Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Rudolf Cronau >

Drei Jahrhunderte deutschen Lebens in Amerika

Rudolf Cronau: Drei Jahrhunderte deutschen Lebens in Amerika - Kapitel 10
Quellenangabe
authorRudolf Cronau
titleDrei Jahrhunderte deutschen Lebens in Amerika
publisherDietrich Reimer (Ernst Vohsen)
year1909
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20170228
projectida009d0e9
Schließen

Navigation:

Gegner und Freunde der deutschen Ansiedler.

Benjamin Bush

Man sollte annehmen, daß sämtlichen in den Kolonien wohnenden Ansiedlern englischer, schottischer und irischer Abkunft so tatkräftige, fleißige und intelligente Nachbarn und Mitarbeiter wie die Deutschen herzlich willkommen gewesen sein müßten. In der Tat fehlte es diesen nicht an aufrichtigen Freunden, welche die tüchtigen Eigenschaften der Deutschen lobend anerkannten und den eigenen Stammesgenossen zur Nacheiferung anempfahlen.

Aber es gab unter der anglo-amerikanischen Bevölkerung auch viele, welche die unverkennbaren Fortschritte, den wachsenden Wohlstand der deutschen Ansiedler mit neidischen Augen betrachteten und keine Gelegenheit, wo sie die Deutschen verkleinern konnten, vorübergehen ließen. Sie glaubten, dieselben als Eindringlinge betrachten zu dürfen, die in den englischen Kolonien nichts zu suchen hätten.

Derartige engherzige nativistische Regungen traten zuerst zur Zeit der Masseneinwandrung der Pfälzer zutage. Hatte deren Menge seinerzeit die Behörden Londons in Bestürzung versetzt, so erregte sie nicht minder das Staunen der Kolonialbehörden. Manche der in den Kolonien lebenden Engländer fühlten sich durch den stetig wachsenden Strom förmlich beunruhigt. Sie glaubten die Zeit nicht mehr fern, wo die Deutschen das Übergewicht über die englische Bevölkerung erlangen könnten und dasselbe benützen würden, um die Kolonien der englischen Krone abwendig zu machen.

»Die Deutschen kommen«, so heißt es in dem Brief eines Engländers an die Regierung, »in solcher Stärke, daß sie bald imstande sein werden, uns Gesetze zu geben und die Sprache obendrein.«

Um dem vorzubeugen, drangen die Beunruhigten zunächst darauf, daß sämtliche in Philadelphia landenden Pfälzern folgender Eid abgenommen wurde: »Wir Unterzeichnete, geboren und zuletzt wohnhaft gewesen in der Rheinpfalz, wollen Seiner Majestät dem König Georg II. sowie seinen Nachfolgern, den Königen von Großbritannien wahre und treue Untertanen sein. Auch wollen wir den Eigentümern dieser Provinz Treue halten, uns friedlich betragen und die Gesetze Englands und dieser Provinz streng beachten und halten.«

Manchen Angstmeiern genügte diese Maßregel nicht. Sie unterbreiteten der pennsylvanischen Kolonialbehörde Gesetze zur Beschränkung der deutschen Einwandrung, angeblich, um zu verhindern, daß aus einer englischen Anpflanzung eine Kolonie von Fremdlingen werde. Darüber kam es aber mit den klarblickenden Leitern der Kolonie, welche den Wert der pfälzischen Einwandrung wohl erkannten, zu scharfen Auseinandersetzungen.

Bereits am 2. Januar 1738 protestierte der damalige Leutnantgouverneur George Thomas gegen die dem Kolonialrat eingereichten Vorschläge zur Beschränkung der Einwandrung mit folgenden Worten: »Diese Provinz ist seit vielen Jahren das Asyl für unglückliche Protestanten aus der Pfalz und anderen Teilen Deutschlands. Und ich glaube mit vollem Recht sagen zu können, daß der gegenwärtige blühende Zustand der Provinz zum großen Teil dem Fleiß dieser Leute zu verdanken ist. Sollten sie durch irgend etwas entmutigt werden, ferner hierherzukommen, so darf sicher angenommen werden, daß der Wert Eurer Länder sinken und Euer Weg zum Wohlstand viel langsamer sein wird. Denn es ist nicht bloß die Güte des Bodens, sondern die Zahl und der Fleiß des Volkes, welche die Blüte eines Landes hervorbringen.«

Denselben erleuchteten Standpunkt nahm im Jahre 1755 ein anderer Gouverneur ein, indem er einer im Kolonialrat angenommenen Vorlage zur Beschränkung der pfälzischen Einwandrung seine Unterschrift verweigerte, da ein solcher Schritt mit den Interessen der Kolonie, deren blühender Zustand in hohem Grade dieser deutschen Einwandrung zu danken sei, in schroffem Widerspruch stehe.

Durch solche Zurechtweisungen ließen sich aber die Nativisten von weiteren Angriffen auf die Deutschen nicht abhalten. Weil die letzteren nicht von vornherein der englischen Sprache mächtig waren, nicht sofort englische Sitten annahmen, sondern an ihren heimatlichen Bräuchen hingen, wurden sie als Halbwilde bezeichnet, die durch förmliche Missionsarbeit zu gesittetem Leben bekehrt werden müßten.

Als im Jahre 1751 Pastor Schlatter, der Gründer der deutschen reformierten Kirche in Amerika, nach Holland reiste, um dort für Deutsche, in den englischen Kolonien zu gründende Kirchen und Schulen Geld zu sammeln, beutete der schottische Prediger William Smith diese Gelegenheit aus, um in London eine »Gesellschaft zur Verbreitung der Gotteserkenntnis unter den Deutschen« zu gründen, welche zugleich ihr Augenmerk darauf richten solle, unter den »deutschen Heiden in Amerika« englische Freischulen zu errichten, damit dieselben rascher anglisiert würden.

In seiner 1755 in London gedruckten Schrift »A brief state of the province of Pennsylvania« erging er sich in den frechsten Schmähungen der Deutschen. Sie seien auf dem besten Wege, zu »wood-born savages« (waldgeborenen Wilden) herabzusinken. Sie seien schrecklich unwissend; eine große Farm zu besitzen, betrachteten sie als den größten Segen in der Welt. Wenn die Franzosen vom Ohio her näher herankämen, würden die Deutschen wahrscheinlich mit denselben gemeinschaftliche Sache machen und die Engländer aus dem Lande treiben.

Besonders waren dem englischen Hetzpfaffen die freundschaftlichen Beziehungen der Deutschen zu den, berufsmäßige Prediger bekanntlich nicht kennenden Quäkern ein Dorn im Auge. »Diese Quäker« so schreibt er, »fürchten nichts so sehr, als daß die Deutschen den ordentlichen Geistlichen Achtung erweisen. Erfahren sie, daß ein solcher Geistlicher beim Volk wohlgelitten ist, so bedienen sie sich eines deutschen Druckers (hier ist Christoph Saur in Germantown gemeint), der ehemals einer der französischen Propheten in Deutschland war und bei scharfblickenden Leuten im Verdacht steht, ein päpstlicher Emissär zu sein. Dieser greift nun, auf Anweisung der Quäker, in seiner ganz in deutscher Sprache gedruckten, von allen Deutschen gelesenen Zeitung den Charakter der Prediger an und ärgert dieselben. Dadurch bringen die Quäker Zwiespalt in die Gemeinden und ermutigen sie, von Zeit zu Zeit Vagabunden und vorgebliche Prediger anzustellen.«

Um die Deutschen von ihrer angeblichen Zuneigung zu den Franzosen und Quäkern zu heilen und zu zivilisierten Menschen zu machen, erhob Smith den Vorschlag, englisch-deutsche Freischulen unter ihnen zu errichten, damit sie durch den kostenlos erteilten Unterricht bewogen würden, ihre eignen, mit großen Opfern aufrechterhaltenen Gemeindeschulen aufzugeben. Auf diese Weise sollten die Deutschen nicht bloß dem englischen Einfluß unterworfen, sondern auch für die englische Hochkirche gewonnen werden.

Smith ging noch weiter. Er drang darauf, den Deutschen das Stimmrecht zu entziehen, bis sie hinlängliche Kenntnis der englischen Sprache und Verfassung besäßen. »Was kann,« so schrieb er, »unverständiger und unpolitischer sein, als einem Haufen aufgeblasener und halsstarriger Lümmel, denen unsere Sprache, Sitten, Gesetze und Interessen fremd sind, das Recht anzuvertrauen, fast jedes Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft zu wählen?«

Ferner wollte der hochwürdige Herr den Druck und die Verbreitung fremdsprachiger Zeitungen, Kalender und sonstiger periodischer Schriften verboten wissen. Desgleichen sollten alle nicht in englischer Sprache geschriebenen Verträge und Urkunden ungültig sein.

Als Smith einen ähnlichen Schmähartikel über die Quäker veröffentlichte, ließen diese den Hetzpastor verhaften. Trotz aller Proteste mußte Smith wegen Beleidigung elf Wochen im Gefängnis zubringen.

Wie sehr solche Hetzereien selbst die Köpfe klardenkender Leute verwirrten, ergibt sich aus der peinlich berührenden Tatsache, daß sogar Benjamin Franklin in die Angriffe auf die Deutschen einstimmte. Er schrieb am 9. Mai 1753 an seinen Freund Peter Collinson einen Brief folgenden Inhalts:

»Ich teile vollkommen Ihre Ansicht, daß in bezug auf die Deutschen bestimmte Maßnahmen nötig sind. Denn ich fürchte, daß durch ihre oder unsere oder unser beider Unvorsichtigkeit eines Tages große Störungen unter uns entstehen könnten. Die, welche hierher kommen, sind im allgemeinen die dümmsten ihrer Nation. Dummheit ist oft mit großer Leichtgläubigkeit verbunden, wenn Schelmerei sie mißbrauchen will; dagegen mit Argwohn, wenn Ehrenhaftigkeit sie auf den rechten Pfad leiten möchte. Nur wenige Engländer verstehen die deutsche Sprache und können darum weder durch die Zeitungen noch von der Kanzel herab Einfluß auf sie ausüben und solche Vorurteile beseitigen, welche sie besitzen mögen. Ihre Pfarrer haben sehr geringen Einfluß auf dieses Volk, welches wie es scheint, sich ein Vergnügen daraus macht, diese Pfarrer zu mißbrauchen und sehr geringfügiger Ursachen wegen zu entlassen. An Freiheit nicht gewöhnt, verstehen sie von derselben keinen angemessenen Gebrauch zu machen. Sie befinden sich unter keiner kirchlichen Kontrolle; betragen sich aber, wie zugestanden werden muß, gegenüber der bürgerlichen Regierung ergeben genug, was hoffentlich auch ferner so bleiben möge. Ich erinnere mich noch, wie sie es bescheiden ablehnten, sich in unsere Wahlen einzumischen. Jetzt hingegen kommen sie in Haufen, um überall, außer in einer oder zwei Grafschaften, den Sieg davonzutragen. Nur wenige ihrer auf dem Lande lebenden Kinder verstehen Englisch. Sie beziehen viele Bücher aus Deutschland, und von den sechs in der Provinz befindlichen Druckereien sind zwei ganz deutsch, zwei halb deutsch und halb englisch und nur zwei ganz englisch. Sie unterhalten eine deutsche Zeitung. Die Hälfte aller deutschen Anzeigen werden, obwohl für die Allgemeinheit bestimmt, in Deutsch und Englisch gedruckt. Die Anzeigetafeln in den Straßen tragen Aufschriften in beiden Sprachen, an manchen Plätzen nur in Deutsch. In letzter Zeit beginnen sie, alle ihre Bürgschaften und anderen gesetzlichen Dokumente in ihrer eigenen Sprache abzufassen. Dies wird, obwohl es meiner Meinung nach nicht sein sollte, von den Gerichten zugelassen, wo die deutschen Geschäfte so zunehmen, daß es nötig ist, beständig Dolmetscher zu halten. Ich glaube, daß es in ein paar Jahren nötig sein wird, solche Dolmetscher auch in der behördlichen Versammlung anzustellen, um der einen Hälfte der Gesetzgeber klarzumachen, was die andere sagt. Kurz, falls nicht, wie Sie weise vorschlagen, der Strom der Einwanderung nach anderen Kolonien abgelenkt werden kann, so fürchte ich, daß die Deutschen uns an Zahl bald so überlegen sein werden, daß wir trotz aller Vorzüge nicht imstande sein werden, unsere Sprache zu erhalten. Ja, unsere Regierung mag fraglich werden.«

Es ist kaum nötig, auf die in diesem Brief enthaltenen Widersprüche hinzuweisen. Im ersten Teil nennt der Verfasser die Deutschen unwissend, erklärt aber bald danach, daß sie viele Bücher importieren und daß von den sechs in Pennsylvanien bestehenden Druckereien zwei ganz und zwei zur Hälfte deutsch seien, während es nur zwei englische gäbe. Professor Julius Göbel, dem dieser Widerspruch gleichfalls nicht entging, mag mit seiner Vermutung nicht unrecht haben, daß den Worten Franklins Brotneid des Buchdruckers Franklin zugrunde liegen möge.

Professor M. D. Learned in Philadelphia führte in seiner vor der »Deutschen Gesellschaft« gehaltenen Festrede gelegentlich der am 17. Januar 1906 begangenen »Franklin-Gedächtnisfeier« aus, die Auslassungen Franklins seien deshalb so bitter gewesen, weil er just zuvor von den Deutschen in der Wahl geschlagen worden war.

Daß die Angriffe auf die Deutschen nicht immer den besten Beweggründen entsprangen, ergibt sich auch aus folgender, in Watsons Annalen II 275 abgedruckten Stelle: »Dieselbe Sorte von Politikern schlug im Jahre 1754, weil sie sich nicht die Stimmen der Deutschen zu verschaffen wußten, allen Ernstes vor, daß die Regierung den Deutschen das Recht, die Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaft wählen zu helfen, so lange entziehen möge, bis sie eine vollständige Kenntnis der englischen Sprache erlangt hätten.«

Natürlich empfanden die Deutschen die ihnen zugefügten Verunglimpfungen nicht bloß als schwere Beleidigungen, sondern auch als Eingriffe in ihre Rechte. Sie wollten sich weder das Recht auf den Gebrauch ihrer Sprache, noch das der Erziehung ihrer Kinder in dieser Sprache von einer Clique engherziger Fanatiker streitigmachen lassen und setzten darum den »Zivilisierungsversuchen« derselben zähen Widerstand entgegen. Insbesondere bot der so übel verleumdete Christoph Saur den ganzen Einfluß seiner Zeitung gegen die englischen Freischulen auf, deren Hauptzweck ein politischer sei. Die tückische Insinuation, daß die Deutschen es heimlich mit den Franzosen hielten, wies er als eine böswillige Verleumdung zurück.

Infolgedessen führten die im Jahre 1755 in Neu-Providence, (Trappe) Ober-Salford, Reading, Tulpehocken, Heidelberg, Vincent, Easton und Lancaster errichteten Freischulen nur eine kurze Existenz. Sie verkümmerten elend, da die angestellten englischen Lehrer kaum Zöglinge erhielten.

Übrigens zeigt die in einem andern Kapitel erzählte Geschichte des Franzosenkriegs klar genug, auf welcher Seite die Deutschen standen. Hatten doch viele ihre Heimat verlassen, weil sie durch die Franzosen in scheußlicher Weise verwüstet worden war.

Aus den Reihen des wahrhaft gebildeten Amerikanertums erstand späterhin den verunglimpften Deutschen ein warmer Fürsprecher, Dr. Benjamin Rush in Philadelphia.

Dieser zu den bedeutendsten Persönlichkeiten Pennsylvaniens und zu den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung zählende Mann war während des Freiheitskrieges Generalstabsarzt der Kontinental-Armee. Als solcher hatte er Gelegenheit, das Deutschtum fast aller Kolonien gründlich kennen zu lernen. Empört über die vielen ungerechten Angriffe auf dasselbe, schrieb er ein in englischer Sprache gedrucktes Werkchen, das man kühn der von Tacitus verfaßten »Germania« zur Seite stellen darf. Es enthält überaus wertvolle Aufschlüsse über die Kulturzustände der deutschen Einwanderer in Pennsylvanien. Trotzdem die meisten bei ihrer Ankunft kaum ein paar Stücke Silber- oder Goldgeld mitbrächten, seien viele durch ihren Fleiß und ihre Intelligenz zu Wohlstand gekommen. Die Einrichtung einer Schule und Kirche wären ihre erste Sorge. Höchst friedlicher Natur, seien sie im Zahlen der Steuern pünktlich. Seit ihrer Teilnahme an der Regierung hätten viele von ihnen sich als einsichtsvoll und aufgeklärt in der Wissenschaft des Gesetzes erwiesen. Deutsche führten den Vorsitz in der gesetzgebenden Körperschaft und säßen als Vizepräsidenten im pennsylvanischen Staatsrat. Dieselben Herren wären zu Mitgliedern des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten auserkoren worden. Zum Schluß seines überaus anziehenden Werkchens sagt Rush folgendes: »Wäre es möglich, das von den deutschen Einwandrern mitgebrachte Besitztum mit ihrem jetzigen zu vergleichen, so würde der Gegensatz ein so riesiges Denkmal menschlichen Fleißes und menschlicher Sparsamkeit darstellen, wie es kaum in irgendeiner Zeit oder in irgendeinem Lande zu finden ist.

»Bürger der Vereinigten Staaten! Lernt aus diesen Mitteilungen über die deutschen Bewohner von Pennsylvanien die Wissenschaft in Ackerbau und Industrie wertschätzen als die Grundlage häuslicher Glückseligkeit und nationalen Wohlstandes.

»Gesetzgeber der Vereinigten Staaten! Lernt aus dem Wohlstand und der Unabhängigkeit der deutschen Einwohner von Pennsylvanien, wie republikanische Tugenden, Industrie und Sparsamkeit gefördert werden können. Diese sind die Hauptpfeiler, auf welchen die gegenwärtige Verfassung der Vereinigten Staaten beruht.

»Gesetzgeber von Pennsylvanien! Erkennt aus der Geschichte unserer deutschen Mitbürger, daß ihr an ihren Sitten, an ihrer Geschicklichkeit einen unerschöpflichen Schatz im Herzen des Staates besitzt. Fahrt fort, ihr neugegründetes Lehrerseminar (das Franklin College zu Lancaster) zu fördern. Scheut keine Auslagen in der Unterstützung ihrer Freischulen. Hadert nicht mit ihnen wegen ihres Festhaltens an ihrer Sprache. Sie ist der Kanal, durch den das Wissen und die Erfindungen einer der weisesten Nationen Europas in unser Land einströmen. Im Verhältnis wie sie in ihrer eignen Sprache unterrichtet und aufgeklärt werden, werden sie auch mit der Sprache der Vereinigten Staaten vertraut. Ladet sie ein, an der Regierung teilzunehmen. Vor allem schützt diejenigen ihrer Sekten, welche Krieg für ungesetzlich halten. Befreit sie von dem Druck der abgeschmackten und unnötigen Milizgesetze.

»Die Ansichten bezüglich der Negersklaven wurden von einer dieser christlichen Sekten entwickelt. Möglicherweise sind diejenigen deutschen Sekten unter uns, welche sich weigern, Waffen zu tragen und Menschenblut zu vergießen, von der Vorsehung als Werkzeuge ausersehen, die Nationen der Erde zu einem ewigen Freundschafts- und Friedensvertrag zu vereinigen.«

Wie aus allem hervorgeht, war Rush ein erleuchteter, seiner Zeit weit vorausblickender Mann, der nicht nur die wahre Mission des amerikanischen Volkes klar erkannte, sondern sich auch der durch die spätere Geschichte bestätigten Tatsache bewußt war, daß den in Amerika eingewanderten Deutschen ein Hauptanteil an dem Aufbau und der Entwicklung der neuweltlichen Kultur beschieden sein werde.

 << Kapitel 9  Kapitel 11 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.