer ist in Feuer!« und der Herrchen verschwand in dieser Richtung, und meine anderen Knochen wurden dadurch gerettet.

Der Schmerz war fürchterlich, aber egal, ich musste keine Zeit verlieren; er konnte jeden Moment zurück sein; also hinkte ich auf drei Beinen zum anderen Ende des Flurs, wo eine dunkle kleine Treppe hinaufführte zum Dachboden, wo alte Kisten und solche Dinge aufbewahrt wurden, wie ich hörte, und wohin die Menschen nur selten hingingen. Ich brachte es fertig da hoch zu kommen, dann suchte ich mir den Weg durch die Berge verschiedener Sachen, und versteckte mich an geheimsten Platz den ich finden konnte. Es war dumm sich dort zu fürchten, trotzdem tat ich das, so ängstlich, dass ich kaum das Winseln zurückhalten konnte, obwohl es besser für mich wäre, winseln zu können, weil es den Schmerz lindert, das weißt du doch. Aber ich konnte mein Bein lecken, und es war etwas angenehmer.

Für halbe Stunde war da unten Aufregung, und Schreie, und eilige Schritte, und dann wurde es wieder still. Still für wenige Minuten, und das war großartig für meine Seele, da meine Ängste sich begannen zu legen; und Ängste sind schlimmer als Schmerzen – oh, viel schlimmer. Dann kam der Klang der mich zusammenfahren ließ. Sie riefen mich – ruften nach mein Namen – jagten mich!

Es wurde durch die Distanz gedämpft, aber es konnte nicht den Schrecken verhindern, den ich empfand, und es war der schrecklichste Ruf für mich, den ich je hörte. Es ging überall hindurch, da unten: den Flur entlang, durch alle Räume, auf beiden Geschossen, und im Untergeschoß und Keller; dann draußen, und weiter und weiter weg – dann zurück, und wieder durchs ganze Haus, und ich dachte es würde nie enden, nie. Aber schließlich hörte es auf, Stunden und Stunden nachdem die Dämmerung des Dachbodens in der schwarzen Dunkelheit erlosch.

Dann in der friedlichen Stille ließ der Schreck nach, und ich war zur Ruhe gekommen und schlief. Es war eine gute Erholung den ich hatte, aber ich wachte auf bevor die Dämmerung kam. Ich fühlte mich ziemlich bequem, und ich konnte mir einen Plan ausdenken. Ich hatte einen sehr Guten gefunden; welches war sich runterzuschleichen, den ganzen Weg, die Treppe runter, und sich hinter der Kellertür verstecken, und durchschlüpfen und veschwinden, wenn der Eismann kommt und den Kühlschrank auffühlt; dann würde ich mich den ganzen Tag verstecken, und meine Reise fortsetzen wenn die Nacht kommt; meine Reise – nun gut, irgendwohin wo man mich nicht vermutet und mich nicht meinen Herrchen verrät. Ich fühlte mich jetzt fast großartig, dann dachte ich plötzlich: Warum, was für ein Leben wird es ohne meinen Welpen!

Es war eine Verzweiflung. Es gab keinen Plan für mich, ich sah das; ich musste da bleiben, wo ich war, bleiben, und warten, und auf sich nehmen, das was kommt – es war nicht meine Sache; es war das, was Leben ist – meine Mutter sagte es. Dann – nun, das Rufen began wieder! Alle meine Leiden kammen wieder. Ich sagte sich selbst, die Herrchen werden es mir nie verzeihen. Ich wußte nicht was ich gemacht hatte, dass sie so verbittert und unverzeihlich wurden, nun ich schätze es war irgendwas, was ein Hund nicht verstehen konnte, aber für einen Mann schrecklich erschien.

Sie riefen und riefen – Tage und Nächte, schien mir so. So lange, dass mich der Hunger und Durst fast zum Wannsinn trieben, und ich merkte,. dass ich ganz schwach wurde. Wenn man in dieser Lage ist, dann schläft man viel, und ich tat es. Einmal wachte ich in einer schrecklichen Angst auf – es schien mir, als ob der Ruf oben auf dem Dachboden war! Und so war es auch: es war Sadie's Stimme, und sie weinte, mein Name erklang zerbrochen aus ihren Lippen, armes Ding, und ich konnte meinen Ohren nicht glauben, als sie voll Freude sagte:

»Komm zurück zu uns – oh, komm zurück zu uns, und vergib – es ist alles so schlimm ohne unser –«

Ich brachte EINEN großartigen, kleinen Schrei heraus, und nächsten Moment kroch und stolperte Sadie durch die Dunkelheit und schleppte sich dahin und rief laut ihrer Familie, damit sie sie hörten, »Ich hab sie gefunden, ich hab sie gefunden!«

Die Tage, die folgten – nun, sie waren wunderschön. Die Mutter und Sadie und die Diener – warum, sie schienen mich geradezu anzubeten. Sie glaubten nicht weich genug mein Bett zu machen; und wie mit dem Futter, sie konnten sowohl mit Spielen wie auch mit Delikatessen, welche auch nicht der Jahreszeit entsprach, mich erfreuen; und jeden Tag strömten Freunde und Nachbarn, um über meine Heldentat zu hören – das war das Wort, was sie dafür benutzten, und es bedeutet Landwirtschaft. Ich erinnere meine Mutter schleppte es einmal in die Hundehütte an, und erklärte es so, aber sagte nicht, was Landwirtschaft ist, außer dass es ein Synonym für eingeschloßenes Weißglühen ist; und ein duzend mal würden Frau Gray und Sadie es den Neuankömmlingen erzählen, und sagen ich riskierte mein Leben, und rettete das Leben beider, und dann staunt und kuschelt mich die ganze Gesellschaft in der Runde, und man konnte den Stolz in Sadies Augen sehen und auch in ihrer Mutter; und wenn die Leuten wissen wollten warum ich hinke, guckten sie verlegen und änderten das Thema, und wenn manchmal die Leute nicht nachgaben und sie darüber ausfragten, schien es mir als ob sie fast weinten.

Und es war nicht die ganze Ehre, nein, die Freunde des Herrchens kammen, ganzen zwanzig verschiedenen Leute, und nahmen mich in Laboratorium, als ob ich eine Entdeckung war, und manche von denen sagten es ist wundervoll in einem so dummen Tier, wie mich, eine solche Vorstellung hervorragender Instinkte zu sehen; aber der Herrchen sagte mit Leidenschaft, »Es ist weit mehr als nur Instinkt, es ist das VERSTAND, und manche Menschen, priveligiert gerettet zu sein und mit mir und euch in Richtung einer besseren Welt gehen aufgrund seines Besitzes, hat weniger davon als dieses arme dumme Vierbeiner, das dazu bestimmt ist umzukommen«; und dann lachte er und sagte: »Warum gucken sie so – ich bin sarkastisch! seid gesegnet durch all meine große Intelligenz, das einzige worauf ich hindeutete, dass der Hund verrückt geworden ist und versucht hat das Kind zu verletzen, das ist die Intelligenz dieses Tieres – das ist sein Verstand, das sage ich euch – das Kind würde umkommen!«

Sie streiteten und streiteten, und ich war der einzige Mittelpunkt der Unterhaltung, und ich wünschte meine Mutter würde wissen, dass diese große Ehre mir galt; das würde sie stolz machen.

Dann disskutierten sie über Optik, wie sie es nannten, und ob ein bestimmte Verletzung im Gehirn zu Blindheit führen könnte, aber sie konnten nicht darüber einig werden, und sagten sie müssen es mit der Zeit durch Experimente herausfinden; und als nächstes disskutierten sie über Pflanzen, und das interessierte mich, weil die Sadie und ich im Sommer Pflanzen säten – Ich half ihr die Löcher zu graben, du weißt – und nach paar Tagen und Tagen ein Busch oder eine Blume kam dort heraus, und es war wunderschön, wie es passierte, aber es tat und ich wünschte ich könnte reden – Ich würde diesen Leuten erzählen und ihnen zeigen wieviel ich wußte, und völlig durch das Thema eingefangen; aber ich achtete nicht auf die Optik, es war schwerfällig, und wenn sie wieder darüber sprachen, langweilte es mich wieder, und ich ging schlafen.

Bald kam der Frühling, und es war sonnig und angenehm und wunderschön, und die süße Mutter und die Kinder tätschelten mich und den Welpen und gingen weg auf eine Reise und wollten ihre Verwandten besuchen, und der Herrchen war nicht mit uns zusammen , aber wir spielten zusammen und hatten gute Zeit verbracht, und die Diener waren freundlich und nett, und so kammen wir gut und freundlich aus und zählten die Tage wartend auf die Familie.

Und an einem Tag die Männer kammen wieder, und sagten, nun der Test, und nahmen den Welpen in das Laboratorium, und ich hinkte dreibeinig auch dahin, stolz wegen der Aufmerksamkeit auf meinen Welpen, es war Vergnügen für mich natürlich. Sie disskutierten und experementierten, und dann kreischte plötzlich der Welpe, und sie setzten ihn auf den Fußboden, und er ging schwindelig umher, sein Kopf voller Blut, und der Herrchen klatschte in seine Hände und rief:

»Da, Ich hab gewonnen – seht ihr! Er ist blind wie eine Fledermaus!«

Und sie alle sagten:

»Es ist so – du hast deine Theorie belegt, und die leidende Menschheit steht ab jetzt in großer Schuld vor dir,« und sie umrundeten ihn, und schüttelten seine Hand herzlich und dankbar, und beglückwunschten ihn.

Aber ich hörte oder sah die Dinge kaum, da ich sofort zu meinem kleinen Liebling hingelaufen bin, und kuschelte mich ganz nah an ihn da wo er lag, und leckte das Blut ab, und es legte seinen Kopf an meinen, sanft winselnd, und ich wusste in meinem Herzen, dass es für ihn angenehm ihn seinem Schmerz und Leiden die Berührung der Mutter zu fühlen, obwohl es mich nicht sehen konnte. Dann fiel es zusammen, plötzlich, und seine kuschlige Nase blieb auf dem Fußboden, und es war ruhig, und bewegte sich nicht mehr.

Bald hörte der Herrchen für einen Moment auf zu disskutieren, und läutete dem Butler, und sagte, »Vergrabe es in der hinteren Ecke des Gartens,« und dann setzte er die Disskusion fort, und ich folgte dem Butler, sehr froh und zufrieden, da ich wußte das der Welpe jetzt keine Schmerzen mehr hatt, da es schlief. Wir gingen weit hinunter in den Garten, ans andere Ende, dort wo die Kinder und das Kindermädchen und der Welpe und ich immer spielten im Sommer in dem Schatten großer Ulme, und dort grub der Butler ein Loch, und ich sah er wollte den Welpen pflanzen, und ich war froh, weil es wachsen und als großer Hund herauskommen, wie Robin Adair, und ein schönes Überraschung für die Familie werden, wenn sie nach Hause kommen würden; also half ich ihm zu graben, aber mein verletztes Bein war wirklich schlimm, es war steif, du weißt, und man braucht zwei oder es nützt nichts. Als der Butler aufhörte und den kleinen Robin bedeckte, tätschelte er mein Kopf, und da waren Tränen in seinen Augen, und er sagte: »Armes kleines Hündchen, du hast SEIN Kind gerettet!«

Ich habe zwei ganze Wochen beobachtet, und er kam nicht auf! Diese letzte Woche überkam mich die Angst. Ich denke da ist etwas damit nicht in Ordnung. Ich weiß nicht was es ist, aber die Angst macht mich krank, und ich kann nicht essen, obwohl mir die Diener das beste Futter bringen, und sie streicheln mich so, und sogar kommen zu mir in der Nacht, und weinen und sagen, »Armes Hündchen – gib es auf und komm nach Hause, brech nicht unsere Herzen!« und all das besorgte mich noch mehr, und machte mich sicher dass etwas passierte. Und ich bin so schwach; seit gestern kann ich nicht mehr auf meinem Bein stehen. Und ab dieser Stunde begannen die Diener, auf die sinkende Sonne schauend, die aus der Sicht verschwand und bis die kühle Nacht kam, mir Dinge zu sagen die ich nicht verstand, aber sie brachten mir etwas Kaltes in mein Herz.

»Diese armen Leute! Sie erwarten es gar nicht. Sie werden morgen früh kommen, und sofort nach dem kleinen Hündchen fragen, das diese mutige Tat machte, und wer von uns ist stark genug um ihnen die Wahrheit zu sagen: ›Der bescheidener kleiner Freund ist gegangen; dahin wo alle Tiere hingehen, wenn sie sterben.‹«








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