Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hanns Heinz Ewers >

Die verkaufte Großmutter

Hanns Heinz Ewers: Die verkaufte Großmutter - Kapitel 3
Quellenangabe
typefairy
authorHanns Heinz Ewers
titleDie verkaufte Großmutter
publisherGeorg Müller
printrun6. bis 10. Tausend
illustratorPaul Haase
year1923
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140417
projectid1f83c22c
Schließen

Navigation:
Illustration: Paul Haase

II. Liese auf der Milchstraße

Ein paar Tage darauf erzählte die Großmutter den beiden Jungen eine Geschichte:

Die kleine Liese war von ihrer Mutter mit hinausgenommen worden auf die große Wiese, wo das Feuerwerk stattfand; aber da das Feuerwerk erst zu einer Zeit anfing, zu der Liese für gewöhnlich schon längst im Bette lag, und da sie an diesem Sonntagnachmittag noch besonders eifrig mit anderen kleinen Mädchen herumgetollt hatte, so war sie so todmüde, daß sie gleich die Äuglein zumachte, als die Mutter sie auf den Arm nahm.

Das Feuerwerk war sehr schön; Raketen blitzten eine nach der anderen auf und schossen himmelhoch in die Luft; prächtige Feuergarben prasselten dann aus der Höhe herab und große Flammenräder drehten sich im Kreise. Am schönsten aber waren die roten, blauen und gelben Kugeln, die hoch hinaufflogen, oben stehenzubleiben schienen und einen prächtigen Regenbogenstreifen zur Erde warfen, bis sie endlich mit einem Knalle zerplatzten.

»So sieh doch zu, dummes Ding!« sagte die Mutter zu Liese und stieß sie an.

Gerade flog eine schöne blaue Kugel in die Luft hinauf, als Liese die Augen aufmachte. Sie sah den bunten Streifen, der dicht vor ihr zur Erde niederging. Schlaftrunken griff sie mit beiden Händen danach, und ehe die Mutter sich dessen versah, war das kleine flinke Ding daran in die Höhe geklettert.

»Ich komme gleich wieder,« rief sie ihrer entsetzten Mutter zu, »ich will nur die schöne Kugel da herunterholen!«

Aber als sie schon so hoch war, daß sie glaubte, die Kugel mit den Händen greifen zu können, zerplatzte ihr diese vor der Nase. Sicher wäre Liese nun heruntergefallen, wenn sie nicht eine lange weiße Schnur gesehen hätte, die in der Luft baumelte. Schnell griff sie danach und hielt sich tapfer daran fest. Sie fühlte, wie sie langsam immer höher hinaufgezogen wurde; bald konnte sie gar nichts mehr da unten auf der Erde erkennen. Ihr wurde ganz schwindlig; sie schloß beide Augen und hielt sich nun so fest wie möglich an der Schnur. – Das ging so eine gute Weile; endlich fühlte sie, wie sie auf festen Boden heraufgezogen wurde.

Jetzt erst schlug sie die Augen auf; da sah sie am Rande zwei Engelein sitzen, die mit den Beinen baumelten. Hinter ihnen standen noch drei andere Engelchen, die noch die weiße Schnur in der Hand hatten, an der sie Liese heraufgezogen hatten.

»Was für einen komischen Vogel wir da gefangen haben!« sagte der eine der Engel, ein kleiner pausbackiger Kerl.

Die Liese machte einen Knix und wollte ihnen die Hand geben; da bemerkte sie, daß ihre beiden Hände an die Schnur angeklebt waren; auch ihr Kleidchen klebte fest daran.

Sie wollte sich losreißen, aber es ging nicht, worüber die kleinen Engel sehr zu lachen anfingen. Endlich hatten die beiden, die vorne mit den Beinen gebaumelt hatten, Mitleid mit ihr; sie standen auf, spuckten in die Hände und lösten vorsichtig die Schnur von der Liese ab.

»Mir gehört der Vogel,« sagte der pausbäckige Engel, »ich habe ihn gefangen»«

»Ich bin gar kein Vogel!« sagte die Liese. Dann entdeckte sie, daß ihr ganzes Kleid gelb war von dem Leime der Schnur; sie rief entrüstet: »So! Und mein neues Sonntagskleid habt ihr auch schmutzig gemacht; das werde ich meiner Mutter sagen; ihr seid sehr unartig!«

Da fingen die kleinen Engel erst recht zu lachen an.

»Hört doch einmal den dummen Vogel an! Er will noch schelten!« rief einer.

»Ich werde ihn gleich in einen großen Käfig sperren!« sagte der Pausback.

»Wir wollen ihm die Flügel stutzen, damit er nicht fortfliegen kann,« rief ein dritter, nahm eine große Schere und lief hinter ihren Rücken.

Dann machte er ein sehr dummes Gesicht und sah die anderen groß an.

»Es ist wirklich kein Vogel,« sagte er, »es hat keine Flügel.«

Die anderen umringten nun auch die Liese, suchten nach Flügeln, konnten aber natürlich keine finden.

»Was bist du?« frugen sie.

»Ich bin ein kleines Mädchen und heiße Liese,« antwortete sie.

Das wollten aber die Engel nicht glauben.

»Kleine Mädchen laufen auf der Erde herum,« sagte der Pausback. »Wie kommt es denn, daß wir dich aus der Luft gefischt haben?«

Da erzählte Liese, wie sie an dem bunten Streifen der Feuerkugel heraufgeklettert sei. Die Engel stellten sich dicht um sie herum und hörten aufmerksam zu.

»Willst du bei uns bleiben?« fragten sie dann.

»Recht gern,« sagte die Liese, die jetzt schon mehr Mut bekommen hatte. »Wie heißt ihr denn?«

»Ich heiße Litti!« sagte der erste Engel.

»Ich heiße Titti!« sagte der zweite.

»Ich heiße Kitti!« sagte der dritte.

»Ich heiße Pitti!« sagte der vierte.

»Und ich heiße Plums, aber sie nennen mich immer den Pausback,« sagte der fünfte.

»Ich finde, daß ihr recht dumme Namen habt, aber da könnt ihr wohl nichts für! – Was sollen wir spielen?«

»Sollen wir Vögel fischen?« fragte Litti.

»Nein,« sagte die Liese, »das ist zu langweilig.«

»Sollen wir mit den Beinen baumeln?« fragte Titti.

»Nein,« sagte Liese, »da werde ich schwindlig.«

»Sollen wir Ringelreihen tanzen?« fragte Kitti.

»Nein,« sagte die Liese, »das tun die da unten auch.«

»Sollen wir Fliegen und Haschen spielen?« frug Pitti.

»Nein,« sagte die Liese, »ich habe ja keine Flügel!«

»Dann wollen wir mit den Schäfchen spielen!« sagte der Pausback.

Damit war Liese einverstanden. So gingen sie also durch das weiße Land, die Liese mit dem Pausback voran, der ihr am besten gefiel.

»Wo sind wir denn eigentlich?« frug sie.

»Auf der Milchstraße,« antwortete der Pausback. »Wußtest du das nicht?«

Sie kamen zu einer weiten weißen Wiese, die dicht voller Gänseblümchen stand. Darauf weideten viele tausend weiße Schäfchen, die kleine Glocken am Halse trugen. Pausback setzte sich auf eins; die anderen Engel und die Liese taten dasselbe; dann ritten sie eine Weile herum. Als sie genug geritten waren, stiegen sie wieder ab, und Titti sagte, daß es nun Zeit zum Melken wäre. Die fünf setzten sich hin, und Liese zu ihnen, und alle fingen an zu melken, ein Schäfchen nach dem anderen. Dabei tranken sie so viel Milch als sie mochten; es blieben aber noch viele Eimer voll stehen.

»Was macht ihr denn mit der anderen Milch?« fragte die Liese.

»Damit wird die Milchstraße frisch angestrichen,« sagten die Engel, und alle nahmen große, mächtige Pinsel und begannen den Boden zu tünchen.

»Seht einmal da!« rief Liese plötzlich, »was kommt da an?«

Durch die Luft kam ein seltsames kleines Männchen anspaziert. Es hatte einen kugelrunden roten Kopf und eine Brille auf der Nase. In der einen Hand trug es einen Regenschirm, in der anderen ein paar Bücher. Das komischste an ihm aber war sein langer roter Schwanz, der aus den Rockschößen heraushing und viel größer war als das Männchen selbst.

Die Engel sahen auf:

»Das ist ja der Komet,« rief Litti. »Guten Tag, Herr Komet.«

Dabei machte Litti einen schönen Knix, und die anderen Engelchen machten auch Knixe.

»Guten Tag, Engelchen,« sagte der Komet, »habt ihr auch brav gelernt? – Wieviel ist dreimal drei?«

»Neun,« sagte Titti.

Die Engelchen setzten sich nebeneinander hin, und der Komet fing an, ihnen Rechenstunde zu geben. Das war nun der Liese sehr langweilig; sie meinte, am Sonntage brauche man keine Rechenstunde. Sie stand auf und schlich sich leise hinter den Herrn Komet; dann nahm sie seinen langen roten Schwanz und machte einen großen, dicken Knoten hinein. Endlich nahm sie einem der Schäfchen die Glocke ab und band sie am Ende des Schwanzes fest. Alles das hatte sie so leise gemacht, daß der Komet gar nichts merkte. Die Engelchen hatten es wohl gesehen; aber sie bissen sich in die Lippen, um nicht aufzulachen.

Als nun die Rechenstunde vorüber war, klappte der Komet seine Bücher zu; er gab den Engelchen die Hand und wollte weggehen; da fing die Glocke an seinem Schwanze zu läuten an. Er sah hinter sich und bemerkte nun auch den großen Knoten. Er wollte ihn wieder herausmachen; aber da er sehr steif war und sein Schwanz noch viel steifer, so konnte er mit der Hand gar nicht hinlangen. Nun bemerkte er die Liese, die ihm den Streich gespielt hatte; er wurde sehr zornig, schimpfte und schrie, nahm seinen alten Regenschirm und wollte sie damit durchprügeln. Der Pausback nahm die Liese bei der Hand; sie liefen weg, so rasch sie nur konnten, und Litti und Titti und Kitti und Pitti mit ihnen. Der alte Komet stolperte hinterdrein; aber da er längst nicht so flinke Beine hatte wie die Engelchen und das kleine Mädchen, so blieb er immer weiter zurück, bis er sie gar nicht mehr sehen konnte.

Als sie weit genug gelaufen waren, sagten die Engelchen, daß es nun an der Zeit sei, schlafen zu gehen. Sie riefen die Schäfchen, und dann streckten sie sich alle der Länge nach aus, und jedes legte sich mit dem Kopfe auf ein weißes Schäfchen wie auf ein Kopfkissen.

Am anderen Morgen ritten sie wieder auf ihren Schäfchen, als mit einem Male ein tüchtiger Wind sie von den Tieren herunterblies, daß sie alle ins Gras purzelten. Sie sahen auf und bemerkten in einiger Entfernung einen großen, bärtigen Mann, der mit Fellen bekleidet war und einen Sack über dem Rücken trug.

»Das ist der Boreas, der Nordwind,« rief der Pausback.

»Der hat noch viel dickere Backen als du!« lachte die Liese. Aber als sie sah, daß die Engelchen fortliefen, lief sie auch mit fort.

Der Riese ließ sie eine Zeit lang laufen, dann zog er die Luft ein, und im Nu wurden die armen Engelchen und das kleine Mädchen zurückgezogen, ob sie sich auch noch so sehr dagegen wehrten.

»Der Mondmann schickt mich her,« sagte der Nordwind, »ich soll euch alle einstecken und mitbringen. Der Komet war bei ihm und hat sich über eure Streiche beklagt!«

Damit nahm er die ganze Gesellschaft vom Boden auf und steckte eins nach dem anderen in seinen großen Sack.

Darin war es nun sehr dunkel und unbehaglich, und wenn die Liese nicht ab und zu die Engelchen an den Haaren gezogen hätte, so hätte sie es vor Langeweile schon gar nicht mehr ausgehalten. Endlich entdeckte der Pausback ein kleines Loch im Sacke und ließ auch Liese heraussehen. Da bemerkten sie dann, daß der schlimme Nordwind wieder über festen Boden ging; er schien einen Berg hinaufzusteigen.

»Wir sind sicher schon auf dem Monde; gleich kommen wir zum Mondmanne!« sagte Titti und fing zu weinen an.

Gleich darauf blieb der Nordwind stehen, und die im Sacke eingesperrte Gesellschaft konnte ihn sprechen hören.

»So, Herr, Mondmann,« sagte er, »hier bringe ich Ihnen die kleinen Störenfriede.«

Damit öffnete er den Sack und schüttete ihn aus, so daß sie alle auf den Boden purzelten. Sie waren oben auf einem hohen silbernen Berge, auf dessen Spitze ein silberner Thron stand. Darauf saß ein alter Mann mit einem spitzen weißen Barte, dessen Gesicht wie eine Sichel aussah. Er trug einen langen silbernen Mantel, der weit über den Thron hinabhing.

»Nun?« fuhr er die kleine Gesellschaft an, »was habt ihr mit dem armen Kometen angestellt? Er kam weinend her und klagte mir sein Leid, und meine Mondfeen mußten ihm einen großen Knoten aus dem Schwanze lösen! Ist das der Dank dafür, daß er euch so schöne Rechenstunden gibt?«

Die kleinen Engelchen standen zitternd da; aber keines sagte ein Wort, da sie die Liese nicht verklatschen wollten.

»Na, wirds bald?« rief der Mondmann. »Wer ists gewesen von euch? Wenn ihrs nicht gleich sagt, lasse ich euch alle wieder in den Sack sperren und hundert Jahre auf dem höchsten Mondberge aufhängen.«

Da trat die Liese vor, denn sie wollte nicht, daß die kleinen Engelchen ungerecht bestraft wurden.

»Ich bins gewesen, Herr Mondmann!« sagte sie keck.

»Es ist gut, daß du es wenigstens selbst sagst!« meinte der Mondmann. »Aber wer bist du denn eigentlich?« fuhr er fort, als er sah, daß sie gar keine Flügel hatte.

»Ich bin ein kleines Mädchen und heiße Liese,« antwortete sie, »und es geschah dem Herrn Kometen ganz recht; am Sonntage braucht er keine Rechenstunde zu geben.«

»So?« sagte der Mondmann. »Was du nicht sagst! – Zur Strafe dafür, daß du den guten Kometen so geärgert hast, sollst du bei mir auf dem Monde jetzt zehn Jahre lang die Mondkälber hüten; da wirst du dich schon bessern. Ich kann dich sehr gut dazu gebrauchen, da du keine Flügel hast und mir nicht weg fliegen kannst.«

Dann befahl er dem Nordwinde, die fünf Engelchen wieder in den Sack zu tun und auf die Milchstraße zurückzutragen, die Liese aber solle er erst auf die Bergwiese zu den Mondkälbern herausbringen.

Der Nordwind tat, wie ihm geheißen, steckte die Englein in den Sack und setzte Liese auf seine Schultern. Dann ging er den Berg hinunter und wieder einen anderen Berg hinauf. Oben angekommen, setzte er die Liese behutsam auf seine flache Hand, streckte den Arm aus, blies die Backen auf und pustete. Liese schrie auf; sie glaubte, sie würde herunterfallen; aber der Wind trug sie ganz gemächlich daher und setzte sie endlich sanft auf einer Wiese ab.

Illustration: Paul Haase

Sie hatte sich kaum von ihrem Schrecken erholt und war schon aufgestanden, als sie ein rauhes Blöken dicht neben sich hörte. Wahrhaftig, da standen etwa zwanzig scheußliche Geschöpfe um sie herum; das waren die Mondkälber. Sie hatten sehr lange, hohe Beine und einen Leib wie ein großes Kalb, dabei aber Schwänze wie Korkenzieher und kugelrunde Vollmondgesichter mit großen Mäulern, in denen alle Zähne kunterbunt durcheinanderstanden. Zudem sahen sie ganz unglaublich dumm aus.

Diese gräßliche Herde mußte sie hüten. Sie hatte schreckliche Mühe damit, denn immer war eins fortgelaufen, und sie mußte es wieder suchen, oder ein anderes hatte sich am Beine weh getan und blöckte so entsetzlich, daß man meinte, es wäre am Sterben. Dabei waren die Geschöpfe sehr undankbar; sie traten die arme Liese, wo sie konnten, und schnappten nach ihr mit den häßlichen Mäulern.

Liese fühlte sich sehr unglücklich, und wie gerne wäre sie fortgelaufen, wenn sie nur gewußt hätte wie und wohin? Aber sie hatte ja leider keine Flügel und konnte nicht weg von dem runden Monde. – Da sah sie einmal, wie eine große Wolke sich auf dem Berge niederließ, auf dem sie ihre Mondkälber hütete. Sie kletterte rasch den Berg hinauf und sprang auf die Wolke. Die Wolke trug sie; sie lag so weich darauf wie auf Mutters Bett. Bald fühlte sie einen leisen Luftzug; die Wolke hob sich und segelte mit ihr davon. Sie hüllte sich ganz dicht hinein, damit der böse Mondmann sie nicht sehen könne.

So war sie schon eine tüchtige Strecke mit der Wolke durch die Luft gefahren, so weit weg, daß sie den Mond nicht mehr sehen konnte. Da merkte sie plötzlich, daß an ihrer Wolke gezogen wurde, erst an der einen, nun an der anderen Seite.

Dann hörte sie eine rauhe, brummige Stimme:

»Mir gehört die Wolke, weil ich sie zuerst angefaßt habe.«

Liese schaute hin und sah einen weißen Bären, der aus Leibeskräften an ihrer Wolke zerrte.

»Nein, mir gehört die Wolke, weil ich stärker bin als du!« brummte da von der anderen Seite eine noch viel rauhere Stimme.

Liese sah dorthin und bemerkte einen noch viel größeren und grimmigeren weißen Bären, der an der anderen Seite an der Wolke zerrte.

»Da liegt etwas auf der Wolke,« rief der große Bär, »wir wollen es in die Höhe schnellen!«

Der kleine Bär und der große Bär rissen beide zu gleicher Zeit an der Wolke, und Liese flog hoch in die Luft, um dann wieder auf die Wolke niederzufallen. Dies Spiel schien den beiden Bären zu gefallen; sie lachten und brummten und zogen immer wieder an der Wolke. Liese flog wie ein Ball in die Luft hinauf und fiel wieder hinunter.

Zuletzt aber rissen die Bären so stark an der Wolke, daß diese durchbarst und die Liese, die gerade wieder in die Luft geworfen war, mitten hindurch fiel. Dicker Regen fiel aus der Wolke hinab, und die Liese wurde patschnaß und fiel – und fiel – und fiel – immer tiefer und tiefer.

Endlich kam sie unten an; sie schlug die Augen auf und lag in den Armen ihrer Mutter.

»Brr!« sagte die Mutter und machte ihren Schirm auf, »es fängt tüchtig an zu regnen, wir müssen machen, daß wir nach Hause kommen.«

 << Kapitel 2  Kapitel 4 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.