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Die Spielhölle in Baden-Baden

Edmond About: Die Spielhölle in Baden-Baden - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorEdmond About
titleDie Spielhölle in Baden-Baden
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
seriesReclams Universal-Bibliothek
volume4465/4466
yearum 1900
firstpub
translatorAugust Baumeister
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20070904
projectid9c0ab92e
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Vorbemerkung des Übersetzers

Die nachfolgende hübsch abgerundete und mit feinen humoristischen Zügen ausgestattete Erzählung ist ein Zeitbild aus dem Jahre 1858.

Das zweite Kaiserreich ließ bei den Franzosen die Erinnerungen an das erste wieder aufleben. Noch waren die letzten Reste der »großen Armee« nicht ganz weggestorben; ein Veteran derselben bildet hier den Mittelpunkt, ein Mann, der wie so viele im damaligen und noch im heutigen Frankreich von der Pike auf gedient hat. Ein italienischer Flüchtling, der 1848 und 1849 in Rom als Republikaner gegen den Papst und die Franzosen kämpfte, erscheint hier als Liebhaber auf der Bühne; sein Grafentitel ist, wie auch sonst jetzt zuweilen in Italien, nur ein angenehmer Schmuck. Die Scene der Novelle ist anfänglich und zum Schluß in Paris, zwischendurch in der Schweiz und der Hauptakt spielt auf deutschem Boden: in Baden-Baden, dem einzigen deutschen Orte, wohin der elegante und üppige Pariser sich damals mit Vorliebe wandte, um in dem halb von Franzosen bevölkerten Städtchen Sommervergnügungen in einer internationalen Halbwelt zu genießen und vornehmlich dem in Frankreich verbotenen Hasardspiel zu frönen, das hier erst 1872 durch Aufhebung der Spielbank sein Ende fand.

Zum besseren Verständnis des verbotenen Trente et Quarante lassen wir für deutsche Leser eine kurze Erklärung folgen. »Dieses Glücksspiel wird mit sechs vollständigen Whistspielen, also 312 Karten, gespielt, wobei eine unbeschränkte Anzahl von Pointeuren gegen einen Bankhalter setzt. Der Spieltisch ist in zwei Felder geteilt, ein rotes und ein schwarzes, auf welche die Pointeure setzen. Nachdem die Karten gehörig gemischt sind, nimmt der Bankier so viele, als er bequem in der Hand halten kann, und legt dann einzeln so viel Karten offen auf den Tisch, bis die Summe der Augen der Karten 30 überschritten und 40 noch nicht erreicht hat. Dabei gelten die Figuren 10, die andern so viel als sie Augen haben, das As 1. Die so gelegte Reihe gilt für das rote Feld, hierauf legt der Bankier in derselben Weise eine Reihe für die andere Partei. Die Reihe, in welcher die wenigsten Augen sind, gewinnt. Der Bankier zieht die Einsätze der verlierenden Partei ein und zahlt die der gewinnenden aus. Sind beide Reihen gleichwertig, so ist das Spiel unentschieden, und jeder Pointeur kann von neuem setzen; weisen beide Kartenreihen 31 Points auf, so gewinnt der Bankier die Hälfte aller Einsätze.«

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