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Die stummen Dinge

Hilda Bergmann: Die stummen Dinge - Kapitel 35
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie stummen Dinge
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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DIE VORFAHREN

Meine Alterväter waren nordböhmische Bauern
mit schwieliger Faust und sonnengegerbter Haut.
Davon trag ich im Herzen ein heimliches Trauern,
wenn ich in der Stadt bin zwischen den Häusermauern,
und die Sehnsucht nach Weite von Himmeln überblaut.

Meine Alterväter waren noch eins mit der Erde,
die ihres Schweißes gesegnete Ernten trug.
Sie warfen den Samen ins Land mit breiter Gebärde
und gingen als Hirten gelassen hinter der Herde
und schritten als Pflüger hinter Egge und Pflug.

Ich habe nicht Erdreich, nicht Scholle noch Ackerkrume
und keinen Boden, der meine Wurzeln hält.
So wird meinem Herzen jede blühende Blume,
wird Baum und Gesträuch zum lebenden Heiligtume
und die Natur mir Erbteil, Heimat und Welt.

So grab ich und furche und werfe mit leiser Gebärde
ins Brachland der Seele die Samenkörner hin.
Und wachsen einmal die Saaten empor ohne Fährde,
so ist's meiner Väter uralte, geheiligte Erde,
die Ähren entsprießen und Sommersänge entblühn.

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