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Ein Kampf um Rom

Felix Dahn: Ein Kampf um Rom - Kapitel 83
Quellenangabe
typefiction
booktitleEin Kampf um Rom
authorFelix Dahn
publisherVerlag Werner Dausien
addressHanau
isbn3-7684-4210-1
titleEin Kampf um Rom
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1876
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Siebentes Kapitel

«Verfluchtes Omen!» knirschte Calpurnius. Und er eilte zu Belisar: «Befehl den Rückzug, rasch, Magister Militum.» – «Warum, Vortrefflicher?» – «Es ist der Gotenkönig selbst.» – «Und ich bin Belisar selbst», sagte dieser, den prachtvollen Helm mit dem weißen Roßschweif aufsetzend. «Wie konntest du deinen Posten im Vordertreffen verlassen?» – «Herr, um dir das zu melden.» – «Das konnte wohl kein Bote? Höre, Römer, ihr seid nicht wert, daß man euch befreit. Du zitterst ja, Mann des Schreckens. Zurück mit dir ins Vordertreffen.

Du führst unsre Reiter zum ersten Angriff: ihr, meine Leibwächter Antallas und Kuturgur, nehmt ihn in die Mitte: Er muß tapfer sein, hört ihr? Weicht er – nieder mit ihm! So lehrt man Römer Mut.

Der Lagerrufer sagte eben die letzte Stunde der Nacht an. In einer Stunde geht die Sonne auf. Sie muß unser ganzes Heer auf jenen Hügeln finden.

Auf! Ambazuch, Bessas, Constantinus, Demetrius, das ganze Lager bricht auf, dem Feind entgegen.»

«Feldherr, es ist, wie sie sagen», meldete Maxentius, der treueste der Leibwächter, «zahllose Goten rücken an.»

«Sie sind zwei Heere gegen uns», meldete Salomo, Belisars Hypaspisten-Führer.

«Ich rechne Belisar ein ganzes Heer.»

«Und der Schlachtplan?» fragte Bessas.

«Im Angesicht des Feindes entwerf' ich ihn, während des Calpurnius Reiter ihn aufhalten. Vorwärts, gebt die Zeichen, führt Phalion vor.» Und er schritt aus dem Zelte; nach allen Seiten stoben die Heerführer, die Hypaspisten, Prätorianer, Protektoren und Doryphoren auseinander, Befehle gebend, verteilend, empfangend.

In einer Viertelstunde war alles in Bewegung gegen die Hügel! Man nahm sich nicht Zeit, das Lager abzubrechen. Aber der plötzliche Aufbruch brachte vielfache Verwirrung. Fußvolk und Reiter gerieten in der dunkeln, mondlosen Nacht untereinander. Auch hatte die Kunde von der Übermacht der vordringenden Barbaren Mutlosigkeit verbreitet.

Es waren nur zwei nicht sehr breite Straßen, die gegen die Hügel führten: so gab es manche Stockung und Hemmung. Viel später, als Belisar gerechnet, langte das Heer im Angesicht der Hügel an: und als die ersten Sonnenstrahlen sie beleuchteten, sah Calpurnius, der den Vortrab führte, von allen Seiten gotische Waffen blitzen.

Die Barbaren waren Belisar zuvorgekommen. Erschrocken machte Calpurnius halt und sandte Belisar Nachricht.

Dieser sah ein, daß Calpurnius mit seinen Reitern nicht die Berge stürmen könne. Er schickte Ambazuch und Bessas mit dem Kern des armenischen Fußvolks ab, um auf der breiten Straße zu stürmen. Den linken und den rechten Flügel führten Constantinus und Demetrius, er selbst brachte im Mitteltreffen seine Leibwachen als Rückhalt heran. Calpurnius, froh des Wechsels im Plan, stellte seine Reiter unter den steilsten Abfall der Hügel, links seitab der Straße, wo kein Angriff zu befürchten schien, den Erfolg von Ambazuchs und Bessas Sturm abzuwarten und die fliehenden Goten zu verfolgen oder die weichenden Armenier aufzunehmen.

Oben auf den Höhen aber stellten sich die Goten in langer Ausdehnung in Schlachtordnung. Totilas Reiter waren zuerst eingetroffen. Ihm hatte sich Teja, zu Pferd, vor Kampfbegier fiebernd, angeschlossen: – sein beiltragendes Fußvolk war noch weit zurück: – er hatte sich ausgebeten, ohne Befehlführung, überall, wo es ihn reizte, ins Handgemenge zu greifen. Darauf war Hildebrand eingetroffen und hierauf der König mit der Hauptmacht gefolgt. Herzog Guntharis mit seinen und Tejas Leuten wurden noch erwartet.

Pfeilschnell war Teja zu Witichis zurückgeflogen.

«König», sagte er, «unter jenen Hügeln steht Belisar.

Er ist verloren beim Gott der Rache! Er hat den Wahnsinn gehabt, vorzurücken. Dulde nicht die Schmach, daß er uns zuvorkommt im Angriff.»

«Vorwärts!» rief König Witichis, «gotische Männer vor!» In wenigen Minuten hatte er den Rand der Hügel und übersah das Talgefild vor ihm. «Hildebad – den linken Flügel! Du, Totila, brichst mit deinen Reitern hier im Mitteltreffen, die Straße herunter, vor. Ich halte rechts seitab der Straße, bereit, dir zu folgen oder dich zu decken.»

«Das wird's nicht brauchen», sagte Totila, sein Schwert ziehend. «Ich bürge dir, sie halten meinen Ritt diesen Hügel herab nicht auf.»

«Wir werfen die Feinde in ihr Lager zurück», fuhr der König fort, «nehmen das Lager, werfen sie in den Bach, der dicht hinter dem Lager glänzt: was übrig ist, können eure Reiter, Totila und Teja, über die Ebene jagen bis Rom.»

«Ja, wenn wir erst den Paß gewonnen haben, dort in den Waldhügeln, hinter dem Fluß». sagte Teja, mit dem Schwert hinüberdeutend.

«Er ist noch unbesetzt, scheint's: ihr müßt ihn mit den Flüchtigen zugleich erreichen.»

Da tritt der Bannerträger, Graf Wisand von Vulsinii, der Bandalarius des Heeres, an den König heran. «Herr König, ihr habt mir eine Bitte zu erfüllen zugesagt.» – «Ja, weil du bei Salona den Magister Militum für Illyrien, Mundus, und seinen Sohn vom Roß gestochen.»

«Ich habe es nun einmal auf die Magistri Militum abgesehen. Ich möchte denselben Speer auch an Belisar erproben. Nimm mir, nur für heute, das Banner ab, und laß mich den Magister Belisar aufsuchen. Sein Roß, der Rotscheck Phalion oder Balian, wird so sehr gerühmt, und mein Hengst wird steif. Und du kennst das alte gotische Reiterrecht: wirf den Reiter und nimm sein Roß.'»

«Gut gotisch Recht!» raunte der alte Hildebrand.

«Ich muß die Bitte gewähren», sprach Witichis, das Banner aus der Hand Wisands nehmend. Dieser sprengte eilig hinweg. «Guntharis ist nicht zur Stelle, so trage du es heute, Totila.»

«Herr König», entgegnete dieser, «ich kann's nicht tragen, wenn ich meinen Reitern den Weg in die Feinde zeigen soll.» Witichis winkte Teja.

«Vergib», sagte dieser: «heut' denk' ich beide Arme sehr zu brauchen.» – «Nun, Hildebad.» – «Danke für die Ehre: ich hab's nicht schlechter vor als die andern!» – «Wie», sagte Witichis, fast zürnend, «muß ich mein eigner Bannerträger sein, will keiner meiner Freunde mein Vertrauen ehren?»

«So gib mir die Fahne Theoderichs», sprach der alte Hildebrand, den mächtigen Schaft ergreifend. «Mich lüstet weitern Kampfes nicht so sehr. Aber mich freut's, wie die Jungen nach Ruhme dürsten. Gib mir das Banner, ich will's heute wahren wie vor vierzig Sommern.» Und er ritt sofort an des Königs rechte Seite.

«Der Feinde Fußvolk rückt den Berg hinan», sprach Witichis, sich im Sattel hebend. «Es sind Hunnen und Armenier», sagte Teja, mit seinem Falkenauge spähend, «ich erkenne die hohen Schilde!» Und den Rappen vorwärts spornend rief er: «Ambazuch führt sie, der eidbrüchige Brandmörder von Petra.»

«Vorwärts, Totila», sprach der König, «und aus diesen Scharen – – keine Gefangenen.»

Rasch sprengte Totila zu seinen Reitern, die hart an der Mündung der aufsteigenden Straße auf der Höhe aufgestellt waren. Mit scharfen Blick musterte er die Bewaffnung der Armenier, die in tiefen Kolonnen langsam bergauf rückten. Sie trugen schwere, mannshohe Schilde und kurze Speere zu Stoß und Wurf.

«Sie dürfen nicht zum Werfen kommen», rief er seinen Reitern zu. Er ließ sie die leichten Schilde auf den Rücken binden und befahl, im Augenblick des Anpralls die langen Lanzen, statt, wie üblich, in der Rechten, in der Linken, der Zügelhand, zu führen, den Zügel einfach um das Handgelenk geschlungen und über die Mähne weg die Lanze aus der rechten in die linke Faust werfend. Dadurch trafen sie auf die rechte, vom Schild nicht gedeckte Seite der Feinde. «Sowie der Stoß angeprallt – sie werden ihm nicht stehen! – werft die Lanze im Armriem zurück, zieht das Schwert und haut nieder, was noch steht.»

Er stellte sie nun, die Kolonne der Feinde rechts und links überflügelnd, auf beiden Seiten neben der Straße auf.

Er selbst führte den Keil auf der Straße. Er beschloß, den Feind die Hälfte des Hügels herankommen zu lassen. Mit atemloser Spannung sahen beide Heere dem Zusammenstoß entgegen.

Ruhig rückte Ambazuch, ein erprobter Soldat, vorwärts.

«Laßt sie nur dicht heran, Leute», sagte er, «bis ihr das Schnauben der Rosse im Gesicht spürt. Dann, – und nicht eher, – werft: und zielt mir tief, auf die Brust der Pferde, und zieht das Schwert. So hab' ich noch alle Reiter geschlagen.»

Aber es kam anders.

Denn als Totila, voransprengend, das Zeichen zum Angriff gab, schien eine donnernde Lawine vom Berg herab über die erschrocknen Feinde einzubrechen. Wie der Sturmwind jagte die blitzende, klirrende, schnaubende, dröhnende Masse heran, und eh' die erste Reihe der Armenier Zeit gefunden, die Wurfspeere zu heben, lag sie schon, von den langen Lanzen auf der schildlosen Seite durchbohrt, niedergestreckt. Sie waren weggefegt, als wären sie nie gestanden.

Blitzschnell war das geschehen: und während noch Ambazuch seiner zweiten Reihe, in der er selber stand, Befehl geben wollte, zu knien und die Speere einzustemmen, sah er schon auch seine zweite Reihe überritten, die dritte auseinandergesprengt und die vierte unter Bessas kaum noch Widerstand leistend gegen die furchtbaren Reiter, die jetzt erst dazu kamen, die Schwerter zu ziehen. Er wollte das Gefecht stellen: er flog zurück und rief seinen wankenden Scharen Mut zu.

Da erreichte ihn Totilas Schwert: ein Hieb zerschlug ihm den Helm. Er stürzte in die Knie und streckte den Griff seines Schwertes dem Goten entgegen. «Nimm Lösegeld», rief er, «ich bin dein.»

Und schon streckte Totila die Hand aus, ihm die Waffe abzunehmen, da rief Tejas Stimme: «Denk an Burg Petra.»

Ein Schwert blitzte, und zerspaltenen Haupts sank Ambazuch. Da stob die letzte Reihe der Armenier, Bessas mit fortreißend, entsetzt auseinander, – das Vordertreffen Belisars war vernichtet. Mit lautem Freudenruf hatten König Witichis und die Seinen den Sieg Totilas mit angesehn.

«Sieh, jetzt schwenken die hunnischen Reiter, die hier gerade unter uns stehen, gegen Totila», sagte der König zu dem alten Bannerträger. «Totila wendet sich gegen sie. Sie sind viel zahlreicher. Auf! Hildebad, eile die Straße hinunter, ihm zu Hilfe.»

«Ah», rief der Alte, sich vorbeugend im Sattel und über den Felsrand spähend, «wer ist der Reitertribun da unten zwischen den zwei Leibwächtern Belisars?»

Witichis beugte sich vor. «Calpurnius!» rief er mit geltendem Schrei.

Und siehe, urplötzlich sprengte der König, keinen Pfad suchend, gerade wo er stand, hinab die Felshöhe auf den Verhaßten. Die Furcht, er möchte ihm entrinnen, ließ ihn alles vergessen. Und als hätte er Flügel, als hätte der Gott der Rache ihn herabgeführt über Gebüsch und spitze Felsspalten und Schroffen und Gräben sauste der König hinunter.

Einen Augenblick faßte den alten Waffenmeister Entsetzen: solchen Ritt hatte er noch nie geschaut. Aber im nächsten Moment schwang er die blaue Fahne und rief: «Nach! Nach eurem König!» Und das berittene Gefolge voran, das Fußvolk, springend und auf den Schilden rutschend, hinterher, brach das Mitteltreffen der Goten plötzlich steil von oben auf die hunnischen Reiter.

Calpurnius hatte aufgesehn. Ihm war, als ob sein Name, gellend gerufen, an sein Ohr schlüge. Ihm klang der Ruf wie die Posaune des Weltgerichts.

Wie blitzgetroffen wandte er sich und wollte auf und davon. Aber der maurische Leibwächter zur Rechten fiel ihm in den Zügel: «Halt, Tribun!» sagte Antallas, auf Totilas Reiter deutend – «dort ist der Feind!» Ein Schmerzensschrei riß ihn und Calpurnius zur Linken herum. Denn da stürzte der zweite der Leibwächter, der Hunne Kuturgur, zu seiner Linken klirrend vom Pferd, unter dem Schwerthieb eines Goten, der plötzlich wie vom Himmel gefallen schien. Und hinter diesem Goten drein sprang und kletterte und wogte es den steilen Felshang hinab, der doch pfadlos schien: und die Reiter waren von diesem plötzlich von oben gekommenen Feind in der Flanke umfaßt, während sie gleichzeitig in der Stirnseite mit den Geschwadern Totilas zusammenstießen.

Calpurnius erkannte den Goten. «Witichis!» rief er entsetzt und ließ den Arm sinken. Aber sein Pferd rettete ihn; verwundet und scheu geworden durch den Fall des hunnischen Leibwächters zur Linken, setzte es in wilden Sprüngen davon.

Der maurische Leibwächter zu seiner Rechten warf sich wütend auf den König der Goten, der ganz allein den Seinigen weit vorausgeeilt war. «Nieder, Tollkühner!» schrie er. Aber im nächsten Augenblick hatte ihn das Schwert Witichis getroffen, der unaufhaltsam alles vor sich niederzuwerfen schien, was ihn von Calpurnius jetzt noch fernhielt. Rasend setzte ihm Witichis nach. Mitten durch die Reihen der hunnischen Reiter, die, entsetzt vor diesem Anblick, auseinanderstoben.

Calpurnius hatte sein Pferd wieder bemeistert und suchte jetzt Schutz hinter den stärksten Geschwadern seiner Reiter. Umsonst. Witichis verlor ihn nicht aus dem Auge und ließ nicht von ihm ab. Wie dicht er sich unter seinen Reitern barg, wie rasch er floh, – er entging nicht dem Blicke des Königs, der alles erschlug, was sich zwischen ihn und den Mörder seines Sohnes drängte.

Knäuel auf Knäuel, Gruppe auf Gruppe löste sich vor dem furchtbaren Schwert des rächenden Vaters: die ganze Masse der Hunnen war quer geteilt von dem Flüchtenden und seinem Verfolger. Sie vermochte nicht, sich wieder zu schließen. Denn ehe noch Totila ganz heran war, hatte der alte Bannerträger mit Reitern und Fußvolk ihre rechte Flanke durchbrochen, in zwei Teile gespalten.

Als Totila ansprengte, hatte er nur noch Flüchtlinge zu verfolgen. Der Teil zur Rechten wurde alsbald von Totila und Hildebrand in die Mitte genommen und vernichtet.

Der größere Teil zur Linken floh zurück auf Belisar.

Calpurnius jagte indessen, wie von Furien gehetzt, über das Schlachtfeld. Er hatte einen großen Vorsprung, da sich Witichis siebenmal erst hatte Bahn hauen müssen. Aber ein Dämon schien Boreas, des Goten Roß, zu treiben. Näher und näher kam er seinem Opfer. Schon vernahm der Flüchtling den Ruf, zu stehen und zu fechten. Noch hastiger spornte er sein Pferd. Da brach es unter ihm zusammen. Noch bevor er sich aufgerafft, stand Witichis vor ihm, der vom Sattel gesprungen war. Er stieß ihm, ohne ein Wort, mit dem Fuß das Schwert hin, das ihm entfallen. Da faßte sich Calpurnius mit dem Mut der Verzweiflung.

Er hob das Schwert auf und warf sich mit einem Tigersprung auf den Goten. Aber mitten im Sprung stürzte er rücklings nieder.

Witichis hatte ihm die Stirn mitten entzweigehauen. Der König setzte den Fuß auf die Brust der Leiche und sah in das verzerrte Gesicht. Dann seufzte er tief auf: «Jetzt hab' ich die Rache. O hätt' ich mein Kind.»

Mit Ingrimm hatte Belisar die so ungünstige Eröffnung des Kampfes mit angesehen. Aber seine Ruhe, seine Zuversicht verließ ihn nicht, als er Ambazuchs und Bessas' Armenier weggefegt, als er des Calpurnius Reiter durchbrochen und geworfen sah.

Er erkannte jetzt die Übermacht und Überlegenheit des Feindes. Allein er beschloß, auf der ganzen Linie vorzurücken, eine Lücke lassend, um den Rest der fliehenden Reiter aufzunehmen.

Jedoch scharf bemerkten dies die Goten und drängten, Witichis voran, Totila und Hildebrand, welche die Umzingelten vernichtet hatten, folgend, den Flüchtlingen jetzt so ungestüm nach, daß sie mit ihnen zugleich die Linie Belisars zu erreichen und zu durchdringen drohten.

Das durfte nicht sein. Belisar füllte diese Lücke selbst durch seine Leibwache zu Fuß und schrie den fliehenden Reitern entgegen, zu halten und zu wenden.

Aber es war, als ob die Todesfurcht ihres gefallenen Führers sie alle ergriffen hätte. Sie scheuten das Schwert des Gotenkönigs hinter sich mehr als den drohenden Feldherrn vor sich: und ohne Halt und Fassung rasten sie, als wollten sie ihr eignes Fußvolk niederreiten, im vollen Galopp heran.

Einen Augenblick – ein furchtbarer Stoß: – ein tausendstimmiger Schrei der Angst und Wut, – ein wirrer Knäuel von Reitern und Fußvolk minutenlang, – darunter einhauende Goten: und plötzlich ein Auseinanderstieben nach allen Seiten unter gellendem Siegesruf der Feinde. –

Belisars Leibwache war niedergeritten, seine Hauptschlachtlinie durchbrochen. – Er befahl den Rückzug ins Lager.

Aber es war kein Rückzug mehr: es war eine Flucht. Hildebads, Guntharis' und Tejas Fußvolk waren jetzt auf dem Schlachtfeld eingetroffen. Die Byzantiner sahen ihre Stellung im ganzen geworfen: sie verzweifelten am Widerstand, und mit großer Unordnung eilten sie nach dem Lager zurück. Gleichwohl hätten sie dasselbe noch in guter Zeit vor den Verfolgern erreicht, hätte nicht ein unerwartetes Hindernis alle Wege gesperrt.

So siegesgewiß war Belisar ausgezogen, daß er das ganze Fuhrwerk, die Wagen und das Gepäck des Heeres, ja selbst die Herden, die ihm nachgetrieben wurden nach der Sitte jener Zeit, den Truppen auf allen Straßen zu folgen befohlen hatte. Auf diesen langsamen, schwer beweglichen und schwer zu entfernenden Körper stießen nun überall die weichenden Truppen, und grenzenlose Hemmung und Verwirrung trat ein.

Soldaten und Troßknechte wurden handgemein: die Reihen lösten sich zwischen den Karren, Kisten und Wagen. Bei vielen erwachte die Beutelust, und sie fingen an, das Gepäck zu plündern, ehe es in die Hände der Barbaren falle. Überall ein Streiten, Fluchen, Klagen, Drohen: dazwischen das Krachen der Lastwagen, die zerbrochen wurden, und das Blöken und Brüllen der erschrockenen Herden.

«Gebt den Troß preis! Feuer in die Wagen! Schickt die Reiter durch die Herden!» befahl Belisar, der mit dem Rest seiner Leibwachen in guter Ordnung mit dem Schwert sich Bahn brach. Aber vergebens. Immer unentwirrbarer, immer dichter wurde der Knäuel: – nichts schien ihn mehr lösen zu können.

Da zerriß ihn die Verzweiflung.

Der Schrei, «die Barbaren über uns!» erscholl aus den hintersten Reihen. Und es war kein leerer Schreck. Hildebad mit dem Fußvolk war jetzt in die Ebene hinabgestiegen, und seine ersten Reihen trafen auf den wehrlosen Knäuel.

Da gab es eine furchtbare wogende Bewegung nach vorn: ein tausendstimmiger Schrei der Angst – der Wut – des Schmerzes der Angegriffenen, der Leibwachen, die, alter Tapferkeit gedenk, fechten wollten und nicht konnten: – der Zertretenen und Zerdrückten – und plötzlich stürzte der größte Teil der Wagen, mit ihrer Bespannung und mit den Tausenden, die darauf und dazwischen zusammengedrängt waren, mit donnerndem Krachen links und rechts neben der Hochstraße.

So ward der Weg frei. Und unaufhaltsam, ordnungslos ergoß sich der Strom der Flüchtigen nach dem Lager. –

Mit lautem Siegesgeschrei folgte das gotische Fußvolk, ohne Mühe mit den Fernwaffen, mit Pfeilen, Schleudern und Wurfspeeren, in dem dichten Gewühl seine Ziele treffend, während Belisar mit Mühe die unaufhörlichen Angriffe der Reiter Totilas und des Königs abwehrte. «Hilf, Belisar», rief Aigan, der Führer der massagetischen Söldner, aus dem eben gesprengten Knäuel heranreitend, das Blut aus dem Gesicht wischend: «meine Landsleute haben heut' den schwarzen Teufel unter den Feinden gesehen. Sie stehn mir nicht. Hilf: dich fürchten sie sonst mehr als den Teufel!»

Mit Knirschen sah Belisar hinüber nach seinem rechten Flügel, der aufgelöst über das Blachfeld jagte, von den Goten gehetzt.

«O Justinianus, kaiserlicher Herr, wie erfüll' ich schlecht mein Wort!»

Und die weitere Deckung des Rückzugs ins Lager dem erprobten Demetrius überlassend – denn das hügelige Terrain, das jetzt erreicht war, schwächte die Kraft der verfolgenden Reiter –, sprengte er mit Aigan und seiner berittenen Garde querfeldein mitten unter die Flüchtenden.

«Halt!» donnerte er ihnen zu, «halt, ihr feigen Hunde. Wer flieht, wo Belisar streitet?

Ich bin mitten unter euch, kehrt und siegt!»

Und aufschlug er das Visier des Helmes und zeigte ihnen das majestätische, das löwengewaltige Antlitz.

Und so mächtig war die Macht dieser Heldenpersönlichkeit, so groß das Vertrauen auf sein sieghaftes Glück, daß in der Tat alle, welche die hohe Gestalt des Feldherrn auf seinem Rotscheck erkannten, stutzten, hielten und mit einem Ruf der Ermutigung sich den nachdringenden Goten wieder entgegenwandten. An dieser Stelle wenigstens war die Flucht zu Ende.

Da schritt ein gewaltiger Gote heran, leicht sich Bahn brechend. «Heia, das ist fein, daß ihr einmal des Laufens müde seid, ihr flinken Griechlein. Ich konnt' euch nicht mehr nach vor Schnaufen. In den Beinen seid ihr uns überlegen. Laßt sehn, ob auch in den Armen. Ha, was weicht ihr, Burschen!

Vor dem, auf dem Braunscheck? Was ist's mit dem?»

«Herr, das muß ein König sein unter den Welschen, kaum kann man sein zornig Auge tragen.»

«Das wäre! Ah – das muß Belisarius sein! Freut mich», schrie er ihm hinüber, «daß wir uns treffen, du kühner Held. Nun spring vom Roß und laß uns die Kraft der Arme messen. Wisse, ich bin Hildebad, des Tota Sohn. Sieh, auch ich bin ja zu Fuß. Du willst nicht?» rief er zornig. «Muß man dich vom Gaule holen?» Und dabei schwang er in der Rechten wiegend den ungeheuren Speer.

«Wende, Herr, weich aus», rief Aigan, «der Riese wirft ja junge Mastbäume.» – «Wende, Herr», wiederholten seine Hypaspisten ängstlich.

Aber Belisar ritt, das kurze Schwert gezückt, ruhig dem Goten um eine Pferdelänge näher. Sausend flog der balkengleiche Speer heran, grad gegen Belisars Brust.

Aber grad', ehe er traf – ein kräftiger Hieb von Belisars kurzem Römerschwert, und drei Schritte seitwärts fiel der Speer harmlos nieder.

«Heil Belisarius! Heil», schrien die Byzantiner ermutigt und drangen auf die Goten ein.

«Ein guter Hieb», lachte Hildebad grimmig. «Laß sehen, ob dir deine Fechtkunst auch gegen den hilft.» Und sich bückend hob er aus dem Ackerfeld einen alten, zackigen Grenzstein, schwang ihn mit zwei Armen erst langsam hin und her, hob ihn dann über den Kopf mit beiden Händen und schleuderte ihn mit aller Kraft auf den heransprengenden Helden – ein Schrei des Gefolges: – rücklings stürzte Belisar vom Pferd.

Da war es aus.

«Belisarius tot! Wehe! Alles verloren, wehe!» schrien sie, als die hochragende Gestalt verschwunden, und jagten besinnungslos nach dem Lager zu. Einzelne flohen unaufhaltsam bis an und in die Tore Roms.

Umsonst war's daß sich die Lanzen- und Schildträger todesmutig den Goten entgegenwarfen: sie konnten nur ihren Herrn, nicht die Schlacht mehr retten.

Den ersten tödlichen Schwerthieb Hildebads, der herangestürmt war, fing der treue Maxentius auf mit der eignen Brust. Aber hier sank auch ein gotischer Reiter endlich vom Roß, der erst nach Hildebad Belisar erreicht und sieben Leibwächter erschlagen hatte, um bis zum Magister Militum durchzudringen. Mit dreizehn Wunden fanden ihn die Seinen. Aber er blieb am Leben. Und er war einer der wenigen, welche den ganzen Krieg durchkämpften und überlebten –, Wisand, der Bandalarius.

Belisar, von Aigan und Valentius, seinem Hippokomos (Roßwart) wieder auf den Rotschecken gehoben und rasch von der Betäubung erholt, erhob umsonst den Feldherrnstab und Feldherrnruf: sie hörten nicht mehr und wollten nicht hören. Umsonst hieb er nach allen Seiten unter die Flüchtigen: er wurde fortgerissen von ihren Wogen bis ans Lager.

Hier gelang es ihm noch einmal, an einem festen Tor, die nachdringenden Goten aufzuhalten. «Die Ehre ist hin», sagte er unwillig, «laßt uns das Leben wahren.» Mit diesen Worten ließ er die Lagertore schließen, ohne Rücksicht auf die großen Massen der noch Ausgeschlossenen.

Ein Versuch des ungestümen Hildebad, ohne weiteres einzudringen, scheiterte an dem starken Eichenholz des Pfahlwerks, das dem Speerwurf und den Schleudersteinen trotzte. Unmutig auf seinen Speer gelehnt, kühlte er sich einen Augenblick von der Hitze.

Da bog Teja, der längst, wie der König und Totila, abgesessen, prüfend und das Pfahlwerk messend, um die Ecke des Walls.

«Die verfluchte Holzburg», rief ihm Hildebad entgegen. «Da hilft nicht Stein, nicht Eisen.»

«Nein», sagte Teja, «aber Feuer!» Er stieß mit dem Fuß in einen Aschenhaufen, der neben ihm lag. «Das sind die Wachtfeuer, samt dem Reisig, von heute nacht. Hier glimmen noch Gluten! Hierher, ihr Männer, steckt die Schwerter ein, entzündet das Reisig! Werft Feuer in das Lager!»

«Prachtjunge», jubelte Hildebad, «flugs, ihr Burschen, brennt sie aus, wie den Fuchs aus dem Bau! Der frische Nordwind hilft.» Rasch waren die Wachtfeuer wieder entfacht, Hunderte von Bränden flogen in das trockne Sparrenwerk der Schanze. Und bald schlugen die Flammen lodernd gen Himmel. Der dichte Qualm, vom Wind ins Lager getragen, schlug den Byzantinern ins Gesicht und machte die Verteidigung der Wälle unmöglich. Sie wichen in das Innere des Lagers.

«Wer jetzt sterben dürfte!» seufzte Belisar. «Räumt das Lager! Hinaus zur Porta decumana. In gut geschlossener Ordnung zu den Brücken hinter uns!»

Aber der Befehl, das Lager zu räumen, zerriß das letzte Band der Zucht, der Ordnung und des Mutes. Während unter Tejas dröhnenden Axthieben die verkohlten Torbalken niederkrachten und mitten durch Flammen und Qualm der schwarze Held, wie ein Feuerdämon, der erste durch das prätorische Tor ins Lager sprang, rissen die Flüchtenden alle Tore, auch die seitwärts aus dem Lager nach Rom zu führten, die Portä prinzipalis rechts und links, auf einmal auf und strömten in wirren Massen nach dem Fluß. Die ersten erreichten noch sicher und unverfolgt die beiden Brücken; sie hatten großen Vorsprung, bis Hildebad und Teja Belisar aus dem brennenden Lager herausgedrängt.

Aber plötzlich – neues Entsetzen! – schmetterten die gotischen Reiterhörner ganz nahe.

Witichis und Totila hatten sich, sowie sie das Lager genommen wußten, sogleich wieder zu Pferd geworfen und führten nun ihre Reiter von beiden Seiten, links und rechts vom Lager her, den Flüchtenden in die Flanken.

Eben war Belisar aus dem decumanischen Lagertor gesprengt und eilte nach der einen Brücke zu, als er von links und rechts die verderblichen Reitermassen heransausen sah. Noch immer verlor der gewaltige Kriegsmann die Fassung nicht. «Vorwärts im Galopp an die Brücken!» befahl er seinen Sarazenen, «deckt sie!»

Es war zu spät: Ein dumpfer Krach, gleich darauf ein zweiter, die beiden schmalen Brücken waren unter der Last der Flüchtenden eingebrochen, und zu Hunderten stürzten die hunnischen Reiter und die illyrischen Lanzenträger, Justinians Stolz, in das sumpfige Gewässer.

Ohne Bedenken spornte Belisar, an dem steilen Ufer angelangt, sein Pferd in die schäumende und blutig gefärbe Flut. Schwimmend erreichte er das andere Ufer. «Salomo, Dahisthäos», sagte er, sowie er drüben gelandet, zu seinen raschesten Prätorianern, «auf, nehmt hundert aus meinen Reiterwachen und jagt, was ihr könnt, nach dem Engpaß. Überreitet alle Flüchtigen. Ihr müßt ihn vor den Goten erreichen, hört ihr? Ihr müßt! Er ist unser letzter Strohhalm.»

Beide gehorchten und sprengten blitzschnell davon.

Belisar sammelte, was er von den zerstreuten Massen erreichen konnte. Die Goten waren wie die Byzantiner durch den Fluß eine Weile aufgehalten. Aber plötzlich rief Aigan: «Da sprengt Salomo zurück!» – «Herr», rief dieser heranjagend: «alles ist verloren! Waffen blitzen im Engpaß. Er ist schon besetzt von den Goten.»

Da, zum erstenmal an diesem Tage des Unglücks, zuckte Belisar zusammen. «Der Engpaß verloren? – Dann entkommt kein Mann vom Heere meines Kaisers. Dann fahrt wohl: Ruhm, Antonina und Leben. Komm, Aigan, zieh das Schwert – laß mich nicht lebend fallen in Barbarenhand.»

«Herr», sagte Aigan, «so hört' ich euch nie reden.»

«So war's auch noch nie. Laß uns absteigen und sterben.» Und schon hob er den rechten Fuß aus dem Bügel, vom Roß zu springen, da sprengte Dagisthäos heran –: «Getrost, mein Feldherr!» – «Nun?» – «Der Engpaß ist unser – römische Waffen sind's, die wir dort sahen. Es ist Cethegus, der Präfekt! Er hielt ihn geheim besetzt.»

«Cethegus?» rief Belisar. «Ist's möglich? Ist's gewiß?»

«Ja, mein Feldherr. Und seht, es war hoch an der Zeit.» Das war es. Denn eine Schar gotischer Reiter, von König Witichis gesendet, den Flüchtenden am Engpaß vorauszukommen, hatte durch eine Furt den Fluß durchschritten, den Reitern Belisars den Weg abgeschnitten und vor ihnen den verhängnisvollen Paß erreicht. Aber eben als sie dort einwollten, brach Cethegus an der Spitze seiner Isaurier aus dem Versteck der Schlucht hervor und warf die überraschten Goten nach kurzem Gefecht in die Flucht.

«Der erste Glanz des Sieges an diesem schwarzen Tag!» rief Belisar. «Auf, nach dem Engpaß!» Und mit besserer Ordnung und Ruhe führte der Feldherr seine gesammelten Scharen an die Waldhügel.

«Willkommen in Sicherheit, Belisarius», rief ihm Cethegus zu, seine Schwertklinge säubernd. «Ich warte hier auf dich seit Tagesanbruch. Ich wußte wohl, daß du zu mir kommen würdest.»

«Präfekt von Rom», sprach Belisar, ihm vom Pferd herunter die Hand reichend: «du hast des Kaisers Heer gerettet, das ich verloren hatte: ich danke dir.»

Die frischen Truppen des Präfekten hielten, eine undurchdringliche Mauer, den Paß besetzt, die zerstreut heranflüchtenden Byzantiner durchlassend und Angriffe der ersten ermüdeten Verfolger, die über den Fluß gedrungen – sie hatten einen vollen Tag des Kampfes hinter sich –, in der günstigen Stellung ohne Mühe abwehrend.

Vor Einbruch der Dunkelheit nahm König Witichis seine Scharen zurück, auf dem Schlachtfeld ihres Sieges zu übernachten, während Belisar mit seinen Feldherren einstweilen im Rücken des Passes, so gut es gehen wollte, die aufgelösten Heeresmassen, wie sie zerstreut und vereinzelt eintrafen, ordnete. Als Belisar wieder einige tausend Mann beisammen hatte, ritt er zu Cethegus heran und sprach: «Was meinst du, Präfekt von Rom? Deine Truppen sind noch frisch. Und die Unsern müssen ihre Scharte auswetzen. Laß uns hervorbrechen noch einmal – die Sonne geht noch nicht gleich unter – und das Los des Tages wenden.»

Mit Staunen sah ihn Cethegus an und sprach die Worte Homers: «Wahrlich, ein schreckliches Wort, du Gewaltiger, hast du gesprochen. Unersättlicher! So schwer erträgst du's, ohne Sieg aus einer Schlacht zu gehn? Nein, Belisarius! dort winken die Zinnen Roms: dahin führe deine todesmatten Völker. Ich halte diesen Paß, bis ihr die Stadt erreicht. Und froh will ich sein, wenn mir das gelingt.»

Und so war's geschehn. Belisar vermochte unter den damaligen Umständen weniger als je den Präfekten gegen dessen Willen zu bewegen. So gab er nach und führte sein Heer nach Rom zurück, das er mit dem Einbruch der Nacht erreichte.

Lange wollte man ihn nicht einlassen. Den von Staub und Blut Bedeckten erkannte man nur schwer. Auch hatten Versprengte die Nachricht aus der Schlacht in die Stadt getragen, der Feldherr sei gefallen und alles verloren. Endlich erkannte ihn Antonina, die ängstlich auf den Wällen seiner harrte. Durch das pincianische Tor ließ man ihn ein; es hieß seitdem Porta belisaria.

Feuerzeichen auf den Wällen zwischen dem flaminischen und dem pincianischen Tor verkündeten die Erreichung Roms dem Präfekten, der nun, in guter Ordnung und von den ermüdeten Siegern kaum verfolgt, im Schutze der Nacht seinen Rückzug bewerkstelligte.

Nur Teja drängte nach mit einigen seiner Reiter bis an das Hügelland, wo heute Villa Borghese liegt, und bis zur Aqua Acetosa.

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