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Erlebtes Leben

Rudolf Georg Binding: Erlebtes Leben - Kapitel 12
Quellenangabe
typeautobio
authorRudolf G. Binding
titleErlebtes Leben
publisherRütten & Loening
addressPotsdam
printrun46.-50. Tausend
year1941
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100314
projectid2a53abe9
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Zehntes Kapitel

Anton wußte nicht daß seine Kusine in Rom sei; vielleicht wußte er es auch und es war nur während unserer Reise nicht die Rede darauf gekommen. Übrigens: was gingen mich seine Kusinen an, so mochte er noch immer denken, so dachte ich bis dahin. Indes bin ich mir bis auf den heutigen Tag nicht klar darüber geworden, ob ihn nicht ein Instinkt, eine unbestimmte Angst vor Konflikten und Verknüpfungen, die seine Art ihn vermeiden hieß, veranlaßte, mir diese Kusine vorzuenthalten. Auch Joie lebte in Berlin und stand samt ihrem Mann, welcher freundschaftlichen Verkehr liebte und übte und zum mindesten gesellig genannt werden muß, mit Anton und Lux in nahen, herzlichen und fröhlichen Beziehungen. Es war immerhin auffällig daß ich jahrelang zu gleicher Zeit eine Freundschaft mit Anton hatte ohne daß ich Joies auch nur jemals ansichtig geworden wäre oder ihrer Erwähnung geschah. War es wirklich ein Instinkt gewesen? eine Angst vor Bränden? eine Besorgnis um unsere Freundschaft? – oder hatte ihn Lux gewarnt? Denn sie mit ihren klaren Sinnen und dem starken Gefühl für Dinge und Wesen die sich anziehn und abstoßen kannte das Schicksal das in uns aufgehäuft war und das mein Nichtbegegnen mit Joie bis hierhin aufgehalten hatte. »Wenn sie und er sich begegnen –«, sagte sie, und wußte was sie verschwieg.

Ich weiß nicht was Rom erfüllte als ich Joie am Abend nach unserer Ankunft in der Halle des Hotels, wo man nach dem Essen einige Stunden gemeinsam zu verbringen gedachte, von Angesicht zu Angesicht sah. Nach Griechenland wäre Rom mir kaum etwas gewesen, wie es für Anton tatsächlich nichts war; er warf sozusagen keinen Blick auf es. Nun war es plötzlich der große und weite Untergrund auf dem sie und ich schritt, die Atmosphäre die uns umgab, das Rauschen und Berauschen das uns umrauschte, die Weihe die uns umfing. Denn wir waren in diesen Tagen wirklich wie füreinander geweiht – unbefangen und unbesorgt um uns – und einer dem andern beschert. Auch sie sah kaum Rom. Rom war die Stadt in der wir uns begegneten, in der alles begann. Seine tausend Brunnen rauschten uns, sein Atem ging über uns hin und war in uns. Seine Straßen trugen uns. Seine Bauten umstanden uns. Wir beachteten sie nicht mehr als andere Brunnen, andere Luft, andere Straßen, andere Bauten. Aber es waren die Brunnen, die Straßen, die Bauten, der Atem Roms.

Anton und Joies Mann saßen in lebhaftem Gespräch versunken in benachbarten Sesseln oder gingen hinter uns her, Erinnerungen tauschend über Personen und Dinge die ich nicht kannte oder deren Beziehung ich nicht verstand. Joie und ich waren das andere Paar. Kein Wort fiel zwischen uns das uns beschwerte. Aber es ging doch ein Zittern über sie hin als sie meine Hand nahm um sie umzudrehen und hineinzublicken wie der griechische Soldat von dem ich ihr erzählte; und ich bebte in einer nie gefühlten Erregung als ich ihr andern Tages das erste Gedicht reichte das sie von mir erhielt. Sie hat danach alle erhalten durch viele Jahre, und wie sie die Freundin vieler Jahre meines Lebens wurde, so wurde sie das gerade, aufrechte Richtschwert über jedes Wort meines Werks und waltete als solches über ihm. Sie gab alles und nahm alles, sie befreite alles und band alles, sie rief alles und erhielt alles, sie begann alles und endete alles. Sie ist mir mehr geworden als ich je einer Frau in meinem Innern zugestand im Leben eines Mannes sein zu können. Sie faßte mehr als die Grenzen eines Daseins – wie etwa ein Himmel mehr faßt als ein Horizont – und sie war sicher mehr ein Inbegriff von dem sie nichts wußte als eine Persönlichkeit von der sie wußte.

Damals in Rom waren unsere Tage gezählt. Als wir voneinander schieden trug jedes das Versprechen des andern im Herzen daß wir uns wiedersehen würden und tausend Briefe und Gedanken flogen in den Wochen in denen wir nicht beieinander waren. Während Anton und ich im Zuge saßen der uns Deutschland zuführte und ich nunmehr dem Licht- und Rauschfeld fernrückte das Griechenland und Rom für mich geworden waren, glaubte ich mir nicht recht. Ich stellte mich und meine Gefühle auf die Probe. Ich kam von dem Hermes, dessen Offenbarung, so oft sie wieder in mir auftauchte, mich um so kühner und vertrauender auf mich selbst, auf meinen Weg, auf jeden noch so unbekannten Schritt machte den ich tun würde. Ich fühlte mich jung und erfüllt wie noch nie. War es dies vielleicht was mir auch Joie größer, erfüllender, für mich bedeutender, anziehender erscheinen ließ? Anton meinte, mit diesem griechischen Trank im Leibe sehe man Helena in jedem Weibe. Immerhin gab er zu daß Ioie schon ihrem Wesen und ihrer Erscheinung nach einen gewissen größeren Raum ausfülle als andere – wie ich es empfand – und wußte auch sonst manches rühmliche von ihr zu sagen.

Ich fuhr Octavia entgegen. Ich freute mich sie wiederzusehn, ja ich brannte darauf. Aber als ich sie wiedersah, hatte sich der Abstand zu ihr seltsam und traurig vergrößert. Ich kämpfte dagegen an; aber es überfiel mich immer von neuem. Sie wußte bald und ich vermochte nicht zu verschweigen, wie es um mich stand. Sie half mir allen Zwiespalt tragen. Ich versuchte wieder Boden zu ihr hin zu gewinnen; vergebens. Es war als ob sie ewig auf dem gleichen Platz verharre und ich eile davon. Sie vermochte sich nichts zu nehmen, ich vermochte ihr nichts zu bringen, obwohl nie etwas ehrlicher versucht wurde und ersehnt wurde als dies. Dagegen opferte sie sich und litt und machte mir dadurch ohne es zu ahnen die Qual um sie größer. Sie ging ihren Opfergang durch Jahre.

Dennoch habe ich gerade in diesen Jahren die dem Erlebnis des Hermes folgten erstmals das Glück erfahren dessen ich fähig bin. Ich hatte die Geringschätzung jenes besseren in mir verloren auf dessen Kosten ich zuvor lange Jahre gelebt. Ich hatte vor dem Hermes des Praxiteles im klaren Lichte Griechenlands gewahrt daß menschlicher Hand, menschlichem Geisi die höchste Gestaltung zugänglich sei. Ich hatte schon die Beglückung eigenen Schaffens, noch unbewußt daß es Schaffen war und fast verlegen darüber daß mich schon erstes beglückte, an meinen ersten Gedichten, an meiner ersten Erzählung gespürt – als Gnade, als Tat; gleichviel –: von jetzt an wich ich nicht mehr aus. Ich schuf. Ich war gesichert und überließ mich. Denn es geschah daß, wie nur Lebendiges zum Leben geboren wird, nur das Erlebte in mir zum Leben sich meldete. Ich schuf den Tag ich schuf die Nacht in meinem Wort und sprach mit dem Tod; eine Empfindung kam von außen, trat in mich ein und trat aus mir wieder hervor als mein Geschöpf; eine lebendige Welt schien in mich hineingelagert und ich zog sie ans Licht; ich schuf Menschen nach meinem Bilde, nach dem was alles in mir Mensch hieß, auch nach mir selbst, und schuf erschaute Dinge zu Wirklichkeit und Leben. Und ich will dies erst Glück nennen und weiß daß dies erst Glück ist, wenn ich mir heimlich gestand: dies Wort, diese Gestaltung im Wort, nun geboren, war dir noch eben unmöglich, war über deiner Kraft.

Neben solchen Augenblicken verblaßte alles. Das Hochgefühl meiner Seele das ich früher – jünglinghaft und genügsam – auf dem Rücken der Pferde fand, das erträumte Bestehen eines Letzten, Unerbittlichen auf das ich früher gewartet, alles Erlebbare wie es mir schien war in ihnen überboten. Nur weniges, fühlte ich, würde daneben noch Bestand haben. Aber es war mir immer zumute als ob alles was ich erlebte und was nun hervortrat nichts mir besonderes sei sondern ebenso von andern erlebbar wäre, auch tatsächlich erlebt worden sei, und nur von diesen nicht ausgesprochen wurde.

 

Mein Vater rüstete sich damals für ein großes Fest, Octavia und ich nahmen daran teil. Die Universität Leipzig feierte im Jahre 1909 ihr fünfhundertjähriges Bestehen und mein Vater hatte während dieses Jahres das Rektorat inne. Das Amt des Rektors wechselte jährlich nach einem bestimmten Turnus unter den Fakultäten ab. Für das Jubiläumsjahr wäre nach diesem der Rektor aus den Professoren der juristischen Fakultät zu wählen gewesen, der mein Vater angehörte. Er brachte jedoch in seinem Sinn für die äußerste Gerechtigkeit bei dem Senat den Antrag ein, daß für das Jubiläumsjahr der Rektor aus dem gesamten Lehrkörper der Universität gewählt werden solle. Dies hatte jedoch zur Folge daß er nun erst recht gewählt wurde, da auch die andern Fakultäten für ihn stimmten. Ich erwähne dieses Fest nicht um irgendeiner Bedeutung willen die es in meinem Leben oder auch nur im Leben der Wissenschaft oder der Stadt wo es sich abspielte einnimmt, sondern nur als Veranstaltung und Zeugnis der Zeit in der man lebte.

Denn obwohl diese Veranstaltung, wie sich noch viele entsinnen werden, dank der Leitung und des Schwunges meines Vaters, der überall ein frisches unverfälschtes, geistreiches oder gemütswarmes Wort und eine wirklich gefühlte innere Bewegung bereit hatte und eine Beglückwünschungszeremonie von vier Stunden, während der er jedem Vertreter der großen Universitäten der Welt auf dessen Ansprache antwortete, nicht langweilig werden zu lassen verstand, einer unzweifelhaften Feierlichkeit und Gehobenheit nicht entbehrte; obwohl auch fast alle Fakultäten und jedenfalls die Universität stolz sein durften auf die Männer und Namen die sie als Forscher, die sie als Lehrer und Künder der Wissenschaft umfaßte und also mit Recht von einer wahren Höhe zurück und hinaus blickte; obwohl endlich der Pulsschlag des Festes bei allen Teilnehmern warm und echt zu spüren war, so unterstand es doch in merkwürdiger Weise dem Sinn der Zeit für das Paradische, dem strengen Gebundensein an Ort und Stunde, dem Befehl und der Ordnung. Es entwickelte sich nicht so sehr aus dem Herzen der Teilnehmer als daß es sich nach wohlerwogenem nötigen Plane abwickelte wie gedrehtes Garn von einer Spule, und in der Einhaltung befohlener Ordnung bestand für viele die festliche und feierliche Genugtuung. Nichts verstand sich eigentlich von selbst und war sich überlassen. Ein historischer Festzug schlich fremd durch eine ihm fremde Gegenwart, die ihm kaum mit den Augen und weniger noch mit dem Herzen zu folgen vermochte. Ein Kommers von zehntausend Studenten aller Semester in einer einzigen überdeckten Halle an schnurgeraden Tischen zwischen schnurgeraden Gängen verhüllte sich – was freilich nicht vorgesehen war – im Rauch von mehr als zehntausend Zigarren und war insofern schön und entrückt. Ein erschreckendes Unvermögen zu eigenem Empfinden drückte sich in unzähligen gold- und farbengemischten Glückwunschadressen aller Universitäten der Welt aus, die mittelalterliche Kunstfertigkeiten der Schrift nachahmten und romantischen toten Allegorien im Bilde zu sprechen überließen. Ungefüge eherne Bronzetafeln mit plastischen Darstellungen im Sinne längst vergangener Zeit und Ehrenpokale zu unbekannten Zwecken in mißverstandenen Formen früherer Jahrhunderte wurden als Weihgeschenke überreicht. Nur der Zug der Tausende von dichtgereihten Fackeln, den die Studenten ihrem Lehrer und Rektor am letzten Abend der Festtage darbrachten und der Straßen und Platze, die drängende Menge und die Fackelträger, die Häuser und aufsteigenden Türme in das Leben schwelender und aufleuchtender Flammen, in wehenden Rauch, in sein Licht und seinen Schatten einbezog, schien ein Recht aus eigener Kraft auszuüben; und die Worte die der unbekannte Student bei einem Halt dem Lehrer und Menschen zurief den alle ehrten, und jene unvorbereiteten, frischen, aus der Stimmung des Augenblicks geborenen in denen der Rektor von dem breiten Balkon zu denen hinabsprach die er liebte, übertrafen mühelos die Festreden jener Tage und waren feierlicher als sie.

Indes endete das Fest wahrhaft königlich. Der König von Sachsen, mit vielen Fürsten selbst Teilnehmer an den Leipziger Feierlichkeiten, hatte es sich nicht nehmen lassen, Gäste und Angehörige seiner Landesuniversltät bei solcher Gelegenheit mit einem Bankett in der Albrechtsburg in Meißen zu verabschieden. Die Schätze des Grünen Gewölbes in Dresden, die kostbaren alten Meißner Porzellane, das goldene und silberne Tafelgeschirr, die Leuchter und Kandelaber, die Tafelaufsätze wunderbarster mittelalterlicher Goldschmiedekunst, kostbare Schmuckstücke und Kleinodien, goldene und silberne Bestecke waren zu diesem Zweck nach Meißen geschafft worden und bedeckten im Bankettsaal eine Tafel von allein 145 Gedecken, während anschließende Säle mehr als diese Zahl nochmals aufnahmen. In der Mitle des Saales zwischen den hufeisenförmig gestellten Tafeln duftete ein Wall von Rosen. Tausend Kerzen entsandten ihr leicht bewegtes Licht. Man aß wirklich von dem Porzellan mit dem gelbroten Drachenmuster berühmtester Meißner Zeit, aß wirklich von goldenen Tellern die die Wahrhaftigkeil ihrer Form dartaten, trank wirklich aus köstlichen Gläsern unnachahmlichen Schliffes, saß vor den Reichtümern die viele Könige gesammelt hatten und alle die Pracht behauptete ihr Recht. Warum? Weil sie Pracht war, weil sie nicht Prunk war. Weil das Gewicht und das Recht ihrer Form stärker waren als die des nachahmenden armseligen Prunkes unserer Tage der sein Recht nur vortäuschte. Wenn Dinge einer vergangenen Zeit wahrhaft dem Heute zu dienen vermögen, so sollen sie es tun. Aber die Dinge des Heute werden zur Lüge sobald sie sich vergangene Form anmaßen. Hier war nichts gelogen; diese Dinge sagten: wir sind prächtig. Und sie waren es.

Dieses sah ich. Aber ich sah auch, daß man sich nicht zu erregen brauchte über die Pracht oder den Reichtum den Könige und Herrscher von heute entfalteten. Da war keine Pracht. Sie waren sehr bescheiden geworden und mancher Bürger lebte üppiger. Aber auch sie unterlagen dem trügerischen Prunk den eine Zeit ohne Form oder mit der gefälschten Form der Vergangenheit forderte. Ich kam von Griechenland. Das Unwahrhaftige war sichtbarer denn je. Ich empfand das. Man lebte dennoch in einem gewissen Stil des Daseins. Wenigstens glaubte ich das. Man konnte doch nicht immerzu in die Vergangenheit ausweichen. Welches war unser Stil?

 

Als ich mich, nachdem das Fest verrauscht war, von meinem Vater verabschiedete – ich ging, keinem Ort enger verbunden, in der Gewißheit wenigstens dem Blute nach nicht nach Norddeutschland zu gehören, nach Frankfurt zurück, wo Octavia im Kreis von Angehörigen ihr Erdreich und ihren Rückhalt hatte und ich, obgleich nun das Haus oben am Main verwaist und die Großmutter schon manches Jahr tot war, mich immer noch gastlich und halb heimatlich zugehörig erachtete – sprach er ein Wort das mich in diesem Augenblick merkwürdig anrührte und zugleich für ihn selbst das Fest das er geleitet wie manches andere an den nach seiner Meinung gebührenden Platz verwies. Man hatte im Lauf der Jahre und zuletzt noch eben beim Jubiläum der Universität alle Ehren auf ihn gehäuft die die Stadt, das Land, die Universität selbst, Könige und Fürsten der Welt zu vergeben hatten; sein Ruf als Lehrer und Vertreter seiner Disziplinen war nur mit wenigen zu vergleichen; seine Auditorien waren voll, seine Zuhörer riß er wahrhaft in den warmen lebendigen Strom seines Worts, seiner Gedanken; sie liebten und verehrten ihn wie kaum einer von jungen Menschen je geliebt und geehrt wurde und er kannte nichts Schöneres als mit Jungen jung zu sein; er hatte nebenher noch Zeit gefunden große wissenschaftliche Probleme in seinen Büchern zu behandeln und darzustellen – es bestach ihn nichts. Er wußte was er aufgab als er sagte, als ob er sich nur bisher habe nicht entziehen wollen: »So, nun kann man das lassen; ich möchte endlich auch einmal arbeiten!« Er kannte keinen Zweifel; er war jünger als je als er das sagte; er war mehr als vierzig Jahre mit Begeisterung Dozent gewesen, aber jetzt wollte er auch einmal arbeiten. »Ich gehe nach Freiburg«, fuhr er nach einer Weile fort da ich ihn still ansah; »nach Freiburg, wo ich mit deiner Mutter so glücklich war.« – Wenn je eine Stille schön war so war es die welche nach diesen Worten in mir hing.

Dennoch ließ sich mein Vater noch vier Jahre halten. Seine Freunde, seine Schüler, die Fakultät, die Regierung bestürmten ihn. Er hatte es dazu, ein paar Jahre zuzulegen, lächelnd wie wenn man Kindern einen Willen tut. Im März des Jahres neunzehnhundertdreizehn legte er sein Lehramt nieder, jung, bewegt und begierig, und siedelte in die Stadt über, deren Bild auch ihn nie verlassen hatte – zu spät für meine Mutter. Der Glanz seines Wortes, das in mir fortlebte, machte mir das Fest das vorüber war lieb und unvergeßlich. Es war mir zugleich eine Bestätigung früher, still bewahrter Erlebnisse, die nie ein Wort berührt hatte. Trug auch er das Bild meiner Mutter und sein eigenes in der Erscheinung jener fernen Tage in sich: jung, glücklich, schön, heiter, unantastbar, ewig, gleich Seligen für die es kein Alter gab?

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