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Die Ritter vom Geiste

Karl Gutzkow: Die Ritter vom Geiste - Kapitel 194
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Ritter vom Geiste
authorKarl Ferdinand Gutzkow
year1998
publisherZweitausendeins
addressFrankfurt am Main
isbn3-86150-278-X
titleDie Ritter vom Geiste
created19990130
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1851
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Sie waren von jeher ein Taugenichts, unterbrach Pax lachend. Machen Sie sich nicht besser wie Sie sind!

Hackert schüttelte den Kopf.

O ich saß hier oft ganz allein im Hofe, fuhr er, sich umsehend, fort, und freute mich über die Schwalben, die da oben in den alten rothbraunen Fenstern nisteten. Sehen Sie nur da, Fratzen von Füchsen, Wölfen, Kranichen, die die alten Steinmetzen hinein gehauen haben. Die schienen mir alle lebendig zu werden, auch ohne Rausch. Da kam denn manchmal der alte Rathskellermeister heraus und kannte mich als Schlurck's Pflegesohn und Schreiberjungen. Da hieß es denn: Fritz komm! Willst einmal Wein kosten? Ich schmunzelte blos und sagte gar nichts. Aber der Alte ging und kam mit einem grünen Römer angewackelt voll vom ältesten Niersteiner. Ich hatte bei Schlurck's früh Wein getrunken, aber der Niersteiner aus dem Rathskeller brachte mich gleich fertig. Dem Alten quollen die Augen über vor Lachen, wenn er sah, daß ich das Glas hinuntergoß und gleich darauf Augen machte wie ein angestochenes Kalb. Er wollte, ich sollte nun gleich tanzen und ich tanzte auch, und wurde so verwirrt, daß ich umfiel. Da lachte er aus Leibeskräften und ging in den Keller zurück. Noch ist's mir, als hört' ich das alte Schurzfell rascheln, wenn er so klatsch! klatsch! klatsch! wieder in die Verließe hinunter stieg. Er ist nun todt. Seitdem bin ich nicht wieder da gewesen. Und was soll's nun hier?

Die drei Diener der öffentlichen Sicherheit waren während dieser Unterhaltungen in dem innern Raum des alten Profeßhauses angekommen. Aufgeschreckte Ratten huschten an ihnen im Dunkeln vorüber. Pax zog eine kleine Handleuchte aus der Tasche, zündete sie durch ein Streichhölzchen an, das er behutsam auslöschte und der vielen Papiere wegen, die hier schon herum lagen, nicht etwa hinter sich fortwarf.

Schmelzing war hier bereits bekannt. Hackert kam zum ersten male.

Das sieht da aus! rief er, hier war ich nie!

Er erblickte zunächst eine große gewölbte Halle, die jedoch ihre Wirkung durch die vielen Schränke und Repositorien verlor, die hier aufgerichtet standen. Schrank an Schrank, Kiste an Kiste, angefüllt mit Papieren. Dazwischen waren Tische, Stühle, Leitern zusammengeschichtet. Beim weitern Fortschreiten sah man eine steinerne Wendeltreppe, die aufwärts ging und auf allen ihren Stufen dieselbe Unordnung verrieth. Links und rechts standen Thüren auf, die in Gemächer führten, die seit langer Zeit ohne irgend eine Bestimmung schienen. Es kam nun ein Treppchen, das aufwärts und sogleich eins, das wieder niederwärts führte. Endlich hielt der Oberkommissair an, setzte seine kleine Handlaterne auf einen Sims und bedeutete seine Begleiter, ihr Ohr näher zu halten, da er leise sprechen müsse.

Hackert, sagte er, ich habe Sie deshalb herbestellt, damit Sie Schmelzing unterstützen.

Worin?

Im Hören! sagte Pax.. Ich habe ihm schon alle seine verdammten Gehörgänge untersuchen lassen. Sie waren zwar seit Jahren nicht ausgefegt worden, wie alte Schornsteine; aber schreien muß man doch, wenn er etwas authentisch in seinen Hirnkasten aufnehmen soll.

Was gibt's denn hier in der Dunkelheit zu hören? fragte Hackert erstaunt.

Die Regierung, sagte Pax, ist einer Menge gefährlicher Umtriebe auf die Spur gekommen. Fremde Emissaire sind von Paris und Amerika eingetroffen. Man hat die genauesten Anzeichen einer sich ausbildenden neuen revolutionairen Bewegung. Die Nothwendigkeit, wachsam zu sein, liegt auf der Hand und unsere Kräfte reichen kaum aus, überall aufzumerken und aufmerken zu lassen, was im Stillen angesponnen wird... hier nun befinden wir uns –

Über dem Rathskeller! unterbrach ihn Hackert.

Einer Lokalität, setzte Pax hinzu, die ihrer eigenthümlichen Bauart wegen von einer gewissen feineren Revolutionspartei sehr gesucht ist.

Es herrscht hier das Zellensystem! sagte Hackert trocken.

Pax lächelte über diese Anspielung auf die pennsylvanischen Gefängnisse.

Allerdings, bemerkte er, hat diese Lokalität das Einladende, daß sich kleine Gesellschaften hier völlig abschließen und berathen können...

Dicke Eichenthüren, Mauern so breit wie Kirchenfundamente – da soll Schmelzing etwas hören? Herr Oberkommissair, die Posaunen von Jericho muß er sich an's Ohr setzen, um durch solche Wände eine Verschwörung zu entdecken.

Sie verstehen sich auf Akustik, seh' ich, sagte Pax. Erfahren Sie denn, daß hier drei der gesuchtesten Trinkstuben unter uns mit einer Vorrichtung für Schwerhörende versehen sind.

Hackert erstaunte und Schmelzing, der ahnte, wovon die Rede war, bestätigte, was der Oberkommissair ihm eben gesagt zu haben schien.

Ist in die Decke unter uns ein Schallrohr eingemauert? fragte Hackert ungläubig.

Das nicht, sagte Pax verschmitzt. Aber diese alten Baumeister waren nicht dumm. Jene drei Zellen sind der Art, daß man hier im ersten Stock jedes darin gesprochene Wort hören kann.

Das ist ein Wunder! Wie wäre Das? fragte Hackert.

Ich kann es Ihnen nicht an Ort und Stelle beschreiben, sagte Pax, denn dort, wo das Wunder stattfindet, müssen wir schweigen. Die Einrichtung ist sehr eigenthümlich. Die in jenen Zellen Sitzenden glauben von dichten Wänden und Eichenthüren verschlossen und geschützt zu sein und sind es auch...

Also keine Hohlwände?

Keine Hohlwände! Wohl aber wölbt sich die Decke in Bogen der Art empor, daß sie oben sich in der Figur eines Kreuzes vereinigen. Dies Kreuz, an den Ecken in Form eines dreiblättrigen Kleeblattes, ist eine Öffnung, die unfehlbar keinen andern Zweck als zum Luftzuge hatte...

Sagen Sie Das nicht, fiel Hackert ein. Die geistlichen Ritter, die hier hausten, waren halbe Pfaffen, aber sie verstanden Künste, wie die ganzen Pfaffen. Das waren Gefängnisse oder Bußestuben, durch das Kreuz sprachen die Engel mit den Gefangenen und Büßenden oder die Profoßmeister, wie es gerade kam. Ich entsinne mich, mein alter Rathskellermeister hat mir Mordgeschichten von seinen Trinkstuben erzählt. Der mußt' es wissen. Ich sag' Ihnen, in seinem Schurzfell und der schwarzen Sammetkappe sah der Alte aus, als wenn er den geistlichen Rittern hier schon vor fünfhundert Jahren Niersteiner kredenzt hätte.

Genug, fuhr Pax fort, Sie werden sich überzeugen, Hackert, daß der Schall der unten gesprochenen Worte durch die Wölbung in das enge Kreuz hinauf dringt wie durch die klügste akustische Vorrichtung. Man vernimmt hier oben jedes Wort und ich kann Ihnen sagen, daß ich mich vollkommen auf Schmelzing verlassen würde, wenn er nicht zu furchtsam wäre, hier oben allein zu bleiben und freilich auch, wenn nicht gerade jetzt sich Menschen dort unten versammelten, bei denen man zwei Zeugen haben muß, um ihrer gefährlichen Verabredungen gewiß zu sein.

Aber bester Herr Kommissair, begann nun Hackert, der plötzlich über eine ihm gestellte Zumuthung dieser Art, die erste in diesem Fache der praktischen Polizei, fast überrascht schien; glauben Sie denn, daß sich da Menschen hinsetzen und dicht unter dem Schallloche verfängliche Reden führen werden?

Ich wünschte, sagte Pax, Sie hätten einmal von unten aus eine dieser Trinkstuben des Rathskellers gesehen. Sie treten ein und sind in einem kleinen abgeschlossenen Zimmer. Eine schwere mit Eisen beschlagene Eichenthür fällt hinter Ihnen zu. Die mit grüner Ölfarbe bestrichenen Wände sind gemüthlich einladend. Man sieht wohl dies Kreuz in der Decke, das mit weißem gegipsten Stukkaturrande zierlich gearbeitet ist; aber dicht daran hin ist die Röhre der Gasbeleuchtung geleitet. Die Gasflamme, gedeckt von einem Schirme, geht gerade so empor, daß ihr Dunst durch das hohle Kreuz seinen Abzug findet. Diese Einrichtung ist so willkommen, scheint so sinnreich und unerläßlich nothwendig, daß Niemand die Ahnung hat, es könnte durch die Wölbung Das, was unten gesprochen wird, oben hinauf geleitet werden.

Also sein Ohr darf Schmelzing nicht darüber halten, sonst würd' er sich seine schönsten Haare verbrennen? fragte Hackert lachend.

Allerdings dringt genug von dem heißen Dunst herauf, erklärte Pax. Allein das Zwischengebälk des Kellers und des ersten Stockes ist doch wohl zwei Fuß auseinander. Ich entdeckte diese sinnreiche Vorrichtung, wie ich mir einmal die Trinkstuben des Rathskellers ansah. Ich fand den Ton unten so hohl, so schallend und stellte, ohne daß der jetzige Rathskellermeister eine Ahnung davon hat, Versuche an, die selbst mit dem harthörigen Schmelzing ergiebig waren.

Das glaub' ich, sagte Hackert. Diese Vorrichtung ist eine Schalltrompete. Husch!

Schmelzing erschrak. Hackert hatte sich den Scherz gemacht, ihn durch einen Schreckensausruf zu ängstigen.

Lassen Sie Hackert! sagte er ängstlich. Ich versichre Sie. Es spukt hier!

Wirklich? antwortete Hackert, haben Sie einen alten Ritter gesehen, Schmelzing, der vielleicht mit dem Finger drohte: Will der vermaledeite Horcher da vom Fußboden weg!

Das erste Mal, flüsterte Schmelzing, schloß ich die Thür nicht zu. Da war Alles still. Ich blieb eine halbe Stunde. Es wurde nicht viel Besonderes gesprochen. Das zweite Mal schloß ich hinter mir zu, weil die Thür aufgeht, wenn man sie nicht zuschließt und einem Küfer, der zufällig in den Hof kommt, doch die offene Thür auffallen könnte. Da sah ich etwas...

Ja, sagte Pax lachend, er sah etwas und hörte nichts. Es waren gerade zwei sehr gefährliche Persönlichkeiten in der einen Trinkstube, wo ich schon Minister und Geheimräthe angetroffen habe, der bekannte Major Werdeck und noch einige Geheime, und er hörte nichts, will aber etwas gesehen haben.

Ein Skelett, sagte Hackert. Sich selbst hat er irgendwo in einem Spiegel gesehen, der vielleicht vom Pfandhaus sich hierher verirrt hat.

Schmelzing sah sich um. Die Stille des Orts war in der That geheimnißvoll und Hackert bewunderte Schmelzing's Muth, auch nur einmal hier ausgehalten zu haben.

Was sah er denn? fragte er den Oberkommissair.

Es war ihm, antwortete dieser, als hätte Einer die Thür hinter ihm aufgeschlossen. Dann hätt' er es rascheln hören. Auch ein Lichtstrahl wär' in der Ferne sichtbar geworden und zuletzt hätt' er einen kleinen Mann im grauen Rocke an sich vorüber schleichen sehen.

Die aufgeschlossene Thür, sagte Hackert lachend Schmelzingen in's Ohr, war der Wind, das Rascheln kam von den Mäusen und Ratten. Der Lichtstrahl kam aus dem Hofe von irgend einem ehrbaren Rathsküfer und das graue Männlein sah die gesteigerte Angst...

Schmelzing schüttelte mit dem Kopf und protestirte entschieden gegen diese natürliche Auslegung Seitens eines Menschen, von dem er wußte, daß auch er nicht recht geheuer war... Er blieb dabei, es wäre Jemand in dem Gebäude mit ihm zusammen gewesen, aber er hätte ihn auch fortgehen sehen und deutlich gehört, wie er wieder zuschloß. Es wäre ein Mann mittlerer Statur gewesen. Er, Schmelzing, hätte seine eigene Laterne gleich beim ersten Rascheln ausgelöscht und beim Schein der kleinen Leuchte des unheimlichen Besuchers sich überzeugen können, daß er ganz grau war. Freilich hätte er ihn nur am Ende eines Corridors gesehen. In der Nähe hätte er unfehlbar den Tod gehabt.

Nun wohl! sagte Hackert scherzend und doch grübelnd, das ist der Geist von einem alten Pfaffen der Johanniter, der keine Ruhe hat. Schmelzing, der wählt Sie am Ende, um ihn zu erlösen.

Machen Sie nur keine Scherze, Hackert! sagte der Schreiber. Was ich sah, sah ich. Ich beschwöre, daß Alles wirklich war.

Genug, unterbrach Pax die Streitenden. Ich habe Eile, Schmelzing fürchtet sich allein zu sein; auch vor Ihnen Hackert fürchtet er sich eigentlich. Aber durch wen soll ich ihn unterstützen lassen? Mullrich und Kümmerlein waren früher handfeste Metallarbeiter, sind aber jetzt, da es ihnen gut geht, Hasenfüße. Fürchten Sie sich, Hackert, hier mit Schmelzing allein zu bleiben?

Nicht vor zehn Teufeln, sagte Hackert, fürcht' ich mich hier. Wo sind die Kreuze, die uns beschützen werden?

Ehe ich Sie dorthin führe, bemerkte Pax, sprechen Sie mit Schmelzing Alles ab! Denn dort an dem Fußboden dürfen Sie nichts mehr zusammen reden. Es würde zu gefährlich sein und uns die ganze Unternehmung verderben.

Geben Sie Acht! sagte Hackert, wir verständigen uns schon.

Damit fing er ein sonderbares Gebehrdenspiel an, schnalzte mit den Fingern, zupfte bald am linken bald am rechten Ohre, tippte auf die Nase und machte die sonderbarsten Gestikulationen.

Was treiben Sie denn für Narrenspossen? fragte Pax.

Nichts Narrenspossen! antwortete Hackert. Ich spreche mit Schmelzing.

Und Schmelzing bestätigte dem Oberkommissair, daß er sich, ehe seine Gehörkanäle polizeilich gereinigt wurden, oft der fürchterlichsten Melancholie ergeben hätte und vollkommen des Glaubens gewesen wäre, er würde einmal ganz taub werden. Da hätte ihn denn schon Hackert als guter Nachbar getröstet und ihn von den vielen tausend Künsten, die er verstünde, auch die Kunst der Zeichensprache gelehrt. So könnten sie Stundenlang zusammensitzen und sich, ohne den Mund zu öffnen, auf das Lebhafteste unterhalten.

Das trifft sich vortrefflich! fiel Pax erfreut von den Talenten seines Lieblings ein. Und wenn Sie vollends noch Wein vorräthig finden, so kann Ihnen die Zeit nicht lang werden, falls das graue Männchen die Flaschen nicht ausgetrunken hat.

Wein? sagte Hackert erstaunt.

Wir wollen sehen, bestätigte Schmelzing. Der Herr Oberkommissair gab mir das zweitemal einen Korb Wein mit, den ich in der Dunkelheit herein trug, um für öftere Besuche nicht ohne Erquickung zu sein.

Ja, sagte Hackert. Schmelzing und Wein! Nun weiß ich! Beim ersten Glase schon haben sich ihm alle Gräber der Vorzeit geöffnet.

Schmelzing schüttelte den Kopf und blieb fest dabei, daß er wirklich hier oben einen nächtlichen Besuch empfangen hätte.

Der Oberkommissair bemerkte jetzt, daß es ihm besonders lieb wäre, die Äußerungen des Majors Werdeck zu hören. Er wisse aus bestimmtester Quelle, daß er mit einigen Freunden heute Abend im Rathskeller soupiren würde. Er hätte auf die elegante feinere Trinkstube Beschlag gelegt. Wer die Gäste wären, wisse er noch nicht. Aber er zweifle nicht, daß es dieselben Personen sein würden, auf die die öffentliche Sicherheitspflege schon längst ihr Augenmerk gerichtet hätte.

Damit zog er Hackerten und Schmelzing vorwärts und bedeutete sie, leise aufzutreten.

Sie kamen alle Drei jetzt auf einen steinernen Fußboden. Anfangs war es um sie her dunkel. Bald aber zeigten sich auf den steinernen Vliesen lichte Stellen.

Sehen Sie da, flüsterte Pax, den Widerschein der Gasflammen! Aber nun kein Wort mehr!

Zugleich bemerkten sie den Schwefelgeruch des Gases.

Schmelzing bedeutete Hackerten, nur auf den Zehen aufzutreten.

Sie waren an einem der Lichtschimmer. Es bildete sich hier ein Kreuz mit drei Kleeblättern an den vier Enden. Geisterhaft, wie aus Licht gewoben, schwebte das Kreuz im Dunkeln. Ebenso an einer andern und noch an einer dritten Stelle.

Mit dem Auge zu nahe kommen durfte man dem Schimmer nicht und an ein Hinunterblicken war nicht zu denken. Wie Irrwische schwebten die heiligen Zeichen in der Nacht auf dem großen steinernen Estrich, der eine Speisehalle gewesen zu sein schien. Indem winkte Schmelzing sehr lebhaft. Die beiden Andern schlichen näher. Schmelzing zeigte auf einen Korb und machte Gebehrden der angenehmsten Überraschung.

Noch Alles da, wie es war? fragte Hackert durch die Zeichensprache der Taubstummen.

Schmelzing zog eine Flasche nach der andern in die Höhe und winkte, daß sie schwer waren.

Also, flüsterte Hackert dem Oberkommissair in's Ohr, die Geister haben hier oben inzwischen keinen Durst gehabt.

Pax bedeutete ihn ernstlich zu schweigen. Er zeigte ihm mit besonderm Nachdruck das Lichtkreuz, das in der Mitte flammte, und winkte ihm, dort am meisten Acht zu geben. Schmelzing trug den Korb an das mittlere Kreuz und erbot sich, dem Oberkommissair das Geleite zu geben, damit er hinter ihm wieder zuschließen könne. Pax nickte dazu. Schmelzing folgte ihm mit der kleinen Laterne und ließ Hackerten mit dem Bedeuten, er würde sogleich wiederkommen, im Dunkeln allein.

Als sich Pax und Schmelzing entfernt hatten, warf sich Hackert in der Nähe des mittleren Kreuzes auf die Erde. Er fühlte, daß er auf etwas Weiches fiel. Schmelzing's Mantel schien es ihm, den er an seinem groben Tuche und einem abgeschabten Halskragen erkannte.

Aha! dachte er, der Spion hat sich hier schon ganz häuslich eingerichtet!

Und nun erst ergab er sich einem genaueren Nachdenken über die sonderbare Situation, in die er hier so plötzlich, er wußte nicht wie, versetzt worden war.

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