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Einer bläst die Hirtenflöte

Victor Auburtin: Einer bläst die Hirtenflöte - Kapitel 54
Quellenangabe
typesketch
authorVictor Auburtin
titleEiner bläst die Hirtenflöte
publisherHans von Hugo Verlag
editorWilmont Haacke
year1940
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070719
projectidbc5cee8a
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Das soziale Chaos

Der Siebenuhrmorgenzug von Bad Neuburg hat nur vierter Klasse. Das haben die feinen Leute aus dem Kurhaus nicht gewußt und stehen nun ratlos auf dem Bahnsteig.

Die Herren mit den gelbledernen Gürteln und die Damen mit den Halsketten, die bis zum Nabel herunterhängen.

Aber fort müssen sie, da hilft alles nichts, und so steigen sie denn mit perlenden Tränen in den Augen und unter Ausstoßung heftiger Verwünschungen in den Wagen vierter Klasse hinein.

Es ist ein sehr geräumiger und luftiger Wagen vierter Klasse, und wenige Leute sitzen darin; nämlich zwei Wandervogelmädchen mit Hornbrillen, zwei Nonnen mit Rosenkränzen und ein graubärtiger Mann, der in einem uneingebundenen Buche liest. Der Titel dieses Buches heißt: »Versuch einer physiologischen Erklärung des Wünschelrutenproblems auf Grund der ministeriell geprüften Ergebnisse.«

Also eine vollkommen unmögliche Gesellschaft.

Der Zug setzt sich in Bewegung, bleibt aber bald mit einem Ruck stehen, weil auf der Strecke etwas nicht in Ordnung ist.

Um Gottes willen, schreit die Dame mit der Nabelkette, wenn es nur heute kein Eisenbahnunglück gibt! Sonst steht in allen Zeitungen, daß man meine Leiche in einem Wagen vierter Klasse gefunden hat.

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