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Die Regulatoren in Arkansas

Friedrich Gerstäcker: Die Regulatoren in Arkansas - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Regulatoren in Arkansas
authorFriedrich Gerstäcker
year1986
publisherVerlag Neues Leben
addressBerlin
isbn3-355-00206-2
titleDie Regulatoren in Arkansas
pages3
created20010902
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1845
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27 Rückkehr von der Versammlung

In den wilden Wäldern des Westens, wo die verstreut und einzeln liegenden Farmerwohnungen oft durch weite ungangbare Strecken voneinander getrennt liegen, fühlen und kennen die Bewohner derselben auch um so mehr den Wert der Nachbarschaft. Besteht er doch nicht bloß darin, daß sie freundschaftlichen Verkehr mitsammen unterhalten, sondern sie greifen sich auch einander unter die Arme und helfen und unterstützen, wo es not tut und die Kräfte des einzelnen nicht mehr ausreichen. Sei das nun beim Pflügen des ersten Ackers, beim Zusammenrollen der ungeheuren Stämme, die verbrannt werden müssen, um dem Mais Platz zu machen, sei es beim Aufrichten eines Hauses oder beim Aushauen eines Kanus. Es bedarf nur einer Aufforderung, und mit Axt oder Pflug finden sie sich ein und arbeiten bis zum späten Abend so hart und angestrengt, wie sie es vielleicht das ganze Jahr nicht einen einzigen Tag für sich selbst tun möchten.

Kommen die Männer aber schon gern und willig zu solchen Arbeiten, die auch allenfalls ohne große Gefahr noch kurze Zeit liegenbleiben könnten, wieviel bereitwilliger sind da nicht die Frauen, wenn es um Krankheit geht, und sie, was in der Tat selten genug geschieht, zu Rat und Hilfe zusammengerufen werden. Keine, die irgend ihr Haus verlassen kann, wird den zweiten Boten abwarten, und mit allen möglichen in der Eile zusammengerafften Medizinen versehen, besteigen sie ihre Pferde und traben dem Ort der Not so freudig und willig zu, als gelte es ein Fest zu feiern.

Mrs. Atkins war nun freilich in der ganzen Nachbarschaft gerade nicht besonders beliebt, denn erstlich besuchte sie fast niemanden und kam nur höchst selten zu einer Betversammlung der Frommen, was ihr vor allem nachgetragen wurde; dann aber ließ sie sich auch zu keinem einzigen »Steppdeckenfrolick«, bei keinem »Klötzerrollfest« blicken, bei denen doch ihr Mann selten fehlte. Desto mehr fiel es daher auf, daß sie jetzt, und zwar mit so dringender Bitte um Hilfe, die nächtliche Einladung umhergesandt hatte. Ohne wirkliche Gefahr war das nicht geschehen, und dem Wunsch, einem Kind zu helfen, konnten nur sehr wenige widerstehen. Des alten Grolls wurde nicht weiter gedacht, und ehe die Sonne im Mittag stand, hatten sich elf, meistens verheiratete und ältere Frauen mit allen nur erdenklichen Pulvern und Elixieren eingefunden, um »dem armen kleinen Würmchen das süße Leben zu erhalten«.

Während sich nun die Frauen damit beschäftigten, die Schmerzen des kleinen Leidenden teils durch kalte Umschläge an den Schläfen, teils durch warme auf dem Unterleib zu lindern, und genug Tees und Pulver in ihn hineinfüllten, um sechs weniger abgehärtete Stadtkinder damit umzubringen, ritten auf der Straße, die von Bowitts zu Atkins' Haus führte, drei der verbündeten Regulatoren in langsamem Schritt hin und hielten von Zeit zu Zeit an, als ob sie noch jemanden erwarteten, der sie erst einholen müsse. Endlich, wie sie gerade eine kleine Anhöhe erreicht hatten, wurde ein Reiter auf der gegenüberliegenden Höhe sichtbar, der in scharfem Galopp dahergesprengt kam und schon von weitem, sobald er der Männer ansichtig wurde, mit dem Hut winkte.

Es war Cook, dessen kleines Pony in Schweiß gebadet schien, der mit erhitztem Gesicht endlich bei den drei Freunden, Brown, Curtis und Wilson, eintraf.

»Pest«, rief er aus, als er sich den Hut auf den Kopf warf und mit kräftigem Schlag bis tief in die Augen trieb, »was rennt ihr denn fort, als ob ihr wunder was zu versäumen hättet? Seht einmal mein Pferd an, wie das aussieht. Ich werde mir von der Versammlung ein neues ausbitten.«

»Wir wollten Euch auf der Anhöhe erwarten«, sagte Curtis, »da wir...«

»Und war das nicht ebensogut bei Bowitts Haus möglich, daß wir wie verständige Christen zusammen aufbrechen und weiterreisen konnten? Glaubt Ihr, der Tennesseer saß da an der Straße, fertig gesattelt und aufgezäumt, bis ich kam?«

»Nun? Willigt er ein?« fragte Brown schnell.

»Wenn er nun nicht einwilligte, he?« fragte Cook, »dann hätten die Herren doch einen hübschen Spazierritt umsonst gemacht.«

»Er kommt aber – nicht wahr?«

»Nun, versteht sich«, beruhigte ihn Wilson lachend, »seht Cook nur ins Gesicht, er kann die Freude ja gar nicht verbergen. Nur heraus mit der Sprache, Cook, die Zeit drängt, und wenn wir hier so lange halten bleiben, können wir leicht Verdacht erregen.«

»Und dennoch müssen wir bleiben, bis wir alles miteinander verabredet haben«, sagte Cook, »warum habt ihr nicht an Ort und Stelle gewartet, das geschieht euch ganz recht. Ihr glaubt, wenn ihr mit eurem Mittagessen fertig geworden seid, dann können andere Menschen bis zur nächsten Mahlzeit hungern, nicht wahr? Doch jetzt im Ernst: Stevenson kommt, und zwar mit seinem ältesten Sohn und drei von seinen Pferden.«

»Ohne die, die er reitet?« fragte Brown.

»Jeder Pferdedieb reitet doch natürlich die gestohlenen Pferde«, rief Cook lachend, »Brown, Ihr seid noch sehr weit in dieser Praxis zurück. Das sind ja gerade die beiden Hauptbedingungen eines tüchtigen Pferdediebes, wochenlang auf dem Rücken eines Tieres hängen und dann auch wieder unmenschliche Fußtouren machen zu können. Jedes eigene Pferd, das er reitet, ist reiner Verlust. Doch welchen Plan habt Ihr Euch ausgedacht?«

»Hat ihn Euch Husfield nicht mitgeteilt?«

»Nein, er vertröstete mich darauf, daß ich Euch überholen würde. Der faule Bursche lag unter einem Baum und schien sich zu der Arbeit auf heut abend vorbereiten zu wollen.«

»Er hat Euch aber doch gesagt, daß Ihr und Curtis bei Atkins übernachten müßt?«

»Ja – weiter aber auch nichts.«

»Und wo ist der Tennesseer?«

»Oben bei Bowitts mit seinem Sohn. Der Alte war ganz Feuer und Flamme, als ich ihm von unserem Plan erzählte, und wollte gleich alle Jungen mitnehmen. Wie aber die Frauen von dem Raubgesindel in der Nachbarschaft hörten, gab es einen Hauptspektakel, und nun sollte gar keiner fort. Der alte Tennesseer blieb aber über Wasser und verstand sich nun endlich dazu, daß die beiden Jüngsten zum Schutze der Familie zurückbleiben sollten. Die wurden dann, um die Frauen zu beruhigen, mit Messern und Pistolen versehen, wobei Ben, der kleinste, noch die besondere Warnung erhielt, sich ›nicht weh zu tun‹, und fort trabten wir, was die Pferde laufen konnten. Nun aber zu Eurem Plan.«

»Der ist folgendermaßen«, erwiderte Brown. »Der Tennesseer – wie ist sein Name?«

»Stevenson.«

»Also Stevenson bleibt bis gegen Abend bei Bowitts, um etwa eine Stunde nach Dunkelwerden bei Atkins einzutreffen. Ihr beide – Cook und Curtis – begleitet uns bis zu Atkins und kehrt dort unter irgendeinem Vorwand ein. Wir zwei, Wilson und ich, reiten vorüber.«

»Weshalb kommt Ihr denn da jetzt schon mit herunter? Ihr konntet doch ebenfalls solange bei Bowitts bleiben«, antwortete ihm Cook.

»Damit Atkins nicht möglicherweise Verdacht schöpfen soll«, entgegnete Wilson. »Sieht er uns aber hier ruhig vorbei- und nach Hause reiten, so glaubt er natürlich, daß alles in Ordnung sei, und forscht nicht weiter nach. Da Brown der Anführer von Fourche la fave ist, muß er, wie sich das von selbst versteht, mit dessen Heimritt auch die Versammlung für aufgehoben halten.«

»Wo aber bleibt ihr indessen?«

»Wir reiten bis Wilsons Haus – lassen dort unsere Pferde und kehren zu Fuß wieder zurück.«

»Hört – da nehmt euch vor dem Fährmann Curneales in acht – dem trau' ich keine Büchsenlänge weit!« warnte Cook.

»Wir ebensowenig«, erwiderte Wilson; »um ihn aber irrezuführen, schultern wir unser Schießeisen und gehen nach der Salzlecke zu, die südlich von meinem Hause liegt. Von dort aus können wir, und wenn wir auch erst mit der Dämmerung aufbrechen, immer noch zur rechten Zeit auf dem Platz eintreffen.«

»Und wo haltet Ihr Euch verborgen?«

»Wilson, der früher oft in Atkins' Hause war, glaubt mit ziemlicher Genauigkeit den Platz angeben zu können, wo sich die heimliche Tür befindet. Wie dem aber auch sei, in dem Schilfbruch, der hinter Atkins' Haus bis zum Fourche la fave hinuntergeht, muß das Versteck liegen, es gibt dort keinen andern Platz, und in den einzudringen hat mir Hecker schon neulich versichert, sei unmöglich. Der hatte einen Truthahn geschossen und konnte ihn, obgleich er ihn fallen gehört, nicht bekommen, so wild und verworren lagen dort gestürzte und gefällte Bäume über- und durcheinander.«

»Wieviel Mann nehmen wir zu dem Überfall?«

»Etwa achtzehn – die reichen vollauf.«

»Und was sagen wir Atkins, wenn er nach Jones fragt?«

»Das weiß Curtis schon, doch kann ich es euch noch schnell wiederholen. Husfield hätte Jones mit an den Petite-Jeanne zu einer dort morgen zu haltenden Versammlung der Regulatoren genommen. Jener Fluß liegt dem Missouri-Staat etwas näher, ist also auch Räubereien von dort her mehr ausgesetzt, und er wird es ganz in der Ordnung finden, daß man eine Abteilung unserer Leute nach der Grenze zu schicken will.«

»Wird er das glauben?«

»Warum nicht? Er wird denken, Jones selber habe sie dazu überredet, um sie von der Fährte der hier hausenden Pferdediebe abzulenken. Ihr könnt ihm auch zu verstehen geben, daß die Anregung von Jones ausgegangen sei. Seid ihr nun im Haus und hört unser Zeichen – den scharfen Pfiff –, so bemächtigt euch augenblicklich der dortigen Waffen, denn Blut wollen wir, wenn es vermieden werden kann, nicht vergießen.«

»Aber die vielen Frauen, die heute morgen dort waren?«

»Die sind uns freilich im Wege, das läßt sich jedoch nicht ändern. Überdies schlafen die, wenn sie ja noch alle dasein sollten, in dem andern Hausteil und werden uns an der Ausführung unseres Vorhabens auf keinen Fall hindern können.«

»Wäre ein Schuß zum Zeichen nicht besser?«

»Ein Schuß? Mitten in der Nacht, und nicht einmal Mondschein? Nein, das halt' ich nicht für gut. Wozu die Nachbarschaft alarmieren, wenn es anders abgemacht werden kann.«

»Habt ihr auch an den Mulatten gedacht? Der steckt natürlich mit seinem Herrn unter einer Decke und wird, wenn wirklich Helfershelfer in der Nähe liegen, diesen auf jeden Fall Kunde bringen.«

»Wir besetzen alle Wege«, sagte Curtis, »und auf einem von diesen muß er uns in die Hände fallen.«

»Sollte er nicht den Weg durch den Wald vorziehen?«

»Bei solcher Dunkelheit? Nein, ich glaube kaum«, erwiderte Brown, »doch läßt sich das nicht ändern. Haben wir den Haupthelfer erst einmal auf der Tat erwischt, so muß dieser die Schurken nennen, die Husfields letzte Pferde fortschaffen halfen, und unter diesen finden wir dann auf jeden Fall den Mörder der Indianerin.«

»So kommt«, sagte Cook, »das lange Zögern hier auf dem Berge könnte nur, falls wir von jemandem gesehen wurden, Verdacht erregen. Ich wollte übrigens, wir hätten heute den Indianer bei der Hand, der sollte treffliche Dienste leisten. Bald fange ich selber an zu glauben, daß er nicht wiederkommt, so unwahrscheinlich mir das auch anfangs war. Jetzt hat er aber volle neun oder zehn Tage nicht das mindeste von sich hören lassen.«

»Mullins behauptete, ihn gestern im Walde gesehen zu haben«, »sagte Curtis, »doch war es an einer sehr dichten Stelle und nur für einen Augenblick gewesen. Er erzählte mir auch, er hätte ihn angerufen, das heißt nach der Richtung hin, in der er ihn bemerkt, in den Wald geschrien, aber nichts mehr von ihm zu sehen bekommen.«

»Fort ist er nicht«, behauptete Brown, »darauf wollt' ich schwören. Ich habe ihm mein Wort geben müssen, nicht eher aus dieser Gegend zu scheiden, als bis Alapaha gerächt sei; es ist also nicht wahrscheinlich, daß er mich im Stich lassen sollte.«

»Nun, wir werden sehen«, sagte Cook kopfschüttelnd; »hat er aber überhaupt im Sinn wiederzukommen und wünscht er, daß etwas in seiner Sache geschehen soll, so hätte er viel besser hierbleiben und die Nachforschung an Ort und Stelle betreiben sollen. Doch, wie gesagt, wir werden ja sehen.«

Die Männer verfolgten indessen ihren Weg wieder und näherten sich jetzt dem Anwesen Atkins'. Dieser stand schon vor der Tür und schien sie erwartet zu haben. Als sie übrigens die Fenz erreichten und er den Fremden nicht sah, kam er den Regulatoren bis an den äußeren Eingang entgegen und mochte wohl die Frage nach jenem auf den Lippen haben, scheute sich aber doch, sie auszusprechen.

»Wie geht es dem Kind, Mr. Atkins?« fragte Brown, während er sein Pferd zügelte.

»Danke – nicht besonders, Sir, ich fürchte, wir werden das arme kleine Ding verlieren. – Nun, ist die Versammlung vorüber?«

»Für diesmal ja! – Die Nachbarinnen sind noch alle hier, nicht wahr?«

»Fast alle, etwa elf – genug, um ein halbes Dutzend Kinder umzubringen; meine Frau will's aber so haben. Nun, ist etwas bestimmt worden? – Wollen Sie denn aber nicht ein wenig absteigen und rasten, Gentlemen?« unterbrach er sich. »Sie haben ja noch genügend Zeit, die nächsten Häuser zu erreichen – oder bleiben vielleicht gar bei mir über Nacht.«

»Nein, ich danke, Atkins«, sagte Brown ablehnend, »für mich selbst wenigstens. Onkel ist zu Roberts hinübergeritten, und da werde ich nach dem Haus sehen und die Tiere füttern müssen; sonst recht gern.«

»Hört, Brown – da mögt Ihr immer allein weiterreisen«, sagte Curtis, »ich bleibe die Nacht hier. Zu Haus versäume ich doch nichts.«

»Gut – dann leist' ich Euch Gesellschaft, wenn Atkins noch Platz für Gäste hat und die Damen nicht beide Zimmer eingenommen haben«, rief Cook.

»Platz genug – steigt nur ab, ich bin überdies neugierig, Nachrichten von oben zu hören. Wo haben Sie denn meinen gestrigen Gast gelassen?«

»Der ist mit Husfield an den Petite-Jeanne, doch davon im Haus«, erwiderte Cook, während er aus dem Sattel stieg, diesen dann augenblicklich abschnallte und über die Fenz hing. Curtis folgte seinem Beispiel, und Brown – Wilson war inzwischen langsam vorausgeritten – grüßte noch einmal und trabte schnell hinter dem Freund her.

Indessen führte Atkins seine beiden Gäste in das Haus, wo sie am Kamin noch einen fremden jungen Mann fanden. Ihr Wirt stellte ihnen denselben als Mr. Weston, seinen Neffen, vor, der an den Fourche la fave gekommen sei, um sich hier anzusiedeln, und wahrscheinlich eine Zeitlang bei ihm wohnen werde.

»Ich müßte mich sehr irren«, meinte Curtis, »aber ich glaube Sie schon mal früher gesehen zu haben, oder es war jemand, der Ihnen ungemein ähnlich sah.«

»Das ist wohl möglich«, erwiderte Weston verlegen lächelnd. »Ich ging damals nach Little Rock und hielt mich hier einige Tage auf. Ich glaube, ich bin Ihnen einmal auf der Jagd begegnet.«

»Jawohl«, sagte Curtis, »jetzt erinnere ich mich auch – es war hier oben am Fluß, wo Sie lagerten. Also hatt' ich doch recht.«

»Sie erwähnten, daß Mr. Jones mit an den Petite-Jeanne geritten sei«, unterbrach ihn Atkins, »dort wird er wohl längere Zeit bleiben?«

»Nein«, entgegnete Curtis, »er trug uns noch auf, Ihnen zu sagen, daß er spätestens übermorgen mittag zurück sein würde.«

»Die dortigen Regulatoren versammeln sich ebenfalls?«

»Morgen früh, soviel ich verstanden habe. Husfield hat noch mehrere vom Fourche la fave mit hinübergenommen.«

»Aber ich dachte, es sollten Verdächtige bezeichnet, gefangengenommen und peinlich verhört werden?« fragte Atkins, und man sah ihm an, welches Interesse er an der Beantwortung dieser Frage nahm.

»Ja – das sollte auch geschehen«, sagte Curtis wie nebensächlich, indem er an den Kamin trat und dort seine Stiefel, um sie zu trocknen, über die Glut hielt, »wir haben aber darüber noch nicht recht einig werden können. Einmal liegt gegen niemanden genug Verdacht vor, und dann schienen auch Jones sowohl wie Brown mit der Maßregel nicht recht einverstanden.«

»Mr. Brown auch nicht?« rief Atkins verwundert.

»Nein – nächste Woche hoffen wir es aber durchzusetzen, denn geschehen muß etwas«, mischte sich Cook in das Gespräch. »Die Spitzbuben lachen sonst am Ende gar noch die Regulatoren aus.«

»Weston – du bist wohl einmal so gut und siehst ein wenig nach den Pferden der Herren hier«, wandte sich Atkins jetzt zu dem jungen Mann, der aufgestanden und an die Tür getreten war. »Nimm auch die Sättel draußen von der Fenz«, fuhr er fort, als jener schnell dem Wunsche Folge leisten wollte. »Die verwünschten Kühe haben mir erst gestern wieder eine Satteldecke zerkaut – und dann geh doch auch ein wenig hinüber zu meiner Frau, sie wollte dir noch etwas sagen.«

Weston nickte ihm zu, daß er alles besorgen werde, trug dann die Sättel in den Vorraum und ging um das Haus herum. Hier aber, anstatt den kleinen Stall aufzusuchen, in welchem die fremden Pferde standen, sprang er, sobald er vom Haus aus nicht mehr gesehen werden konnte, über die Fenz und war im nächsten Augenblick in dem dahinterliegenden dichten Wald verschwunden.

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