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Einer bläst die Hirtenflöte

Victor Auburtin: Einer bläst die Hirtenflöte - Kapitel 47
Quellenangabe
typesketch
authorVictor Auburtin
titleEiner bläst die Hirtenflöte
publisherHans von Hugo Verlag
editorWilmont Haacke
year1940
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070719
projectidbc5cee8a
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Varieté

Auf der Bühne des Varietés ist eine hölzerne Treppe errichtet, und oben auf dieser Treppe steht ein schönes Weib, das von Edelsteinen und Perlmutter glänzt wie die Königin von Saba.

Nun wird eine große Kugel, eine richtige Erdkugel, oben auf die Treppe gelegt, und die Schöne tritt darauf. Ihre Aufgabe und ihr Lebenszweck ist, diese Kugel langsam balancierend die Treppe herunterzuschieben.

Sie rollt die Weltkugel also erst an den Rand und stößt sie dann mit vorsichtigen Fußtritten eine Stufe herab, und noch eine, immer weiter herunter in den Jammer.

Dabei lacht sie uns alle an, und ist nicht nur lieblich, sondern auch bedeutend wie ein Bild oder ein Symbol. Denn da haben wir ja in diesem leichtsinnigen Etablissement die alte Frage: Wie ist das nun eigentlich, zieht das Weibliche uns hinan nach den Worten des immer verliebten Goethe, oder hat es vielmehr die Welt von Stufe zu Stufe herunterbefördert?

 

Neben der Treppe steht ein Herr im Frack, der wohl der Ehegatte oder der Impresario sein wird. Und während wir der Schönen in wildem Jubel unseren Beifall darbringen, kann man sehen, daß dieser Herr ihr heimlich ein paar Verhaltungsmaßregeln zuflüstert.

Immer ist der Herr im Frack der irrtümlichen Meinung gewesen, daß er auf dieser Welt etwas mitzureden hätte.

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