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Die stummen Dinge

Hilda Bergmann: Die stummen Dinge - Kapitel 60
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie stummen Dinge
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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DER GÄRTNER

Allmorgendlich erblaut an einem Baume,
der mir im Traum gewachsen, ein Gedicht.
Es fällt mir zu wie eine reife Pflaume.
Es kam von selbst hervor; ich rief es nicht.

Allmorgendlich ergoldet zwischen Rebe
mir eine Traube, rund und beerenschwer.
Sie hat ihr eigenes Gesetz und Leben.
Ist sie gepflückt, gehört sie mir nicht mehr.

So bin ich Gärtner nur und Weinberghüter
in einem zugewiesnen Erdenstück,
betreue die mir anvertrauten Güter
und bring' die Frucht dem Herrn des Grunds zurück.

Denn alles ist von Anbeginn sein eigen,
der Baum, der Weinstock und der Ackersmann.
Gesegnet, wer im mittäglichen Schweigen
des Erntetages gehn und sammeln kann.

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