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Die Spielereien einer Kaiserin

Max Dauthendey: Die Spielereien einer Kaiserin - Kapitel 2
Quellenangabe
typedrama
booktitleDie Spielereien einer Kaiserin
authorMax Dauthendey
year1910
firstpub1910
publisherAlbert Langen
addressMünchen
titleDie Spielereien einer Kaiserin
pages235
created20120428
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Vorspiel

Das Dragonerweib

Personen des Vorspiels

  Fürst Menschikoff, russischer Feldmarschall
Katharina
Iwan, ihr Mann, Dragoner
Pastor Glück, ihr Pflegevater
Michail, Dragoner
Eine Offiziersdame

Ein Leutnant, Dragoner, Kosaken, ein Bote, Generale, Offiziersdamen, Fackelträger

Vorspiel: Im Zelt des Feldmarschalls Fürsten Menschikoff.
Am letzten Tag der Belagerung von Marienberg 1702

 

Charakteristik der Hauptpersonen des Vorspiels

Katharina kaum zwanzig Jahre alt, aber von außerordentlicher geistiger Reife. Sie ist eine mädchenhafte, magere, sinnliche junge Frau. Sie drückt Phantasie und Lebensgröße in ihren lebendigen Gesten aus. Ihr Gang und ihre Haltung zeigen einen gesunden Despotismus, Unbefangenheit und Lebensgenuß. Sie läßt ihre Arme prächtig lässig und sinnlich unschlüssig an ihrem Leibe leben.

Sie hat wundervolles rotgoldnes Haar, das in dicken Zöpfen und Locken hochgesteckt ist. Sie erscheint im Vorspiel in einem zitronengelben Kleid mit Busentuch und kleidet sich gegen Ende des Vorspieles in ein hellblaues Reitkleid im Stil der Zeit um 1702.

Menschikoff, Anfang der Dreißiger, mit starkem Schnurrbart. Sonst rasiert. Langes modisches Haar. Er ist in diesem Vorspiel in abgenützter grüner Uniform mit Gold. Kriegsgemäß gekleidet, wetterverbrannt. Hat einen verwegenen Feldherrnkopf.

Er ist nicht überlaut; stolz und doch nie übermütig. Treuherzig und volkstümlich gemütlich, dabei aber stets von verhaltener Leidenschaft regiert; neigt zur Melancholie, die ihn aber nicht beherrscht.

 

Bühnenbild des Vorspiels

Ein abgenütztes großes grün und gelb gestreiftes Leinwandzelt. Schanzkörbe und Säcke im Hintergrund. Die Zeltwände sind ernstlich vom Krieg mitgenommen. Die Leinwand zeigt große Brandflecken und ist teilweise in der Höhe, im Hintergrund, herabgerissen und zerschlitzt. Durch ein großes Loch, das schräg die Hintergrundwand oben offen zeigt, sieht man düstere Türme der fernen Festung Marienberg. Rauchiger Sonnenuntergang.

Ein breites Feldbett schräg im Hintergrund links. Ein paar Schanzkörbe daneben. Aus gestickten Pferdedecken und Soldatenmänteln ist ein Bettvorhang hergestellt, herabhängend von der Decke.

Säbel und Gewehre liegen aufgeschichtet. Zusammenklappbare leichte Feldtische, Klappstühle. Die Tische bedeckt mit Plänen, Flaschen und Gläsern. Auf allen Tischen im Zelt zerstreut stehen Flaschen herum. Ein großer grüner Baumast mit verwelkten Blättern hält die Zeltdecke und ragt herein. Rechts im Hintergrund der Zelteingang. Das ganze Innere des Zeltes ist abenteuerlich, halbdüster, verwegen und arbeitssam.

 


 

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