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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 79
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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Vom Knöpfleschwaben, und was sich weiter zugetragen.

In dem gesegneten Schwabenland, besonders in jener Gegend, wovon so eben Meldung geschehen, besteht die löbliche Gewohnheit, daß man täglichs Tags fünf Mal ißt, und zwar fünf Mal Suppe, und zwei Mal dazu Knöpfle oder Spätzle, daher denn die Leute dort in der Umgegend auch Suppen- oder Knöpfleschwaben genannt werden; und man sagt, daß sie zwei Mägen hätten, aber kein Herz. – Der Seehaas brachte also seine Werbung an, und sagte: Wie daß in dem großen Wald am Bodensee ein fürchterliches Thier hause, welches Land und Leuten großen Schaden thäte. Augen habe es im Kopf, feurige, die so groß wären, wie ein Salzbüchsle. Hott! sagte der Nestelschwab; aber der Gelbfüßler stieß dem Seehasen in die Rippen, vermeinend, er solle nicht so lügen. Der aber ließ sich nicht irr machen, sondern fuhr fort zu erzählen: Das Ungeheuer wachse zusehends, je länger man es anluge, und werde so groß, wie ein Pudelhund. Er bitte ihn also um der Landsmannschaft willen, er möchte ihm zu Rath und That sein, und ihm beihelfen tüchtige Gesellen zu werben. Der Knöpfleschwab sagte: Fechten sei zwar seine Leidenschaft nicht; aber wenn sie einen brauchten, um ihnen Knöpfle zu kochen, so gehe er mit los auf das Abenteuer. Als sie Handels eins wurden, packte der Knöpfleschwab Häfen und Pfannen auf, und zog mit ihnen weiter. Und sie wendeten sich nun nach dem Lechfeld zum Blitzschwaben, den sie zu Meitingen im Wirthshaus bei einem Mäßle weißen Gerstenbiers trafen.

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