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Gutenberg > Georg Ebers >

Die Nilbraut

Georg Ebers: Die Nilbraut - Kapitel 44
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Nilbraut Bd. I
authorGeorg Ebers
year1887
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDie Nilbraut
pagesIII-VIII
created20030108
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1887
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Dreiundvierzigstes Kapitel.

Kaum hatte der rätselhafte Alte den Gerichtssaal mit dem Wekil verlassen, als er jenen um eine Unterredung ersuchte. Rücksichtslos vertrieb nun Obada den Gefängniswärter mit seinem Weib und dessen Säugling aus seinem Gemach, und hier ließ er sich von dem Greise eröffnen, welches Ende er der zum Tode Verurteilten zugedacht habe, und der Anschlag des Alten gefiel zwar dem Schwarzen, doch erschien er ihm in mancher Hinsicht so gewagt, daß es dem Greise ohne eine wichtige Gegenleistung, die er Obada in Aussicht stellen konnte, kaum gelungen wäre, ihn gefügig zu machen.

Dem Wekil mußte alles darauf ankommen, sicher zu erhärten, daß Orion die Hand bei der Flucht der Nonnen mit im Spiel gehabt habe, und der Zufall hatte dem Alten ein Schriftstück in die Hände gespielt, das dies außer Frage zu stellen schien.

In der kühlen Morgenfrühe war seine Uebersiedlung in das Haus des Rufinus in Angriff genommen worden. Nur die wertvollsten und wichtigsten seiner Schriftrollen hatten ihn sogleich begleitet, und während er diese in einem kleinen Pulte unterbrachte, dem nämlichen, das Rufinus Paula zur Benützung überlassen, hatte Horus Apollon darin das Briefchen gefunden, welches der Jüngling flüchtig hingeworfen, als er nach langem vergeblichem Warten auf die mit der kleinen Maria beschäftigte Geliebte endlich genötigt gewesen war, aufzubrechen, um Abschied von dem Feldherrn Amr zu nehmen.

Dies Wachstäfelchen, auf dem die Schrift stark verwischt und zum Teil völlig unlesbar geworden war, mußte die Richter von der Schuld Orions überzeugen, und so trug die Auslieferung dieses Beweisstückes dem Greise die Erlaubnis Obadas ein, die Todesart der verurteilten Damascenerin zu bestimmen.

Als beide endlich das Wächterzimmer verließen, wandte sich der Schwarze noch einmal an den Kerkermeister und schnob ihn, indem er auf seine hübsche Frau und das Kind an ihrer Brust wies, grimmig an, sie alle drei seien des Todes, wenn er Orion gestatte, seine Zelle auch nur für einen Augenblick zu verlassen.

Damit schwang er sich auf das Roß, während der Alte zunächst nach der Kurie ritt, um das Stadthaupt zu veranlassen, eine Sitzung für diesen Abend anzuberaumen, und dann sein neues Quartier aufsuchte.

Dort fand er sein Zimmer sorglich beschattet und so kühl, wie es bei solcher Hitze nur immer möglich war. Den Estrich hatte man mit Wasser besprengt, Blumen standen, wo es nur anging, und was von Schriftrollen und anderen Dingen für ihn angekommen war, hatte schon Platz in Truhen und auf Repositorien gefunden. Nirgends ein Stäubchen, überall ein leiser Wohlgeruch, der seiner seinen Nase behagte.

Welch guten Tausch hatt' er gemacht!

Auf seinem alten, gewohnten Lehnstuhl rieb er sich behaglich die dürren Hände, und als die kleine Maria erschien, um ihn zu Tisch zu rufen, freute es ihn, mit ihr zu spassen.

Aus dem Viridarium mußte Pulcheria ihn in den Speiseraum führen, und bei der Mahlzeit ließ er sich's schmecken, und sein faltiges, mürrisches Gesicht verschönte sich, wie er seine weiblichen Hausgenossen überschaute, unter denen nur die Griechin Eudoxia fehlte, welche leichtes Unwohlsein auf ihrem Zimmer zurückhielt.

Jeder einzelnen sagte er freundliche Dinge, und aufgeräumt und ohne mit der Dankbarkeit, die ihn beseelte, zurückzuhalten, verglich er seinen früheren und jetzigen Zustand, schilderte er mit einem neckischen Blick auf Pulcheria, wie schön es sein werde, wenn Philipp zurückkehre, um sie alle zusammen zu einem echten und rechten Gestirn zu machen; denn jeder ägyptische Stern habe fünf Strahlen; die Alten hätten nie einen andern gemalt oder in den Stein gegraben, ja sich sogar eines solchen bedient, um die Zahl fünf zu schreiben.

Da rief Maria:

»Aber dann, dann sind wir hoffentlich ein sechsstrahliger Stern; denn bis dahin ist die arme Paula doch auch wieder bei uns!«

»Gott geb' es!« seufzte Frau Johanna. Pulcheria aber fragte den Alten besorgt, was ihm fehle; denn sein Antlitz hatte sich plötzlich verändert. Die Heiterkeit war darauf erloschen, die Haarbüschel über den Augen hatten sich in die Höhe gehoben, und die eingezogenen Lippen lösten sich schwer, als er endlich unwillig hervorstieß:

»Nichts hab' ich . . . Indessen, ein für allemal soll es gesagt sein: dieser Name ist mir zuwider.«

»Paula?« fragte Maria erstaunt. »O, wenn Du wüßtest . . .«

»Ich weiß mehr als genug,« unterbrach sie der Greis. »Ihr seid mir lieb, ihr alle, alle; das alte Herz geht mir auf in eurer Mitte; es behagt mir bei euch, ich bin euch gut, bin euch dankbar, jede Gefälligkeit, die ihr mir erweist, thut mir wohl, denn sie kommt von Herzen; könnt' ich sie nur recht bald und reichlich vergelten, es sollte mich jung machen vor Freude. Ihr dürft es glauben, und ich seh' es euch an, daß ihr's thut. Doch,« und nun zogen sich die Brauenbüschel wieder in die Höhe, »doch wenn ich diesen Namen nennen höre, und wenn ihr versucht, mich für dies Weib zu gewinnen, oder sollt' es euch gar bekommen, mir mit ihrem Lob in den Ohren zu liegen, so, wie weh ich mir auch selbst damit thäte, so zög' ich zurück, woher ich gekommen.«

»Aber, Horus, Horus, was ist das!?« rief Frau Johanna bekümmert.

»Das ist,« fuhr der Alte auf, »das ist, daß sich alles in ihr verkörpert, was ich an ihrem Stande verachte und hasse. Das ist, daß sie ein kaltes, verräterisches Herz in der Brust trägt, daß sie mir Tage und Nächte verdorben, kurz, daß ich lieber verdammt sein möchte, mit feuchten Molchen und kalten Schlangen unter einem Dache zu leben . . .«

»Als mit ihr, als mit Paula?« fiel ihm Maria ins Wort, und dabei sprang das lebhafte Kind auf und seine Augen blitzten, seine Stimme bebte vor Entrüstung, da es fortfuhr: »Und das sagst Du nicht nur, das meinst Du im Ernst? Ist es denn möglich?«

»Nicht nur möglich, sondern gewiß, kleines Herzblatt,« versetzte der Alte und streckte die Hand nach ihr aus, sie aber trat von ihm zurück und rief heftig:

»Ich will Dein Herzblatt nicht sein, wenn Du so von ihr redest! Wer so alt ist wie Du, der sollte gerecht sein! Du kennst sie ja gar nicht, und was Du von ihrem Herzen gesagt hast . . .«

»Mäßige Dich, Mädchen,« unterbrach sie die Witwe, und der Alte antwortete der Kleinen mit eigentümlichem Nachdruck:

»Dies Herz, junger Sausewind, es wird gut und nützlich sein für uns alle, wenn wir es vergessen, vergessen in Bösem und Gutem. Man hat heute Gericht über sie gehalten, und dies Herz zum Stillstand verurteilt.«

»Verurteilt? Barmherziger Himmel!« schrie Pulcheria auf, und wie sie sich dabei erhob, rief ihre Mutter:

»Um Gottes willen! Es ist Sünde, mit solchen Dingen zu scherzen. Ist es wahr, ist es möglich? Diese Elenden, diese . . . Ich seh' es Dir an, es ist richtig, sie haben Paula verurteilt.«

»Du sagst es,« entgegnete Horus kühl. »Die Damascenerin wird hingerichtet werden.«

»Und das, das sagst Du erst jetzt?« weinte Pulcheria, und Maria fuhr auf:

»Und dabei hast Du scherzen und lachen können, hast Du . . . Pfui über Dich! Und wenn Du nicht solch ein schwacher, steinalter Greis wärest . . .«

Hier verwies Frau Johanna das Kind abermals zur Ruhe und fragte schluchzend:

»Hinrichten, enthaupten will man sie? Gibt es denn für sie, die doch dem unseligen Kampf so fern geblieben wie wir, für sie, die Tochter des Thomas, die Jungfrau, keine Gnade?«

Da entgegnete der Greis:

»Wartet nur, wartet! Vielleicht hat sie der Himmel zu großen Dingen erlesen. Es kann ihr bestimmt sein, durch ihren Tod ein ganzes Land und Volk vom Verderben zu retten. Es wäre ja möglich . . .«

»Sprich Dich klar aus; mir graut vor diesen Orakeln,« fiel ihm die Witwe ins Wort; er aber zuckte wieder die Achseln und sagte gelassen:

»Was uns ahnt, das ist noch kein Wissen. Der Himmel hat hier zu entscheiden. Wohl uns allen: mir, ihr, Dir, der Pulcheria und auch dem abwesenden Philipp, wenn die Gottheit sie zum Werkzeuge erwählt! Aber wer vermag im Finstern zu sehen? Thut es Dir wohl, Johanna, so sei Dir gesagt, daß der weichmütige Kadhi und mit ihm seine arabischen Genossen schon aus Haß gegen den Wekil, der sie alle an Geist und Willenskraft überragt, nichts unterlassen werden . . .«

»Um sie zu retten?« unterbrach ihn die Witwe.

»Morgen halten sie Rat, ob ein Bote mit dem Gnadengesuch nach Medina geschickt wird,« fuhr Horus Apollon mit einem häßlichen Lächeln fort. »Uebermorgen streiten sie sich, wer dieser Bote sein soll, und bevor er Arabien betritt, erfüllt sich der Verurteilten Schicksal. Der Wekil Obada reitet schneller als sie, und sein ist die Macht, so lange Amr fern bleibt von Aegypten. Man sagt, der habe einen Narren an dem Statthalterssohn gefressen, und um seinetwillen – wer weiß? – könnte die Damascenerin als seine Braut . . .«

»Seine Braut?«

»Vor den Richtern hat er sie selbst so genannt und sich Glück gewünscht zu seiner Verlobten.«

»Paula und Orion?« jubelte Pulcheria unter Thränen auf und klatschte glückselig in die Hände.

»Sie beide,« versetzte der Alte. »Du hast recht, Dich zu freuen, mein Mädchen! Weichmütige Herzen, die ihr habt! Achtet die Erfahrung des Alten und segnet das Schicksal, wenn es dem Boten des Kadhi das Roß lähmt! Doch ihr wollt ja nichts hören, was orakelhaft klingt, und es ist auch besser, von etwas anderem zu reden . . .«

»Nein, nein,« bat Johanna. »Woran könnten wir denken als an sie und ihr Schicksal! O, Horus, ich erkenn' Dich nicht wieder. Was hat Dir dies arme, vom schwersten Unglück verfolgte, uns so teure, herrliche Wesen gethan? Und bedenkst Du denn gar nicht, daß die Richter, die sie verurteilt, nun auch nachforschen werden, wie Rufinus, und was wir alle . . .«

»Was ihr mit dem wahnsinnigen Rettungsstreiche zu thun habt?« unterbrach sie der Greis. »Das zu verhindern ist meine Sache. So lang dies alte Gehirn zu denken und dieser Mund zu reden vermag, wird euch kein Härchen gekrümmt.«

»Unsern Dank!« versetzte Johanna. »Aber Du, wenn Du solche Macht hast, so setze sie ein – Du weißt, wie lieb Paula uns allen ist, wie hoch Dein Philipp sie schätzt – so gebrauche sie, um sie zu retten.«

»Ich besitze keinerlei Macht und will sie nicht haben,« entgegnete der Alte streng.

»Aber, Horus, Horus! Kommt, Kinder! Einen zweiten Vater sollten wir in Dir finden, hast Du versprochen. So zeige denn, daß dies kein leeres Wort war, und laß Dich von uns beschwören . . .«

Da erhob sich der Alte tief atmend, so schnell er vermochte, zwei scharf umgrenzte rote Flecke färbten seine fahlen Wangen, und mit heiserer Stimme rief er.

»Kein Wort mehr! Kein Versuch, mich zu rühren, kein kläglicher Auftritt. Genug, tausendmal genug von dem allem. Ihr habt es gehört, und hört es nun wieder. die Damascenerin oder ich, ich oder sie. Könnt ihr, was die Zukunft auch bringe, es nicht über euch bringen, vor mir über sie zu schweigen, so – so – ich schwöre nicht, aber was ich verheiße, das halt' ich, so kehr' ich in meine alte Höhle zurück, und betrübt und an einer Enttäuschung reicher schlepp' ich dort das Dasein fort oder sterbe, wie meine Göttin es fügt.«

Damit verließ er das Zimmer, und die kleine Maria erhob die zur Faust geballte Rechte, drohte ihm nach und rief.

»O, daß er doch ginge, das alte, harte, ungerechte Scheusal! Ach, daß ich ein Mann wär'!« Dabei brach sie in lautes Weinen aus, und ohne auf die Zurechtweisung der Witwe zu hören, fuhr sie außer sich fort. »O, es gibt gar nichts Schlechteres als ihn, Mutter Johanna! Sterben möcht' er sie sehen, er wünscht ihr den Tod; ich fühl' es, er kann es wünschen! Hast Du gehört, Pul, es würde ihn freuen, wenn dem Boten, der sie retten soll, das Pferd erlahmte? Und sie ist nun die Braut meines Orion – ich habe sie ja längst für einander bestimmt – doch auch ihn werden sie töten, aber sie sollen es nicht, wenn es noch einen gerechten Gott gibt im Himmel. O, daß ich . . . daß ich . . .« Dabei ward ihre Stimme von heftigem Schluchzen erstickt, und als sie sich einigermaßen beruhigt, flehte sie Pulcheria und ihre Mutter an, sie zu Paula zu begleiten, und da diese ihren Wunsch teilten, machten sie sich, bevor es dunkelte, mit ihr auf den Weg ins Gefängnis.

Je mehr sie sich dem Markt näherten, den sie zu kreuzen hatten, desto voller fanden sie die Straßen.

Alles zog des gleichen Weges, die Menge trug sie gleichsam mit sich fort, doch von dem Platze her brauste und schallte ihnen wie ein Gegenstrom vieltausendstimmiges Geschrei und Getön aus Menschenkehlen entgegen. Frau Johanna wurde es in dem Gedränge angst vor dem lärmenden Treiben auf dem Markt, und gern wäre sie mit ihren Schützlingen umgekehrt oder hätte den Platz umgangen, aber alles strebte ihm zu, und es wäre leichter gewesen, von hier aus einem hochangeschwollenen Gebirgswasser entgegenzuschwimmen als nach Haus zu gelangen. So kamen sie denn bald auf den Markt und wurden dort, rings umdrängt, zum Stillstand gezwungen.

Die Bangigkeit der Witwe steigerte sich.

Wie peinlich war es, mit den Mädchen in solchem Auflauf festgehalten zu werden. Pulcheria schmiegte sich an sie, und wie sie Maria gebot, ihr die Hand zu reichen, rief die Kleine, der das Abenteuer ganz nach dem Sinne war:

»Sieh nur, Mutter Johanna, da steht unser Rustem. Er ist doch der größte von allen!«

»Hätten wir ihn bei uns!« seufzte die Witwe.

Da riß sich das Kind von ihr los, schlüpfte behend wie ein Eichhorn durch den Menschenknäuel und erreichte sehr bald den Masdakiten.

Dieser hatte Memphis noch nicht verlassen; denn die erste Karawane, der er sich mit seinem Weibchen anschließen sollte, brach erst in einigen Tagen auf.

Der brave Perser und Maria waren gute Freunde, und sobald er gehört, daß seine Wohlthäterin sich fürchte, brach er sich mit dem Kinde Bahn zu ihr, und die Witwe atmete auf, wie er ihr anbot, bei ihr auszuharren und sie zu beschützen.

Indessen hatte sich das Lärmen und Schreien gesteigert. Jeder Kopf, jedes Auge war der Kurie zugewandt; denn man mußte erwarten, daß dort etwas Großes, Besonderes vor sich gehen werde.

»Was es nur gibt?« fragte Maria den Perser und zupfte ihn am Rocke. Da bückte sich der Riese schweigend zu ihr nieder, und zu ihrer Freude stand sie einen Augenblick später auf seinen über der Brust gekreuzten Armen und überblickte, nachdem sie sich einen Sitzplatz auf seiner breiten Schulter zurecht gemacht, wie von einer hohen Warte, Menschen und Dinge.

Frau Johannas Hand legte sich ängstlich auf ihre Füßchen, sie aber rief zu ihr nieder:

»Mutter, Pul, ich irre mich nicht! Vor der Kurie steht der weiße Esel unseres Alten, und da thun sie dem Tier einen Kranz, einen Oelbaumkranz um den Hals.«

Jetzt klangen vom Rathause her über den Markt hin Tubarufe durch die erstickend heiße, qualmige Luft, und plötzlich wurde es still und immer stiller rings umher, und wo einer den Mund aufthat, um zu schreien oder zu reden, stieß ihn der Nachbar oder verwies ihn zur Ruhe.

Da legte die Witwe die Hand fester um den Knöchel Marias und fragte, indem sie sich die perlende Stirn wischte:

»Was gibt es?« und die Kleine antwortete hastig und ohne sich im Schauen stören zu lassen:

»Sieh nur zum Altan der Kurie hinauf; da steht das Stadthaupt, der Purpurfärber Alexander; er ist oft zum Großvater gekommen, und die Großmutter konnte seine Frau gar nicht leiden – und neben ihm, der da neben ihm – kannst Du ihn nicht erkennen? – das ist der alte Horus Apollon; eben nimmt er sich die Lorbeerkrone von der Perücke. Alexander will reden.«

Neuer Tubaruf unterbrach sie, und gleich darauf ließ sich eine laute Männerstimme von der Kurie her vernehmen, und nun ward es so still, daß auch der Witwe und ihrer Tochter nur wenig von der Anrede entging, die nun folgte:

»Mitbürger, Memphiten, Unglücksgenossen!« begann das Stadthaupt langsam und mit weithin hallender Stimme. »Ihr kennt unsere gemeinsamen Leiden. Es gibt keines, das nicht über uns verhängt worden wäre, und noch grausamere scheinen uns zu drohen.«

Ein furchtbares Geschrei der Menge stimmte ihm bei, doch neue Tubarufe wiesen es zur Ruhe, und das Stadthaupt fuhr fort:

»Wir, der Senat, die Buleuten dieser Stadt, denen ihr aufgetragen habt, für euch und euer Wohl zu sorgen . . .«

Da unterbrach ein wildes Geheul den Redner, und es ließen sich die Rufe unterscheiden:

»Sorget, thut eure Pflicht!«

»Geldsäcke!«

»Wort halten!«

»Rettet uns vom Verderben!«

Doch die Trompete brachte die Unzufriedenen abermals zur Ruhe, und das Stadthaupt fuhr fort, und diesmal wie außer sich und in gewaltiger Erregung:

»Höret mich! Unterbrecht mich nicht! Die Not, der Jammer trifft unsere Häupter so gut wie die euren. Mein Weib und mein Sohn sind in dieser Nacht an der Seuche gestorben!«

Diesmal ging nur ein leises Gemurmel durch die Menge, und es legte sich von selbst, als der stattliche Graubart auf dem Altan sich die Augen trocknete und fortfuhr:

»Ist einer unter euch, der uns zeihen kann einer Versäumnis – sei es Mann, Weib oder Kind – der erhebe Klage gegen uns vor Gott, vor unserem neuen Herrn, dem Chalifen, und vor euch selbst, den Bürgern von Memphis; aber nicht jetzt, Leidensgefährten, jetzt nicht! Jetzt laßt euer Schreien und Rufen, jetzt, da die Rettung winkt, höret mich, gebet zu erkennen, wie ihr euch verhaltet zu dem letzten, äußersten Rettungsmittel, das ich euch anzuempfehlen komme!«

»Höret ihn! Still! Nieder mit den Schreiern!« ertönte es von allen Seiten, und der Redner fuhr fort:

»Unserem Vater im Himmel, unserem einigen göttlichen Heiland und seiner heiligen Kirche legten wir es als Christen zunächst ans Herz, uns zu helfen, und ich frage euch: hat es an Gebeten, an Kirchgängen, an Prozessionen, an Weihgeschenken gefehlt? Nein, nein, meine lieben Mitbürger und Bürgerinnen! Jeder von euch ist mein Zeuge – gewiß nicht! Aber der Himmel, er hat sich blind und taub und stumm gezeigt unserer Not gegenüber, ja wie gelähmt . . . Nein, nicht wie gelähmt; denn er rührt kräftig und rasch genug die Hände, um neues Leid auf das alte zu häufen. Was menschliche Vorsicht und Klugheit ersinnen und ins Werk setzen kann, auch davon blieb nichts unversucht.

»Die alten Künste der Zauberer und Magier und Scheidekünstler, die schon manchesmal frommten, die Macht böser Geister zu brechen, auch sie haben sich als trügerisch und ohnmächtig erwiesen.

»Da dachten wir an unsere großen, berühmten Väter und Ahnherren, und wir erinnerten uns, daß in unserer Mitte ein Mann lebt, der vieles kennt, was für uns andere verloren gegangen ist im Laufe der Zeiten. Die Weisheit der Vorfahren hat er während eines langen Lebens in arbeitsvollen Tagen und Nächten sich zu eigen gemacht. Zu der Schrift, wie zu den Geheimnissen der Alten besitzt er den Schlüssel, und er hat uns mitgeteilt, welches Rettungsmittel die Vorfahren benutzten, wenn ähnliches Unheil sie heimsuchte wie uns in diesen grausamen Tagen, und der Greis hier an meiner Seite, der weise und redliche Horus Apollon, machte uns damit vertraut. Sehet die ehrwürdigen Rollen in seiner Hand! Sie lehren, welche Wunder es in früheren Tagen gewirkt hat.«

Hier unterbrach ein Memphit den Redner mit dem Rufe: »Heil Horus Apollon, dem Retter!« und Tausende folgten ihm nach und gaben dem Alten Beifall und Dank durch lautes Geschrei zu erkennen. Dieser verbeugte sich bescheiden, zeigte auf seine schmale Brust und eingefallenen Lippen und wies dann auf das Stadthaupt als denjenigen, der es übernommen, das Volk von seinem Rat in Kenntnis zu setzen, und Alexander fuhr fort:

»Große Gunst, Mitbürger und Freunde, läßt sich nur durch große Gaben erkaufen. Das wußten die Alten, und wenn der Strom, von dem ja, wie wir nur zu gut wissen, das gesamte Wohl und Weh dieses Landes abhängt, zu steigen versagte und das Ausbleiben seiner Schwelle Unheil mancherlei Art nach sich zog, so brachten sie ihm ein Opfer dar, das sie für das edelste hielten von allem, was die Erde trägt: eine reine und schöne Jungfrau.

»Was wir erwartet, tritt ein: das erschreckt euch! Ich höre euch murren, sehe eure entsetzten Gesichter, und wie sollte die Seele eines Christen nicht Abscheu vor solchem Opfer empfinden? Aber ist es uns denn so fremd? Haben wir je ganz davon gelassen? Wer von uns richtet nicht sein Gebet an den heiligen Orion, sei es zu Haus, sei es unter Beistand der Priesterschaft in der Kirche, wenn er von unserem herrlichen Strom eine Gabe erwartet, und in diesem Jahr haben wir, wie immer in der Nacht des Tropfens, mit Gebeten an ihn ein Kästchen mit einem menschlichen Finger in die Wogen geschleudert.Noch im vierzehnten Jahrhundert nach Christus ward von den ägyptischen Christen ein Kästchen mit einem menschlichen Finger in den Nil geworfen, um ihn zum Anschwellen zu veranlassen. Dies wird durch eine Nachricht des zuverlässigen Makrisi bestätigt. Dies kleinere Opfer, es sollte das kostbarere, größere der Heiden vertreten; es wurde gebracht, und seine Notwendigkeit ist nie und nie in Frage gekommen, und auch die strengsten und heiligsten Lichter der Kirche, wie Antonius und Athanasius, Theophilus und Cyrillus, haben nichts dagegen einzuwenden gewußt; unter ihren Augen ward es Jahr für Jahr in die Wogen geschleudert.

»Ein Finger in einem Kästchen! Kläglicher Stellvertreter für das Schönste und Reinste, das Gott werden läßt unter den Menschen. Dürfen wir uns wundern, wenn der Heilige endlich den jammervollen Ersatz verschmäht, zurückweist und für seinen Nil einmal wieder begehrt, was ihm früher zu teil ward?

»Aber welche Mutter, welcher Vater, fragt ihr, ist in unserer Zeit des Eigennutzes von Liebe für sein Heimatland, seinen Gau, seine Stadt so ganz durchdrungen, daß er die jungfräuliche Tochter dem allgemeinen Wohl zu Gefallen dem Tod in den Wogen preisgeben möchte? Welche Tochter unseres Volkes wäre bereit, für andere und ihr Heil widerstandslos aus dem Leben zu scheiden?

»Doch ängstigt euch nicht! Fürchtet nichts für eure heranwachsenden Töchter im Frauengemach, die Augäpfel eures Herzens! Fürchtet nichts für eure Enkelinnen, Schwestern, Gespielinnen, Bräute! Schon in frühester Zeit verbot ein strenges Gesetz den Alten, Menschen von ägyptischem Blut zu opfern, doch Fremde oder solche darzubringen, welche anderen Göttern dienten als den ihren, das war ihnen gestattet.

»Das Gleiche, Mitbürger und Glaubensgenossen, auch uns steht es zu. Und nun merket auf, alle, alle: Scheinet es nicht, als wünsche das Schicksal uns zu helfen, unserem gesegneten Nil das Opfer endlich darzubringen, das ihm so viele Jahrzehente und Jahrhunderte vorenthalten ward? Er verlangt es, und es ist uns zugeführt worden wie durch ein Wunder; denn um eines Vergehens willen, das ihre Reinheit nicht trübte, haben heute die Richter eine schöne, untadelige Jungfrau zum Tode verurteilt, eine Fremde, und noch dazu eine Griechin und ketzerische Melchitin.

»Das ergreift euch, das erregt eure Seelen mit dankbarer Freude, ich seh' es! So rüste Dich denn zur Vermählung, edler Strom, Wohlthäter dieses Landes und Volkes! Die Jungfrau, die Braut, nach der Dich verlangt, wir schmücken sie für Dich, wir führen sie Dir zu, sie sei die Deine!

»Und ihr, ihr Memphiten, Mitbürger, Leidensgenossen,« und dabei neigte das Stadthaupt sich weit vor über den Altan und der Menge entgegen, »wenn ich euch nun um eure Zustimmung bitte, wenn ich in des versammelten Senats und dieses Greises Namen euch frage . . .«

Da unterbrach ihn das gewaltige, zum Himmel aufbrausende Jubelgeschrei der versammelten Menge und tausend Stimmen riefen:

»In den Nil mit der Jungfrau!«

»Die Melchitin wird mit dem Strome vermählt! Kränze für die Nilbraut, Blumen für ihre Hochzeit!«

»Achten wir auf die Lehre der Väter!«

»Heil dem Berater! Heil dem weisen Horus Apollon! Heil unserem Stadthaupt!«

So schrie und rief es froh und begeistert durcheinander, nur von der Nordseite des Marktes her, wo die leeren Tische der Wechsler standen, die ihr Gold und Silber längst in Sicherheit gebracht hatten, erhob sich ein mißfälliges, drohendes Gemurmel.

Die Brust des Kindes auf den Armen des Persers hatte längst schwer und tief zu atmen begonnen. Es meinte zu wissen, wen die Teufel da oben zu dem verruchten heidnischen Opfer ausersehen hatten, und wie Maria sich zu Frau Johanna niederbeugte, um sich zu überzeugen, ob sie ihre gräßliche Ahnung teile, sah sie die Augen der Witwe und ihrer Tochter in Thränen schwimmen, und sie wußte genug und fragte nicht weiter; denn ein neuer Vorgang nahm ihre Aufmerksamkeit in Anspruch.

Bei den Wechslertischen hatte sich eine Hand mit einem Kruzifix hoch erhoben, und das Kind sah, wie sie sich stetig und unaufhaltsam der Kurie entgegenbewegte. Die Menge machte dem Manne, dem sie angehörte, und dem Heiligtum, das sie trug, Platz, und es war Maria, als weiche der Auflauf vor dem vorwärtsschreitenden Bild des Gekreuzigten auf beiden Seiten zurück, wie die Wogen des Schilfmeeres vor dem fliehenden Volke Gottes.

Das Gemurmel an der Nordseite des Marktes wurde stärker, der Jubel der Menge verlor an Kraft, jede Stimme schien sich zu dämpfen, und nun erstieg eine kleine, schmächtige, aber stolz und straff aufgerichtete Gestalt in bischöflichem Gewande Stufe auf Stufe und verschwand endlich in der Kurie.

Zurückebbend verwandelte sich das Geschrei in ein unwilliges, fragendes Gemurmel, und auch dies verstummte, da der kleine Mann, der doch groß erschien durch das Kruzifix, das er hoch hielt, auf dem Altan erschien, sich der Brüstung näherte und den Arm mit dem Bilde des Gekreuzigten weit vor und über die vordersten Reihen des Volkes streckte.

Da trat der alte Horus Apollon mit zornig funkelnden Augen auf das Stadthaupt zu und forderte es auf, dem Eindringling das Wort zu entziehen, doch den Purpurfärber hatte das gewaltige Auge des kleinen Mannes getroffen, und er ließ ihn gesenkten Hauptes gewähren. Auch keiner der Buleuten wagte ihm den Weg zu verlegen; denn jeder kannte den eifrigen, willensstarken, gelehrten Presbyter, der seit gestern an die Stelle des verstorbenen Bischofs Plotinus getreten.

Und jetzt rief der neue Seelenhirt, so laut er vermochte, in seine widerspenstige Herde hinein:

»Sehet diesen am Kreuze und hört seinen Diener! Nach dem Segen Christi schmachtet ihr und treibet dennoch heidnische Gräuel. Der abgöttische Jubel, durch den ich mir den Weg bahnte zu euren Ohren, in Jammergeheul wird er sich wandeln, wenn ihr sie verstopft und sie taub macht für die Worte des Heils.

»Ja, murrt nur!

»Mich bringt ihr doch nicht zum Schweigen; denn aus mir redet die Wahrheit, die niemals verstummt! Für jeden, der es noch nicht weiß, sei hier gesagt: der Krummstab des verstorbenen Plotinus ward auf mich übertragen. Mit Sanftmut und Güte möcht' ich ihn brauchen, doch muß es sein, schwing' ich ihn wie ein Schwert und eine Geißel, bis ihr aus Wunden blutet und die Beulen euch reibt!

»Sehet hier das Bild eures Erlösers in meiner Rechten. Ich pflanze es auf wie eine Mauer zwischen euch und die heidnische Gräuelthat, der ihr zugejauchzt in eurer Verblendung.

»Ihr Verruchten, ihr Abtrünnigen! Aufwärts die Herzen, und hinaufgeschaut zu ihm, der am Kreuze gestorben, um euch zu erretten. Wahrlich, er läßt den nicht untergehen, der an ihn glaubt; aber ihr, wo ist euer Glaube? Weil es Nacht ward, heulet ihr: ›Das Licht ist erloschen!‹ Weil ihr krank seid, meinet ihr: ›Der Arzt kann nicht helfen!‹ Welche Lästerungen sind hier erklungen: ›Ohnmächtig,‹ hieß es, ›ist der Herr, ist seine Kirche! Zauberei, Magie, heidnische Missethat soll uns retten.‹ Aber gerade weil ihr nicht auf den wahren Retter und Erlöser hofft, sondern auf heidnische Missethat, Magie und Zauberei, wird Strafe auf Strafe über euch gehäuft, und so geht es fort – ich seh' es kommen – bis ihr völlig im Schlamm erstickt und ächzend nach der einzigen Hand suchet, die euch aufrichten könnte.

»Womit verblendete Menschenkinder euch zu retten verheißen vom Unglück, das – das – gerade das ist der Urquell eurer Leiden, und hier steh' ich, um diesen Quell zu verstopfen und ihm das Bett abzugraben.

»Molochsdiener wollt ihr werden, und zu Christen hoff' ich euch wieder zu machen. Die Jungfrau, die eure Wut in den Abgrund des Stromes stürzen will, die Milde der erhabenen Kirche erhebt sie zu ihrem Schützling; denn mit ihrem leiblichen Tod bringt ihr über euch den Tod eurer Seelen. Der heilige Orion, mit Abscheu wendet er sich von euch. Weg, fort von dem unglückseligen Opfer, weg, ruf' ich, die verruchten Wünsche und tempelschänderischen Hände!« – –

»Und legt sie in den Schoß, und ringt sie wund im Gebete, bis Elend und Seuche den letzten von euch hingerafft haben!« unterbrach ihn des Greises dünne und kreischende, doch weithin verständliche Stimme, und vom Markt her gaben ihm Tausende ihren Beifall durch lautes Geschrei zu erkennen.

Das Stadthaupt, welches bis dahin dem Bischof reumütig und gesenkten Hauptes zugehört hatte, fand nun auch die verlorene Fassung wieder und rief außer sich:

»Das Volk stirbt, Stadt und Land gehen zu Grunde, aus dem Strom steigt Pest und Verderben. Zeig uns einen andern Rettungsweg oder laß uns auf die Vorfahren sehen und das letzte Mittel versuchen.«

Aber der kleine Mann richtete sich straffer auf, wies mit der Linken auf das Kruzifix und rief mit unerschütterlicher Ruhe:

»Glaubet, hoffet, betet!«

»Ist es etwa nicht geschehen?« schrie das Stadthaupt. »Dir freilich hat kein sterbendes Weib mit gläsernen Augen, Dir hat kein verröchelndes Kind . . .«

Da erhob sich von unten her neues Gebrüll, so wild und mächtig wie nie vorher, und jeder, dem der Tod in das Haus und ans Herz gegriffen, dem Garten und Acker verdorrt war, dem Dattel auf Dattel von den Bäumen gefallen, erhob die Stimme und schrie:

»Das Opfer, das Opfer!«

»In den Strom mit der Jungfrau!«

»Heil den Rettern, Heil dem weisen Horus Apollon!«

Aber andere riefen dazwischen:

»Lasset uns Christen bleiben!«

»Heil dem Bischof Johannes!«

»Unsere Seelen!«

Indessen suchte der Prälat die Aufmerksamkeit des Volkes von neuem auf sich zu ziehen, und da ihm dies nicht gelang, wandte er sich abermals an das Stadthaupt, die Buleuten, den Tubabläser, und endlich gelang es ihm, diesen zu bewegen, wiederum und noch einmal und öfter und stärker in das Erz zu stoßen, doch sein Schall blieb ohne Wirkung; denn auf dem Markte waren einzelne Gruppen aneinander geraten, und Balgerei und Handgemenge drohten in einen blutigen Straßenkampf auszuarten.

Von dem Masdakiten gedeckt, war es den Frauen gelungen, den Markt zu verlassen, bevor arabische Reiter heransprengten, um die Streitenden auseinander zu treiben; auf der Kurie aber erklärte der Bischof Johannes den Vätern der Stadt, daß er alles aufbieten werde, um das unmenschliche und unchristliche Opfer einer Jungfrau zu verhindern, wenngleich sie eine Melchitin sei und zum Tode verurteilt. Heute noch werde er eine Brieftaube an den Patriarchen nach Oberägypten senden und seine Entscheidung einholen.

Als Horus Apollon ihm sodann entgegnete, der Vertreter des Chalifen habe seine Einwilligung zu dem Opfer erteilt, und auch gegen den Willen der Geistlichkeit werde man dem Verderben des Volkes ein Ende machen, brauste der Bischof heftig auf und bedrohte diejenigen, welche den gräßlichen Anschlag ersonnen, mit dem Fluche der Kirche.

Da trat ihm der Greis mit flammender Beredsamkeit abermals entgegen, die verzweifelten Buleuten hielten zu ihm, und tief aufgebracht verließ der Bischof die Kurie.

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