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Einer bläst die Hirtenflöte

Victor Auburtin: Einer bläst die Hirtenflöte - Kapitel 48
Quellenangabe
typesketch
authorVictor Auburtin
titleEiner bläst die Hirtenflöte
publisherHans von Hugo Verlag
editorWilmont Haacke
year1940
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070719
projectidbc5cee8a
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Navigation:

Die Fähre

Die Fähre fährt über den Fluß von rechts nach links und von links nach rechts. Abwechselnderweise.

Sie befördert die Radfahrer, die des Weges kommen, die Wandervögel beiderlei Geschlechts und den Jagdwagen des Herrn von Grambow.

Manchmal kommt auch ein großes, glänzendes Automobil herbei; darin sitzen die Herren Generaldirektoren und Generalvertreter, die immer so laut sprechen.

Was aber den Betrieb der Fähre anbetrifft, so ist er in folgender Weise geregelt:

Am rechten Ufer steht ein Häuschen, in dem sitzt der Mann, der die Billette verkauft. Bevor man einsteigt, steht da ein zweiter Mann, der die Fahrkarten durchknipst. Dann befinden sich auf der Fähre selbst zwei fernere Männer, die zusehn, daß alles gut verläuft. Drüben aber steht gleich wieder ein neuer Mann, der die geknipsten Billette abnimmt; und dann ist selbstverständlich auch auf dieser Seite ein Häuschen für den Mann, der die Billette in anderer Richtung verkauft.

Nun, so braust du, lieber Leser, auf, das ist einmal wieder so echt deutsch. In Amerika würde das ganze Geschäft von einem einzigen Gentleman besorgt werden, und wahrscheinlich viel schneller und praktischer verlaufen.

Gemach, gemach, ungeduldiger Leser! Wir sind nicht in Amerika und wollen ja gar nicht in Amerika sein.

Dieses ist ein deutscher Fluß, der langsam aus dem Lande kommt, mit Erinnerung und Geschichte schwer beladen. Weißt du nicht, daß an seiner Mündung die Stadt Vineta gestanden hat, die untergegangen ist und deren Glocken unten im Meere immer noch weiterklingen bis auf den heutigen Tag? Da sind wir weit weg von Amerika und dem Gentleman.

Und nun gar Fährmänner; das sind verwunschene Wesen, denen wir keine Überstürzung zumuten wollen.

Fährleute brauchen nicht praktisch zu sein, denn sie kommen schon im Nibelungenlied vor; allerdings an einer Stelle, deren Echtheit von Lachmann bezweifelt worden ist.

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