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Ein Wort

Georg Ebers: Ein Wort - Kapitel 21
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typefiction
authorGeorg Ebers
titleEin Wort
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
seriesGeorg Ebers Ausgewählte Werke
volumeSiebenter Band
yearo.J.
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secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
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Zwanzigstes Kapitel

Gegen Mittag wurde Ulrich zu Coello in die frühere Werkstätte Moors gerufen.

Es sah darin ganz anders aus als früher.

Lange Kartons mit figurenreichen Entwürfen, große, kaum angefangene und halbvollendete Gemälde lehnten sich an die Staffeleien; Gliederpuppen, bewegliche Pferdekörper von Holz und Gipsmodelle standen auf dem Estrich, der Tafel, im Fenster. Stoffe, Gewänder, Teppiche, Waffen hingen über den Lehnen der Stühle oder lagen auf Truhen, Tischen und wohl auch am Boden. Verwelkte Lorbeerkränze mit langen Bändern flatterten über dem Kamin; der eine war herunter- und der Büste des Julius Cäsar über den kahlen Kopf auf die Brust gefallen.

Die sechs Katzen des Malers schlichen zwischen den Staffeleien umher oder streckten die Glieder auf kostbarem Samt und arabischen Geweben.

In einer Ecke stand ein kleines Bett mit seidenen Gardinen. Es war die Wochenstube der Lieblinge des Meisters. Ein weißes Prachtexemplar säugte eben seine Jungen darin.

Zwei gelb und blaue Kakadus und mehrere Papageien schaukelten sich kreischend in Reifen von Messing vor dem offenen Fenster, und der pechschwarze Neger Coellos kroch umher und säuberte jetzt am Mittag den Boden des weiten Raumes. Dabei schüttelte er unaufhörlich den Wollkopf und fletschte die Zähne, denn sein Herr sang laut bei der Arbeit, und der buntgekleidete Afrikaner mit den Ringen im Ohr war ein Musikfreund.

Welche Veränderung hatte die stille, wohlgeordnete, peinlich saubere Werkstätte des Niederländers erfahren!

Aber auch in diesem Wirrwarr entstanden tüchtige Werke; ja, der Spanier verfügte über eine weit reichere Einbildungskraft und schuf viel gestaltenreichere und bewegtere Bilder als Moor.

Aber so ernst und tief durchempfunden, so wundervoll wahr wie die des geliebten Meisters waren die Gemälde des Spaniers gewiß nicht.

Coello rief den Jüngling an die Staffelei und sagte, indem er auf die figurenreiche Farbenskizze wies, an der er malte:

»Sieh her, mein Sohn. Das wird ein Zentaurenkampf, dies sind parthische Reiter; der heilige Georg mit dem Drachen und die Kreuzfahrer sind noch nicht fertig. Der König will auch die apokalyptischen Reiter haben. Pfui Teufel! Aber was soll man tun, ich beginne sie morgen. Das Ganze gehört an die Wand und die Decke der neuen Winterreitbahn da hinten. Mit all dem Zeug kommt ein einzelner langsam zustande, und ich – ich ... Die Bestellungen erdrücken mich noch. Verdoppeln, vervierfachen möchte man sich! Die Diana von Ephesus hat viele Brüste und der Zerberus drei Köpfe gehabt, aber mir sind eben nur zwei Hände aus den Manschetten gewachsen. Ich brauche Beistand, und du bist mir gerade der rechte. Mit Pferden habt Ihr noch nichts zu tun gehabt, sagt Isabella; aber du bist ja so ein halber Zentaur. Mache dich jetzt an die Gäule, und wenn du weit genug bist, so überträgst du zunächst diese Skizze auf die Decke und Wand der Reitbahn. Ich helfe dann nach und vollende das Ding und gebe ihm Schick.«

Diese Aufforderung erweckte in Ulrich mehr Besorgnis als Freude, denn sie war nicht im Sinne des Meisters. Menschenfurcht hemmte ihn nicht mehr, und so sprach er offen aus, daß er lieber noch emsig nach der Natur zeichnen wolle und vielleicht gut tun werde, Moor in Flandern aufzusuchen. Er fürchte auch, daß Coello sein Können überschätze.

Aber der Spanier schnitt ihm lebhaft das Wort ab und rief:

»Ich habe dein Bildnis der Sofonisba gesehen. Du bist kein Schüler mehr, sondern ein werdender Meister. Moor ist ein Bildnismaler ohnegleichen, und als solcher stehst du nicht mehr gar zu weit hinter ihm zurück. Aber die Kunst hat noch höhere Ziele. Ihr gehört alles, was lebt. Die Venus, das Roß ... welches von beiden Bildern hat dem Apelles höheren Ruhm eingetragen? Nicht nur das Nachbilden, Selbsterdachtes schaffen führt auf den Gipfel der Kunst. Moor hat mir deine lebhafte Einbildungskraft gerühmt. Was man besitzt, das soll man benutzen! Denke an Buonarottis, an Raffaels Kompositionen und Fresken. Diese haben ihre Namen über alle anderen erhoben. Mit Zeichnen nach toten Dingen hat der brave Antonio dich sattsam gequält. Wenn du diese Skizze vielfach vergrößert auf weite Flächen überträgst, so lernst du mehr als in zwei Jahren hinter den Gipsen. Talent muß man haben, Mut und Fleiß; das andere kommt alles von selbst, und, gottlob, dir ist das Kleeblatt zu eigen! Meine Pferde – schau her, die sind gar nicht übel, und ich hatte mein Lebtag keinen lebendigen Gaul gezeichnet, bevor ich das Reiterbild Seiner Majestät zu malen bekam. Du sollst es besser haben. Geh meinetwegen schon morgen in den Stall und die alte Reitbahn. Versuche dich erst an edlen Tieren, und dann mach dich auf den Markt und zum Abdecker und sieh zu, wie die Schindmähren aussehen. Für die apokalyptischen Reiter kann man sie brauchen. Wacker ans Werk! Wenn es fördert, bekommst du auch die ersten selbstverdienten Dukaten zu sehen.«

Der goldene Lohn lockte Ulrich nur wenig, doch er ließ sich von dem älteren Künstler überzeugen und zeichnete und malte mit Lust und Erfolg Rosse und Mähren, arbeitete mit, wenn Isabella und der Schüler Coellos Felice de Liano nach lebenden Modellen zeichneten und malten, und als die Gerüste in der Winterreitbahn aufgerichtet waren, begab er sich dort unter des Hofmalers Leitung ans Vermessen, an das Anordnen und endlich an das Übertragen der Skizzen des Malers auf große Flächen.

Das tat er mit wachsendem Vergnügen, denn wenn den Entwürfen Coellos auch eine gewisse Härte beiwohnte, so waren sie doch kühn erdacht und sagten ihm zu.

Je weiter er kam, desto leidenschaftlicher war er bei der Arbeit. Ins Große hinein zu schaffen wie hier, gereichte ihm zur Lust, und das voll ausgefüllte Leben sowie die leichte Ermüdung nach getaner Arbeit, welche von der Freude am Geleisteten versüßt ward, dies alles war gewiß schön und erfreulich, und dennoch fühlte Ulrich, daß es nicht so ganz recht sei, daß auf den Gipfel, den es ihn zu erreichen dürstete, ein steilerer, mühevollerer Weg führen müsse.

Ihm fehlte der quälende Antrieb, es besser und besser zu machen, er entbehrte den Tadel eines ihm weit überlegenen Meisters. Das Lob für Leistungen, welche ihm selbst nicht genügten, machte ihn stutzig und erweckte sein Mißtrauen.

Isabella, und nach der Heimkehr Sofonisbas auch diese, wurden seine Vertrauten.

Das Mädchen hatte längst empfunden, was er nun aussprach. Ihr junges Herz hing an ihm, aber sie liebte in ihm ebensosehr den künftigen großen Künstler als den Menschen. Es war gewiß nichts Leichtes für sie, den Umgang Ulrichs zu entbehren, und doch gab sie selbstlos zu, daß ihr Vater bei den großen Arbeiten, die er auf sich genommen, kein Lehrer sein könne wie Moor, und daß es doch wohl das rechte für ihn sein werde, den alten Meister in Flandern aufzusuchen, wenn er sein Werk in der Reitbahn abgetan habe.

Das sagte sie, weil sie es für ihre Pflicht hielt, beklommen und traurig; er aber stimmte ihr freudig bei, denn Sofonisba hatte ihm einen Brief des Meisters übergeben, worin er ihn herzlich einlud, nach Antwerpen zu kommen.

Don Fabbrizios Gattin berief ihn in ihren Palast, und er fand sie als Frau ebenso gütig und teilnehmend, wie sie es als Mädchen gewesen. Nur der scherzhaft neckische Ton war einer ruhigeren Würde gewichen.

Bis ins einzelne ließ sie sich erzählen, was er für Moor erlitten, womit er sich beschäftigt, was er im Sinne habe und in Zukunft zu beginnen gedenke. Sie suchte ihn auch mehr als einmal in der Reitbahn auf, folgte seinem Schaffen und ließ sich seine Zeichnungen und Skizzen vorlegen.

Einmal veranlaßte sie ihn, ihr auch von seiner Jugend zu erzählen.

Das war ihm wie ein Geschenk, denn sein Bestes hält der Mensch am tiefsten verborgen; aber das sind seine schönsten Stunden, in denen er es mit dem sicheren Gefühl, verstanden zu werden, bloßlegen darf.

Was er keinem Manne anvertraut hätte, dieser edlen Frau, diesem Liebling des Meisters, dieser Künstlerin durfte er es zeigen, und so ließ er sie in seine Kindheit schauen und tief in seine Seele blicken. Er verschwieg ihr auch nicht, wie er zu dem »Worte« gekommen – daß er das rechte im Kerker gefunden zu haben meine und daß die Kunst sein Leitstern bleiben solle, so lang er lebe.

Da färbten sich ihre Wangen röter und röter, und so leidenschaftlich erregt, so ernst und begeistert, wie er sie noch niemals gesehen, rief sie:

»Ja, Ulrich, ja! Das rechte Wort, du hast es gefunden! Es ist die Kunst und kein anderes. Wer es kennt, wer ihm dient, wer es sich tief in die Seele prägt und nur in ihm atmet und wirkt, für den gibt es nichts Gemeines, er schwebt hoch über dem Staube und weiß nichts von Elend und Tod. Die Kunst ist die Brücke, auf der die Gottheit zu dem Menschen hinabsteigt, um ihn zu sich heraufzuziehen in lichtere Welten. Dies Wort, alles verklärt es, und es weckt frisches Grün selbst an dem dürren Holz der um Liebe und Hoffnung betrogenen Seele. Das Leben ist ein dorniger Rosenstock, und die Kunst seine Blüte. Hier, hier gedeiht keine Lust, hier erstirbt Freiheit und Freude, hier kommt die Kunst nur fort wie eine indische Pflanze im Treibhaus; aber es gibt ein Land, ich kenne dies Land, es ist meine Heimat – da sproßt und erwächst sie und verbreitet Schatten an allen Wegen. Du Liebling Antonios, du Jünger des Wortes – du mußt nach Italien!«

»Nach Italien!« Sofonisba hatte es ausgesprochen!

In die Heimat Tizians, Raffaels und Buonarottis, wo auch der Meister in die Schule gegangen, sollte er ziehen!

»O Wort, Wort!« jubelte es in ihm. Welches andere kann schon auf Erden solchen Blick in die Seligkeit des Himmels eröffnen!

Wie berauscht verließ er Sofonisba.

Was hielt ihn noch in Madrid?

Die Zechinen des Meisters waren noch lange nicht erschöpft, und auf dem heiligen Boden Italiens war er der Hilfe des Wortes gewiß.

Ungesäumt eröffnete er Coello sein Vorhaben. Erst bescheiden, dann fest und trotzig. Aber der Hofmaler ließ ihn nicht ziehen. Er wußte die Ruhe zu wahren, gab auch zu, daß Ulrich einmal reisen müsse, aber noch sei es zu früh. Erst möge er die Arbeit in der Reitbahn vollenden, welche er nun doch einmal übernommen, dann werde er ihm selbst die Wege nach Italien ebnen. Ihn, den überbürdeten Mann, jetzt im Stiche zu lassen, heiße undankbar und schlecht gegen ihn handeln.

So mußte sich Ulrich bescheiden und weiter auf dem Gerüste malen. Aber die Freude am Schaffen war ihm vergällt. Er dachte an Italien und nur an Italien. Jede Stunde in Madrid schien ihm verloren. Die großen Vorsätze erlahmten, und er begann Zerstreuungen zu suchen, besonders auf dem Fechtboden mit Sanchez Coello.

Sein Auge war scharf, sein Handgelenk biegsam, auf seinen Arm übertrug sich mehr und mehr die Kraft des Vaters, und so leistete er bald Außerordentliches.

Seine furchtbare Geschicklichkeit, sein zurückhaltendes Wesen und die natürliche Anmut seiner Manieren erweckte in den jungen Spaniern, mit denen er verkehrte, Achtung und Wohlgefallen.

Sie luden ihn zu den Gastereien, welche die reicheren unter ihnen gaben, und den tollen Streichen, zu denen sie sich bisweilen verbanden; aber trotz aller Zureden und Bitten immer vergebens.

Ulrich brauchte keine Kameraden, und seine Zechinen waren ihm heilig; er wollte sie für Italien verwahren.

Die anderen hielten ihn bald für einen hochfahrenden Sonderling, mit dem man doch nicht anbinden mochte. Sie ließen ihn die eigenen Wege gehen, und er wußte diese zu finden. Ganz allein durchzog er in der Nacht die Straßen, brachte Serenaden und zwang manchen Herrn, der ihm in den Weg trat, zum Zweikampf.

Niemand, selbst nicht Sanchez Coello, durfte von diesen nächtlichen Abenteuern wissen; sie waren sein eigenstes Vergnügen, sie erregten ihm das Blut und beschenkten ihn mit der wonnigen Empfindung der überlegenen Kraft.

Bei diesem Treiben wuchs sein Selbstgefühl, und dies prägte sich auch in seiner Haltung aus, die einen spanischen Anstrich gewann. Er war nun voll ausgewachsen, und als er in das zwanzigste Jahr trat, größer als die meisten Kastilianer und trug den Kopf so hoch wie ein Grande.

Dennoch war er unzufrieden mit sich selbst, denn er kam nur langsam vorwärts, und das stand bei ihm fest: in Madrid gab es nichts für ihn zu lernen; Coellos Aufträge stahlen ihm hier die kostbarste Zeit.

Die Arbeiten in der Reitbahn gingen endlich dem Abschluß entgegen. Sie hatten weit länger als das Jahr, in dem sie fertig werden sollten, in Anspruch genommen, und Seiner Majestät Ungeduld war so dringend geworden, daß Coello sich gezwungen sah, alles andere liegen zu lassen, nur noch in der Reitbahn zu malen und die bessernde Hand an die Arbeiten Ulrichs zu legen.

Die Zeit des Aufbruchs rückte näher. Das Hängegerüst, auf dem er monatelang in liegender Stellung dem Meister an dem Deckenbilde vorgearbeitet hatte, war abgeräumt worden, aber an den Wänden blieb noch einiges zu tun.

Da wurde dem Hofmaler unvorhergesehen befohlen, die Arbeiten einzustellen und die Balken, Leitern und Bretter, die den PicaderoReitbahn. beengten, fortschaffen zu lassen.

Man wollte den weiten Raum in den nächsten Tagen zu einem besonderen Zwecke benützen, und es gab Neues für Coello zu tun.

Don Juan d'Austria, der ritterliche Halbbruder des Königs, hatte seine Heldenlaufbahn begonnen und die rebellischen Mauren in Granada niedergeworfen. Ein glorreicher Empfang sollte dem jungen Sieger bereitet werden, und Coello erhielt den Auftrag, einen Triumphbogen in wenigen Tagen mit flüchtig hingeworfenen, wirkungsvollen Bildern zu schmücken.

Die Entwürfe waren schnell beendet und das Ruhmestor in einem Hofe des Alkazar aufgerichtet worden, denn hier, im engen Kreise des Hofstaates, nicht öffentlich und vor dem Volke, hatte der mißtrauische Monarch den Triumphator zu empfangen und zu ehren beschlossen.

Ulrich war Coello wiederum bei der Ausführung seiner Skizzen behilflich. Alles wurde zur rechten Zeit fertig, der Empfang Don Juans glänzend in Szene gesetzt und mit Pomp und Würde, einem Tedeum, drei Kirchgängen, Prozessionen, Stiergefechten, einem großen Autodafé und einem Lanzenstechen in dem Picadero zu Ende geführt.

Nach diesem Fest gab der König den Malern die Reitbahn wieder frei, und sie gingen sogleich ans Werk. Außer den kleinen, predellenartigen Bildern am Fuß der größeren Gemälde war alles fertig, und sie konnten auch ohne Gerüst hergestellt werden.

Ulrich stand zum erstenmal nach dieser Unterbrechung wieder auf der Leiter, und der Hofmaler war ihm eben in den Picadero gefolgt, als es davor lebendig wurde.

Die breiten Türen flogen auf, und bald füllte sich die Bahn mit Kavalieren und Damen zu Fuß und zu Roß.

Don Juan selbst und mit ihm sein jugendlicher Neffe, Alexander Farnese, Prinz von Parma, waren die glänzendsten Erscheinungen in dieser stattlichen Schar.

Ulrich weidete das Auge an der Pracht dieses Zuges und dem vornehmen, stolzen und doch lebendigen Wesen des Siegers.

Eine herrlichere Jünglingsgestalt meinte er zeitlebens nicht gesehen zu haben. Don Juan hielt ihm gerade gegenüber und hatte das Haupt entblößt. Das volle, hinter die Ohren gestrichene blonde Haar hing ihm wundervoll weich und lockig bis an den Nacken, und in seinen Zügen mischten sich weibliche Anmut und männliche Kraft.

Wie er sich ohne Hilfe, mit dem Hut in der Hand, aus dem Sattel schwang, um die schöne Herzogin Medina Celi zu begrüßen, lag in seinen Bewegungen solch ein Zauber, daß der junge Maler geneigt war, an all die Märchen zu glauben, die man sich von dem Liebesglück dieses Günstlings der Schickung erzählte, dessen Vater zwar Kaiser Karl, dessen Mutter aber nur eine deutsche Wäscherin gewesen war.

Mit freundlichen Worten bat Don Juan seine Begleiter, sich in den Hintergrund der Bahn zurückzuziehen, half den Damen aus dem Sattel, ging ihnen mit der Herzogin an der Hand auf die Tribüne voran, trat dann wieder in die Arena, erteilte dort Befehle an die berittenen Offiziere in seinem Gefolge und plauderte dann mit den Damen, Alexander Farnese und den Granden in seiner Nähe.

Nun ließ sich außerhalb des Picadero lautes Rufen und Hufschlag hören, und gleich darauf wurden neun ledige Pferde in die Bahn geführt, allesamt auserlesene Geschöpfe, die Blüte der andalusischen Zucht, die Perlen unter sämtlichen Rossen, die Don Juan erbeutet.

Beifälliges, entzücktes Reden und Rufen klang durch die Arena, und es wurde noch lauter und wärmer, als das zehnte und letzte Beutestück, ein junger, rabenschwarzer Hengst, die sehnigen Moresken, die ihn führten, in die Bahn riß und sie dort, aufbäumend, mit sich in die Höhe zog.

Die jungen braunen Gesellen hielten wacker stand; Don Juan aber wendete sich an Alexander Farnese und sagte:

»Welch ein köstliches Tier; aber leider, leider, es hat den Teufel im Leibe, und so haben wir ihn auch »Satan« genannt. Er duldet weder Sattel noch Reiter. Wie darf ich's wagen ... Da steigt er wieder ... Es ist ganz unmöglich, ihn Seiner Majestät anzubieten. Sieh nur diese Augen, diese glühenden Nüstern. Ein wahrer Unhold!«

»Aber einen schöneren kann es nicht geben,« rief der Prinz voll Wärme. »Dies spiegelblanke Schwarz, dies Köpfchen, dieser Hals, diese Kruppe, dieser Ansatz des Schweifes, diese Fesseln und Hufe. Oh, oh, das war Ernst!«

Der böse Hengst hatte sich zum dritten Male auf die Hinterbeine gestellt, mit den Vorderhufen wild um sich gehauen und dabei den einen Moresken getroffen.

Heulend und winselnd fiel er zu Boden, und gleich darauf befreite sich das Tier von dem zweiten Bändiger und jagte nun frank und frei in gewaltigen Sätzen durch die Bahn. Wie besessen stürzte es hierhin und dorthin, schlug mit den Hinterbeinen wütend aus und schleuderte Sand und Staub den Damen auf der Tribüne ins Antlitz. Diese schrien laut auf, und ihr Gekreisch steigerte die wilde Erregung des Tieres.

Einige Kavaliere traten zurück, und der Stallmeister befahl laut, die anderen ledigen Pferde fortzuführen.

Don Juan und Alexander Farnese blieben stehen; jener aber zog den Degen und rief heftig erregt:

»Santiago! Ich mache der Kröte den Garaus!«

Er ließ es nicht bei den Worten, sondern eilte sogleich auf den Hengst los; der aber wich in großen Sätzen bald zurück, bald auf die Seite und schleuderte bei jedem neuen Sprunge Sand in die Tribünen.

Da hielt es Ulrich nicht länger auf der Leiter.

Keck und in vollem Bewußtsein seiner Macht über widerspenstige Rosse trat er in die Bahn, ging dem schnaubenden und schäumenden Rappen ruhig entgegen, scheuchte ihn zurück, folgte ihm, wartete ab, bis er sich wieder gewandt hatte, und sobald sein Bestreben, ihm an die Seite zu kommen, geglückt war, schlug er ihm fest und kühn die Hand in die Nase.

Satan gebärdete sich toll und toller und versuchte sich zu befreien, doch der Sohn des Schmiedes hielt ihn fest wie mit Zangen, hauchte ihm in die Nüstern, strich ihm mit der Hand über den Kopf und die Schnauze, und raunte ihm freundliche Laute zu.

Nun kam nach und nach größere Ruhe über das Tier. Noch einmal versuchte es, sich von der eisernen Hand seines Bändigers zu befreien, und als ihm dies abermals mißlungen war, begann es leise zu zittern und blieb mit weit ausgestreckten Vorderbeinen gedemütigt stehen.

»Bravo, bravamente!« rief die Herzogin, und der Beifall aus solchem Munde berauschte Ulrich. Der von der Mutter ererbte Trieb, sich zu zeigen, stachelte ihn an, noch Größeres zu wagen. Behutsam wickelte er die freie Linke um die Mähne des Hengstes, ließ seine Nase los und schwang sich auf. Wohl versuchte das überlistete Tier sich von seiner Last zu befreien, aber der Reiter saß fest, beugte sich weit über den Hals des Rappen, strich ihm wiederum über das Haupt, preßte ihm die Flanken zusammen, und nach wenigen Minuten leitete er ihn mit der bloßen Kraft der Schenkel erst im Schritt, dann im Trab durch die Bahn. Endlich sprang er ab, liebkoste den friedfertig neben ihm hintänzelnden Satan und führte ihn am Zaume Don Juan zu.

Dieser maß den hoch aufgewachsenen, kecken Gesellen mit einem raschen Blick, wandte sich halb an ihn, halb an Alexander Farnese und sagte:

»Ein beneidenswerter Streich, ein Kapitalstück, bei meiner Liebe!«

Dann trat er dem Hengste näher, streichelte und klopfte ihm den glänzenden Hals und fuhr fort:

»Ich danke Euch, junger Mann. Ihr habt mir mein bestes Pferd gerettet. Ohne Euch hätt' ich den Satan niedergestoßen. Ihr seid ein Maler?

»Euch zu dienen, Hoheit.«

»Es ist was Schönes um Eure Kunst, und Ihr, Ihr müßt selber wissen, wie Ihr mit ihr steht. Aber auch bei meinen Reitern erwirbt sich viel Ehre, vielleicht auch Reichtum und Ruhm. Laß Ihr Euch werben?«

»Nein, Hoheit,« entgegnete Ulrich, indem er sich tief verneigte. »Wär' ich nicht Maler, wär' ich freilich am liebsten Soldat; aber von meiner Kunst kann ich nicht lassen.«

»Recht, recht! Indessen ... Meint Ihr, daß Eure Kur mit dem Satan nachhält; oder wird der Tanz morgen von frischem beginnen?«

»Vielleicht; aber gönnt mir acht Tage, Hoheit, und die braunen Burschen werden leicht mit ihm fertig. Alle Morgen ein Stündchen wie heute, und das Werk ist getan. Ein Engel wird aus dem Satan kaum werden, aber doch wohl ein ganz verständiges Roß.«

»Wenn Euch das gelingt,« entgegnete Don Juan freudig, »so verpflichtet Ihr mich. In der nächsten Woche laßt Euch bei mir melden. Wenn die Botschaft gut ist ... Überlegt bei Zeiten, womit ich Euch gefällig sein kann!«

Ulrich bedurfte keines langen Besinnens. Acht Tage vergingen im Fluge, und dann – dann sollte der Bruder des Königs ihn nach Italien senden. Er war freigebig und großherzig, das bekannten selbst seine Feinde.

Die Woche verging, das Roß war gezähmt und ertrug ruhig den Sattel. Don Juan nahm Ulrichs Bitte wohlwollend auf und lud ihn ein, die Reise auf dem Admiralschiffe mit dem Gesandten des Königs und seinem Sekretär de Soto zu unternehmen.

Noch am selben Tage wurde dem beglückten Künstler ein Wechselbrief auf ein Haus am Rialto zugestellt, und nun war es entschieden, es ging nach Italien!

Coello mußte sich fügen, und sein gutes Herz offenbarte sich wieder; denn er schrieb für Ulrich Briefe an seine alten Kunstfreunde in Venedig und veranlaßte den König, dem großen Tizian ein Geschenk zu übersenden. Der Gesandte sollte dies übergeben, und der Hofmaler nahm ihm das Versprechen ab, seinen Schüler Navarrete bei dem greisen Künstlerfürsten einzuführen.

Alles war zur Abfahrt bereit; Ulrich räumte wiederum seine Sachen in der Werkstätte zusammen, und er tat es mit ganz anderen Gefühlen als zum erstenmal.

Er war ein Mann, er wußte nun, welches das rechte Wort war, das Leben lag offen vor ihm, und das Paradies der Kunst wollte ihm seine Tore erschließen.

Die Studien, die er in Madrid vollendet, erweckten sein eigenes Mitleid; in Italien wollte er erst recht beginnen, ein Maler zu werden, da sollte die Arbeit ihm einbringen, was sie ihm hier versagt hatte: Befriedigung, Gelingen. Übermütig wie ein Knabe, halb außer sich vor Freude, Glück und Erwartung, stampfte er mit dem Malerstock die Blätter, die ihm gar zu elend erschienen, im Papierkorbe zusammen.

Mitten während dieser Vernichtungsarbeit trat Isabella in den Studienraum.

Sie zählte nun sechzehn Jahre. Ihre Gestalt hatte sich früh entwickelt, war aber klein geblieben. Aus dem runden Gesichtchen schauten zwei große, ernst und tief blickende Augen, und der kleine, frische Mund mußte jedem gefallen. Ihr Scheitel reichte Ulrich nur bis an die Brust, und wenn er ihr immer nur wie einem lieben, sehr verständigen und geschickten Kinde begegnet war, so hatte dazu sicherlich ihr kleiner Wuchs das Seine getan.

Heute war sie bleicher als sonst, und es lag ein so bedeutungsvoller Ernst in ihren Zügen, daß der junge Mann sie befremdet und doch teilnahmsvoll fragte:

»Was hast du, Kleine? Ist dir nicht wohl?«

»Doch, doch,« entgegnete sie schnell. »Ich muß nur noch einmal allein mit dir reden.«

»Du willst mir die Beichte abhören, Belita?«

»Laß jetzt den Spaß. Ich bin kein Kind mehr. Das Herz tut mir weh, und ich darf dir den Grund nicht verschweigen.«

»Rede nur, rede! Wie du aussiehst! Wahrhaftig, man könnte sich fürchten.«

»Tu es nur! Keiner sagt dir die Wahrheit; aber ich, ich habe dich lieb; darum will ich es tun, bevor es zu spät ist. Unterbrich mich jetzt nicht, sonst verlier' ich den Mut, und ich will, ich muß reden.«

»Meine Studien haben dir in der letzten Zeit nicht gefallen; mir auch nicht. Dein Vater ...«

»Er hat dich auf falsche Wege geführt, und nun gehst du nach Italien, und wenn du dort siehst, was die Größten geschaffen, wirst du es ihnen gleich nachtun wollen und Meister Moors Lehren vergessen. Ich kenne dich, Ulrich, ich weiß es! Aber ich weiß auch etwas anderes, und das muß nun heraus. Wenn du dich hinreißen läßt, von vornherein Bilder zu malen, wenn du dich nicht bequemst, noch einmal ein bescheidener Schüler zu werden und dich beim Lernen zu quälen und redlich zu plagen, so kommst du nicht vorwärts, so bringst du nie wieder ein Bild wie das von damals, wie deine Sofonisba, zustande. Gewiß, ja gewiß, dann wirst du kein großer Künstler, und du kannst es, du mußt es doch werden!«

»Ich werd' es, Belita, ich werd' es.«

»Wohl, wohl; aber erst ein Schüler, ein Schüler! Ich an deiner Stelle, ich würde meinetwegen nach Venedig gehen und es mir anschauen, aber von dort aus ritt' ich nach Flandern zu Moor, zu dem Meister.«

»Italien aufgeben? Kann das dein Ernst sein? Dein Vater sagte mir selbst, daß ich ... nun ja ... im Bildnismalen, meint auch er, sei ich kein Stümper. Wohin gehen die Niederländer, um etwas Rechtes zu lernen? Nach Italien, immer nur nach Italien. Was schaffen sie in Flandern? Bildnisse und Bildnisse, weiter nichts. Moor ist groß, sehr groß auf diesem Gebiete, aber ich fasse die Kunst anders als er; sie hat höhere Ziele. Mein Kopf ist voll von Entwürfen. Warte nur, warte! In Italien lerne ich fliegen, und wenn ich meine heilige Familie und meinen Tempel der Kunst mit allen Fertigkeiten, die ich mir zu erwerben gedenke, vollendet habe ...«

»Dann, dann, was wird dann?«

»Dann änderst du vielleicht deine Ansicht und du wirst dein Schulmeistern lassen, ein für allemal lassen. Dies Mäkeln, dies Warnen verdrießt mich. Es verdirbt mir die Freude, es lähmt mir die Lust. Du vergällst mir mein Glück – du – du ... Die Unkenstimme ist mir zuwider!«

Isabella schwieg und senkte traurig das Haupt. Da trat er ihr näher und sagte:

»Ich will dich nicht kränken, Belita; wahrlich, ich will's nicht. Du meinst es ja gut, und du hast mich armen, verlassenen Schelm auch lieb; nicht wahr, kleines Mädchen, das hast du?«

»Ja, Ulrich, und eben darum hab' ich dir gesagt, was ich meine. Du freust dich jetzt auf Italien ...«

»Sehr, sehr, unaussprechlich! Ich will dort auch an dich denken, und was du für ein liebes, treues, weises, kleines Geschöpf bist. Laß uns in Freundschaft auseinandergehen, Isabella. Komm mit mir; das wäre das beste!«

Sie errötete über und über und entgegnete nichts als: »Wie gern!«

Dies Wort klang so innig und kam so voll aus dem tiefsten Grunde des Herzens, daß es ihm in die Seele drang. Und während sie es aussprach, blickten ihre Augen so treu und liebevoll und verlangend in die seinen, daß er nichts wahrnahm als sie. Er las aus ihnen Liebe, wahre, hingebende Liebe, keine solche, wie die der hübschen Carmen oder der Damen, die ihm Blumen von den Altanen zugeworfen hatten. Das Herz ging ihm auf, und als er dann sah, wie das liebe Gesicht Isabellas bei dem Blick, mit dem er den ihren erwiderte, höher erglühte, da erfaßte ihn eine grenzenlose Dankbarkeit und Freude, und nun umschlang er sie und zog sie an sich, er konnte nicht anders.

Sie ließ es geschehen, und als sie zu ihm aufschaute und die weichen, kirschroten Lippen, aus denen zwei blendendweiße Zähne hervorlugten, ihm lockend entgegenblühten, senkte er die seinen, er wußte selbst nicht, wie es geschah, auf sie nieder. Und nun küßten sie sich und küßten sich wieder, und sie schlang die kleinen Hände ihm um den Hals, denn mit den Armen konnte sie ihn nicht erreichen, und sagte, sie habe ihn immer geliebt; er aber versicherte mit bewegter Stimme, daß er es glaube und daß es kein besseres, süßeres, klügeres Geschöpf auf Erden gäbe als sie; nur daß er sie liebe, vergaß er zu melden. Sie gab, er empfing, und das schien ihm natürlich.

Sie sah und empfand nichts als ihn und ihr Glück, er war ganz hingenommen von der Wonne, geliebt zu werden, und von der Süßigkeit ihres Kusses, und so nahmen sie beide nicht wahr, daß Coello die Tür des Studienraumes geöffnet und sie halb empört, halb ergötzt für eine Minute lang kopfschüttelnd und unschlüssig beobachtet hatte.

Als endlich die tiefe Stimme des Hofmalers ihnen ein lautes: »Ei, ei, das sind mir seltsame Sachen!« zurief, fuhren sie schnell auseinander.

Erschreckt, entnüchtert, verwirrt suchte Ulrich nach Worten und stammelte endlich:

»Wir haben, wir wollten ... der Abschied ...«

Coello fand keine Zeit, ihn zu unterbrechen, denn die Tochter war ihm an die Brust gestürzt und rief nun unter Tränen:

»Vergib, Vater – vergib; er liebt mich, und ich, ich lieb' ihn so sehr, und nun wir zusammengehören, ist mir nicht mehr bange um ihn, nun wird er nicht rasten und ruhen, und wenn er zu uns zurückkehrt ...«

»Genug, genug,« unterbrach sie Coello und preßte ihr die Hand auf den Mund. »Dafür hält man dem Kind eine Duenna; und das ist meine verständige Belita! Der da ... daß er nichts hat, will nichts sagen; ich habe selbst mit drei Realen in der Tasche um deine Mutter gefreit, aber er kann noch nichts Rechtes, und das ändert die Sache. Es ist meine Art nicht, Schuldner zu mahnen, dafür hab' ich selbst zu oft in Schulden gesteckt; aber du, Navarrete, hast immerhin mancherlei von mir empfangen, als es dir schlecht ging, und wenn du kein Lump bist, so läßt du jetzt das Mädchen in Ruhe und siehst es vor Aufbruch nicht wieder. Hast du in Italien das Deine gelernt und bist ein rechter Maler geworden, so wird das andere sich finden. Ein hübscher, schneidiger Kerl bist du ja jetzt schon und wirst mir das Geschlecht nicht verderben. In Italien gibt es noch andere Weiber als das brave kleine Geschöpf da. Mach die Augen zu und hüte dich, ihr das Herzchen zu brechen. Dein Wort! Deine Hand! Von heute ab in anderthalb Jahren stellst du dich hier wieder ein und zeigst, was du kannst, und machst deine Probe. Bist du das, was ich hoffe, geworden, geb' ich sie dir, wo nicht, ziehst du still deiner Wege. Dagegen wirst du nichts einwenden wollen, du kleines, verliebtes, unbesonnenes Ding. Jetzt gehst du in deine Kammer, Belita, und du, Navarrete, kommst mit mir.«

Ulrich folgte dem Maler in sein Schlafzimmer. Dort öffnete dieser eine Kiste, in der das Gold lag, das er erworben hatte. Er wußte selbst nicht, wieviel es war, denn es wurde weder gezählt noch gebucht. Jetzt griff er tapfer in die Dukaten, gab Ulrich zwei Hände voll und rief:

»Das da für deine Arbeiten hier, das da für ein sorgloses Studium in Venedig und Florenz. Mach mir das Kind nicht elend, Bursche, und wenn du es dennoch tust, so bist du ein erbärmlicher, ehrloser Wicht, ein Lump, ein – aber du siehst nicht aus wie ein Schurke!«

In dem Hause des Malers ging es an diesem Abend lebendig her. Die träge Gattin des Künstlers war heute mehr als lebendig. Sie konnte sich nicht fassen vor Zorn und Empörung. Isabella war von Kind an der Liebling des Baumeisters Herrera, des ersten Architekten in ganz Spanien, gewesen. Er hatte schon von seiner Neigung für das Mädchen gesprochen, und nun kam dieser hergelaufene Habenichts, dieser unreife Bube, und verdarb das Lebensglück ihres Kindes!

Sie schalt Coello einen pflichtvergessenen Vater, einen leichtfertigen Einfaltspinsel.

Statt den undankbaren Schelm aus dem Hause zu werfen, hatte ihm der Gimpel von einem Manne Hoffnung auf die arme, verblendete Unschuld gemacht!

Auch in den folgenden Wochen bereitete Frau Petra Coello üble Tage und noch schlimmere Nächte, doch der Maler bestand auf seinem Entschluß, Isabella Ulrich zu geben, wenn er in anderthalb Jahren als tüchtiger Künstler aus Italien heimkehre.

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