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Die Schelmenkappe

: Die Schelmenkappe - Kapitel 3
Quellenangabe
pfad/antholog/schelmen/.schelmen.xml
typelegend
authorVerschiedene Autoren
titleDie Schelmenkappe
publisherCarl Flemming und C. T. Wiskott A.-G.
editorCarl Ferdinands
seriesFlemmings Saatbücher
illustratorHans von Volkmann
year1922
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20090919
projectidbe4212ab
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Wie man aus Barmherzigkeit rasiert wird

J. P. Hebel

In eine Barbierstube kommt ein armer Mann mit einem starken schwarzen Bart, und, statt eines Stückleins Brotes, bittet er, der Meister soll so gut sein und ihm den Bart abnehmen, um Gottes willen, daß er doch auch wieder aussehe, wie ein Christ. Der Meister nimmt das schlechteste Messer, das er hat, denn er dachte: »Was soll ich ein gutes stumpf dran hacken für nichts und wieder nichts?« Während er an dem armen Teufel kratzt und schabt, und der darf nichts sagen, weil der Schinder es ihm doch umsonst tut, heult der Hund auf dem Hofe. Der Meister fragt: »Was fehlt dem Mopper, daß er so winselt und heult?« Der Gesell sagt: »Ich weiß es nicht!« Der Lehrjunge sagt: »Ich weiß es auch nicht!« Der arme Teufel unter dem Messer aber sagt: »Er wird vermutlich auch um Gottes willen barbiert, wie ich!«

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