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Die stummen Dinge

Hilda Bergmann: Die stummen Dinge - Kapitel 19
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie stummen Dinge
publisherKrystall-Verlag
yearo.J.
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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DER ABEND

Der Abend kommt einher als Flötenbläser
und tritt die Sonnenfackel in den Grund.
Die Hände taugefüllt, küsst er die Gräser
und küsst die kleinen Blumen auf den Mund,
dass sie in Frieden ihre Nacht verbringen;
geht zu den Käfern und den Schmetterlingen,

schickt sie zur Ruh.
Dann hebt er an zu singen
und spielt dazu:
»Heil'ge Stunde sanfter Stille!
Tag- und Weltgebundenheit
lösen sich und auch der Wille
atmet auf, vom Druck befreit.
Stimmen werden laut im Schweigen,
die der Alltag überhört,
Märchen tanzen einen Reigen,
den kein Laut, kein Lärmen stört.
Zwischen Schlaf und Wachen kreisen
die Gedanken leicht wie Flaum,
unbewusste Tiefen speisen
die Gefühle und den Traum.
Nun erlischt die Abendröte,
meine Sendung ist vollbracht
und ich reich die Doppelflöte
meiner dunklen Schwester Nacht.«

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