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Die stummen Dinge

Hilda Bergmann: Die stummen Dinge - Kapitel 8
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie stummen Dinge
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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GLOCKENSTIMMEN

Die tiefe Glocke mit schwerer Zunge
spricht über die Länder den Abendsegen.
Die helle dagegen,
die jauchzende, junge
begrüßt den Morgen auf seinen Wegen.
Und also geht ihr Singgesang:

»Die Nacht war lang,
die Nacht war bang,
das Leben schlief.
Doch hört ihr's nun? Die .Amsel rief;
die Sonne steigt; der Tag erwacht.
Auf, Schläfer, auf, der Morgen lacht,
das Leben braust, die Schöpfung rauscht!
Auf, Schläfer, auf, erwacht und lauscht,
denn übervoll von Wundern ist die Erde.«

Die tiefe Glocke dröhnt mit ernster Gebärde:
»Das Licht verrann, die Schatten wehn,
die Erde muss zur Ruhe gehn.
Ins Dunkel sinkt, was taglang lacht.
Auch dich, o Mensch, erwartet Nacht.
Die Schatten wachsen ringsumher,
die Farbe stirbt in ihrem Meer,
das Leuchten lischt, der Frohsinn schweigt,
der mohnbekränzte Spielmann geigt.«

Die tiefe Glocke mit ehernen Schlägen
spricht über die Länder den Abendsegen.
Die kleine aber, die jauchzende, schnelle,
begrüßt aller Tage Morgenhelle
mit Jubelton und -gebärde,
denn übervoll von Wundern ist die Erde.

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