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Erniedrigte und Beleidigte

Fjodr Michailowitsch Dostojewski: Erniedrigte und Beleidigte - Kapitel 18
Quellenangabe
typefiction
authorF. M. Dostojewski
titleErniedrigte und Beleidigte
publisherInsel-Verlag Leipzig
year1977
firstpub1921
translatorHermann Röhl
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20060905
modified20170411
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Zweites Kapitel

Er überschaute uns mit einem schnellen, forschenden Blick. Aus diesem Blick war noch nicht zu entnehmen, ob er als Feind oder als Freund gekommen war. Aber ich will sein Äußeres eingehend beschreiben. Er machte an diesem Abend auf mich einen besonders starken Eindruck.

Ich hatte ihn schon früher gesehen. Er war ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren, nicht älter, mit regelmäßigen, außerordentlich schönen Gesichtszügen, deren Ausdruck sich nach den Umständen veränderte, aber in schroffer Art, vollständig und mit auffälliger Schnelligkeit, so daß er von der größten Freundlichkeit zur ärgsten Verdrossenheit und Unzufriedenheit überging, gerade als ob ein innerer Mechanismus in Bewegung gesetzt wäre. Das regelmäßige Oval des etwas gebräunten Gesichtes, die vorzüglichen Zähne, die kleinen, ziemlich schmalen Lippen, die schön geformte, gerade, etwas längliche Nase, die hohe Stirn, auf der noch nicht die kleinste Runzel sichtbar war, die grauen, ziemlich großen Augen: alles dies zusammen ließ ihn beinah als einen schönen Mann erscheinen; aber dabei wirkte sein Gesicht dennoch nicht angenehm. Dieses Gesicht machte dadurch einen abstoßenden Eindruck, daß sein Ausdruck nicht echt, sondern immer erkünstelt, beabsichtigt, angenommen erschien; es bildete sich bei einem die dunkle Vorstellung, daß man niemals den wahren Gesichtsausdruck zu sehen bekommen werde. Wenn man schärfer hinsah, so begann man zu argwöhnen, daß hinter der stets getragenen Maske Bosheit, List und ärgster Egoismus stecken. Besonders zogen die auf den ersten Blick so schönen, offenen, grauen Augen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie waren das einzige Stück, das er, wie es schien, durch seinen Willen nicht zu völligem Gehorsam zwingen konnte. Auch wenn er mild und freundlich aussehen wollte, waren die von seinen Augen ausgehenden Strahlen zwiefacher Art, und zwischen milden und freundlichen blitzten strenge, mißtrauische, forschende, böse auf . . . Er war von ziemlich hoher Statur, von elegantem Aussehen, etwas hager und schien jünger zu sein, als er wirklich war. In seinem dunkelblonden, weichen Haar war kaum ein Ansatz von Grau zu bemerken. Seine Ohren, seine Hände, seine Füße waren erstaunlich wohlgebildet. Er war von einer durchaus rassigen Schönheit. Seine Kleidung war stets von auserlesener Eleganz und Frische, hatte aber etwas Jugendliches, was ihm indessen gut stand. Er schien Aljoschas älterer Bruder zu sein. Wenigstens konnte ihn niemand für den Vater eines so erwachsenen Sohnes halten.

Er ging gerade auf Natascha zu und sagte, indem er sie fest anblickte:

»Mein Erscheinen bei Ihnen zu einer solchen Stunde und ohne Anmeldung ist allerdings seltsam und läuft den üblichen Regeln zuwider; aber hoffentlich trauen Sie mir wenigstens zu, daß ich mir des Ungewöhnlichen meiner Handlungsweise in vollem Umfang bewußt bin. Ich weiß auch, mit wem ich es zu tun habe; ich weiß, daß Sie scharfsichtig und hochgesinnt sind. Schenken Sie mir nur zehn Minuten, und ich hoffe, Sie selbst werden mich verstehen und mein Benehmen erklärlich finden.«

Er sagte das alles höflich, aber in kräftigem, energischem Ton.

»Bitte, nehmen Sie Platz!« erwiderte Natascha, die sich von der ersten Verwirrung und einer gewissen Angst noch nicht hatte frei machen können.

Er machte eine leichte Verbeugung und setzte sich.

»Gestatten Sie mir zunächst, ein paar Worte zu ihm zu sagen«, begann er, auf seinen Sohn zeigend. »Aljoscha, als du weggefahren warst, ohne auf mich zu warten und sogar ohne dich von uns zu verabschieden, wurde der Gräfin gemeldet, daß Katerina Fjodorowna sich nicht wohl fühle. Sie wollte zu ihr eilen; aber Katerina Fjodorowna kam plötzlich selbst zu uns herein, ganz verstört und in großer Aufregung. Sie sagte uns geradezu, sie könne nicht deine Frau werden, und fügte hinzu, sie werde in ein Kloster gehen; du habest sie um Hilfe gebeten und ihr selbst bekannt, daß du Natalja Nikolajewna liebst. Diese überraschende Erklärung von seiten Katerina Fjodorownas, und noch dazu in einem solchen Augenblick, war selbstverständlich durch das äußerst sonderbare Gespräch veranlaßt worden, das du mit ihr hattest. Sie war ganz außer sich. Du kannst dir mein Erstaunen und meinen Schreck denken. Als ich jetzt hier vorbeifuhr, bemerkte ich in Ihren Fenstern Licht«, fuhr er, zu Natascha gewendet, fort. »Da gewann ein Gedanke, der mir schon lange im Kopf herumgegangen war, dermaßen Gewalt über mich, daß ich nicht imstande war, mich meinem ersten Impuls zu widersetzen, und zu Ihnen hereinkam. Warum? Das werde ich sogleich sagen, bitte Sie aber im voraus, sich über eine gewisse Schärfe meiner Mitteilung nicht zu wundern. Das alles ist so plötzlich gekommen . . .«

»Ich hoffe, daß ich imstande bin, das, was Sie sagen werden, zu verstehen und . . . gebührendermaßen zu würdigen«, erwiderte Natascha stockend.

Der Fürst blickte sie unverwandt an, wie wenn er in einem Augenblick ihr ganzes Wesen ergründen wolle.

»Ich hoffe auf Ihren klaren Verstand«, fuhr er fort, »und wenn ich mir erlaubt habe, jetzt zu Ihnen zu kommen, so habe ich es namentlich deswegen getan, weil ich wußte, mit wem ich es zu tun habe. Ich kenne Sie schon lange, wiewohl ich ehemals ungerecht gegen Sie gewesen bin und Ihnen unrecht getan habe. Hören Sie zu: Sie wissen, daß zwischen mir und Ihrem Vater seit langer Zeit ein unerfreuliches Verhältnis besteht. Ich will mich nicht rechtfertigen; vielleicht bin ich ihm gegenüber mehr im Unrecht, als ich bisher geglaubt habe. Aber wenn es so ist, so bin ich selbst getäuscht worden. Ich bin mißtrauisch und bin mir dessen bewußt. Ich neige dazu, eher Schlechtes als Gutes zu vermuten, ein unglücklicher Charakterzug, der auf Rechnung meines ausgetrockneten Herzens kommt. Aber ich bin nicht gewohnt, meine Fehler zu verheimlichen. Ich habe allem möglichen Gerede Glauben geschenkt, und als Sie Ihre Eltern verließen, habe ich um Aljoscha gebangt. Aber damals kannte ich Sie noch nicht. Die von mir eingeholten Erkundigungen haben mich allmählich vollständig beruhigt. Ich habe Sie beobachtet, Sie studiert und mich schließlich überzeugt, daß mein Verdacht unbegründet war. Ich erfuhr, daß Sie sich mit Ihren Eltern überworfen haben; ich weiß auch, daß Ihr Vater mit aller Kraft gegen Ihre Ehe mit meinem Sohn ist. Und schon allein der Umstand, daß Sie trotz Ihres Einflusses auf Aljoscha, ja man kann sagen, trotz Ihrer Gewalt über ihn, doch bisher von dieser Gewalt keinen Gebrauch gemacht und ihn nicht veranlaßt haben, Sie zu heiraten, schon allein dieser Umstand zeigt Sie von einer sehr guten Seite. Und doch (ich will Ihnen alles offen bekennen) nahm ich mir damals vor, jede Möglichkeit Ihrer Verheiratung mit meinem Sohn mit aller Kraft zu verhindern. Ich weiß, daß ich mich zu offenherzig ausspreche; aber in diesem Augenblick ist Offenherzigkeit von meiner Seite durchaus notwendig; Sie werden mir darin selbst zustimmen, wenn Sie mich bis zu Ende angehört haben werden. Bald nachdem Sie Ihr Elternhaus verlassen hatten, fuhr ich aus Petersburg weg; aber als ich wegfuhr, war mir um Aljoscha nicht mehr bange. Ich setzte meine Hoffnung auf Ihren edlen Stolz. Ich begriff, daß Sie selbst die Heirat nicht vor der Beendigung unseres Familienzwistes wünschten; daß Sie das gute Einvernehmen zwischen mir und Aljoscha nicht stören wollten, weil ich ihm niemals die Verheiratung mit Ihnen verziehen haben würde; daß Sie auch die üble Nachrede zu vermeiden wünschten, als hätten Sie es auf einen fürstlichen Bräutigam und auf eine Verbindung mit unserem Haus abgesehen gehabt. Im Gegenteil, Sie legten sogar eine gewisse Geringschätzung gegen uns an den Tag und warteten vielleicht auf den Augenblick, wo ich selbst zu Ihnen kommen und Sie bitten würde, uns die Ehre zu erweisen und meinem Sohn Ihre Hand zu reichen. Aber trotzdem blieb ich hartnäckig Ihr Gegner. Ich will mich nicht zu rechtfertigen suchen, möchte Ihnen aber meine Gründe nicht verheimlichen. Es sind folgende: Sie sind nicht von vornehmer Herkunft und nicht reich. Ich meinerseits besitze zwar ein gewisses Vermögen, aber wir brauchen noch mehr. Unsere Familie befindet sich im Verfall. Wir müssen nach Konnexionen und Geld trachten. Die Stieftochter der Gräfin Sinaida Fjodorowna hat zwar keine Konnexionen, aber sie ist sehr reich. Hätte ich gezögert, so wären andere Bewerber auf dem Plan erschienen und hätten uns die Braut weggefischt; wir durften uns aber eine so günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen, und obgleich Aljoscha noch sehr jung ist, beschloß ich dennoch, ihn zu verheiraten. Sie sehen, ich verberge Ihnen nichts. Sie können mit Geringschätzung auf einen Vater blicken, der selbst eingesteht, daß er aus Habsucht und Vorurteil seinen Sohn zu einer schlechten Handlung verleiten wollte; denn ein hochgesinntes Mädchen zu verlassen, das ihm alles zum Opfer gebracht hat und demgegenüber sein Vergehen ein so großes ist, das ist in der Tat eine schlechte Handlung. Aber ich will mich nicht zu rechtfertigen suchen. Der zweite Grund für die beabsichtigte Verheiratung meines Sohnes mit der Stieftochter der Gräfin Sinaida Fjodorowna war der, daß dieses junge Mädchen im höchsten Grad liebenswürdig und achtenswert ist. Sie ist schön und besitzt eine ausgezeichnete Bildung, einen vorzüglichen Charakter und einen guten Verstand, obwohl sie in vielen Dingen noch ein Kind ist. Aljoscha ist charakterlos, leichtsinnig, sehr unverständig, mit zweiundzwanzig Jahren noch vollständig Kind und besitzt vielleicht nur einen Vorzug: ein gutes Herz, eine Eigenschaft, die aber neben solchen Mängeln sogar gefährlich ist. Ich hatte schon lange gemerkt, daß mein Einfluß auf ihn im Schwinden begriffen ist: jugendliche Hitze und Schwärmerei machen sich geltend und tragen sogar über manche wirklichen Pflichten den Sieg davon. Ich liebe ihn vielleicht zu sehr; aber ich bin überzeugt, daß meine alleinige Leitung für ihn nicht ausreichend ist. Aber dabei muß er unbedingt unter jemandes beständiger, wohltätiger Einwirkung stehen. Er ist seinem ganzen Wesen nach fügsam, schwach, liebevoll und mag eher lieben und gehorchen als befehlen. Und so wird er sein ganzes Leben lang bleiben. Sie können sich vorstellen, wie ich mich freute, als ich in Katerina Fjodorowna das Ideal des Mädchens fand, das ich meinem Sohn zur Frau wünschte. Aber meine Freude kam zu spät; über ihn herrschte bereits unerschütterlich ein anderer Einfluß, der Ihrige. Ich beobachtete ihn genau, als ich vor einem Monat nach Petersburg zurückkehrte, und bemerkte an ihm mit Erstaunen eine bedeutende Veränderung zum Besseren. Der Leichtsinn und die Kindlichkeit sind bei ihm noch fast dieselben geblieben; aber gewisse edle Instinkte haben in seiner Seele an Kraft gewonnen; er beginnt sich für andere Dinge als für bloße Spielereien zu interessieren, für Hohes, Edles, Ehrenhaftes. Seine Anschauungen sind sonderbar, unsicher und mitunter absurd; aber seine Wünsche, seine Bestrebungen, sein Herz sind besser; und das ist doch die Grundlage für alles; und alles dies, was in seiner Seele Besseres vorhanden ist, rührt unstreitig von Ihnen her. Sie haben ihn umgewandelt. Ich gestehe Ihnen, es huschte mir gleich damals der Gedanke durch den Kopf, daß Sie vielleicht mehr als sonst jemand imstande seien, ihn glücklich zu machen. Aber ich verscheuchte diesen Gedanken; ich mochte derartiges nicht denken. Ich wollte ihn um jeden Preis von Ihnen losreißen; ich begann in diesem Sinn zu operieren und glaubte schon, mein Ziel erreicht zu haben. Noch vor einer Stunde meinte ich, daß der Sieg auf meiner Seite sei. Aber der Vorfall im Haus der Gräfin hat mit einem Male alle meine Annahmen umgestoßen, und vor allem hat mich eine unerwartete Tatsache frappiert: diese auffällige Energie bei Aljoscha, die Festigkeit, Hartnäckigkeit und Lebenskraft seiner Neigung zu Ihnen. Ich wiederhole Ihnen: Sie haben ihn endgültig umgewandelt. Ich sah auf einmal, daß die Veränderung bei ihm noch weiter ging, als ich angenommen hatte. Heute hat er plötzlich mir gegenüber einen Verstand an den Tag gelegt, den ich in keiner Weise bei ihm vorausgesetzt hatte, und gleichzeitig eine außerordentliche Feinfühligkeit, einen Scharfsinn des Herzens. Er hat an die edelste Fähigkeit des Menschenherzens appelliert, nämlich an die Fähigkeit, zu verzeihen und Böses mit Gutem zu vergelten. Er hat sich in die Gewalt eines Wesens gegeben, das er gekränkt hatte, und gerade zu diesem Wesen mit der Bitte um Teilnahme und Hilfe seine Zuflucht genommen. Er hat den ganzen Stolz eines Mädchens aufgeregt, das ihn bereits liebte, indem er ihr geradezu bekannte, daß sie eine Rivalin habe, und hat sie gleichzeitig dahingebracht, für diese Rivalin eine herzliche Teilnahme zu empfinden, ihm selbst aber zu verzeihen und ihm eine selbstlose schwesterliche Freundschaft zu versprechen. Eine solche Auseinandersetzung vorzunehmen und gleichzeitig dabei jede Kränkung und Beleidigung zu vermeiden, dazu sind manchmal selbst die klügsten, gewandtesten Leute nicht fähig, wohl aber gerade ein frisches, reines, gut geleitetes Herz wie das seinige. Ich bin überzeugt, daß Sie, Natalja Nikolajewna, bei seiner heutigen Handlung mit keinem Wort und keinem Rat mitgewirkt haben. Sie haben vielleicht alles erst soeben aus seinem Mund gehört? Ist es nicht so?«

»Sie irren sich nicht«, erwiderte Natascha; ihr ganzes Gesicht glühte, und ihre Augen strahlten wie die einer Begeisterten in einem eigentümlichen Glanz. Die Beredsamkeit des Fürsten begann ihre Wirkung zu tun. »Ich habe Aljoscha fünf Tage lang nicht gesehen«, fügte sie hinzu. »Diesen ganzen Plan hat er allein ausgesonnen und allein zur Ausführung gebracht.«

»Sicherlich ist es so«, stimmte ihr der Fürst bei; »aber trotzdem ist sein unerwarteter Scharfsinn, seine Entschlossenheit, sein Pflichtgefühl und endlich diese seine ganze edle Festigkeit, das alles ist die Folge Ihres Einflusses auf ihn. All dies habe ich soeben auf der Fahrt zu mir nach Hause gründlich erwogen und überlegt; nachdem ich aber diese Überlegung angestellt hatte, fühlte ich plötzlich in mir die Kraft, eine Entscheidung zu treffen. Unsere Brautwerbung im Haus der Gräfin ist zerstört und läßt sich nicht wieder in Gang bringen; aber selbst wenn dies möglich wäre, so soll es doch jetzt nicht mehr geschehen. Habe ich mich doch selbst überzeugt, daß Sie die einzige sind, die ihn glücklich machen kann, daß Sie die richtige Führerin für ihn sind, daß Sie bereits das Fundament zu seinem künftigen Glück gelegt haben! Ich habe Ihnen nichts verheimlicht und will es auch jetzt nicht tun: ich liebe sehr eine gute Karriere, Geld, Vornehmheit, sogar hohen Rang; mit vollem Bewußtsein halte ich vieles davon für Vorurteil; aber ich liebe diese Vorurteile und habe entschieden keine Neigung, mich ihrer zu entäußern. Aber es gibt Situationen, wo man auch andere Erwägungen zur Geltung kommen lassen muß und wo man nicht alles mit demselben Maß messen darf . . . Außerdem liebe ich meinen Sohn von ganzem Herzen. Kurz, ich bin zu dem Resultat gelangt, daß Aljoscha nicht von Ihnen getrennt werden darf, da er ohne Sie zugrunde gehen würde. Und soll ich es gestehen? Es ist vielleicht schon einen ganzen Monat her, daß ich mir das gesagt habe, und erst jetzt habe ich selbst erkannt, daß ich damit das Richtige getroffen hatte. Allerdings hätte ich, um Ihnen dies alles auszusprechen, Sie auch morgen besuchen können, statt Sie fast um Mitternacht zu stören. Aber meine jetzige Eile wird Ihnen vielleicht ein Beweis dafür sein, mit welchem Eifer und vor allen Dingen mit welcher Offenheit ich in dieser Sache vorgehe. Ich bin kein Knabe; es wäre mir in meinen Jahren unmöglich, mich zu einem unüberlegten Schritt zu entschließen. Als ich hier eintrat, war alles schon erwogen und beschlossen. Aber ich fühle, daß ich noch lange werde warten müssen, bis es mir gelingt, Sie völlig von meiner Aufrichtigkeit zu überzeugen . . . Aber zur Sache! Brauche ich Ihnen jetzt erst noch zu erklären, wozu ich hierhergekommen bin? Ich bin gekommen, um Ihnen gegenüber meine Pflicht zu erfüllen, und feierlich und mit unbegrenzter Hochachtung bitte ich Sie, meinen Sohn dadurch glücklich zu machen, daß Sie ihm Ihre Hand reichen. Oh? glauben Sie nicht, daß ich hier wie ein grausamer Vater erschienen bin, der sich endlich entschlossen hat, seinen Kindern zu verzeihen und seine gnädige Zustimmung zu ihrem Glück zu geben. Nein, nein! Sie würden mir unrecht tun, wenn Sie eine solche Gesinnung bei mir annähmen. Glauben Sie auch nicht, daß ich im Hinblick auf alles, was Sie für meinen Sohn zum Opfer gebracht haben, schon im voraus von Ihrer Einwilligung überzeugt war; auch das ist nicht richtig! Ich werde der erste sein, der da laut erklärt, daß mein Sohn Ihrer nicht würdig ist, und . . . (er hat ja ein gutes, reines Herz) er selbst wird das bestätigen. Aber das ist noch nicht alles. Dies ist nicht der einzige Grund, der mich zu solcher Stunde hierhergeführt hat . . . ich bin hergekommen« (hier erhob er sich respektvoll und mit einer gewissen Feierlichkeit von seinem Platz), »ich bin hergekommen, um Ihr Freund zu werden! Ich weiß, daß ich darauf nicht das geringste Recht habe, im Gegenteil! Aber . . . gestatten Sie mir, dieses Recht zu verdienen! Gestatten Sie mir, zu hoffen! . . .«

Er verbeugte sich respektvoll vor Natascha und wartete auf ihre Antwort. Die ganze Zeit über, während er sprach, hatte ich ihn aufmerksam beobachtet. Er hatte dies bemerkt.

Er hatte in kühler Manier gesprochen, mit einer Art von rhetorischer Färbung und an manchen Stellen selbst mit einer gewissen Lässigkeit. Der Ton seiner Rede hatte sogar mitunter nicht zu dem Impuls gepaßt, der ihn zu einer für einen ersten Besuch und namentlich unter solchen Verhältnissen unpassenden Stunde zu uns geführt hatte. Einige Ausdrücke, derer er sich bedient hatte, hatte er sich augenscheinlich vorher zurechtgelegt, und an manchen Stellen seiner langen und durch ihre Länge befremdenden Rede hatte er sich künstlich den Anschein eines wunderlichen Kauzes gegeben, der das hervorbrechende Gefühl unter der Maske des Humors, der Ungeniertheit und des Scherzes zu verbergen sucht. Aber das alles legte ich mir erst später zurecht; damals war es mir noch nicht so klargeworden. Die letzten Worte hatte er mit solcher Lebhaftigkeit und mit so tiefer Empfindung, mit einer solchen Miene der aufrichtigsten Hochachtung vor Natascha gesprochen, daß wir alle davon überwältigt waren. An seinen Wimpern schimmerte sogar etwas wie Tränen. Nataschas edles Herz hatte er vollständig besiegt. Nach ihm erhob auch sie sich von ihrem Platz und streckte ihm schweigend in tiefer Erregung die Hand hin: Er ergriff dieselbe und führte sie zärtlich und gefühlvoll an seine Lippen. Aljoscha war vor Entzücken ganz außer sich.

»Was habe ich dir gesagt, Natascha?« rief er. »Du hast mir nicht geglaubt! Du hast nicht geglaubt, daß er der edelste Mensch der Welt ist! Nun siehst du es selbst, nun siehst du es selbst!«

Er stürzte zu seinem Vater hin und umarmte ihn feurig. Dieser erwiderte die Umarmung ebenso, beeilte sich aber dann, die empfindsame Szene abzukürzen, als ob er sich schäme, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

»Nun genug!« sagte er und griff nach seinem Hut. »Ich gehe jetzt. Ich hatte Sie nur um zehn Minuten gebeten und habe eine ganze Stunde hier gesessen«, fügte er lächelnd hinzu. »Aber ich gehe, voll der heißesten Ungeduld, Sie möglichst bald wiederzusehen. Wollen Sie mir erlauben, Sie so oft wie möglich zu besuchen?«

»Ja, ja!« antwortete Natascha; »so oft wie möglich! Ich möchte Sie recht schnell . . . liebgewinnen . . .«, fügte sie in ihrer Verwirrung hinzu.

»Wie aufrichtig und ehrlich Sie sind!« sagte der Fürst, über ihre Worte lächelnd. »Nicht einmal um eine einfache Höflichkeit zu sagen, mögen Sie sich verstellen. Aber Ihre Aufrichtigkeit ist mehr wert als all diese falschen Höflichkeiten. Ja! Ich bin mir bewußt, daß es lange, lange dauern wird, bis ich Ihre Liebe werde verdient haben!«

»Hören Sie auf, loben Sie mich nicht . . . Lassen Sie es genug sein!« flüsterte Natascha verlegen.

Wie schön sie in diesem Augenblick war!

»Nun gut!« sagte der Fürst abschließend. »Aber noch ein paar Worte zur Sache. Können Sie sich vorstellen, wie unglücklich ich bin! Ich kann nämlich morgen nicht zu Ihnen kommen, weder morgen noch übermorgen. Heute abend habe ich einen für mich außerordentlich wichtigen Brief erhalten; er verlangt meine unverzügliche Mitwirkung bei einer gewissen Angelegenheit, und ich kann mich dem auf keine Weise entziehen. Morgen vormittag reise ich von Petersburg weg. Bitte, glauben Sie nicht, daß ich eben deshalb so spät zu Ihnen gekommen bin, weil ich morgen und übermorgen keine Zeit dazu gehabt hätte. Selbstverständlich glauben Sie das ja auch gar nicht; aber da haben Sie eben gleich ein Pröbchen meines argwöhnischen Wesens! Warum habe ich gedacht, daß Sie das jedenfalls glauben würden? Ja, dieses argwöhnische Wesen ist mir in meinem Leben schon oft hinderlich gewesen, und mein ganzes Zerwürfnis mit Ihrer Familie ist vielleicht nur die Folge dieses meines bedauerlichen Charakterzuges! . . . Heute haben wir Dienstag. Mittwoch, Donnerstag und Freitag werde ich nicht in Petersburg sein. Am Sonnabend aber hoffe ich bestimmt zurückzukehren und werde mich gleich an diesem Tag bei Ihnen einstellen. Sagen Sie, darf ich auf den ganzen Abend zu Ihnen kommen?«

»Gewiß, gewiß!« rief Natascha. »Ich werde Sie Sonnabend abends erwarten! Mit Ungeduld werde ich Sie erwarten!«

»Wie glücklich ich doch bin! Ich werde Sie immer näher kennenlernen! Aber nun gehe ich! Und doch kann ich nicht fortgehen, ohne auch Ihnen die Hand gedrückt zu haben«, fuhr er, sich plötzlich zu mir wendend, fort. »Entschuldigen Sie! Wir reden jetzt alle so ohne rechten Zusammenhang . . . Ich hatte schon mehrmals das Vergnügen, mit Ihnen zusammenzutreffen, und wir sind einander sogar einmal vorgestellt worden. Ich kann nicht von hier fortgehen, ohne es Ihnen auszusprechen, wie angenehm es mir sein würde, die Bekanntschaft mit Ihnen zu erneuern.«

»Ich bin mit Ihnen bereits zusammengetroffen, das ist richtig«, antwortete ich, indem ich seine dargebotene Hand ergriff; »aber, Pardon, ich erinnere mich nicht, mit Ihnen bekannt geworden zu sein.«

»Beim Fürsten R. im vorigen Jahr.«

»Pardon, ich habe es vergessen. Aber ich versichere Sie, dieses Mal werde ich es nicht vergessen. Dieser Abend wird mir ein besonders denkwürdiger sein.«

»Ja, Sie haben recht; auch mir. Ich weiß schon seit langer Zeit, daß Sie Natalja Nikolajewnas und meines Sohnes wahrer, aufrichtiger Freund sind. Ich hoffe, zu Ihnen dreien der vierte zu sein. Nicht wahr?« fügte er, zu Natascha gewendet, hinzu.

»Ja, er ist unser aufrichtiger Freund, und wir müssen alle zusammenbleiben!« antwortete Natascha mit tiefer Empfindung.

Die Ärmste! Sie strahlte nur so vor Freude, als sie sah, daß der Fürst nicht vergessen hatte, sich auch an mich zu wenden. Wie sie mich liebte!

»Ich habe schon viele Verehrer Ihres Talentes getroffen«, fuhr der Fürst fort, »und kenne zwei Damen, welche Ihre aufrichtigen Gönnerinnen sind. Es wird ihnen sehr angenehm sein, Sie persönlich kennenzulernen. Es ist dies die Gräfin, meine beste Freundin, und ihre Stieftochter Katerina Fjodorowna Filimonowa. Lassen Sie mich hoffen, daß Sie mir das Vergnügen gönnen werden, Sie diesen Damen vorzustellen.«

»Es ist mir sehr schmeichelhaft, obwohl ich jetzt nur sehr wenige Bekanntschaften unterhalte . . .«

»Aber mir werden Sie doch Ihre Adresse geben! Wo wohnen Sie? Ich werde das Vergnügen haben . . .«

»Ich empfange bei mir zu Hause keine Besuche, Fürst, wenigstens vorläufig nicht.«

»Wenn ich auch nicht verdiene, daß Sie für mich eine Ausnahme machen, so hoffe ich doch . . .«

»Nun, wenn Sie es denn verlangen, so wird es auch mir sehr angenehm sein. Ich wohne in der . . .-Gasse, im Klugenschen Haus.«

»Im Klugenschen Haus!« rief er, als wenn er durch etwas überrascht wäre. »Soso! Wohnen Sie dort schon lange?«

»Nein, noch nicht lange«, versetzte ich, ihn unwillkürlich schärfer ansehend. »Meine Wohnung hat die Nummer vierundvierzig.«

»Vierundvierzig? Wohnen Sie da allein?«

»Ja, ganz allein.«

»N-ja! Ich frage, weil mir ist, als ob ich dieses Haus kenne. Um so besser . . . Ich werde Sie bestimmt aufsuchen, ganz bestimmt! Ich habe über viele Dinge mit Ihnen zu reden und erwarte von Ihnen viel. Sie können mich in vieler Hinsicht zu Dank verpflichten. Sehen Sie, ich fange ohne weiteres mit einer Bitte an. Aber nun: auf Wiedersehen! Ich bitte noch einmal um Ihre Hand!«

Er drückte mir und Aljoscha die Hand, küßte noch einmal die Hand Nataschas und ging weg, ohne daß er Aljoscha aufgefordert hätte, mit ihm zu kommen.

Wir drei blieben in großer Erregung zurück. All dies hatte sich so plötzlich, so unerwartet begeben. Wir alle hatten die Empfindung, daß sich in einem Augenblick alles verändert habe und nun ein neuer, ganz andersartiger Zustand beginne. Aljoscha setzte sich schweigend neben Natascha und küßte ihr still die Hand. Ab und zu blickte er ihr ins Gesicht, als warte er, was sie nun sagen werde.

»Liebster Aljoscha, fahre gleich morgen zu Katerina Fjodorowna hin!« sagte sie endlich.

»Ich habe selbst schon daran gedacht«, erwiderte er. »Ich will es unter allen Umständen tun.«

»Vielleicht wird es ihr aber peinlich sein, dich zu sehen . . . Wie willst du es anfangen, ihr diese Mitteilung zu machen?«

»Ich weiß es nicht, Liebste. Ich habe auch schon daran gedacht. Ich werde hingehen und sie sehen . . . dann wird es sich finden . . . Aber was sagst du dazu, Natascha? Jetzt hat sich doch bei uns alles geändert!« fuhr er fort, nicht imstande, diesen Ausruf zurückzuhalten.

Sie lächelte und sah ihn mit einem langen, zärtlichen Blick an.

»Und wie zartfühlend er ist! Er sah, was du für eine ärmliche Wohnung hast; aber er hat kein Wort davon gesagt, daß . . .«

»Wovon?«

»Nun . . . daß du in eine andere Wohnung ziehen solltest . . . oder so etwas«, fügte er errötend hinzu.

»Aber ich bitte dich, Aljoscha! Wie hätte er das auch sagen können!«

»Das sage ich ja eben, daß er so zartfühlend ist. Und wie er dich gelobt hat! Ich habe es dir ja gesagt, ich habe es dir gesagt! Nein, er hat für alles Verständnis und vermag alles nachzufühlen! Von mir aber hat er wie von einem Kind gesprochen; alle denken sie so von mir! Nun ja, ich bin ja auch wirklich noch ein Kind.«

»Du bist ein Kind; aber du siehst schärfer als wir alle. Du hast ein gutes Herz, Aljoscha!«

»Aber er hat gesagt, daß mein gutes Herz mir zum Schaden gereicht. Wie soll das zugehen? Das verstehe ich nicht. Aber weißt du was, Natascha: soll ich nicht schnell zu ihm fahren? Morgen in aller Frühe bin ich wieder bei dir.«

»Fahre hin, fahre hin, lieber Aljoscha! Das ist ein guter Gedanke von dir. Und zeige dich ihm jedenfalls heute noch, hörst du wohl? Und morgen komm möglichst früh wieder her! Jetzt wirst du nicht mehr fünf Tage lang von mir fernbleiben?« fügte sie schelmisch mit einem freundlichen Blick hinzu.

Wir waren alle von einem stillen, aber starken Gefühl der Freude erfüllt.

»Kommen Sie mit mir mit, Wanja?« fragte Aljoscha, als er das Zimmer verließ.

»Nein, er bleibt noch hier; ich habe noch mit dir zu reden, Wanja. Vergiß nur nicht: morgen in aller Frühe!«

»Jawohl, in aller Frühe! Adieu, Mawra!«

Mawra befand sich in starker Aufregung. Sie hatte alles gehört, was der Fürst gesagt hatte, alles erlauscht, aber vieles nicht begriffen. Sie hätte jetzt gern gefragt und sich über alles unterrichtet. Aber einstweilen nahm sie eine sehr ernste und sogar stolze Miene an. Auch sie erriet, daß sich vieles geändert hatte.

Wir blieben allein. Natascha ergriff meine Hand und schwieg eine Zeitlang, wie wenn sie überlegte, was sie sagen sollte.

»Ich bin so müde!« sagte sie endlich mit schwacher Stimme. »Höre: du gehst doch wohl morgen zu ihnen?«

»Ja, bestimmt.«

»Sage es Mama, aber ihm nicht!«

»Ich rede ja auch sowieso mit ihm niemals von dir.«

»Nun ja, er wird es auch ohne das erfahren. Achte aber darauf, was er sagen wird, wie er es aufnimmt. O Gott, Wanja! Wird er mich denn wirklich um dieser Ehe willen verfluchen? Nein, es ist nicht möglich!«

»Der Fürst muß alles in Ordnung bringen«, fiel ich eilig ein. »Er muß sich unbedingt mit ihm versöhnen, und dann wird alles gut werden.«

»O mein Gott! Wenn das doch geschähe! Wenn das doch geschähe!« rief sie im Ton inständiger Bitte.

»Beunruhige dich nicht, Natascha; es wird alles gut werden. Es läßt sich so an.«

Sie blickte mich fest an.

»Wanja, wie denkst du über den Fürsten?«

»Wenn er aufrichtig redet, so ist er nach meiner Meinung ein durchaus ehrenhafter Mensch.«

»Wenn er aufrichtig redet? Was heißt das? Ist es denn denkbar, daß er unaufrichtig gesprochen hat?«

»Ich meine es ebenfalls nicht«, antwortete ich und dachte bei mir: ›Also geht ihr doch auch so ein Gedanke durch den Kopf! Sonderbar!‹

»Du sahst ihn immer so unverwandt an . . .«

»Ja, er kam mir etwas seltsam vor.«

»Mir auch. Er redete so eigentümlich . . . Ich bin so müde, lieber Freund. Weißt du was? Geh auch nach Hause! Und komm morgen so früh wie möglich von ihnen zu mir! Noch eins: es war doch keine Beleidigung, als ich zu ihm sagte, ich möchte ihn recht schnell liebgewinnen?«

»Nein . . . was soll das für eine Beleidigung sein?«

»Und . . . es war auch nicht dumm gesagt? Es lag ja doch darin der Gedanke, daß ich ihn jetzt noch nicht liebhätte.«

»Im Gegenteil, es war sehr schön gesagt, naiv und impulsiv. Du warst so schön in diesem Augenblick! Er ist dumm, wenn er in den Manieren der vornehmen Welt so befangen ist, daß er dafür kein Verständnis hat!«

»Du scheinst über ihn aufgebracht zu sein, Wanja? Aber wie schlecht, argwöhnisch und eitel bin ich doch! Lache nicht; ich verheimliche dir ja nichts. Ach, Wanja, mein teurer Freund! Wenn ich wieder unglücklich sein werde, wenn das Leid wieder heranrückt, dann wirst du gewiß bei mir sein und mir zur Seite stehen; du wirst vielleicht mein einziger Helfer sein! Wie soll ich dir das alles vergelten? Fluche mir niemals, Wanja!«

Als ich nach Hause zurückgekehrt war, zog ich mich sogleich aus und legte mich schlafen. In meinem Zimmer war es feucht und dunkel wie in einem Keller. Viele seltsame Gedanken und Gefühle wogten in meinem Innern, und lange Zeit konnte ich nicht einschlafen.

Aber wie mochte in diesem Augenblick ein Gewisser lachen, der sich in seinem bequemen Bett anschickte einzuschlafen; – wenn er uns überhaupt eines Lächelns würdigte! Wahrscheinlich jedoch würdigte er uns dessen nicht.

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