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Die Turnachkinder im Sommer

Ida Bindschedler: Die Turnachkinder im Sommer - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorIda Bindschedler
titleDie Turnachkinder im Sommer
sendernoname@abc.de
created20020811
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Pfahlbauergeschichten

Die Familie Turnach war nun schon drei Wochen in der Seeweid, und wie Mama vorausgesagt hatte: neben dem Schönen und Lustigen war hin und wieder auch etwas Unangenehmes und Langweiliges gekommen. Einmal hatte Marianne zwei Nächte hindurch Zahnweh gehabt; Hans hatte wegen Husten und Halsweh ein paar Tage im Zimmer bleiben müssen. Lotti war gesund gewesen; aber ihr waren die Strickstunden, zu denen sie sich etwa an Regentagen mit Marianne hinsetzen musste, immer eine grosse Betrübnis. Auch war es schrecklich, wenn man Aufgaben hatte und draussen die Sonne durch die Bäume schien und die Wellen plätscherten. Marianne und Lotti bekamen noch nicht viel auf; aber Hans, der schon zehn Jahre alt war, hatte allerlei zu schreiben und zu lernen. Manchmal wollte so ein Gedicht gar nicht in den Kopf hinein. Immer musste Hans wieder von vorn anfangen:

»Es ritt ein Herr, das war sein Recht;
Zu Fusse hiess er gehn den Knecht –
– – – – – – – – – den Knecht ...«

Vom Garten her hörte man Marianne und Lotti lachen; sie liefen über die niedrige Mauer und machten in der Ecke, wo der Efeu eine ganze Laube bildete, eine Puppenwohnung.

»Marianne, du hast deine Rechnung auch noch nicht gemacht!« rief Hans hinüber.

»Ich muss sie erst auf übermorgen machen!« sagte Marianne und wiegte sich behaglich in ihrem Efeubusch.

Hans seufzte und begann noch einmal, indem er sich beide Ohren zuhielt:

»Es ritt ein Herr, das war sein Recht;
Zu Fusse hiess er gehn den Knecht.
Er reitet über Stock und Stein,
Dass kaum der Knecht kam hintendrein ...«

Es kostete wirklich eine Anstrengung, tapfer bei dem langweiligen Gedicht zu bleiben, wo draussen alles so sonnig und lustig war ...

Aber heute, als Hans erwachte, gab es keine Plage und keine Aufgabe. Es war Sonntag, früher, schöner Sonntagmorgen. Hans stand schnell auf und machte sich fertig. Doch als er herunterkam, war er gar nicht der erste: Papa war schon am See und löste eben das kleine Ruderschiff los, das frisch weiss, blau und rot angestrichen am Landungssteg lag. Marianne und Lotti in ihren hellen Sonntagskleidern sassen auf der Schiffbank. Es war immer ein Hauptvergnügen, wenn Papa, der so selten Zeit hatte, die Kinder einmal ruderte.

Hans sprang hinter Papa ins Schiff und ergriff die Sitzruder, um sie einzuhängen.

»Ich kann eigentlich auch stehrudern«, sagte er.

»Nein, nein, Papa, lieber du! bei dir geht's so ruhig und schnell!« riefen die Mädchen. »Hans, der tut mit jedem Ruderschlag so einen Ruck –«

»Aber ich kann's doch wenigstens«, gab Hans zurück, »während Lotti noch nicht einmal sitzrudern kann. Bei der geht's immer im Kreis herum – so –«! Er tat mit dem Ruder ein paar ungeschickte Schläge.

»Das wäre nun hübsch, wenn ihr an dem prächtigen Sonntagmorgen mit einander streiten wolltet!« sagte Papa. »Wenn Lotti noch nicht gut rudert, so kann sie dafür singen. Fangt einmal an, ein schönes Lied!«

Lotti sah auf Marianne. »Wollen wir das traurige, weisst du, das und Ulrich gelehrt hat:«

»Zu Strassburg auf der Schanz
Da ging mein Trauern an ...«

»Nein, wart'«, sagte Marianne. »Zuerst: Lobt froh – das passt für den Sonntagmorgen.«

»Lobt froh den Herrn
Ihr jugendlichen Chöre ...«

begannen Lotti und Marianne mit hellen Stimmen. Hans und Papa sangen mit. Dann kam ein zweites und drittes Lied, schliesslich auch Lottis Lieblingslied.

Papa fuhr langsam hinaus auf den blauen, schimmernden See, dann gegen die Thomassäule und dem Ufer entlang; als er zurückkehrte, sah man Mama im Garten winken.

»Ei, was ist denn das für ein Sängerfest da draussen?« rief sie. »Der ganze Verein ist jetzt freundlich zum Frühstück eingeladen!«

Aber – »du liebe Güte!« würde Balbine gesagt haben, wie sah der Frühstückstisch aus –! Im Brotkorbe lagen, weil es Sonntag war, etwa ein Dutzend Butterhörnchen, und jedes – nein, es war zu arg! – jedes verunstaltet, verstümmelt; alle vierundzwanzig Spitzen waren abgebrochen und verschwunden! Die Familie war sprachlos. Wer konnte das getan haben! Man sah ringsum, dann unter den Tisch; man sah sich gegenseitig an. Endlich rief eines: »Wo ist denn Werner?«

Ja, wo war Werner? Mama hatte ihn bei Balbine geglaubt; aber Balbine, die nun auch herein kam und die Hände zusammenschlug ob dem Anblick, wusste nichts.

Nun lief alles hinaus: »Werner! Werner –« Und Mama wollte schon ängstlich werden, als um die Hausecke der kleine Mann erschien, aber ebenfalls in schlechtem Zustande. Seine Hände und seine weisse Schürze waren ganz schmutzig und schwarz von feuchter Erde. Er war etwas verlegen, als er die ganze Schar auf sich zukommen sah und hielt die kleine Faust über die Augen.

»Werner, mein Bub, komm einmal her!«

Mama zog ihn ins Zimmer.

»Was sind denn das für hässliche, schwarze Hände?«

»Ich – ich hab' müssen graben!« stotterte Werner, ohne Mama anzusehen.

»O Mama! dann weiss Werner nichts von den Hörnchen, dann ist er unschuldig!« rief Marianne, die den kleinen Bruder zärtlich liebte und ihn bei jeder Gelegenheit verteidigte.

Aber Werner sah gar nicht sehr unschuldig aus. Er versuchte, sich aus Mamas Händen loszumachen, und als die auf den Tisch nach dem Brotkorbe zeigte, drückte er die Augen zu.

»Nein, Werner, jetzt sag' lieber rasch und ehrlich heraus: Hast du alle unsere schönen Butterhörnchen zerbrochen?«

Nun sah der Kleine Mama an, und seine Augen füllten sich mit Tränen; aber er brachte kein Wort heraus.

»Stellt euch nicht so vor ihn hin«, sagte Mama zu Hans und Lotti, »gerade als ob es euch Spass machen würde, euer Brüderlein in Verlegenheit zu sehen. Komm, mein Bub, sag' es der Mama leise –«

Da drückte Werner sein Mäulchen an Mamas Ohr und flüsterte etwas hinein.

»O, o! Was für einen unartigen Buben haben wir doch, den man gar nicht allein im Zimmer lassen kann! Und wo sind denn die vielen, vielen Zipfel hingekommen? Hast du sie gar alle aufgegessen –?«

»Nein, nicht aufgegessen!«

»Aber was in aller Welt hast du mit ihnen angefangen?«

Werner hob den Kopf, als ob ihm der Mut wieder käme.

»Ich – ich hab' Pf – Pfahlbauten daraus gemacht.« Er sah stolz im Kreis herum, weil er das schwere Wort hatte sagen können.

»Pfahlbauten –? was sagt er da –?« fragte Papa sehr belustigt. »Das wird ja immer werkwürdiger. Komm her, du kleiner Prähistoriker, und erzähle uns, wie man Pfahlbauten macht aus den Zipfeln von Butterhörnchen!«

»Ich hab' es so gemacht wie – Hans und Marianne und Lotti.«

»Aha«, sagte Papa. »Also steckt ihr Grossen hinter der Geschichte. Wartet nur, ihr kommt nachher an die Reihe! Nun, mein Wernermann, willst du uns wenigstens mitteilen, wo du deine interessanten Pfahlbauten angelegt hast?«

Werner schüttelte den Kopf; er wurde nun wieder fast übermütig. Erst nach vielem Drängen gab er nach und lief den andern voraus in den Garten zu einer abgelegenen Ecke, wo ein paar dichte Fliederbüsche standen. Die kleine Schaufel, die Werner geschenkt bekommen hatte, lag da auf der Erde.

Hans fing an zu graben; die »Pfahlbauten« steckten nicht tief. Aber wie sah das schöne Brot aus! von der feuchten Erde ganz schwarz und ungeniessbar. Die Kinder wollten den Kleinen necken. Was das für ein Einfall war von dem Wernerlein!

Aber Mama fand, dass er doch ein wenig Strafe verdiene: »Du siehst nun, denke ich, doch ein, dass du etwas sehr Dummes gemacht hast und etwas Unrechtes dazu. Darfst du denn eigentlich vom Tisch wegnehmen, was die nicht gehört, und es verderben? – Nun geh nur zu Sophie, dass sie dir das Werktagskleidchen anzieht; in diesem Schmutz wollen wir dich nicht sehen. Und lass dir ein Stück Brot in der Küche geben. Was du von den Butterhörnchen übrig gelassen, das reicht kaum für uns; du bekommst natürlich nichts davon.«

Werner zog ein Mäulchen und weinte ein wenig; dann lief er zu Sophie.

»Nun möcht' ich aber doch wissen, Kinder«, begann Papa, »wie Werner auf die Pfahlbauten gekommen ist und was für wunderliches Zeug ihr ihm vorgemacht habt!«

Die Kinder sahen einander an und lachten.

»Ach, Papa, das war ganz anders. Das war etwas sehr Ernsthaftes, was wir taten, und Werner hat zugeschaut; Aber er hat es natürlich gar nicht verstanden!«

»Also heraus denn mit dieser sehr ernsthaften Sache! Ihr macht mich wirklich neugierig!«

Ja, das war eine lange Geschichte, und wenn man ganz von vorn anfangen wollte, waren es eigentlich zwei.

An einem Samstag nachmittag, zwei Wochen vor dem Ereignis mit den Butterhörnchen, kam Hans aus dem Hause mit einem grossen, weiten Einmachglas, das Mama ihm geschenkt hatte.

Marianne und Lotti richteten eben am See die Puppenbadeanstalt wieder her, die sie tags zuvor aus kleinen Pflöcken und Schindeln gebaut hatten, die aber von den Dampfschiffwellen zerstört worden war. Die Porzellanpüppchen warteten im Sand.

»Kommt!« sagte Hans. »Wir gehen ins Klaregg hinaus und sehen, ob wir dort etwas finden für unser Aquarium.«

»Ins Klaregg –! Gleich, Hans!« rief Lotti, packte schnell mit Marianne die Badepüppchen zusammen und holte die Hüte.

Die drei Kinder gingen zwischen den Weissdornhecken und Feldern hinaus zum Klaregg. Hans trug das Glas, Marianne eine Botanisierbüchse und Lotti ein altes Schmetterlingsnetz, mit dem man auch fischen konnte. Das Klaregg lag wie die Seeweid am Wasser. Es bildete eine kleine Halbinsel, die in den See hinausragte und von einem Bach durchflossen war. Ringsum standen Weiden und Erlenbüsche; dazwischen gab es kleine Wassertümpel und Teichlein, in denen allerlei lustiges Getier sein Wesen trieb: kleine Frösche und grosse stattliche mit grünem, gestreiftem Rücken und weissen Bauch. Die konnten schwimmen und tauchen, als ob sie es beim Schwimmlehrer gelernt hätten. Und ihre Kleinen, wie sahen die lächerlich aus! Dicke dunkle Köpfe und ein kleiner Schwanz dran; das war alles. Lotti konnte immer gar nicht glauben, dass aus diesen komischen schwarzen Fischlein Frösche würden mit richtigen vier Beinen. In einem anderen Wasserloche tauchten tief aus dem Grunde schwarze Molche auf in schlängelnder Bewegung. Auf der Unterseite waren die goldgelb. Auch seltsame Käfer oder Spinnen fuhren da auf dem Wasser herum wie Schlittschuhläufer. Und auf dem trockenen steinigen Land, wo weisser Klee und blaue Salbei wucherten und wo es so gut nach Thymian roch, huschten prächtige Eidechsen hin und her, bräunliche und smaragdgrüne. Wenn man eine in die Hand nahm, konnte man sehen, was für eine schöne Zeichnung die kleinen Schuppen bildeten und welche hübsche, goldglänzende Äuglein das kleine Tier hatte, das seine lange zweispitzige Zunge zeigte und blitzschnell wieder einzog.

Die Turnachkinder hatten eine grosse Liebe zu allen Tieren. Aber leider war Mama mit dieser Liebe nicht immer einverstanden.

»Wenn ihr die Tiere fangt und herumschleppt«, sagte sie, »tut ihr ihnen gar nichts Gutes. Am liebsten haben sie es, wenn ihr sie in Ruhe lasst.«

»O, Mama, wir tun ihnen nicht weh. Die Eidechsen tragen wir bloss in den Garten. Da können sie ja so gut leben wie im Klaregg. Das ist dann so hübsch, wenn wir sie immer wieder auf den Gartenwegen sehen! Und den Fröschen und Molchen tun wir Sumpfwasser in das Einmachglas und Schlammpflanzen und als Insel einen Stein; da können sie hinaufsitzen, wenn sie gern wollen im Trockenen sein. Bitte, Mama!«

Da erlaubte denn Mama, dass die Kinder hie und da eines der Tiere heimbrachten. Aber die Frösche und Molche mussten sie nach einem oder zwei Tagen immer wieder ins Klaregg zurücktragen und in Freiheit setzen. Lotti nahm dann jedesmal wortreichen Abschied von dem Amphibium, das sich schleunigst entfernte und nicht die geringste Anhänglichkeit zeigte trotz der liebevollen Behandlung.

Nur einmal sprang ein grosser Frosch freiwillig zurück in das Glas, das von den Kindern Aquarium genannt wurde. Unter Jubel trugen sie ihn wieder nach Hause.

»Das ist ja ganz ähnlich wie in der schönen Geschichte von dem getreuen Sklaven, die ich einmal als Kind gelesen habe«, sagte Balbine. »Er hat, glaub' ich, Alexius geheissen.«

Alexius – nun hatte der anhängliche Frosch einen Namen. Nachdem er auf Mamas Anordnung zum zweitenmal ins Klaregg getragen worden war, behielten ihn die Kinder im Auge. Er gewohnte den Ganzen Sommer denselben Wassertümpel. Manchmal sass er unbeweglich auf einem Stein. Die Kinder behaupteten, er sehe sie freundlich an und wolle gewiss gern wieder ein wenig in die Seeweid kommen; er lasse sich auch ganz leicht fangen. So geschah es, dass er noch ein paarmal in der Turnachfamilie zu Gast war. Jeder im Hause kannte den dicken Alexius.

An dem Samstag jedoch, da die Kinder mit Glas und Netz und Botanisierbüchse ausgezogen waren, schien es nichts zu geben fürs Aquarium. Sie kauerten alle drei über einem kleinen Tümpel und sahen in das trübe Wasser, aber umsonst.

»Marianne«, sagte Hans, »du musst mit dem Stock im Wasser hin und her fahren; dann schwimmen die Molche vielleicht bei mir herauf.«

Marianne bewegte ihren Stock; kein Molch wurde sichtbar.

»Ich möchte wissen«, sagte sie, »was eigentlich da unten ist. Es muss etwas Flaches, Grosses sein; ich kann es mit dem Stocke vorwärts stossen.«

Hans kam hinzu. Das musste man herausbringen. Er legte sich auf den Boden und griff, nachdem er den Ärmel aufgestülpt, hinein; aber er kam nicht auf den Grund und fiel beinahe ins Wasser. Nun suchte er sich auch einen Stecken und einen für Lotti, und mit vereinten Kräften machten sie sich daran, das geheimnisvolle Ding zu heben. Einmal brachten sie es fast heraus; es war rund und schwarz, sank aber wieder zurück in den schlammigen Grund. Alle drei Kinder schrien laut auf. Hans sagte, Lotti sei schuld, und Lotti klagte Marianne an. Das zweitemal brach Hansens Stock, und es war wieder nichts. Das drittemal brachten sie das Ding vollständig ans Tageslicht. Es war schwer wie von Stein und etwa so gross wie ein Essteller. Hans trug es zum See, um die schwarze, schlammige Kruste abzuwaschen. Er rieb und rieb.

»Es kommt ein Kranz heraus ringsum«, sagte er, »und jetzt – ein Mann in der Mitte und eine Frau und unten – wartet – seltsame Buchstaben –«

»Zeig', zeig'!« baten Marianne und Lotti. Hans wies ihnen das eingegrabene Bild; aber er gab die Scheibe nicht aus den Händen, sondern sah sie immer mit ernsthaftem Gesicht an und drehte sie nach allen Seiten.

»Marianne, Lotti – ich glaube, wir haben etwas sehr, sehr Wichtiges gefunden, etwas ganz Uraltes – wahrscheinlich aus der Pfahlbauerzeit –«

Die Schwestern hörten erstaunt zu.

»Das war ein altes Volk, das in den Seen auf Pfählen lebte –«

»O«, sagte Lotti, »auf Pfählen? das war nicht angenehm!«

»Ach, Lotti, du bist noch schrecklich dumm! Es ist gut, wenn du jetzt dann auch einmal rechte Bücher liesest, damit du etwas lernst. Das vom Onkel Doktor, wo alles von den Pfahlbauern drin steht, ist prachtvoll. Also, Lotti, sie sassen natürlich nicht jeder auf einem Pfahl, sondern legten Bretter über die Pfähle und bauten ganze Häuser darauf. Und sie gingen auf die Jagd und brachten Bären und Auerochsen heim, und die Kinder band man an Stricke.«

»Warum?« fragte Lotti und hatte Mitleid mit den kleinen Pfahlbauerkindern.

»Natürlich damit sie nicht ins Wasser fielen. Und sie assen gedörrtes Obst und trugen grosse Ringe an den Ohren. Und sie glaubten nicht an Gott. Man weiss nicht recht, was für eine Religion sie hatten; vielleicht beteten sie Götzen an. Wisst ihr, was ich glaube –?«

Marianne und Lotti waren sehr gespannt.

»Ich glaube, die Platte da ist ein altes Götzenbild von den Pfahlbauern! Was könnte es anders sein –?«

»O!« riefen die Mädchen.

»Aber, du, Hans«, fragte dann Marianne, »wie ist denn das Götzenbild daher gekommen?«

»Ja, die Pfahlbauer sind später besiegt worden von andern Völkern oder sonst gestorben, ich weiss nicht recht, und ihre Sachen sind ins Wasser gefallen und in den Schlamm. Und jetzt gräbt man sie wieder aus und heisst sie Altertümer.«

Alle drei betrachteten noch einmal die Platte, und die beiden Mädchen fanden auch, dass das gewiss ein Götzenbild sei. Das war ja ein wundervoller Fund, viel schöner als alle Frösche und Eidechsen im Klaregg.

»Hans, was tun wir doch damit?« bestürmten Marianne und Lotti den Bruder, während er das Götzenbild in sein Taschentuch einwickelte.

»Ja, wenn wir es verkaufen würben, bekämen wir jedenfalls viel Geld dafür. Aber es ist viel feiner, wenn wir es schenken.«

Hans sah die Schwestern grossartig an.

»Ich hoffe, ihr versteht das. Wir schenken das Götzenbild der Stadt, und dann kommt es ins Museum, in einen grossen Saal, wo es eine Menge Pfahlbautenüberreste gibt. Wir waren ja mit Papa einmal dort, Marianne. Dann kommt die Platte in einen Glasschrank, und auf einem Zettel steht dabei: Geschenk von Hans, Marianne und Lotti Turnach.«

In einem Glasschrank im Museum und die Namen dabei –!

Die Mädchen wurden nun auch ganz aufgeregt.

»Und wenn wir im Winter an einem Sonntag ins Museum dürfen, dann gehen wir immer zuerst zu unserm Götzenbild und lesen, was auf dem Zettel steht!« rief Lotti und folgte mit Marianne dem Bruder, der, die Platte sorgfältig im Arm haltend, den Heimweg antrat.

Mama sass mit Grossmama, die für den Nachmittag gekommen war, vor dem Hause, und die alte Frau Völklein stand auch ein wenig dabei mit dem Strickzeug. Werner baute nebenan eine Mauer aus Sand und Steinen.

»Guten Tag, Grossmama, guten Tag, Frau Völklein! Mama, Mama! wir haben etwas furchtbar Seltenes gefunden, etwas sehr Wertvolles; Mama – da ist es im Taschentuch, damit es nicht zerbricht! Von den Pfahlbauern, Mama! es ist ein Götzenbild, und es kommt in einen Glaskasten; wir schenken es der Stadt ...« so stürmten alle drei Kinder auf Mama los.

Grossmama hielt sich die Ohren zu; Frau Völklein lachte: »Nein, die Kinder, Frau Turnach, die Kinder –!«

»Nun ordentlich der Reihe nach, dass man euch versteht!« mahnte Mama, und während die Kinder noch einmal von vorn anfingen, nahm Grossmama behutsam das Götzenbild aus Hansens Taschentuch.

»Die Pfahlbauer beteten es an«, erklärte Lotti eifrig. »Und sie wohnten im Wasser und assen gedörrte Zwetschgen ...«

»Das waren merkwürdige Leute!« sagte Grossmama. Frau Völklein aber nahm das Bild ebenfalls in Augenschein.

»Ach«, rief sie, »wie nett! wie mich das anheimelt! Nein, Kinder, wo habt ihr das her? Das ist eine Kuchenform – wissen Sie, Frau Turnach, für die flachen Honigkuchen, die zu unserer Kinderzeit auf Neujahr gebacken wurden. Der Vetter unserer Mutter war Zuckerbäcker und zeigte uns manchmal seine Formen –«

Sie drehte die Platte vergnügt um und um.

»Da – da unten haben wir auch eine Jahreszahl ... achtzehnhundert – neun! Das ist alt, Kinder; das müsst ihr aufheben!«

Hans nahm der Frau Völklein die Platte wieder ab. Alt –! Wenn man gedacht hatte, das Ding sei viele tausend Jahre alt, und nun zählte es nicht einmal hundert! Und wenn man der festen Überzeugung gewesen war, es sei ein Götzenbild eines fremden Volkes der Urzeit, und man musste hören, dass es eine Kuchenform war, wie der Vetter von Frau Völkleins Mutter ganz viele gehabt hatte –!

Hans war schrecklich enttäuscht, und als Frau Völklein fortfuhr, der Grossmama von dem vortrefflichen und Kunstvollen Backwerk dieses Vetters zu erzählen, schlich er mit seinem Götzenbild um die Ecke. Lotti und Marianne folgten ihm mit langen Gesichtern zum See hinunter. Eine Weile sagte keines ein Wort.

»Jetzt wird es nichts mit dem Glasschrank und den Zetteln; gelt Hans?« fing Lotti endlich an.

»Natürlich nicht«, sagte Hans zornig. »Es ist alles aus!« Er legte die Platte auf die Mauer.

Marianne gab ihr einen Stoss. »Was tun wir nun damit? Kannst du sie noch ansehen? Ich nicht!«

»Nein, ich hasse sie!« erwiderte Hans, und Lotti fand nun, dass der Mann auf dem Bilde sehr unschön sei und dass die Frau ja gar keinen Kopf habe.

Plötzlich nahm Hans das Götzenbild und schlug es mit aller Macht an die Mauer; es zerbrach mit einem Krach in zwei Stücke. Lotti und Marianne erschraken einen Augenblick; aber dann fanden sie, dass dies das Richtige sei. Sie hoben die Stücke auf und warfen sie hin und noch einmal und noch einmal. Schliesslich standen sie vor einem Haufen Scherben.

»So«, sagte Hans etwas erleichtert, »nun müssen wir das versenken in den See.«

»Ich habe eine Pappschachtel; da tun wir's hinein!« schlug Marianne vor und lief zum Hause.

»Aber nicht die mit den roten Blumen!« rief Hans, »die passt nicht.«

Marianne kam zurück mit einer grauen Schachtel, und Lotti brachte eine schwarze Wollschnur zum Festbinden.

»Nicht wahr, schwarz muss sie sein, weil das eine traurige Geschichte ist?« sagte sie.

Nun stiegen die Kinder ins Schiff, und Hans ruderte hinaus bis da, wo es tief war. Dann nahm Marianne die Schachtel und warf sie ins Wasser. Sie sank langsam, und die Kinder sahen ihr ernsthaft nach, bis sie in der grünblauen Tiefe verschwand.

Am folgenden Abend kam Onkel Alfred in die Seeweid hinaus. Onkel Alfred war der Bruder von Mama, aber viel jünger als sie. Er studierte noch.

»Na, ihr Spatzen –« der Onkel nannte die Turnachkinder immer Spatzen, – »ihr habt ja scheint's einen merkwürdigen Fund getan! Wollt ihr die Form verkaufen? Der Herr Bannot sammelt doch alte Sachen. Da, seht einmal her, was er euch geben will dafür!«

Onkel Alfred zog aus seinem Geldbeutel ein Frankenstück und hielt es den Kindern hin. Er war sehr erstaunt, dass keines danach griff.

»Nun, Lotti, den dritten Teil davon bekommst du. Rechne das einmal aus!«

Da zog Lotti die Augenbrauen herauf, zwinkerte mit den Augen und fing an zu weinen. Sie konnte nicht helfen. Gerade hinausweinen musste sie. Marianne biss die Zähne auf die Lippen, und Hans rieb mit seinem Daumen die linke Hand. Eigentlich hatten sie ja das Götzenbild grossmütig der Stadt umsonst geben wollen. Aber da das nun doch nichts gewesen und der Franken jetzt so vor ihnen lag, reute sie schrecklich, was sie gestern getan.

Onkel Alfred sah vom einen zum andern.

»Ja, wenn ihr nicht wollt! Zu weinen brauchst du deswegen nicht, Lotti. Aber vielleicht darf ich das Stück wenigstens sehen?«

Lottis Tränen flossen stärker. Sie dachte an einen kleinen Wassereimer mit rotem Rand, den sie und Marianne schon lange gern gekauft hätten. Marianne dachte auch daran, und dem Hans fiel das Taschenmesser ein in dem kleinen Laden unten an der Schimmelgasse; zwanzig Rappen hatte er schon dazu in seiner Sparbüchse.

»Onkel«, begann endlich Marianne. »Wir – wir haben es nicht mehr. Wir haben gemeint, es sei ein Götzenbild von den Pfahlbauern, weisst du, und da hat Frau Völklein gesagt, es sei bloss eine Kuchenform. Und da sind wir bös geworden und haben es – haben es zerschlagen und –«

»Und haben es in den See geworfen!« beendigte Hans; denn es sah gerade aus, als ob Marianne auch noch wollte zu weinen anfangen.

Onkel Alfred lachte, dass er zuerst gar nicht sprechen konnte.

»Das ist wundervoll!« rief er endlich und schlug sich aufs Knie. »Das heisse ich radikal! Wenn man so alles, was einen ärgert, zusammenhauen und in den See werfen könnte – patsch, fertig –! Ihr seid Prachtsspatzen! Hahaha –«

Die Lustigkeit wirkte ansteckend. Lotti rieb sich mit dem Taschentuch die Augen trocken.

»Onkel«, sagte sie, »willst du die Stelle sehen, wo das Götzenbild im Wasser liegt? Dann können wir vielleicht noch ein bisschen herumfahren.«

»Natürlich will ich!« antwortete Onkel Alfred. Er steckte das Silberstück wieder ein, nahm aber für jedes Kind einen Zehner aus seinem Beutel.

»Den ganzen Franken geb' ich euch nicht, Spatzen; sonst verliert ja diese amüsante Geschichte ihren Hauptpunkt. Aber da – das steckt ein. Man nennt das Schmerzensgeld.«

Dann ging er mit den Kindern zum Schiff. Es war sehr schwer, die Stelle zu bestimmen, wo die Schachtel mit den Trümmern des Götzenbildes versteckt war. Ein Kind zeigte dahin, eines dorthin, und Marianne meinte einmal sogar, sie könne die Schachtel tief unten durch das blaugrüne Wasser sehen; aber dann war es bloss ein grosser Stein. Onkel Alfred musste beständig mahnen, dass nicht etwa eins der Kinder kopfüber hineinfalle.

Hans aber konnte die Pfahlbauergeschichte nicht so leicht vergessen. Er ging die nächsten zwei Tage ganz nachdenklich umher. Als er am Dienstag abend mit Marianne von der Schule heimkam und sie zur Abwechslung einmal den Weg durch die kleine Baumschule nahmen, blieb er plötzlich stehen.

»Siehst du, Marianne, das wäre grade ein guter Platz –« Er zeigte auf eine Stelle, wo der Boden locker war; man hatte da kürzlich einen jungen Kastanienbaum ausgegraben.

Marianne merkte, dass Hans wieder etwas im Sinne hatte; aber vor lauter Nachdenken konnte er noch nicht erklären, was.

»Das Loch muss nämlich sehr tief sein«, fuhr er fort.

»Tun wir einen Vogel begraben?« fragte Marianne. Kürzlich hatten sie eine tote junge Schwalbe gefunden und beerdigt.

»Nein, etwas ganz anderes. Es gibt – du darfst es aber niemand sagen als dem Lotti – wir graben Altertümer ein – das heisst, es sind noch keine; aber wenn wir das Loch recht tief machen, dann findet man die Sachen sehr lange nicht, vielleicht erst in zwei- oder dreitausend Jahren –«

»Was für Sachen?«

»Ja, das ist eben jetzt die Frage. Es müssen Waffen, Werkzeuge, Kleidungsstücke, Geschirre und Schmucksachen sein, damit das Volk, das später einmal hier lebt, genau weiss, was für Dinge man bei uns gehabt hat.«

»Aber wenn sie dann die Sachen finden, sind wir schon lang gestorben«, warf Marianne ein, der das andere mit dem Glasschrank, wo man am Sonntag hingegangen wäre, besser gefallen hatte.

»Ja, Marianne, man muss auch etwas für die Nachwelt tun. Das hat der Herr Altschmid einmal in der Schule gesagt. Denke, wie schön für die Leute, wenn sie die Sachen einmal finden.«

Marianne lief nun mit Hans, um eine Hacke zu holen und Lotti zu rufen. Dann berieten die Kinder lange, was man zum Eingraben hätte. Marianne gab ein Zinntöpfchen her und zwei blau geränderte Puppenteller. Hans brachte eine kleine Zange und sein Taschenmesser, an dem aber die Klinge abgebrochen war.

»Du«, sagte Marianne, »mein Zinntöpfchen ist dann aber ganz! An dem zerbrochenen Messer hat das spätere Volk gewiss keine Freude.«

»Wenn ich aber doch keine anderes habe! Und überhaupt, die ausgegrabenen Altertümer im Museum sind auch oft beschädigt; das macht gar nichts.«

»So, dann kann ich den auch geben«, meinte Lotti und zeigte einen Ring, den sie kürzlich von einem Schulkind gegen vier Fruchtbonbons eingetauscht hatte und aus dem der Stein verloren war. Dazu legte sie noch ein aus Perlen gestricktes Geldbeutelchen; es war sehr hübsch rosa, grün und schwarz; aber das Schloss ging nicht mehr zu.

Lange fand sich keine Waffe; denn das meiste Spielzeug der Kinder war ja in der Stadt geblieben. Endlich fiel dem Hans etwas ein. Er lief zu Balbine, die am offenen Küchenfenster für sich nähte.

»Balbine, wenn ich dir die hübsche runde Holzschachtel gebe, die ich von Grossmama habe, gibst du mir dann meine alte Patrontasche wieder, in der du deine Knöpfe und Haften aufhebst?«

»Freilich«, sagte Balbine und leerte den Inhalt der kleinen Patrontasche auf ein Papier. »Da mach' ich ja einen guten Tausch. Bring' mir aber die Schachtel heut abend noch!«

Hans versprach es und rannte mit der Patrontasche hinaus zu den Schwestern.

»Natürlich ein Gewehr oder ein Degen wäre besser«, sagte er. »Aber die Patrontasche geht auch. Lotti, als Kleidungsstück könntest du noch den braunen Lederhandschuh in meiner Schublade holen; Papa hat ihn mir geschenkt, weil er den andern verloren hat.«

Nun begannen sie das Loch tiefer zu graben; es war mühsam; denn die Erde war von vielen feinen Wurzeln durchzogen.

Auf einmal hörte man Werners Stimme.- »Marianne! Lotti! Marianne –!«

»Seid ganz still!« befahl Hans. »Wir können ihn nicht brauchen. Es ist ein Geheimnis, was wir da tun. Wenn man es erfährt, gräbt man uns am Ende die Sachen wieder aus.«

»Lotti –! Marianne –!« rief der kleine Werner wieder.

»Nein, das kann ich nicht hören«, sagte Marianne. »Er will so gern mit uns spielen, und Mama sagt auch immer, wir sollen ihn bei uns haben.«

Sie ging und holte den kleinen Werner.

Werner kam eilig daher gelaufen, so dass das Glöcklein, das er zum Spass um den Hals gebunden hatte, hell klingelte.

»Werner«, rief ihm Lotti zu, »wir machen Pfahlbautenaltertümer.«

»Ach, Lotti«, entgegnete Hans, »du sagst es immer falsch. Wir sind doch keine Pfahlbauer!«

Dem Werner hingegen gefiel das Wort sehr gut.

»Ich will auch Pfahlbauten machen!« rief er und versuchte in das Loch hinunterzusteigen.

»Halt, mein Sohn!« wehrte Hans. »Das geht nicht. Du kannst dahin stehen und zusehen. Zuerst aber musst du uns versprechen, dass du gar niemand ein Wort sagst. Das hier ist ein Geheimnis. Aber du bist noch so schrecklich klein und dumm und kannst nicht schweigen.«

»Gar nicht schrecklich klein!« verteidigte sich Werner. »Papa hat mich gemessen. Ich bin – so viel grösser!« Werner streckte seine flache Hand, so hoch er konnte.

Die Kinder lachten.

»Schweigen kann er eigentlich schon«, sagte Marianne.

»Mama hat ihm meine Geburtstagspuppe gezeigt, und er hat nichts gesagt.«

»Weil man ihn gleich zu Bett legte und am andern Morgen der Geburtstag war!« erwiderte Hans.

Aber Marianne gab dem Kleinen einen Kuss: »Ja, ja, du bist ein lieber, kluger, grosser Bub!«

Nun sah Werner zu, wie die Arbeit weiterging. Hans holte bei der Scheune einige Dachziegel, die schon lange dort gelegen hatten, und formte eine Art Gruft, in die man die Sachen hineinlegte. Dann zog Hans eine Scherbe von einer Schiefertafel aus der Tasche und einen Nagel und ritzte die Jahreszahl und die Namen der Gegenstände ein.

»Es geht sehr schwer so«, sagte er. »Aber ein Blatt Papier würde vielleicht nicht halten.«

»Reden die Leute in 4000 Jahren auch deutsch?« fragte Lotti.

Hans besann sich: »Nein, sie reden jedenfalls eine neue, andere Sprache; aber es macht nichts. Sie haben dann Gelehrte, und die können alle alten Sprachen.«

»O, und nun auch noch unsere Namen darunter!« bat Marianne.

»Du, und schreib' noch: Freundlichen Gruss. Das ist dann nett, wenn das neue Volk das liest«, sagte Lotti.

Hans ritzte den freundlichen Gruss und die Namen ein.

»Hans, Marianne und Lotti Turnach«, buchstabierte er langsam während des Schreibens.

»Mich auch schreiben!« rief Werner, der mit grossem Vergnügen sah und hörte, was vorging.

»Dann musst du aber etwas dazu geben«, sagte Hans. »Gib dein Glöcklein!«

Aber Werner schüttelte sehr bestimmt den Kopf und hielt sein messingenes Glöcklein fest.

»Nicht? Ja, dann gehörst du also nicht dazu, und ich kann auch deinen Namen nicht daher schreiben.«

Nun wurden über die kleine Gruft noch zwei Ziegel gelegt. Ein Weilchen schauten die Kinder, ohne etwas zu sagen, hinunter und dachten an das Volk, das die Sachen ausgraben würde. Es war seltsam, daran zu denken. Endlich warfen sie Erde darauf, bis alles wieder aufgefüllt war. Marianne hob ein paar Unkrautbüschel mit der Erde aus, damit Hans sie über der Gruft einpflanze. So sah alles natürlich aus; niemand konnte ahnen, dass da drinnen etwas begraben liege.

Sehr befriedigt von ihrer Tat liefen die Kinder zum Hause zurück. Werner folgte langsam nach, und in seinem kleinen Kopfe dachte er sich aus, dass er einmal ganz allein »Pfahlbauten« machen wolle. Und so geschah es, dass er an jenem Sonntagmorgen die Zipfel der Butterhörnchen im Garten unter den Fliederbüschen vergrub. Warum es allerdings gerade das schöne Sonntagsgebäck sein musste, das hat kein Mensch jemals begriffen, der kleine Mann selbst wahrscheinlich am allerwenigsten.

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