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Die romantischen Sagen des Erzgebirges. Zweites Bändchen

Gotthold August Weber: Die romantischen Sagen des Erzgebirges. Zweites Bändchen - Kapitel 2
Quellenangabe
typelegend
authorA. Textor
titleDie romantischen Sagen des Erzgebirges. Zweites Bändchen
publisherAnnaberg, in der Freyerschen Buchhandlung
editorEwald Victorin Dietrich, A. Textor
year1824
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20130903
projectid416c56a9
wgs9114
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Vorerinnerung

Drittehalb Jahre giengen vorüber, seitdem der erste Versuch unserer vaterländischen Sagen Unter dem Titel: Romantische Sagen der Vorzeit etc. im Publico erschien. Das nachsichtige Urtheil hochverehrter, mit der vaterländischen Geschichte vertrauter Männer und der gütige Beifall des Publicums hat unsre Hoffnung übertroffen; man wünschte selbst eine Fortsetzung dieser Erzgebirgischen Volkssagen.

Da aber nur wirkliche Sagen (wenn es auch nur Sagen sind) unserer Erzählung zu Grunde gelegt werden konnten und sollten, und folglich keine derselben willkührlich ersonnen, als bloße Dichtung hervortreten durfte, so war dießmal der Stoff weit schwerer aufzufinden, als vorher, zumal die Herausgeber nicht mehr an einem und demselben Orte sich aufhielten, und also gegenseitige mündliche Berathungen, Mittheilungen und Berichtigungen wegfallen mußten. Man kam endlich dahin überein, daß der im Erzgebirge wohnende Theilnehmer die Begebenheiten einzelner gebirgischer Städte etc., in sofern alte Traditionen und Chroniken wenigstens einige historische Glaubwürdigkeit geben, erzählen sollte. Der andere Theilnehmer aber behielt sich vor, die eigentliche alterthümliche Sage, welche in das tiefe Dunkel einer abergläubischen, finstern, doch immer ehrwürdigen Vorzeit gehüllt ist, in ein zeitgemäßeres Gewand einzukleiden, und so ihr gewissermaßen den Anstrich neuerer Zeit zu geben.

Zwar sind, wie man sehr gern eingesteht, gründliche Beweise reiner historischer Wahrheit nicht zu verlangen; doch wenn auch dergleichen Erzählungen nur allegorische Gemälde waren, so würden sie doch als solche ihren Zweck dadurch erfüllen, wenn sie die Lehren der Moral dem Leser ans Herz legten, und die Tugend in ihrer Liebenswürdigkeit, strafbare Leidenschaften und Laster aber in ihrer Verworfenheit und Selbstbestrafung darstellten. Namentlich möchte dieß Letztere von der Erzählung Wela gelten, welches Volksmährchen schon Jahrhunderte in den Sagen des böhmischen und sächsischen Erzgebirges (das in frühern Zeiten oft ganz zu Böhmen gehörte) fortlebt, und das dadurch, daß seine Handlung in und um Teplitz, einen der segensreichsten und weltberühmtesten Curorte, spielt, nicht nur den Bewohnern des östlichen Erzgebirges, sondern auch manchem dortigen Curgast ein Local-Interesse gewähren dürfte. Der feste Grundsatz des Erzählers, nur rechtlich und loyal zu sprechen, möge diesen schriftstellerischen Versuchen auch jenseit der sächsischen Gränzen den Weg bahnen.

Die andern Erzählungen haben mehrern historischen Grund, und namentlich ist die in ihren Folgen für Sachsen so verhängnißvolle Hussiten-Schlacht bei Außig in den Geschichten vieler unsrer angesehensten Familien altadeliger Häuser ein Blatt trauriger Erinnerung.

Die Begebenheit endlich, welche die Erzählung St. Annens Gnadenbrunnen erwähnt, meldet die Zwickauer Chronika.

So gehe denn dieses Werkchen mit gleichem Glück als das vorige vom Stapel; es bringe den Freunden im Erzgebirge und allen den Verehrten, die ihm im Voraus ihr Vertrauen schenkten, Gruß und Dank, und sey in jedem Hause, wo es ein Plätzchen finden möge, Zeuge des Wohlstands, des Glückes und der Zufriedenheit biedrer Bewohner.

Schloß Moritzburg und St. Annaberg,
im Monat März 1824.

Dr. E. V. Dietrich.
A. Textor.

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