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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 41
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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28. Sanct Peter mit der Geige.

Als unser Herr einstmals mit Sanct Peter über Land gegangen, kamen sie vor einem Wirthshaus vorbei, wo eben eine Hochzeit gehalten wurde. Wie nun Sanct Peter hörte, daß es drinnen so gar lustig zugehe, so gelüstete es ihn, da Einkehr zu nehmen, und er sagte das dem Herrn. Der aber sprach: Es ziemt sich das nicht; und wer sich unter die Kleien mischt, den fressen die Schweine. Petrus aber ließ von seinem Begehren nicht ab, sondern ging in das Haus, gegen die Warnung des Herrn. Als er nun in die Stube trat, und ihn die Gäste von hinten und vorne besahen, da sagte einer: Juchhe! jetzt haben wir auch einen Spielmann. Und zu Petrus gewendet, sprach er: Spielmann, mach' auf! Es hatte nämlich dieser Gast eine Geige auf dessen Rücken gesehen, die freilich nur gemalt war – was der Herr insgeheim so veranstaltet hatte. Petrus, als er die Rede des Gesellen vernommen, wendete ein: daß er kein Spielmann sei und auch nicht aufspielen möge, sondern daß er ein Trünklein und ein Bißlein zu sich nehmen wolle als freundlicher Gast. Der Geselle, darüber erbost, sagte: Wozu trägst du denn eine Geige auf deinem Rücken, wenn du kein Spielmann bist und nicht aufspielen willst? Sind wir keine ehrlichen Leute für dich? Petrus verlor jetzt auch die Geduld, und er sagte keck: Wenn er eine Geige hätte, so würde er ihm den Fiedelbogen um den Kopf schlagen. Dies gesagt, packte ihn der halbtrunkene Geselle und wies ihn zur Thür hinaus. Nachdem Petrus so seine Lust gebüßt, ging er des Weges und traf gar bald den Herrn, der, unter Palmen ausruhend, seiner harrte. Petrus erzählte nun, wie es ihm ergangen; worauf der Herr erwiderte: Wer nicht hört, der mag fühlen.

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