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Erniedrigte und Beleidigte

Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Erniedrigte und Beleidigte - Kapitel 42
Quellenangabe
typefiction
authorF. M. Dostojewski
titleErniedrigte und Beleidigte
publisherInsel-Verlag Leipzig
year1977
firstpub1921
translatorHermann Röhl
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20060905
modified20170411
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Fünftes Kapitel

Nach dem für mich denkwürdigen Abend, den ich mit dem Fürsten im B.schen Restaurant zugebracht hatte, war ich mehrere Tage hintereinander in beständiger Angst um Natascha. »Womit hat dieser abscheuliche Fürst sie bedroht, und womit wollte er sich eigentlich an ihr rächen?« fragte ich mich alle Augenblicke und erging mich in allerlei Vermutungen. Ich kam schließlich zu dem Resultat, daß seine Drohungen nicht leeres Gerede und bloße Renommage gewesen seien und daß der Fürst, solange sie mit Aljoscha zusammen lebe, tatsächlich imstande sei, ihr viele Unannehmlichkeiten zu bereiten. Ich sagte mir, daß er kleinlich, rachsüchtig, boshaft und berechnend sei. Es war schwer zu glauben, daß er eine Beleidigung vergessen und eine Gelegenheit zur Rache unbenutzt lassen könne. In jedem Fall hatte er mich auf einen bestimmten Punkt in dieser ganzen Angelegenheit hingewiesen und sich hinsichtlich dieses Punktes ziemlich deutlich ausgesprochen: er verlangte hartnäckig einen Bruch zwischen Aljoscha und Natascha und erwartete von mir, daß ich die letztere auf die nahe Trennung vorbereitete, und zwar so, daß es »keine gefühlvollen Szenen setze«. Natürlich lag ihm ganz besonders viel daran, daß Aljoscha mit ihm zufrieden blieb und fortfuhr, ihn für einen zärtlichen Vater zu halten; denn das war für ihn die notwendige Voraussetzung, um in der Folge nach Gefallen über Katjas Geld verfügen zu können. Somit erwuchs mir die Aufgabe, Natascha auf die nahe Trennung vorzubereiten. Aber an Natascha bemerkte ich eine starke Veränderung; von ihrer früheren Offenherzigkeit mir gegenüber war keine Spur mehr vorhanden; ja sie schien sogar ein Mißtrauen gegen mich zu hegen. Meine Versuche, sie zu trösten, empfand sie als eine Qual; meine Fragen hatten mehr und mehr die Wirkung, sie ärgerlich, ja zornig zu machen. Ich saß mitunter bei ihr und sah sie nur an. Sie ging mit verschränkten Armen im Zimmer von einer Ecke zur anderen, finster und blaß, als ob sie alles um sich herum, auch meine Anwesenheit, vergessen hätte. Wenn sie mich aber dabei zufällig einmal ansah (sie suchte aber sogar meine Blicke zu vermeiden), so prägte sich auf ihrem Gesicht plötzlich ein Gefühl von ungeduldigem Ärger aus, und sie wandte sich rasch ab. Ich merkte, daß sie selbst wohl einen eigenen Plan für den nahe bevorstehenden Bruch ersann, und konnte sie das ohne Schmerz und ohne bitteres Leid? Ich war überzeugt, daß sie sich zum Bruch bereits fest entschlossen hatte; trotzdem aber quälte und ängstigte mich ihre finstere Verzweiflung. Überdies wagte ich manchmal gar nicht, mit ihr zu reden und sie zu trösten, und wartete daher voller Angst, wie sich das alles entwickeln werde.

Was ihr finsteres, unzugängliches Wesen mir gegenüber betraf, so beunruhigte und quälte mich das allerdings; aber ich glaubte doch felsenfest an das Herz meiner Natascha: ich sah, daß sie schwer litt und sich in einer schrecklichen Gemütsverfassung befand. Jede fremde Einmischung diente nur dazu, sie verdrießlich und böse zu machen. In solcher Lage ist uns gerade die Einmischung nahestehender Freunde, die unsere Geheimnisse kennen, am allerunangenehmsten. Aber ich wußte auch sehr gut, daß im letzten Augenblick Natascha von selbst wieder zu mir kommen und gerade an meinem Herzen Erleichterung für ihren Gram suchen werde.

Von meinem Gespräch mit dem Fürsten sagte ich ihr selbstverständlich nichts: meine Erzählung hätte sie nur noch mehr verstimmt und aufgeregt. Ich erwähnte nur so beiläufig, ich sei mit dem Fürsten bei der Gräfin gewesen und hätte die Überzeugung gewonnen, daß er ein nichtswürdiger Schurke sei. Aber sie fragte mich gar nicht weiter nach ihm, worüber ich sehr froh war; dafür hörte sie begierig alles an, was ich ihr von meinem Zusammensein mit Katja erzählte. Nachdem sie alles gehört hatte, sagte sie auch von ihr keine Silbe; aber eine dunkle Röte bedeckte ihr sonst so blasses Gesicht, und sie befand sich fast diesen ganzen Tag über in besonderer Aufregung. Ich verheimlichte ihr nichts, was Katja betraf, und gestand ihr offen, daß Katja sogar auf mich einen sehr angenehmen Eindruck gemacht hatte. Und wozu hätte ich auch versuchen sollen, es ihr zu verheimlichen? Sie hätte ja doch gemerkt, daß ich es verheimlichen wollte, und wäre mir deshalb nur böse geworden. Daher erzählte ich ihr absichtlich alles möglichst eingehend und bemühte mich, allen ihren Fragen zuvorzukommen, um so mehr, da es ihr selbst in ihrer Lage schwer ankam, mich zu befragen; und es war auch wahrlich keine leichte Aufgabe für sie, sich mit gleichmütiger Miene nach den vortrefflichen Eigenschaften ihrer Nebenbuhlerin zu erkundigen.

Ich glaubte, sie wisse noch nicht, daß Aljoscha auf die ausdrückliche Anordnung des Fürsten hin die Gräfin und Katja aufs Land begleiten sollte, und zerbrach mir den Kopf darüber, wie ich ihr das beibringen könne, um den Schlag für sie möglichst zu mildern. Aber wie groß war mein Erstaunen, als mich Natascha gleich bei den ersten Worten unterbrach und mir sagte, sie bedürfe keiner Tröstungen; sie wisse das schon seit fünf Tagen.

»Mein Gott!« rief ich. »Wer hat es dir denn gesagt?«

»Aljoscha.«

»Wie? Er hat es dir bereits gesagt?«

»Ja, und ich bin zu allem entschlossen, Wanja«, fügte sie mit einer Miene hinzu, in der für mich die deutliche, ungeduldige Weisung lag, dieses Gespräch nicht fortzusetzen.

Aljoscha kam ziemlich häufig zu Natascha, aber immer nur auf einen Augenblick; nur ein einziges Mal blieb er einige Stunden bei ihr, aber das geschah in meiner Abwesenheit. Wenn er eintrat, war er gewöhnlich traurig und blickte sie schüchtern und zärtlich an; aber Natascha kam ihm so zärtlich und freundlich entgegen, daß er sogleich alles vergaß und ganz heiter wurde. Auch mich begann er sehr häufig zu besuchen, fast täglich. Er litt innerlich wirklich große Pein; aber er konnte keinen Augenblick mit seinem Kummer allein sein und kam fortwährend zu mir gelaufen, um Trost zu suchen.

Was konnte ich ihm sagen? Er warf mir Kälte, Gleichgültigkeit, sogar eine feindliche Gesinnung gegen ihn vor; er klagte, weinte, ging zu Katja, und dort wurde ihm ja denn auch Trost zuteil.

An dem Tag, an dem Natascha mir erklärt hatte, sie wisse von Aljoschas bevorstehender Abreise (es war dies ungefähr eine Woche nach meinem Gespräch mit dem Fürsten), kam er ganz verzweifelt zu mir gelaufen, umarmte mich, sank an meine Brust und schluchzte wie ein Kind. Ich schwieg und wartete auf das, was er sagen werde.

»Ich bin ein unwürdiger, gemeiner Mensch, Wanja«, begann er; »rette mich vor mir selbst! Ich weine nicht darüber, daß ich ein unwürdiger, gemeiner Mensch bin, sondern darüber, daß Natascha durch mich unglücklich werden wird. Denn ich werde sie ja dem Unglück überliefern . . . Wanja, mein Freund, sage du mir, entscheide du für mich: wen liebe ich mehr von den beiden, Katja oder Natascha?«

»Das kann ich nicht entscheiden, Aljoscha«, antwortete ich; »das mußt du besser wissen als ich . . .«

»Nein, Wanja, so ist es nicht; ich bin ja doch nicht so dumm, daß ich solche Fragen ohne Grund stellen sollte; aber das ist es eben, daß ich es selbst nicht weiß. Ich frage mich und kann mir keine Antwort geben. Du aber siehst die Sache als Unbeteiligter an und weißt vielleicht mehr als ich . . . Na, wenn du es nicht weißt, dann sage wenigstens, wie es dir scheint!«

»Mir scheint, daß du Katja mehr liebst.«

»Also dir scheint es so! Aber nein, nein, so ist es durchaus nicht! Du hast ganz falsch geraten. Ich liebe Natascha grenzenlos. Um keinen Preis kann ich sie verlassen, niemals; das habe ich auch zu Katja gesagt, und Katja ist mit mir vollständig einer Meinung. Warum schweigst du? Da! ich habe gesehen, daß du eben gelächelt hast. Ach, Wanja, du hast mich niemals getröstet, wenn mir schwer ums Herz war, so wie jetzt . . . Leb wohl!«

Er lief aus dem Zimmer. Sein Benehmen hatte einen außerordentlichen Eindruck auf die erstaunte Nelly gemacht, die schweigend unser Gespräch mit angehört hatte. Sie war damals noch krank, lag im Bett und nahm Medizin. Aljoscha knüpfte nie ein Gespräch mit ihr an und schenkte ihr bei seinen Besuchen fast gar keine Beachtung.

Zwei Stunden darauf erschien er von neuem, und ich war erstaunt über sein fröhliches Gesicht. Er fiel mir wieder um den Hals und umarmte mich.

»Nun ist alles entschieden!« rief er; »alle Zweifel sind gelöst. Von Ihnen ging ich geradenwegs zu Natascha; ich war ganz verstört; ich konnte es nicht ertragen, von ihr fern zu sein. Als ich bei ihr eintrat, fiel ich vor ihr auf die Knie und küßte ihre Füße; das war mir ein Bedürfnis; es verlangte mich, das zu tun; sonst wäre ich vor Gram gestorben. Sie umarmte mich schweigend und fing an zu weinen. Da sagte ich ihr geradeheraus, daß ich Katja mehr liebe als sie.«

»Und was erwiderte sie darauf? «

»Sie antwortete gar nichts, sondern streichelte und tröstete mich nur, mich, der ich ihr das gesagt hatte! Sie versteht es, einen zu trösten, Iwan Petrowitsch! Oh, ich habe vor ihr all mein Leid ausgeweint, ihr mein ganzes Herz ausgeschüttet. Ich habe ihr geradezu gesagt, daß ich Katja sehr liebe; daß ich aber trotz dieser Liebe zu Katja und zu sonst irgendeinem Menschen doch ohne sie, ohne Natascha, nicht leben kann, sondern zugrunde gehen müßte. Ja, Wanja, nicht einen einzigen Tag kann ich ohne sie leben; das fühle ich; ja! Und darum haben wir beschlossen, uns unverzüglich trauen zu lassen; und da das vor meiner Abreise nicht möglich ist, weil jetzt die Großen Fasten sind und keine Trauungen stattfinden, so soll es bei meiner Rückkehr geschehen, das heißt zum ersten Juni. Mein Vater wird seine Einwilligung geben; daran ist kein Zweifel. Was Katja anbetrifft, so ist da eben nichts zu machen! Ich kann ohne Natascha nicht leben . . . Wir werden uns trauen lassen und zusammen zu Katja fahren . . .«

Die arme Natascha! Wie mochte ihr zumute gewesen sein, als sie diesen Knaben getröstet, wie eine Pflegerin bei ihm gesessen, sein Bekenntnis angehört und zur Beruhigung dieses naiven Egoisten das Märchen von der baldigen Heirat ersonnen hatte! Aljoscha war tatsächlich für einige Tage beruhigt. Der Hauptgrund, weswegen er immer zu Natascha hinlief, war der, daß sein schwaches Herz nicht imstande war, Leid allein zu ertragen. Aber als der Zeitpunkt der Trennung heranrückte, geriet er doch wieder in die frühere Unruhe hinein, vergoß Tränen, kam zu mir und weinte seinen Kummer aus. In der letzten Zeit hatte er sich Natascha so eng angeschlossen, daß er sie auch nicht auf einen Tag, geschweige denn auf anderthalb Monate verlassen konnte. Er war indessen bis zum letzten Augenblick fest davon überzeugt, daß er sie nur auf anderthalb Monate verlasse und nach seiner Rückkehr ihre Hochzeit stattfinden werde. Was Natascha betraf, so war sie ihrerseits vollständig darüber im klaren, daß ihr ganzes Schicksal sich jetzt ändere, daß Aljoscha nie mehr zu ihr zurückkehren werde und daß das eben so sein müsse.

Der Tag der Trennung war gekommen. Natascha war krank; blaß, mit fieberhaft entzündeten Augen und ausgetrockneten Lippen, führte sie ab und zu Selbstgespräche und sah mich ab und zu mit einem schnellen, durchdringenden Blick an; sie weinte nicht, antwortete nicht auf meine Fragen und zitterte wie Espenlaub, als die helle Stimme des eintretenden Aljoscha ertönte. Von roter Glut übergossen, eilte sie auf ihn zu, umarmte ihn krampfhaft, küßte ihn, lachte . . . Aljoscha blickte sie prüfend an, fragte sie einige Male beunruhigt, ob sie auch gesund sei, tröstete sie durch den Hinweis, daß er ja nicht auf lange wegfahre und dann ihre Hochzeit stattfinde. Natascha tat sich offenbar Gewalt an, bezwang sich und unterdrückte ihre Tränen. Sie mochte vor seinen Augen nicht weinen.

Er hatte vorher einmal geäußert, er müsse ihr für die ganze Zeit seiner Abwesenheit Geld dalassen; sie brauche sich darüber nicht zu beunruhigen, da sein Vater versprochen habe, ihm für die Reise eine beträchtliche Summe zu geben. Natascha hatte dazu ein finsteres Gesicht gemacht. Als ich dann mit ihr allein geblieben war, hatte ich ihr mitgeteilt, daß ich für sie hundertfünfzig Rubel als einen Notgroschen in den Händen hätte. Sie fragte mich nicht, woher dieses Geld stamme. Das war zwei Tage vor Aljoschas Abreise gewesen und am Tage vor der ersten und letzten Zusammenkunft Nataschas mit Katja. Katja hatte durch Aljoscha ein Briefchen geschickt, in welchem sie Natascha um die Erlaubnis bat, sie am folgenden Tag besuchen zu dürfen; zugleich hatte sie auch an mich geschrieben und mich gebeten, bei ihrer Zusammenkunft zugegen zu sein.

Ich nahm mir vor, unbedingt um zwölf Uhr, zu der von Katja bestimmten Zeit, bei Natascha zu sein, trotz aller Abhaltungen und anderweitigen Sorgen; deren gab es für mich allerdings viele. Um gar nicht von Nelly zu reden, hatte ich in der letzten Zeit mit den alten Ichmenews viele Mühen und Sorgen gehabt.

Diese Mühen und Sorgen hatten schon eine Woche vorher begonnen. Anna Andrejewna schickte eines Morgens zu mir und ließ mich bitten, alles stehen und liegen zu lassen und in einer sehr wichtigen Angelegenheit, die nicht den geringsten Aufschub dulde, unverzüglich zu ihr zu kommen. Als ich hinkam, fand ich sie allein: fiebernd vor Aufregung und Angst ging sie im Zimmer auf und ab und wartete zitternd auf Nikolai Sergejewitschs Rückkehr. Wie gewöhnlich konnte ich lange Zeit nicht aus ihr herausbekommen, was denn los war und weshalb sie sich so ängstigte; aber dabei war augenscheinlich jede Minute kostbar. Endlich, nach heftigen und nicht zur Sache gehörigen Vorwürfen: warum ich denn nicht zu ihnen käme und sie in ihrem Leid mutterseelenallein ließe, so daß in meiner Abwesenheit Gott weiß was passiere, teilte sie mir mit, daß Nikolai Sergejewitsch sich seit drei Tagen in einer Aufregung befinde, die sich gar nicht beschreiben lasse.

»Er ist gar nicht mehr wiederzuerkennen«, sagte sie. »Er fiebert; nachts betet er, ohne daß ich es merken soll, auf den Knien vor dem Heiligenbild; im Schlaf redet er irre, und im Wachen ist er nur wie halbklug: gestern wollten wir Kohlsuppe essen, und er konnte den Löffel neben sich nicht finden; fragt man ihn nach etwas, so gibt er Antworten, die gar nicht auf die Frage passen. Alle Augenblicke geht er jetzt aus dem Haus; ›ich gehe immer in Geschäften aus«, sagt er; »ich muß mit dem Rechtsanwalt reden.‹ Schließlich schloß er sich heute Morgen in sein Zimmer ein; ›ich muß‹, sagte er, ›ein notwendiges Schriftstück in der Prozeßsache aufsetzen.‹ – ›Na, was wirst du denn für ein Schriftstück aufsetzen können‹, dachte ich, ›wenn du den Löffel neben deinem Kuvert nicht hast finden können?‹ Ich sah durchs Schlüsselloch: er saß da und schrieb und zerfloß dabei in Tränen. ›Was für ein geschäftliches Schreiben faßt man denn in dieser Weise ab?‹ dachte ich. ›Grämt er sich vielleicht so um unser Gut Ichmenewka? Wir haben also wohl unser liebes Ichmenewka endgültig verloren!‹ Während ich das so bei mir dachte, sprang er auf einmal vom Tisch auf, stieß mit der Feder auf den Tisch, wurde ganz rot im Gesicht, seine Augen funkelten, er griff nach seinem Hut und kam zu mir heraus. ›Ich komme bald wieder zurück, Anna Andrejewna‹, sagte er. Sowie er weg war, lief ich sogleich zu seinem Schreibtisch; er hat da infolge unseres Prozesses eine Unmasse von Papieren liegen, erlaubt mir aber nicht, sie anzurühren. Wie oft habe ich ihn gebeten: ›Laß mich wenigstens einmal die Papiere aufheben, damit ich den Staub vom Tisch abwischen kann!‹ Aber nein; er fängt an zu schreien und fuchtelt mit den Armen herum: er ist überhaupt hier in Petersburg so nervös und zänkisch geworden. Also ich trat an den Schreibtisch heran und suchte, was das für ein Schriftstück sein mochte, das er soeben geschrieben hatte. Denn ich wußte genau, daß er es nicht mit sich genommen, sondern beim Aufstehen vom Tisch unter die anderen Papiere geschoben hatte. Na, hier, lieber Iwan Petrowitsch, ist das, was ich gefunden habe; sieh es dir mal an!«

Sie reichte mir ein Blatt Briefpapier, das zur Hälfte vollgeschrieben war, aber mit so vielen Ausstreichungen, daß man es an manchen Stellen gar nicht entziffern konnte.

Der arme alte Mann! Gleich aus den ersten Zeilen konnte ich entnehmen, was er geschrieben hatte und an wen. Es war ein Brief an Natascha, an seine geliebte Natascha. Der Briefschreiber begann warm und zärtlich; er bot ihr seine Verzeihung an und forderte sie auf, zu ihm zurückzukehren. Es war schwer, den ganzen Brief zu verstehen, da er widerspruchsvoll und unzusammenhängend geschrieben und durch zahllose Ausstreichungen entstellt war. Man konnte nur erkennen, daß das warme Gefühl, das ihn veranlaßt hatte, die Feder zu ergreifen und die ersten, herzlichen Zeilen niederzuschreiben, schnell nach diesen ersten Zeilen in ein anderes übergegangen war: der Alte machte nun seiner Tochter Vorwürfe, malte ihr ihr Verbrechen mit grellen Farben hin, erinnerte sie mit Entrüstung an ihre Hartnäckigkeit und schalt sie wegen ihrer Gefühllosigkeit, weil sie vielleicht nicht ein einziges Mal daran gedacht habe, was sie ihrem Vater und ihrer Mutter antue. Für ihren Stolz drohte er ihr mit Bestrafung und mit seinem Fluch und schloß mit der Forderung, sie solle ohne Verzug demütig nach Hause zurückkehren; »dann, erst dann, nach einem ergebungsvollen, musterhaften Leben im Schoß der Familie, werden wir uns vielleicht dazu entschließen können, dir zu verzeihen«, schrieb er. Es war deutlich, daß er sein ursprüngliches hochherziges Gefühl nach einigen Zeilen für Schwäche gehalten, sich desselben geschämt, dann die Qualen des gekränkten Stolzes empfunden und mit Zornesausbrüchen und Drohungen geschlossen hatte. Die alte Frau stand mit gefalteten Händen vor mir und wartete voller Angst, was ich nach dem Durchlesen des Briefes sagen würde.

Ich sagte ihr alles offen heraus, so wie es mir erschien. Nämlich: der Alte sei nicht mehr imstande gewesen, ohne Natascha zu leben, und man könne positiv sagen, daß eine baldige Versöhnung der beiden eine Notwendigkeit sei; indessen hänge doch alles von den Umständen ab. Ich setzte ihr ferner meine Vermutung auseinander, daß der üble Ausgang des Prozesses ihn wahrscheinlich stark angegriffen und erschüttert habe, um gar nicht davon zu reden, wie sehr sein Ehrgefühl durch den Triumph des Fürsten über ihn verletzt sei, und in welche Empörung ihn eine solche Entscheidung des Prozesses versetzt habe. In solchen Augenblicken verlange die Seele nach Teilnahme, und er denke um so lebhafter an diejenige, die er immer über alles in der Welt geliebt habe. Endlich komme vielleicht auch das noch hinzu: da er den Gang von Nataschas Angelegenheit verfolge und über alles unterrichtet sei, so habe er wahrscheinlich gehört, daß Aljoscha sie bald verlassen werde. Er könne sich vorstellen, wie ihr jetzt zumute sei, und habe aus eigener Erfahrung ein Gefühl dafür, wie sehr sie des Trostes bedürfe. Aber dennoch könne er sich nicht überwinden, da er von seiner Tochter beleidigt und unwürdig behandelt zu sein glaube. Es sei ihm gewiß der Gedanke gekommen, daß sie trotzdem nicht aus eigener Initiative zu ihm kommen werde und vielleicht überhaupt nicht an ihre Eltern denke und kein Bedürfnis nach Versöhnung empfinde. »So wird er gedacht haben«, schloß ich die Darlegung meiner Ansicht, »und darum hat er den Brief nicht zu Ende geschrieben, und es werden vielleicht aus alledem noch neue Kränkungen hervorgehen, die er noch stärker empfinden wird als die ersten, und wer weiß, ob nicht die Versöhnung dadurch noch auf lange hinausgeschoben werden wird . . .«

Die alte Frau hörte mit Tränen an, was ich ihr sagte. Zuletzt, als ich ihr erklärte, ich müsse unbedingt sofort zu Natascha gehen und hätte mich schon durch diesen Besuch verspätet, fing sie an zu zittern und kam damit heraus, daß sie gerade die Hauptsache noch vergessen hätte mir mitzuteilen. Als sie den Brief aus den Papieren herausgenommen habe, hätte sie zufällig das Tintenfaß über ihn umgestoßen. In der Tat war eine ganze Ecke mit Tinte begossen, und die alte Frau ängstigte sich nun schrecklich, der Alte werde an diesem Fleck merken, daß sie während seiner Abwesenheit in seinen Papieren gekramt und den Brief an Natascha gelesen habe. Ihre Furcht war sehr begründet: schon allein der Umstand, daß wir sein Geheimnis kannten, konnte ihn veranlassen, vor Beschämung und Ärger in seinem Groll zu verharren und aus Stolz die Versöhnung hartnäckig zu verweigern.

Aber nach näherer Überlegung konnte ich der Alten zureden, sich nicht weiter zu beunruhigen. Ich sagte ihr, er sei von dem Brief in solcher Erregung aufgestanden, daß er sich unmöglich aller Einzelheiten erinnern könne und jetzt wahrscheinlich denken werde, daß er den Brief selbst beschmutzt und es dann vergessen habe. Nachdem ich Anna Andrejewna auf diese Weise getröstet hatte, legten wir den Brief behutsam wieder an seinen früheren Platz. Beim Weggehen fiel mir noch ein, mit ihr ein ernstes Wort über Nelly zu reden. Es schien mir, daß die arme, verlassene Waise, deren Mutter ebenfalls von ihrem Vater verflucht worden war, vielleicht imstande sein werde, durch die traurige, tragische Erzählung von ihrem früheren Leben und von dem Tod ihrer Mutter den alten Mann zu rühren und zu großmütigen Empfindungen hinzuleiten. Alles war dazu bereit; alles war in seinem Herzen zur Reife gelangt; die Sehnsucht nach seiner Tochter begann bereits über seinen Stolz und über sein gekränktes Ehrgefühl die Oberhand zu gewinnen. Es fehlte nur noch ein Anstoß, ein letzter geeigneter Anlaß, und die Stelle dieses geeigneten Anlasses konnte Nelly ersetzen. Die alte Frau hörte mich mit größter Aufmerksamkeit an: ihr ganzes Gesicht belebte sich von entzückter Hoffnung. Sofort machte sie mir Vorwürfe: warum ich ihr das nicht schon längst gesagt hätte; sie begann, mich ungeduldig über Nelly auszufragen, und versprach zuletzt feierlich, sie werde jetzt selbst ihren Mann bitten, die Waise ins Haus zu nehmen. Sie fing schon an, Nelly herzlich zu lieben, bedauerte, daß diese krank sei, erkundigte sich nach der Art der Krankheit, nötigte mir für Nelly ein Glas mit Eingemachtem auf, das sie selbst eilig aus der Speisekammer holte, brachte mir fünf Rubel in der Voraussetzung, daß ich kein Geld für den Arzt hätte, und als ich sie nicht annahm, fand sie nur mit Mühe eine Beruhigung und einen Trost in dem Gedanken, daß Nelly ja doch auch Kleider und Wäsche brauche und sie ihr somit in dieser Weise nützlich sein könne. Infolgedessen machte sie sich sofort daran, ihren Kasten zu durchwühlen, all ihre Kleider auszubreiten und aus ihnen diejenigen auszuwählen, die sie ›der lieben kleinen Waise‹ schenken könne.

Ich aber ging zu Natascha. Als ich die letzte Treppe hinaufstieg, die, wie ich schon früher gesagt habe, eine Wendeltreppe war, bemerkte ich an ihrer Tür jemand, der sich schon anschickte, anzuklopfen, aber innehielt, weil er meine Schritte hörte. Schließlich gab er, wahrscheinlich nach einigem Schwanken, seine Absicht plötzlich auf und stieg wieder hinunter. Ich stieß mit ihm auf dem letzten Stück der Treppe zusammen, und wie groß war mein Erstaunen, als ich Ichmenew erkannte. Auf der Treppe war es auch bei Tag sehr dunkel. Er lehnte sich an die Wand, um mich vorbeizulassen, und ich erinnere mich an den seltsamen Glanz seiner Augen, die mich unverwandt anblickten. Es kam mir so vor, als sei er sehr rot geworden; mindestens war er furchtbar verlegen, ja geradezu fassungslos.

»Ah, Wanja, du bist es!« sagte er mit unsicherer Stimme. »Ich wollte hier zu jemand . . . zu einem Schreiber . . . immer in meiner Prozeßangelegenheit . . . er ist kürzlich umgezogen . . . irgendwohin hier in der Gegend . . . aber er scheint hier nicht zu wohnen. Ich habe mich geirrt. Leb wohl!«

Er ging schnell die Treppe hinunter.

Ich beschloß, Natascha von dieser Begegnung vorläufig nichts zu sagen, ihr aber unbedingt sogleich davon Mitteilung zu machen, sobald sie nach Aljoschas Abreise werde allein zurückgeblieben sein. Augenblicklich war sie seelisch so zerrüttet, daß, wenn sie auch die ganze Tragweite dieser Tatsache völlig begriffen und verstanden hätte, sie doch nicht imstande gewesen wäre, sie so aufzunehmen und zu empfinden wie später in dem Augenblick der letzten überwältigenden Traurigkeit und Verzweiflung. Jetzt war der geeignete Augenblick noch nicht da.

Ich hätte noch an diesem Tag zu Ichmenews gehen können, und es trieb mich auch dazu; aber ich tat es doch nicht. Ich hatte die Empfindung, daß es dem alten Mann peinlich sein werde, mich zu sehen; er konnte sogar denken, ich sei absichtlich infolge der Begegnung so bald gekommen. Ich ging erst zwei Tage darauf zu ihnen; der Alte war in trüber Stimmung, empfing mich aber ziemlich ungezwungen und redete immer von geschäftlichen Dingen.

»Sag doch mal, zu wem gingst du denn damals, so hoch oben; du erinnerst dich wohl, wir trafen uns – wann war es doch gleich? – vorgestern, meine ich«, fragte er auf einmal in lässigem Ton, wandte aber doch die Augen von mir weg zur Seite.

»Es wohnt da ein Freund von mir«, antwortete ich, ebenfalls seitwärts blickend.

»Soso! Und ich suchte meinen Schreiber Astafjew; es war mir dieses Haus bezeichnet worden . . . aber ich hatte mich geirrt . . . Nun, also ich sagte dir von meinem Prozeß: das Gericht hat dahin entschieden, daß . . .« usw.

Er wurde ganz rot, als er von seinem Prozeß zu reden anfing.

Ich erzählte das alles noch an demselben Tag seiner Frau, um ihr eine Freude zu machen, und bat sie unter anderem, ihm jetzt nicht mit besonderem Ausdruck ins Gesicht zu sehen, nicht zu seufzen, keine Anspielungen zu machen, kurz, in keiner Weise zu zeigen, daß sie von seinem letzten ungewöhnlichen Schritt Kenntnis habe. Die alte Frau war so erstaunt und erfreut, daß sie mir zuerst nicht einmal glauben wollte. Ihrerseits erzählte sie mir, sie habe ihrem Mann bereits Andeutungen über die Waise gemacht; aber er habe geschwiegen, obwohl er sie doch früher immer selbst gebeten habe, das Mädchen ins Haus zu nehmen. Wir beschlossen, sie solle ihn am folgenden Tag geradezu, ohne alle Vorreden und Andeutungen, darum bitten. Aber am folgenden Tag befanden wir uns beide in schrecklicher Angst und Unruhe.

Die Sache war die, daß Ichmenew am Vormittag mit einem Beamten gesprochen hatte, der in seinem Prozeß tätig gewesen war. Der Beamte hatte ihm mitgeteilt, er habe ein Gespräch mit dem Fürsten gehabt; der Fürst werde zwar Ichmenewka für sich behalten, beabsichtige aber, ›infolge gewisser Familienverhältnisse‹, den Alten zu entschädigen und ihm die zehntausend Rubel herauszugeben. Von dem Beamten kam der Alte geradenwegs zu mir gelaufen; er war in furchtbarer Erregung; seine Augen funkelten nur so vor Wut. Er rief mich (ich wußte nicht recht, warum) aus der Wohnung auf die Treppe heraus und verlangte energisch, ich solle unverzüglich zum Fürsten gehen und ihm eine Forderung zum Duell überbringen. Ich war so überrascht, daß es lange dauerte, bis ich mich gefaßt hatte. Ich wollte ihm vernünftig zureden; aber der alte Mann geriet in eine solche Wut, daß ihm übel wurde. Ich lief in die Wohnung hinein, um ein Glas Wasser zu holen; aber als ich zurückkam, fand ich ihn nicht mehr auf der Treppe.

Am anderen Tag begab ich mich zu ihm; aber er war nicht mehr zu Hause; er war für ganze drei Tage verschwunden.

Am dritten Tag erfuhren wir alles. Von mir war er geradenwegs zum Fürsten geeilt, hatte ihn aber nicht zu Hause angetroffen und einen Brief dagelassen; in dem Brief hatte er geschrieben, er habe die von ihm dem Beamten gegenüber getane Äußerung erfahren; er halte dieselbe für eine tödliche Beleidigung und den Fürsten für einen gemeinen Menschen und fordere ihn aus diesen Gründen zum Duell; er warne ihn dabei vor einer Ablehnung der Forderung, da er ihn in diesem Fall öffentlich beschimpfen werde.

Anna Andrejewna erzählte mir, er sei bei seiner Rückkehr nach Hause so aufgeregt und angegriffen gewesen, daß er sich sogar habe zu Bett legen müssen. Gegen sie sei er sehr zärtlich gewesen, habe aber auf ihre Fragen nur wenig geantwortet, und es sei augenscheinlich gewesen, daß er mit fieberhafter Ungeduld auf irgend etwas wartete. Am anderen Morgen sei ein Brief mit der Stadtpost gekommen; nachdem er ihn gelesen, habe er aufgeschrien und sich an den Kopf gefaßt. Sie, Anna Andrejewna, sei halbtot gewesen vor Angst. Aber er habe sogleich Hut und Stock ergriffen und sei davongelaufen.

Der Brief war vom Fürsten. Trocken, kurz und höflich erklärte er Ichmenew, daß er für das, was er zu dem Beamten gesagt habe, niemandem Rechenschaft schulde. Obwohl er Ichmenew wegen des verlorenen Prozesses sehr bedauere, könne er doch dem im Prozeß Unterlegenen nicht die Berechtigung zuerkennen, seinen Gegner zum Duell zu fordern. Die ihm angedrohte öffentliche Beschimpfung anlangend, bitte er Herrn Ichmenew, sich darüber keine Sorge zu machen, da eine öffentliche Beschimpfung nicht stattfinden werde und nicht stattfinden könne; sein Brief werde sofort gehörigen Ortes vorgelegt werden, und die benachrichtigte Polizei werde gewiß imstande sein, die erforderlichen Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu treffen.

Mit dem Brief in der Hand stürzte Ichmenew sogleich zum Fürsten. Der Fürst war wieder nicht zu Hause; aber der Alte erfuhr von dem Lakaien, daß der Fürst jetzt wahrscheinlich beim Grafen N. sei. Ohne sich lange zu besinnen, lief er zum Grafen. Der Portier des Grafen hielt ihn an, als er die Treppe hinaufsteigen wollte. In maßloser Wut schlug ihn der Alte mit dem Stock. Sogleich wurde er gepackt, vor die Haustür geschleppt und der Polizei übergeben, die ihn zur Wache brachte. Dem Grafen wurde der Vorfall gemeldet. Aber als der anwesende Fürst dem alten Wüstling erklärte, dies sei eben jener Ichmenew, der Vater eben jener Natalja Nikolajewna (der Fürst hatte dem Grafen schon öfter ›auf diesem Gebiet‹ gute Dienste geleistet), da lachte der vornehme Herr nur und ging vom Zorn zur Milde über: er gab Anweisung, Ichmenew laufenzulassen; aber die Entlassung desselben erfolgte seitens der Polizei erst am dritten Tag. Dabei wurde, wahrscheinlich auf Anordnung des Fürsten, dem Alten mitgeteilt, der Fürst selbst habe den Grafen gebeten, gegen ihn Gnade walten zu lassen.

Der Alte kehrte in einem an Wahnsinn grenzenden Zustand nach Hause zurück, warf sich aufs Bett und lag eine ganze Stunde lang da, ohne sich zu bewegen; endlich erhob er sich und erklärte zu Anna Andrejewnas Schrecken feierlich, daß er seine Tochter ›auf ewig‹ verfluche und ihr seinen väterlichen Segen versage.

Anna Andrejewna war aufs äußerste erschrocken; aber sie mußte dem Alten Beistand leisten, und selbst fast ohne Besinnung, wartete und pflegte sie ihn diesen ganzen Tag und fast die ganze Nacht über, benetzte ihm den Kopf mit Essig und legte ihm Eis auf. Er hatte Fieberhitze und redete irre. Ich verließ die beiden erst nach zwei Uhr nachts. Aber am anderen Morgen stand Ichmenew auf und kam gleich an demselben Tag zu mir, um Nelly endgültig zu sich zu nehmen. Aber über die Szene, die sich zwischen ihm und Nelly abspielte, habe ich schon berichtet; diese Szene erschütterte ihn aufs tiefste. Nach Hause zurückgekehrt, legte er sich wieder ins Bett. All dies trug sich am Karfreitag zu, auf welchen die Zusammenkunft Katjas und Nataschas angesetzt war, am Tag vor Aljoschas und Katjas Abreise aus Petersburg. Bei dieser Zusammenkunft war ich zugegen; sie fand am frühen Vormittag statt, noch bevor der Alte zu mir kam und noch bevor Nelly ihren ersten Fluchtversuch unternahm.

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