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Gutenberg > Nathaniel Hawthorne >

Die Totenhochzeit

Nathaniel Hawthorne: Die Totenhochzeit - Kapitel 5
Quellenangabe
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typenarrative
authorNathanael Hawthorne
titleDie Totenhochzeit
publisherSüdbayerische Verlagsanstalt
printrun1.-6. Tausend
year1922
translatorFranz Blei
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20121207
projectid1fce402b
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Peter Goldthwaite's Schatz

»Also, Peter, Ihr wollt Euch die Sache nicht einmal überlegen?« sagte John Brown, seinen Überrock über die behagliche Fülle seines Körpers zuknöpfend und seine Handschuhe anziehend. »Ihr beharrt also bei Eurer Weigerung, mir dieses alte baufällige Haus mit dem dazu gehörigen Grund und Boden für die Summe zu überlassen?«

»Weder für diese noch für die dreifache Summe,« entgegnete der hagere, grauhaarige Peter Goldthwaite in seinem abgetragenen Rocke. »Es ist klar, Herr Brown, Ihr müßt für Euer steinernes Gebäude eine andere Lage aussuchen und Euch begnügen, meine Besitzung ihrem gegenwärtigen Eigentümer zu lassen. Im nächsten Sommer beabsichtige ich, ein prächtiges, neues Gebäude auf dem Fundament des alten Hauses zu errichten.«

»Peter,« rief Herr Brown, während er die Türe zur Küche öffnete, »begnügt Euch mit Schlössern in der Luft, wo Kalk und Steine umsonst, die Bauplätze billiger als auf Erden sind. Ein solches Fundament ist fest genug für Eure Gebäude, während der Grund unter uns gerade das Passende für die meinigen ist; nur so wäre uns beiden geholfen. Was sagt Ihr dazu?«

»Ganz dasselbe, was ich vorher gesagt habe, Herr Brown,« antwortete Peter Goldthwaite; »und was die Schlösser in der Luft betrifft, so mögen die meinigen zwar nicht so prächtig sein wie derartige Gebäude, aber vielleicht ebenso solide wie das sehr respektable Haus für Warenlager, Schneiderläden, Wechsel- und Schreibstuben, das ihr an seine Stelle zu setzen beabsichtigt.«

»Und die Kosten, Peter?« antwortete Brown, als er sich halb im Aerger zum gehen anschickte, »die werden wahrscheinlich durch eine Anweisung auf die Narrenbank bezogen!«

John Brown und Peter Goldthwaite waren vor zwanzig bis dreißig Jahren der kaufmännischen Welt unter der Firma Goldthwaite & Brown bekannt gewesen; allein dieses Compagniegeschäft hatte sich wegen der Unähnlichkeit zwischen den Charakteren der Teilhaber nach kurzer Zeit aufgelöst. Seit diesem Ereignis hatte John Brown mit ganz denselben Eigenschaften wie tausend andere John Browns und mittels derselben Plackereien wie jene sein Glück gemacht und war einer der reichsten John Browns auf Erden geworden. Peter Goldthwaite hingegen war, nach unzähligen Plänen und Spekulationen, die alles gemünzte und alles Papiergeld in seine Koffer hätten fließen lassen sollen, ein Mann in so bedürftigen Umständen, wie je einer war, der Flicken auf dem Ellenbogen trug. Der Unterschied zwischen ihm und seinem früheren Compagnon läßt sich kurz dahin fassen: daß Brown nie auf Glück rechnete, aber es immer hatte, während Peter das Glück zur Hauptbedingung seiner Pläne machte und es stets verfehlte. Solange seine Mittel ausreichten, waren seine Spekulationen glänzend gewesen, aber in späteren Jahren bis zu kleinen Geschäften, wie Versuchen in der Lotterie, gesunken. Einst hatte er eine Expedition nach dem Süden unternommen, um Gold zu suchen und zu sammeln und hatte es richtig dahin gebracht, seine Taschen dabei noch gründlicher zu leeren als je zuvor, während Andere ohne Zweifel die ihrigen füllten. In neuerer Zeit hatte er ein ihm angefallenes Legat von ein bis zweitausend Dollars zum Ankauf von mexikanischen Papieren verwendet und war dadurch der Eigentümer einer ganzen Provinz geworden, die jedoch, soviel Peter ermitteln konnte, da belegen war, wo er um denselben Preis ein ganzes Reich hätte bekommen können, d. h. im Nebel. Von einer Entdeckungsreise nach diesen wertvollen Besitzungen kehrte Peter so abgemagert und abgetragen zurück, daß, als er Neu-England wieder erreicht, alle Vogelscheuchen in den Kornfeldern ihm zunickten, während er vorüberging. »Sie bewegten sich nur im Winde,« brummte Peter. Nein, Peter, sie nickten, denn sie erkannten ihren Bruder!

In der Zeit, wo unsere Erzählung beginnt, würde sein ganzes Einkommen nicht ausgereicht haben, um die Abgaben von dem alten Gebäude zu bezahlen, in welchem er wohnte. Es war eines jener alten, schmutzigen, moosbewachsenen, hölzernen Häuser, die noch hie und da in den Straßen unserer älteren Städte zu finden sind und ihre düsteren zweiten Stockwerke über das Fundament vorwerfen, als zürnten sie über die Neuerungen, die sie umgeben. Dieses alte, erbschaftliche Gebäude wollte der schlaue Peter, so arm er auch war und obgleich es ihm wegen seiner unmittelbaren Lage an der Hauptstraße der Stadt eine schöne Summe eingebracht haben würde, aus gewissen, besonderen Gründen weder unter der Hand noch öffentlich verkaufen. Es schien tatsächlich, als wenn es eine Art Fatum wäre, was ihn mit dem Platze seiner Geburt verbinde, denn so oft er auch schon am Rande gänzlichen Ruins gestanden hatte, wo er auch gegenwärtig stand, so hatte er doch noch nicht einen Schritt darüber hinaus getan, der ihn gezwungen haben würde, das Haus seinen Gläubigern zu überlassen. So blieb er hier mit seinem Unglück wohnen und wartete, daß das Glück ihn besuchen wolle.

Hier also, in der Küche, dem einzigen Gemache des Hauses, wo noch ein Feuerfunke die Kälte eines Novemberabends vertrieb, war der arme Peter Goldthwaite gerade von seinem ehemaligen, reichen Compagnon besucht worden. Am Schluße ihrer Unterredung schaute Peter mit etwas ärgerlichem Blicke auf seine Kleidung, die in einzelnen Teilen so alt wie die Tage der Firma von Goldthwaite & Brown zu sein schien. Sein Oberkleid bestand aus einem Rocke bis auf den letzten Faden abgetragen und an beiden Ellenbogen mit neuerem Material geflickt. Unter demselben trug er einen kohlschwarzen Rock, dessen ursprünglich seidenen Knöpfe mehrfach durch andere von verschiedenem Muster und Material ergänzt worden waren; und endlich, obgleich er sich nicht ganz ohne ein Paar graue Beinkleider befand, so waren diese doch sehr schmutzig und hatten durch Peters häufiges Wärmen seiner Vorderseite ihre Farbe teilweise in Braun verwandelt. Peters Person befand sich in denselben Verhältnissen wie sein trefflicher Anzug. Grauköpfig, hohläugig, blaßwangig und abgemagert, war er das treue Abbild eines Mannes, der sich mit windigen Plänen und leeren Stoffmengen genährt hatte, bis er weder von solch ungesundem Zeuge länger existieren noch nahrhaftere Speise verdauen konnte. Abgesehen hiervon hätte jedoch dieser Peter Goldthwaite, ein so witziger Narr er auch war, eine ganz brillante Figur in der Welt spielen können, wenn er seine Einbildungskraft in dem luftigen Bereiche der Dichtkunst angestrengt hätte, statt einen Unheilsteufel in kaufmännischen Geschäften aus ihr zu machen. Er war überhaupt kein böser Mensch, sondern harmlos wie ein Kind, und so rechtschaffen und ehrenhaft, und insoweit ein Gentleman, wie es einem Manne in einem so unregelmäßigen Leben und unter so gedrückten Umständen nur immer möglich war.

Während Peter auf den zerbrochenen Ziegeln vor seinem Herde stand und sich in der traurigen, alten Küche umschaute, begannen seine Augen von dem Feuer eines Enthusiasmus zu glühen, der ihn nie lange verließ. Er erhob seine Hand, ballte die Faust und schlug damit energisch gegen die räucherige Wand des Herdes.

»Die Zeit ist da!« sagte er. »Mit solchem Schatz im Besitze wäre es Torheit, länger ein armer Mann zu sein. Morgen will ich mit dem Dachstuhle beginnen und nicht eher ruhen, als bis ich das Haus niedergerissen habe!«

Tief in der Kaminecke saß, wie eine Hexe in einer finsteren Höhle, ein kleines altes Weib, welches eines jener beiden Paare Strümpfe ausbesserte, womit Peter Goldthwaite seine Zehen gegen das Erfrieren schützte. Die Fußsohlen waren zu zerrissen, um sie noch stopfen zu können, und die gute Frau hatte deshalb Stücke aus einem abgelegten Flanellrock geschnitten, um neue Sohlen einzunähen. Tabitha Porter war eine alte Jungfer, mehr als sechzig Jahre alt, von denen sie fünfundfünfzig in derselben Kaminecke gesessen hatte, welches die Zeit ausmachte, seit der Peters Großvater sie aus dem Waisenhause zu sich genommen hatte. Sie hatte keinen andern Freund als Peter und Peter keinen anderen Freund als Tabitha. Solange Peter ein Obdach für sein eigenes Haupt hatte, wußte Tabitha, wo das ihrige ruhen konnte; oder wenn nirgends anders eine Heimat zu finden war, so war sie bereit, ihren Herrn bei der Hand zu nehmen und ihn zu ihrer eigenen Heimat, dem Armenhause zu führen. Sollte es je die Notwendigkeit erfordern, so hatte sie genug Liebe für ihn, um ihn mit ihren eigenen Unterröcken zu kleiden. Aber Tabitha war ein seltsames altes Weib, und obgleich nie von Peters Leichsinn angesteckt, war sie doch an seine Einfälle und Torheiten so gewöhnt, daß sie sie als wie von selbstverstehend ansah. Als sie seine Drohung hörte, das Haus niederreißen zu wollen, schaute sie ruhig von ihrer Arbeit auf.

»Dann tut Ihr wohl am besten, die Küche bis zuletzt zu lassen, Herr Peter,« sagte sie.

»Je eher wir Alles nieder haben, desto besser,« rief Peter Goldthwaite. »Ich bin zum Tode dessen müde, noch länger in diesem kalten, finsteren, zugigen, räucherigen, knarrenden, elenden alten Hause zu leben. Ich werde mich viel jünger fühlen, wenn wir uns erst in unserem prächtigen, steinernen Gebäude befinden, wie wir es, so Gott will, im nächsten August haben werden. Du sollst ein Zimmer auf der Sonnenseite haben, Tabitha, so eingerichtet und ausmöbliert, wie Du es Dir nur immer wünschest.«

»Ich würde mir am liebsten so einen Platz wie diese Küche wünschen,« antwortete Tabitha. »Ich werde mich nie eher darin zu Hause fühlen, als bis die Kaminecke so schwarz von Rauch ist wie diese; und das wird nicht in den ersten hundert Jahren sein. Wie viel gedenkt Ihr daran zu wenden, Herr Peter?«

»Was hat das mit der Sache zu tun?« rief Peter stolz. »Hat mein Urgroßonkel, Peter Goldthwaite, der vor ungefähr siebenzig Jahren starb und dessen Namen ich trage, nicht einen hinreichenden Schatz hinterlassen, um zwanzig solcher Häuser zu bauen?«

»Ich weiß nichts anders, Herr Peter,« sagte Tabitha, ihre Nadel einfädelnd.

Tabitha verstand recht wohl, daß Peter damit einen unermeßlichen Schatz kostbarer Münzen meinte, die irgendwo im Keller oder den Wänden oder unter dem Fußboden oder in einer versteckten Kammer oder sonst in einem abgelegenen Winkel des Hauses verborgen sein sollte. Dieser Reichtum war der Sage nach, von einem früheren Peter Goldthwaite gesammelt worden, dessen Charakter eine merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Peter unserer Erzählung gehabt zu haben scheint. Gleich ihm war er ein wilder Spekulant gewesen, der Gold nur nach Scheffeln und Waggonladungen aufzuhäufen wünschte, statt es stückweise zu sammeln. Gleich Peter dem Zweiten waren seine Pläne fast regelmäßig fehlgeschlagen und würden ihm ohne den glänzenden Erfolg des letzten kaum einen Rock und ein Paar Beinkleider für seine magere Person übrig gelassen haben. Es herrschten verschiedene Gerüchte über die Natur dieser glücklichen Spekulation. Das eine sagte, daß der alte Peter Gold mittels Alchymie erzeugt habe; ein anderes, daß er es mit Hilfe der schwarzen Kunst aus den Taschen der Leute hervorgezaubert habe; und ein drittes, welches noch unerklärlicher schien, daß der Teufel ihm einen Weg in die alte Schatzkammer der Provinz eröffnet habe. Es wurde indes versichert, das irgend ein geheimes Hindernis ihn an dem Genusse seiner Reichtümer verhindert und daß er einen geheimen Grund gehabt habe, sie vor seinen Erben zu verbergen, oder daß er wenigstens gestorben sei, ohne den Platz ihrer Aufbewahrung entdeckt zu haben. Peter selbst fühlte sich geneigt, die Sage als unbestreitbare Wahrheit anzunehmen, und hatte in seinem vielfachen Mißgeschicke wenigstens diesen einen Trost, daß er, sollten alle übrigen Quellen versiegt sein, seine Verhältnisse dadurch wieder aufrichten konnte, daß er sein Haus niederriß. Dennoch läßt es sich, sofern er nicht im Geheimen ein stilles Mißtrauen gegen diese goldene Sage hatte, kaum erklären, weshalb er das väterliche Dach solange stehen ließ, da es ihm noch nie in seinem eigenen Eisenkasten an Raum für den vorelterlichen Schatz gefehlt hatte. Allein jetzt trat die Krisis ein. Wenn er die Nachsuchung nur noch kurze Zeit länger verschob, so mußte das Haus aus den Händen der rechtmäßigen Erben gehen und mit ihm der Goldhaufen, um dann in seinem Verstecke so lange verborgen zu bleiben, bis er durch das Einfallen der alten Mauern den Fremden einer späteren Generation entdeckt werde.

»Ja!« rief Peter Goldthwaite abermals, »morgen will ich damit anfangen!«

Je länger er über den Gegenstand nachdachte, desto sicherer fühlte sich Peter des glücklichen Erfolges. Sein Geist war von Natur so elastisch, daß er sogar jetzt noch im welken Herbste seines Lebens mit der frühlingsalterlichen Heiterkeit Anderer wetteifern konnte. Belebt von diesen glänzenden Aussichten, begann er jetzt wie ein Kobold mit den sonderbarsten Verrenkungen seiner mageren Glieder und den wunderlichsten Grimassen seiner verhungerten Züge in der Küche umher zu springen. Ja, in dem Überströmen seiner Empfindungen ergriff er beide Hände Tabithas und tanzte mit der alten Dame solange umher, bis die Sonderbarkeit ihrer rheumatischen Bewegungen ihn in ein brüllendes Gelächter versetzten, welches aus allen den öden Zimmern und Kammern so laut widerhallte, als wenn Peter in einer jeden derselben gelacht hätte. Endlich sprang er in die Höhe, sodaß er beinahe in dem unter der Decke der Küche sich sammelnden Rauche verschwand, gelangte wohlbehalten wieder auf seine Füße und versuchte dann, seinen gewohnten Ernst wieder aufzunehmen.

»Morgen mit Sonnenaufgang,« wiederholte er, seine Lampe ergreifend, um zu Bett zu gehen, »will ich sehen, ob dieser Schatz in den Mauern der Dachstube versteckt liegt.«

»Und da unser Holz gerade alle ist, Herr Peter,« sagte Tabitha, noch keuchend von ihren gymnastischen Übungen, »so will ich, so schnell wie Ihr das Haus niederreißt, mit den Stücken Feuer anmachen.«

Glänzend waren Peter Goldthwaite's Träume in dieser Nacht! Einmal drehte er einen schweren Schlüssel in einer eisernen Türe, welche der Pforte eines Grabgewölbes nicht unähnlich war, aber bei ihrem Öffnen ein Gemach sehen ließ, das mit Goldtruhen so angefüllt war, wie ein Kornboden mit Getreidekörnern. Auch Becher, Tennen, Teller und Schüsseln von Gold und in getriebener Arbeit befanden sich dort, sowie Ketten und andere Juwelen von unendlichem Werte, aber alle befleckt von der feuchten Luft des Gewölbes; denn alle Schätze, die für die Menschen unwiderruflich verloren waren, gleichviel ob in der Erde vergraben oder in die See versenkt, hatte Peter Goldthwaite in dieser einen Schatzkammer gefunden. Ein anderes Mal war er zu dem alten Hause, arm wie immer zurückgekehrt, und an der Tür von der hageren Gestalt eines Mannes mit grauen Haaren empfangen worden, den er für sich selbst hätte halten können, wenn seine Kleider nicht von einem altmodischeren Schnitte gewesen wäre. Allein das Haus war, ohne sein früheres äußeres Aussehen zu verlieren, in einen Juwelenpalast verwandelt worden. Der Fußboden, die Wände und Decken waren von blank poliertem Silber, die Türen, Fenstereinfassungen, die Geländer und Stufen und Treppen von reinem Golde; und von Silber waren die Stühle mit goldenen Sitzen; und von Gold auf Silberfüßen stehend die hohen Kommoden und Schränke und von Silber die Bettstellen, mit von Gold gewebten Bettüchern und Betten von Silberstoff. Das Haus war augenscheinlich durch eine einzige Berührung verwandelt worden, denn es trug noch alle die Zeichen an sich, denen sich Peter erinnerte, nur jetzt in Gold und Silber, statt in Holz; und selbst die Anfangsbuchstaben seines Namens, die Peter als ein Knabe in den hölzernen Türpfeiler geschnitten hatte, waren eben so tief in der goldenen Säule zurück geblieben. Ein ganz glücklicher Mann würde Peter Goldthwaite gewesen sein, wenn nicht zugleich eine gewisse Augentäuschung damit verbunden gewesen wäre, vermöge deren, so oft er rückwärts blickte, das Haus sich von seiner glänzenden Pracht in das schmutzige Düster des gestrigen Tages zu verfinstern schien.

Peter stand frühzeitig auf, ergriff eine Axt, einen Hammer und eine Säge, die er an sein Bett gestellt hatte und begab sich ohne Säumen nach der Dachstube. Die war nur erst schwach beleuchtet von dem frostigen Schimmer eines Sonnenstrahls, der eben durch die runden Scheiben des Fensters zu dringen begann. Ein Moralist könnte überreichen Stoff für seine unpraktische, komtemplative Weisheit in einer Dachkammer finden. Dort finden sich die Sammlungen abgelegter Mode, veralteter Spielereien des Tages und alles dessen, was der einen Generation wertvoll gewesen ist, und wenn diese zu Grabe geht, in die Bodenkammer wandert, nicht, um dort sicherer aufbewahrt zu werden, sondern um aus dem Wege zu sein.

Peter fand Stöße von gelben, schimmeligen Rechnungsbüchern in Pergamentbänden, worin Gläubiger, die lange tot und begraben waren, die Namen von toten und eingescharrten Schuldnern mit einer Tinte geschrieben hatten, die jetzt so verblaßt war, daß ihre moosbewachsenen Grabsteine leserlicher erschienen. Er fand alte, von Motten zerfressene Kleider in Fetzen und Lumpen, sonst würde er sie angezogen haben. Hier war ein nacktes, rostiges Schwert, nicht eins, das Dienste geleistet hatte, sondern ein schmaler, französischer Staatsdegen, der seine Scheide nicht eher verlassen hatte, als bis er sie ganz verlor. Hier waren Stöcke von zwanzig verschiedenen Arten, aber keine mit goldenen Knöpfen, und Schuhschnallen von verschiedenem Muster und Material, aber weder silberne, noch mit Juwelen besetzte. Hier stand ein großer Kasten, der mit hochhackigen, spitzig zulaufenden Schuhen angefüllt war; hier ein Schrank, in welchem noch halb mit Medizin gefüllte Glasfläschchen standen, die, nachdem die andere Hälfte ihre Wirkung getan hatte, aus dem Sterbezimmer hierher gebracht worden waren. Hier, um kein längeres Inventar von Gegenständen zu geben, die sich in keiner Auktion verkaufen lassen, befand sich auch das Fragment eines Spiegels in ganzer Länge, welcher vermöge seiner trüben und staubigen Fläche das Abbild aller dieser Gegenstände noch älter erscheinen ließ, als sie wirklich waren. Als Peter, das Vorhandensein eines Spiegels nicht bemerkend, durch Zufall die dunkeln Umrisse seiner eignen Figur darin gewahrte, bildete er sich beinahe ein, daß der frühere Peter Goldthwaite zurückgekehrt sei, um ihm bei seiner Nachsuchung nach dem verborgenen Schatze entweder behülflich oder hinderlich zu sein. Und in demselben Augenblicke glimmte noch ein anderer Gedanke in seinem Gehirne auf, daß er nämlich derselbe Peter sei, der das Gold verborgen habe und daher wissen müsse, wo es liege. Aber dies hatte er unerklärlicherweise vergessen.

»Nun, Herr Peter!« rief Tabitha auf der Treppe zur Dachkammer, »habt Ihr das Haus weit genug niedergerissen, um Feuer für Teewasser zu machen?«

»Noch nicht, Tabby,« antwortete Peter, »aber das soll bald geschehen sein wie Du sehen wirst.«

Mit diesen Worten noch auf der Lippe holte er die Axt, und hieb so kräftig um sich, daß der Staub umher flog, die Bretter krachten, und in weniger als einem Augenblicke hatte das alte Weib eine Schürze voll Schutt und Splitter.

»Wir werden unser Winterholz billig haben,« bemerkte Tabitha.

Nachdem das gute Werk auf diese Weise angefangen hatte, fuhr Peter von Morgen bis Abend fort, Alles vor sich nieder zu schmettern, Balken abzuhauen, Nägel auszuziehen und Bretter unter furchtbarem Gerassel auf- und abzureißen. Er trug aber zugleich Sorge, die äußere Schale des Hauses unberührt zu lassen, so daß die Nachbarn nicht ahnen konnten, was darin vorging.

Nie, in keiner seiner Grillen, obgleich jede ihn glücklich gemacht hatte, wenigstens solange sie währte, war Peter glücklicher gewesen als jetzt. Vielleicht war in seiner Geistesrichtung etwas vorhanden, was ihm eine innere Entschädigung für alle äußeren Uebel gewährte. Wenn er arm, schlecht gekleidet, selbst lumpig und   wie es schien, in Gefahr war, vom drohendsten Ruine vernichtet zu werden, so blieb doch bloß sein Körper in diesen traurigen Verhältnissen, während sein aufstrebender Geist sich in dem Sonnenscheine einer glänzenden Zukunft weidete. Es war seiner Natur eigentümlich, stets jung zu sein und die Tendenz seiner Lebensweise, ihn so zu erhalten. Graue Haare waren nichts, nein, selbst nicht Falten und Gebrechlichkeit. Er konnte alt aussehen und vielleicht in einer etwas unangenehmen Verwandtschaft mit einer hageren, alten, abgenutzten Figur stehen; allein der wahre, wirkliche Peter war ein junger Mann, der voll von großen Hoffnungen gerade in die Welt trat. Beim Anzünden eines jeden neuen Feuers erhob sich seine ausgebrannte Jugend von Neuem aus Asche und Kohlen; sie erhob sich jetzt jubelnd. Nachdem er so lange   nicht zu lange, sondern gerade bis zum rechten Alter, als ein gefühlvoller Junggesell, mit warmen, zärtlichen Träumen gelebt hatte, beschloß er, sobald das verborgene Gold ans Tageslicht gebracht sein werde, auf das Freien zu gehen und sich die Liebe des schönsten Mädchen der Stadt zu gewinnen. Welches Herz konnte ihm wiederstehen? Glücklicher Peter Goldthwaite!

Jeden Abend pflegte er jetzt mit Tabitha häuslich beim Küchenfeuer zu sitzen. Dies war stets hoch aufgehäuft vom Schutte und Abfalle der Tagesarbeit, und sandte mit hellem Scheine seine breite Flamme auf, so daß das Düster der alten Küche aus den mit Spinnweben gefüllten Ecken und den schwärzlichen Querbalken der Decke, Niemand wußte wohin, verjagt wurde, während Peter wie ein froher Mann, heiter lächelte, und Tabitha ein Bild behaglichen Alters zu sein schien. Alles dies natürlich war nur ein Sinnbild des großen Glückes, welches die Zerstörung des Hauses auf seine Bewohner ausgießen sollte.

Während das trockene Fichtenholz prasselte und loderte, saß Peter in einem Zustande angenehmer Aufregung starrend und horchend dabei; wenn dann auf den kurzen Schein und das Toben die dunkelrote Glut, die kräftigere Wärme und der tiefe singende Ton, welcher für den Rest des Abends anhielt, folgten, so begann er gesprächig zu werden. Eines Abends quälte er Tabitha zum hundertsten Male, ihm etwas von seinem Urgroßonkel zu erzählen.

»Du hast in jener Kaminecke fünfundfünfzig Jahre gesessen, alte Tabby, und mußt Manches von ihm gehört haben,« sagte Peter. »Hast Du mir nicht erzählt, daß damals eine alte Frau an derselben Stelle gesessen habe, wo Du jetzt sitzest, welche bei dem berühmten Peter Goldthwaite Haushälterin gewesen sei?«

»So war es, Herr Peter,« antwortete Tabitha; »und sie war beinahe hundert Jahre alt. Sie pflegte zu sagen, daß sie und der alte Peter Goldthwaite manchen traulichen Abend am Küchenfeuer zugebracht hatten, so ungefähr wie Ihr und ich jetzt, Herr Peter.«

»Der alte Bursche muß mir in mehr als einem Punkte ähnlich gewesen,« sagte Peter wohlgefällig, »sonst würde er nie so reich geworden sein. Aber ich sollte denken, er hätte sein Geld besser anlegen können, als er getan hat ... keine Zinsen! ... nur gute Sicherheit! ... und auch noch das Haus niederreißen müssen, ehe man daran kommen kann! Warum hat er es so geheim versteckt, Tabby?«

»Weil er es nicht ausgeben konnte,« sagte Tabitha; »denn so oft er die Kiste aufschließen wollte, kam der Böse von hinten und hielt seinen Arm. Es sollte, wie es hieß, aus seiner Börse geflossen sein und er verlangte, daß Peter ihm eine Verschreibung dieses Hauses und der Länderei geben solle, was Peter schwor, nimmer tun zu wollen!«

»Grade so wie ich John Brown, meinem alten Compagnon, geschworen habe,« bemerkte Peter. »Aber das ist alles dummes Zeug, Tabby! Ich glaube die Geschichte nicht.«

»Nun, es mag vielleicht nicht ganz wahr sein,« sagte Tabitha, »denn manche Leute sagen, daß Peter das Haus dem Bösen wirklich vermacht habe; und das dies der Grund sei, weshalb es Allen die darin gewohnt haben, immer so viel Unglück gebracht habe.

Und sobald Peter ihm die Verschreibung gegeben, sei die Kiste aufgeflogen, und Peter habe eine Hand voll Gold herausgenommen. Aber o weh!... in seiner Faust sei nichts, als ein Knäuel alter Lumpen gewesen!«

»Halt Deinen Mund, alberne, alte Tabby!« rief Peter in voller Wut. »Es waren so gute goldene Guineen, als je welche das Bildnis des Königs von England trugen. Es ist mir, als könnte ich mich des ganzen Hergangs entsinnen, wie ich oder der alte Peter, oder wer es war, meine Hand oder seine Hand hineinsteckte und wieder herauszog, voll von glänzendem Golde. Alte Lumpen, warum nicht gar!«

Und Peter Goldthwaite ließ sich von einem Altenweibermärchen nicht entmutigen. Die ganze Nacht hindurch schlief er unter süßen Träumen und erwachte am Morgen mit einem frohen Beben des Herzens, das Wenige glücklich genug sind, über die Jahre ihres Knabenalters hinaus zu empfinden. Tag für Tag arbeitete er hart, ohne einen Augenblick zu verlieren, ausgenommen bei den Mahlzeiten, wenn Tabitha ihm zu einem Stücke Schweinefleisch mit Kohl oder anderer Kost rief, wie sie sie gerade hatte aufbringen können oder die Vorsehung sie ihr gesandt hatte.

Da Peter ein wahrhaft frommer Mann war, so unterließ er nie, den Segen zu sprechen und zwar, wenn die Kost nicht gerade die beste war, um desto andächtiger, oder Dank zu sagen, wenn auch das Essen nicht hinreichend gewesen war, wenigstens für den guten Appetit, der mehr wert war, als ein kranker Magen bei einem Schmause. Dann eilte er zu seiner Arbeit zurück und war in einem Augenblicke in einer Wolke von Staub verloren, obgleich er dem Ohre durch das Getöse seiner Arbeit deutlich bemerkbar blieb. Wie beneidenswert ist das Bewußtsein, sich in einer nützlichen Beschäftigung zu befinden! Nichts beunruhigte Peter, nichts als jene Phantome des Geistes, welche dunkle Erinnerungen zu sein scheinen und doch zugleich Vorahnungen so ähnlich sind. Er hielt oft mit hoch in der Luft erhobener Axt inne und sagte zu sich selbst:

»Peter Goldthwaite, hast du nie diesen Schlag zuvor getan?« oder: »Peter, was nutzt es, das ganze Haus niederzureißen? Besinne dich ein wenig und du wirst dich erinnern, wo das Gold verborgen ist.« Tage, Wochen verflossen indeß, ohne daß eine erhebliche Entdeckung gemacht wurde. Nur eine magere, graue Ratte guckte zuweilen hervor auf den mageren, grauen Mann und wunderte sich, welcher Teufel in das alte Haus gefahren sei, das bisher immer so still und ruhig gewesen war. Oder manchmal fühlte Peter auch wohl Mitleid mit einer weiblichen Maus, die fünf bis sechs niedliche, sanfte und zarte Junge gerade in die Welt gesetzt hatte, um sie unter den Trümmern zerschmettert zu sehen. Aber noch kein Schatz zeigte sich!

Peter, entschlossen wie das Schicksal, und fleißig wie die Zeit, hatte nunmehr die oberen Regionen beendigt und war in das zweite Stockwerk hinab gestiegen, wo er in einem der Vorderzimmer geschäftig war. Es war früher das beste Gastzimmer gewesen und die Sage bezeichnete es ehrenvoll als das Zimmer, worin Gouverneur Dudley und viele andere ausgezeichnete Gäste geschlafen hatten. Die Möbel waren daraus gänzlich verschwunden. An den Wänden hingen Überreste verblichener, zerfetzter Tapeten; aber noch größere Stellen der Wand waren ganz hohl und mit Kohlezeichnungen, meistens von menschlichen Köpfen in Profil bedeckt. Es waren dies Proben von Peter's jugendlichem Genius und es wurde ihm deshalb schwerer, diese zu vernichten, als wenn es Malereien von Michel Angelo an einer Kirchenwand gewesen wären. Eine Skizze, und zwar die beste, berührt ihn jedoch auf entgegengesetzte Weise. Sie stellte einen zerlumpten Mann vor, der sich teilweise auf einen Spaten stützte und seinen abgemagerten Körper über eine Grube in der Erde hinab beugte, während er die eine Hand ausgestreckt hielt, wie um nach Etwas zu greifen, was er gefunden hatte. Aber dicht hinter ihm stand mit teuflischem Lachen in ihren Zügen eine Figur mit Hörnern, Schweif und Hufen.

»Fort, Satan!« schrie Peter. »Der Mann soll sein Gold haben!«

Sodann seine Axt aufhebend, versetzte er dem gehörnten Herrn einen solchen Hieb an den Kopf, daß nicht nur er, sondern auch der Schatzgräber dadurch total vernichtet wurde und die ganze Szene wie durch Zauberei verschwand. Überdies brach seine Axt durch Kalk und Lattenwerk der Wand und offenbarte in ihr eine Höhlung.

»Gott sei uns gnädig, Herr Peter, zankt Ihr Euch mit dem Bösen?« sagte Tabitha, die nach etwas Feuerholz für ihren Mittagstopf suchte.

Ohne dem alten Weibe zu antworten, brach Peter noch einen Teil der Wand nieder und öffnete dadurch vollständig einen kleinen Wandschrank, der sich ungefähr brusthoch vom Erdboden neben dem Kamin befand. Er enthielt nichts als eine messingene Lampe, die mit Grünspan überzogen war, und ein staubiges Stück Pergament. Während Peter das letztere untersuchte, ergriff Tabitha die Lampe und begann sie mit ihrer Schürze zu reiben.

»Das Reiben hilft nichts, Tabitha,« sagte Peter; »es ist nicht Aladdins Lampe, obgleich ich sie für ein eben so glückliches Zeichen halte. Sieh hier Tabby!«

Tabitha nahm das Pergament und hielt es dicht an ihre Nase, welche mit einer Brille von eiserner Einfassung bewaffnet war. Aber kaum hatte sie angefangen, dasselbe zu prüfen, als sie in ein heftiges Lachen ausbrach und beide Hände gegen ihre Seiten drückte.

»Ihr könnt das alte Weib nicht zur Närrin machen,« rief sie. »Es ist ja Eure eigene Handschrift, Herr Peter, dieselbe, wie ich sie in dem Briefe gelesen habe, den Ihr mir von Mexiko schicktet.«

»Hier ist allerdings eine große Ähnlichkeit vorhanden,« sagte Peter, das Pergament von neuem untersuchend; »allein Du weißt selbst Tabby, daß dieser Wandschrank zugemauert worden sein muß, ehe Du noch in dieses Haus kamst, oder ich in die Welt. Nein, dies ist des alten Peter Goldthwaites Handschrift, und diese Kolonnen mit Pfunden, Schillingen und Pencen sind seine Zahlen und bezeichnen die Beträge des Schatzes; und dies am Ende ist ohne Zweifel eine Bemerkung, die sich auf den Platz bezieht, wo der Schatz verborgen liegt, allein die Tinte ist so verblaßt, daß es unmöglich ist, sie zu lesen. Wie schade.«

»Nun, diese Lampe ist so gut wie neu; das ist wenigstens ein Trost,« sagte Tabitha.

»Eine Lampe!« dachte Peter. Das bedeutet Licht für meine Untersuchungen.

In diesem Augenblick schien Peter mehr geneigt, über die Entdeckung weiter nachzugrübeln, als seine Arbeit fortzusetzen. Nachdem Tabitha hinunter gegangen war, stand er brütend über dem Pergament an einem nach der Straße hinausgehenden Fenster, welches von Staub so geschwärzt war, daß die Sonne nur einen undeutlichen Schatten durch dasselbe auf den Fußboden des Zimmers werfen konnte. Peter öffnete es mühsam und schaute auf die Hauptstraße der Stadt hinaus, während die Sonne in sein altes Haus hinein schaute. Die frische Luft, obgleich mild und sogar warm, berührte Peter wie ein Guß kalten Wassers.

Es war der erste Tag des Tauwetters im Januar. Der Schnee lag tief auf den Dächern, aber löste sich schnell in Millionen Wassertropfen auf, welche mit dem Geräusche eines Sommerregens und im Sonnenscheine glänzend nieder fielen. Die Straße entlang war der festgetretene Schnee so hart und dauerhaft wie ein Marmorpflaster, und war trotz der frühlingsartigen Temperatur noch nicht feucht geworden. Allein als Peter seinen Kopf hinaussteckte, gewahrte er, daß die Einwohner, wenn nicht die ganze Stadt, durch diesen warmen Tag nach zwei bis drei Wochen Winterwetter bereits aufgetaut worden waren. Es gewährte ihm Freude,   eine mit einem Seufzer verwünschte Freude,   den Strom von Damen zu sehen, welche auf den glatten Seitenwegen herab kamen und mit ihren roten Wangen, die durch Hauben, Boas und Pelzkragen noch mehr gehoben wurden, wie Rosen mit einer neuen Art von Blätternhauch aussahen. Die Glocken der Schlitten erklangen fort, während, indem sie bald die Ankunft eines Schlittens von Vermont mit gefrorenen Ferkeln oder Hammeln oder Wild beladen, ankündigten, bald die eines regelmäßigen Marktvorläufers mit Hühnern, Gänsen Puten und der ganzen Kolonie eines Farmhofes; und bald die eines Landmannes mit seiner Frau, die nach der Stadt gefahren waren, teils um einige Einkäufe in den Läden zu machen und teils um etwas Butter und Eier abzusetzen. Dieses Paar fuhr in einem altmodischen viereckigen Schlitten, der ihnen zwanzig Winter gedient und zwanzig Sommer hindurch in der Sonne neben ihrer Haustür gestanden hatte. Jetzt fuhren ein Herr und eine Dame in einem eleganten Schlitten, der einer Muschel ähnlich geformt war, über den Schnee leicht dahin; und nun erschien ein Staatsschlitten, dessen Tuchvorhänge zurückgeschlagen waren, um die Sonne hinein zu lassen, und flog pfeilschnell die Straße hinunter, allen Fuhrwerken, die sich ihm in den Weg stellten, leicht ausweichend.

Nie hatte Peter eine lebhaftere Szene gesehen. Der helle Sonnenschein, die glänzenden Wassertropfen, der strahlende Schnee, das heitere Volk, die Abwechslung der fliegenden Schlitten und der Schall der fröhlichen Glocken, die das Herz nach ihrer Musik tanzen ließen. Nichts Trübes und Unfreundliches war zu sehen, als das spitzige Altertumsstück, Peter Goldthwaites Haus, das von außen wohl traurig aussehen konnte, da eine so fürchterliche Verwüstung in seinen Eingeweiden vorging.

»Peter, wie geht es, Freund Peter?« rief eine Stimme über die Straße, während Peter seinen Kopf zurückzog. »Schaut heraus, Peter!«

Peter blickte hinaus und gewahrte seinen alten Compagnon, John Brown, der auf dem gegenüberliegenden Seitenwege stattlich gekleidet, in einem mit Pelz gefütterten Überrocke, welcher aufgeschlagen war und einen feinen anderen Rock darunter sehen ließ. Seine Stimme hatte die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt auf Peter Goldthwaites Fenster und die in demselben sichtbare Vogelscheuche gerichtet. »Sagt mir, Peter,« rief Brown von neuem, »was zum Teufel treibt Ihr denn, daß ich jedesmal ein so furchtbares Gelärm und Gepolter höre, wenn ich an Eurem Hause vorbeigehe? Ihr bessert wohl das alte Haus aus, macht ein neues daraus ... he?«

»Ich fürchte, es ist zu spät dazu, Herr Brown,« erwiderte Peter. »Wenn ich es neu herstelle, so muß es inwendig und auswendig neu werden, vom Fundament an.«

»Wäre es nicht besser, Ihr überließet mir das Geschäft?« fragte Brown mit besonderer Bedeutung.

»Noch nicht!« antwortete Peter, das Fenster hastig schließend; denn seitdem er in seiner Nachsuchung nach dem Schatze begriffen war, mochte er es durchaus nicht leiden, von Leuten angesehen und beobachtet zu werden.

Während er sich vom Fenster zurückzog, seiner äußeren Armut sich schämend, aber stolz auf den innerhalb befindlichen geheimen Reichtum, schimmerte ein hochmütiges Lächeln auf seinem Gesicht, das sich gerade so ausnahm, wie die trüben Sonnenstrahlen in dem schmutzigen Zimmer. Er versuchte eine Miene anzunehmen, wie sein Vorfahr sie wahrscheinlich gezeigt hatte, als er des Ruhmes genoß, ein festes Haus als heimatliche Stätte für viele Generationen seiner Nachkommenschaft gebaut zu haben. Allein das Zimmer erschien seinen vom Schnee geblendeten Augen entsetzlich finster und in einem düstern Gegensatze mit der frohen und lebendigen Szene, auf die er soeben geschaut hatte. Der kurze Blick, den er auf die Straße getan hatte, hatte ihm eine eindringliche Vorstellung von der Art und Weise gegeben, in welcher die Welt ihre Heiterkeit nährt und ihr Gedeihen fördert, nämlich durch gesellige Vergnügungen und einem lebendigen Geschäftsverkehr, während er in seiner Abgeschiedenheit ein Ziel verfolgte, welches möglicherweise ein Trugbild sein konnte und auf einem Wege, den die meisten für Wahnsinn erklären würden.

Es ist ein großer Vorteil einer sozialen Lebensweise, daß ein Jeder seinen eigenen Geist nach dem Anderer reguliert und sein Betragen nach dem seiner Nachbarn bildet, sodaß er sich selten in Exzentrizität verliert. Peter Goldthwaite hatte diesen Einfluß in dem Augenblicke empfunden, als er zum Fenster hinaussah. Einige Zeit war er zweifelhaft, ob überhaupt ein verborgener Goldkasten vorhanden sei, und wenn nicht, ob es wirklich so sehr weise gehandelt sei, das ganze Haus niederzureißen, nur um sich von seiner Nicht-Existenz zu überzeugen.

Allein diese Zweifel waren nur vorübergehend. Peter, der Zerstörer, fuhr mit seinem Werke fort, welches das Schicksal ihm übertragen hatte und hielt eher wieder an, als bis es vollendet war. Im Laufe seiner Nachsuchungen stieß er auf viele Gegenstände, welche gewöhnlich unter den Ruinen eines alten Hauses gefunden werden, und auch auf andere, welche nicht besonders wichtig, schien ihm ein rostiger Schlüssel zu sein, den er in einer Mauerspalte fand, mit einem hölzernen Angehänge, welches die Anfangsbuchstaben P. G. trug. Eine andere seltsame Entdeckung war die einer Flasche Wein, welche in einem alten Ofen gefunden wurde. Es herrschte die Sage in der Familie, daß Peters Großvater, welcher ein lustiger Offizier im alten französischen Kriege gewesen war, manches Dutzend kostbarer Flaschen für dann noch ungeborene Trinkbrüder bei Seite gesetzt und versteckt habe. Peter bedurfte keiner Herzstärkung durch geistige Getränke, um seine Hoffnungen aufrecht zu erhalten und bewahrte deshalb den Wein auf, um seinen Erfolg damit zu feiern. So mancher Penny wurde gefunden, der durch die Ritzen des Fußbodens gefallen war, und einige spanische Münzen und ein halb durchbrochener Einpence, der wahrscheinlich als ein Liebeszeichen gedient hatte. Auch eine silberne Krönungsmedaille Georg des Dritten wurde gefunden; aber des alten Peter Goldthwaite's Goldkasse floh von einer Ecke in die andere oder entging dem Griffe des zweiten Peter auf andere Weise, bis dieser endlich, wenn er noch länger suchen wollte, in die Erde graben mußte.

Wir wollen ihm in seinem triumphreichen Fortschritte nicht Schritt für Schritt folgen; genüge es zu sagen, daß Peter wie eine Dampfmaschine arbeitete und in einem Winter das Werk vollendete, was alle früheren Bewohner des Hauses mit Hilfe der Zeit und der Elemente in einem Jahrhundert nur zur Hälfte vollbracht hatten. Mit Ausnahme der Küche war jedes Zimmer und jede Kammer ausgeweidet. Das Haus war nichts mehr als eine Schale, der Schrein eines Hauses   so unwirklich wie die gemalten Gebäude eines Theaters. Es war gerade wie die Rinde eines großen Käses, worin eine Maus so lange gehaust und genagt hatte, bis es kein Käse mehr war. Und Peter war die Maus.

Was Peter niedergerissen hatte, war von Tabitha verbrannt worden, denn sie machte den sehr weisen Schluß, daß sie ohne Haus auch kein Holz gebrauchten, um es zu wärmen und Sparsamkeit Unsinn sei. Auf diese Weise war das ganze Haus, wie man sagen konnte, in Rauch aufgegangen und war durch den großen, schwarzen Rauchfang der Küche geflogen. Es war ein merkwürdiges Seitenstück zu der Tat eines Mannes, der in seine eigene Kehle hinabgesprungen war.

In der Nacht zwischen dem letzten Winter- und dem ersten Frühlingstage war bereits jede Spalte und Mauerritze des Hauses durchsucht worden, ausgenommen im Bereiche der Küche. Dieser Schicksalsabend war ein sehr unfreundlicher. Ein heftiger Schneefall war seit mehreren Stunden eingetreten und wurde durch einen wahren Orkan in der Atmosphäre umhergetrieben, der gegen das Haus anstürmte, als wenn der Fürst der Lüfte in eigener Person den Schluß zu Peters bisheriger Arbeit liefern wollte. Da die äußeren Mauern durch den Wegfall der inneren Stützen so sehr geschwächt worden waren, so würde es kein Wunder gewesen sein, wenn bei einer noch etwas heftigeren Gewalt des Sturmes die morschen Mauern mit ihren spitzigen Giebeln über dem Kopfe des Eigentümers zusammengestürzt wären. Er kümmerte sich jedoch nicht um die Gefahr, sondern war so wild und ruhelos, wie die Nacht selbst, oder wie die Flamme, die bei jedem Stoße des Sturmwindes in den Schornstein empor schoß.

»Den Wein, Tabitha!« rief er. »Meines Großvaters kräftigen, alten Wein! Wir wollen ihn jetzt trinken!«

Tabitha stand von ihrer von Rauch geschwärzten Bank in der Ecke des Kamins auf und stellte die Flasche vor Peter hin, dicht neben die alte Messinglampe, welche gleichfalls ein Preis seiner Nachsuchungen gewesen war. Peter hielt sie vor seine Augen, und indem er durch die durchsichtige Flüssigkeit schaute, erschien ihm die ganze Küche wie von einer goldenen Glorie illuminiert, welche selbst Tabitha umschloß und ihr Silberhaar vergoldete und ihre ärmlichen Kleidungsstücke in Gewänder von königlichem Glänze verwandelte. Es erinnerte ihn an seine goldenen Träume.

»Herr Peter,« bemerkte Tabitha, »muß der Wein getrunken werden, ehe das Geld gefunden ist?«

»Das Geld ist gefunden!« rief Peter mit einer Art Wildheit. »Die Kiste ist in meinen Händen. Ich will nicht eher ruhen, als bis ich diesen Schlüssel in seinem verrosteten Schloß umgedreht habe. Aber vor allen Dingen, laß uns trinken.«

Da kein Korkzieher im Hause vorhanden war, so schlug er den Hals der Flasche mit Peter Goldthwaite's rostigem Schlüssel ab. Dann füllte er zwei kleine Teetassen, welche Tabitha zu diesem Zwecke vom Küchenschranke geholt hatte. So hell und klar war dieser alte Wein, daß er selbst in den Tassen durchsichtig war und die scharlachenen Blumenknospen auf dem Boden der Tasse noch deutlicher erscheinen ließ, als wenn kein Wein darin gewesen wäre. Sein kräftiger, schöner Geruch verbreitete sich durch die ganze Küche.

»Trink Tabitha!« rief Peter. »Segen auf den braven, alten Burschen, der für uns diesen kostbaren Wein zurück gesetzt hat! Und nun auf das Andenken Peter Goldthwaite's!«

»Und guten Grund haben wir, seiner zu gedenken,« bemerkte Tabitha, während sie trank.

Wie viele Jahre lang und durch wie manche Glücks- und Schicksalswechsel hatte diese Flasche ihre begeisternde Kraft aufbewahrt, um endlich von diesen beiden Genossen getrunken zu werden. Solange, bis sie sie beendigt haben, müssen wir uns anderswo hinwenden.

Es trug sich zu, daß John Brown sich in dieser stürmischen Nacht in seinem auf Stahlfedern gepolsterten Armstuhle und an der Glut seines Kohlenfeuers, welches sein schön eingerichtetes Wohnzimmer beleuchtete, nicht nach Wunsch befand. Er war von Natur ein gutherziger Mann, gütig und mitleidig, sobald das Unglück Anderer sein Herz durch die gepolsterte Weste seines eigenen Glücks erreichen konnte. Diesen Abend hatte er viel an seinen alten Compagnon, Peter Goldthwaite gedacht, an seine sonderbaren Pläne, sein fortwährendes Mißgeschick, die Armut seiner Wohnung und Peters dürre, hagere Erscheinung, als er mit ihm am Fenster gesprochen.

»Armer Mann!« dachte John Brown. »Armer, verrückter Peter Goldthwaite! Um unserer alten Bekanntschaft willen hätte ich doch dafür sorgen sollen, daß er in diesem harten Winter keine Not leide.«

Diese Empfindungen wurden so mächtig in ihm, daß er trotz des rauhen Wetters beschloß, Peter Goldthwaite augenblicklich zu besuchen. Die Gewalt, mit der er sich dazu getrieben fühlte, war wirklich sonderbar. Jedes Geheul des Sturmwindes schien ihm eine Mahnung zu sein oder würde ihm so geschienen haben, wenn Brown gewohnt gewesen wäre, das Echo seiner Phantasie im Winde zu hören. Höchlich erstaunt über ein so eifriges Wohlwollen, hüllte er sich in seinen Mantel, wickelte um Hals und Ohren Tücher und Shawle, und bot so verwahrt dem Sturmwinde Trotz. Allein die Gewalt der Lüfte war die stärkere im Kampfe. Brown passierte gerade mit Schwierigkeit die Ecke von Peter Goldthwaite's Hause, als der Orkan ihn aus dem Gleichgewichte brachte, und mit dem Gesichte zuerst in einen tiefen Schneehaufen warf und sodann seinen hervorstehendsten Teil unter neuen Schneewehen zu begraben suchte. Es schien wenig Hoffnung für seine frühere Wiederauferstehung als mit dem nächsten Tauwetter vorhanden zu sein. Gleichzeitig war ihm sein Hut entführt worden und wirbelte hoch in irgend einer unbekannten Region umher, von wo bis jetzt noch keine Nachrichten wieder herab gelangt sind.

Nichtsdestoweniger gelang es Brown, sich einen Weg durch das Schneegestöber zu bahnen und er arbeitete sich, mit bloßem Kopfe gegen den Sturm ankämpfend, bis an Peters Tür. Dort herrschte ein solches Knarren, Krachen und Rasseln des morschen, im Sturme wankenden Gebäudes, daß selbst das lauteste Klopfen den Inwohnenden nicht hörbar gewesen sein würde. Er trat deshalb ohne Umstände ein und suchte sich tappend den Weg nach der Küche.

Sein Eindringen selbst bis dahin blieb unbemerkt. Peter und Tabitha standen mit dem Rücken gegen die Tür, über eine große Kiste gebückt, welche sie, wie es schien, soeben aus einer Höhlung in der Wand, oder einem geheimen Wandschranke auf der linken Seite des Kamins hervorgezogen hatten. Beim Lichte der Lampe, welche das alte Weib in der Hand hielt, sah Brown, daß die Kiste mit eisernen Riegeln und Klammern versehen und durch einen eisernen Beschlag befestigt war, so daß sie als ein passendes Behältnis erschien, um den Reichtum eines Jahrhunderts für das Bedürfnis eines späteren darin aufzubewahren. Peter Goldthwaite war im Begriffe, einen Schlüssel in das Schloß zu stecken.

»O, Tabitha!« rief er mit bebendem Entzücken, »wie soll ich den Glanz ertragen? Das Gold, das glänzende, glänzende Gold! Mir ist's, als könnte ich mich meines letzten Blickes erinnern, den ich darauf warf, kurz ehe der eisenbeschlagene Deckel niederfiel. Und seit dieser ewig langen Zeit, seit siebenzig Jahren, hat es nur im Dunkeln gestrahlt und seinen Glanz für diesen glorreichen Moment aufbewahrt! Es wird uns blenden, wie die Mittagssonne!«

»Dann beschattet Eure Augen, Herr Peter!« sagte Tabitha, etwas ungeduldiger als gewöhnlich. »Aber um's Himmels willen, dreht den Schlüssel!«

Und mit gewaltiger Anstrengung beider Hände zwängte er den rostigen Schlüssel durch die Hemmnisse des rostigen Schlosses. Herr Brown hatte sich inzwischen genähert und steckte gerade in dem Augenblicke, wo Peter den Deckel aufhob, sein Gesicht neugierig zwischen die Köpfe der beiden Andern. Kein plötzlicher Glanz erleuchtete die Küche.

»Was ist drin?« rief Tabitha, ihre Brille zurecht rückend und die Lampe über die offene Kiste haltend. »Peter Goldthwait's alter Lumpenschatz.«

»Ganz richtig, Tabby,« sagte Brown, eine Handvoll von dem Schatze aufhebend.

O, welchen Geist eines toten und begrabenen Reichtums hatte Peter Goldthwaite heraufbeschworen, um sein bischen Verstand ganz daran zu verlieren! Hier lag der Schein einer ungeheuren Summe, groß genug um die ganze Stadt zu kaufen und neu zu bauen, für die aber, so unermeßlich sie auch war, kein vernünftiger Mensch einen guten Sixpence geben würde. Worin bestanden denn nun, ernstlich gesprochen, die trügerischen Schätze der Kiste? Es waren alte Provinzial-Kreditscheine, und Tresorscheine und Grund-Banknoten, und andere dergleichen wertlose Lumpen in verschiedenen Daten von ihrer ersten Ausstellung, vor ungefähr hundertundfünfzig Jahren bis zur Zeit der Revolution. Noten von tausend Pfund waren mit Papierpencen vermischt, und nicht mehr Wert, als diese.

»Und dies ist also des alten Peter Goldthwaites Schatz?« sagte John Brown. »Euer Namensvetter, Peter, war Euch nicht ähnlich. Als die Provinzialpapiere um fünfzig bis siebenzig Prozent gefallen waren, kaufte er sie auf, in Erwartung, daß sie wieder steigen würden. Ich habe meinen Großvater sagen hören, daß der alte Peter Goldthwaite seinem Vater eben dieses Haus nebst Länderei verpfändete, um Geld zu diesem törichten Unternehmen zu bekommen. Allein das Papiergeld fiel immer mehr und mehr, bis es endlich niemand mehr geschenkt nehmen wollte, und da war Peter Goldthwaite   der Erste wie der Zweite  , mit Tausenden in seinen Geldkasten und kaum einem Rocke auf dem Leibe. Aber dies ist gerade die passende Art von Kapital von Luftschlösser.«

»Das Haus bricht über uns zusammen,« schrie Tabitha, als der Wind mit erhöhter Heftigkeit dagegen stürmte.

»Laß es brechen!« sagte Peter sich mit untergeschlagenen Armen auf die Kiste setzend.

»Nein, nein, mein alter Freund Peter,« sagte John Brown. »Ich habe Platz genug in meinem Hause für Euch und Tabby, und ein sicheres Gewölbe für den Schatzkasten. Morgen wollen wir sehen, ob wir in unserm Handel über das alte Haus einig werden können. Grundbesitz hat seinen Wert, und ich könnte Euch einen guten Preis dafür bieten.«

»Und ich,« erwiderte Peter Goldthwaite mit neu erwachenden Lebensgeistern, »habe einen Plan, das Geld recht vorteilhaft anzulegen.«

»Was das betrifft,« murmelte John Brown für sich, »so müssen wir uns wohl an das nächste Gericht wegen eines Vormundes wenden, und wenn Peter durchaus fortspekulieren will, so mag er es mit Gefallen mit des alten Peter Goldthwaites Schatze tun.«

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