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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 227
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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Von den Weilheimer Stücklein.

Drittes und letztes Kapitel.

Des andern Tags beim Abschied sagte der Bräuwastel zum Spiegelschwaben: es freue ihn, seine Bekanntschaft gemacht zu haben; denn nun sehe er, daß die Schwaben nicht so dumm seien, als wofür man sie ausgibt. Der Spiegelschwab sagte entgegen: es freue ihn auch, daß er seine Bekanntschaft gemacht habe; denn nun sehe er, daß die Bayern nicht so grob seien, als wofür man sie ausgibt. Und also schieden sie als die besten Freunde. – Wie der Spiegelschwab durch die Stadt ging, fielen ihm sogleich im Vorbeigehen noch einige Stücklein auf die Nase. Einer fuhr mit einem geladenen Mistwagen vorbei; und als ihn einer fragte, warum er wieder umkehre, sagte er: »er habe die Mistgabel vergessen und er müsse sie holen.« – Ein Zimmermann saß auf einer hölzernen Dachrinne oben am Haus und sägte sie ab; er saß aber auf dem letzen Theil und fiel damit herab. – An einer Hausthür war ein Mann beschäftigt, neben einem größern Loch, wo die Katze aus- und einschliefen konnte, zwei kleinere zu machen. Auf die Frage, warum er das thäte, sagte er: »Die Katze hat zwei Junge geworfen; ich thu es drum, daß die auch aus und ein können.« – Als er unter das Thor kam, stand ein leerer Heuwagen drunten, auf dem der Wiesbaum quer über lag, so daß also der Wagen nicht zum Tor herein konnte. Der Knecht besann sich nicht lange, sondern holte eine Säge und sägte den Wiesbaum mitten entzwei. – »Herrgott von Buxheim!« rief der Spiegelschwab aus; »welch ein lustiges Leben muß es in einer Stadt sein, wo täglich und stündlich solche Streiche blühen!«

Gält' einen Batzen jeder Streich,
Wir wären noch einmal so reich.
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