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Die Saga von dem Gunlaugur genannt Drachenzunge und Rafn dem Skalden

Friedrich de la Motte Fouqué: Die Saga von dem Gunlaugur genannt Drachenzunge und Rafn dem Skalden - Kapitel 7
Quellenangabe
typelegend
booktitleDie Saga von dem Gunlaugur genannt Drachenzunge und Rafn dem Skalden
authorFriedrich de la Motte Fouqué
year1826
firstpub1826
publisherAnton Pichler
addressLeipzig
titleDie Saga von dem Gunlaugur genannt Drachenzunge und Rafn dem Skalden
pages645
created20120417
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünftes Kapitel.

Der Gast und seine freundlichen Wirthe vertrugen sich mitsammen ganz wohl. Aber zu einer so recht geselligen Vertraulichkeit oder auch nur Lustigkeit wollte es zwischen ihnen nicht kommen.

Bardur gab allzuviel auf Träume. Thorstein und Jofridur gaben allzuwenig darauf.

So mindestens wollte es Jedem von beyden Parthen vorkommen, so oft Eines an das Andere dachte. Und wo man unter demselben Dache mitsammen lebt, muß man doch einmahl nothwendigerweise sehr viel aneinander denken.

Nicht, daß sie je darüber in Streit gerathen wären. Thorstein und Jofridur konnten sich nie anders, als sittig gegen ihren Gast benehmen. Und so war auch dem Bardur gegen seine Wirthe zu Muth. Außerdem schlief er sehr viel; nicht aus Ermattung oder langweiliger Verdrossenheit, aber just um der hier so verachteten Träume 35 willen. Bardur hielt die nicht eben für den besten Theil des Lebens – dawider sprach all seines Treibens rüstige Thätigkeit! – aber vielleicht für den angenehmsten, und zugleich für einen sehr lehrreich weissagenden Umgang mit höheren Gewalten.

Spätherbst und Winter gingen denn so erträglich hin. Bisweilen erzählte man sich schöne Sagen der Vorwelt und Thaten rühmlicher Altvordern. Und dann blitzte es allen auf, wie gegenseitiges Leben und Lieben. Aber es kam wieder doch so viel von weissagenden Träumen in den alten Geschichten vor, und dann ein Blick Jofridurs nach der Halle, wo mindestens fünfzig Gäste hätten überwintern sollen, und jetzt nur ein einziger, obenein noch ein sehr mäßiger Fremdling erschienen war – ein anderer spottender Blick nach ihren dazu gehäuften Vorräthen hin – und Bardur verstand sogleich, was das heißen solle. Man verstummte. Und dann bathen die Kinder, man solle hübsch die Sage zu Ende erzählen. Das geschahe dann jedoch nur erst, wenn der wunderliche Gast Bardur seine Ruhestätte gesucht hatte. Freylich that der Schlafes- und Traumesfreund das auch immer frühe genug. Die Kinder pflegten heimlich hinter ihm 36 drein zu lachen. Jofridur lächelte auch wohl bisweilen mit. Thorstein jedoch sahe dann sehr streng verbiethend darein, dem Gaste das Eigenthumsrecht über Thun und Lassen auch gegen die allerschuldlosesten Angriffe bewahrend.

Als aber nun der Frühling in die Welt hereinstrahlte mit jungen Sonnenlichtern und frischen Gräsern und schwellenden Knospen, und das Leben zu Land und Meer, ob in alljährlich wiederkehrender, doch immer neu erquickender Herrlichkeit wiederum zu lachen begann – da ward es auch dem Wirthe zu arg, daß sein Gast noch gar nicht lustig werden wolle, und er nahm sich vor, ihn in Bewegung zu bringen, auf alle Weise, die sich mit der höflichen Gastlichkeit vertrage. In Bewegung müsse der Bardur durchaus, meinte Thorstein. –

Die Frühlingsstürme, welche um Island ziemlich heftig aus dem Meer emporbrausen, mußten mit dazu helfen. Öfters wohl, wenn die Menschen Etwas recht sehr wollen, hilft die heimlich unbewußte Seherin und Weberin von Schrecken und Freuden, die man Natur zu benennen pflegt, dabey mit. Ob zum Heil oder Unheil des Bundesgenossen – wer kann das immer genau ermessen? –

37 Für dießmahl fing die Erfüllung von Thorsteins Wunsche mit einem Unfall an; aber mit einem kleinen nur.

Oben auf einer Hügelebne nähmlich, hatten sich die Bewohner des Gaues Borgarfiörde die Stätte zum Rath- und Gerichthalten ausersehen. Eine Dingstätte hieß man dergleichen. Sonsten aber trug auch diese Stelle von alter Zeit her den Nahmen Wahlfeld, oder Wahlstatt, wie man wohl Kampfesfelder zu bezeichnen pflegt. Es mochte dort in halbvergeßnen Tagen einmahl irgend ein Heldenkampf gehalten worden seyn. Vermuthlich war das in der ganz uralten Zeit geschehen, ehe noch das Eiland wüste gelegt ward, um spät nachher durch Kwelldulfurs Fahrt wieder angebaut zu werden. Denn sonsten gehören die Isländer nicht zu den Völkern mit so kurzem Gedächtniß, daß die Kämpfe ihrer Krieger ihnen schon gleichgültig würden, sobald nur etwa die Noth sich verloren hätte, wodurch dergleichen in Gang gekommen wäre. Seit Jahrhunderten halten die Isländer noch bis auf diese Stunde jede Erinnerung der Thaten ihrer Heldenväter fest. Und eben dadurch sind ja auch diese Geschichten vom Thorstein und andern kühnen Männern auf uns gekommen.

38 Thorstein hatte sich auf der Dingstätte Wahlfeld eine Art von Haus gebauet, wie das auch die andern Wohlbegüterten der Insel pflegten, um für sich und ihre Freunde und Genossen ein Obdach zu haben, falls einmahl die Landesgemeinde sehr lange beysammen blieb, und der Norderhimmel seine Sturm- und Schnee- und Regengewölke losließ. Weil die Isländer nähmlich Leute von sehr fester und getreuer Sinnesart sind, geben sie einander auch eben nicht früher in den Beratungen nach, als bis sie ihren Irrthum begreifen, oder eine sehr große Mehrzahl sie überstimmt. In diesem Falle hatten es dann wohl Manche an der Art, zu sagen: »Wohlgut, wenn es so überzählig viel Klügere unter uns hier zu Lande giebt. Und hätte auch allenfalls die Überzahl was Thörichtes ausgemittelt – auf ihre Köpfe die Verantwortung! Viele tragen Schweres leichter, als Wenige.«

Nun währte es öfters mit den Dingversammlungen etwas lange, und da halfen die gastlichen Wohnungen der Reichen auch manchem andern ehrbaren Manne mit aus. Diese Häuser waren freylich nur aus Wänden von Balken und Reisgeflecht und Lehm erbaut, und ein Linnengezelt als Dach darübergespannt. Es war doch immer 39 besser, als im Freyen. Wenn dann die Versammlung wieder aus einander ging, nahm der Eigner die Dacheslinnen mit. Die Wände blieben einstweilen so offen stehen. Und da war es nun geschehen, daß die Frühlingsstürme dem Thorstein alle die vier Wände seines Hauses auf der Dingstätte in einen wüsten Haufen zusammen geworfen hatten.

Die Knechte des Hausvaters brachten alsbald die Nachricht, und Thorstein winkte seiner Hausfrau lächelnd zu, und sagte leise zu ihr – denn man hörte schon den Bardur aus seinem Gemache kommen, wegen des etwas lauten Geredes der Boten in früher Morgenstunde –: »Nun soll er mir doch einmahl wieder auf's Pferd, der wunderliche Gast, und soll in die Welt hinein sehen, statt in den Traum!« Und Jofridur lachte dazu.

Wie aber der hohe greise Bardur in die Halle trat, ward ihr seltsam feyerlich zu Muthe, und sie meinte fast in sich, er müsse für dasmahl eine wundersame Botschaft bringen, aus seiner Traumwelt herüber. Der Gast jedoch grüßte nur schweigend nach ihr hin, und fragte dann den Hausherrn mit lebendiger Theilnahme, was vorgefallen sey. Thorstein erzählte es ihm, und 40 setzte hinzu: »Wollt Ihr etwa mit hinreiten, Bardur, und mir helfen die Sache wieder in Stand setzen?« – »Das versteht sich!« sagte Bardur. »Dem Wirthe hilft der Gast, wo es Noth thut; sey es mit Waffen, sey es mit Handgeräth, sey es mit Rathschlägen.« – Und damit war er schon in den Hof hinaus geschritten, hatte sich auf eines der vorgeführten Roße geschwungen, und sprengte nun dem Thorstein und dem Knecht, welchen dieser mitnahm, so munter voran, daß sie wohl merken konnten, der Gast habe während seines traumvollen Winters das Reiten nicht verlernt. Und dabey zeigte er sich so wegekundig, daß sie fast glauben mußten, die Träume hätten ihm die Bergpfade der Insel deutlich abgespiegelt.

Angekommen bey dem eingestürzten Baue half er mit Rath und That bey der Arbeit gar mächtig, und weil sich damahls alle Nordmannen, auch die Edelsten und Reichsten unter ihnen, auf Zimmerwerk und andere Handarbeit sehr wohl verstanden, gedieh es, nachdem noch ein Dienstmann Thorsteins herbey gerufen war, dahin, daß die Viere das Haus auf der Dingstätte Wahlfeld gut wieder in Stand gesetzt hatten.

41 Darüber jedoch war der heiße Mittag heraufgekommen. Die beyden Knechte legten sich in's Gras, und schliefen. Bardurs Augen blieben keck und wacker, weshalb sich Thorstein beynahe schämte, der Müdigkeit nachzugeben. Er setzte sich aufrecht neben Bardur auf die Schwelle des wiederhergestellten Hauses, und fing von allerley Dingen zu reden an; endlich war dennoch der Schlaf seiner gewaltig. Noch im Entschlummern sah er Bardurs große Augen offen und hell. Aber er dachte bey sich, schon halbträumend: »Was will das auch weiter bedeuten? Der Bär und der Dachs haben gut wachen im Frühling und im Sommer! Die haben vorausgeschlafen den ganzen Winter lang, und eben so auch ist es mit diesem wunderlichen Manne bestellt, Da will ich mir weiter den süßen Schlaf nicht abwehren; mag er mich hinnehmen, wie er will.« –

Er lehnte sich ganz zurück, und schlief sehr fest ein. Bardur saß aufmerksam wachend neben seinem Gastfreunde, und merkte wohl, daß der in wunderlichen Träumen sehr heftig athmete, und sich beängstet hin und wieder warf. Aber er hielt es nicht für angemessen, ihn zu erwecken. Schon sonst hatte er wohl mit sehr ernstem Wesen gesagt: »Jedweden muß man seines 42 Traumes genießen lassen!« Als nun endlich Thorstein erwachte, athmete er tief und schwer auf, wie aus beängsteter, nur kaum erst freywerdender Brust. – »Willst Du vielleicht Deinem östlichen Gaste verkünden, was Du geträumet hast?« sagte der Normann. – Thorstein sah ihn sehr groß und verwundert an, wie einer, der noch gar nicht recht zu begreifen vermag, wovon die Rede ist, und doch sehr hochwichtige Dinge vorahnt, und sie auch schon dunkel im Herzen trägt. Endlich sagte er lächelnd – aber es sahe nicht aus, als ob er von ganzem Herzen lächle –:

»Bardur, es ist ein seltsamer Traum durch meine schlafende Seele gezogen. – Ein recht seltsamer Traum!« wiederhohlte er kopfschüttelnd, und setzte nach einem Weilchen hinzu: »Aber dennoch fing sich Alles damit erst so ganz gewöhnlich an.« – »Das pflegt meistens in der Welt mit seltsamen Dingen so anzuheben;« antwortete Bardur. »Auch mit recht großen Dingen wohl! Im Wachen und im Traume. Denn das Beydes ist ja im Grunde einerley.« – Da lachte Thorstein und sagte: »Daß Ihr in der wachenden Welt gar tüchtig daheim seyd, lieber Gast, habt Ihr uns heute mannigfach schön und 43 rüstig bewiesen. Ob Ihr es also wirklich so ernst mit der Traumeswelt nehmt, wie Ihr es bisweilen andeutet« –

Aber Bardur unterbrach ihn unwillig: »Ob! – Und Andeuten blos! – Ich bin ja ein Nordmann. Ich werde mich ja doch auf Träume verstehen.« –

»Nun,« sagte Thorsten etwas ärgerlich, »bin ich ja doch auch ein Nordmann, so gut als Einer! Aber an den Träumen bin ich irre geworden. Wenn Ihr indessen Euch noch darauf versteht, so deutet mir den meinen.«

»Das soll geschehen!« entgegnete Bardur. »Und auf meinen Kopf die Schuld, wenn ich falsch deute.« – Thorstein jedoch wollte noch immer nicht mit seinem Traum an's Licht kommen. Aber endlich, als auf dem Heimritt Bardur abermahl in ihn drang, hub er folgendermaßen zu erzählen an:

»Mir träumte, daß ich daheimstände vor meinem Gehöfte, und zwar vor dem Thorweg, wo die Hausgenossen täglich ein- und ausgehen. Da sah ich so empor nach dem Giebel, und droben saß ein Schwan, gar schön und lieb, und es war, als sagte mir Jemand: »Der schöne Schwan ist Dein, und ist ein Schwanenweib.« – Und 44 das gefiel mir sehr gut, und freute mich sehr. Da sah ich, wie von den Bergen hernieder ein großer Adler flog, und wie er immer näher kam, und sich endlich neben den Schwan setzte auf mein Dach. Und da that er ordentlich schön mit dem Schwan, liebkosend und girrend, und dem Schwane schien es zu gefallen. Der Adler aber hatte große, gewaltige Schwarzaugen, und eherne Klauen. Er kam mir sehr streithaftig und stark vor.«

»Da sah ich, wie ein anderer Vogel von der Südgegend aufstieg. Auch er flog hier nach meinem Gehöfte Borg heran, und setzte sich auf den Giebel des Baues, dem Schwanenweib zur andern Seite, und that ihr auch sehr schön, und war auch ein mächtig großer Adler. Da war es, als ergrimme der Adler, welcher zuerst gekommen war, sehr heftig, und da hielten Beyde langen und scharfen Streit miteinander. Dann fingen sie Beyde an zu bluten, und ihr Streit nahm solch ein Ende, daß Jeder von seiner Seite des Giebels hinuntertaumelte. Und da waren sie alle Beyde todt.«

»Der Schwan aber – das sah ich wohl und ward mir weh davon – blieb auf dem Giebel still, einem sehr ernsthaft trauernden Weibe gleich.« –

45 »Dann stieg von der Abendgegend her ein anderer Vogel auf. Das war ein Falke. Der setzte sich neben das Schwanenweib, und schmeichelte ihr. Darauf, nach derselben Gegend Beyde, flogen sie hinaus – und ich fuhr zusammen und erwachte.« –

Wie er nun so Alles vom Herzen hinuntergesprochen hatte, setzte er keck hinzu:

»Warum hat das Geträume nun aber einem kräftigen Manne, wie mir, schwere Athemzüge auspressen können! Schwanenweib und Adlerpaar und Falke! Wenn es etwa viel bedeuten sollte, könnte es doch nur Frühlingsstürme gelten, aus den Weltgegenden einander im Wechselkampf erfassend, von wo ich die Adler und den Falken aufsteigen sah.«

Bardur sah ihn aus den großen Blauaugen unter den dichten, grauenden Locken sehr ernst, beynahe wehmüthig an und sagte:

»Das kündet nicht mein Sinn, daß es so ergehen werde.«

»Ey,« erwiederte Thorstein: »So mache denn aus meinem Traum, was Dir das klügste scheint, und laß mich's hören.«

Und Bardur hub folgenden Spruch an, und 46 der wieder erwachende Frühlingssturm sang wie eine wilde Harfe dazu.

»Drey Vögel aufsteigend aus Meeresfluth,
    Das sind drey Helden mit hohem Muth.
Der Schwan ist ein liebliches Frauenkind,
    Das Dir Deine edle Hausfrau gewinnt;
Ein Töchterlein so herrlich und hold!
    Der Nord gäb sein Erz d'rum, der Süd sein Gold,
Das habt Ihr so lieb dann, Ihr alle Beyde.
    Doch freylich, die Liebe wird oft zum Leide!
Erst kommt von den Bergen ein mächtiger Aar;
    Dann Einer von Süden. Ho, feindliches Paar;
Sie sind Deinem Schwänlein zu herzig gut,
    Und eifern, und stürzen sich Beyd' in's Blut.
Da ist's um zwen herrliche Helden gescheh'n.
    Sie fielen, um nimmermehr aufzusteh'n.
Dann naht sich der dritte Freiersmann,
    Von da, wo der Falk seinen Schwung begann.
Der nimmt sie dann mit sich in's eigne Haus.
    Dein Traum ist aus. Meine Deutung ist aus.«

Er schwieg.

Aber Thorstein sprach ihm zürnend entgegen:

»Der Traum ist Lug! Deine Deutung ist Graus
    Du deutest so feindlich für Gastfreund's Haus.
Und hätt' ich ein schönes Töchterlein,
    Die müßte kein Tod für Helden seyn.
Was willst Du mit all' dem wüsten Graus?
    O weh, was empfing Dich mein gastlich Haus!«

47 Bardur erwiederte:

»Ein gastlicher Gruß, der den Fremden erfreut,
    Hat nimmer noch freundlichen Wirth gereut.
Doch am Herde Murren und Hohn und Zorn
    Ist dem Gast und dem Wirth ein Seelendorn.
Ich hab' Dir nichts Böses gebracht in's Haus,
    Doch der Traum und die Deutung geh'n wahrhaft aus.« –

Da schwieg Thorstein, und Bardur schwieg auch, und Beyde ritten mitsammen verdrießlich nach Hause.

Von da an hatten sie auch nicht sonderlich viel Verkehr miteinander, oder doch keinen freundlichen; nur daß sie sich immerfort als Gast und Wirth in den gehörigen Schranken wechselseitiger Verpflichtung hielten.

Als nun die Frühlingsstürme nachließen, fuhr Bardur mit seinem Schiffe von dannen.

Gast und Wirth schieden nicht von einander, wie Freund von Freund, aber auch nicht, wie Feind und Feind.

Thorstein hat seitdem auch nichts von dem Bardur mehr vernommen, und da ist es ihm nachher bisweilen vorgekommen, als seye der ganze Bardur nichts anderes gewesen, als die düstre Erscheinung eines unglückverkündenden 48 Gespenstes. Darin hatte jedoch Thorstein großes Unrecht. Bardur war in der That ein wirklicher und höchst ehrsamer Kaufherr, obgleich die Saga, welcher wir zu folgen haben, fürder nichts mehr von ihm zu erzählen weiß. Vielleicht taucht er wieder auf in einer andern Heldengeschichte des alten ächten Nordlandes, und dann möchte ihn wohl manch' ein Sagafreund gern als guten Bekannten wieder begrüßen. 49

 


 

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