Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Maximilian Bern >

Ein stummer Musikant

Maximilian Bern: Ein stummer Musikant - Kapitel 6
Quellenangabe
typenovelette
booktitleEin stummer Musikant
authorMaximilian Bern
yearca. 1897
firstpub1880
publisherSchles. Verlags-Anstalt
addressBreslau
titleEin stummer Musikant
pages175
created20140412
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

V.

Nach einer langen Pause bewegte Edgar Ján den Kopf und murmelte scheinbar vor sich selbst hin: »Es ist doch seltsam, daß man gewisse Eindrücke nie wieder los wird, daß man die Vergangenheit oft hinter sich unheimlich rasseln hört, wie der freigewordene Gefangene die Ketten klirren zu hören vermeint, die ihn einst bedrückt. Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen darin ergeht,« fügte er lauter hinzu, »bei mir aber verwischt sich gar kein Eindruck.

»Mit den trüben Gedanken und Empfindungen verhält es sich wahrscheinlich wie mit den Blättern. Neue, noch 117 kaum sichtbare Knospen, die sich unter ihnen zu bilden beginnen, entziehen ihnen den Lebenssaft, verdrängen sie und bewirken den Laubfall. Fast alle Bäume und Sträucher schütteln im Spätherbst die vergilbten Blätter ab, nur hie und da trifft man selbst im Winter noch eine knorrige Eiche oder alte Steinbuche, die einen Theil ihres braungefärbten toten Laubes festhält, so daß es aussieht, als ob der ganze Baum abgestorben wäre! . . . Ich habe die welken Gedanken und Erinnerungen nie abzustreifen vermocht, vermuthlich, weil sich in mir kein neues Leben mehr geregt hat . . .

Doch hören Sie, wie Alles gekommen: Nicht Frieda allein trägt Schuld an meinem Unglück, auch meine Thorheit hat es heraufbeschworen!

Im Sommer war's. Ich schwelgte damals in Poesie und Glück, da führte mich der Zufall mit einem jungen Musiker zusammen, dessen Talent viel von sich 118 reden machte. Er hieß Peters und war ein hagerer Mann mit scharf markirten Zügen, gelblicher Gesichtsfarbe, kleinen stechenden Augen und einem schmalen blauschwarzen Schnurrbart.

Wir wurden rasch befreundet, denn er war sehr begabt, und ich so neidlos, daß ich mich über fremde Fähigkeiten weit mehr freuen konnte, als über meine eigenen, an denen ich, trotz all meiner Erfolge, noch immer zweifelte. Vielleicht bestach mich auch im ersten Augenblick seine Energie, die Entschiedenheit seines Auftretens sowie sein Geschick, sich in Scene zu setzen. Zwanglos, scheinbar zufällig kam er oft auf tausend Dinge zu sprechen, die ihn in einem interessanten Licht erscheinen ließen. Oft heuchelte er sogar eine ungewöhnliche Objectivität, indem er sich über sich selbst lustig machte, aber auch diese Selbstbespöttelung diente nur dazu, ihn bengalisch zu beleuchten. Er besaß eine der meinigen ganz 119 entgegengesetzte Individualität, die mir erst später ganz verständlich wurde. Was ich Peters von vornherein übel nahm, das war der Mangel an sittlichem Ernst. Nicht nur seine etwas theatralische Toilette war stets nach neuestem Zuschnitt, nein, er selbst war eine durch und durch moderne Figur. Er war ein gesellschaftlich anständiger Mensch und dabei doch frivol – frivol in seiner Weltanschauung, seiner Kunstauffassung, seinem Streben!

Ich empfing oft den Eindruck – ich will, um mich leichter verständlich zu machen, ein musikalisches Gleichnis gebrauchen – daß es seiner Seele an einem Resonnanzboden fehle. Kein tieferer Ton hallte in ihm wieder. Oft, wenn ich ihm ein schönes Lied zeigte, eine eigenartige Composition vorspielte, ihn auf eine poetische Abendstimmung aufmerksam machte, ihm ein herrliches Gedicht vorlas oder irgend eine weltbewegende sociale Frage berührte, heuchelte 120 er eine gewisse Theilnahme, schlüpfte aber im Gespräch über das angeregte Thema so rasch hinweg, als ob er sich vor Allem, was eine seelenvolle Hingebung erfordert, ängstlich scheute. Er selbst sprach viel und sprang gern von einem Gegenstand zum andern. Der Grundzug seines Wesens war weltliche Geschmeidigkeit, ja sogar eine gewisse gesellschaftliche Unterthänigkeit, wenn er sich irgend welchen Erfolg davon versprach. Er war rastlos bedacht, die Aufmerksamkeit aller Welt auf sich zu lenken und schnell Carrière zu machen um jeden Preis – kurzum, er war ein »Streber«, wie es jetzt leider die meisten Künstler sind.

Mir that er leid! Und da sein von ihm mißbrauchtes, besonders nach der technischen Seite hin bedeutendes Talent wirklich beachtenswerth war, beschloß ich, ihn für die wahre, echte Kunst zu retten. Mir war die Musik etwas Heiliges, die 121 Kunst ein Glaube! Mit der Leidenschaft eines Missionärs setzte ich daher Alles daran, ihn zu bekehren. Peters schien auf meine Bestrebungen einzugehn und schloß sich so an mich, daß ich seine »Rettung« für ganz glaublich hielt.

Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Bedeutung des Künstlers ganz und gar von der des innern Menschen, vom harmonischen Charakter abhängt, versuchte ich es, Peters zu vertiefen. Einige neuere Compositionen von ihm steigerten noch in hohem Grade das Interesse, das ich an ihm nahm, und gaben mir einen unglückseligen Gedanken ein. Was ich nur zum Theil zu erreichen vermochte, das sollte Frieda's Zauber ganz vollbringen!

Ich beschloß, Peters in unsern kleinen Kreis einzuführen, durch Frieda's wohlthätige Einwirkung sein Streben zu verklären, seine Selbstsucht zu mildern. Unser Durchdrungensein von der Weihe der 122 Kunst, es sollte sich auch ihm mittheilen; er sollte eine neue Geisteswelt in sich erstehn sehen, er sollte reiner denken, tiefer fühlen lernen. Eine so ideale Mädchengestalt wie Frieda, dachte ich, muß im Verkehr Jeden veredeln, Jeden zu sich emporheben. Wem ihr ruhiger, milder Blick begegnet, der an den heiligen Schein des Sternenhimmels gemahnt; wer ihr einmal in's Auge sieht, während sie sich andachtsvoll wie eine Beterin im Reich des Kunst-Schönen ergeht; wer es gewahr wird, wie jeder erhabene Gedanke, jede geistreiche Wendung sie elektrisch berührt: der muß seinen Idealismus wieder gewinnen und von hohem Streben beseelt werden. Wie könnte es auch anders sein? ist mir doch stets jedes Wort von Frieda wie der Hinweis auf ein ideales Ziel erschienen! . . .

An einem Nachmittag trat ich mit Peters zusammen den verhängnisvollen 123 Weg an. Je mehr ich mich dem Gartenhause näherte, desto wortkarger wurde ich, desto langsamer wurden meine Schritte. Eine eigenthümliche, mir ganz unerklärliche Bangigkeit lastete plötzlich auf meiner Seele.

Bevor ich noch die Gartenthür öffnete, sah ich schon Frieda's lichtes Sommerkleid zwischen Blumen und Sträuchern hindurchschimmern. Sie saß unter der breitästigen Linde, die vor ihren Fenstern stand, und hielt ein aufgeschlagenes Buch in Händen, aber nicht wie Jemand, der liest, sondern wie Jemand, der plötzlich inne hält, um die Wirkung der Dichtung in sich voll ausklingen zu lassen. Das Köpfchen hatte sie zurückgebeugt, den Blick nach dem überhängenden Blätterdickicht der Linde gerichtet. Das kleine Füßchen stützte sie an den Baumstamm. Mit dem lichtbraunen über die Sessellehne fluthenden Haar spielte der Windhauch.

124 Ein eigenthümlicher Zauber umgab den schmiegsamen Körper der Träumerin, berauschte meine Sinne und flößte gleichzeitig Ehrfurcht vor ihrer keuschen Weiblichkeit ein. – Das Gebell des schwarzen Kettenhundes schreckte Frieda aus ihrem wachen Traume. Sie zog rasch das Füßchen zurück, raffte das aufgelöste Haar ein wenig zusammen und sprang dann auf, um mir entgegenzueilen. Als sie einen fremden Herrn neben mir einherschreiten sah, wurde sie in ihren Bewegungen gemessener. Die vornehme Weltdame, nicht das liebreizende Naturkind erwiderte nickend vom schmalen Kiesweg aus unsern herzlichen Gruß. Wie schön sie war! Ich staunte, daß Peters mir nicht, von ihrer Erscheinung geblendet, sofort einen Ausruf des Entzückens zuflüsterte, und unhörbar schwebte auf meinen Lippen die Frage: Ahnst Du es, wie beneidenswerth ich bin?

Ich stellte meinen Freund vor, dann 125 setzten wir unsern Gang zum Gartenhause fort. Der Kiesweg, der sich in ungerader Linie durch's hohe Gras, zwischen vielfarbigen Nelkenbeeten, Rosenbosquets, glänzenden Georginen und süßduftenden Levkojen schlängelte, war so schmal, daß er nur das Nebeneinandergehn von zwei Personen gestattete. Peters als Fremder hatte natürlich das Vorrecht, und so schlenderte ich denn allein hinter den Beiden her. Es war das erste Mal, daß ich, trotzdem Frieda im Garten war, nicht an ihrer Seite schritt.

Kaum hatten wir, von Frau Elinöhr freundlich empfangen, im Salon Platz genommen, als auch schon die Conversation in regem Flusse war. Peters spielte sofort mit großem Geschick sein gesellschaftliches Talent aus. Er schien hier von vornherein völlig zu Hause; er plauderte launig und ungezwungen über allerlei. Seine Stimme und 126 Ausdrucksweise klangen immer sicher, entschieden, besonders wenn er irgend eine Unwahrheit zum Besten gab. Er sprach mit derselben Leichtigkeit von Büchern, die er, wie ich bestimmt wußte, nicht gelesen, sondern nur aus Anzeigen und Recensionen kannte, wie über Einzelheiten geschmackvoller Frauentoiletten.

Dem Anscheine nach richtete er immer seine Reden an Frau Elinöhr und behandelte Frieda mit einer gewissen Gleichgiltigkeit, und doch verrieth eine Fülle eingestreuter Bemerkungen, daß jedes Wort hauptsächlich auf das Mädchen zu wirken bestimmt war.

Ich hatte Peters viel von Frieda's Fähigkeiten erzählt, er balancirte daher fortwährend das Gespräch und bemühte sich, geistige Ueberlegenheit zu gewinnen. Was das Mädchen auch immer sagen mochte, er sah sich stets veranlaßt, ihr in launiger, höflicher Weise zu widersprechen. Selbst einige galante 127 Artigkeiten, die er scheinbar nur ganz nebenbei fallen ließ, enthielten eine Beigabe von Spott. Trotzdem Peters alle äußeren Vorschriften feiner Lebensart beobachtete, choquirte mich sein Benehmen; auch wunderte es mich, daß Frieda ihm nichts übel nahm. So wie er andere Kunstanschauungen hatte als ich, so hatte er auch eine ganz andere Ansicht von den Frauen und einen ganz andern Verkehrston.

Frieda bat ihn, uns etwas vorzuspielen. Darauf schien er nur gewartet zu haben, denn er setzte sich sofort gern an's Clavier und begann sein Blendwerk nun in Tönen fortzusetzen. Sein Spiel war von seltenem Vollklang! Trotz aller Bitterkeit muß ich es anerkennen. Sowie ihm das Gemüth, fehlte freilich auch seinem Vortrag die Seele; aber die Technik war bewundernswerth.

Frieda rief einige Male: »Herrlich! ganz wunderschön!«

Ich vermochte mir damals nicht zu 128 erklären, warum ihr Ausruf mein Herz wie ein Dolchstich traf.

Als wir zum Fortgehn aufbrachen, bat Frau Elinöhr Peters, sie recht bald wieder zu besuchen. Den Worten »recht bald« gab sie einen ganz besondern Nachdruck. Da ich nicht allein war, begleitete mich Frieda nicht bis zur Gartenthür. Als ich aus dem Laubgrün und dem Blumenflor in den langen, schmalen Vorderhof hinaustrat, hatte ich die schmerzliche Empfindung, daß ich wieder einen Tag im Leben verloren. Ich war gewöhnt, daß Frieda nur an mich das Wort richtete. Jedes Lächeln, es konnte nur mir gelten; jeden Gedanken schien sie nur für mich zu sparen; in Gesellschaft war sie, wie mir ihre Mutter erzählte, meist wortkarg. Sie war nicht eitel; sie hatte nicht das Bedürfnis, mit ihren Vorzügen zu prunken. Es genügte ihr, daß ich die feinste Regung ihrer Seele zu würdigen verstand. Diese 129 Concentration, dieses Beschränken ihrer ganzen Zaubermacht auf mich allein, war ja mein einziges Glück, die Grundbedingung meines Lebens und Strebens.

Peters hatte einige Stunden lang die Aufmerksamkeit von mir abgelenkt; ich konnte weder ihm noch ihr einen Vorwurf daraus machen, allein ich war verstimmt.

»Was fehlt Ihnen?« fragte mich Peters. »Sie scheinen ärgerlich!« und dann, ohne meine Antwort abzuwarten, fügte er ganz unvermittelt hinzu: »Fräulein Elinöhr scheint sehr musikalisch zu sein!«

Ich wußte nicht, was ich von dieser Bemerkung halten sollte. Hatte er mich durchschaut, wollte er mir den beruhigenden Beweis liefern, daß ihm der ganze Reiz dieser duftigen Mädchenblüthe unsichtbar geblieben oder völlig gleichgiltig?

»Fräulein Frieda hat ja selbst weder 130 gespielt, noch gesungen!« entgegnete ich verwundert – –

»Ganz richtig!« fiel er mir hastig und etwas gereizt in's Wort, »aber die Aufmerksamkeit, mit der sie zuhört, ihr feines Urtheil beweisen es.«

Ich mußte lächeln. Sie hatte ihn warm gelobt. Das war Alles! . . .

Am folgenden Tage, während ich Otto Violinstunde gab, kam das Gespräch auf Peters. Frieda fand ihn sehr interessant; Frau Elinöhr war ganz entzückt von ihm. Sie sagte, er mache den Eindruck eines heitern, thatkräftigen Menschen, der sicherlich eine große Carrière machen werde. Nur Otto's jugendliches Gemüth war gegen ihn. Der Kleine legte die Geige für einen Augenblick weg und rief: »Mir gefällt der Herr nicht!« – Sie werden es sonderbar finden, aber ich versichere Sie, das absprechende Urtheil des Knaben freute mich. Ich durfte 131 natürlich Nichts gegen Peters einwenden, hatte ich ihn doch selbst eingeführt.

Als ich nach der Lehrstunde mit Frieda in den Garten hinaustrat, wo wir unter der schattigen Linde Platz nahmen, war das Mädchen so lieb, so herzlich und zärtlich, als wollte sie mich für den gestrigen Tag schadlos halten, an dem sie sich durch die Gegenwart eines Fremden zu kühler Förmlichkeit gezwungen gesehen. Ich war überglücklich und gestand ihr, was mich veranlaßt hatte, Peters in unsern Kreis zu ziehen. Sie fand es rühmlich, daß mir jedes Talent hochheilig sei, und fühlte sich gehoben durch die Versicherung, daß ich ihrer vornehmen Natur einen wohlthätigen Einfluß auf die künstlerische Individualität des Fremden zutraute.

* * *

Einige Tage später machte Peters seinen zweiten Besuch bei der Familie 132 Elinöhr, und ehe ich's dachte, hatte er sich da völlig eingebürgert. Er kam sehr oft und wurde mir bald unbequem. Statt sich in den Verkehrston des Hauses zu schicken, Anregung zu bieten und zu empfangen, drängte er dem Kreis durch seine eitle Redseligkeit einen ganz andern Charakter auf. Wenn er zugegen war, fand sich kein behaglicher Augenblick zu ernstem Gespräch, schien selbst der geistige Kontakt zwischen mir und Frieda unterbrochen. Was mich aber noch mehr in Erstaunen setzte, noch tiefer schmerzte, das war die Fühlung, die er nach und nach mit dem Mädchen erlangte und zwar nicht dadurch, daß er sich zu ihrer idealen Höhe emporschwang, sondern indem er sie zu seiner Niedrigkeit herabzog.

Ich versuchte es, den Boden unter seinen Füßen zu untergraben, ihn wieder aus dem Kreise zu bannen; es ging nicht. Peters zählte zu jenen weltklugen Menschen, die, wenn ein günstiger Augenblick sie 133 irgendwohin verschlägt, rasch Wurzeln fassen und sich gewaltsam immer mehr ausbreiten. Ich hatte die Empfindung, als entzöge er mir alle Lebenskraft, und bestand darauf, daß Frieda den Verkehr mit ihm abbreche. Ich verzweifelte an meinem Rettungswerk und bangte vor den Dingen, die da kommen sollten.

Frieda lachte mich aus und beruhigte mich, indem sie durch einen Blick, aus dem ihre ganze innige Seele leuchtete, jedes Mißtrauen verscheuchte, durch einen glühenden Kuß jede Herzensangst tilgte. Kurze Zeit wiegte ich mich dann immer wieder in der Sicherheit des Glücks; plötzlich jedoch, wenn im leichten, tändelnden Gespräch zwischen Frieda und Peters eine geheime Anspielung fiel, die ich nicht verstand; wenn auf irgend ein unscheinbares Wort ein besonderer Nachdruck gelegt wurde; wenn mir irgend eine undefinirbare Nüance räthselhaft erschien: dann machte ich Schlüsse auf Schlüsse, 134 dann überkam mich eine furchtbare Beklommenheit; die Erde wankte unter mir; die Sterne am Himmel erloschen, und meine ganze Welt zerfiel in Trümmer; dann war's, als sähe ich die Spuren meines kurzen Glücks sowie meine ganze so schön geträumte Zukunft als öden Schutthaufen zu meinen Füßen. Wildes Unkraut wucherte aus ihm empor! . . .

Peters hatte an Frau Elinöhr eine beredte Vertheidigerin. Was that er aber auch nicht Alles, um sich die Gunst der Alten zu erringen! Sogar die Marktpreise schien er aus den Zeitungen auswendig zu lernen, um mit ihr über Küchenangelegenheiten plaudern zu können. Wo war die einstige Poesie der Garteneinsamkeit? . . .

Was ich nie und nimmer für möglich gehalten hätte, traf ein. Peters erschütterte Frieda's Idealismus. Heut wundert es mich nicht mehr. Heute weiß ich, daß es sich mit dem Idealismus 135 wie mit der Religion verhält. Wer einmal zu zweifeln begonnen, der hat zu glauben ganz und gar aufgehört. Der Idealismus eines reinen, keuschen Mädchengemüths aber insbesondere, diese herrlichste Wunderblume gleicht einer kaum erblühten Rose. Wer ihrem Kelch ein Blättchen entreißt, der sieht bald alle anderen auch welk zu Boden fallen. Mit Duft und Poesie ist's dann vorbei!

Als ich Peters einmal heftige Vorwürfe machte, hörte er mir, die Ellbogen auf den Tisch gestemmt, mit überlegenem Lächeln gleichgiltig zu, starrte in die Luft und drehte mit den so wohlgepflegten weißen Fingern, die mit der gelblichen Gesichtsfarbe auffallend contrastirten, mechanisch die Spitzen seines schwarzen Schnurrbarts. Nach einer Weile machte er durch eine kurze Entgegnung meinen erbitterten Reden ein Ende. »Mein lieber Freund!« rief er. »Sie haben eine ganz falsche Vorstellung von der 136 Welt. Sie nehmen das Leben, die Kunst und die Frauen viel zu ernst und bringen sich dadurch um jeden Genuß!« . . .

Ich vermag Ihnen nicht zu schildern, was ich in jener Zeit litt, und doch brachte ich es nur selten über mich, Frieda irgend welchen Vorwurf zu machen; denn sie neckte mich wegen meiner Eifersucht und scherzte alle ernsten Bedenken hinweg. Sie hatte keine Ahnung von ihrer Schuld, von den noch verborgenen zartesten Keimen des Unglücks, das sie immer drohender heraufbeschwor. Sie fand Gefallen an den Mitteln des neuen Hausfreundes, ohne seine Zwecke zu durchschauen. Ihr moralisches Unrecht war damals noch passiv. – Sie athmete gierig die laue, würzige Gewitterluft ein, ohne den Sturm zu ahnen, der immer näher heraufzog.

Sie redete mir ein, daß es Täuschung sei, ich aber empfand es immer deutlicher, daß sie mir gegenüber kälter wurde. 137 Ihre Liebe schien jetzt nur noch in einem Pflichtgefühl zu wurzeln. Sie wußte, wie theuer sie mir war, und hatte nicht das Herz zu offenem Bekenntnis. Vielleicht hoffte sie die neue, aufflammende Leidenschaft zu ersticken, vielleicht spielte sie nur mit Einem von uns, vielleicht mit Beiden! Wer vermag ein Frauenherz zu ergründen? Oft, wenn ich Otto Violinstunde gab, eilte Frieda wie an irgend einem Berufslehrer, der kommt und geht, je nachdem er bezahlt wird, hastig und gleichgiltig an mir vorüber. Sie stürmte in den Garten hinaus. Wenn ich ihr später folgte, dann fand ich sie mit Peters im besten Gespräch. Wie heiter sie war! Mir schnitt diese Lustigkeit in's Herz. Ich nahm an ihrer Seite Platz; ich sah, wie ihre Augen bei irgend einem Blick, einem Wort von Peters aufblitzten! Ich kannte das Freudenleuchten dieser Augen und wurde so wehmüthig gestimmt, daß ich keine 138 Silbe über die Lippen brachte und schüchtern und unverstanden wie ein Fremder dasaß. Wie oft hatten diese Augen mir geleuchtet, wenn ich den Grundton meiner Seele anschlug, und jetzt – mit welch andern Mitteln bewirkte Peters das Gleiche! Und doch war es scheinbar noch dasselbe Wesen, und zwischen meinem Liebesglück und meiner Verzweiflung lagen nur wenige Monate.

Manchmal ärgerte sich Frieda über meine Schweigsamkeit; meine Verstimmung berührte sie wie ein stummer Vorwurf. Einmal stand sie plötzlich auf, trat an mich heran und fragte mit zitternder Stimme, was mir fehle. Ich vermochte keine Antwort zu stammeln und legte die Hand auf meine brennenden Augen, als ob ich einen stechenden Schmerz abwehren wollte. Sie erfaßte meine Hand und zog sie zu sich empor. Als sie in meinen Augen Thränen gewahrte, zitterte sie am ganzen Körper und schien sehr 139 bewegt. Ich hatte die erniedrigende Empfindung, daß sie mich bemitleidete. Beim Abschied drückte sie mir so warm, so innig die Hand, wie einst in der Zeit meines höchsten Glückes.

Ein Tag war immer trüber in seinem Verlaufe, als der andere. Nur meine Geige, der ich das geheime Langen und Bangen meiner Seele anvertraute, und die Symphonie, an der ich selbst in den schweren Stunden innern Aufruhrs arbeitete, gewährten mir einigen Trost.

An einem Herbstabend saßen wir alle vor dem Gartenhause unter der Linde. Es dunkelte ziemlich früh, und die Luft war kühl. Frieda hatte den rothen goldverbrämten Baschlik über das Köpfchen gezogen und sah ganz so reizend aus, wie in jener Nacht, als ich sie vom Concertsaal nach Hause begleitete. Nur die Schneeflocken, die damals wie Maiglöckchen schimmerten, fehlten heute über dem braunen Stirnhaare. Auf dem 140 Tische vor ihr lag ein Buch. Sie war ganz still und nachdenklich; auch ihre Mutter, Peters und ich sprachen längere Zeit kein Wort. In den Zweigen über uns rauschte der Wind. Plötzlich fiel ein Blatt vom Baume dicht vor sie hin. Sie schauerte zusammen, hob dann das Blatt auf und drehte es in den blassen schmalen Fingern, indem sie die von langen Wimpern beschatteten Augen träumerisch darauf richtete. Ich fragte sie, ob es ihr nie aufgefallen, daß jedes Lindenblatt die Form eines Menschenherzens habe. Sie warf das Blatt weg, seufzte, schraubte den Docht der Tischlampe etwas mehr in die Höhe, schob mir das Buch zu und bat mich, eine Erzählung aus dem Russischen vorzulesen.

Ich erfüllte ihren Wunsch und wurde durch die Dichtung unwiderstehlich gefesselt. Eine Liebe, so innig, so wahr wie die meinige, fand in dem Werke den beredtesten Ausdruck. Auch die 141 Frauengestalt der Dichtung gemahnte mich an Frieda. Die Geschichte fing ganz heiter an, wurde aber immer düsterer. Als im Verlaufe derselben eine nüchterne Erscheinung auftauchte, die wie Peters dem Märchen vom Glück ein Ende machte, als sich die Anklänge an die Verstimmungen der letzten Wochen auffallend mehrten, schnürte mir ein beängstigendes Gefühl die Kehle zu. Meine Stimme klang zitternd, und vor den Augen begann es mir plötzlich so zu flimmern, daß ich das Buch aus der Hand legen mußte. »Ich sehe nichts mehr!« stammelte ich verlegen, um meine Aufregung zu verbergen.

Frieda blickte mich so groß, so durchdringend und, wie mir schien, verächtlich an, daß ich mich meiner Schwäche schämte. Dann nahm sie das Buch vom Tisch auf und las mit lauter und fester Stimme den Schluß zu Ende. Ihre Ruhe war mir unerklärlich! Der Dichter löste in seinem Werke den Konflikt nicht 142 zu meinen Gunsten. Als Frieda die letzten Zeilen vortrug, hatte ich die Empfindung, als entschiede sich mein eigenes Schicksal.

»Ein herrliches Buch!« rief Peters tonlos, nicht wie Jemand, der vom Zauber einer Dichtung erfüllt ist, sondern wie Einer, der ein Urtheil fällt, nur um irgend Etwas zu sagen. Dabei streifte der Blick seiner kleinen stechenden Augen über Frieda's vom rothen Baschlik so malerisch umrahmtes Antlitz, dann über ihre junonische Büste, bis zur Tischkante, an die sich das Mädchen lehnte. Ich sprach kein Wort. Meine Schläfen hämmerten. Vergebens sann ich lange darüber nach, ob bloß ein Zufall Frieda das Buch am Abend in die Hand gespielt, oder ob ihr der Inhalt der Novelle bereits bekannt war, als sie mich zur peinlichen Vorlesung genöthigt; dann stand ich auf und verabschiedete mich hastig. Von der Gartenthüre aus spähte 143 ich noch einmal nach der Gruppe, die sich zwischen dem dunklen Laub, von der Lampe erhellt, scharf abzeichnete. Frieda und Peters schienen in ein lebhaftes Gespräch vertieft. Ob sie mir wenigstens mit dem Blicke folgen wird? fragte ich mich. Wie thöricht, selbst so bescheidenen Wunsch zu hegen! Nein, nein, die Zeit des Glücks war unwiederbringlich verrauscht, und Alles, Alles war für mich vorbei. Der Idealist unterliegt! murmelte ich, in tiefster Seele ergriffen, vor mich hin. Ob ich mich, ob den Helden der Dichtung damit meinte, war mir selbst nicht recht klar.

Damals hätte ich mit Frieda brechen sollen, ich aber hatte nicht die Kraft dazu: brachte ich es doch kaum über mich, sie einen Tag nicht zu sehen, mich einen Tag nicht von ihr demüthigen zu lassen. Ich war förmlich krank nach ihr. Selbst die Leiden, die der Verkehr nun mit sich brachte, wurden mir zur Nothwendigkeit.

144 Eine trübe Stunde, an ihrer Seite verlebt, erschien mir noch immer begehrenswerther, als ein in Freuden verbrachter Tag – fern von ihr! . . . .

An einem Nachmittag schritt ich gesenkten Hauptes durch den Garten, in dem ich meine ganze Lebensfreude begraben hatte. Ein matter Sonnenschein zitterte über dem erbleichenden Gelbgrün des Rasens. Hie und da fiel leise ein verfärbtes Blatt vom Baume. Plötzlich schlug Frieda's liebliche Stimme an mein Ohr. Sie sang ein Lied von mir, eines derjenigen, die sie bei meinem letzten Concerte vorgetragen. Dasselbe feine Verständnis, dieselbe tiefe Empfindung verliehen auch heute dem Liede, das durch die offenen Fenster des Gartenhauses niedertönte, einen bestrickenden Klang. Ich horchte auf. Ein Hoffnungsstrahl durchzuckte mein beklommenes Herz, da mit einem Male schoß mir verstimmend der Gedanke durch den Kopf, daß Peters sie 145 am Clavier begleitete. Die Treulose! – sie sang mein Lied, um seine Eifersucht zu erregen.

Ich trat in's Haus. Aus der Treppe begegnete mir Frau Elinöhr, die mich bat, ihre Tochter im Salon zu begrüßen. Ich überschritt die Schwelle des Korridors. Einige Zimmer lagen vor mir ausgebreitet. Die einander gegenüberstehenden Thüren standen alle geöffnet und gewährten eine Durchsicht bis zum entgegengesetzten Ende des Hauses. Die letzte Thür umrahmte ein lebendes Bild: Peters saß am Clavier, den schwarzgelockten Kopf nachlässig zurückgeneigt; neben ihm stand Frieda. Sie hielt eine Nelke in der Hand und sang ein Lied – mein Lied!

Wie schön sie aussah! wie mild ihre Stimme klang! Ich hätte hinknieen mögen, um sie anzubeten. Frieda!! . . Ich wollte sie anrufen, aber das Wort erstarb mir in der Kehle. Ich gewahrte, wie Peters vom Stuhle aufsprang, wie 146 er den Arm um ihre schmale Taille preßte, wie er sie küßte, leidenschaftlich, mit glühenden Augen, in wilder Begier. Das war nicht die Liebe, tief wie die endlose See, nicht die reine Liebe, die ewig wogt und Märchenzauber auf dem Grunde birgt, nein, das war ein wüstes Gluthenmeer, das aufflammt und verraucht!

Mein Athem stockte, meine Faust ballte sich; ich schwankte und wußte nicht, ob ich weiter gehn oder umkehren sollte.

Frieda warf die Nelke weg und drohte Peters mit dem Finger. Plötzlich erblickte sie im Wandspiegel, der über dem Clavier hing, meine verstörten Züge. Sie wandte sich betroffen um, senkte die Wimpern, erblaßte, schritt mir aber gleich darauf mit trotziger Miene entgegen. Sie hatte die Empfindung, daß ich sie belauscht, und fühlte sich durch mich in ihrer Freiheit beengt; war der Roman mit mir für sie doch erledigt! Ich, 147 in dem noch Alles nachzitterte, was längst in ihr verklungen, war ihr lästig. So trat Haß bei ihr an die Stelle der Liebe, und statt sich selbst anzuklagen, verdammte sie mich. Wir wechselten gereizt einige bittere Worte; es war ein böser Abschied! Als ich schon im Korridor war, trat sie noch einmal an mich heran. Ihre Stimme klang weicher, ihr Blick war milder. »Laß keinen Haß in Deinem Herzen wuchern,« bat sie, indem sie kühl meine Hand ergriff, »und sei so glücklich, als Du es nur vermagst!«

»Glücklich?« rief ich und lachte höhnisch auf. »Du weißt, daß es für mich kein Glück giebt ohne Dich. Undenkbar wie ein Tag ohne Licht erscheint mir mein Leben ohne – – –«

Ich hatte nicht die Kraft, den Satz zu vollenden. Die Thränen brachen mir aus den Augen. Ich riß mich von ihr los und stürmte nach Hause. Dort warf ich mich auf's Bett. Meine Schläfen 148 pochten, meine Augen brannten. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen; kein deutliches Gefühl erregte mein Herz. Ich war wie betäubt, und doch stürzte eine Fluth von Thränen aus meinen Augen.

Erst am späten Abend ging ich wieder aus. Ich trat in eine hellerleuchtete Waffenhandlung und kaufte einen Revolver. Mir war's, als ob die Blicke aller Anwesenden an mir hingen, als ob mich die Blässe meiner Lippen, das Zittern meiner Finger verrathen müßten; erst als ich die Waffe zu mir gesteckt hatte, athmete ich erleichtert auf. Die ganze Nacht irrte ich in den Straßen und den wüstesten Vergnügungslocalen umher. Eine entsetzliche Unruhe trieb mich von Ort zu Ort. Die Einsamkeit schreckte mich, und das Menschengewühl wieder war mir unerträglich.

In der Morgendämmerung zog ein stürmisches Gewitter herauf. Ich eilte 149 nach Hause; dort lehnte ich mich an's Fensterbrett und blickte in den tobenden Orkan hinaus. Die wilde Jagd der Wolken, das Stöhnen des Windes und das feurige Zucken des Wetterleuchtens thaten meiner bewegten Seele wohl. Meine Gedanken waren finster und unheilbrütend. Ach, wenn mir Jemand die Freudenbotschaft brächte, daß Peters tot ist! dachte ich – tot, ohne daß ich meine Hand mit Blut befleckt; wenn ihn das Gewitter erschlüge! wenn . . . .

Ich begann den unheimlichen Gedanken weiter zu spinnen, während draußen der Donner grollte und der Regen laut rauschend auf Dächer und Pflastersteine fiel. Ein feuergreller Blitz schien den düstren Himmel in zackige Theile zu klüften. Ich trat vom Fenster zurück und begann den Revolver zu laden; dann legte ich die Mordwaffe auf das kleine Tischchen, das vor meinem Bette stand, und warf mich 150 angekleidet auf's Lager, wo ich, von den Aufregungen und der durchwachten Nacht ermüdet, wider Willen einschlief.

Was war das für ein böser, unruhiger Schlaf, was für ein entsetzlicher Traum! Ich sah meine Mutter im Hofraum auf der Freitreppe sitzen, unter demselben Akazienbaum, wo sie einst dem Knaben berichtet, wie ein Stern zum andern fliegt. Sie hatte den seit dem Tode meines Vaters so rasch ergrauten Kopf kummervoll auf die Hand gestützt und fuhr bei jedem Geräusch erschrocken auf. Der alte Organist trat auf sie zu. Sie erfaßte seine knochigen Finger und klagte ihm weinend, daß sie lange keinen Brief vom Sohn erhalten und daher von Unruhe verzehrt werde. Vielleicht ist er krank, stammelte sie, und hat nicht das Herz, es mir zu schreiben! Ich hörte, wie mein ehemaliger Lehrer sie tröstete. Er sprach von der lärmenden Großstadt, die einen jungen Menschen 151 leicht vergessen läßt, wie sehr sich ein ängstliches Mutterherz um ihn grämt; dann pries er mein Gemüth, das sich von der Welt ganz unbefleckt erhalten, und plauderte begeistert von meinem Künstlerthum und meiner Zukunft, so daß sich das runzelige Gesicht meiner Mutter verjüngte und ihre Augen freudig zu leuchten begannen. Plötzlich wankte bleich und entsetzt ein greiser Diener auf sie zu und übergab ihr zitternd einen schwarz gesiegelten Brief: die Schreckensbotschaft, daß ihr Sohn ein Mörder! Aus weiter Ferne hallte dumpf und schaurig die Armsünderglocke in den Hofraum, wo einst der Knabe gespielt und der Jüngling von Glück und Ruhm geträumt. Mit einem furchtbar gellenden Schrei stürzte meine arme Mutter zusammen! . . . .

Ich erwachte und bebte am ganzen Körper, so daß ich mich kaum aufzurichten vermochte. Der schreckliche, verworrene 152 und doch prophetische Traum schien meine Glieder gelähmt zu haben.

Erst nach und nach erholte ich mich wieder. Ich malte mir die Wonne des schurkischen Freundes aus, der mich um mein höchstes Lebensglück betrogen; ich erhitzte mein Blut und bemühte mich, die Erinnerung der grauenhaften Vision und meine Seelenschwäche los zu werden. Durch meine Hand muß er fallen! rief ich entschlossen und wandte meine ganze Kraft daran, jeden Gedanken an meine unglückliche Mutter abzuwehren.

Ich streckte meinen Arm nach dem Revolver aus und war bereit, Peters im Gartenhause aufzusuchen, um ihn mitleidslos zu töten, wie er mein Glück gemordet hatte. Plötzlich wankte ich wieder! Nein, nein, dachte ich, nicht in Frieda's beseligender Nähe darf ihn das rächende Schicksal erreichen. Ihre blasse Hand darf nicht das Blut aus seiner Wunde waschen, sein brechender Blick soll nicht 153 beim letzten Schimmer ihr Engelsköpfchen sehen! Ich mißgönnte selbst dem Todgeweihten die Nähe der Geliebten! Wo aber sollte die Kugel Peters sonst erreichen können? Ich ging nicht aus dem Hause. Unschlüssig brütete ich darüber den ganzen Tag.

Am Abend pochte es plötzlich heftig an meiner Thür. Ich machte auf und vermochte meinen Augen kaum zu trauen; denn vor mir stand Peters und reichte mir leutselig, wie wenn Nichts vorgefallen wäre, die vorgestreckte Hand zum Gruße. Ich schauderte und sah ihn mit stierem Blicke an. Der Todesengel selbst hatte ihn zu mir geleitet. Er schien meinen Haß, meine Aufregung nicht zu bemerken; er sprach heiter und ungezwungen von sich, von mir, von Frieda. Er erzählte, daß er Frieda heirathen werde, daß sie Beide und auch die Mutter schon einig wären. »Heute Abend ist Frieda nicht zu Hause,« sagte er, »ich fühlte 154 mich ganz verlassen und wollte nachsehen, wie es Ihnen geht, mit Ihnen wenigstens von Frieda plaudern und versuchen, Sie versöhnlich zu stimmen.«

Ich fuhr erbittert auf; ich dachte daran, daß ich mein ganzes Leben lang verlassen bleiben sollte, und wandte den Blick nach der Thür meiner kleinen Schlafstube, nach der Richtung, in der die Mordwaffe lag. Warum zögerte ich noch? – weil er mein Gast war, weil er vertrauensvoll meine Schwelle betreten!? Wie thöricht!

»Wollen wir nicht in's Freie gehn?« fragte er, plötzlich aufstehend. »Der Abend ist schön, wenn auch ein wenig neblig!«

»Gut!« sagte ich und trat in's Schlafgemach, um den Revolver zu mir zu stecken . . .

Wir wanderten weit vor die Stadt hinaus.

Der Herbst hatte eine unsagbare Schwermut über die Landschaft 155 gebreitet. Wir sprachen wenig. Dumpf hallten unsere Schritte. Der Weg führte uns an Moorgründen vorüber, ähnlich denjenigen, vor denen Sie mich einmal am abfallenden Rande der Landstraße sitzen sahen. Der schwere Flügelschlag eines großen Raubvogels rauschte über unseren Köpfen hinweg und verklang über den wehenden Schilffahnen des Rohrdickichts. Zu unseren Füßen raschelte totes Laub. Allenthalben starrten uns die Ueberreste abgestorbener Pflanzen entgegen. Zwischen den dunklen Erlenbüschen blinkte das trübe Wasser, auf dem vereinzelte Blätterleichen umherschwammen. Es rauschte geheimnisvoll in den Zweigen; es stöhnte klagend im Schilf; es regte sich unheimlich im Moor, über dem die Truggebilde des Nebels schwebten. Der Weg schien sich vor uns und hinter uns immer mehr zu verengen. Die Gebüsche zu beiden Seiten der Straße rückten immer dichter heran, als ob das Erlenmoor uns verschlingen wollte. 156 Die Gegend war öde und trostlos. Todessehnsucht erfaßte mich! Ich war entschlossen, den Weg nach der Stadt nicht zurückzuwandern. Ich griff in den Mantel nach meiner Mordwaffe. Hier in der Einsamkeit wollte ich Peters töten und mich selbst dann richten.

»Ján,« rief mein Opfer plötzlich, und seine Stimme klang viel weicher als sonst, »diese schaurige Landschaft erinnert mich lebhaft an meine Kindheit! Ich lebte früher weit draußen vor der Stadt in der Nähe eines schilfreichen Moorgrundes. Später, als mein Vater starb, war es meiner armen Mutter zu einsam, zu unheimlich auf dem Lande, und wir zogen nach der Stadt.«

»Lebt Ihre Mutter noch?« fragte ich, und das Bild der meinigen stand kummervoll, wie sie mir im warnenden Traum erschienen, vor meinen Augen.

»Ja!« rief er, »der Himmel gebe, daß sie noch lange lebe! Sie hat Jahre 157 hindurch für mich gekämpft und gerungen; nun ist's an mir, ihr Alter vor Sorgen zu schützen.«

Dieser Ausruf klang so warmherzig, daß ich Peters ganz verwundert anblickte. Es war der erste echte Herzenston, den ich von ihm vernahm. Ein Gefühl ist ihm doch noch heilig! dachte ich, und die Finger, die den Revolver bereits umklammert hielten, begannen zu zittern.

»Wir haben keine Verwandten sonst,« fügte Peters leise hinzu, »meine Mutter steht ganz allein. Ich bin ihre einzige Stütze!«

»Ihre einzige Stütze!« wiederholte ich tonlos, indem ich die Hand wieder sinken ließ.

Er begann mir freudig von seiner Mutter zu erzählen, von seiner Kindheit und von den die Thatkraft stählenden Kämpfen, die er in früher Jugend bestanden.

158 Mir wurde weh um's Herz. Meine Bitterkeit wandelte sich in sanfte Schwermuth, und eine unvermuthete Schwäche lähmte meinen Vorsatz. In trüben Gedanken schritt ich neben Peters hin. Endlich hatten wir den Ausgang des Gebüsches erreicht. Wir gelangten auf eine Anhöhe. Tief unter uns dämmerte das Erlenmoor, in dem sich die Straße, die wir eben heraufgekommen, undeutlich im Nebelgrau, verlor. Auf dem Hügel wehte eine frischere, leichtere Luft. Ich athmete befreit auf. Hinter einer Wolkenwand tauchte jetzt der Mond empor und beleuchte hell den weiten, von hohen Bäumen umgrenzten Platz, auf dem wir Rast machten.

»Peters!« sagte ich, »wer weiß, ob wir uns im Leben wiedersehen, darf ich Ihnen ein Andenken geben an diese Stunde, die so trüb verrauscht? Sie stehn im Begriffe, sich zu vermählen, mit einem Mädchen zu vermählen, das Sie mir 159 geraubt, mit einem Wesen, das noch vor Kurzem mich so heiß und innig geliebt hat, wie es jetzt Sie zu lieben glaubt. Hören Sie mich an! Wenn einst ein ehrloser Schurke kommt, der Ihnen Frieda's Herz abtrünnig macht, wenn die Verzweiflung einst auch Sie erfaßt, dann schießen Sie den Mörder Ihres Glückes nieder wie ein wildes Thier. Mein Herz ist zu weich, mir fehlt die Kraft dazu!«

Bei diesen Worten zog ich den geladenen Revolver hervor, den ich ihm reichte; den Lauf der Waffe hatte ich gegen mich gerichtet. Peters sah mich entsetzt an. War plötzlich das Bewußtsein über ihn gekommen, wie namenlos ich Frieda liebte? – ahnte er die Gefahr, der er eben entronnen? – ich weiß es nicht! Er sah mich starr und unverwandt an, ohne den Arm nach der Waffe auszustrecken, die in meiner Hand zu zittern begann.

»Peters!« flehte ich, »hier, nehmen 160 Sie dieses Andenken an einen Unglücklichen, der Ihre Frieda geliebt hat; weihen Sie es mit meinem Blute ein, da ich zu thöricht, zu schwach, allzu weichherzig war, das Ihrige zu vergießen!«

Er schlug sich mit den Fingern vor die Stirne und machte dann eine abwehrende Bewegung. Ich trat an den Hügelrand, erhob den Revolver und schleuderte ihn weit von mir in's düstere Erlengebüsch. Die Waffe mochte an einen Baumstumpf geprallt sein, da sie mit furchtbarem Getöse losging. Einige Sumpfvögel flatterten im Rohrdickicht erschreckt auf, dann wurde es still, ganz still, nur die Bäume rauschten über der Anhöhe . . .

Wir wanderten nicht wieder an den Moorniederungen vorbei nach der Stadt zurück, sondern schlugen vom Hügel aus einen andern, weniger unheimlichen Weg ein. Es war ein seltsames, trostloses Nebeneinandergehn! Wir sprachen kein Wort. Als die ersten Lichter entfernter 161 Straßen und Häuserfronten durch die Nebelschleier sichtbar wurden, reichte mir Peters schweigend die Hand und schlug eine von der meinigen abweichende Richtung ein . . .

* * *

Einige trübe, öde, endlose Wochen vergingen. Das Unglück schien jeden Augenblick zu dehnen! Was hätte ich damals für das Freiheitsgefühl gegeben, sterben zu dürfen – aber so wie ich Peters um seiner Mutter willen nicht dem Glücke entzog, durfte ich, trotz all der Fülle meines Leides, keinen Selbstmord begehn, wenn ich nicht meine Mutter in den Tod jagen wollte: war ich doch der Armen ganze Welt! Aus Kindesliebe sah ich mich zum Leben verurtheilt! . . .

In schlaflosen Nächten sehnte ich mich nach dem Tag, und wenn der Morgen dämmerte, konnte ich den Abend kaum mehr erwarten. – Das ziellose Leben 162 schlich mir zu träge dahin! Oft hatte ich die schreckliche Empfindung, als müßte ich wahnsinnig werden, dann erfaßte ich die Geige und versuchte, die Geistesnacht zu bannen.

Der alte Organist, der aus meinen Briefen entnahm, wie elend ich mich fühle, wandte seine ganzen Ersparnisse an die große Reise und besuchte mich. Meine Symphonie war fertig. Er versprach sich von ihrer Aufführung eine große, heilsame Wirkung. Der Ruhm sollte mich für die Liebe entschädigen! Er setzte sich mit allen möglichen Künstlern in Verbindung, entflammte sie für mein Werk, brachte die schwierige Aufführung zu Wege, sah sich jedoch in seinen Erwartungen getäuscht. Der Erfolg der Tondichtung war zwar groß und ungewöhnlich, mich aber ließ er völlig gleichgiltig.

Ich hörte nicht den rauschenden Beifall der Menge, sondern nur die unverständlichen Worte, die Frieda Peters 163 zuflüsterte. Ich sah Niemand, ich wußte von Nichts, als daß das glückliche Brautpaar unter den Zuhörern weilte.

Wie schön Frieda aussah! Mir war's, als suchte mich ihr Auge überall, während mir ihre Hände Beifall zollten. Durch ein sinnloses Zeichen äußerlicher Anerkennung wollte sie den Künstler dafür entschädigen, daß sie ihm das Herz gebrochen. Ich aber hatte das Interesse für mich selbst verloren, jeden Glauben an mich eingebüßt. Frieda hatte mein Herz ergründet, meine Seele durchschaut, mein künstlerisches Wollen in seinen feinsten, verborgensten Regungen verstanden und sich dennoch von mir abgewandt: Wie sollte ich nicht gering von mir denken, da ich ihr so wenig bedeutete! . . .

Wenige Tage nach der Aufführung meiner Symphonie fand Frieda's Hochzeit statt; nun war Alles entschieden, Alles vorbei; nun war sie für mich gestorben, ohne daß ich den Trost besaß, 164 ihr Grab mit Blumen schmücken, ihrer ohne Erbitterung gedenken zu können. Jemand, an dem unsere ganze Seele hängt, durch den Tod zu verlieren, ist schrecklich! noch entsetzlicher aber, durch das grausame, lügenhafte, prahlerische Schicksal in den Stunden höchster Erwartung um sein bestes Theil betrogen zu werden; martervoller als durch den Tod ist es, ein liebendes Herz durch das Leben selbst, durch die Wandlungen des Tages einzubüßen.

Ich wollte und durfte Frieda nie wieder begegnen; nur die Stätte entschwundener Seligkeit wünschte ich noch einmal zu betreten. Ich packte meine Sachen und schickte sie auf den Bahnhof hinaus, trotzdem ich noch keine Ahnung hatte, nach welcher Stadt ich abreisen würde; dann schlich ich mich heimlich in den Garten, wo ich das kurze Märchen vom Glück geträumt. Dort schnitt ich einen Zweig von der Linde, um ihn als 165 Angedenken mitzunehmen, wie man von einem teuren Grab eine Blume zu sich zu stecken pflegt. Aus den Fenstern des Hochzeitssaales drangen die Klänge heiterer Tanzmusik in den nachtstillen Garten herab; rosengeschmückte Mädchenköpfe schwebten an den hohen Scheiben vorüber, durch die ein blendender Lichterglanz auf die beschneite Linde fiel, so daß sie in kaltem, silberhellem Glanz erschimmerte. Die Winternacht war klar. Der erste Schnee leuchtete und flimmerte über allen Bäumen, erfrorenen Blumen und Sträuchern und knisterte unter meinen Füßen. Lautlos wandelte der Mond hoch über der froststarrenden Erde seine einsame Bahn.

Ein unsagbarer Schmerz schnürte krampfartig mein Herz zusammen. Schöner denn je erschien mir das Glück, das unwiederbringlich dahin war, und trotz meiner Verbitterung schwebte Frieda's Bild um mich, von märchenhaftem Zauber 166 umwoben. Ein feuriger Sternfunke löste sich vom reinen Himmelsgewölbe, um im Schmutz der Erde zu versinken. Wie er glühend und sprühend durch die schneehelle Nacht dahinschoß, da war's mir, als hätte ich nie einen Stern so fascinirend glänzen sehen, wie ihn bei seinem Falle!

Durch das Knistern des Schnees unter meinen Füßen plötzlich aus seinem Schlafe geschreckt, schlug der Kettenhund ein heiseres Gebell an. Ich rief ihn beim Namen; er aber schien mich nicht mehr zu kennen. Daß auch der Hund mich so rasch vergessen, wunderte mich!

Aus dem Festsaale kam Otto neugierig in den Garten herab, um nach dem späten Gaste auszuspähen. Ich schämte mich, wie ein Dieb die Flucht zu ergreifen, und doch hätte ich es am liebsten thun mögen. Der Knabe hatte mich eingeholt, erfaßte meine Hand und wollte mich durchaus mit sich ziehen; ich 167 aber, der ich nur als verschüchterter Eindringling im fremden Garten stand, riß mich von Otto los und bat ihn, Frieda, wenn der Festlärm verrauscht, zu sagen: daß ich in die weite Welt gezogen, um nie voll Haß derjenigen zu begegnen, die ich so sehr geliebt! . . .

Ich stürmte auf den Bahnhof hinaus. Der Kassierer am Schalter, der mich persönlich kannte, fragte mich, wohin ich reisen wolle, und sah mich, als ich ihm keine Antwort zu geben vermochte, mitleidig wie einen Irrsinnigen an. Ich bat ihn, mir die weiteste Strecke zu nennen, die ich heute Nacht noch zurücklegen könne, und löste dann eine Fahrkarte nach der von ihm bezeichneten Stadt. Er schüttelte den Kopf: ihm war es offenbar unerklärlich, daß Jemand ohne bestimmtes Ziel in die weite Welt hinauswanderte. –

Eine Zeit lang irrte ich von Stadt zu Stadt. Mein Kummer, das Gefühl 168 des Verlassenseins, die Ueberzeugung, daß ein ganzes Leben nicht zu ersetzen vermag, was Einem ein Augenblick geraubt, lähmten mein Streben, ertöteten mein Talent.

Weil ich eigenartige Ansichten von Welt und Menschen hatte; weil in mir nichts von dem, was die Leute erfüllte, nachzitterte; weil ich an leeren Worten, an geheuchelten Empfindungen keinen Gefallen fand; weil mich die innere Rohheit der meisten Männer anwiderte, die Launenhaftigkeit der Frauenseelen nicht zu fesseln vermochte: hielten mich Viele anfänglich für einen Sonderling, schließlich gar für verrückt. – Da ich mich an der allgemeinen Jagd nach dem Glücke nicht betheiligte, da ich nichts mehr erhoffte und nichts mehr fürchtete, fühlte ich mich unabhängig, beugte ich mich nicht unter das Joch gesellschaftlicher Unterthänigkeit und weltlicher Verlogenheit. Zwischen mir und meiner Umgebung gähnte fortan 169 eine unausfüllbare Kluft. Ich schloß mich an Niemand, um Niemand verlieren zu können. Ich empfand nicht die Nothwendigkeit der Gemeinschaft und entzog mich jeder Einwirkung von außen.

Die Tage kamen, und die Tage gingen, ohne auf einander Bezug zu nehmen, spurlos, als wären sie nie gewesen; es war ein einförmiges, mechanisches Aneinanderketten öder Stunden, die, ohne die Todesstille meiner Seele zu unterbrechen, stumm an mir vorüberschlichen. Ich wurde immer lebensmüder, immer verschlossener, immer wortkarger. Nur manchmal fuhr ich erschrocken aus meiner Erstarrung auf, wenn mein Blick einen Mädchenkopf traf, der Aehnlichkeit mit Frieda hatte; wenn irgend ein Laut an mein Ohr schlug, der an den Klang ihrer süßen Stimme gemahnte, oder wenn mich eine Kleidfarbe, ein Duft, eine Melodie, ein unsagbares Etwas an die Treulose gemahnte.«

170 »Haben Sie nie wieder bestimmte Kunde von ihr erhalten?« fragte ich theilnahmsvoll.

»Nein,« sagte Edgar Ján seufzend, »wenigstens in den letzten Jahren nicht. Ich habe nur einmal ihr Bild unter den ausgestellten Photographien vieler Künstler im Schaukasten einer großen Musikalienhandlung hängen sehen und aus der Unterschrift entnommen, daß Frieda doch zum Theater gegangen, daß Peters somit das Talent seiner Frau praktisch ausbeutete. Ich habe mir ein solches Costümbild gekauft und will es Ihnen gern einmal zeigen, obzwar ich mich über den Photographen geärgert habe, weil ich es nicht sehr ähnlich fand. Es fehlt der Duft, die Poesie, der marienhaft heilige Ausdruck, der Frieda's Antlitz einst durchgeistigte. Vielleicht that ich dem Photographen Unrecht! Vielleicht hat sich Frieda so sehr verändert, seitdem sie bei der Bühne »Glück gemacht« hat, 171 bin ich doch auch nicht mehr derselbe! Wer vermöchte in mir, dem menschenscheuen Gesellen, den nur der Kampf um's Dasein die Wohnungen fremder Leute zu betreten zwingt, im ›stummen‹ Wandermusikanten, der nun in Kirchen und auf Hochzeiten spielt, den kunstbegeisterten Jüngling wiederzuerkennen, der einst nach den höchsten Zielen gestrebt!

»Frieda haben vielleicht der Glanz und der Tand so umgewandelt, wie mich Kummer und Elend! Wie Wenige bleiben sich selbst getreu auf der weiten, ermüdenden Strecke durch's Meer des Lebens, bis zu jenem stillen, seligen Hafen, der ihren Anker ewig hält!« – – –

Edgar Ján schwieg, von der Geschichte seiner Liebe und den Erinnerungen, die er in sich heraufbeschworen, überwältigt; ich aber pries den leuchtenden Frühlingstag, der seine Zunge gelöst und uns für immer in Freundschaft verbunden. 172

 


 

 << Kapitel 5  Kapitel 7 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.