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Ein Volksbüchlein

Ludwig Aurbacher: Ein Volksbüchlein - Kapitel 112
Quellenangabe
typelegend
booktitleEin Volksbüchlein
authorLudwig Aurbacher
year1878
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
titleEin Volksbüchlein
created20040403
sendergerd.bouillon
modified20171017
firstpub1827/1829
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Wie die sieben Schwaben sich in Schlachtordnung stellen.

Es war nun an der Zeit, daß sich die sieben Schwaben in Schlachtordnung stellten. Der Seehaas meinte, sie sollten alle sogleich in der Reihe losziehen, wie bis hieher; und der Knöpfleschwab gab ihm recht, und meinte, man solle keine Neuerung machen. Aber der Allgäuer sagte: Er wolle jetzt einmal der letzte sein, denn er sei lang genug der erste gewesen. Courasche, sagte der Blitzschwab, habe ich genug im Leib, das könnt ihr mir glauben, aber ich hab nicht genug Leib für die Courasche und für die Bestie. Der Nestelschwab meinte: Warum denn gerad einer der erste sein, und einer der letzte? sie sollten sich nur alle in der Mitte halten, so geschehe keinem kein Weh. Und ich meine, sagte der Spiegelschwab, es sei am allerbesten, daß Einer für Alle sterbe. Knöpfleschwab, sagte er, was meinst? wie ist dir? Du wärst so der rechte Bissen. Der aber schrie und stampfte und zappelte mit allen Vieren, als wenn er schon an dem Spieß steckte. Nun nahm der Seehaas das Wort und sagte: Liebe Freunde und Landsleute! Frisch gezuckt ist halb gefochten. Es ist nichts besser, denn ein guter Muth in bösen Sachen. Das gute Herz sieget in allem Uebel. Verzagt Mann kam mit Ehren nie vom Plaun Drauf wandte er sich an den Gelbfüßler, und sagte zu ihm: Gang Jackele, gang du voran, du hast Sporen und Stiefele an, daß dich der Haas nicht beißen kann. Und der Gelbfüßler ließ sich dazu bewegen; denn er dachte an das Wort der Zigeunerin, und er sagte zu sich selbst: entweder lauft das Thier davon, dann laufe ich ihm nach; oder es lauft mir nach, dann lauf ich davon, und so kriegen wir uns beide nicht unser Leben lang.

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