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Ein Berliner Junge

Adolf Damaschke: Ein Berliner Junge - Kapitel 11
Quellenangabe
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authorAdolf Damaschke
titleEin Berliner Junge
publisherHillgers Deutsche Bücherei
editorNS.-Kulturgemeinde Hermann Hillger Verlag
correctorreuters@abc.de
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Der Bettkasten

Unsere Wohnung im Hinterhaus bestand aus Stube, Kammer und Küche. Die Kammer wurde »natürlich« vermietet. Wir begnügten uns mit der einen Stube. Sie konnte unsere Betten nicht fassen. So habe ich denn in den ersten zehn Jahren meines Lebens nie ein Bett gehabt. Ich schlief in einem »Bettkasten«, der auf Rollen lief, abends unter dem Bett hervorgezogen und mit den Kissen, die am Tage auf dem Bett lagen, zurechtgemacht wurde. Kinder haben eben kein Bett! Das war eine Sache, die selbstverständlich schien, weil man es nicht anders kannte. Nun war es in diesem Falle nicht gar so schlimm, weil man morgens und abends noch die geräumige Werkstatt zur Verfügung hatte. Als aber bei der letzten Friedenszählung am 2. Dezember 1910 in Klein-Berlin 41 968 Wohnungen festgestellt wurden, die nur ein einziges heizbares Zimmer aufwiesen, aber von fünf bis dreizehn Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts dauernd bewohnt waren – da mußte jedem, der solche Verhältnisse überhaupt durchdenken konnte, ein Gefühl quälender Angst um die Zukunft unseres Volkes aufsteigen!

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