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Die Totenhand

Dumas-Le Prince: Die Totenhand - Kapitel 17
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typefiction
authorDumas-Le Prince
titleDie Totenhand
publisherDumas-Le Prince
translatorK. Walther
correctorJosef Muehlgassner
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XVI. Der römische Bandit und der Pariser Räuber.

Was blieb der Frau von Danglars nach dem Raube, den Benedetto in dem Hotel zur Weltkugel an ihr verübt hatte, anderes übrig, als ein Leben der Entbehrungen und des Elends?

Sie hatte ihre Rechnungen geordnet, alle Außenstände eingezogen und bewahrte sorgfältig ihr Kapital in der Absicht, es bei irgend einem reichen römischen Bankier unterzubringen und dann von dem Einkommen zu leben, welches ihr eine glänzende Zukunft sicherte. Dieser Plan war nun gänzlich über den Haufen geworfen und die arme Frau erblickte sich ohne irgend eine Hilfsquelle, sobald die sechzigtausend Franks erschöpft waren, die sie der Mildtätigkeit des Banditen, welcher sie auf eine so kecke Weise bestohlen hatte, verdankte. Die Baronin war nicht die Frau dazu, die Großmut ihrer Tochter in Anspruch zu nehmen, am wenigsten nach dem Besuche, den sie ihr gemacht hatte; sie faßte daher den einzigen Entschluß, der sich ihr darbot: sie machte einem armen Kloster eine kleine Dotation und erlangte dagegen ihre Aufnahme in der Eigenschaft einer Kostgängerin.

Hier, im Schweigen und der Einsamkeit, brachte sie ihre Zeit damit hin, ihre Vergangenheit zu überblicken, die von mancher schlechten und schmachvollen Handlung erfüllt war; sie dachte ernstlich nach und erkannte, daß das, was sie in der Gegenwart litt, nichts als eine milde Züchtigung für die Irrtümer war, die sie sich hatte zu schulden kommen lassen. Sie war hochmütig, stolz gewesen, und ihr ganzer Hochmut, ihr ganzer Stolz mußte sich jetzt in der Einfachheit und der Demut des Klosters verbergen! Sie vergoß reichliche Tränen über das Kind ihrer verbrecherischen Liebe, über die Frucht ihres verbotenen Umganges mit Herrn von Villefort; über dieses Kind des Lasters und der Verderbtheit, dem der Himmel seinen Segen versagt zu haben schien. Die Zukunft dieses jungen Mannes erschreckte sie, und vielleicht das Ende dieser verfluchten Existenz, dieses verbrecherischen und unruhevollen Lebens ahnend, fragte sie sich selbst, fragte sie das Kloster und Gott, ob sie nicht dazu verdammt sein würde, sie, die Baronin von Danglars, der Sprößling der Servières, sich eines Tages von Katastrophe zu Katastrophe, von Elend zu Elend, bis zu den Füßen eines Schafotts hinzuschleppen und dort den abgeschlagenen Kopf eines Unglücklichen aufzuraffen, dem sie Leben und Unglück gegeben hatte!

Wenn ein plötzlicher und unerwarteter Schlag für immer den Wagen unseres Glückes umstürzt oder die Leidenschaft vernichtet, welche so zu sagen unsere gesellschaftliche Seele bildet, so erinnern wir uns, daß außer dem, was uns in der Welt leitete, es auch noch etwas anderes, Bestimmteres in uns gibt, dessen Einfluß über uns nur der Tod vernichten kann, indem er unsern Körper zerstört. Das ist der Einfluß jenes göttlichen Prinzips, welches wir empfangen, wenn wir zum erstenmal den Hauch des Lebens einatmen, den wir jenem erhabenen Gefühle verdanken, welches man die Reue nennt und durch das wir an die Existenz eines Gottes voll Güte, Gnade und Gerechtigkeit glauben, den wir während unseres Lebens der Unordnung und der Aufregung vergessen hatten! Der Name dieses allmächtigen Gottes verschleierte daher das Wort, welches die Lippen der Baronin am häufigsten wiederholten, welche das lebhafteste Echo in ihrem Herzen hatte, seitdem jener Schlag das Gerüst ihres Glückes über den Haufen warf und sie zwang, in der Einsamkeit eines Klosters die einzige Milderung ihres Schmerzes, den einzigen Balsam für ihre Wunde, zu suchen: » das Gebet

*

Trotz aller seiner Nachforschungen, trotz seiner Bemühungen, gelang es dem Baron Danglars nicht, Benedetto aufzufinden. Der pfiffige Spitzbube wußte sich, dank jener Macht, welche der Besitz von drei Millionen verleiht, den Erkundigungen des Barons so geschickt zu entziehen, daß dieser endlich glaubte, es sei das klügste, wenn er sich wieder um seine Anstellung als Portier bei dem Theater Argentino bewürbe, wo er sein einziges Heil zu finden hoffte, das heißt, die Großmut der Eugenie d'Armilly.

Obgleich Benedetto sich im Besitz einer so bedeutenden Summe befand, wie die, welche er der Baronin Danglars gestohlen hatte, blieb er nicht auf dem Wege des Verbrechens stehen. Weit davon entfernt, faßte er vielmehr sogleich die Absicht eines neuen Unternehmens, zu dem er augenblicklich die Vorkehrungen traf. Er hatte nämlich erfahren, daß die Regierung Seiner Heiligkeit einen Preis auf den Kopf des berüchtigten Banditen Luigi Vampa setzte, dessen Zufluchtsort unbekannt war und der mit einer unglaublichen Verwegenheit die Umgegend von Rom in Schrecken setzte. Er beschloß daher, in aller Heimlichkeit dem Vorstand der Polizei einen Besuch zu machen; als er jedoch reiflicher über die Sache nachgedacht hatte, und sich überzeugte, daß die Baronin Danglars ihn nicht verfolgen ließ, vielleicht weil sie seine Spur verloren hatte, befahl er Peppino, das Fahrzeug noch einige Tage länger warten zu lassen und lauerte seinerseits auf eine günstige Gelegenheit, mit Sicherheit seinen Streich zu führen.

Die im Kolosseum verabredete Zusammenkunft hatte stattgefunden und Luigi Vampa glaubte, gleich Peppino, daß Benedetto in der Tat der Sekretär des Grafen von Monte Christo sei. Die Art und Weise jedoch, wie Benedetto von diesem Manne sprach, mit dem ihn, wie wir sagten, ein verhängnisvolles Geschick in Verbindung gebracht hatte, wirkte so auf den römischen Banditen, daß allmählich der Zauber verschwand, welchen der Graf auf diese Bande ausgeübt hatte, die, wie wir bereits erwähnten, aus Leuten bestand, die im höchsten Grade abergläubisch waren, ungeachtet ihrer furchtbaren Beschäftigung!

Benedetto wagte es, den Banditen Vampa sein lebhaftes Verlangen merken zu lassen, sich aus der Gewalt des Grafen von Monte Christo zu befreien, indem er sich gewisser wichtiger Geheimnisse bemächtigte, die derselbe in der negromantischen Kunst besaß, und der Bandit Vampa begann sehr ernsthaft über die Vorteile nachzudenken, die für ihn daraus entspringen könnten, wenn es ihm gelänge, den Grafen seinem Willen zu unterwerfen, statt daß er bisher dem Willen des Grafen unterworfen gewesen war.

Vampa war ehrgeizig wie alle Ungeheuer seiner Art; die Reichtümer Monte Christos begannen seinen Neid zu erwecken, und bald entwickelte sich die Verschwörung, geleitet durch die arglistige Phantasie Benedettos.

»Ja, ja,« sagte er zu Luigi Vampa und Peppino, »die Macht des Grafen ist in meinen Händen! Wenn Ihr in Eurem Religionssystem der Toleranz einen kleinen Platz gewährt, bewahren wir diese kostbare Reliquie, die den Grafen so mächtig macht! Diese Totenhand hat das Geheimnis enthüllt, mit dem der Weg umgeben war, der ihn zu den unerschöpflichen Schätzen führte! – Was mich betrifft, so muß ich ohne Zweifel Rom verlassen, um den Grafen, meinem Gebieter, das Kästchen zu übergeben, das man ihm gestohlen hat. Aber wenn Ihr mir beisteht, so bleibe ich in Rom und arbeite in unserem gemeinschaftlichen Interesse.«

Vampa und Peppino nahmen diesen Vorschlag Benedettos an, der die Worte auffaßte, die sie sich in seiner Gegenwart entschlüpfen ließen, und daraus erfuhr, daß der Graf von Monte Christo im Orient sei.

Indes arbeitete der Sohn Villeforts daran, den furchtbaren römischen Banditen der Justiz zu überliefern und wartete auf eine sichere Gelegenheit, den Schatz, dessen er bereits Herr war, durch dieses kleine Geschäft mit der römischen Polizei zu vergrößern. Er hatte mit dem höchsten Erstaunen bemerkt, daß der Bandit, weit entfernt, sich zu verbergen, gewissermaßen einen Stolz darin suchte, sich bei allen öffentlichen Lustbarkeiten, besonders im Theater, zu zeigen, und er schloß daraus sehr richtig, daß entweder der Signor Luigi Vampa ein großes Selbstvertrauen besaß oder daß er dieses Vertrauen in die Polizeiagenten setzte. Sobald diese zweite Hypothese, die übrigens die wahrscheinlichere war, bei ihm feststand, sah er die Notwendigkeit ein, nur mit der größten Zurückhaltung zu handeln, um den beabsichtigten Verrat glücklich zu Ende zu führen und zu verhindern, daß Vampa durch einen dieser Agenten, die er wahrscheinlich freigebig besoldete, von dem, was ihm drohte, gewarnt würde.

Benedetto erspähte alle Bewegungen und alle Schritte Vampas, so daß er schon nach drei oder vier Abenden, welche er mit ihm in dem Theater Argentino zugebracht hatte, erkannte, Vampa sei nicht fühllos gegen die Reize des Fräuleins Eugenie d'Armilly.

In der Tat fühlte Luigi Vampa sich heftig ergriffen durch das mächtige und stolze Wesen der jungen d'Armilly, und dieser Eindruck verwandelte sich schnell in ein Gefühl, dessen Heftigkeit das Herz des Banditen Tag und Nacht bestürmte. Verzehrt durch jenes mächtige Feuer, welches aus seinem Charakter einen Herd der abenteuerlichen, unbezähmbaren Verwegenheit und Unerschrockenheit machte, beschloß er, wenn auch nur für einen Augenblick, dieses Mädchen zu besitzen, das ihn auf dem Theater Argentino fesselte oder vielmehr bezauberte.

Ein Lächeln des Triumphes überflog die Lippen Benedettos, als er in den Augen Luigi Vampas die Leidenschaft las, welche denselben beherrschte.

Nun belauerte er seine kleinsten Bewegungen und folgte ihm Schritt für Schritt an alle Orte, bis er ihn eines Tages ein Haus von unscheinbarem Aussehen betreten sah, wo jene alte Frau wohnte, welche die ehemaligen Verbindungen des jungen Erben der Familie Servières begünstigte. Nachdem Benedetto die sorgfältigsten Erkundigungen über diese Frau eingezogen hatte, begriff er ohne alle Schwierigkeiten den Grund von Luigi Vampas Besuchen, und entwarf einen Plan, dessen Ausführung der fortwährende Gegenstand seiner Gedanken war.

Als er nun Tags darauf mit Luigi Vampa zusammentraf, zog er denselben in eine wenig besuchte Kneipe. Hier setzten sich beide in eine dunkle Ecke, wie Leute, die miteinander von Dingen zu sprechen haben, welche das vollständigste Geheimnis fordern. Nachdem Benedetto einen Augenblick nachdenklich sitzen geblieben war, brach er endlich zuerst das Schweigen.

»Wißt Ihr wohl, Maestro,« sagte er, »daß ich eine sonderbare Begegnung gehabt habe? Ich erkannte hier in Rom eine Französin, die in Paris mit ihrem Vater entflohen ist, nachdem sie einen gewissen Prinzen Cavalcanti, mit welchem sie sich verheiraten sollte, beraubt hatte.«

»Was kümmert mich das?« sagte Luigi Vampa, indem er sich auf den Tisch stützte, das Gesicht in die Hand legte und aussah wie ein Mensch, den das, was er hört, gewaltig langweilt.

»O, das kommt daher, weil Ihr zwei Umstände von der höchsten Wichtigkeit, die mit dieser Sache verbunden sind, nicht wißt. Erstlich, daß der Prinz Cavalcanti außerordentlich reich war, und daß der Graf von Monte Christo auf dem besten Fuße mit diesem Prinzen stand, der jetzt sehr unglücklich ist.«

»Sollten Sie nicht besser tun, zu sagen, der beraubt wurde.«

»Das versteht sich von selbst,« erwiderte Benedetto.

»Nun, was weiter? – Was kümmert es mich, ob der Prinz ungeheuer reich war, wie Sie sagten, und der Graf auf dem besten Fuße mit ihm stand?«

»Einen Augenblick, Maestro; ich erkläre mich deutlicher!« sagte Benedetto mit wichtigem Tone. » Primoda der Prinz Cavalcanti ungeheuer reich war, müßt Ihr begreifen, daß der Raub sehr beträchtlich gewesen ist! Secundo, da der Graf auf dem besten Fuße mit ihm stand, vertraute er mir den Namen der Frau an, die ihn bestohlen hat, indem er mir den Auftrag gab, mich ihrer bemächtigen zu lassen, wo ich sie finden würde; denn er hat geschworen, den armen Cavalcanti wieder in den Besitz seines Geldes zu setzen. Nun sage ich Euch, daß dieses Mädchen mit ihrem Vater in Rom ist; statt sie aber der Justiz zu überliefern, will ich Euch einen Vorschlag machen, mit mir gemeinschaftlich eine Expedition vorzunehmen.«

»Wie heißt das Weib?« fragte Vampa, dessen Gesicht andeutete, daß er an der Sache Geschmack zu finden begann.

Die letzten Worte Benedettos hatten ihren Zweck nicht verfehlt.

»O, ihr Name,« antwortete Benedetto mit der größten Kaltblütigkeit, »ist kein unbekannter, niedriger Name; sie gehört von mütterlicher Seite der Familie von Servières an und den Danglars von der Seite ihres Vaters, welcher niemand anders ist, als der berühmte Baron, dem Ihr nach den Instruktionen des Grafen von Monte Christo sechs Millionen geraubt habt. Sie heißt Eugenie Danglars und ist gegenwärtig in Rom unter dem Namen Eugenie d'Armilly bekannt.«

Bei diesen Worten machte Luigi Vampa unwillkürlich eine Bewegung der Ueberraschung, die er vergebens unter dem Scheine vollständiger Gleichgültigkeit zu verbergen strebte. Benedetto stellte sich, als hätte er auf diese Bewegung Vampas nicht die geringste Aufmerksamkeit gerichtet und fuhr mit der größten Gelassenheit fort: »Und diese junge Person ist keine andere, als die schöne Sängerin des Argentino; jene Circe, welche das Volk von Rom mit ihrem taubenhaften Wesen einschläfert und es dabei betrügt. – Was meint Ihr dazu?«

»Und worin betrügt sie denn das Volk? Lassen Sie hören!« sagte Vampa mit einem Tone, aus dem Ungeduld hervorleuchtete.

»O, in nichts, Maestro,« entgegnete Benedetto. »Ich wollte nur sagen, daß niemand, der sie sieht, sie für fähig halten sollte, einen Gedanken zu fassen, wie der, den sie mit ebensoviel Geschick als Unerschrockenheit ausgeführt hat.«

Vampa schwieg einen Augenblick.

»Und Ihr Vater?« fragte der Bandit dann, »wo ist er, oder vielmehr, was macht er? Sie haben mir gesagt, daß er in Rom sei.«

»O, der Vater ist ein geriebener und verschlagener Kerl, fähig und bereit zu allem. Ich begegnete ihm neulich auf einem Spaziergange, den ich nach der Zitadelle von Aquapendente machte, in deren Nähe er ein Haus mit Hof und Garten besitzt.«

»Lebt er in gutem Einverständnis mit seiner Tochter?«

»Was kümmert Euch das, Maestro?« fragte Benedetto seinerseits.

»Nun, die Frage ist gut!« entgegnete der Bandit, indem er sich zu lachen zwang. »Es kommt Ihnen in den Sinn, mir eine gemeinschaftliche Unternehmung vorzuschlagen, und Sie wundern sich, wenn ich Erkundigungen einziehe.«

»Also nehmt Ihr meinen Vorschlag an?«

»Erklären Sie mir zunächst die Angelegenheit, dann wollen wir sehen.«

»Ihr bedürft noch der Erklärungen? – Nun, es sei; ich will mich kategorisch erklären, wie Ihr es verlangt. Zwei Verbündete müssen Vertrauen zueinander haben. Ich weiß, daß Ihr mich verderben könntet, wenn es Euch zufällig in den Kopf käme, den Grafen, meinen Gebieter, von der nicht allzutreuen Art und Weise zu benachrichtigen, wie ich ihm in Rom diene. Aber ich weiß auch, daß ich mich an Euch heften und laut und vernehmlich schreien könnte, ecce homo! Allein ich habe die Ueberzeugung, daß Ihr nicht so handeln werdet, wie es auch mir nicht einfällt, etwas Aehnliches zu tun; wir werden uns vielmehr sogleich ganz vortrefflich verständigen. Denn ich sagte Euch bereits, daß mein Plan in unserem gemeinschaftlichen Interesse entworfen wurde, wie er auch ebenso ausgeführt werden soll. Es ist offenbar, daß Fräulein Eugenie d'Armilly, welche den Prinzen Cavalcanti, mit dem sie sich verheiraten sollte, beraubt hat, gegenwärtig jenes nicht unbedeutende Kapital in Händen hat; in diesem Falle nun wagt man ein kleines Attentat gegen die Freiheit des Fräulein Eugenie und macht ihr den Vorschlag, sich um den Preis freizukaufen, den man selbst darauf setzt. Dann rechnen wir miteinander ab, Maestro.«

»O, Eugenie d'Armilly,« rief unbesonnen Vampa, indem er mit geballter Faust auf den Tisch schlug, der unter der Heftigkeit des Schlages erbebte.

»Nun, was denn?« fragte Benedetto.

»Wollen Sie in Uebereinstimmung mit mir handeln?« fragte Luigi Vampa.

»Ohne Zweifel will ich das!«

»Nun, so schlagen Sie ein,« sagte der Bandit und hielt ihm die Hand hin, »und auf morgen um diese Stunde im Kolosseum.«

»Im Kolosseum!« wiederholte Benedetto, indem er die Hand Vampas drückte.

»Bei der vierten Säule des innern Portikus.«

»Ich werde dort sein.«

»Allein!«

»Bis auf morgen, Maestro!«

Benedetto und Vampa, die jetzt schon die Kneipe verlassen hatten, tauschten noch einen Händedruck und entfernten sich dann mit großen Schritten nach entgegengesetzten Richtungen.

»O,« murmelte Vampa, indem er Benedetto verschwinden sah, »Du hast ihn verraten, dem Du dientest, und Du wirst mich ebenfalls verraten, wenn Dein Vorteil es heischt. Du sollst daher den Lohn der Verräter empfangen, nachdem Du mir als Mittel zum Zweck gedient hast.«

Diese geheimnisvolle Drohung des furchtbaren römischen Banditen würde Benedetto erzittern gemacht haben, hätte er die entschlossene Bewegung bemerkt, von der sie begleitet wurde.

*

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