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Eine dunkle Tat

Levin Schücking: Eine dunkle Tat - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorLevin Schücking
titleEine dunkle Tat
publisherHelikon-Verlag
addressBerlin
seriesDie goldene Reihe
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060710
projectid887c28d6
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Levin Schücking

Anerkannt von seiner Zeit, von der Nachwelt in seinen Werken etwas vernachlässigt, lebt Levin Schücking in der Literaturgeschichte mehr als ein Freund der Annette von Droste-Hülshoff, denn als Dichter. Er selbst schildert in seinem Buche »Annette von Droste« den großen Einfluß, den die Freundin auf seine geistige Entwicklung, auf sein Werk ausgeübt hat. Ihre Größe wurde wertvoll auch für sein Schaffen. Sie, die als Dichterin im vergangenen Jahrhundert an erster Stelle stand und namentlich die anderen schreibenden Frauen weit übertraf, wurde gleichsam ein Stern, der auch ihn leuchten ließ. Aber selbst nach ihrem Tode (1848), in dreißig Jahren der Entfaltung, blieb neben Levin Schücking stets die Erinnerung an die große Meisterin, die aus seinem Lebensbild nun nicht mehr schwinden wird.

In dieser Bindung steckt ein großes Unrecht. Levin Schücking war Könner genug, um für sich selbst bestehen zu können. Ein Spätromantiker war er, aber zugleich auch einer der ersten, der die historische Romantik hinüber zur sozialen Novellistik führte. In all seinen Werken lebt ein kräftiger, gesunder Drang zur Natürlichkeit. Er sieht die Menschen in ihrem echtesten Wesen. Er weist die Beweggründe auf, die sie zu ihren Taten führen, in ihren Taten leiten. Und er umgibt, was er schildert, mit jenem feinen Schimmer der Poesie, die nur in dem warmen, mitfühlenden Herzen eines Dichters lebt. Den Boden seiner Dichtungen bildete immer die Heimat. In diesem Sinne sind sie stark patriotisch. In diesem Sinne aber ist Levin Schücking auch den Begründern einer Heimatskunst zuzuzählen, die erst viel später zur eigentlichen Geltung kam.

Der Roman »Eine dunkle Tat« hieß ursprünglich »Das Stiftsfräulein«. Es ist ein Jugendwerk, das auf wahren Geschehnissen beruht. Sicher ist, daß die Freundin an ihm mitarbeitete und es jedenfalls stark beeinflußte. Beide Persönlichkeiten sind in dem Werk erkennbar. Späterhin sollte es dann der Vernichtung anheimfallen, und nur ein Zufall bewahrte es vor diesem Geschick. Es ist heute noch – namentlich im Hinblick auf seine Entstehungszeit (in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts) – ungemein interessant und fesselnd.

Schücking wurde am 6. September 1814 zu Clemenswerth, einem Jagdschlosse bei Meppen, geboren, studierte Rechtswissenschaft und widmete sich von 1837 ab endgültig dem schriftstellerischen Berufe. Er schrieb hauptsächlich Romane, war zwischendurch viel bibliothekarisch tätig, einige Zeit auch Redakteur an der Augsburger Allgemeinen und der Kölnischen Zeitung, lebte dann viel auf Reisen in Frankreich und Italien, und starb am 31. August 1883 in Pyrmont.

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