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Die Zeit Constantins des Großen

Jacob Burckhardt: Die Zeit Constantins des Großen - Kapitel 5
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie Zeit Constantins des Großen
authorJacob Burckhardt
firstpub1853
yearca. 1950
publisherVerlag Hallwag
addressBern
titleDie Zeit Constantins des Großen
created20040801
sendergerd.bouillon
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Wenn die Herrschermacht nicht einen ganz verblendenden Reiz hätte, so könnte man diesen Menschen nicht begreifen, der da meinte, mit seinen geringen militärischen Gaben durch Verteilung der Hauptstellen an Verwandte und Vertraute das erschlichene Römische Reich bemeistern zu können. Während er in Rom das tausendjährige Säkularfest der Stadt feierte, brachen von mehrern Seiten die Barbaren ins Reich ein, und mindestens zwei Heere stellten neue Kaiser auf. In Syrien erhob sich gegen Philipps Bruder Priscus der Abenteurer Jotapian, der von Alexander dem Grossen abstammen wollte, ein Name, welchem man noch immer einen fast abergläubigen Kultus weihteHist. Aug., XXX Tyr. 13. – Septim. Severus hatte das Grab Alexanders schliessen lassen, »damit niemand mehr dessen Leichnam sehe«. Dio Cass. LXXV, 13.. Gegen Philipps Schwiegersohn Severian in Mösien empörte sich Marinus, als in der Nähe die Goten einmarschierten.

Die bewusste, grosse Gefahr des Reiches rief nun noch einmal den Genius Roms wach. Die zweite Hälfte des dritten Jahrhunderts ist einer von den Zeiträumen, welche in der Wertschätzung gewinnen müssten, wenn wir die Persönlichkeiten und die Beweggründe ihres Handelns besser kennten, als uns die vorhandenen Quellen gestatten. Sind auch die leitenden Männer meist keine Stadtrömer, sondern Illyrier, das heisst aus den Gegenden zwischen dem Adriatischen und dem Schwarzen Meere, so hat doch römische Bildung und Tradition, namentlich in Betreff des Krieges, sie zu nochmaliger Rettung der alten Welt befähigt. Es war jetzt kein Vergnügen mehr, sondern ein verhängnisvolles Amt, römischer Imperator zu sein; ganz Unwürdige nehmen den Purpur meistens gezwungen, und auch die Bessern drängen sich nicht mehr dazu, sondern erkennen darin Pflicht oder Schicksal. Eine gewisse sittliche Erhebung ist nicht zu verkennen.

Mit Philipp war es angesichts jener grossen Gefahren bald vorbei. Er wandte sich ganz erschrocken an den Senat und bot seine Abdikation an; alles schwieg, bis der tapfere Decius sich zur Unterwerfung des Marinus erbot. Er führte sie durch, verlangte aber eilig seine Abberufung, weil er sah, dass bei der allgemeinen Verachtung gegen Philipp das Heer ihn bald würde zum Kaiser erheben wollen. Philipp willfahrte ihm nicht, und so geschah das UnvermeidlicheMit der dunkeln Darstellung des Ioh. Antiochenus (Fragm. 148) sind die bisherigen Annahmen über diese Ereignisse gar nicht zu vereinigen.. In oder nach einer Schlacht gegen Decius kam Philipp in Verona durch Soldaten um. Dass sein Bruder Priscus nachher noch Statthalter in Macedonien sein konnte, zeigt, dass Decius sich wegen des Geschehenen nicht zu schämen hatte. Priscus lohnte ihm in der Folge mit Verrat.

Decius (249–251) ist überhaupt ein Idealist, mit den Illusionen eines solchen. Seine gewaltige kriegerische Kraft im Dienst einer veredelten SenatsregierungHist. Aug., Valerian. 1 u. 2. zu üben, altrömische Sitte und Religion und durch dieselbe die Macht des römischen Namens aufzufrischen und auf ewig festzustellen – das mochten seine Pläne sein. Damit hing allerdings zusammen, dass er die Christen verfolgte; sechzig Jahre später würde er vielleicht mit demselben Eifer versucht haben, die christliche Aufopferungsfähigkeit auf die Rettung des Reiches hinzulenken.

Dies Ziel seines Lebens zu erreichen, war ihm allerdings nicht beschieden; neben dem Einbruch der Barbaren an allen Grenzen wütete eine Hungersnot und eine Pest, welche im ganzen römischen Leben dauernde Veränderungen müssen hervorgebracht haben, weil ein alterndes Volkstum solche Schläge nicht so überdauert wie ein jugendliches. Der Lohn des Decius war ein glorreicher Untergang im Gotenkriege.

Auch jetzt behauptete der Senat sein Recht; neben dem von den Soldaten erhobenen Gallus ernennt erAur. Vict., Epit. (251) seinen eigenen Kaiser, Hostilian, der indes bald an einer Krankheit starb. Als Gallus die Goten mit Tribut abkaufte, fand sich ein Feldherr bei den Donautruppen, der Mauretanier Aemilian, welcher seinen Soldaten von der »römischen Ehre« sprachΤὸ Ρωμαιων αξιωμα. Zosim. I, 22. und im Fall eines Sieges ihnen selbst den Tribut verhiess, der jetzt den Goten bezahlt würde; sie siegten wirklich und erhoben ihn dann zum Kaiser (253). Aber so weit wirkte schon die Denkweise des Decius, dass Aemilian nur der Feldherr des Senates heissen, diesem dagegen die Reichsregierung überlassen wollteZonaras XII, 21..

Eine empfindliche Lücke in der Historia Augusta hindert uns an jeder bündigen Beurteilung der zunächst folgenden Ereignisse. Aemilian rückt nach Italien; Gallus, der gegen ihn ausgezogen, wird nebst seinem Sohne von den eigenen Truppen ermordet; aber einer seiner Generale, Valerian, aus den Alpen heranrückend, gewinnt auf ganz rätselhafte Weise das Heer des siegreichen Aemilian, welches seinen Kaiser tötet, »weil derselbe ein Soldat, aber kein Regent sei, weil Valerian besser zum Kaisertum passe, oder weil man den Römern einen neuen Bürgerkrieg ersparen müsse«Zosim. I, 29; Zonar. XII, 22.. Das Wahre schimmert durch; es sind offenbar nicht mehr meuterische Soldatenhaufen, welche hier handeln; das Entscheidende war ohne Zweifel eine Transaktion zwischen den höhern Offizieren der drei Heere. So allein war die Erhebung Valerians (253) möglich, vielleicht desjenigen Römers, der in bürgerlichen Ämtern wie im Kriege vor allen gleichmässig ausgezeichnet war; die Soldaten allein hätten entweder auf ihrem Aemilian beharrt oder einen schönen grossen Mann mit den Talenten eines Unteroffiziers auf den Thron erhoben.

Es nimmt aber die Kaiserwahl fortan überhaupt eine neue Form an. In den fortdauernden Barbarenkriegen seit Alexander Severus muss sich eine ausgezeichnete Generalität gebildet haben, in welcher man sich dem wahren Werte nach kannte und taxierte; Valerian aber erscheint, wenigstens als Kaiser, wie die Seele derselbenEinen Teil dieses kaiserlichen Stabes lernt man Hist. Aug., Aurelian. 12 u. f. kennen, bei Anlass des feierlichen Kriegsrates in den Thermen zu Byzanz. Es waren darunter (trotz der Andeutung bei Aurel. Vict., Caes., sub Valeriano) mehrere von altrömischem Adel. Bei diesem Anlass sieht man wie der Kaiser das Konsulat an einen armen, aber tüchtigen General als eine Pfründe vergibt, ihm zur Bestreitung der Zirkusspiele aus der eigenen Schatulle nachhilft und einen reichen Römer zu seiner Adoption überredet.. Sein militärischer Briefwechsel, der mit Absicht in der Historia Augusta teilweise gerettet ist, beweist seine genaue Kenntnis der Personen und ihrer Talente und gibt uns eine hohe Idee von dem Manne, der einen Postumus, Claudius Gothicus, Aurelian und Probus erkannte und erhob. Wäre an den Grenzen Friede eingetreten, so hätte der Senat vielleicht im Sinne eines Decius und Aemilian einen regelmässigen Anteil an der Herrschaft ausgeübt; da aber die Einfälle der Barbaren auf allen Grenzen zugleich das Imperium gänzlich zu überwältigen drohten, da das wahre Rom für längere Zeit nicht mehr auf den sieben Hügeln an der Tiber, sondern in den tapfern Lagern römischer Feldherrn war, so musste auch die Staatsmacht mehr und mehr an die Generale kommen. Diese bilden fortan einen geharnischten Senat, der in alle Grenzprovinzen zerstreut ist. Eine kurze Zeit über geht freilich das Reich ganz aus den Fugen, und planlose Soldatenwillkür und provinziale Verzweiflung bekleidet bald da, bald dort den ersten besten mit dem Purpur; sobald aber der erste Stoss vorüber ist, besetzen die Generale den Thron mit einem aus ihrer Mitte. Wie sich da Berechnung und Überlegung mit Ehrgeiz und Gewaltsamkeit im einzelnen Falle abfinden mochten, was für geheime Schwüre den Verein enger verknüpften, lässt sich nur ahnen. Gegen den Senat zeigt man keine Feindschaft, im ganzen sogar Hochachtung, und es tritt später ein Augenblick ein, da der Senat sich der vollständigen Täuschung hingeben konnte, noch einmal der wahre Herr des Reiches geworden zu sein.

Doch es lohnt die Mühe, diese merkwürdigen Übergänge auch im einzelnen zu verfolgen.

Schon unter Valerian hatte der Abfall einzelner Gegenden begonnen, und als er vollends durch völkerrechtswidrige Treulosigkeit in die Gefangenschaft des Sassanidenkönigs Sapor gerietWas Zonaras 12, 23 erzählt, sieht ganz nach bösartiger Erfindung eines Zurückgesetzten aus; wie weit vollends dem Dionysius bei Euseb., Hist. eccl. VII, 23 über Macrian zu glauben ist, zeigt der Ton seiner Rede sattsam. (260), indes sein Sohn Gallienus mit dem Kriege gegen die Germanen beschäftigt war, trat die totale Verwirrung ein. Während Rom selbst durch einen Einfall sonst unbekannter Horden bedroht wurde, und der Senat eilends eine Bürgergarde aufstellen musste, fielen allmählich die östlichen Reichslande ab. Zunächst liess sich der Taugenichts und Vatermörder Cyriades von Sapor als römischer Thronprätendent vorschieben, bis sich als Retter des römischen Orientes zuerst Macrian (260) mit seinen Söhnen und mit seinem tapfern Präfekten Ballista erhob. Sapor musste fliehen, sein Harem wurde gefangen; die herrliche Verteidigung von Caesarea in Kappadocien dürfen wir hier nur mit einem Wort erwähnenDas Nähere bei Zonar. XII, 23.. Aber die Zersetzung des Reiches war noch im Wachsen; Feldherrn und höhere Beamte mussten sich fortwährend zu Kaisern erheben, nur um gegen andere Usurpatoren ihr Leben zu retten, welches sie dann doch bald einbüssten. So in Griechenland Valens mit dem Beinamen Thessalonicus und der von Macrian gegen ihn entsandte Piso; so nach einiger Zeit (261) Macrian selbst, als er gegen den damals noch gallienischen Feldherrn der Donaulande, Aureolus, zu Felde zog, welcher als Sieger ebenfalls von Gallienus abgefallen sein muss. An Macrians und seines Hauses Stelle trat im Osten (262) Odenathus, ein reicher Provinziale, dergleichen mehrere in dieser Zeit als Kaiser aufkommen, aber keiner mit so viel Talent und Erfolg wie dieser Patrizier von Palmyra, der von hier aus mit seiner heldenmütigen Gemahlin Zenobia ein grosses orientalisches Reich zu gründen vermochteEine Zusammenstellung der Nachrichten über Zenobia und das palmyrenische Reich überhaupt bei G.  Hoyns, Geschichte der sogenannten 30 Tyrannen, Göttingen 1852. Auch die Jahrzahlen bis auf Aurelian sind hier nach dieser Schrift angegeben.. Zenobia, die Enkelin der ägyptischen Ptolemäer, auch der berühmten Kleopatra, mit ihrer bunten Hofhaltung asiatischer Heerführer, herrschte später (267–273) für ihre Söhne bis nach Galatien und nach Ägypten hinein, also in Gegenden, wo früher die Generale des Gallienus geringere Usurpatoren mit Erfolg beseitigt hatten, nämlich im südöstlichen Kleinasien den Seeräuber Trebellian, den die unverbesserlich verwilderten Isaurier zu ihrem Herrn erhoben; in Ägypten aber den frühern Kommandanten von Alexandrien, Aemilianus, welcher, von einem Pöbelauflauf tödlich bedroht, sich zum Kaiser aufgeworfen (262–265), um der Verantwortung bei Gallienus zu entgehen.

In den Donaulanden haben wir Aureolus genannt, welchen Gallienus sogar eine Zeitlang als Herrscher anerkennen musste. Aber schon lange vorher (258) hatten die Donautruppen, um das Land besser gegen die Einfalle zu schützen, den Statthalter Ingenuus erhoben; Gallienus hatte diesen überwunden und furchtbare Strafe über die ganze Gegend verhängt; die nach Rache dürstenden Provinzialen hatten darauf den heldenmütigen Dacier Regillian (260) zum Kaiser gemacht, der von dem dacischen König Decebalus, dem berühmten Feinde Trajans, abstammen wollte; aus Furcht vor abermaliger Bestrafung durch den zu Zeiten sehr grausamen Gallienus liessen sie ihn wieder fallen. – Von einem Usurpator in Bithynien weiss man nicht einmal den Namen; auch in Sizilien herrschten namenlose Räuber (latrones). – Die merkwürdigste Reihe von Usurpatoren bietet jedoch der Westen dar, nämlich Gallien, welchem sich zeitweise auch Spanien und Britannien fügen. Hier erheben sich (seit 259) bei der unbeschreiblichen Landesnot durch die Barbaren schon gegenüber Valerian und dann gegenüber dem Sohn und den Generalen des Gallienus die gewaltigen Verteidiger des Landes, Postumus, Lollianus (oder Laelianus) und Victorinus; und zwar nicht als blosse Soldatenkaiser, sondern unter eifriger, fast regelmässiger Teilnahme der ProvinzialenThierry, Hist. de la Gaule, vol. 2, p. 350 et suiv.. Es bildet sich ein wahres transalpinisches Reich, dessen Notabeln den Senat des meist in Trier wohnenden Imperators ausmachen; weit entfernt, eine schon halb vergessene gallische, britannische oder iberische Nationalität als Panier zu erheben, wollen diese Lande ein okzidentalisches Römerreich sein und römische Bildung und Einrichtungen gegen die hereindringende Barbarei schützen; was sich von dem Reiche Zenobiens nicht in derselben Weise behaupten lässt. Merkwürdigerweise ist es aber auch im Abendlande eine Frau, Victoria, die Mutter Victorins, welche unter diesen Kaisern Adoptionen und Erbfolgen einleitet und als »Mutter der Lager«, ja, wie ein übermenschliches Wesen, über den Heeren waltet. Ihr Sohn und Enkel werden von ergrimmten Soldaten vor ihren Augen niedergemacht, und gleich darauf ist die Reue so gross, dass man ihr die Ernennung eines neuen Kaisers überlässt. Sie ernennt zuerst (267) den Soldaten zuliebe den starken Waffenschmied Marius, nach dessen Ermordung aber – höchst gewagterweise – einen Mann, den die Armee nicht kannte, ihren Verwandten Tetricus, dessen unmilitärische Regierung sich die Soldaten (seit 267) wenigstens bis zum plötzlichen Tode VictoriensAuf der Münze, welche ihre Apotheose verewigt, heisst sie IMPerator, so gut als Maria Theresia in Ungarn »König« hiess. gefallen liessen.

An das Ende dieser Reihe von Usurpationen gehört offenbar die des Celsus in Afrika, weil sie die am wenigsten berechtigte und in ihrem Erfolge die geringste war. Ohne den Grund oder Vorwand eines Barbarenangriffes rufen die Afrikaner (wahrscheinlich nur die Karthager) auf Anstiften ihres Prokonsuls und eines Generals den Tribun Celsus zum Kaiser aus; das mangelnde göttliche Recht musste der Mantel der »Himmlischen Göttin« ersetzen, den man aus dem berühmten Orakeltempel zu Karthago holte, um den Anmasser damit zu bekleiden. Auch hier spielt ein Weib die Hauptrolle; nach sieben Tagen wurde Celsus auf Anstiften einer Base des Gallienus ermordet, und sein Leichnam von Hunden zerrissen, worauf die Einwohner von Sicca aus Loyalität gegen den Kaiser bestanden. Dann kreuzigte man den Celsus noch in effigie.

Gallienus selber scheint sich in diese unerhörte, grösstenteils unverschuldete Lage keineswegs so gleichmütig und feige gefügt zu haben, wie die Historia Augusta uns will glauben machen. Einigen jener sogenannten »Dreissig Tyrannen« erteilt er wohl Caesaren- und Augusten-Titel, andere aber bekämpft er auf das äusserste. Die berüchtigte Indolenz muss ihn zeitweise befallen, aber auch plötzlich wieder verlassen haben; ein Zug nach Persien zur Befreiung seines Vaters aber, den man wohl von ihm verlangte, wäre unter jenen Umständen ein ganz undenkbares Unternehmen gewesen. Man kann sein Verhältnis zu den von ihm anerkannten Provinzialkaisern mit dem der Khalifen zu den abgefallenen Dynastien vergleichen, nur dass ihm nicht einmal Ehrengeschenke und Nennung im Kanzelgebet verblieben. Dafür behauptete er wenigstens Italien mit aller Anstrengung für sich allein; ausserdem blieben ihm mehrere der bedeutendsten Generale seines Vaters. Den Senat soll er geflissentlich vom Dienst, ja von blossen Besuchen in seiner Armee abgehalten haben, weil ihn selbst in diesen unparlamentarischen Zeiten die Furcht vor einer militärischen Senatsregierung verfolgteAur. Vict., Caes..

Als Aureolus ihn auch in Italien angriff, brach er auf, zwang ihn, sich in Mailand zu konzentrieren und belagerte ihn hier. Schon war Aureolus in verzweifelter Lage, als Gallienus ermordet wurde (268). Der Täter war ein Oberst der dalmatinischen Reiter, die nächsten Urheber ein Gardepräfekt und ein General der Donautruppen; die eigentlichen Hauptpersonen aber waren (der spätere Kaiser) Aurelian, der mit Reiterei zum Belagerungsheer gestossen war, und der Illyrier Claudius, ein Günstling des Senates und zugleich einer der grössten Feldherrn seiner Zeit, der kein Geheimnis daraus zu machen pflegte, wenn die Schlaffheit des Gallienus ihm missfiel, und der wahrscheinlich deshalb abseits in Pavia seine Station hatte. Es soll ein förmlicher Rat dieser Generale über Leben und Tod des Gallienus gehalten worden sein, wobei auch die Reichsfolge des Claudius ihre Entscheidung müsste gefunden habenDen Wert des Aurelius Victor (Caesares) gegenüber den andern Quellen können wir hier nicht erörtern..

Alles wohl erwogen, wird sich in dieser ausserordentlichen Zeit ein solches Komplott teilweise entschuldigen lassen; es war ein Gericht von nicht ganz Unberufenen, welches hier seinen Spruch tat. Wenn das Reich wieder seine Einheit finden sollte, so musste die Persönlichkeit des Gallienus vom Kampfplatz abtreten, was gutwillig nie geschehen wäre, weil derselbe ohne kaiserliche Genüsse nicht leben konnte. Sodann mochte Claudius den bevorstehenden Goteneinfall, den schrecklichsten jenes Jahrhunderts, nahe voraussehen, und dies war eine Not, die kein Gebot kannte. Abgesehen davon standen, während Gallienus vor Mailand lag, bereits die Alamannen in Italien, deren Überwindung die nächste dringendste Tat des Claudius sein musste, nachdem in der Schlacht bei Pontirolo mit Aureolus rasch aufgeräumt worden war. In der Grabschrift des letztern sagt Claudius, er hätte ihn am Leben gelassen, wenn die Rücksicht auf sein vortreffliches Heer es gestatteteLaut Ioh. Antiochenus, welcher wie diese Grabschrift dem Heer einen besondern Ingrimm gegen die Usurpation als solche zuschreibt, hieben die Soldaten den Aureolus, der sich bereits übergeben, in der Nähe des Claudius nieder.. Wir brauchen an der Aufrichtigkeit dieser Worte nicht zu zweifeln.

Claudius (268–270) konnte die Riesenarbeit der Herstellung des Reiches nur beginnen, und seine Partei in Gallien musste er vorerst im Stiche lassen; aber sein Gotensieg bei Naissus war doch diejenige Tat, welche hauptsächlich der alten Welt das Leben fristete. Seiner sonstigen hohen Regenteneigenschaften konnte das Reich kaum geniessen, weil er schon nach einem Jahre starb; es wäre aber ungerecht, sie zu bezweifeln, weil er das Unglück gehabt hat, in die Hände der Lobredner zu fallen. Seine wahre Lobrede liegt in dem Stolz der illyrischen Reiterei auf die Landsmannschaft mit ihm, in der mutigen Zuversicht zur Gegenwehr gegen die Barbaren, die sein Sieg auch einzelnen schwachen Städten und Provinzialbevölkerungen einflösste. Spanien war bereits von Tetricus abgefallen, um sich ihm in die Arme zu werfen.

Er hatte einen trefflichen Bruder, Quintillus, den der Senat aus Hochachtung für den Verstorbenen zum Kaiser ernannte. Aber auf dem Sterbebett hatte Claudius selbst vor den versammelten GenerälenZonaras XII, 26. den Aurelian zu seinem Nachfolger designiert, und das Heer hatte ihn sofort anerkannt. Dass Quintillus sich nun alsbald die Adern öffnete, war jenen Zeiten nicht mehr als gemäss.

Aurelian, aus der Gegend von Belgrad gebürtig, erscheint uns zwar um einen Grad barbarischer als sein VorgängerSeine Vergnügungen Hist. Aug., Aurel. 50. Seine gemeine Äusserung über Zenobia ib., Firmus 5. Nach Malalas, B. XII hatte er sie auch gemein behandelt., in den wesentlichen Dingen aber des Throns kaum minder würdig. In einem glänzenden Feldzug (272) unterwarf er Zenobia und den Orient, was den Ruf seiner Unwiderstehlichkeit sogleich wunderbar steigerte. Marcellinus, der Statthalter Mesopotamiens, von einem Teile des Heeres zur Usurpation angeregt, machte selber Anzeige bei ihm; den Antiochus, welchen die sinnlosen Palmyrener erhoben, liess Aurelian laufen, nachdem er jene bestraft; den reichen Firmus, Prätendenten Ägyptens, dagegen befahl er als einen Räuber ans Kreuz zu schlagen, wahrscheinlich nur, um nach der Möglichkeit die tiefe, traditionelle Verachtung des Römers gegen den ägyptischen Volkscharakter an den Tag zu legen. Dem Tetricus endlich, welcher sich von seiner falschen Stellung zu den Soldaten unerträglich gedrückt fühlte und in der Schlacht bei Chalons (272) sein eigenes Heer verriet, gab Aurelian ein einträgliches Amt. Rechnet man zu diesen Kämpfen um Herstellung des Reiches noch fortdauernde siegreiche Barbarenkriege, so lässt sich leicht erraten, welche unvergleichliche Kriegsschule die Regierungszeit Aurelians gewährte; die bedeutendsten seiner Nachfolger auf dem Throne haben sich unter ihm und Probus gebildet.

In weit ungünstigerm Lichte erscheint sein Verhältnis zum Senat, welches uns etwa wie dasjenige des Septimius Severus geschildert wird. Verschwörungen und Unruhen aller Art in der Hauptstadt lässt der Kaiser auch den Senat entgelten, von dessen Mitgliedern mehrere sogar hingerichtet werdenDie beschränkteste und vielleicht richtigste Angabe s. bei Zosim. I, 49.. Von welcher Seite man auch die kümmerlichen Aufzeichnungen jener Zeit betrachtet, sie genügen nirgends zu einem sichern Resultat, und wir können nicht sagen, ob Aurelian die eiserne Disziplin des Lagers auch auf das bürgerliche Leben auszudehnen strebte, oder ob der Senat die Zeiten verkannte und mit dem Wiedereroberer des Reiches bei der Beherrschung desselben konkurrieren wollte. Dass Aurelian nicht persönlich grausam war und das Blutvergiessen gerne vermied, beweisen entscheidende Züge aus seinem Leben; auch nannte man ihn nicht den »Mörder«, sondern nur den »Pädagogen des Senates«. Es gehört aber schon eine starke Seele dazu, um in Lagen wie die seinige sich nicht verdüstern zu lassen durch Menschenverachtung und nicht blutgierig zu werden aus eitel Feigheit und Bequemlichkeit. Es scheint schon nichts Leichtes, sich in die Stellung eines jener Imperatoren hineinzudenken; ganz unmöglich aber ist es zu sagen, wie sich auch der gutmütigste Mensch darin auf die Länge benehmen würde. – Von dem Sonnenkultus Aurelians, der vorwiegenden Soldatenreligion dieser letzten heidnischen Zeiten, wird weiterhin die Rede sein müssen.

Auf einem Feldzuge gegen die Perser wurde Aurelian durch Verschworene aus seiner nächsten Umgebung unweit Byzanz ermordet. Man darf annehmen, dass höchstens einer der angesehenem Generale, Mucapor, bei der Tat beteiligt war; die übrigen waren Leute von der Garde, welchen ein kompromittierter Geheimschreiber, der Bestrafung zu erwarten hatte, durch eine falsche Unterschrift bange zu machen wusste.

Darauf vereinigen sich die Generale zu folgendem Schreiben an den Senat: »Die glücklichen und tapfern Heere an den Senat und das Volk von Rom. Unser Kaiser Aurelian ist durch Arglist eines Mannes und durch Täuschung Guter und Böser ermordet worden. Ehrwürdige und gebietende Väter! Erhebt ihn unter die Götter und sendet uns einen Kaiser aus Eurer Mitte, einen, den Ihr für würdig haltet. Denn wir wollen nicht leiden, dass jemand von denjenigen, welche geirrt oder wissentlich Böses getan haben, über uns gebiete.«

Dieser Brief macht allen Beteiligten Ehre, dem so schön gerechtfertigten Aurelian wie dem Senat und den Armeen, in deren Namen hier offenbar wieder die Feldherrn eine Transaktion eingegangen sindDie Ansicht der Hist. Aug., Tac. 2, als hätte die Armee selbst, gegen den Willen der Generale, so gehandelt, verdient kaum eine Widerlegung.. Von einer blossen schönen Aufwallung ist unter Männern, welche dem Verstorbenen hatten die Welt unterwerfen helfen, nicht die Rede.

Der Senat aber, dessen altgeheiligtes Ansehen hier so über alle Erwartung glänzend anerkannt wurde, wies diese Ehre zurück. Nach Soldatenregierungen, wie die letztvergangenen hatten sein müssen, war die Ernennung eines Kaisers durch den Senat absolut misslich; ausserdem mochte man in Rom berechnen, dass binnen der zwei Monate, welche mit der Überbringung der Anfrage und der Antwort verstreichen konnten, die Stimmung der orientalischen Armee sich von selbst oder durch Intrigen verändert haben dürfte. Allein nun blieb auch das Heer bei seinem Entschlusse; dreimal schrieb man hin und her, bis sich endlich der Senat zur Wahl entschloss. Während dieses halben Jahres blieben alle hohen Beamten an ihren Plätzen; keine Armee wagte der orientalischen zuvorzukommen; auf eine ganz aussergewöhnliche Weise hielt Furcht oder Achtung die bestehenden Gewalten gegenseitig in der Schwebe.

Wenn uns nach anderthalb Jahrtausenden, bei so höchst mangelhafter Kenntnis der Akten, ein Urteil gestattet wäre, so müssten wir es zwar billigen, dass der Senat jetzt endlich den Kaiser ernannte, er hätte aber einen der berühmtern, am Morde unbeteiligten Generale, wie zum Beispiel Probus, dazu wählen müssen. Statt dessen erhob man einen alten, ehrwürdigen, auch kriegskundigen Senator, Tacitus, und überliess sich dem vollen Ausbruch der Freude über das konstitutionelle Meisterstück. In alle Provinzen ergingen Jubelbriefe darüber, dass der Senat sein altes Recht der Imperatorenwahl wieder besitze; dass er inskünftige Gesetze geben, die Huldigungen von Barbarenfürsten empfangen, über Krieg und Frieden entscheiden werde; die Senatoren schlachteten weisse Opfertiere, gingen in weisser Toga einher und eröffneten in den Hallen ihrer Paläste die Schränke mit den imagines ihrer Vorfahren – während Tacitus selber sein Leben im stillen verloren gab, sein kolossales Vermögen an den Staat schenkte und zur Armee abging. Der Senat hatte ihm die Ernennung seines Bruders Florian zum Konsul aus einer damals rein reglementarischen Grille keck verweigert, und dies Zeichen eines erneuten konstitutionellen Bewusstseins soll den Kaiser sogar gefreut haben, was wir auf sich beruhen lassen.

Im Orient kämpfte Tacitus mit Glück gegen Goten und Alanen. Aber eine Faktion von Offizieren, verstärkt durch die bedrohten Mörder Aurelians, ermordeten zuerst den strengen Verwandten des Kaisers, Maximin, Kommandanten von Syrien, und dann aus Furcht vor der Strafe auch den Kaiser selbst im Lande Pontus. Sein Bruder Florian beging die Unvorsichtigkeit, sich ohne Zutun weder des Senates noch des Heeres in Tarsus als Reichsnachfolger geltend zu machen, gleich als wäre das Reich erblich, in welchem Falle doch immer die Söhne des Tacitus einen natürlichen Vorrang vor ihm gehabt hätten. Nach wenigen Wochen töteten die Soldaten auch ihn.

Inzwischen war bereits durch reine SoldatenwahlHist. Aug., Prob. 10. Die Wahl geschah auf freiem Felde, unter Zureden der Offiziere, welche bei den einzelnen Kompanien herumgingen. – Die Teilnahme des Probus am Untergang Florians ist weder zu bezweifeln noch klar zu ermitteln. Laut Zosim. I, 64 könnte man glauben, Probus habe bloss dessen Absetzung gewollt. der gewaltige Probus auf den Thron erhoben worden, ein Landsmann Aurelians, und von diesem wenigstens ahnungsweise zum Nachfolger designiert. Der Senat erkannte ihn ohne Widerrede an, und Probus hatte den Takt, die gewiss etwas gedrückte Stimmung der Väter durch Erteilung einiger Ehrenrechte zu versöhnen. Die Mörder des Aurelian und Tacitus liess er vor sich bringen und unter Bezeigung seiner Verachtung töten. Den Soldaten hatte er gleich bei der Wahl gesagt, sie würden in ihm keinen Schmeichler finden, und nun hielt er sein Wort. Unter harter Disziplin führte er sie zu jenen ungeheuern Siegen, welche Gallien von Germanen säuberten und 400 000 Barbaren das Leben kosteten. Wenn damit doch nicht mehr als die Erhaltung des Statusquo erreicht wurde, wenn die Grundbedingung aller Sicherheit Roms, die Unterwerfung ganz Germaniens, trotz der klaren Einsicht des Probus unerfüllt blieb, so ist dies am allerwenigsten seine Schuld. Vom Rhein und Neckar zieht er dann nach dem Orient, und seine Generale siegen im fernen Südosten. Dass Usurpatoren gegen ihn aufstanden (Saturnin, Proculus, Bonosus), kam nicht von dem Unwillen der gemeinen Soldaten gegen seine Strenge, sondern von dem verzweifelten Mutwillen der Ägypter, der Furcht der Lyoner und ihrer Partei vor einer kaiserlichen Strafe und der Angst eines Trunkenboldes wegen schwerer Nachlässigkeit im Grenzdienste. Die Herrlichkeit war jedesmal von kurzer Dauer.

Der grosse Fürst aber, den man für einen ausschliesslichen Soldatenkaiser halten sollte, hegte ein Ideal ganz anderer Art; er wollte es dahin bringen und machte kein Hehl aus diesem Gedanken, dass nach gänzlicher Besiegung oder Schwächung der barbarischen Völker der römische Staat keiner Soldaten mehr bedürfen, dass ein Zeitalter des Friedens und der Erholung heranbrechen sollte. Die sehnsüchtige Ausmalung dieses saturnischen Jahrhunderts mag man in der Historia AugustaProb. 20 und 23. nachsehen; genug, dass solche Reden selbst bis zu den Soldaten durchdrangen, welche bereits unwillig darüber waren, dass der Kaiser sie auch ausserhalb des Krieges durch Anlegung von Weinbergen, Kanälen und Strassen beschäftigte. In seiner Heimat, beim Kanalbau von Sirmium, töteten sie ihn, wahrscheinlich ohne PrämeditationVgl. hiegegen Ioh. Antiochenus, Fragm. 160, wonach Carus mit einer Empörung begonnen hätte., mit baldiger Reue. Seine Familie, wie die mehrerer gestürzten Kaiser, verliess Rom, um sich in Oberitalien anzusiedeln.

An den Senat dachte die Armee diesmal nicht; dass übrigens auch jetzt die höhern Offiziere allein wählten oder wenigstens die Wahl leiteten, möchte man daraus schliessen, dass ein furchtbar strenger Alter, der Illyrier Carus, mit dem Purpur bekleidet wurde. Zur Vollendung des sarmatischen, zur Wiederaufnahme des persischen Krieges brach er sogleich samt seinem jüngern, bessern Sohne Numerianus auf; den Wüstling Carinus machte er zum Mitregenten und gab ihm den Oberbefehl gegen die Germanen; doch soll er dieses bereut und die Ersetzung des ungeratenen Sohnes durch den tüchtigen und edeln Constantius Chlorus (den Vater Constantins) beabsichtigt haben; eine merkwürdige Emanzipation von dynastischen Gedanken, wenn sie nur besser bewiesen wäreAuf die Missetaten des Carinus in Rom bezieht sich wahrscheinlich die Klage in der V. (I.) Ekloge des Calpurnius Siculus, V. 60 ff., über Gefangenschaft und Hinrichtung vieler Senatoren und gänzliche Entwertung des Konsulates. Auch hier sehen wir in einen Abgrund hinein, ohne ihn erhellen zu können. In der letzten Ekloge wird Carin wieder vergöttert. Von einer grossen Hungersnot und von einer Brandstiftung durch die öffentlichen Arbeiter, welche die Gegend zwischen Palatin und Kapitol verheerte, wird nur mit einem Worte berichtet. Vgl. Mommsens Ausg. des Chronographen vom J. 354 in den Abh. d. K. Sachs. Gesellsch. d. Wissensch., Bd. I, S. 648..

Im Orient starben Carus und bald darauf auch Numerianus (284) unter geheimnisvollen Umständen, der letztere durch Arglist des Gardepräfekten Aper, welcher unter den Generalen der grossen SchuleHist. Aug., Prob. 22 wird dieselbe namentlich aufgezählt. nicht mit aufgezählt wird und wahrscheinlich zu einer erfolgreichen Usurpation keine weitern Mittel als seine Keckheit besassEin Rätsel bleibt es immerhin, wie Aper den Caesar zu seinem Schwiegersohn machen und dann gleichwohl aufopfern mochte.. Als man den Tod des Caesars inne wurde, verlor Aper, wie es scheint, die Fassung und liess sich bemeistern und vor ein Kriegsgericht in Gegenwart des ganzen Heeres stellen. Nachdem hier »durch Wahl der Generale und Offiziere« einer der bedeutendsten Feldherrn, Diocletian, zum Kaiser proklamiert worden war, stürzte dieser auf den noch unverhört am Fusse des Tribunals harrenden Aper los und durchbohrte ihn. Man würde wohl mit Unrecht dem Diocletian deshalb Mitwissenschaft an Apers Verbrechen beilegen; die einfache Erklärung der auffallenden Tat liegt darin, dass einst eine Druidin in Gallien dem Diocletian das Kaisertum geweissagt hatte, wenn er einen Eber (aper) erlegen würde. Auf allen Jagden hatte er seitdem Ebern nachgestellt; jetzt riss ihn die Ungeduld hin, weil er den rechten vor sich sah.

Es blieb noch übrig, mit Carinus um die Weltherrschaft zu streiten. Derselbe war keineswegs ohne kriegerische Begabung; einen Usurpator Iulianus scheint er unterwegs in Oberitalien (285) mit Leichtigkeit überwunden zu haben; der Krieg mit Diocletian zog sich ein halbes Jahr hin, und selbst in der Schlacht bei Margus (unweit Semendria), welche gewöhnlich als die entscheidende gilt, siegte vielleicht Carinus. Aber persönliche Feindschaft, die er sich durch seine Ausschweifungen zugezogen, kostete ihm das Leben. Dass Diocletian nun sofort von beiden Heeren anerkannt wurde, niemanden absetzte noch des Vermögens beraubte und selbst den Gardepräfekten Aristobul in seinem Amte liess, könnte man auf vorhergegangene Einverständnisse im Heere Carins beziehen, doch wollen wir es eher mit dem ältern Aurelius Victor der besondern Milde und der höhern Einsicht des neuen Kaisers und seiner Umgebung zuschreiben. Den Tod Carins selber hatte er laut seiner Beteurung nicht aus Ehrgeiz gewünscht, sondern aus Mitleid für das gemeine Wesen. Wer sonst mit so unerhörter Schonung verfuhr, dem darf man auch dieses glauben.

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