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Erinnerungen

Giacomo Casanova: Erinnerungen - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
authorCasanova
titleErinnerungen
volume5
translatorHeinrich Conrad
publisherGeorg Müller
firstpub1911
senderwww.gaga.net
created20050616
projectid161255ea
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Zwölftes Kapitel

Eigentümlichkeiten der Engländer. – Castelbajac. – Graf Schwerin. – Meine Tochter Sophie in Pension. – Die Charpillon.

Ich verbrachte eine jener Nächte, die wie ein beständiges Alpdrücken sind. Traurig und düster stand ich auf; ich war in einer Stimmung, daß ich einen Menschen hätte totschlagen oder auf Herzaß um sein Lebm hätte spielen mögen. Das Dach meines Hauses, das mir bis dahin so schön vorgekommen war, schien mit seinem ganzen Gewicht auf meiner Brust zu lasten. Ich ging aus, ohne an meinen Anzug zu denken; denn ich zog mechanisch meine Reisekleider wieder an. Der Anblick von etwa zwanzig Personen, die in einem Kaffeehause Zeitungen lasen, zog mich an, und ich trat ein.

Ich setzte mich an einen Tisch, den ich zufällig frei fand, und da ich kein Englisch verstehe, beobachtete ich die Gäste, wie sie kamen und gingen. Nach einigen Minuten wurde jedoch meine Aufmerksamkeit durch die Stimme eines Mannes erregt, der französisch sprach und an einen anderen folgende Worte richtete: »Tommy hat sich das Leben genommen, und daran hat er meiner Seel' recht getan, denn seine Vermögensverhältnisse waren in der allerschlimmsten Unordnung. Wenn er weitergelebt hätte, wäre er sehr unglücklich geworden.«

»Da irren Sie sich ganz und gar«, sagte der andere mit doktoraler Ruhe. »Da er auch mir schuldig war, war ich gestern dabei, als das Inventar seines Vermögens aufgenommen wurde, und da hat ein jeder sich überzeugen können, daß er einen wahren Anfängerstreich gemacht hat; denn er konnte noch sechs Monate warten, bis er sich das Leben nahm, und hätte trotz der Unordnung seiner Verhältnisse sich's sehr wohl sein lassen können.«

über diese Art des Rechnens würde ich gelacht haben, wenn ich in einer weniger düsteren Stimmung gewesen wäre; aber es ist eine Tatsache, daß dieses Gefühl negativer Heiterkeit mir gut tat. Ich überlasse es den Physiologen, festzustellen, wie auf einen Menschen eine solche Wirkung hervorgebracht werden kann, daß er aus dem Zustande von Betäubung, worin ihn ein großer Verlust versetzt, in einen Zustand von Gleichgültigkeit übergeht, worin er sich besser befindet.

Ich verließ das Kaffeehaus, ohne ein Wort gesprochen oder auch nur etwas verzehrt zu haben, und ging nach der Börse, um mir Geld geben zu lassen. Bosanquet gab mir sofort so viel, wie ich verlangte, und begleitete mich hierauf. Da ich einen Herrn sah, dessen Gesicht mich interessierte, fragte ich ihn: »Wer ist dieser Herr?«

»Das ist ein Mann, der hunderttausend Pfund wert ist.«

»Und wer ist jener?«

»Das ist einer, der keine zehn wert ist.«

»Aber ich frage Sie ja nicht, wieviele Pfund Sterling die Herren wert sind, sondern ich frage Sie nach ihren Namen.«

»Den weiß ich nicht.«

»Aber wie können Sie ihren Wert abschätzen, ohne ihren Namen zu kennen?«

»Hier macht der Name nichts aus, der Wert aber alles. Einen Menschen kennen heißt: wissen, über welchen Betrag er verfügen kann. Was kommt es denn auch auf einen Namen an? Verlangen Sie von mir tausend Pfund und quittieren Sie darüber in meiner Gegenwart mit dem Namen Attila oder Sokrates – mir genügt das. Sie werden nicht als Seingalt, sondern als Sokrates oder Attila bezahlen, und wir werden lachen.«

»Aber wenn Sie Wechsel unterschreiben?«

»Das ist etwas anderes, denn diese muß ich mit demselben Namen unterzeichnen, den der Aussteller mir gibt.«

»Das verstehe ich nicht.«

»Sie sind eben kein Engländer und kein Kaufmann.«

»Allerdings nicht.«

Von ihm begab ich mich nach dem Park; da ich aber vorher noch eine Banknote von zwanzig Guineen wechseln wollte, ging ich zu einem reichen Kaufmann, einem Lebemann, den ich im Gasthof kennen gelernt hatte. Ich warf eine Banknote auf seinen Tisch und bat ihn, mir dafür Goldstücke zu geben.

»Kommen Sie in einer Stunde wieder,« sagte er; »ich habe in diesem Augenblick kein Geld hier.«

»Gut; ich werde wieder vorsprechen, wenn ich vom Park zurückkomme.«

»Nehmen Sie Ihre Banknote wieder und geben Sie sie mir, wenn ich Ihnen die zwanzig Goldstücke auszahle.«

»Das ist einerlei. Behalten Sie sie nur; ich zweifle nicht an Ihrer Rechtschaffenheit.«

»Das ist Unsinn, lieber Freund; denn wenn Sie mir die Banknote hierlassen, werde ich Ihnen kein Geld mehr geben, wäre es auch nur, um Ihnen eine Lehre zu verabfolgen.«

»Ich halte Sie einer unredlichen Handlung nicht für fähig.«

»Ich bin es auch nicht; aber wenn es sich um eine so einfache Sache handelt, wie die, eine Banknote in die Tasche zu stecken, was durchaus keine Mühe macht, dann kann der redlichste Mensch glauben, er habe den Gegenwert dafür gegeben, und ein kleiner Irrtum des Gedächtnisses könnte zu einem Streit führen, bei welchem Sie sicherlich unterliegen müßten; denn man würde Ihnen ins Gesicht lachen, falls Sie etwa klagen sollten.«

»Ich fühle die Richtigkeit Ihrer Gründe, besonders in einer Stadt, wo man den Kopf fortwährend voll von Gedanken hat.«

Im Park fand ich Martinelli, dem ich für seinen Decamerone dankte; er hatte mir das Buch inzwischen gesandt. Er beglückwünschte mich zu meinem Wiedererscheinen in der Gesellschaft und zu der schönen Dame, deren glücklicher Besitzer und gewiß auch Sklave ich geworden sei. »Lord Pembroke hat sie gesehen und hat sie reizend gefunden.«

»Wie? Was sagen Sie da? Wo hat er sie gesehen?«

»Mit Ihnen in einem vierspännigen Wagen; Sie fuhren in scharfem Trab nach Rochester zu. Es ist etwa drei oder vier Tage her.«

»Schön, mein lieber Martinelli; jetzt kann ich es Ihnen ja sagen: ich brachte sie nach Calais und werde sie niemals wiedersehen.«

»Werden Sie Ihre Wohnung wieder zu denselben Bedingungen vermieten?«

»Nein, niemals wieder – obgleich der Gott der Liebe mich sehr gnädig behandelt hat. Sie werden mir ein Vergnügen machen, wenn Sie zu mir kommen, so oft Sie Lust haben.«

»Muß ich mich vorher anmelden?«

»Nein, für meine Freunde speist Lukullus bei Lukullus.«

Wir setzten unseren Spaziergang fort, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben, und sprachen von Literatur und allerlei Gebräuchen. Plötzlich bemerkte ich in der Nähe von Buckingham-House zu meiner Linken im Gebüsch fünf oder sechs Personen, die ein dringendes Bedürfnis verrichteten und dabei den Vorübergehenden den Hintern zukehrten. Diese Stellung erschien mir empörend unanständig, und ich sprach Martinelli gegenüber meinen Abscheu aus, indem ich besonders bemerkte, diese schamlosen Menschen müßten doch zum mindesten den Vorübergehenden ihr Gesicht zukehren.

»Keineswegs!« rief er; »denn dann würde man sie vielleicht erkennen, und ganz sicherlich würde man sie ansehen, während sie durchaus keine Gefahr laufen, erkannt zu werden, wenn sie nur ihren Hintern den Blicken preisgeben; außerdem nötigen sie dadurch jeden einigermaßen zartfühlenden Menschen, seine Blicke von ihnen abzuwenden.«

»Ich erkenne Ihre Gründe als richtig an, mein lieber Freund, aber Sie werden es natürlich finden, daß so etwas einen Ausländer empört.«

»Natürlich; in allen Ländern wurzeln die besonderen Gebräuche sich ebenso fest ein wie die Vorurteile. Sie haben wohl schon bemerkt, daß ein Engländer, der auf der Straße seine Schleusen öffnen muß, nicht wie bei uns in einen Gang tritt oder sich an eine Tür stellt oder einen Prellstein als Deckung benutzt?«

»Ja, ich habe gesehen, daß Leute sich nach der Mitte der Straße wandten; aber wenn sie es auf diese Weise vermeiden, von den Leuten gesehen zu werden, die auf den Bürgersteigen oder in den Läden sind, so werden sie dafür von denen gesehen, die vorüberfahren, und das ist doch auch nicht richtig.«

»Wer zwingt denn die Herrschaften, die bequem im Wagen fahren, hinzusehen?«

»Das ist allerdings auch wieder wahr.«

Wir gingen bis zum Greenpark und trafen dort Lord Pembroke, der einen Spazierritt machte. Sobald er mich sah, hielt er an und erhob ein lautes Geschrei. Ich erriet die Ursache seiner Überraschung und sagte ihm, ohne seine Frage abzuwarten: »Ich habe zu meinem großen Bedauern meine Freiheit wiedererlangt und fühle mich an meiner guten Tafel sehr vereinsamt.«

»Ich bin ein wenig neugierig, mein lieber Seingalt, und werde vielleicht heute zu Ihnen kommen und Ihnen Gesellschaft leisten.«

Wir trennten uns, und da ich darauf rechnete, daß ich ihn zum Mittagessen bei mir sehen würde, so ging ich nach Hause, um meinem Koch zu sagen, ich würde im Apollosaale speisen. Martinelli hatte sich für diesen Tag schon verpflichtet und konnte daher nicht kommen; aber er zeigte mir eine Ausgangstür des Parkes, die ich noch nicht kannte, und brachte mich auf den Weg.

Als wir in eine Straße einbogen, sahen wir eine Menge Leute, die etwas zu beobachten schienen. Martinelli ging an den Haufen heran, kam dann wieder zu mir und sagte: »Sie werden da etwas Eigentümliches sehen, was Sie Ihren Beobachtungen englischer Gebräuche einverleiben können.«

»Was ist es denn?«

»Ein Mensch, der in einer Viertelstunde an den Folgen eines Faustschlages auf die Schläfe sterben wird, den er bei einer Boxerei von einem anderen braven Mann erhalten hat.«

»Gibt es denn kein Mittel dagegen?«

»Es ist ein Chirurg da, der ihn zu retten verspricht, wenn man ihm erlaubt, den Mann zur Ader zu lassen.«

»Wer kann ihm denn das verbieten?«

»Das ist eben das Merkwürdige: Zwei Männer haben zwanzig Guineen auf das Leben des Mannes gewettet. Der eine hat gesagt: ich wette, daß er stirbt; der andere: ich wette, er wird nicht sterben. Der erste erhebt Einspruch gegen den Aderlaß; denn wenn der Chirurg den Verwundeten heilt, wird der zweite seine zwanzig Guineen verlangen.«

»Ein sehr unglücklicher Mensch und sehr unbarmherzige Wetter!«

»In betreff des Wettens sind die Engländer eigentümliche Leute. Bei ihnen wird auf alles gewettet. Es gibt hier eine Gesellschaft, die man den Wettklub nennt. Wenn Sie Lust haben, dem Verein beizutreten, werde ich Sie vorstellen.«

»Spricht man französisch?«

»Ohne allen Zweifel; denn die Mitglieder sind geistreiche und vornehme Leute.«

»Und was macht man in diesem Klub?«

»Man plaudert, man disputiert; und wenn jemand irgend etwas leugnet, was ein anderer behauptet, so muß eine Wette angenommen werden, falls einer von den beiden sie vorschlägt; sonst muß eine Geldstrafe zugunsten einer allgemeinen Kasse bezahlt werden, die am Ende eines jeden Monats geteilt wird.«

»Lieber Freund, verschaffen Sie mir doch den Zutritt zu diesem reizenden Klub! Ich werde da reich werden; denn ich werde mit meiner Meinung nicht zurückhalten, so oft ich entgegengesetzter Ansicht bin, aber ich werde darauf halten, daß ich meiner Sache sicher bin.«

»Nehmen Sie sich in acht, denn Sie werden es mit starken Gegnern zu tun haben!«

»Aber kommen wir noch einmal auf den sterbenden Mann! Was wird man dem anderen tun, der ihn getötet hat?«

»Man wird seine Hand untersuchen, und wenn diese glatt ist wie die Ihrige und wie die meinige, wird man sich damit begnügen, sie zu zeichnen.«

»Das begreife ich nicht. Bitte, erklären Sie es mir! Woran erkennt man eine gefährliche Hand?«

»Wenn man die Hand gezeichnet findet, so ist dies ein Beweis, daß er bereits einen Menschen getötet hat. Nachdem man seine Hand gezeichnet hat, sagt man zu ihm: Nimm dich in acht, noch einen zu töten; denn wenn du dies tust, wird man dich hängen.«

»Aber wenn dieser Mann angegriffen wird?«

»Er braucht nur seine Hand zu zeigen. Bei diesem Anblick entfernt sich sofort ein jeder und läßt, ihn in Ruhe.«

»Aber wenn man ihn zwingt?«

»Dann befindet er sich in der Notwehr, und wenn er einen Totschlag begeht, wird er freigesprochen, vorausgesetzt, daß er Zeugen hat.«

»Ich wundere mich, daß der Faustkampf erlaubt ist, da er den Tod eines Menschen herbeiführen kann.«

»Er ist nur als Wette erlaubt. Die Gegner werfen vor Beginn des Kampfes ein Geldstück oder mehrere auf die Erde und bekunden dadurch, daß sie eine Wette eingehen. Haben sie das nicht getan, so wird der Sieger gehenkt, wenn er den anderen tötet.«

»O Gesetze, o Sitten!«

Durch solche Beobachtungen lernte ich diese stolze Nation kennen, die so groß und zugleich so klein ist.

Der edle Lord erschien pünktlich zur verabredeten Stunde, und ich bewirtete ihn aufs beste, um ihm Lust zu machen, recht bald wieder zu kommen. Obgleich wir beide allein miteinander speisten, saßen wir sehr lange bei Tisch, denn ich wünschte von ihm Erklärungen über alles, was ich am Morgen gesehen hatte, besonders über den Wettklub. Der liebenswürdige Pembroke riet nur, nicht einzutreten, wenn ich mir nicht etwa vornehmen wollte, eine oder fünf Wochen lang vollständig zu schweigen.

»Aber wenn man mich fragt.«

»Dann müssen Sie ausweichen.«

»Natürlich werde ich ausweichen, wenn ich nicht imstande bin, meine Meinung abzugeben; aber im gegenteiligen Falle wäre selbst Satan nicht imstande, mich zum Schweigen zu bringen.«

»Um so schlimmer.«

»Aber sind es denn Gauner?«

»Ganz gewiß nicht. Es sind lauter Edelleute, Gelehrte, reiche Herren und Lebemänner. Aber sie sind unbarmherzig im Vorschlagen und Annehmen von Wetten.«

»Ist die Kasse reich?«

»Nichts weniger als das, denn man betrachtet es als eine Schande, die Buße zu bezahlen, und nimmt lieber eine mäßige Wette an. Wer wird Sie vorschlagen?«

»Martinelli.«

»Ja, er wird sich an Spencer wenden, der Mitglied der Gesellschaft ist. Ich habe es abgelehnt, mich einführen zu lassen.«

»Warum?«

»Weil ich nicht gerne disputiere.«

»Ich habe den entgegengesetzten Geschmack, und darum will ich mich um meine Zulassung bewerben.«

»Wissen Sie übrigens, Herr von Seingalt, daß Sie ein eigentümlicher Mensch sind?«

»Warum, Mylord?«

»Sie schließen sich einen ganzen Monat lang mit einer Frau ein, die vierzehn Monate in London gelebt hat, ohne daß es einem Menschen gelungen ist, sie kennen zu lernen oder auch nur zu erfahren, aus welchem Lande sie ist! Die Neugier aller Liebhaber seltsamer Dinge ist hierdurch aufs höchste angestachelt worden.«

»Woher haben Sie erfahren, daß sie vierzehn Monate hier gelebt hat?«

»Mehrere Personen haben sie im Hause einer ehrbaren Witwe gesehen, bei der sie den ersten Monat wohnte. Sie hat auf die Anträge, die man ihr machte, niemals auch nur eine Antwort gegeben: Ihr Anschlagzettel hat geradezu Wunder gewirkt.«

»Zum Unglück für mich! Denn ich fühle, daß ich nach ihr kein anderes Weib mehr lieben kann.«

»Ach, das ist Kinderei, mein Lieber. In acht Tagen lieben Sie eine andere, vielleicht morgen schon, wenn Sie zu mir aufs Land kommen und bei mir zu Mittag speisen wollen. Ich traf gestern zufallig in Chelsea eine richtige französische Schönheit, die sich bei mir zum Essen einlud. Ich habe meine Anordnungen getroffen und einigen Freunden, die das Spiel lieben, Bescheid sagen lassen.«

»Das Glücksspiel?«

»Selbstverständlich.«

»Spielt diese reizende Französin gern?«

»Sie nicht, aber ihr Mann.«

»Wie heißt der?«

»Er läßt sich Graf Castelbajac nennen.«

»Ah! Castelbajac?«

»Ja.«

»Gascogner?«

»Ja.«

»Groß, mager, schwarz, pockennarbig?«

»Ganz recht! Ich bin entzückt, daß Sie ihn kennen. Ist seine Frau nicht wirklich eine Schönheit?«

»Das kann ich nicht sagen. Ich habe vor sechs Jahren diesen Castelbajac oder den Herrn, der sich so nennt, kennen gelernt und habe niemals etwas davon gehört, daß er verheiratet wäre. Übrigens stehe ich Ihnen zu Verfügung, Mylord, und es ist mir sehr angenehm, Ihre Gesellschaft mitzumachen. Nur muß ich Sie bitten, nichts zu sagen, falls er etwa so tun sollte, wie wenn er mich nicht kennte; denn er könnte triftige Gründe dazu haben, übermorgen werde ich Ihnen eine Geschichte erzählen können, die dem Herrn keine Ehre macht. Ich wußte nicht, daß er Spieler ist. Ich werde in der Gesellschaft der Wetter auf meiner Hut sein, und ich rate Ihnen, Mylord, seien Sie morgen in Ihrer Gesellschaft auf Ihrer Hut!«

»Ich werde mir den Rat zunutze machen.«

Nachdem Pembroke sich entfernt hatte, ging ich aus und machte einen Besuch bei der Cornelis, die mir vor acht Tagen mitgeteilt hatte, daß meine Tochter krank sei. Sie beklagte sich, daß sie zu zwei verschiedenen Malen, wo sie mich aufgesucht habe, nicht angenommen worden sei, obwohl ich ganz bestimmt zu Hause gewesen sei. Ich antwortete ihr: ich sei in meinem Hause verliebt und glücklich gewesen und habe darum meine Tür vor jedermann verschlossen gehalten. Hiermit mußte sie sich zufrieden geben.

Der Zustand meiner kleinen Sophie beunruhigte mich; sie lag mit starkem Fieber zu Bett, war sehr abgemagert, und ihr ausdrucksvoller Blick sagte mir, daß ein Kummer an ihr nagte. Ihre Mutter war in Verzweiflung, denn sie liebte sie leidenschaftlich, und ich glaubte, sie würde mir die Augen ausreißen, als ich ihr sagte: wenn das Kind sterben sollte, so würde sie sich seinen Tod vorzuwerfen haben. Sophie mit ihrem ausgezeichneten Herzen rief sofort: »Nein, nein, mein lieber Papa!«

Dann fiel sie ihrer Mutter um den Hals und suchte sie durch ihre Liebkosungen zu beruhigen.

Ich rief die Mutter auf die Seite und sagte zu ihr: »An Sophien« Krankheit ist nur die Furcht vor Ihrer übergroßen Strenge schuld. So zärtlich Sie sie lieben, behandeln Sie sie doch mit einem unerträglichen Despotismus. Geben Sie sie für ein paar Jahre in eine Pension, wo sie mit Töchtern aus guten Familien zusammen ist. Teilen Sie ihr dies noch heute Abend mit und Sie sollen sehen, morgen geht es ihr besser.«

»Aber eine gute Pension kostet jährlich hundert Guineen!«

»Wenn die Pension, die Sie wählen, mir zusagt, bin ich bereit, für ein Jahr vorauszubezahlen.«

Als sie dies hörte, umarmte diese Frau, die trotz ihrem Luxus und ihrem scheinbaren Reichtum wirklich in Not war, mich mit allen Anzeichen der lebhaftesten Dankbarkeit.

»Kommen Sie!« rief sie; »kommen Sie, mein lieber Freund, und sagen Sie es selber meiner Tochter. Ich will sehen, was für ein Gesicht sie dazu macht!«

»Gern.«

»Meine liebe Sophie,« sagte ich zu dem Kinde, »deine Mutter und ich sind überzeugt, daß eine Luftveränderung dich bald wieder gesund machen wird. Wenn du ein oder zwei Jahre in einer der besten Pensionen auf dem Lande verbringen willst, so bin ich bereit, sofort für das erste Jahr zu bezahlen.«

»Ich kann nur meiner lieben Mama gehorchen«, sagte Sophie.

»Von Gehorsam ist nicht die Rede. Gehst du gern in die Pension? Sprich dich ganz offen aus!«

»Aber wird es meiner lieben Mama angenehm sein?«

»Sehr angenehm, mein liebes Kind, wenn du gern gehst.«

»O! Dann gehe ich mit dem größten Vergnügen, liebe Mama!«

Bei diesen Worten wurde das Gesicht des Kindes feuerrot – für mich ein deutliches Zeichen, daß ich richtig gesehen hatte. Ich verabschiedete mich von ihnen, indem ich die Cornelis bat, mir Nachricht zu geben.

Am nächsten Morgen um zehn Uhr fragte Jarbe mich, ob ich meine Gesellschaft vergessen habe.

»Nein, aber es ist ja erst zehn Uhr.«

»Allerdings, Herr, aber Sie haben zwanzig Meilen zu fahren.«

»Zwanzig Meilen?«

»Ja, gewiß, Sie müssen ja nach St. Albans.«

»Ich finde es sonderbar, daß Pembroke mir davon nichts gesagt hat. Woher weißt du es denn?«

»Er hat seine Adresse hinterlassen, als er ging.«

»So sind die Engländer!«

Ich nahm die Post, was keine Umstände machte, denn sie ist überall zu haben, und in weniger als drei Stunden war ich an Ort und Stelle. Es gibt nichts Schöneres, als die englischen Landstraßen, und nichts Lieblicheres, als die lachende Landschaft. Nur der Weinstock fehlt, denn Englands Boden, so fruchtbar er ist, taugt doch nicht für den Weinbau.

Das Haus des Lords Pembroke ist nicht groß, kann aber doch bequem zwanzig Herrschaften mit ihren Dienern aufnehmen.

Da die Dame noch nicht gekommen war, zeigte der Lord mir seinen Park, seine Bäder, seine prachtvollen Gewächshäuser und einen Hahn, der in einem Verschlage angekettet war. Dieses Tier sah wirklich zum Erschrecken wild aus.

»Was haben Sie denn da, Mylord?«

»Das ist ein Hahn.«

»Das sehe ich; aber er ist angekettet – warum denn?«

»Weil er wild ist. Er ist sehr verliebt, und wenn er nicht angekettet wäre, würde er auf Liebesabenteuer ausgehen und alle Hähne der Nachbarschaft töten.«

»Aber warum verdammen Sie ihn zum Zölibat?«

»Damit er kriegstüchtig bleibt. Sehen Sie, hier ist die Liste seiner Siege.«

Er zeigte mir eine beglaubigte Liste aller Kämpfe, aus denen der Hahn als Sieger hervorgegangen war, nachdem er seinen Gegner getötet hatte: es waren mehr als dreißig. Ferner zeigte er mir die Stahlsporen, mit denen man ihn an den Kampftagen bewaffnete. Als der Hahn sie sah, fing er an zu zittern und krähte. Ich mußte unwillkürlich lachen, als ich solchen kriegerischen Mut bei einem so kleinen Tier bemerkte. Der Hahn schien vom Kampfteufel besessen zu sein; er hob seine Füße hoch, wie wenn er darum bitten wollte, daß man ihm seine Waffen anschnallte.

Nach den Sporen zeigte Pembroke mir den Helm, der ebenfalls aus sehr glänzendem Stahl verfertigt war.

»Aber,« bemerkte ich, »wenn er solche Vorteile hat, ist er natürlich sicher, seinen Gegner zu besiegen!«

»Durchaus nicht! Denn wenn er mit allen seinen Waffen gerüstet ist, verschmäht er einen Gegner, der nicht dieselben Waffen hat.«

»Das ist kaum zu glauben, Mylord.«

»Es ist vollkommen beglaubigt. Lesen Sie nur!«

Er zeigte mir nun eine Liste, die den ganzen Stammbaum dieses sonderbaren Zweifüßlers enthielt. Er konnte besser als mancher adelige Herr zweiunddreißig Ahnen nachweisen – aber natürlich nur von väterlicher Seite; denn hätte er auch von Seiten der Mütter sein reines Blut nachweisen können, so hätte Lord Pcmbroke ihn zum mindesten mit dem Orden vom Goldenen Vließ dekoriert.

»Dieser Hahn«, sagte er zu mir, »kostet mir hundert Guineen, aber ich würde ihn nicht für tausend hergeben.«

»Hat er Kinder?«

»Er arbeitet daran, aber die Sache ist schwierig.«

Ich erinnere mich nicht mehr, was der Lord mir über die Art dieser Schwierigkeiten sagte. Die Engländer sind das sonderbarste Volk; bei keiner anderen Nation kann der aufmerksame Beobachter so viele Eigentümlichkeiten sehen.

Endlich sah ich einen Wagen mit einer Dame und zwei Kavalieren ankommen. Der eine war der Gauner Castelbajac, der andere ein magerer Herr, der sich als Grafen Schwerin vorstellte, Neffen des berühmten gleichnamigen Feldmarschalls, der auf dem sogenannten Totenbett der Helden und Feld der Ehre starb. General Bekw ..., ein Engländer, der das Regiment des Feldmarschalls im Dienste des Königs von Preußen kommandierte und einer der Gäste des Lords Pembroke war, sagte dem Herrn aus Höflichkeit, sein Oheim sei in seiner Gegenwart gestorben. Dies veranlaßte den bescheidenen Neffen, das blutbefleckte Band des Schwarzen Adlerordens aus seiner Tasche zu ziehen und zu uns zu sagen: »Dieses Band trug mein Oheim an seinem Todestage, und Seine Majestät von Preußen hat mir erlaubt, es als ein edles Andenken zu behalten.«

»Aber«, sagte ein anderer von den anwesenden Engländern, »so etwas trägt man doch nicht in der Tasche.«

Der angebliche Schwerin tat, wie wenn er ihn nicht verstände, und dies genügte mir, um zu sehen, wes Geistes Kind er war.

Lord Pembroke bemächtigte sich sofort der Dame, die aber nach meiner Meinung einen Vergleich mit Pauline nicht aushalten konnte; sie war weißer, weil sie blond war, aber sie war weniger groß und hatte nicht den geringsten adeligen Anstand. Sie ließ mich vollkommen kalt, denn das Lächeln machte sie häßlicher, und das ist ein großer Schönheitsfehler bei einer Frau; denn das Lachen muß sie verschönern, damit sie wirklich interessant werde.

Lord Pembroke stellte seine Gäste der Gesellschaft vor, und als er meinen Namen nannte, bezeugte Castelbajac eine große Freude, mich wiederzusehen, obgleich mein Name Seingalt ihm ja erlaubt haben würde, sich zu stellen, als ob er mich nicht kenne.

Wir hielten eine fröhliche Mahlzeit mit englischen Gerichten, und zum Schluß schlug Madame eine Partie Pharao vor.

Da Mylord niemals spielte, so erbot der General sich, zur Unterhaltung der Gesellschaft die Bank zu halten. Er legte etwa hundert Guineen und mehrere Banknoten auf den Tisch; alles in allem mochte die Bank etwa tausend Guineen stark sein. Hierauf gab er jedem Spieler zwanzig Marken, indem er erklärte, daß eine jede zehn Schilling gelte. Da ich nur gegen bar spielen wollte, so nahm ich keine Marken an. Bei der dritten Taille hatte Schwerin seine zwanzig Marken verloren und verlangte neue; als jedoch der Bankhalter ihm sagte, er spiele nicht auf Wort, schwieg der angebliche Neffe des Feldmarschalls und spielte nicht mehr.

Bei bei nächsten Taille kam Castelbajac in dieselbe Lage; da er neben mir saß, bat er mich um Erlaubnis, zehn Goldstücke von meinem Gelde nehmen zu dürfen.

»Sie würden mir Unglück bringen,« sagte ich kalt, indem ich zugleich seine Hand zurückstieß. Er ging in den Garten hinaus, jedenfalls, um die Beleidigung zu verdauen, die ich ihm zugefügt hatte. Die Dame sagte, ihr Mann habe seine Brieftasche vergessen. Eine Stunde darauf legte der General die Karten hin, und ich entfernte mich, indem ich Mylord und die ganze Gesellschaft für den nächsten Tag zum Mittagessen in mein Haus einlud.

Um elf Uhr war ich wieder zu Hause. Ich hatte unterwegs keine Straßenräuber getroffen, wie ich erwartet hatte; ich hatte für diesen Fall sechs Guineen in eine kleine Börse gesteckt, die ich zu opfern bereit war. Ich ließ meinen Koch wecken und sagte ihm, am nächsten Tage hätte ich zwölf Personen zu Tisch, und ich erwartete, daß er mir Ehre machte. Auf meinem Tisch fand ich einen Brief von der Cornelis, die mir schrieb, sie werde am nächsten Sonntag mit ihrer Tochter bei mir speisen und nach dem Essen wollten wir die Pension ansehen, in der sie das Kind unterzubringen gedächte.

Am nächsten Tage kam zuerst Lord Pembroke mit der schönen Französin in einem Wagen mit zwei engen Plätzen; aber diese Enge war der Liebe günstig. Der Gascogner und der Preuße kamen zuletzt.

Wir setzten uns um zwei Uhr zu Tisch und tafelten bis vier Uhr; wir waren alle sehr zufrieden mit meinem Koch und noch mehr mit meinem Weinhändler; denn obwohl wir vierzig Flaschen verschiedener ausgezeichneter Weine geleert hatten, waren wir alle bei Besinnung.

Nach dem Kaffee lud der General alle Anwesenden ein, bei ihm zu Abend zu essen, und Madame Castelbajac forderte mich auf, eine Bank zu legen. Ohne mich lange bitten zu lassen, legte ich tausend Guineen auf; da ich jedoch keine Spielmarken hatte, so erklärte ich, daß ich nur gegen bar spielen und daß ich aufhören würde, sobald es mir paßte.

Die beiden Grafen bezahlten vor Beginn des Spiels dem General ihren Verlust vom vorigen Tage mit zwei Banknoten, die der General mich ihm zu wechseln bat. Ich wechselte den Herren noch zwei andere und legte die vier Scheine unter meine Tabaksdose auf die Seite.

Das Spiel begann. Da ich keinen Kroupier hatte, mußte ich langsam abziehen und dabei auf die beiden Grafen achten, die sich beständig zu ihrem Vorteil irrten. Dies machte mich verdrießlich. Endlich waren sie alle beide auf dem Trockenen und hatten zu meinem Glück auch keine Banknoten mehr. Castelbajac zog einen Wechsel über zweihundert Guineen aus der Tasche und warf mir diesen hin, indem er mich bat, ihn zu diskontieren.

»Ich verstehe mich nicht auf Handelspapiere«, antwortete ich.

Ein Engländer nahm den Wechsel, untersuchte ihn sehr gründlich, und legte ihn dann wieder auf den Tisch, indem er sagte, er kenne weder den Aussteller noch den Akzeptanten noch den Indossanten.

»Der Indossant bin ich,« sagte Castelbajac, »und ich denke, das muß Ihnen genügen.«

Alle Anwesenden lachten, außer mir. Ich nahm den Wechsel, gab ihn höflich dem Herrn zurück und sagte, er könne ihn am nächsten Tage an der Börse diskontieren. Verdrießlich stand er auf und entfernte sich, indem er unverschämte Worte murmelte. Schwerin folgte ihm.

Nachdem die beiden Ehrenmänner sich entfernt hatten, zog ich in aller Ruhe bis tief in die Nacht hinein weiter ab. Obwohl ich im Verlust war, hörte ich endlich auf, weil der General zu sehr im Glück war. Bevor sie gingen, nahmen der Lord und er mich auf die Seite und baten mich, dafür zu sorgen, daß die beiden Schwindler am nächsten Abend nicht zum Essen kämen; »denn«, sagte der General, »wenn der Gascogner sich auch nur die Hälfte der Unverschämtheiten mir zu sagen erlaubte, die er sich Ihnen gegenüber herausgenommen hat, so würde ich ihn zum Fenster hinauswerfen lassen.«

Pembroke sagte ihm, er brauche nur die Frau damit zu beauftragen.

»Glauben Sie,« fragte ich ihn, »daß diese vier Banknoten, die von ihm herrühren, möglicherweise falsch sind?«

»Das ist sehr leicht möglich!«

»Was würden Sie tun, um den Zweifel zu beseitigen?«

»Ich würde sie nach der Bank schicken, um sie wechseln zu lassen.«

»Und wenn die Bank sie als falsch erkennt?«

»Dann würde ich den Verlust ruhig hinnehmen oder ich würde die Gauner verhaften lassen.«

Am nächsten Morgen ging ich selber auf die Bank. Der erste, dem ich meine vier Banknoten gab, reichte sie mir zurück und sagte kalt: »Das ist falsches Geld, mein Herr.«

»Wollen Sie sie, bitte, aufmerksam prüfen!«

»Das ist nicht nötig, die Scheine sind falsch. Geben Sie sie demjenigen zurück, der sie Ihnen gegeben hat; er wird sich nicht lange bitten lassen, sie Ihnen wieder zu wechseln.«

Ich wußte wohl, daß ich die beiden Gauner hinter Schloß und Riegel bringen konnte, aber es widerstrebte mir, dies zu tun. Ich ging zu Lord Pembroke, um mir ihre Adresse sagen zu lassen. Er lag noch im Bett; aber einer von seinen Leuten führte mich zu ihnen. Mein Erscheinen überraschte sie. Ich sagte ihnen ziemlich ruhig, ihre Banknoten wären falsch, und ich bäte sie daher, sie zurückzunehmen und mir dafür vierzig Goldstücke zu geben.

»Ich habe kein Gold,« sagte Castelbajac; »aber was Sie da sagen, überrascht mich sehr. Ich kann die Banknoten nur an den zurückgeben, von dem ich sie habe, das heißt: wenn es dieselben sind, die Sie gestern von uns erhalten haben.«

Bei dieser beleidigenden Andeutung stieg mir das Blut zu Kopfe. Ich warf ihm einen entrüsteten Blick zu und verließ ihn mit einem kurzen Wort, das ihn als das brandmarkte, was er war. Der Bediente, der mich begleitet hatte, führte mich sogleich zu dem zuständigen Richter, der mich meine Aussage beschwören ließ und mir eine Urkunde ausfertigte, die mich ermächtigt«, die Betrüger verhaften zu lassen. Ich gab die Urkunde einem Alderman, der es übernahm, sie zur Ausführung zu bringen, und ging sehr verdrießlich über diese ärgerliche Geschichte nach Hause.

Dort erwartete mich Martinelli; er war gekommen, um mit mir zu speisen. Ich erzählte ihm die Geschichte, ohne ihm jedoch zu sagen, daß die Spitzbuben verhaftet werden sollten. Er faßte die Sache als Philosoph auf und sagte mir ruhig, an meiner Stelle würde er mit den vier Banknoten ein Autodaf veranstalten. Der Rat war gut; leider befolgte ich ihn nicht. Der wackere Martinelli glaubte mir ein Vergnügen zu machen, indem er mir sagte, er habe mit Lord Spencer den Tag meines Eintritts in den Wettklub verabredet. Ich antwortete ihm jedoch, mir sei die Lust vergangen, Mitglied zu werden. Ich hätte diesen Mann, der sich durch sein Wissen ebenso sehr auszeichnete wie durch seinen Lebenswandel, höflich und rücksichtsvoll behandeln sollen. Aber wer könnte wohl je die Tiefen der menschlichen Schwächen ergründen! Oft nimmt man es einem anständigen Menschen übel, daß er einen klugen Rat gibt, den zu befolgen man nicht den Mut hat.

Gegen Abend begab ich mich zum General, bei dem ich die sogenannte Gräfin Castelbajac auf Lord Pembrokes Knien sitzend fand. Das Abendessen war schön und lustig; die beiden unglücklichen Kavaliere erschienen nicht, und es wurde von ihnen nicht gesprochen. Nach Tisch gingen wir in ein anderes Zimmer, wo wir bis Tagesanbruch spielten. Ich ging mit einem Verlust von zwei- oder dreihundert Guineen nach Hause.

Als ich am nächsten Tage sehr spät erwachte, sagte mein Diener mir, es sei ein Mensch da, der mit mir zu sprechen wünsche. Ich ließ ihn hereinkommen, und da er nur englisch sprach, mußte Jarbe mir als Dolmetscher dienen. Der Mann war der Anführer der Polizisten; er ließ mir sagen, daß er gegen Erstattung der Reisekosten bereit sei, Castelbajac in Dover zu verhaften, wohin dieser gegen Mittag abgereist sei. Den anderen werde er ganz bestimmt im Laufe der Nacht einfangen.

Ich gab ihm eine Guinee und ließ ihm sagen, die Verhaftung des zweiten genüge mir, und er könne den anderen ruhig laufen lassen.

Der nächste Tag war ein Sonntag – der einzige Tag der Woche, wo die Cornelis sich in den Lodoner Straßen sehen lassen konnte, ohne befürchten zu müssen, daß ein Polizeibeamter oder ein Gerichtsbote sie verhaftete. Sie kam daher mit ihrer Tochter zu mir, die durch die Aussicht, demnächst ihre Mutter verlassen zu dürfen, wie von einem Zaubermittel wiederhergestellt war. Die Pension, die die Cornelis gewählt hatte, befand sich in Harwich, und dorthin fuhren wir nach dem Essen.

Die Leiterin der Anstalt war katholisch. Trotz ihren sechzig Jahren sah sie frisch aus; sie besaß viel Geist und Weltgewandtheit. Da Lady Harrington ihr bereits eine Empfehlung geschickt hatte, empfing sie die junge Cornelis sehr freundlich. Sie hatte etwa fünfzehn junge Pensionärinnen von dreizehn bis vierzehn Jahren. Als sie ihnen Sophie als neue Kameradin vorstellte, umringten alle diese jungen Damen sie und überhäuften sie mit Liebkosungen. Fünf oder sechs waren Engel von entzückender Schönheit, und zwei oder drei waren abstoßend häßlich. Solche Gegensätze findet man in England öfter als anderswo. Meine Tochter war kleiner als alle anderen, aber sie war schön genug, um keinen Vergleich scheuen zu müssen, und ihre Klugheit machte sie einer jeden ebenbürtig. Sie erwiderte die Liebkosungen mit jener Leichtigkeit des Benehmens, die man in späteren Jahren nur durch lange Übung erwirbt.

Als wir die innere Einrichtung des Hauses besichtigten, begleiteten alle Schülerinnen uns; diejenigen, die gut genug französisch oder italienisch sprachen, redeten mich an und sagten mir, sie würden meine Tochter herzlich lieb haben. Die anderen hielten sich abseits, wie wenn sie sich ihrer Unwissenheit schämten. Wir besahen die Klaviere, die Harfen, die Schulsäle, die Schlafzimmer – alles, und ich fand, daß meine Sophie es gar nicht besser hätte treffen können. Wir gingen daher in das Privatzimmer der Vorsteherin, und die Cornelis zahlte ihr hundert Guineen für ein Jahr voraus, worüber sie sich eine Quittung geben ließ. Hierauf verabredeten wir, Sophie solle von dem Tage an, wo sie mit einem Bett und der erforderlichen Ausrüstung kommen werde, in die Anstalt eintreten und als Pensionärin behandelt werden. Die Cornelis besorgte dies schon am nächsten Sonntag.

Am Tage nach diesem Besuche teilte der Alderman mir mit, der Graf Schwerin sei bei ihm als Gefangener und wünsche mit mir zu sprechen. Anfangs weigerte ich mich; als aber der Bote des Aldermans mir durch Jarbe sagen ließ, der arme Teufel habe keinen Penny, da wurde ich mitleidig und änderte meinen Entschluß; denn da es sich um falsche Banknoten handelte, so würde man ihn nach Newgate gebracht haben, und dort wäre er in großer Gefahr gewesen, an den Galgen zu kommen.

Ich folgte dem Abgesandten des Beamten und ich kann nicht beschreiben, wie schmerzlich mir der Anblick der strömenden Tränen und der verzweifelten Gebärden des Unglücklichen war, der mich flehentlich bat, ich möchte doch Mitleid mit ihm haben. Er schwor mir, die Banknoten seien ihm von Castelbajac gegeben worden; er wisse aber, von wem dieser sie erhalten habe, und er erbot sich, mir die Person zu nennen, wenn ich ihm die Gnade erweisen wolle, ihn wieder in Freiheit setzen zu lassen.

Ein Restchen von Ärger veranlaßte mich, ihm zu antworten, er brauche ja nur die betreffende Person zu nennen und sei dann sicher, nicht gehenkt zu werden. Ich wolle es mir jedoch täglich vier Pence kosten lassen und ihn solange im Gefängnis lassen, bis er mir mein Geld wieder gegeben habe. Auf diese Drohungen hin begann er wieder zu weinen und zu schreien, er sei im allertiefsten Elend; nachdem er alle seine Taschen umgedreht hatte, in denen sich wirklich kein Heller befand, bot er mir das blutige Ordensband seines angeblichen Oheims als Pfand an. Ich freute mich, einen Vorwand zu haben, ohne mich schwach zeigen zu müssen. Ich nahm daher das Band an und gab ihm eine Quittung über seine Schuld, indem ich mich verpflichtete, ihm dieses Brimborium, woran der Schwarze Adler hing, zurückzugeben, sobald er mir vierzig Guineen auszahlen würde.

Nachdem ich meine Abstandserklärung schriftlich gegeben und die Kosten, seiner Haft bezahlt hatte, verbrannte ich in seiner Gegenwart und in der des Aldermans die vier falschen Banknoten und ließ ihn in Freiheit setzen.

Zwei Tage darauf fand die angebliche Gräfin sich bei mir ein und sagte mir, sie wisse nicht, wo sie ihr Haupt niederlegen solle, da Castelbajac und Schwerin abgereist seien. Sie beklagte sich bitterlich über Lord Pembroke, der sie ebenfalls verlassen habe, nachdem sie ihm die unzweifelhaftesten Beweise ihrer Zärtlichkeit gegeben habe. Um sie zu trösten, sagte ich ihr, er würde sehr unrecht daran getan haben, sie vorher zu verlassen, denn er müsse sie als seine Schuldnerin ansehen.

Um die Frau loszuwerden, mußte ich ihr das Reisegeld nach Calais geben. Sie sagte mir, sie wolle den Gascogner nicht wieder sehen; übrigens sei er gar nicht ihr Gatte. Wir werden in drei Jahren dieselben Persönlichkeiten wiederfinden.

Einen oder zwei Tage darauf ließ ein Italiener sich bei mir melden; er gab mir einen Brief meines Freundes Baletti, der mir den Überbringer, Constantini aus Vicenza, empfahl. Dieser komme nach London in einer wichtigen Angelegenheit, die er mir mitteilen müsse. Er bat mich, ihm nützlich zu sein, so sehr ich nur könnte.

Nachdem ich Herrn Constantini versichert hatte, ich würde mich glücklich schätzen, das Vertrauen eines meiner besten Freunde rechtfertigen zu können, faßte er den Mut, mir zu sagen: »Die lange Reise, die ich gemacht habe, hat meine Börse so ziemlich erschöpft; aber ich weiß, daß meine Frau hier ist und daß sie reich ist. Es wird mir leicht sein, ihren Aufenthalt zu entdecken, und wie Sie wissen,, gehört mir als Ehemann alles, was sie besitzt.«

»Das wußte ich nicht.«

»Sie kennen also die Gesetze dieses Landes nicht?«

»Nein.«

»Das tut mir leid, aber es ist so. Ich gedenke morgen zu ihr zu gehen und sie in dem Kleide, das sie auf dem Leibe hat, auf die Straße zu werfen, denn ihre Möbel, Kleider, Wäsche, Schmucksachen gehören mir – mit einem Wort: alles, was sie besitzt, ist mein. Dürfte ich Sie bitten, mich zu begleiten, wenn ich diesen schönen Streich ausübe?«

Ich war ganz verblüfft. Ich fragte ihn, ob er Baletti von seinen Absichten in Kenntnis gesetzt hätte, und er antwortete:

»Ich habe es keinem Menschen auf der ganzen Welt anvertraut; Sie sind der erste, dem ich mich eröffnet habe.«

Ich konnte ihn nicht als einen Wahnsinnigen behandeln, denn er sah nicht danach aus; auch war es wohl möglich, daß das Gesetz, wovon er sprach, in England gültig war. Ich antwortete ihm, ich sei nicht geneigt, mich in diese Angelegenheit einzumischen, die ich übrigens entschieden mißbillige, es sei denn, daß seine Gemahlin die Sachen, die sie in diesem Augenblick besitze, ihm entwendet habe.

»Meine Gattin, mein Herr, hat mir nur meine Ehre gestohlen und hat nur ihr Talent mitgenommen, als sie mich verließ. Sie muß hier ein großes Vermögen erworben haben, und habe ich nicht recht, wenn ich mich desselben bemächtige, wäre es auch nur, um sie zu bestrafen und um mich an ihr zu rächen?«

»Das mag wohl sein; aber da Sie mir ein vernünftiger Mann zu sein scheinen, so frage ich Sie: was würden Sie von mir halten, wenn ich so ohne weiteres bereit wäre, Sie bei einer Handlung zu unterstützen, die ich grausam finde, mögen Sie auch noch so gute Gründe haben? Außerdem wäre es sehr leicht möglich, daß ich Ihre Frau kenne, ja, daß ich sogar deren Freund bin.«

»Ich werde Ihnen den Namen nennen.«

»Nein, tuen Sie das nicht, bitte! obgleich ich keine Signora Constantini kenne.«

»Sie hat ihren Namen geändert, nennt sich Calori und ist Sängerin am Haymarkettheater.«

»Jetzt weiß ich, wer sie ist; und ich sage Ihnen, Sie haben unrecht getan, mir ihren Namen zu nennen.«

»Ich zweifle nicht an Ihrer Verschwiegenheit. Ich werde mich unverzüglich nach ihrer Wohnung erkundigen, denn das ist die Hauptsache.«

Der Mann ging weinend hinaus, und er tat mir leid. Indessen ärgerte ich mich, daß er mich, obgleich ohne mein Zutun, in sein Geheimnis eingeweiht hatte. Einige Stunden darauf machte ich der Binetti einen Besuch, und diese schilderte mir die Verhältnisse aller Virtuosinnen Londons. Als sie an die Calori kam, sagte sie mir, diese habe mehrere Liebhaber gehabt, von denen sie viel Geld erhalten habe; im Augenblick habe sie jedoch keinen Liebhaber außer dem berühmten Geiger Giardini, in den sie sich ernstlich verliebt habe.

»Wo ist sie her?« fragte ich.

»Aus Vicenza.«

»Ist sie verheiratet?«

»Ich glaube nicht.«

Ich dachte schon nicht mehr an diese üble Geschichte, als ich drei oder vier Tage darauf einen Brief aus dem Kings-Bench-Gefängnis erhielt. Er war von Constantini. Der Unglückliche schrieb mir, er sehe in mir den einzigen Freund, den er in London habe, und hoffe daher, ich werde ihn besuchen, um ihm wenigstens einen guten Rat zu geben.

Ich glaubte seiner Bitte nicht mein Ohr verschließen zu dürfen und ging daher in das Gefängnis. Ich fand den unglücklichen Menschen in verzweifelter Stimmung; bei ihm war ein alter englischer Sachwalter, den ich kannte, und der das Italienische radebrechte.

Constantini war am Tage vorher wegen mehrerer von seiner Frau akzeptierter und nicht eingelöster Wechsel verhaftet worden. Die Calori schuldete angeblich tausend Guineen. Der Sachwalter hatte diese Wechsel, fünf an der Zahl, in Händen und war nun zu dem Ehemann gekommen, um diesem einen Vergleich vorzuschlagen.

Ich sah sofort, daß hier ein niederträchtiger Betrug im Werke war; denn die Binetti hatte mir gesagt, daß die Calori sehr reich sei. Ich 3öS bat den Sachwalter, mich einen Augenblick mit dem Gefangenen allein zu lassen, da ich diesem etwas unter vier Augen zu sagen hätte.

»Man verhaftete mich,« sagte er mir, »wegen Schulden meiner Frau und sagte mir, ich müsse sie bezahlen, weil ich ihr Mann sei.«

»Ihnen wird da von Ihrer Frau ein Streich gespielt, weil sie ohne Zweifel erfahren hat, daß Sie in London sind.«

»Sie hat mich vom Fenster aus gesehen.«

»Warum haben Sie mit der Ausführung Ihres Planes solange gezögert?«

»Ich würde ihn heute morgen ausgeführt haben; wie konnte ich auch ahnen, daß die Spitzbübin Schulden hat!«

»Sie hat ja auch keine, und diese Wechsel sind fingiert. Sie sind vordatiert, denn sie sind erst gestern geschrieben worden. Das ist eine böse Geschichte, die ihr teuer zu stehen kommen kann.«

»Aber einstweilen bin ich im Gefängnis!«

»Bleiben Sie ruhig hier und verlassen Sie sich auf mich.«

Ich war empört über diese Spitzbüberei und entschloß mich, die Sache des unglücklichen Mannes zu der meinigen zu machen. Ich ging daher zu Bosanquet und trug ihm den Fall vor. Er antwortete mir, solche Schiebungen kämen in London jeden Tag vor; man wisse aber seit langer Zeit, wie man sie zu vereiteln habe. Wenn ich mich für den Gefangenen interessiere, werde er einen Anwalt besorgen, der ihm aus der Klemme helfen werde; die Frau und ihr Liebhaber, der ihr wahrscheinlich dabei geholfen habe, würden ihr Vorgehen zu bereuen haben. Ich bat ihn, vorzugehen, wie wenn es sich um mich selber handele, und mich nötigenfalls als Bürgen anzusehen.

»Das genügt,« sagte er; »Sie brauchen sich um die ganze Sache nicht mehr zu bekümmern.« Einige Tage später kam Bosanquet zu mir und sagte: »Wie mir der Anwalt, den ich mit der Angelegenheit betraut habe, soeben mitteilt, hat Constantini nicht nur das Gefängnis, sondern sogar England verlassen.«

»Wieso denn? Das ist ja unmöglich!«

»Nein, es ist im Gegenteil sehr einfach. Der Liebhaber seiner Frau wird das Gewitter vorausgesehen haben, und der unglückliche Ehemann wird für eine mehr oder weniger starke Geldsumme bereit gewesen sein, die Flucht zu ergreifen. Damit ist die Sache erledigt. Aber sie ist sehr komisch, und man wird sie bald in den Zeitungen lesen, denn sie ist geradezu ein Musterbeispiel für derartige Fälle. Ganz gewiß wird man Giardini loben, daß er seiner Geliebten diese edle Handlung geraten hat.«

Ich war allerdings mit dem Ausgang der Sache zufrieden, ärgerte mich aber trotzdem etwas über Constantini, daß er dem Liebespaar nicht einen kleinen Denkzettel gegeben hatte. Ich schrieb Baletti die ganze Geschichte, und ich erfuhr von der Binetti, daß die Calori hundert Guineen bezahlt habe; dafür habe Constantini sich verpflichtet, zu fliehen. Einige Jahre später habe ich die Calori in Prag wiedergefunden.

Ein vlamischer Offizier, dem ich in Aachen mit meiner Börse ausgeholfen hatte, machte mir mehrere Besuche; er speiste sogar zwei- oder dreimal bei mir. Ich machte mir Vorwürfe, daß ich so unhöflich gewesen war, ihm nicht einmal einen Anstandsgegenbesuch zu machen, und ich mußte erröten, als ich ihn zufällig auf der Straße traf und er mir in aller Höflichkeit einen leisen Vorwurf machte. Er hatte seine Frau und seine Tochter bei sich in London. Ein wenig Scham und viel Neugier veranlaßten mich unglücklicherweise, ihn in seiner Wohnung aufzusuchen.

Sobald er mich sah, fiel er mir um den Hals und stellte mich seiner Frau vor, indem er mich seinen Retter nannte. Ich mußte alle Komplimente über mich ergehen lassen, die die Gauner stets für anständige Leute, die sie zu betrügen, gedenken, in Bereitschaft halten. Einige Minuten später sah ich eine alte Frau mit einem jungen Mädchen eintreten. Der Offizier stellte mich ihnen als den Chevalier de Seingalt vor, von dem er ihnen schon so oft erzählt habe. Das junge Mädchen spielte die Erstaunte und sagte, sie habe einen Herrn Casanova gekannt, der mir sehr ähnlich sehe. Ich antwortete ihr, dies sei ebenfalls mein Name; ich habe jedoch nicht das Glück, mich ihrer zu erinnern.

»Ich nannte mich damals Ansperger; heute heiße ich jedoch Charpillon; da Sie mich nur ein einzigesmal gesehen und mit mir gesprochen haben, so ist es ja leicht erklärlich, daß Sie mich vergessen haben, zumal, da ich damals erst dreizehn Jahre alt war. Einige Zeit darauf bin ich mit meiner Mutter und meinen Tanten nach London gekommen, und seit vier Jahren wohnen wir hier.«

»Aber mein Fräulein, wo habe ich denn das Vergnügen gehabt, mit Ihnen zu sprechen?«

»In Paris.«

»Und an welchem Ort?«

»Im Palais Marchand. Sie waren in Begleitung einer reizenden Dame und schenkten mir diese Schuhschnallen« – sie zeigte sie mir an ihren Füßen. »Hierauf erwiesen Sie mir auf Veranlassung meiner Tante die Ehre, mich zu umarmen.«

Nun erinnere ich mich der Begebenheit; auch meine Leser werden sich erinnern, daß ich damals die schöne Strumpfhändlerin Baret bei mir hatte.

Ich sagte also zu ihr: »Jetzt entsinne ich mich, mein Fräulein; aber Ihre Frau Tante erkenne ich nicht wieder.«

»Diese hier ist die Schwester jener, die damals bei mir war; aber wenn Sie die Güte haben wollen, bei uns Tee zu trinken, werden Sie sie sehen.«

»Wo wohnen Sie, mein Fräulein?«

»Wir wohnen in Denmark-Street, Soho. Ich werde Ihnen das schmeichelhafte Kompliment, das Sie an mich richteten, schriftlich zeigen.«

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