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Die verkaufte Großmutter

Hanns Heinz Ewers: Die verkaufte Großmutter - Kapitel 17
Quellenangabe
typefairy
authorHanns Heinz Ewers
titleDie verkaufte Großmutter
publisherGeorg Müller
printrun6. bis 10. Tausend
illustratorPaul Haase
year1923
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140417
projectid1f83c22c
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Anmerkungen

Ich bitte alle gewöhnlichen Knaben und Mädchen und Mütter und Väter diese Anmerkung nicht zu lesen!

Sie ist nur geschrieben für solche Väter, die außer dieser Eigenschaft noch Kgl. Preußische Hoheiten oder Kgl. Preußische Oberhofzeremonienmeister oder Kgl. Preußische Hoflieferanten sind. Weil der eine oder andere von diesen gestrengen Herrn Vätern mir vielleicht vorwerfen dürfte, daß das »Große Preußische Wappen« nicht ganz richtig in Wort und Bild von mir wiedergegeben sei, so will ich gleich folgende schöne Rede an ihn reden:

»Kgl. Hoheit!
oder: Ew. Exzellenz!
oder: Hochgeehrter Herr Hoflieferant!« (je nachdem!)

»Das große Preußische Wappen stammt in seiner jetzigen ziemlich willkürlichen Gestalt von Sr. Exz. dem Herrn Grafen von Stillfried-Alcantara. Menzel verdanke ich die Bekanntschaft seines Kopfes, und ich weiß, was ich von ihm zu halten habe. Wenn nun diesem Herrn Oberhofzeremonienmeister gestattet war, seiner preußischen Krone böse Fehler ins Wappen hineinzumalen – – er nahm z. B. dem Frankfurter Adler ohne jeden Grund seine Krone weg, er beließ andererseits die Regalien (das Blutfeld) in dem Wappen, obwohl dessen Inhaber als deutscher Kaiser den Blutbann, als ein Zeichen der Lehnsabhängigkeit, gar nicht mehr führen durfte – – so darf es einem deutschen Dichter gewiß nicht unverwehrt sein, seinerseits einige Verbesserungen für das Wappen seines Landes gehorsamst vorzuschlagen und – in einem Märchen wenigstens! – auch anzubringen. So habe ich in das rotweiß-quergeteilte Feld Magdeburgs das Helmkleinod dieser Stadt, das wundervolle Symbol des Pelikans, der mit seinem Herzblut die Jungen nährt, hineingesetzt. Aus dem pommerschen Greif habe ich einen Fischgreif gemacht, aus folgenden Gründen: einmal kommt der – slawische – Greif schon zweimal (bei Wenden und Kassuben) im Wappen vor, dann aber ist in dem größeren pommerschen Wappen in der Tat der Fischgreif – für Usedom – enthalten; dieser ist m. E. viel charakteristischer für Pommern, als der gewöhnliche Greif. – Wenn ich endlich dem weißen Adler von Frankfurt seine Krone wiedergab, so verbesserte ich nur einen Fehler des Grafen Stillfried. – Der Bär von Esens beherrscht das dritte Feld in dem größeren ostfriesischen Wappen, das früher ganz in Preußens Wappen geführt wurde, während jetzt nur das Adlerfräulein von Circsena hier Ostfriesland vertritt.

Indem ich Ew. Kgl. Hoheit (oder: Ew. Exzellenz, oder: Sie, sehr geehrter Herr Hoflieferant) in aller Bescheidenheit bitte, dazu beitragen zu wollen, daß nach diesen guten Gedanken endlich das schöne preußische Wappen geändert werde,

verbleibe ich

Ew. Kgl. Hoheit untertänigster
Ew. Exzellenz gehorsamster
Herrn Hoflieferantens ergebenster
Diener

Insel Capri,
Hanns Heinz Ewers,

2. August 1904.
Märchenerzähler.

 

Diese Märchen, von denen einige im Jahre 1904 in Einzelausgaben erschienen, wurden im Jahre 1922 im Auftrag von Georg Müller in München bei C. Brügel & Sohn A.G. in Ansbach gedruckt

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