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Ernest Maltravers

Edward Bulwer-Lytton: Ernest Maltravers - Kapitel 61
Quellenangabe
typefiction
authorEdward Bulwer-Lytton
titleErnest Maltravers
publisherProjekt Gutenberg-DE
year2014
firstpub2014
translatorbruce.welch@gmx.de
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20141014
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Kapitel IV

»Je connois des princes du sang, des princes étrangers, des grand seigneurs, des ministres d'état, des magistrats, et des philosophes, qui fileroient pour l'amour de vous. En pouvez-vous demander davantage?« Ich kenne Prinzen von Geblüt, ausländische Prinzen, große Lords, Staatsminister, Magistrate und Philosophen, die aus Liebe zu Ihnen sogar spinnen würden. Was verlangen Sie noch? – Anm.d.Übers.

Briefe der MADAME DE SÉVIGNÉ.

   

» Erlach. – Ich – verdammt! – ich – es wird mich noch ersticken – ich bin verliebt … und nun halt's Maul, halt's Maul, um Gottes Willen!
Hofrath. – Du verliebt? Ha! ha! ha!
Erlach. – Da haben wir's, er lacht.
Hofrath. – Nein, es tut mir wirklich leid.«

Deutsches Schauspiel (Falsches Zartgefühl.) August von Kotzebue (1861-1819): »Die falsche Schaam« (Leipzig 1798). Bulwer zitiert aus der Übersetzung von Benjamin Thompson (1800). – Hier ist der Originaltext von Kotzebue aus dem Anfang des vierten Aktes wiedergegeben. – Anm.d.Übers.

   

                                    »Was find' ich hier?
Gold?«

SHAKESPEARE, Timon von Athen, IV, 3.

Es ergab sich, dass just an diesem Abend Maltravers zum ersten Mal eine der zahlreichen Einladungen angenommen hatte, mit denen Lord Saxingham ihn beehrt hatte. Seine Lordschaft und Maltravers gehörten verschiedenen politischen Parteien an, und sie passten auch sonst nicht zueinander. Lord Saxingham war auf seine Weise ein gescheiter Mann, aber so weltlich eingestellt, dass er sogar unter weltlich Gesinnten sprichwörtlich geworden war. Jenes Wort: »Der Mensch ist geboren, aufrecht zu gehen und zu den Sternen aufzuschauen« ist eine beredter Irrtum, den zu widerlegen Lord Saxingham hinreichen würde. Er schien nur zum einem gebeugten Gange geboren; und falls er jemals zu den Sternen aufschaute, waren es die an einem Ordensband.

Obwohl er eine ruhmvolle historische Ahnenreihe aufweisen konnte, hohen gesellschaftlichen Rang besaß und einiges persönliche Renommee, wirkte sein Ehrgeiz ganz wie der eines parvenu. Emporkömmling. – Anm.d.Übers. Staatsämter genossen seine große Achtung, nicht aus einer erhabenen Neigung für die Erhabenheit der Macht, über die Geschicke einer ruhmreichen Nation zu bestimmen, sondern weil sie jenes banale Gewicht innerhalb der eigenen Kreise vermehrten. Er betrachtete sein Ministergewand, wie der Büttel auf seine Goldlitzen schaut. Er fand auch Gefallen an Günstlingswirtschaft, verschaffte entfernten Bekannten Vorteile und wusste entfernteste Verwandte gut unterzubringen – kurz: er war von dieser Welt, ganz irdisch. Er verstand Maltravers nicht; und Maltravers, der Tag um Tag stolzer wurde, verachtete ihn.

Lord Saxingham hatte jedoch gehört, dass Maltravers ein aufstrebender Mann sei, und er hielt es für angebracht, aufstrebenden Männern Höflichkeit zu erweisen, welcher Partei sie auch zugehörten; außerdem schmeichelte es seiner Eitelkeit, Männer, von denen man sprach, in seinem Gefolge zu haben. Er war zu beschäftigt und eine zu großartige Persönlichkeit, zu glauben, Maltravers könne es anders als aufrichtig gemeint haben, wenn er ihm in seinen Billets erklärte, es tue ihm »sehr leid«, oder es mache ihm »großen Kummer«, auf die Ehre, mit Lord Saxingham am soundsovielten zu speisen, verzichten zu müssen; und darum fuhr er mit seinen Einladungen fort, bis Maltravers, dem uns zweifellos bestimmenden Schicksal folgend, am Ende die angebotene Auszeichnung annahm.

Er traf spät ein – die meisten Gäste waren bereits versammelt; und nach dem Austausch einiger Worte mit dem Gastgeber mischte Ernest sich in die allgemeine Gruppe und geriet in unmittelbare Nachbarschaft von Lady Florence Lascelles. Diese Dame hatte Maltravers nie viel Freude bereitet, denn er war kein Freund maskuliner oder koketter Heroinen, und Lady Florence schien ihm beide Attribute zu verdienen; obwohl sie ihm, seit dem Tag der Vorstellung damals, oft begegnet war, hatte er sich gewöhnlich mit einer Verbeugung oder einem Gruß im Vorbeigehen begnügt.

Als er sich jetzt aber umwandte und sie erblickte, saß sie gerade – welch ein Wunder! – allein; und ihr blendendes, edles Antlitz verriet so augenscheinlich einen schlechten Gesundheitszustand, dass er davon betroffen und berührt wurde.

Tatsächlich: so schön Lady Florence dem Gesicht und der Gestalt nach war – es lag in ihren Augen und ihrem Blühen etwas, das ein erfahrener Arzt nur mit prophetischer Besorgnis hätte betrachten können. Und wann immer gelegentliche Krankheit das Wangenrot erbleichen ließ und das Spiel der Lippen lähmte, so hätte hier sogar ein gewöhnlicher Beobachter an die alte Binsenweisheit gedacht: »die strahlendste Schönheit hat das kürzeste Leben«.

Vielleicht war es ein Gefühl dieser Art, das nun Maltravers' Sympathie weckte. Er begrüßte sie mit deutlicherer Höflichkeit als gewöhnlich und nahm an ihrer Seite Platz.

»Sie waren im Parlament, nehme ich an, Mr. Maltravers?« fragte Lady Florence.

»Ja, aber nur kurz; heute abend wird keine unserer Debattenschlachten ausgetragen – es wurde keine Abstimmung erwartet; und zum jetzigen Zeitpunkt dürfte das Parlament geleert sein.«

»Mögen Sie dieses Leben?«

»Es hat seinen Reiz«, antwortete Maltravers ausweichend.

»Und ist dieser Reiz edlen Charakters?«

»Wohl kaum, fürchte ich – er beruht auf so schäbigen und böswilligen Beweggründen, – in ihm liegt so viel Eifersucht auf unsere Freunde, so viel Unbilligkeit gegenüber unseren Feinden; – so viel Bereitschaft, anderen die niedrigsten Ziele zu unterstellen und selbst von den ärmlichsten Tricks Gebrauch zu machen! Die Zielsetzungen mögen großartig sein, aber die verwendeten Mittel sind durchaus zweifelhaft.«

»Ich wusste, dass Sie so empfinden würden«, rief Florence, während ihr Gesicht eine lebhafte Farbe annahm.

»Tatsächlich?« sagte Maltravers ebenso interessiert wie überrascht. »Ich hätte es kaum für möglich gehalten, dass Sie sich herablassen würden, so belanglose Geheimnisse zu erraten.«

»Dann ließen Sie mir keine Gerechtigkeit widerfahren«, erwiderte Lady Florence mit einem schelmischen und doch halb schmerzlichen Lächeln; »denn – aber ich wäre beinahe zudringlich geworden!«

»Nein, sprechen Sie weiter!«

»Denn … also gut: ich stelle mir nicht vor, dass Sie fähig wären, sich selbst ein Unrecht anzutun.«

»Oh, Sie halten mich für anmaßend und arrogant; aber das ist der landläufige Befund, und Sie tun vielleicht recht daran, ihm zu glauben.«

»War sich jemals irgend jemand über sein eigenes Verdienst im Unklaren?« fragte Lady Florence stolz. »Wer sich selbst misstraut, hat guten Grund dazu.«

»Sie versuchen die von Ihnen selbst geschlagene Wunde zu heilen«, versetzte Maltravers lächelnd.

»Nein; was ich sagte, war zur Verteidigung meiner selbst ebenso wie für Sie. Sie bedürfen keiner Worte, um sich zu rechtfertigen; Sie sind ein Mann und können allen Stolz mit dem königlichen Leitspruch Dieu et mon droit »Gott und mein Recht«, im Sinne der Auffassung einer absoluten Monarchie: »Ich bin nur Gott verantwortlich und unterliege keinem Gesetz, indem ich selbst das Recht verkörpere.« – Anm.d.Übers. bekräftigen. Bei Ihnen können Taten Ihren Anspruch unterstützen; ich aber bin eine Frau – es war ein Fehler der Natur!«

»Aber welche Erfolge, die ein Mann erreichen kann, bringen einen so unmittelbar greifbaren Lohn, wie er von einer schönen, bewunderten Frau gewonnen werden kann, die in jedem Raum ein Reich findet und in jeder Gesellschaftsklasse ihre Untertanen?«

»Das ist eine verachtenswerte Herrschaft!«

»Wieso das?! – die Bedeutendsten, Höchsten und Strengsten zu befehligen – zu gewinnen – zu Ihrer Verehrung zu beugen; diejenigen als Ihre Sklaven zu besitzen, in denen andere Menschen ihre Herren erkennen! Ist solche eine Macht verachtenswert? Und wenn es so ist: welche Macht ist dann zu beneiden?«

Lady Florence wandte sich rasch Maltravers zu und fixierte ihn mit ihren großen dunklen Augen, als wolle sie in seinem Herzen lesen, wandte sich dann aber errötend und stirnrunzelnd von ihm ab – »Es liegt Spott auf Ihren Lippen«, sagte sie.

Bevor Maltravers antworten konnte, wurde das Abendessen angekündigt, und ein ausländischer Botschafter ergriff Lady Florence' Hand. Maltravers sah, dass ihm eine junge Dame mit Goldkornschmuck in ihrem sehr hellen Haar zufiel und dachte, während er sie hinabführte, mehr an Lady Florence Lascelles als je zuvor.

Er erhielt seinen Platz zufällig fast gegenüber der jungen Dame des Hauses (Lord Saxingham war, wie der Leser weiß, Witwer und Florence sein einziges Kind); und Maltravers war an diesem Tag in einer jener trefflichen Stimmungen, in denen unsere Lebensgeister gleichsam unsere intellektuellen Gaben und Errungenschaften durchforschen und sie an die Oberfläche heben. Er hielt sich mit seiner Konversation gewandt im Allgemeinen; als er einmal aber seine Augen auf Lady Florence richtete, um ihre Meinung zu einem gewissen Streitpunkt zu erbitten, bemerkte er, wie sie ihn mit einem Ausdruck anstarrte, der den Strom seiner Heiterkeit bremste und ihn in eine eigentümlich verwirrte Träumerei versetzte. In diesem Blick lag ernste, herzliche Bewunderung; aber es mischte sich so viel Schwermut hinein, dass die Bewunderung ihre Beredsamkeit verlor und er feststellen musste, dass ihn das eher traurig stimmte, anstatt ihm zu schmeicheln.

Als Maltravers nach dem Abendessen die Gesellschaftszimmer aufsuchte, waren sie voll von jenen Wichtigtuern der ›guten Gesellschaft‹. In einer Ecke fand er Castruccio Cæsarini; er spielte eine Gitarre, die, an einem blauen Band befestigt, ihm vor der Brust hing. Der Italiener sang dazu, und er sang gut; viele junge Damen hatten sich um ihn gruppiert, unter anderen Florence Lascelles. Ein so großer Liebhaber er Musik Maltravers auch war, so empfand er Castruccios Vortrag doch als widerwärtige Zurschaustellung. Ihm schwebte ein don-quijotisches Ideal von der Würde des Talents vor; und wenngleich er selbst in der Musik bewandert war und eine so wohlklingende Stimme besaß, dass er den Saal zu Begeisterungsstürmen hätte hinreißen können, so wäre er lieber als Jongleur oder Akrobat zum artigen Amüsement aufgetreten, als sich mit den Bravos eines Salons zu begnügen. Maltravers, als einer der stolzesten Männer dieser Welt, war darum zugleich auch einer der am wenigsten eitlen. Applaus in unbedeutenden Dingen kümmerte ihn durchaus nicht. Cæsarini indes hätte die ganze Welt zusammengerufen, nur um ihn Push-pin Beliebtes englisches Kinderspiel im 16. bis 18. Jh. Zwei oder mehr Spieler Nadeln legen (pins) auf die Krempe eines Hutes und versuchen reihum durch Anstoßen (push) desselben die Nadeln dazu zu bringen, sich zu überkreuzen. Der Spieler, dem dies gelingt, darf die überkreuzten Nadeln, welche zu jener Zeit noch selten und wertvoll waren, als Gewinn behalten. – Anm.d.Übers. spielen zu sehen, sofern er dies gut zu beherrschen glaubte.

»Schön! göttlich! bezaubernd!« schrien die jungen Damen, als Cæsarini geendet hatte; und Maltravers beobachtete, dass Florence' ernsthafter lobte als die Übrigen, dass Cæsarinis dunkle Augen funkelten und seine Wange in ungewohntem Rot erglänzte. Florence wandte sich Maltravers zu, und der Italiener legte, ihren Augen folgend, die Stirn in Falten.

»Sie kennen Signor Cæsarini«, sagte Florence und schloss sich Maltravers an. »Er ist eine interessante und begabte Person.«

»Ohne Frage. Mich bekümmert freilich mitansehen zu müssen, wie er seine Talente auf einem Boden verschleudert, der vielleicht einige kurzlebige Blumen trägt, aber keine nutzbringende Pflanze oder ertragreiche Frucht.«

»Er erfreut sich der rasch verrinnenden Stunde, Mr. Maltravers; und wenn ich manchmal die Kränkungen sehe, die strengerer Mühe harren, glaube ich fast, dass er recht hat.«

»Still!« flüsterte Maltravers; »er beobachtet uns – er lauscht atemlos jedem von Ihnen geäußerten Wort. Ich fürchte, Sie haben unbewusst eines Dichters Herz erobert; in diesem Fall genießt er die Freuden der verrinnenden Stunde zu einem furchtbaren Preis.«

»Oh nein«, sagte Lady Florence gleichgültig, »er gehört zu denen, welchen die Fantasie das Herz ersetzt. Und wenn ich ihn inspiriere, besteht kein Unterschied für ihn, ob seine Leier zu einem Lied der Hoffnung oder der Enttäuschung geschlagen wird. Die Süße seiner Verse wird ihn für jede Bitterkeit im wirklichen Leben entschädigen.«

»Es gibt in der Liebe zwei Arten«, versetzte Maltravers, – »Liebe und Selbstliebe; die Wunden letzterer heilen fast nie bei jenen, die zuerst am wenigsten verwundbar erscheinen. Ach, Lady Florence, hätte ich das Recht, den Mahner zu spielen, so würde ich eine Warnung wagen, wie sehr sie Sie auch verletzen möge.«

»Und die wäre?«

»Koketterie zu unterlassen.«

Maltravers lächelte, als er sprach, allerdings ernst – und zugleich bewegte er sich behutsam von ihr fort. Aber Lady Florence legte ihm die Hand auf den Arm.

»Mr. Maltravers«, sagte sie sehr leise und mit einem gewissen Zögern in ihrer Stimme, »ist es unrecht von mir, wenn ich sage, dass ich ängstlich um ihre gute Meinung von mir besorgt bin? Beurteilen Sie mich nicht zu hart. Ich bin verbittert, unzufrieden, unglücklich. Ich sympathisiere nicht mit der ›Welt‹. Diese Menschen um mich her – was bedeuten sie mir? diese Masse fühlloser, Egoisten im Brokatgewand – ohne Urteil, ohne Bildung, aber bestens gekleidet: die wenigen, die man als ›hervorragend‹ bezeichnet – wie selbstsüchtig ist ihr Ehrgeiz, wie leidenschaftslos verfolgen sie ihre Ziele! Kann man mich tadeln, wenn ich bisweilen über solche eine Macht ausübe, die eher meine Verachtung für sie bezeugt als meine eigene Eitelkeit?«

»Ich habe keine Recht, mit Ihnen zu streiten.«

»Doch! streiten Sie mit mir, überzeugen Sie mich, führen Sie mich – der Himmel weiß, wie sehr ich, ungestüm und hochfahrend wie ich bin, der Führung bedarf«, – und Lady Florences Augen schwammen in Tränen. Ernests Vorurteile ihr gegenüber erhielten einen kräftigen Stoß: er war sogar ein wenig geblendet von ihrer Schönheit und von ihrer unerwarteten Sanftheit berührt; aber trotzdem war sein Herz noch nicht im Spiel und er antwortete kurz darauf beinahe kalt:

»Teure Lady Florence, sehen Sie sich um in der Welt: wer ist so zu beneiden wie Sie selbst? Welche Quellen für Glück und Stolz stehen Ihnen offen! Warum schaffen Sie dann selbst die Ursachen Ihrer Unzufriedenheit? – warum verbittern diejenigen Sie, die gar nicht Ihren Weg kreuzen? Warum schauen Sie nicht mit Nachsicht auf Gottes weniger begabte Kinder, wie sie neben Ihnen erscheinen mögen? Welchen Trost finden sie darin, die Herzen anderer zu verletzen oder sie in ihren Eitelkeiten zu treffen? Erhebt Sie das etwa in Ihrem Selbstwertgefühl? Sie wollen glauben machen, Sie stünden über ihrem Geschlecht – doch welche Art Frau verachten Sie mehr als die, welche sie auf diese Weise verkörpern? Semiramis Legendäre altorientalische Heldin oder Königin; nach Herodot (Historien I, 184) eine der zwei Königinnen, die ganz Asien regierten. – Anm.d.Übers. sollte keine Kokette sein. – Sehen Sie, jetzt habe ich Sie verletzt – ich gestehe: ich bin sehr grob gewesen.«

»Ich bin nicht verletzt«, sagte Florence und kämpfte nahezu mit ihren Tränen; in ihrem Innern fügte sie hinzu: »Ach, ich bin zu glücklich!« – Es gibt Lippen, von denen sogar die stolzesten Frauen einen Tadel zu hören lieben, wenn er nur die Gleichgültigkeit zu widerlegen scheint.

Genau in diesem Augenblick betrat Lumley Ferrers, sichtlich belebt vom Erfolg seiner Pläne und Projekte, den Raum; und sein rasches Auge fiel in jene Ecke, in der er ein ihn heftig alarmierendes Techtelmechtel zwischen seiner reichen Cousine und Ernest Maltravers wahrnahm. Er schritt dorthin vor und reichte mit seiner gewohnten Freimütigkeit beiden die Hand.

»Ah, meine teure, schöne Cousine, gratulieren Sie mir und bitten Sie mich um mein erstes Autogramm, um es in einer Sammlung von Unterschriften ausgezeichneter Parlamentsmitglieder einzubinden – er wird eines Tages einen hohen Verkaufspreis erzielen. Ihr untertänigster Diener, Mr. Maltravers; – wie werden wir ins Fäustchen lachen über den politischen Schwindel, wenn Sie und ich, die besten Freunde der Welt, vis-à -vis auf gegenüberstehenden Bänken sitzen. Aber, Lady Florence, warum haben Sie mich noch nicht Ihrem italienischen Freund vorgestellt? Allons! Beim Alfieri Vittorio Alfieri (1749-1803), italienischer Dichter und Dramatiker im Zeitalter der Aufklärung. – Anm.d.Übers. bin ich ihm gewachsen, auf den er natürlich schwört und dessen Verse nebenbei bemerkt aus Buchsbaum geschnitten sein müssen – das härteste Material, um die Art von Mechanismus daraus zu drechseln, auf den eine Erfindung je verfallen kann.«

So brachte Ferrers wie geplant sehr schlau die Trennung des Paares zu Stande, das, wie er fürchtete, geradezu von der Natur bestimmt war zusammen zu kommen – und zu seiner großen Freude zog sich Maltravers kurz darauf zurück.

Ferrers wusste sich mit der glücklichen Leichtigkeit, die seinem wohlgefälligen, wiewohl intriganten Wesen eigen war, Cæsarini vertraut zu machen; und zwei oder drei verächtliche Bemerkungen, die er in Bezug auf Maltravers fallen ließ, gewannen ihm in Verbindung mit einigen himmelschreienden Komplimenten das Herz des italienischen Dichters vollständig. Die sonst brillante Florence war schweigsamer und verhaltener als gewöhnlich; und ihre Stimme klang weicher, aber auch ernster, wenn sie auf Castruccios beredte Ansprachen antwortete. Castruccio verstand sich auf das Metier des Schönschwätzens. Nach und nach versank Lumley in Schweigen und hörte zu, was sich zwischen Lady Florence und dem Italiener abspielte, während er sich in die »Ansichten vom Rhein« William Tombleson: Views of the Rhine. London 1832. – Der reichhaltig mit Bildmaterial versehene, sehr oft nachgedruckte Reiseführer verweist auf die in Großbritannien zu dieser Zeit akute Rheinromantik; die Rhein-Tour gehörte in das Programm jeder Bildungsreise eines vermögenden jungen Engländers. (Siehe auch Bulwer Roman »The Pilgrims of the Rhine«, 1834.) – Dass Tomblesons Werk im Roman zu diesem Zeitpunkt auftaucht, ist allerdings ein Anachronismus; denn die Handlung spielt zu diesem Zeitpunkt um einiges vor 1832, wie an den Hinweisen auf die noch nicht stattgehabte Parlamentsreform zu schließen ist. – Anm.d.Übers zu vertiefen schien, die auf dem Tisch lagen.

»Ach«, sagte Cæsarini in seiner weichen Muttersprache, »wenn Sie wüssten, wie ich jeden Schatten auf dem Antlitz beobachte, das meinen Himmel ausmacht! Ist es bewölkt? so umfängt mich Nacht! – strahlt es? dann bin ich der Perser, der zur Sonne aufschaut!« Altpersischer Kult um Mithras, der auch als Licht- und Sonnengott verehrt wird; in altrömischer Zeit neu belebt. – Anm.d.Übers.

»Warum sprechen Sie in dieser Weise zu mir? wären Sie kein Dichter, so müsste ich böse werden.«

»Sie wurden nicht böse, als dieser englische Dichter, jener kalte Maltravers, zu Ihnen ebenso kühn gesprochen hat.«

Lady Florence hob ihr stolzes Haupt. »Signore«, sagte sie, ihre erste Regung dämpfend, in mildem Ton, »Mr. Maltravers schmeichelt weder noch …«

»... erdreistet er sich, wollten Sie sagen«, unterbrach Cæsarini zähneknirschend. »Aber es ist gut – einst nahmen Sie das Geständnis meiner tiefen Ergebenheit weniger kühl auf.«

»Niemals, Signor Cæsarini, niemals – sondern ich hielt es für die gewöhnliche Galanterie Ihrer Nation: lassen Sie mich dies weiterhin annehmen.«

»Nein, stolzes Weib«, sagte Cæsarini wild, »nein – hören Sie die Wahrheit.«

Lady Florence erhob sich entrüstet.

»Hören Sie mich an«, fuhr er fort. »Ich – ich, der arme Ausländer, der verachtete Spielmann, wage es, meine Augen zu Ihnen zu erheben! Ich liebe Sie!«

Noch nie hatte Florence Lascelles sich so verlegen und gedemütigt gefühlt. Obgleich sie sich über Cæsarinis Eitelkeit amüsiert haben mochte, glaubte sie ihm doch nie die Erlaubnis gegeben zu haben, sie – die großartige Lady Florence, eine Partie für Herzöge und Prinzen – auf solch dreiste Art anzusprechen; beinahe glaubte sie, er sei wahnsinnig. Aber im nächsten Moment erinnerte sie sich Maltravers' Warnung und kam sich vor, als habe ihre Bestrafung nun begonnen.

»Sie werden ruhiger denken und sprechen, Sir, wenn wir uns wieder begegnen« sagte sie und schwebte davon.

Cæsarini stand wie angewurzelt, sein dunkles Gesicht hatte einen dermaßen leidenschaftlichen Ausdruck, wie man ihn bei zivilisierten Männern selten zu sehen bekommt.

»Wo wohnen Sie, Signor Cæsarini?« fragte die angenehme Stimme von Ferrers vertraulich. »Lassen Sie uns einen Teil des Weges zusammen gehen – das heißt, wenn sie diese heißen Räumlichkeiten satt sind.«

Cæsarini stöhnte.

»Ihnen ist nicht wohl«, fuhr Ferrers fort; »die frische Luft wird Sie neu beleben – kommen Sie.« Er schlüpfte aus dem Raum, und der Italiener folgte ihm mechanisch. Einige Zeit gingen sie schweigend nebeneinander in einer klaren, lieblichen Mondscheinnacht. Schließlich sagte Ferrers: »Verzeihen Sie, mein lieber Signor, aber Sie werden schon bemerkt haben, dass ich ein sehr freimütiger, merkwürdiger Bursche bin. Ich sehe, dass Sie dem Charme meiner grausamen Cousine verfallen sind. Kann ich Ihnen in irgendeiner Hinsicht dienlich sein?«

Ein mit der Welt, in der wir leben, einigermaßen vertrauter Mann hätte Verdacht geschöpft gegen eine solche Herzlichkeit beim Cousin einer Erbin gegenüber einem sehr unpassenden Bewerber. Aber Cæsarini besaß, wie viele mittelmäßige Dichter (wie auch einige wenige gute), keinen gesunden Menschenverstand. Er hielt es für ganz natürlich, dass ein Mann, der seine Poesie so sehr bewunderte, wie Lumley behauptet hatte, ein lebhaftes Interesse an seinem Wohlergehen habe, und antwortete darum mit Wärme: »Oh, Sir, das ist in der Tat ein vernichtender Schlag: Ich träumte, sie liebe mich. Sie sprach immer sanft und schmeichelnd zu mir, und in meinen Versen hatte ich ihr bereits von meiner gesprochen und keine Rüge erhalten.«

»Sprachen Ihre Verse tatsächlich und deutlich von Liebe in Bezug auf Ihre eigene Person?«

»Oh, das Gefühl war vielleicht verhüllt – in den Mund einer fiktiven Person gelegt oder übertragen in eine Allegorie.«

»Ach!« stieß Ferrers aus; er hielt es für sehr wahrscheinlich, dass die herrliche Florence, von tausend Barden besungen, kaum mehr getan hatte, als einen Blick auf die Zeilen zu werfen, die den armen Cæsarini solch arge Plackerei gekostet und ihn mit so verwegenen Hoffnungen beseelt hatten. »Oh! – und heute abend war sie strenger – sie ist eine furchtbare Kokette, la belle Florence! Doch vielleicht haben Sie einen Nebenbuhler.«

»Ich spüre es – ich sah es – ich weiß es.«

»Wen verdächtigen Sie?«

»Jenen verwünschten Maltravers! Er kreuzt all meine Wege – mein Geist wird mutlos neben seinem, wann immer wir einander begegnen. Ich lese schon meinen Urteilsspruch.«

»Wenn es Maltravers ist«, sagte Ferrers ernst, »kann die Gefahr nicht groß sein. Florence hat ihn nur wenig gesehen und er bewundert sie nicht sehr; aber sie stellt eine bedeutende Partie dar, und er hat Ehrgeiz. Wir müssen dagegen beizeiten auf der Hut sein, Cæsarini – denn Sie sollen wissen, dass ich Maltravers ebenso wenig leiden kann wie Sie und Sie mit Freuden bei jedem Plan unterstützen werde, seine Hoffnungen in dieser Beziehung im Keim zu ersticken.«

»Wie großmütig, edler Freund! – aber er ist reicher und von höherer Geburt als ich.«

»Mag sein: aber für jemanden in Lady Florence' Stellung werden alle geringeren Grade sozialen Ranges bei ihren Bewerbern auf ziemlich gleicher Ebene liegen. Kommen Sie, ich will nicht behaupten, ich sähe es nicht lieber, wenn sie einen Landsmann und ihr Ebenbürtigen heiratete – aber ich habe Gefallen an Ihnen gefunden, und ich verabscheue Maltravers. Sie ist sehr romantisch – liebt leidenschaftlich die Poesie – verfasst selbst welche, stell' ich mir vor. Oh, Sie werden recht gut zu ihr passen; aber – Herrjeh – wie können Sie sie treffen?«

»Sie treffen? Wie meinen Sie das?«

»Na ja, haben Sie ihr nicht heute abend Ihre Liebe erklärt? Ich glaube Sie doch so verstanden zu haben. Können Sie sich nach einem solchen Bekenntnis auch nur einen Augenblick vorstellen, dass Lady Florence Sie noch einmal empfangen wird – das heißt, wenn sie Ihren Antrag abzulehnen beabsichtigt?«

»Oh, ich Narr! Aber nein – sie muss, sie wird ihn annehmen.«

»Seien Sie überzeugt, in diesem Land richtet man mit Gewalt nichts aus. Nehmen Sie meinen Rat an und schreiben Sie eine demütige Entschuldigung, bekennen Sie Ihren Fehler, appellieren Sie an ihr Mitleid; erklären Sie, dass Sie für immer die Rolle des Liebhabers aufgeben, und flehen Sie sie an, immer noch als ein Freund anerkannt zu werden. Seien Sie still jetzt und hören Sie zu; ich bin älter als Sie; ich kenne meine Cousine: das wird sie reizen; Ihre Bescheidenheit wird, während Ihre Kälte sie aufbringt, ihre Eitelkeit besänftigen. Inzwischen werden Sie beobachten, welche Fortschritte Maltravers macht; ich werde für Sie meine Ellbogen gebrauchen; und unter uns, um eine ›gemütliche‹ Redensart zu gebrauchen: wir werden ihn erledigen. Dann bekommen Sie Ihre Gelegenheit – Bühne frei und ehrliches Spiel.«

Cæsarini rebellierte zuerst; doch schließlich erkannte sogar er die Taktik seines Rates. Aber Lumley wollte ihn nicht gehen lassen, bis sein Rat befolgt war. Er brachte Castruccio dazu, ihn zu einem Club zu begleiten, diktierte ihm den Brief an Florence und übernahm dessen Zustellung. Das war aber noch nicht alles.

»Es ist notwendig«, sagte Lumley nach einem kurzen, nachdenklichen Schweigen, »dass Sie auch an Maltravers schreiben.«

»Und wozu?«

»Ich habe meine Gründe. Fragen Sie ihn freimütig und freundlich nach seiner Meinung über Lady Florence; äußern Sie Ihren Glauben, dass sie Sie liebt, und erkundigen Sie sich offen, ob er einer solchen Verbindung glückliche Aussichten zutraut.«

»Aber weshalb?«

»Seine Antwort könnte nützlich sein«, erwiderte Lumley sinnend. »Bleiben Sie, ich werde den Brief diktieren.«

Cæsarini wunderte sich und zögerte, aber Lumley Ferrers besaß jenes gewisse Etwas, das bereits die Herrschaft über den schwachen, leidenschaftlichen Poeten erlangt hatte. Deshalb schrieb er dann doch, was Lumley ihm diktierte; er begann mit einigen Gemeinplätzen über zweifelhaftes Eheglück im allgemeinen, entschuldigte sich für seine Kälte Maltravers gegenüber in letzter Zeit und bat ihn nach seiner vertraulichen Meinung sowohl über Lady Florence' Charakter als auch zu seinen eigenen Erfolgsaussichten.

Diesen Brief siegelte Lumley und ließ ihn zustellen, wie den vorigen.

»Sie bemerken«, sagte er dann kurz zu Cæsarini, »dass es das Ziel dieses Briefs ist, Maltravers zu einem offenen und ehrlichen Eingeständnis seiner Abneigung Lady Florence gegenüber zu verlocken; wir können vielleicht eine solche Aussage später noch gut gebrauchen, wenn er sich jemals als Rivale erweisen sollte. Und nun gehen Sie nach Hause und ruhen Sie sich aus: Sie sehen erschöpft aus. Adieu, mein neuer Freund.«

»Ich hatte es längst geahnt«, sprach Lumley zu seinem Ratgeber »Selbst«, als er auf die Great George Street zuging, »dass das wilde Mädchen romantische Gefühle für Maltravers empfindet. Aber ich werde schon zu verhindern wissen, dass dieser Vorfall sich zum Unglück auswächst. Inzwischen habe ich mir ja ein Werkzeug gesichert, sofern ich eines brauche. Um Himmels willen, was für ein Esel ist dieser Dichter! Genau wie Cassio; aber Jago verstand ihn zu gebrauchen. Figuren aus Shakespeares »Othello«. – Anm.d.Übers. Wäre Jago heutzutage geboren und hätte diese verrückte Rachsucht fallen lassen, was wäre er für ein ruhmreicher Bursche geworden! Mindestens Premierminister!«

Bleich, abgekämpft und erschöpft erreichte Castruccio Cæsarini nach einem langen Weg schließlich seine elende Behausung in der Vorstadt von Chelsea. Sein Vermögen war nun dahin; vergeudet zum armseligsten Unterhalt einer verzehrenden, schwachsinnigen Eitelkeit: verschwendet, damit sein Eigentümer scheine, was die Natur ihm nie beschied: eine eleganter Lothario, Der Verführer im dem Drama »The Fair Penitent« (1703) von Nicholas Rowe; die gleichnamige Figur aus dem Bildungsroman »Wilhelm Meisters Lehrjahre« (1795/96) von Goethe hat in dem älteren Namensvetter einen literarischen Vorfahren; dass Bulwer auch an ihn gedacht hat, liegt bei der Absicht des Verfassers, ebenfalls einen Bildungsroman vorzulegen (siehe Vorwort), nahe. – Anm.d.Übers. der anmutige Genussmensch, der Troubadour der Moderne! verprasst für Pferde, Geschmeide, edle Kleider, verjubelt beim Spiel und verschleudert, um unverkäufliche Gedichte auf Büttenpapier mit Goldrand drucken zu lassen; durchgebracht, damit er zwar nicht angesehener, dafür aber mehr › en vogue‹ würde als Ernest Maltravers!

Das ist das gewöhnliche Schicksal jener armen Abenteurer, die ihren Ruhm nur aus Boudoirs und Salons beziehen. Gleichgültig ob sie Poeten oder Stutzer, vermögende parvenus oder jüngere Aristokratensöhne sind: sie alle erweisen die Gültigkeit des Sprichworts, dass die falschen Wege zum Ruhm übersät sind mit den Trümmern des Friedens, des Vermögens, des Glücks und oft genug der Ehre!

Und dennoch hatte dieser junge Mann gewagt, auf die Hand von Florence Lascelles zu hoffen! Er vertrat die bei Fremden übliche Auffassung, dass englische Mädchen aus Liebe heiraten und ausgesprochen romantisch seien; dass innerhalb der drei Meere Ironische Anspielung auf die drei Meere Meneanor, Nyranisas, and Oncis in der Apokalypse; gemeint sind die drei vereinigten Königreiche. – Anm.d.Übers. Erbinnen ebenso zahlreich seien wie Brombeeren; im Übrigen war seine Eitelkeit dermaßen gehätschelt worden, dass sie sich schon in jede Fiber seiner intellektuellen und moralischen Verfassung eingefressen hatte.

Cæsarini sah sich vorsichtig um, als er bei seiner Tür ankam; denn er bildete sich ein, dass sogar an diesem obskuren Ort Leute begierig darauf wären, einen flüchtigen Blick auf den gefeierten Dichter zu werfen; so verheimlichte er allen seinen Wohnsitz, verspeiste bloß eine Semmel, wenn er nicht auswärts aß und hinterließ seine Adresse beim Travellers-Club. Renommierter, seit 1819 existierender Londoner Club. – Anm.d.Übers. Er schaute sich – wie gesagt – um und stellte fest, dass ihm eine große Person in einem Umhang tatsächlich von einem entfernten und dichter besiedelten Stadtteil gefolgt war. Aber diese Person wandte sich um und verschwand plötzlich. Cæsarini stieg hinauf ins Obergeschoss. Und um die Mitte des nächsten Tages brachte ihm ein Bote einen Brief an die Tür, der hundert Pfund in einem leeren Umschlag enthielt. Cæsarini kannte die Handschrift der Adresse nicht; sein Stolz war tief verletzt. In all seiner Not hatte er sich noch nicht einmal an seine eigene Schwester gewendet. Konnte dies von ihr, von De Montaigne kommen? Er verlor sich in Vermutungen. Für ein paar Tage legte er die Geldsendung zur Seite; denn es war doch etwas Edles in ihm, dem armen Dichter! aber die Rechnungen bedrückten ihn, und Not kennt kein Gebot.

   

Zwei Tage später brachte Cæsarini Ferrers die von Maltravers erhaltene Antwort. Lumley hatte richtig vorhergesehen, das Ernests Hochgesinntheit mit einiger Empörung auf Florence' Koketterie reagieren würde, mit der sie in dem Italiener nie einzulösende Hoffnungen nährte, und dass er selbst sich offen und herzlich äußern würde. Er tat dies allerdings behutsamer, als Lumley erwartet hatte.

»Das ist nicht genau, was ich wollte«, sagte Ferrers nach zweimaligem Lesen des Briefes; »trotzdem könnte er später zu einem Trumpf in unseren Händen werden – wir wollen ihn aufbewahren.«

Damit verschloss er den Brief in seinem Schreibtisch, und Cæsarini vergaß bald seine Existenz.

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