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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 84
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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Wie die sieben Schwaben einem Mägdlein begegnen,
und wie der Blitzschwab von ihr auf die Kirbe geladen wird.

In der Gegend von Schwabeck begegnete den sieben Schwaben auf dem Feld eine schöne Banerntochter, die ihnen allen sogleich in's Aug' stach, dem Blitzschwaben aber am meisten. Das Töchterle sagte züchtiglich und andächtiglich: Gelobt sei Jesus Christus, und sie antworteten allesammt: In Ewigkeit, Amen. Wie man denn zur selbigen Zeit in ganz Schwabenland nichts als gute Christenmenschen antraf, und noch keine Freimaurer, wovon nun alle Stauden voll stecken, wie in der ganzen übrigen Welt. Potz Blitz! sagte der Blitzschwab; das Mädle muß ich stellen und anreden. Und er ging auf sie zu, und fragte sie: wie sie heiße? Sie antwortete: Käther, und sie sei aus der Grafschaft Schwabeck. Und dabei lugte sie ihm freundlich ins Gesicht; denn der Blitzschwab war kein unübler Kerl. Der fragte: ob sie ihn nicht heuren möchte? Das Mädle lachte, und sagte: Ja, wenn einmal die Mannsleute so fäsig wären, wie die Pfeffernüsse. Jener sagte: Sie sollte ihm nur gleich ein Schmätzle geben statt dem Dranggeld. Die Jungfer aber sagte: Eine Ohrfeige sei ihr feil, aber kein Kuß. Mein Schwab merkte wol, daß das nicht ihr Ernst sei, und er nahm sie bei der Hand, was Jene zuließ, und er fragte ob er denn gar keine Hoffnung habe, wenn er wieder käme? und er schmeichelte ihr und streichelte sie, und nannte sie Schatzhauser, und Herzkäferle, und Skapulierläusle, und schwätzte allerhand närrisches Zeug, wie denn verliebte Leute zu thun pflegen. Das Mädle hatte aber endlich genug, und sie sagte: Er soll ihr auf die Kirbe kommen, und ging fort, lugte aber nochmal um, und sagte: Nichts für ungut. Und so wurde denn der Blitzschwab brav heimgeschickt, und es war zwar grob, was sie gesagt, aber gut. Und die Gesellen stimmten darin alle überein, daß sie eine wunderschöne Tochter sei, wie es denn die schwäbischen Mädle alle sind, ausgenommen die wüsten. Der Allgäuer selbst sagte: Bygost! wenn die Föhl auf dem Allgäu wäre, ich wüßt nicht, was ich thät. Dem Blitzschwaben aber wollte seit der Zeit die Käther aus der Grafschaft Schwabeck nicht mehr aus dem Kopf, und er nahm sich festiglich vor, er wolle ihr auf die Kirbe kommen.

Wart e bissele,
Beit e bissele,
Sitz e bissele nieder,
Und wenn du e bissele g'sessen bist,
So komm und sag's dann wieder.
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