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Die verlorene Welt

Arthur Conan Doyle: Die verlorene Welt - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorArthur Conan Doyle
titleDie verlorene Welt
publisherAugust Scherl G.m.b.H.
printrun11. bis 13. Tausend
illustratorRichard Duschek
year1926
translatorKarl Soll
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150309
modified20161027
projectid1399f507
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Zweites Kapitel

Versuchen Sie Ihr Glück mit Professor Challenger

Ich hatte McArdle immer gern, diesen alten, mürrischen, rundbäckigen Verlagsdirektor mit dem roten Gesicht, und glaubte zu fühlen, daß er auch mich gern mochte. Natürlich war Beaumont der eigentliche Prinzipal, aber der lebte in der verdünnten Atmosphäre irgendeiner olympischen Höhe, von wo aus er kleinere Dinge als eine internationale Krisis oder eine Spaltung im Kabinett nicht mehr unterscheiden konnte. Wir sahen ihn zuweilen in einsamer Majestät in das innere Heiligtum schreiten, mit einem unbestimmten Ausdruck in den Augen und im Geiste über dem Balkan oder dem Persischen Meerbusen schwebend. Er war für uns unerreichbar. Aber McArdle war seine rechte Hand, und ihn kannten wir. Der alte Mann nickte mit dem Kopf, als ich sein Zimmer betrat, und schob die Brillengläser weit hinauf auf die kahle Stirn.

»Nun, Herr Malone, nach allem, was ich höre, scheint es Ihnen recht gut zu gehen«, sagte er mit seinem freundlichen schottischen Akzent.

Ich verbeugte mich dankend.

»Die Bergwerksexplosion war ausgezeichnet. Auch das Feuer in Southwark. Sie haben das richtige Gefühl für Beschreibung. Was führt Sie denn heut zu mir?«

»Ich möchte Sie um eine Gunst bitten.«

In seinem Gesicht malte sich Erschrecken, und er vermied es, mich anzusehen.

»Na nu, na nu, um was handelt es sich denn?«

»Glauben Sie, Herr McArdle, daß es möglich wäre, mir irgendeinen besonderen Auftrag für die Zeitung zu geben? Ich würde versuchen, das Bestmögliche zu leisten, die Sache ordentlich durchzuführen, und Ihnen gute Berichte liefern.«

»An welche Art von Aufträgen dachten Sie, Herr Malone?«

»An irgend etwas, das mit Abenteuern und Gefahren verbunden ist, Herr McArdle. Ich würde mir die allergrößte Mühe geben. Je schwieriger die Aufgabe wäre, desto mehr würde sie mir zusagen.«

»Sie scheinen ja sehr begierig zu sein, Ihr Leben zu verlieren.«

»Mein Leben zu rechtfertigen, Herr McArdle.«

»Ach, du lieber Gott, Herr Malone, das klingt ja sehr sehr erhaben. Ich fürchte, die Zeiten für derartige Dinge sind gewesen. Die Ausgaben für einen Spezialauftrag werden kaum durch den Erfolg gerechtfertigt, und man würde einen solchen Auftrag natürlich auch nur an einen erfahrenen Mann mit bekanntem Namen geben, der das öffentliche Vertrauen genießt. Die großen weißen Stellen auf der Landkarte sind heute ziemlich verschwunden, und es gibt da kaum noch irgendeine Stelle für romantische Erlebnisse. Warten Sie mal, doch,« fügte er hinzu, während ein plötzliches Lächeln über sein Gesicht huschte, »die weißen Stellen auf der Landkarte bringen mich auf eine Idee. Wie wäre es damit, wenn Sie einen Schwindler, – einen modernen Münchhausen – bloßstellen und ihn lächerlich machen könnten. Sie könnten ihn als einen Lügner, der er sicherlich ist, festnageln. Mann, das wäre eine feine Sache! Wie gefällt Ihnen das?«

»Irgend etwas – irgendwo – mir ganz gleichgültig.«

McArdle versank für einige Minuten in Gedanken. »Ich wäre doch neugierig, ob es Ihnen gelingt, eine nähere oder wenigstens doch eine oberflächliche Bekanntschaft mit dem Burschen zu schließen«, sagte er schließlich. »Sie scheinen eine Art Talent zur Anknüpfung guter Beziehungen zu haben – Sympathie, nehme ich an, oder tierischer Magnetismus oder jugendliche Lebenskraft – oder sonst etwas. Ich fühle das an mir selbst.«

»Sie sind sehr liebenswürdig, Herr McArdle.«

»Warum sollten Sie nicht Ihr Glück versuchen bei Professor Challenger in Enmore Park?«

Ich muß gestehen, ich sah ihn etwas überrascht an.

»Challenger,« rief ich aus, »Professor Challenger, der berühmte Zoologe? War das nicht der Mann, der dem Blundell vom ›Telegraph‹ einen Schädelbruch beibrachte?«

Der Verlagsdirektor lächelte grimmig.

»Erinnern Sie sich daran? Sagten Sie nicht, Sie wären auf Abenteuer aus?«

»Soweit der Beruf sie mit sich bringt«, antwortete ich.

»Ganz recht. Ich glaube ja nicht, daß er immer so gewalttätig ist. Ich nehme an, Blundell ist zu einem ungünstigen Zeitpunkt bei ihm erschienen. Vielleicht war er auch ungeschickt. Sie können ja mehr Glück haben oder mehr Takt in der Art, ihn zu nehmen. Ich bin überzeugt, das ist eine Sache, die Ihnen liegen müßte. Das sollten wir zusammen machen!«

»Ich weiß tatsächlich gar nichts von ihm«, sagte ich. »Ich erinnere mich seines Namens nur in Verbindung mit den Vorgängen beim Polizeigericht wegen des Schlages, den er Blundell versetzt hat.«

»Hier sind ein paar Notizen zu Ihrer Information, Herr Malone. Ich habe den Professor seit einiger Zeit im Auge.« Er nahm ein Stück Papier aus einem Schubfach. »Dies ist eine kleine Übersicht über seinen Lebenslauf. Da heißt es kurz:

Challenger, George Edward, geb. Largs N. B. 1863. Ausbildung: Gymnasium in Largs; Universität Edinburg. Assistent am Britischen Museum, 1892. Kustos der Abteilung für vergleichende Anthropologie, 1893. Zurückgetreten nach einem heftigen wissenschaftlichen Streit im selben Jahre. Verleihung der Crayston-Medaille für zoologische Untersuchungen. Auswärtiges Mitglied von – hm, das ist ja eine ganze Masse auf zwei Zoll in kleiner Schrift – Belgische Gesellschaft, Amerikanische Akademie der Wissenschaften, La Plata usw. usw., Expräsident der Paläontologischen Gesellschaft, Sektion H., Britische Gesellschaft usw. usw. – Veröffentlichungen: Einige Untersuchungen über eine Reihe von Kalmückenschädeln; Abriß der Entwicklung der Wirbeltiere und zahlreiche Zeitungsartikel, darunter, ›Der dem Weismannismus zugrunde liegende Irrtum‹, der eine erbitterte Diskussion auf dem zoologischen Kongreß in Wien hervorrief. Lieblingsbeschäftigung: Wandern, Bergsteigen. Adresse: Enmore Park, Kensington, W.

Hier, nehmen Sie das an sich. Das ist alles, was ich heute für Sie habe.«

Ich steckte das Stück Papier in die Tasche.

»Einen Augenblick, Herr McArdle«, sagte ich, als ich eine löchrige kahle Platte statt eines roten Gesichts vor mir sah. »Ich bin mir noch nicht ganz klar darüber, warum ich diesen Gentleman besuchen soll. Was hat er getan?« Das rötliche Gesicht leuchtete von neuem auf.

»Er ging vor zwei Jahren nach Südamerika, um eine geheimnisvolle Expedition auszuführen. Kam im vergangenen Jahr zurück. Ist zweifellos in Südamerika gewesen, lehnt ab, genau anzugeben, wo. Erzählt in unbestimmten Ausdrücken von seinen Erlebnissen; aber als jemand näheres aus ihm herausholen wollte, wurde er verschlossen wie eine Auster. Da ist entweder irgend etwas Wunderbares passiert – oder der Mann ist ein kolossaler Lügner. Das letztere ist das Wahrscheinlichere. Hatte einige beschädigte Photographien, die man aber für Schwindel hält. Wurde so reizbar, daß er jeden angriff, der etwas von ihm wissen wollte, und warf Reporter die Treppe hinunter. Meiner Meinung nach ist er nur ein verbrecherischer Größenwahnsinniger mit einem Dreh ins Wissenschaftliche. Das ist der richtige Mann für Sie, Herr Malone. So, nun sausen Sie los und sehen Sie zu, was Sie mit ihm machen können. Sie sind groß genug, um auf sich selbst achtgeben zu können. Passieren kann Ihnen nichts. Übrigens sind wir, wie Sie wissen, in der Haftpflichtversicherung.«

Ein grinsendes rotes Gesicht verwandelte sich aufs neue in ein löcheriges, von den Fransen eines ingwerfarbenen Flaums umgebenes Oval. Die Unterredung war zu Ende.

Ich ging hinüber zum Savage-Club, aber, statt hineinzugehen, lehnte ich mich an das Gitter der Adelphi-Terrasse und blickte lange gedankenvoll in das braune, ölige Wasser des Flusses hinunter. Ich kann in frischer Luft immer viel richtiger und klarer denken. Ich zog die Liste von Professor Challengers Taten aus der Tasche und las sie von neuem unter der elektrischen Bogenlampe. Und dann überkam mich etwas, das ich nur für eine Eingebung halten konnte.

Als Mann der Presse fühlte ich mit Sicherheit, daß ich nach allem, was ich gehört hatte, niemals hoffen konnte, mit diesem streitsüchtigen Professor in Verbindung zu kommen. Aber die zweimal in seiner biographischen Übersicht wiederholten Gegenbeschuldigungen konnten doch nur bedeuten, daß er ein Fanatiker der Wissenschaft war. Ob das nicht die schwache Stelle war, durch die man an ihn herankommen könnte? Das mußte ich versuchen.

Ich betrat den Klub. Es war kurz nach 11 Uhr, und der große Raum war ziemlich voll, obgleich der Ansturm noch nicht begonnen hatte. In einem Armstuhl am Kamin sah ich einen langen, dünnen, eckigen Menschen sitzen. Er wandte sich zu mir, als ich mit meinem Stuhl in seine Nähe rückte. Das war gerade derjenige in der ganzen Menge, der mir in diesem Augenblick am willkommensten war – Tarp Henry von der Redaktion der »Natur«, ein dürres, trockenes, lederartiges Wesen, das sich durch große Menschenfreundlichkeit allen seinen Bekannten gegenüber auszeichnete. Ich ging direkt auf mein Ziel los.

»Was wissen Sie von Professor Challenger?«

»Challenger?« Er zog die Brauen in wissenschaftlicher Mißbilligung zusammen. »Challenger war der Mann, der mit einigen Ammenmärchen aus Südamerika zurückkam.«

»Was für Märchen denn?«

»Ach, das war ein üppiger Blödsinn über einige seltsame Tiere, die er entdeckt haben wollte. Ich glaube, er hat später widerrufen. Irgendwie hat er alles unterdrückt. Er gab Reuter ein Interview, und darauf erhob sich ein derartiges Geheul, daß ihm klar wurde, er würde mit seinen Ansichten nicht durchdringen. Es war eine blamable Angelegenheit. Es gab einen oder den anderen, der geneigt war, ihn ernst zu nehmen. Aber er brachte sie bald zum Schweigen.«

»Wie denn?«

»Na, durch seine unerträgliche Grobheit und sein unmögliches Benehmen. Da war der arme alte Watley vom Zoologischen Institut. Watley schrieb ihm: ›Der Präsident des Zoologischen Instituts empfiehlt sich Professor Challenger und würde es als eine persönliche Auszeichnung empfinden, wenn er ihm die Ehre erweisen würde, zu ihrer nächsten Sitzung zu kommen.‹ Die Antwort war nicht druckfähig.«

»Können Sie sie mir sagen?«

»Ja, da läuft eine verballhornte Lesart um: ›Professor Challenger läßt sich dem Präsidenten des Zoologischen Instituts empfehlen und würde es als eine persönliche Auszeichnung empfinden, wenn er sich zum Teufel scheren würde.‹

»Um Gottes willen!«

»Ja, ich nehme an, daß das auch der alte Watley gesagt hat. Ich erinnere mich seiner Wehklagen in der Sitzung. Sie begann: Eine fünfzigjährige Erfahrung in wissenschaftlichem Umgang – – – Der alte Mann war ganz gebrochen.«

»Wissen Sie sonst noch etwas von Challenger?«

»Nun, ich bin Bakteriologe, wie Sie wissen. Ich lebe in einem 900-Diameter-Mikroskop. Ich kann kaum den Anspruch erheben, ein ernsthafter Kenner von irgendeiner Sache zu sein, die ich mit bloßen Augen sehen kann. Ich bin ein Pionier vom äußersten Rande des Wissens, und ich fühle mich gar nicht auf meinem richtigen Platze, wenn ich mein Studierzimmer verlasse und in Berührung mit euch allen, euch großen, rohen und plumpen Geschöpfen, trete. Ich bin zu isoliert, um mich für Skandalgeschichten zu interessieren. Aber ich habe doch bei wissenschaftlichen Unterhaltungen einiges über Challenger gehört; denn er ist einer von diesen Menschen, an denen man nicht vorbeigehen kann. Er ist tatsächlich so verwegen, wie sie ihn schildern. Er gleicht einer scharf geladenen Batterie von Kraft und Lebensenergie, aber er ist ein streitsüchtiger, boshafter, skrupelloser Sonderling mit seltsamen Liebhabereien. Er ist so weit gegangen, einige schwindelhafte Photographien von der südamerikanischen Expedition vorzulegen.«

»Sie sagen, er hat Liebhabereien. Was ist denn sein besonderes Steckenpferd?«

»Er hat tausend. Aber das letzte ist etwas über Weismann und Evolution. Er hatte einen fürchterlichen Streit darüber in Wien, glaube ich.«

»Können Sie mir den Grundgedanken davon angeben?«

»Im Augenblick nicht. Aber es existiert eine Übersetzung dieser Verhandlungen. Wir haben sie in unserem Archiv. Würden Sie sich die Mühe machen, mitzukommen?«

»Das ist gerade das, was ich brauche. Ich soll den Burschen nämlich interviewen, und ich, brauche irgend etwas zur Anknüpfung. Es ist wirklich riesig nett von Ihnen, daß Sie mir helfen wollen. Ich würde gern jetzt mitgehen, wenn es noch nicht zu spät ist.«

Eine halbe Stunde später saß ich in seinem Redaktionszimmer mit einer mächtigen Aktenmappe vor mir, die bei dem Artikel »Weismann gegen Darwin« aufgeschlagen war. Der Artikel trug die Überschrift: »Lebhafter Protest in Wien. Temperamentvolle Verhandlungen.« Da ich meine wissenschaftliche Ausbildung etwas vernachlässigt hatte, war es mir nicht möglich, der ganzen Beweisführung zu folgen, aber es war klar, daß der englische Professor seinen Gegenstand in einer sehr aggressiven Form behandelt und seine Kollegen vom Kontinent vollständig verärgert hatte. »Protest«, »Lärm«, »Anrufung des Vorsitzenden« waren drei der ersten eingeklammerten Ausdrücke, die mir ins Auge fielen. Vom Inhalt des Artikels verstand ich gerade soviel, als ob er chinesisch geschrieben wäre.

»Es wäre mir lieb, wenn Sie das für mich ins Englische übersetzen könnten«, sagte ich pathetisch zu meinem hilfsbereiten Kollegen.

»Aber es ist doch eine Übersetzung.«

»Dann tue ich vielleicht besser, mein Glück beim Originalartikel zu versuchen.«

»Es ist sicherlich ziemlich schwierig für einen Laien.«

»Wenn ich nur einen einzigen guten, sinnvollen Satz, der geeignet wäre, mir eine Art von klarer menschlicher Idee zu vermitteln, herausfinden könnte, würde mir das genügen. Ah, ja, dies hier wird gehen. Es scheint mir fast, als ob ich das verstehe. Das werde ich abschreiben. Das wird das Bindeglied sein zwischen mir und dem fürchterlichen Professor.«

»Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie helfen?«

»Ja, freilich, ich denke, ich schreibe ihm. Wenn ich den Brief hier aufsetzen und Ihre Adresse benutzen könnte, so würde mir das ein gewisses Relief geben.«

»Der Bursche wird hierher kommen, uns einen Krach machen und unsere Möbel zusammenschlagen.«

»Nein, nein, Sie sollen den Brief sehen – nichts Kampflustiges, verlassen Sie sich darauf.«

»Also bitte, da ist mein Stuhl und mein Schreibtisch. Papier finden Sie dort. Ich möchte den Brief ganz gern durchsehen, bevor er abgeht.«

Die Arbeit machte mir einige Mühe. Als der Brief fertig war, schmeichelte ich mir aber, daß er mir gar nicht so schlecht gelungen sei. Mit einem gewissen Stolz auf mein Handwerk las ich ihn laut dem kritischen Bakteriologen vor:

Sehr geehrter Herr Professor!

Als bescheidener Student der Naturwissenschaften habe ich immer das größte Interesse an Ihren Theorien über den Unterschied zwischen Darwin und Weismann genommen. Eine erneute Lektüre –

»Sie infernalischer Lügner«, murmelte Tarp Henry.

– – eine erneute Lektüre Ihrer meisterhaften Wiener Denkschrift hat mir die Angelegenheit wieder ins Gedächtnis zurückgerufen. Diese überaus klaren und bewundernswerten Darlegungen scheinen das letzte Wort in der Materie zu sein. Indessen finde ich darin folgenden Satz: ›Ich protestiere energisch gegen die unerträgliche und völlig dogmatische Behauptung, daß jedes Einzelwesen einen Mikrokosmos mit einem historisch entwickelten inneren Aufbau, der langsam in der Folge der Generationen herausgebildet ist, darstellt.‹ Sollten Sie nicht mit Rücksicht auf spätere Untersuchungen den Wunsch haben, diese Behauptung zu modifizieren? Glauben Sie nicht, daß sie etwas reichlich zugespitzt ist? Mit Ihrer gütigen Erlaubnis bitte ich Sie, mir eine Unterredung zu gewähren, da ich an dieser Sache stark interessiert bin und Ihnen gewisse Vorschläge machen möchte, die ich Ihnen nur in einer persönlichen Unterredung entwickeln könnte. Mit Ihrer Zustimmung hoffe ich die Ehre zu haben, Ihnen übermorgen (Freitag) um 11 Uhr meine Aufwartung machen zu dürfen.

Ich bin mit der Versicherung allergrößter Hochachtung

Ihr ganz ergebener                
Eduard M. Malone.

»Nun, was sagen Sie dazu?« fragte ich triumphierend.

»Gut, wenn Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren können.«

»Das hat mich noch nie im Stich gelassen.«

»Aber was gedenken Sie jetzt zu tun?«

»Hinzugehen. Wenn ich erst in seinem Zimmer sitze, werde ich schon irgendwie weiterkommen. Unter Umständen werde ich ihm ein offenes Bekenntnis machen. Wenn er Sportsmann ist, wird ihn das kitzeln.«

»Kitzeln ist gut. Er scheint mir der Mann zu sein, Sie zu kitzeln! Ein Panzerhemd oder eine amerikanische Fußballerausrüstung ist das, was Sie jetzt gebrauchen.« »Auf Wiedersehen also!« »Ich werde die Antwort am Freitag morgen hier für Sie bereit halten – wenn er überhaupt geruht, Ihnen zu antworten. Er ist ein gewalttätiger, gefährlicher und streitsüchtiger Charakter. Gehaßt von jedem, der ihm in die Quere kommt, und die Zielscheibe des Spotts für die Studenten, soweit sie es überhaupt wagen, sich ihm gegenüber eine Freiheit herauszunehmen. Es wäre vielleicht das beste für Sie, wenn Sie überhaupt nichts mehr von dem Burschen hörten.«

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