Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hilda Bergmann >

Die stummen Dinge

Hilda Bergmann: Die stummen Dinge - Kapitel 33
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie stummen Dinge
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
Schließen

Navigation:

GARTEN DER KINDHEIT

Und manchmal glaube ich in tiefer Nacht
im Garten meiner Kindheit mich erwacht.
Die Luft durchweht vertrauter Glockenton;
die Sonne strahlt, die Stare nisten schon.
Jasmingebüsch und Fliedersträucher blühn
und wölben einen grünen Baldachin,
durch den der frische Morgenhimmel schaut.
Der Lenz ist Bräutigam, die Erde Braut.

Und ich, ich werfe mich zu Boden hin
und grüße meinen Garten auf den Knien;
ich berge tief im Rasen mein Gesicht:
O Welt, wie warst du weit, wie warst du licht,
als jede Wolke eine Ritterschar,
als jede Ferne blau von Wundern war
und als die Seele täglich flog empor
mit Falterflügeln zu des Lebens Tor.

Das Tor sprang plötzlich auf, das Leben kam,
das gab und nahm und wieder gab und nahm
und das, je mehr sein Antlitz sich enthüllt,
je strenger blickt als gnadenloses Bild.
Der Frühling zog vorbei, der Wind streicht kalt
durch meiner Wünsche abgeblühten Wald
und nur ein Traum, nur noch ein Traum umspannt
den blumenbunten Garten Kinderland.

 << Kapitel 32  Kapitel 34 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.