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Erniedrigte und Beleidigte

Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Erniedrigte und Beleidigte - Kapitel 30
Quellenangabe
typefiction
authorF. M. Dostojewski
titleErniedrigte und Beleidigte
publisherInsel-Verlag Leipzig
year1977
firstpub1921
translatorHermann Röhl
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20060905
modified20170411
projectidf43b867d
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Drittes Kapitel

Sie stand auf und begann stehend zu reden, ohne dies in ihrer Aufregung zu bemerken. Nachdem der Fürst ein Weilchen zugehört hatte, erhob er sich ebenfalls von seinem Platz. Die ganze Szene wurde sehr feierlich.

»Sie werden sich wohl selbst an Ihre Worte am Dienstag erinnern«, begann Natascha. »Sie sagten: ›Ich brauche Geld, einen gebahnten Weg, eine bedeutende Stellung in der vornehmen Gesellschaft‹; erinnern Sie sich?«

»Ja.«

»Nun also, um dieses Geld und all diese Vorteile zu erlangen, die Ihnen aus den Händen zu entschlüpfen drohten, kamen Sie am Dienstag hierher und veranstalteten diese Verlobung, weil Sie darauf spekulierten, daß dieser Scherz Ihnen behilflich sein werde, das fest zu ergreifen, was Ihnen entglitt.«

»Natascha!« rief ich; »bedenke, was du sprichst!«

»Ein Scherz! Eine Spekulation!« wiederholte der Fürst mit der Miene tief gekränkter Würde.

Aljoscha saß da, von Kummer niedergedrückt, und sah dem Vorgang zu, fast ohne etwas zu begreifen.

»Ja, ja, unterbrechen Sie mich nicht! Ich habe mir fest vorgenommen, alles auszusprechen«, fuhr Natascha in gereiztem Ton fort. »Sie erinnern sich selbst: Aljoscha gehorchte Ihnen nicht. Ein halbes Jahr lang hatten Sie sich mit ihm abgemüht, um ihn von mir abzuziehen. Er fügte sich Ihnen nicht. Und auf einmal trat für Sie der Augenblick ein, wo die Zeit drängte. Wenn Sie die günstige Gelegenheit vorübergehen ließen, so glitten Ihnen die Braut und das Geld, vor allen Dingen das Geld, ganze drei Millionen Mitgift, aus den Fingern. Es blieb nur ein Mittel: Aljoscha mußte diejenige liebgewinnen, die Sie ihm zur Braut bestimmt hatten; Sie sagten sich, wenn er sich in sie verliebe, werde er sich vielleicht von mir lossagen . . .«

»Natascha, Natascha!« rief Aljoscha gramvoll; »was redest du!«

»So verfuhren Sie denn auch«, fuhr sie fort, ohne sich durch Aljoschas Zwischenruf aufhalten zu lassen; »aber da wiederholte sich die alte Geschichte: es hätte sich alles arrangieren lassen; aber ich bildete wieder das Hindernis! Nur ein Umstand konnte bei Ihnen Hoffnung erwecken: als erfahrener, schlauer Mensch hatten Sie vielleicht schon damals bemerkt, daß Aljoscha das bisherige enge Verhältnis zu mir manchmal als drückende Last empfand. Es konnte Ihnen nicht entgehen, daß er anfing, mich zu vernachlässigen, sich bei mir zu langweilen, und daß er mitunter fünf Tage lang nicht zu mir kam. ›Vielleicht wird er ihrer ganz überdrüssig werden und sie sitzenlassen‹, dachten Sie, als plötzlich am Dienstag Aljoschas energischer Schritt Sie vollständig überraschte. Was sollten Sie nun tun?«

»Erlauben Sie«, rief der Fürst, »das Gegenteil ist richtig; diese Tatsache . . .«

»Ich sage«, unterbrach ihn Natascha nachdrücklich, »Sie fragten sich an diesem Abend: ›Was ist jetzt zu tun?‹ und entschieden sich dafür, ihm die Erlaubnis zur Heirat mit mir zu geben, nicht in Wirklichkeit, sondern nur äußerlich, mit Worten, nur um ihn zu beruhigen. Den Hochzeitstermin, meinten Sie, könne man ja beliebig weit hinausschieben; und inzwischen könnte ein neue Liebe keimen; das hatten Sie bemerkt. Und so gründeten Sie denn auf den Beginn dieser neuen Liebe Ihren ganzen Plan.«

»Romane, Romane!« sagte der Fürst halblaut wie für sich. »Das einsame Leben, ein Hang zur Grübelei und das Lesen von Romanen!«

»Ja, auf diese neue Liebe gründeten Sie Ihren ganzen Plan«, wiederholte Natascha, ohne auf die Worte des Fürsten zu hören und sie irgendwie zu beachten; sie war wie im Fieber und verlor immer mehr die Selbstbeherrschung. »Und was für Chancen hatte nicht diese neue Liebe! Sie hatte ja schon damals begonnen, als er noch nicht alle Vorzüge dieses jungen Mädchens kennengelernt hatte! In eben dem Augenblick, als er an jenem Abend diesem jungen Mädchen entdeckte, daß er sie nicht lieben könne, weil seine Pflicht und eine andere Liebe es ihm verböten, in diesem Augenblick bekundete das junge Mädchen auf einmal ihm gegenüber eine so edle Gesinnung, soviel Mitgefühl mit ihm und ihrer Nebenbuhlerin, eine so prächtige Fähigkeit, zu verzeihen! Vorher hatte er zwar schon ihre Schönheit bewundert; aber er hatte bis auf diesen Augenblick nicht gedacht, daß sie eine so herrliche Seele hätte! Und als er damals zu mir kam, redete er nur von ihr; sie hatte ihn vollständig bezaubert. Ja, er mußte gleich am folgenden Tag unbedingt das unabweisbare Bedürfnis empfinden, dieses schöne Wesen wiederzusehen, sei es auch nur aus Dankbarkeit. Ja, und warum hätte er auch nicht zu ihr fahren sollen? Die andere, seine bisherige Geliebte, litt ja jetzt nicht mehr; ihr Schicksal war entschieden; ihr wollte er ja sein ganzes Leben widmen; der neuen sollte nur ein kurzer Augenblick zugedacht sein . . . Und wie undankbar wäre es von dieser Natascha, wenn sie der neuen aus Eifersucht nicht einmal diesen kurzen Augenblick gönnte! Und so wurde dieser Natascha statt eines kurzen Augenblicks unvermerkt ein Tag und ein zweiter, ein dritter entzogen . . . In der Zwischenzeit aber zeigte sich ihm das junge Mädchen von einer ganz unerwarteten, neuen Seite; sie war so edeldenkend, so enthusiastisch und zugleich ein so naives Kind und paßte daher in ihrem Charakter sehr gut zu ihm. Sie schwuren einander Freundschaft und Brüderschaft und wollten sich lebenslänglich nicht voneinander trennen. In einem fünf- bis sechsstündigen Gespräch erschloß sich ihr seine ganze Seele und nahm neue Empfindungen auf, und sein ganzes Herz gab sich ihr hin . . . ›Es wird endlich die Zeit kommen‹, dachten Sie, ›wo er seine frühere Liebe mit seinen neuen, frischen Gefühlen vergleichen wird: dort ist alles längst bekannt, alltäglich; dort ist man so ernst und anspruchsvoll; dort ist man eifersüchtig und schilt und weint; und wenn man selbst anfängt, mit ihm zu scherzen und zu spaßen, so behandelt man ihn dabei nicht wie einen Gleichgestellten, sondern wie ein Kind. Und die Hauptsache ist: alles ist schon so gewöhnlich, ohne den Reiz der Neuheit . . .‹«

Die Tränen und ein schmerzlicher Krampf drohten sie zu ersticken; aber Natascha fand noch für einen Augenblick Kraft.

»Und was dann weiter? Das Weitere konnte man der Zeit überlassen; die Hochzeit mit Natascha war ja nicht auf einen nahen Termin angesetzt; es lag noch viel Zeit dazwischen; da konnte sich alles ändern. Und dazu konnten Ihre Worte, Ihre Anspielungen, Ihre Ausdeutungen, Ihre Redekunst mitwirken. Man konnte diese hinderliche Natascha auch verleumden, sie in ein unvorteilhaftes Licht stellen; wie sich das alles im einzelnen entwickeln werde, war ungewiß; aber der Sieg gehörte Ihnen! Aljoscha, schilt mich nicht, lieber Freund! Sage nicht, daß ich für deine Liebe kein Verständnis hätte, sie nicht zu würdigen wisse. Ich weiß ja, daß du mich auch jetzt noch liebst und in diesem Augenblick meine Klagen vielleicht für unbegründet hältst. Ich weiß, daß ich sehr, sehr übel daran getan habe, jetzt dies alles auszusprechen. Aber was soll ich tun, wenn ich es einsehe und dich dennoch immer mehr liebe . . . mit ganzer Seele . . . bis zum Wahnsinn!«

Sie verbarg das Gesicht in den Händen, sank auf ihren Stuhl und schluchzte wie ein Kind. Aljoscha stürzte aufschreiend zu ihr hin. Er konnte sie nie weinen sehen, ohne daß ihm selbst die Tränen gekommen wären.

Ihr Schluchzen kam dem Fürsten, wie es schien, sehr zustatten: Nataschas ganze Erregung während dieser langen Auseinandersetzung, ihre scharfen Ausfälle gegen ihn, durch die er sich schon anstandshalber hätte beleidigt fühlen müssen, all das konnte jetzt offenbar auf einen Anfall von sinnloser Eifersucht, auf gekränkte Liebe, ja auf Krankheit zurückgeführt werden. Es war sogar schicklich, ihr seine Teilnahme auszusprechen.

»Beruhigen Sie sich, beruhigen Sie sich, Natalja Nikolajewna!« sagte der Fürst, freundlich zuredend; »das sind alles Hirngespinste, Phantasien, Folgen des Alleinseins. Sein leichtsinniges Benehmen hat Sie in gereizte Stimmung versetzt. Aber es ist ja von seiner Seite eben nur Leichtsinn gewesen. Das wichtigste Faktum, dessen Sie ja auch besonders Erwähnung taten, der Vorgang am Dienstag, müßte Ihnen doch eher als Beweis für seine grenzenlose Anhänglichkeit an Sie dienen; aber Sie haben im Gegenteil gemeint . . .«

»Oh, reden Sie nicht zu mir, quälen Sie mich wenigstens jetzt nicht weiter!« unterbrach ihn Natascha, bitterlich weinend. »Mein Herz hat mir schon alles gesagt, schon längst! Glauben Sie wirklich, ich sähe nicht, daß seine frühere Liebe vergangen ist? Während ich hier in diesem Zimmer allein war, nachdem er mich verlassen und vergessen hatte, habe ich das alles innerlich durchlebt, alles durchdacht! Was konnte ich auch anderes tun? Ich mache dir keine Vorwürfe, Aljoscha . . . Warum suchen Sie mich zu täuschen? Glauben Sie wirklich, daß ich nicht versucht habe, mich selbst zu täuschen? Oh, wie oft, wie oft! Habe ich nicht auf jeden Ton seiner Stimme geachtet? Habe ich nicht gelernt, auf seinem Gesicht, in seinen Augen zu lesen? Alles, alles ist gestorben und begraben . . . O ich Unglückliche!«

Aljoscha lag vor ihr auf den Knien und weinte.

»Ja, ja, daran bin ich schuld! Ich allein . . .«, wiederholte er schluchzend.

»Nein, klage dich nicht selbst an, Aljoscha! . . . Die Schuld tragen andere . . . unsere Feinde . . . Die sind es gewesen, die!«

»Aber erlauben Sie«, begann der Fürst etwas ungeduldig, »ich möchte doch schließlich fragen: aus welchem Grund schreiben Sie mir alle diese Verbrechen zu? Das sind doch von Ihnen nur Vermutungen, die durch nichts bewiesen sind . . .«

»Beweise!« rief Natascha, sich schnell von ihrem Stuhl erhebend. »Beweise verlangen Sie, Sie heimtückischer Mensch? Sie konnten schlechterdings nicht anders handeln, damals, als Sie mit Ihrem Antrag herkamen! Sie mußten Ihren Sohn beruhigen, sein Gewissen einschläfern, damit er sich freier und ruhiger ganz seiner Katja hingeben konnte; ohne das hätte er immer an mich denken müssen und hätte sich Ihnen nicht gefügt; Ihnen aber war das Warten schon langweilig geworden. Nun, habe ich etwa nicht recht?«

»Ich muß bekennen«, erwiderte der Fürst mit einem spöttischen Lächeln, »wenn ich Sie hätte täuschen wollen, so würde ich tatsächlich so spekuliert haben; Sie sind sehr scharfsinnig. Aber eben das bedarf ja des Beweises, ehe Sie es sich erlauben dürfen, Leute mit solchen Vorwürfen zu beleidigen . . .«

»Beweise! Und Ihr ganzes früheres Benehmen, als Sie ihn mir abspenstig zu machen suchten? Wer seinem Sohn zuredet, um weltlicher Vorteile willen, um des Geldes willen solche Verpflichtungen zu vernachlässigen und mit ihnen zu spielen, der demoralisiert ihn! Was haben Sie vorhin über die Treppe und die schlechte Wohnung gesagt? Haben nicht Sie selbst ihm das Taschengeld entzogen, das Sie ihm früher gaben, damit wir durch Not und Hunger gezwungen würden, uns zu trennen? Sie, Sie sind an dieser Wohnung und an dieser Treppe schuld, und nun machen Sie ihm noch Vorwürfe, Sie heuchlerischer Mensch! Und woher kamen bei Ihnen plötzlich damals an jenem Abend so warme Gefühle, so neue, zu Ihrem Wesen gar nicht passende Anschauungen? Wozu hatten Sie mich auf einmal so nötig? Ich bin hier diese vier Tage lang auf und ab gegangen; ich habe alles durchdacht, alles abgewogen, jedes Ihrer Worte, jedes Mienenspiel auf Ihrem Gesicht, und ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß das alles Trug und Scherz war, eine beleidigende, gemeine, unwürdige Komödie. Ich kenne Sie ja, habe Sie schon längst gekannt! Jedesmal wenn Aljoscha von Ihnen zu mir kam, erriet ich aus seinem Gesicht alles, was Sie ihm gesagt, ihm eingeblasen hatten; ich spürte alle Einwirkungen heraus, die Sie auf ihn ausgeübt hatten! Nein, Sie können mich nicht mehr täuschen! Vielleicht haben Sie noch irgendwelche anderen Spekulationen; vielleicht habe ich gerade das Wichtigste jetzt nicht ausgesprochen; aber das gilt mir gleich! Sie haben mich getäuscht – das ist die Hauptsache! Das mußte ich Ihnen gerade ins Gesicht sagen!«

»Weiter nichts? Das sind alle Ihre Beweise? Aber bedenken Sie doch, Sie Rasende: durch meinen Antrag am Dienstag hatte ich mich doch gebunden. Das wäre doch gar zu leichtsinnig von mir gewesen . . .«

»Wodurch hatten Sie sich gebunden? Wodurch? Was kommt es Ihnen darauf an, ein Mädchen wie mich zu täuschen? Und was hat die Kränkung so eines Mädchens zu bedeuten? Ich bin ja ein unglücklicher Flüchtling, von meinem Vater verstoßen, eine Schutzlose, ein Mädchen, das sich selbst entehrt hat, ein unmoralisches Wesen! Da macht man nicht erst viel Umstände, wenn dieser Scherz irgendwelchen, wenn auch noch so geringen Vorteil bringen kann!«

»In was für eine Lage bringen Sie sich selbst, Natalja Nikolajewna? Bedenken Sie das doch nur! Sie behaupten hartnäckig, daß von meiner Seite eine Beleidigung gegen Sie vorliegt. Aber diese Beleidigung wäre so schwerwiegend und so unwürdig, daß ich nicht begreife, wie man sie für denkbar halten und nun gar auf einer solchen Behauptung bestehen kann. Sie müssen wohl an alles mögliche gewöhnt sein, um dergleichen so leichthin vorauszusetzen, nehmen Sie es mir nicht übel! Vielmehr bin ich berechtigt, Ihnen Vorwürfe zu machen, weil Sie meinen Sohn gegen mich aufhetzen: wenn er sich auch jetzt nicht zu Ihren Gunsten gegen mich empört, so ist doch sein Herz gegen mich eingenommen . . .«

»Nein, Vater, nein!« rief Aljoscha; »wenn ich mich nicht gegen dich empört habe, so kommt das daher, daß ich dich einer solchen Beleidigung nicht für fähig halte; und ich halte eine solche Beleidigung überhaupt für ein Ding der Unmöglichkeit!«

»Hören Sie?« rief der Fürst.

»Natascha, an allem bin ich schuld; klage ihn nicht an! Das ist sündhaft und schrecklich!«

»Hörst du wohl, Wanja? Er tritt schon gegen mich auf!« rief Natascha.

»Genug!« sagte der Fürst; »wir müssen dieser peinlichen Szene ein Ende machen. Dieser blinde, wütende Anfall maßloser Eifersucht zeigt mir Ihren Charakter von einer mir ganz neuen Seite. Ich bin nun gewarnt. Wir haben uns übereilt, haben uns tatsächlich übereilt. Sie bemerken es nicht einmal, wie sehr Sie mich gekränkt haben; für Sie ist das gar nichts. Wir haben uns übereilt . . . wir haben uns übereilt . . . mein Wort muß mir allerdings heilig sein; aber . . . ich bin Vater und wünsche das Glück meines Sohnes . . .«

»Sie sagen sich von Ihrem Wort los!« rief Natascha ganz außer sich. »Sie freuen sich über diese günstige Gelegenheit! Wissen Sie aber, daß ich selbst schon vor zwei Tagen, als ich hier allein war, den Entschluß gefaßt habe, ihn von seinem Wort zu entbinden; und jetzt erkläre ich das vor aller Ohren. Ich trete zurück!«

»Das heißt, Sie wollen vielleicht bei ihm die ganze frühere Unruhe, jenes ganze drückende Pflichtgefühl (so ungefähr drückten Sie sich vorhin aus) wieder erwecken, um ihn dadurch von neuem wie ehemals an sich zu fesseln. Das müßte ja nach Ihrer eigenen Theorie der Verlauf sein, und eben deshalb sage ich es. Aber genug; die Zeit wird die Entscheidung bringen. Ich werde einen ruhigeren Augenblick abwarten, um mich mit Ihnen auszusprechen. Ich hoffe, wir werden unsere Beziehungen nicht endgültig abbrechen. Ich hoffe auch, Sie werden mich besser schätzenlernen. Ich wollte Ihnen noch heute einen Plan mitteilen, den ich mir betreffs Ihrer Eltern zurechtgelegt habe und aus dem Sie ersehen würden . . . aber genug! Iwan Petrowitsch!« fügte er hinzu, indem er an mich herantrat, »jetzt wird es mir mehr als je wertvoll sein, Ihre nähere Bekanntschaft zu machen, ganz abgesehen davon, daß dies schon längst mein Wunsch war. Ich hoffe, Sie werden mich verstehen. Ich werde Sie nächster Tage besuchen; erlauben Sie es mir?«

Ich verbeugte mich. Es schien mir selbst, daß ich jetzt seiner Bekanntschaft nicht mehr aus dem Wege gehen könne. Er drückte mir die Hand, verbeugte sich schweigend vor Natascha und ging mit einer Miene gekränkter Würde hinaus.

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