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Die Schöpfung

Sebastian Sailer: Die Schöpfung - Kapitel 2
Quellenangabe
typecomedy
booktitleDie biblischen und weltlichen Kom¨dien des hochwürdigen Herrn Sebastian Sailer
authorSebastian Sailer
year1913
publisherAlbert Langen Verlag
addressMünchen
titleDie Schöpfung
pages1-3
created20040421
sendergerd.bouillon
firstpub1743
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Prologus

        Auditores spectatissimi! Honorandi convivae!
Ut video, vobis fluunt in ore salivae!
Titillat curiositas, et estis anheli,
quid velim mea producere cheli.
Dico: peccatum originale,
nobis hucusque fatale,
in mundum quod irrepserit, hoc vobis denuo
proponam spectaculo.
Spero tamen, quod faveatis.
Unicum rogo vos, ut caveatis
credere, me Deo ter optimo maximo,
quem adoramus genu famulo,
injuriam velle facere;
nec Adamo aut Evae, nostris protoparentibus,
qui acta seria poenitentia pro peccato
aeternum morantur in coelestibus.
Dico brevi:
rem totam profero,
ut eam considerent simplices salvi
et sapientibus
sit recreatio,
idiomate rustico.
Quisquis est Criticus, et Aristarchus praeposterus,
excludatur, et non admittatur.
Aria
        Cui semper in fronte stant rugae,
cui creant fastidium nugae,
    honestus cui risus
    est gravis, invisus,
huic est heteroclita mens.

Non semper est tempus plangendi,
est tempus subinde ridendi.
    Hinc quaedam cantabo,
    nec multum curabo,
si rodat me criticus dens.

 
Verdeutschung des Prologs

Hochansehnliche Zuhörer! Ehrwürdige Gäste! Euch läuft das Wasser im Mund zusammen, wie ich sehe. Die Neugier kitzelt euch, und ihr wartet atemlos drauf, was ich wohl auf meiner Leyer vorbringen werde.

Also: ich will euch in diesem Schauspiel noch einmal vor Augen führen, wie sich die Erbsünde, so bis dato über uns verhänget ist, in die Welt eingeschlichen hat.

Und hoffe denn, ihr möchtet Gefallen dran finden.

Das Eine bitt' ich euch: glaubet um alles nicht, ich wolle dem allerbesten, allerhöchsten Gott, den wir mit dienendem Knie anbeten, ein Unrecht zufügen; noch Adam und Evä, unsren Voreltern, die nach ernstlicher Bereuung ihres Fehltritts für alle Ewigkeit im Himmel weilen.

Um es kurz zu machen: ich erzähle den ganzen Handel in bäuerlicher Mundart, auf daß ihn die Einfältigen betrachten mögen, ohne Schaden zu nehmen, und er denen Weisen eine Erquickung sei.

Jedweder Kritikaster aber und voreilige Tadler bleibe vor der Türe und verziehe sich!

Wem die Stirn allzeit in Falten liegt, wer keinen Spaß versteht, wem ein ehrbares Lachen lästig und zuwider ist, dem ist auch die Seele verbogen.

Nicht immer taugt es, zu trauern; es ziemt sich, hinterher auch zu lachen. Drum will ich Etliches singen und mir, falls mich der kritische Zahn benagt, kein graues Haar darob wachsen lassen.

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