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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 226
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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Vom Ursprung der Weilheimer Stücklein,
und ihrer Ausbreitung durch die ganze weite Welt.

Zweites Kapitel.

»Etwas ist dran,« sagte der Bräuwastel, »aber nicht Alles, was von Weilheimer Stücklein erzählt wird. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge stand nämlich da, wo jetzt Weilheim steht, in uralten Zeiten eine Stadt, Namens Lalenburg, deren Einwohner wegen ihrer dummen und albernen Streiche weltberühmt geworden. Durch einen Unfall ohne Gleichen ist ihre Stadt zerstört worden, und die Einwohner selbst haben sich zerstreut. Daher kommt es denn eben, daß nicht leicht eine Stadt sei, wo nicht Nachkommen dieser Leute sich vorfinden, die eben dummes und letzes Zeug verrichten. Am meisten mögen sie sich jedoch freilich zu Schilda in Sachsen, zu Hirschau in der Oberpfalz und allhier zu Weilheim in Ober-Bayern angesiedelt haben. Aber nicht Alles, was man diesen Städten Böses nachsagt, ist, wie gesagt, wahr. Gar Vieles kommt auf Rechnung anderer Städte in Ober- und Nieder-Bayern, in Franken, wie auch in den beiden Pfalzen; ja selbst München, der Sitz der Weisheit, ist nicht frei von solchen dummen Streichen, und denen, die sie machen; und man könnte es füglich Groß-Weilheim nennen.« – Der Spiegelschwab ward durch diese Erzählungen sehr vergnügt, wie hoffentlich auch der geneigte Leser; und er wünschte Mehreres noch von solchen Stücklein zu hören. Der Bräuwastel gab ihm das Büchlein von den Lalenburgern, gedruckt in diesem Jahr und mit vielen Holzschnitten geziert; und der Spiegelschwab las darin bis spät in die Nacht, und hätte schier Essen und Trinken drob vergessen. wenn ihn der Wirth, der seine Zeche machen wollte, nicht daran gemahnt hätte.

Es wachsen, ohne Dung und Pflug,
Die Thoren überall genug.
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