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Die neuen Argonauten

Franz Dingelstedt: Die neuen Argonauten - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie neuen Argonauten
authorFranz Dingelstedt
year1931
publisherBärenreiter Verlag
addressKassel
titleDie neuen Argonauten
pages3-208
created20040627
sendergerd.bouillon
firstpub1839
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Polyhymnia

Das ist eine anerkannte Sache, daß, wer Kesselstadt in der heiligen Pfingstwoche nicht gesehen hat, überhaupt noch nichts sah. Alle Kesselstädter gestehen das selber ein, trotz ihrer ebenso anerkannten Bescheidenheit. Die Pfingstwoche ersetzt für Kesselstadt die olympischen Spiele, es ist seine Settimana santa, sein Saturnalienfest, seine – Pfingstwoche. Die Apostel, auf die an demselben Tage der Geist Gottes in feurigen Flammen herabgekommen ist, daß sie in Zungen redeten, reichen in ihrem Enthusiasmus noch lange nicht an die Kesselstädter, obwohl auf diese der Geist gewöhnlich in Regenschauern niedergießt. Il faut le voir, pour le croire, sagt ein französisches Sprichwort.

Der großen Parade soll hierbei nicht einmal als einer außergewöhnlichen Erscheinung gedacht werden, auch nicht der Umzüge, freilich unmaskierter, in der Stadt; nur die Festlichkeiten des zweiten Tages, die in dem großen Jakobsparke gefeiert werden, verdienen in der Tat auf die Nachwelt zu kommen.

Dieser Jakobspark wird alljährlich nur an zwei Tagen geöffnet, am Geburtstage des Landesherrn und am zweiten Pfingstfeste. Da jener mitten in den Winter fällt, dieses aber im Kalender regelmäßig nach Frühlingsanfang, so benutzen die Kesselstädter und selbst Fremde, die von weit entlegenen Gegenden herbeiströmen, meistens nur die letztere Gelegenheit, um die Herrlichkeiten des Parkes – um so herrlicher, als dreihundertdreiundsechzig Tage im Jahre ein festverschlossenes Gitter, die kühnste Nachbildung der berühmten chinesischen Mauer, ihnen Relief giebt – der Reihe nach zu genießen. Es bedarf hierzu keines Festprogrammes für Einheimische und keines Lohnbedienten für Fremde; traditionell pflanzt sich von Mund zu Mund die Methodik der Kunst- und Naturgenüsse fort, und man braucht nur dem unablässig aus dem Jakobstore drängenden Menschenstrome zu folgen, um seines Zieles, d. h. eines jährlichen Vergnügens ganz gewiß zu sein.

Nach dem Morgengottesdienste geht das Pilgern schon an. Wagen, Reiter, Fußgänger, selbst Hunde und Tabakspfeifen, die im Jakobsparke zu den verbotenen Einfuhrartikeln gehören, sind in beständiger Bewegung. Mit dem Glockenschlag zwölf wird die Bildergalerie eröffnet, aus einer Reihe prachtvoller Säle bestehend. An dem Eingang des ersten harrt ein von Gold starrender Livreebedienter. »Nro. 1«, ruft er aus, »die Italiener!« Ihr tretet ein, wenn Ihr so glücklich gewesen seid, auf Kosten Eurer Rippen und Leichdörner von der Menschenwelle gerade auf die Schwelle des Hauses geschleudert zu werden, ehe der Türsteher die hohen Pforten vor dem allzugefährlichen Schwall wieder zuwarf. Ein hoher Saal empfängt Euch; aber die Bilder sucht Ihr vergebens, denn kaum seid Ihr eingetreten, so fliegt schon die zweite Türe auf, und ein in Silber starrender Livreediener ruft aus: »Nro. 2. Niederländer!« Zu gleicher Zeit wird »Nro. 3, die Italiener« rücksichtslos geschlossen, obgleich Beispiele vorgekommen, daß einem kunstsinnigen Fräulein der Schleier von der zugequetschten Türe zerrissen, ja, einer der wißbegierigen Gardisten, die besonders zahlreich sich einzustellen pflegen, zwischen Tür und Angel ganz zermalmt wurde.

Ihr tretet in Nro. 2 ein; da öffnet sich Nro. 3. Ein in roter Broderie starrender Livreediener ruft: »Nro. 3. Altdeutsche Schule!« Atemlos springt Ihr aus den Niederlanden nach Altgermanien, ein Mensch in gelber Stickerei fängt Euch wie einen Federball. »Nro. 4. Neufranzosen!« ruft er und wirft Euch einem Fünften zu, bis Ihr am anderen Ende des Gebäudes mit Nro. 10 von einem Menschen in blauer Stickerei glücklich zur Haustüre hinaus und wieder unter Gottes freien, mit eisernen Staketen durchschnittenen Himmel geschleudert werdet.

Ihr seufzt tief auf, und es schlägt, indem der letzte Kunstfreund die steinerne Treppe hinunterfliegt, präzis ein Uhr. »In's graue Kabinett!« schreit die Menge, Ihr folgt, werdet durch Antiken, Vasen, Statuen, durch Herkulanum und Pompeji, Japan und China, Aegypten und Indien glücklich transportiert, um mit dem Glockenschlage zwei an der Schwelle des Speisesaales abgesetzt zu werden. Hier verrichtet Herr Boz, der pachthabende Restaurant, vor Euren erstaunten Augen zwei biblische Wunder auf einmal; er speist vierhundert Hungrige mit einem Dutzend Hechte aus der Dulfe und verwandelt das Wasser dieses mirakelkräftigen Stromes mit Hilfe kleiner Vignetten in Wein aller Qualitäten, jedoch eines Preises, des höchstmöglichen nämlich. Im frommen Glauben der Sättigung steht Ihr, als eben der Braten kommt, hastig auf; denn die Saaluhr schlägt dreiviertel auf drei, und um drei Uhr präzis springen die Wasser. Ihr drängt Euch hinaus, Ihr eilt, steigt, rennt außer Atem bis auf die Höhe, wo der erste Wasserfall angelassen werden soll, und dort habt Ihr vollkommene Gelegenheit nicht nur zur Verdauung des kostbaren Mittagsmahles, sondern auch zur gemächlichen Abkühlung; denn erst nach einer guten Stunde rinnt der erste dünne Strahl aus den künstlichen Basaltfelsen heraus. Die Fremden murren, die Einheimischen werden verlegen, man fragt, aber man antwortet nicht, wegen des langen Harrens. Endlich heißt es: »Es kommt!«, das Wasser nämlich, alle Straßenjungen schreien »Hurrah« und werfen ihre schmutzigen Mützen in die Luft, damit sie reinlichen Menschen auf die Nase fallen. Und nun kommt es wirklich; Ihr aber müßt, gerade wenn es kommt, Euch sputen, daß Ihr hinwegeilt, um zur zweiten Szene, zur Teufelsmühle, und so zur dritten und zur vierten noch einen Qnadratzoll Platz zu erkämpfen. Nachdem Ihr so bei jeder Szene eine Viertelstunde gewissenhaft gewartet, bis sie anging, gelangt Ihr zur großen Fontäne, zum sogenannten Jakobsstrahl, und um halb fünf steht Ihr wiederum berauscht, weniger von Herrn Bozens Weinen als von der Fontäne, – betäubt, weniger von der Harmoniemusik als von dem Menschen- und Tiergeschrei, – geblendet, weniger von den Gemälden als von dem sauber gehaltenen gelben Kies in den gewundenen Gängen – wiederum an dem großen, von zwei Delphinen bewachten Portal. Nun habt Ihr die Wahl, ob Ihr bis sechs Uhr noch in den reizenden Anlagen im Dunkel duftender Gebüsche, an den Hängen und Hainen künstlicher Bergpartien, an Weihern und Wässern, in Gründen und Grotten, unter Tannen und Tempeln Euch beschaulich ergehen wollt, jedoch auf die Gefahr, für einen Verliebten oder Verrückten, am Ende gar für einen Maler. Dichter und Musiker gehalten zu werden. Menschen werdet Ihr nicht mehr begegnen; im Augenblick, da die Fontäne zum letzten Male aufsprudelte, stürzten sie aus den Gängen, teils um zur rechten Zeit am Ausgange des Punkt sechs geschlossenen Parkes zu stehen, teils, um den Eingang des Punkt sechs geöffneten Hoftheaters eine hoffnungslose Stunde lang zu belagern. Und so wird aus Morgen und Abend der zweite Tag! –

Ach, ich fühle leider nur allzutief, wie meine Feder nicht einmal einen schwachen Umriß dieses zweiten, dieses einzigen, dieses unsterblichen Tages zu liefern imstande ist. Die reizenden Lichter und Schatten des Gemäldes, die verschwiegenen Details in dem lauten Ganzen, die Töne des persönlichen Jubels im allgemeinen Konzert, die Bewegungen und Veränderungen der Szene, die Wechsel lebendiger und lebloser Umgebungen – alle diese Wunder des zweiten Pfingsttages lassen sich nur erleben, nicht nachempfinden, geschweige denn beschreiben. Und nun sage mir einer, ob die Kesselstädter Unrecht haben, wenn sie, bescheiden zwar, aber doch fest und selbstbewußt, dem Fremden sagen: »Wenn Ihr unseren zweiten Pfingsttag nicht gesehen, habt Ihr nichts gesehen.« Und sage mir einer, ob dieser begeisterte Enthusiasmus sie einst zu weit führte, als sie einen Engländer, der im Restaurationssaale sitzen bleiben wollte, wie alle Wasser und alle Menschen sprangen, erst gelinde durchprügelten und hernach zur Türe hinauswarfen, damit er gegen seinen eigenen Willen ins Paradies komme? Wackere Kesselstädter und Männer, ich reiche Euch die Rechte! Auch ich war in Arkadien geboren, auch mir gelang es, Korinth zu besuchen, auch ich habe etwas gesehen, nein, viel gesehen, nein, alles gesehen; denn ich sah ja Euren zweiten Pfingsttag. Nicht einmal, sondern dreimal sah ich ihn, was freilich nichts sagen will, da ja im Unendlichen keine Steigerung möglich ist!

Es war aber natürlich und wiederum ganz im Charakter der Saturnalien, daß auf diesen zweiten Pfingsttag alle Schulen, Institute, Pensionate usw. in Kesselstadt »frei« hatten, unter ihnen denn auch das Fräuleinstift der Madame Pappel, geborenen Ruthenbusch. Sie pflegte an diesem Feste gewissermaßen ihr Treibhaus auch zu öffnen, die jungen Pflänzlein hinauszustellen und selber unter ihnen zu prangen, gerade, nun gerade wie eine schlank aufgeschossene Pappel unter dem Häuflein strebender Bäume in einer Baumschule, alle überragend, beschattend, über dem Geflüster und Gelispel der niederen Kronen das silberne Haupt wiegend in majestätischer Würde.

Auf diesen allgemeinen Ausflug aus dem Pappelschen Taubenschlage hatte nun ein Paar raubsüchtiger Stößer seine kecken Angriffspläne gegründet, Magister Hudel und sein Pylades, der Kompagniechirurgus Höcker. Der erste Pfingsttag führte alles zur Katastrophe. Ein entscheidender Schlag mußte geschehen, um alles zu gewinnen, da die Gefahr, alles zu verlieren, in Eusebii annoch unsichtbarer, aber kometengleich angekündigter Person nahe rückte.

Als nämlich der Magister Hudel am ersten Pfingsttage seine visite de reconnaissance bei Madame Pappel machte, einesteils, um für das genossene, kaum verdaute Gute zu danken, und andernteils, um sich zur nächsten Soiree wieder einladen zu lassen, fand er die Pappelsche Familie in großer, mühsam bezwungener Aufregung. Madame Pappel hatte an diesem feierlichen Morgen ihr beklommenes Mutterherz vor Adelen ausgeschüttet und der zitternden Tochter angekündigt, wen sie – nur leider noch vergeblich – erwartete. Es war zu einer heftigen Szene gekommen. Adele, die bei den Worten »Gersfeld« und »angesehener Kaufmann« sich kein anderes Bild entwerfen konnte als eine kleine, winklige Landstadt, worin die Kühe ausgetrieben werden, ein enges Haus, auf dessen dunkler Flur die Heringsfässer neben den Zuckerballen lagern, und einen ungehobelten, tanz- und teeunfähigen Ladenkönig, Adele hatte mit aller Beredsamkeit, die Furcht vor einem Ungeliebten und Neigung zu einem heimlich Angebeteten einflößen kann, der Mutter Gegenvorstellungen gemacht. Kurzsichtiges, Dein eigenes Glück mißkennendes Mädchen, hättest Du den »Schnellsegler« gekannt und Eusebium, den Marktmeister, wie auch Vieh- und Fleischbeschauer im Nankingrocke, wohl wäre Dein Widerstand minder heftig gewesen! Unklug war er obendrein; das Ansehen hattest Du ja umsonst!

Madame Pappel war auch viel zu fest in ihren persönlichen Entschlüssen, viel zu streng in ihren pädagogischen Maßregeln, als daß sie durch Bitten, Tränen, Schwüre eines jungen, unerfahrenen Mädchens sich von dem als heilsam, ja notwendig Erkannten hätte abbringen lassen. »Wäre er nur erst da!« seufzte sie besorgt, indem sie ein reizendes, obwohl der Natur keineswegs gleichkommendes Konterfei des umherirrenden Freiers entwarf. »Du würdest bald von Deinen törichten Vorurteilen zurückkommen und einsehen lernen, daß eine unumschränkte Herrschaft in dem reich assortierten Warenlager inländischer Manufakturen und ausländischer Spezereien bei weitem anziehender ist als ein Leben unter Rasiermessern, Blutegeln und Hühneraugenpflastern!«

Mit dieser zart mütterlichen Anspielung auf das ihr verhaßte Gegenüber, dessen Fenster sie zur näheren Erklärung ihres warnenden Winkes mit einem verächtlichen Seitenblick bestrich, entfernte sich Madame Pappel und überließ Adelen ihrem Nachdenken und ihrer Verzweiflung. Diese währte indes nicht gar lange. Adele hatte Romane gelesen. Ihr Entschluß war bald gefaßt. Auf jeden Fall sein, in keinem des Nebenbuhlers! Trotz der Tyrannei einer unnatürlichen Mutter! Entführung, Flucht, Trauung über der Grenze, und möglichst rasch! Treue Liebe bis zur – Hochzeit! Das waren die Stichwörter, worauf ihr leidenschaftlicher Monolog hinauslief. An dessen Ende klang, gerade im rechten Moment, die Schelle von drüben. Höcker trat heraus, strahlend wie ein Kriegsgott, aber ein heilender, also Apoll und Mars in einer Person, im festtäglichen Schmuck der Epauletten, den Dreimaster mit goldenem Kluncker keck auf das romantisch-gelbe Antlitz gedrückt. So grüßte er zärtlichst hinauf, und Adele, von seiner Erscheinung wie eine moderne Semele verbrannt, im Tragischen ihrer Situation alle kleinlichen Rücksichten der Sitte hintansetzend, beugte sich weit aus dem Fenster, dem freudig Überraschten einen Kuß hinabzuwerfen.

Hierauf eilte sie in ihr Schlafzimmer und schrieb dort einige flüchtige Zeilen an Hudel, dessen heutigen Besuch sie nach der gestrigen Gesellschaft so bestimmt zu berechnen wußte, wie den der Frösche nach einer Überschwemmung. Sie hatte ihre Ruhe und ihre Heiterkeit wieder; weder die argwöhnische Mutter, noch die kleineren Pensionärinnen (die erste Klasse gehörte natürlich zu den engsten Vertrauten und ward gleich mit ins Komplott gezogen) merkten ihr in der Betstunde etwas Außergewöhnliches an.

Gegen Mittag ward der Jambentakt auf der Treppe hörbar. Hudel kam, und während er der Mutter seinen Dank für den »genußvollen« Abend, wie auch innigste Wünsche zum heutigen Festtag darbrachte, praktizierte ihm Adele ihren Not- und Hilfsschrei unter das Hutfutter, wobei einige schon vorhandene Lücken ihr dienstfertig entgegenkamen. Hudel wußte, woran er war, sobald Adele mit einem nur ihm verständlichen Zeichen an ihren Kopf gegriffen. Er empfahl sich, stelzte zu seinem Freunde, den er auf der Parade traf, und beide verschlangen in der nächstgelegenen Konditorei, was sie zunächst interessierte, Höcker das Füllsel des Hutfutters und Hudel das nicht nur konkretere, sondern auch korrekter stilisierte einer Fleischpastete.

»Göttliches Mädel!« rief Höcker enthusiastisch aus. »Und welch' ein Brief!« Er küßte ihn, wobei wir der Illusion wegen ihm freundlich wünschen, daß er nie in Hudels Hut einen zufälligen Blick werfen möchte.

»Das hat sie von mir«, sagte Hudel mit würdevollem Selbstbewußtsein; »gibst du noch eine Pastete?«

Höcker nickte. » Periculum in mora«, drängte er; »komm, Magister, wir müssen hinaus, um zu verabreden.« Damit ward der widerstrebende Magister aus dem Laden geschoben, und beide Helden hielten geheimen Kriegsrat, unter den Linden des Paradeplatzes auf und ab wandelnd, Höcker im Sturmschritt eines glücklichen Liebhabers und unglücklichen Militärarztes, Hudel im unabänderlichen, des Freundes Hast weise zeitigenden Jambenmaß.

Die Nacht zwischen den beiden Pfingsttagen ist für die meisten Kesselstädter eine schlaflose, weil zum einen Teil eine Nachfeier des schönen Heute und zum anderen ein Vortraum des schöneren Morgen. Sechs Augen aber schlossen sich keine Stunde in dieser Nacht, die einer großen Entscheidung entgegenwachenden der zwei Liebenden und die noch immer nach dem ersehnten Schwiegersohne ausspähenden der Madame Pappel, die ja nicht ahnen konnte, wie tief der arme Eusebius am selbigen Abend die seinigen geschlossen hatte. Endlich, nachdem es an der Klingel des hart gestörten Wundarztes wohl ein dutzendmal geläutet und Adele wenigstens zwei dutzendmal in dem heißen Bettlein sich umgewandt hatte, brach – »ahnungsgrauend, todesmutig« – der große Morgen an, der Morgen des zweiten Pfingsttages, der Morgen des unvergeßlichen achtzehnten Mai.

Ahnungsgrauend, sagten wir und spielten damit gleich äußerst treffend auf die klimatischen Zustände dieses Tages an. Da es der zweite Pfingsttag war, so erschien es allen Kesselstädtern ganz natürlich, daß es am Morgen stark regnete. Sie erkannten in diesem Neid der Elemente nur einen desto größeren Triumph ihrer Kunstwunder, während doch der gütige, hier wie so oft im Leben gänzlich mißdeutete Himmel mit seinen Wasserfällen den Wassersteigungen des Jakobsparkes freundlich entgegenkommen und seinerseits das große Völkerfest auch mitverherrlichen wollte.

Übrigens störte der milde Mairegen durchaus nichts in dem Festprogramme; die Kesselstädter sind das, wie gesagt, gewohnt und helfen sich, wenn sie seidene besitzen, mit Regenschirmen, wenn nicht, mit dem alten, in diesem Falle nicht übel anwendbaren Sprichwort: »das ist Mairegen, danach wächst man«. Die Größe der Kesselstädter ist ein herrlicher Mai-Barometer für ihren Kalenderfrühling.

Nachmittags gegen zwei Uhr klärte sich indes zur allgemeinen Verwunderung der Eingeborenen der graue Himmel allmählich auf. Bei diesem Zeichen führte denn auch Madame Pappel, die eigentlich schon zu Hause zu bleiben beschlossen hatte, ihre Küchlein in den Jakobspark. Eine holde Schar! Zweiundzwanzig junge Mädchen, paarweise, mit verschlungenen Armen, in der Mitte Madame Pappel, umgeben von ihren Lehrern und Lehrerinnen, in der Ferne beschützt durch das zu beiden Seiten des Heerzuges plänkelnde Kadettenkorps. Adele ging an der Spitze, ungemein anziehend in ihrem weißen, unschuldsvollen Kleide, mit dem das zartbleiche Antlitz wunderbar harmonierte.

Die Kunstschätze und Antiquitäten besuchte das Pappelsche Institut in der Regel nicht. Nur unter den älteren Kostgängerinnen fanden sich viele, die mit Kennerblicken die im Jakobspark umherstehenden Statuen betrachteten. Die »Kleinen« durften nach der Vorschrift der Madame Pappel an diesen artistischen Studien nicht teilnehmen, weil sie – und das bekräftigten die Herangewachsenen – noch nichts davon verständen. Dagegen waren die Wasserkünste ein populäreres Element, dessen Spiel denn auch von dem ganzen Institute alljährlich und stets mit neuem Vergnügen betrachtet ward.

Madame Pappel hatte, dank ihren zahlreichen Verbindungen und – Schülerinnen, trotz der ungeheuren Menschenmasse doch einen vortrefflichen Platz gefunden, um mit dem Glockenschlage drei die Ankunft des ersten Wasserfalles samt allen Kesselstädtern inmitten ihrer Jugend geduldig abzuwarten. Zu ihr war ein bewährter Freund ihres Hauses gestoßen, der Kanzleirat Ziehmeyer, ein würdiger, in der ganzen Residenz ebenso bekannter als geliebter Mann, mit dem Madame Pappel umso angelegentlicher ein gutes Vernehmen zu unterhalten beflissen war, als er in der Qualität eines Redakteurs des gelesensten Kesselstädter Tageblattes auch ihr Pensionat, einen Kreisausschnitt der Kesselstädter Kulturzustände, vierteljährlich zu beleuchten pflegte, seine Ankündigungen und Nachrichten über dessen Fortgang, Einrichtung und Wirksamkeit aufnahm und auch sonst, persönlich wie in seinen ausgedehnten Kreisen, seiner vieljährigen Freundin diente, wo und wie er es nach seinen Kräften vermochte. Zutraulich legte Madame Pappel ihren bloßen, also noch immer schönen Arm in den des Kanzleirates, und dieser schwang sich nach einigen ungemein zarten und spielenden Redensarten an die jungen Damen zum Cicerone der Gesellschaft auf, ein Amt, das er seit vielen, vielen Pfingsttagen unermüdlich und mit einer seltenen Liberalität bekleidete, wozu ihn aber auch seine reichen und über allen Zweifel erhabenen Kenntnisse sämtlicher Lokalitäten eben so sehr befähigten, als die überaus laute, voll und weit tönende Stimme, womit ihn Gott der Herr nächst vielen anderen Gaben des Geistes und des Leibes gesegnet hatte. Es war deshalb kein Wunder, daß sich um ihn und um die Kostschule nach und nach ein weiter Kreis von exoterischen Hörern bildete, deren Ohren durch des Kanzleirats noch lange vor dem Wasser beginnenden Vortrag ebenso angezogen wurden, als ihre Augen durch die Reize der unmittelbaren Schülerinnen des Dozenten. Der Kanzleirat fing mit seiner tiefen Stimme, sich selbst nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem darin umhergeschwungenen Stocke begleitend, also an:

»Sehen Sie, meine charmanten jungen Damen, dieses Wasser« – es war aber keins da, und er schlug mit dem Mosesstab vergeblich an den widerspenstigen Basalt – »dieses Wasser, welches Sie hier gleich sehen werden, wo wir jetzt noch auf dem Trockenen stehen, dieses Wasser, wozu in einer Stunde 60 000 Kubikfuß Wasser nötig sind, um den Wasserfall, der zehn Minuten spielt, zu füllen, fällt in einem höchst majestätischen Wassersturz 36 Fuß hoch und 24 Fuß breit herab. Um dieses Wasser in der sonst an Wasser ziemlich und im allgemeinen überhaupt wasserarmen Gegend herbeizuwässern, muß das Wasser von dem eine Stunde entlegenen Wasser–«

»Es kommt!« riefen die Mädchen, die Straßenjungen schrieen »Hurrah!« und warfen ihre schmutzigen Mützen in die Luft, es entstand ein Brausen in der Luft und ein Drängen auf Erden, und der Pfingstgeist stieg in Gestalt eines dünnen, ziemlich nach faulen Fischen riechenden Wassers über die Häupter der Kesselstädter herab.

»Fort, fort, nach der Teufelsmühle!« brüllten tausend Stimmen.

»Ja, wir müssen uns sputen, meine teure Madame Pappel, um noch einen guten Platz zu bekommen«, sagte der Kanzleirat und riß auch schon seine Dame am Arme durch das Gedränge. Madame Pappel warf einen flüchtigen Blick auf ihre Lieben, es fehlte »kein teures Haupt«, alle folgten ihr – bald hätte ich gesagt, wie die Herde dem Hammel – nein, wie die rosigen Wolken des Abendrots der Sonne, und Adele war, was die Mutter sichtlich beruhigte, in einem tiefen Gespräch mit dem Magister Hudel, die letzte des Zuges. Daß hinter des Magisters dicker und keineswegs durchsichtiger Figur sich ein Höcker befand, vermochte die arme, getäuschte Mutter nicht zu sehen; arglos drückte sie dem an der Teufelsmühle schon wieder in Positur stehenden Kanzleirat die schlanken Finger etwas fester auf den braunen Ärmel, und Ziehmeyer begann:

»Sehen Sie, meine charmanten jungen Damen, diese Mühle, auf der aber nichts gemahlen wird, als höchstens Herzen – ha, ha, ha, ha!« – sein Lachen mußte man majestätisch in den Felsen rollen hören und widerhallen, sein unsterbliches, jedweden Pfingsttag bei demselben Worte und an derselben Stelle mit stets neuem Interesse begrüßtes Lachen! – »diese Mühle, wollte ich sagen, ward angelegt von dem höchstseligen –«

»Es kommt!« riefen die Mädchen, die Straßenjungen schrieen »Hurrah!« und warfen ihre schmutzigen Mützen in die Luft. Ziehmeyer war schon wieder unterwegs, hinter ihm die ganze Pension und das atemlos rennende Publikum. Der Kanzleirat benutzte aber, um nicht zum dritten Male unterbrochen zu werden, jetzt den Weg zu seiner Explikation und gewann so allerdings dem Wasser einen bedeutenden Vorsprung ab.

»Wir gelangen jetzt, meine charmanten jungen Damen«, also redete er laut und vernehmlich, trotz seiner Korpulenz mit den Beinen ebenso wacker ausschreitend wie mit den Händen, was die Straßenjungen sehr in Respekt hielt, »wir gelangen jetzt an die sogenannte Vexiergrotte. Denken Sie sie sich eine kleine, charmante Grotte aus Basalt, mit Moos bekleidet, höchst wohnlich, ganz zu einem Tempel« – »Aber, mein teurer Kanzleirat«, unterbrach ihn seine Begleiterin errötend und hüstelnd, während die jungen Mädchen kicherten. Er lenkte ein. »In dieser Grotte eine allerliebste Gruppe, Amor und Psyche darstellend, aus selbsterzeugtem Marmor, die Figuren von Casanova, zwanzig Zoll hoch. In dem Boden der Grotte sind verborgene Öffnungen, woraus unversehens –«

Eben in diesem Augenblicke trat die ganze Gesellschaft aus dem Waldwege und stand, schroff um eine Ecke biegend, vor besagter Vexiergrotte. Ein allgemeines »Ach!« nebst obligatem, wieherndem Gelächter begrüßte die Grotte. Waren etwa die Wasser schon da, ehe Ziehmeyer?

Nein – allein – die Gruppe hatte sich vervielfältigt; nicht nur Amor und Psyche von Canova standen drin, sondern auf dem einladenden Moosbänklein saß noch ein liebendes Pärlein, nicht minder innig umschlungen, – er im festtäglichen Schmuck der Epauletten, den Dreimaster mit dem goldenen Kluncker zu seinen Füßen, sie das nicht mehr bleiche Gesicht innig an seine Brust gelehnt und mit beiden Armen diese umfangend. »Adele!« schrie im ersten Augenblick der eine Chor der Mädchen, die Antistrophe antwortete: »Der Doktor von gegenunsüber!« Madame Pappel sagte gar nichts, der Kanzleirat sagte auch nichts zur Erklärung dieser neuen Kunstgruppe, und die beiden Bildsäulen schienen in der Tat solche geworden zu sein.

Das dauerte eine entsetzliche Sekunde. Dann wollten sich die Überraschten aufraffen, als – o neues Elend! – zu ihren Füßen die Steine lauter klare, dichte Wasserstrahlen ausspieen, die sie mit einem feinen, undurchdringlichen Netz umgarnten. Wohin sie traten – neue Quellen, wohin sie blickten – lachende fremde und bekannte Gesichter, unter ihnen das totenblasse, dann kirschbraun anlaufende Antlitz der Madame Pappel, geborenen Ruthenbusch, und das verlegene des Kanzleirats, der das Ende seiner Erklärung auf den noch geöffneten Lippen hatte und mit dem Stock steif und fest auf die Vexiergrotte hinwies, als habe auch ihn der Anblick versteinert.

Wer sich zuerst faßte, war – man lerne Weiber erkennen und würdigen! – Madame Pappel. »Wie konnte es auch anders sein?« In ihrer Seele ging während eines Augenblickes die tiefste, die feinste Berechnung vor. Der Ruf der Tochter war ruiniert, das sah sie ein; allein in den großartigen Beziehungen, darin sie aufgewachsen, hatte sie wohl gelernt, sich über Familienvorurteile hinauszusetzen. Hier stand aber ein größeres auf dem Spiele: das Fräuleinstift. Wie, wenn man nun von ihrer Zucht an der einzigen Tochter einen höchst natürlichen Schluß auf die der anvertrauten Pflänzlinge gewagt hätte? Zu ignorieren, das sah sie ein, war die Sache nicht, zu vertuschen auch nicht. Das halbe Publikum von Kesselstadt, die Fremden ungerechnet, stand vor dem Eingange der unseligen Grotte gedrängt da, zwanzig Handlungsdiener klatschten in die (erfrorenen, aber im Sommer nur leise blauen) Hände, und ein Belesener rief, mit lautem Beifallsjauchzen für seinen Einfall gekrönt: »Mars und Venus im Netz!«

Wer zuerst einen Ausweg sah, war – man lerne Weiber vergöttern! – Madame Pappel. »Wie konnte es auch anders sein?« Sie machte ein Gesicht wie jemand, der auf eine Stachelbeere beißt und unversehens eine Baumwanze trifft. »Aber, lieben Kinder«, sagte sie halblaut, »habt Ihr denn zu Hause nicht Zeit genug?« Zugleich wandte sie sich zu dem Kanzleirat und sagte ihm ins Ohr: »Sie sind schon lange verlobt, aber ich wollte es erst morgen publizieren.« – »Ah so!« rief der Kanzleirat mit seiner Stentorstimme, »sie sind verlobt!« Und allmählich scholl es immer weiter, wie durch eine Vorpostenkette, an dem hintersten Kreise der Zuschauer murmelnd verhallend: »Ah so! Sie sind verlobt!« Das gemeine Volk lachte, die Vornehmen gratulierten boshaft, die Straßenjungen schrieen »Hurrah!« Zu gleicher Zeit stockten die unterirdischen Quellen, die Menschenwelle wälzte sich zum nächsten Wasserwerke, und Adele konnte an der Hand ihres Geliebten heraustreten.

Daß ich ein Bild hätte für dieses Heraustreten! Ich habe deren dreißig, z. B. wie ein paar gebadete Mäuse – viel zu unedel! – Wie naschhafte Fliegen aus dem Milchtopfe, die gelähmten Füße mühsam nachschleppend – viel zu abgenutzt! Er wie Susanna aus dem Bade, sie wie der Mann aus dem feurigen Ofen – viel zu biblisch für gottlose Leser! Es paßt eben keins!

»Geben Sie ihr den Arm! Marsch nach Haus! Nur nicht gerannt! Dort sehen wir uns!« Also flüsterte Madame Pappel dem in der Äneasgrotte plötzlich aufgewachsenen Schwiegersohn ingrimmig ins Ohr. Er gehorchte, und wie flink! Mit Adelen verschwand er in den engsten Waldwegen.

Und wie war nun, so fragt der Leser mich und Madame Pappel den Magister, der plötzlich aus einem Winkel wieder zum Vorschein kroch wie der verwandelte Pudel im »Faust«, wie war nun das ganze Unglück geschehen?

Höchst einfach, wie ich dem Leser gleich bekenne, der Magister aber der furchtbar aufgebrachten Gönnerin nur stammelnd gestand, nämlich also: Vom Wasserfalle aus hatte Hudel mit Adelen und Höcker einen näheren Weg eingeschlagen, weil sie die Teufelsmühle schon oft gesehen hätten. Adele hatte gemeint, es regne, Höcker habe es bestätigt, und beide seien in die Grotte vorausgeeilt, während er, Hudel, umkehrte, um der Madame seinen Paraplui pflichtschuldigst zu offerieren. »Ich bin unschuldig«, sagte Hudel beteuernd und hob die Rechte gen Himmel, dieselbe, die die Fäden gesponnen, die Liebenden in die Höhle oder Hölle getrieben hatte, ohne freilich zu ahnen, daß sie in demselben Augenblicke ihr Fegefeuer und ihr Himmel werden sollte. Sie hätten sich dort nur über die Mittel zur Flucht bereden mögen, so war seine Absicht; allein Gott und der Invalide, der die Wasser der Vexiergrotte zehn Minuten zu früh anließ, hatten es anders beschlossen, und es ist bekannt, daß Gott immer das Beste will.

Leider erlaubten sich einige Menschen an dem letzten Satze undankbare Zweifel, obwohl es zweiter Pfingsttag war, und noch dazu ein durch das Bekehrungswunder in der Grotte verherrlichter. Adele und Höcker waren mit unbeschreiblich gemischten Gefühlen heimgeschlichen, die aber endlich in der Freude des Besitzes alle aufgingen. »Laß nur, Geliebtester«, sagte Adele, »ein recht schweres Gewitter über uns herabbrechen, hernach stehen unsere Saaten doppelt grün.« Mit diesem unbeschreiblich dichterischen Trostgrunde, denen sie einige minder poetische argumenta »ad hominem« hinzufügte, hielt sie des Verlobten Mut aufrecht, bis Mama am Arme des Kanzleirats eintrat. So lange nun noch der letztere als Blitzableiter diente, wozu er freilich eigentlich zu wohl arrondiert war, setzte es bloß ein mildes, erheucheltes Wetterleuchten, bestehend in der sehr gelungenen Strafpredigt aus mütterlichem Tone, die Madame Pappel vortrug. So wie aber die Haustüre hinter dem rettenden Engel zugefallen, blitzte es, donnerte es, hagelte es – alles von den Liebenden, wie von Schäflein beim Gewitter, mit zusammengesteckten Köpfen hingenommen, bis endlich, völlig naturgemäß, das Wetter in einen befruchtenden Regen, das Fluchen in Segnen sich verwandelte.

»Nehmen Sie sie denn hin, mein Ein und mein Alles!« sagte Madame Pappel, geborene Ruthenbusch, unter heißen Tränen. »Mit ihr empfangen Sie alles, was ich besitze; denn Glücksgüter vermag ich meinem Kinde nicht mitzugeben, wenn nicht in den Augen eines verständigen Mannes eine standesgemäße Erziehung, Sitte, Häuslichkeit und Religiosität alle Glücksgüter aufwiegen. Diese, ich darf es heute wohl sagen, wo meine Lehren mir so reiche Frucht tragen, diese bringt Ihnen Adele zu. Und wie könnte es auch anders sein, teurer Doktor, Sie bald mit einem noch teureren Namen zu begrüßender, mein Teuerstes mir raubender Mann?«

Madame Pappel weinte, Adele zu ihren Füßen weinte auch; am herzlichsten aber weinte der Hand in Hand neben Adele knieende Kompagniechirurgus, dessen Gesicht sich bei der Erwähnung oder vielmehr bei der Nichterwähnung der Glücksgüter bedenklich in die Länge gezogen hatte. Sobald als möglich machte er sich aus dem Familienkreise, in den er hineingeschneit war, los und eilte nach Haus, wo er Hudel, seiner harrend, antraf. Beider Gespräch war anhaltend, heftig, leise; Hudel schied erst gegen Mitternacht und murmelte, als er aus dem Hause trat, in seine hohlen Zähne: »Trostloser Kerl! Salbenstreicher! Nicht einen Tropfen angeboten! Charpiezupfer! Weiß selber nicht, was er will!«

Höcker sank zur selbigen Stunde in einen tiefen Schlaf und vergaß zum ersten Male, sich zu wecken. Gegenüber lauerte ein übervolles Herz auf diesen geliebten Ton, bis es endlich auch ohne ihn sanft entschlummerte. Madame Pappel aber faltete, am längsten wach, andächtig die Hände und sagte: »Wie Gott gebeut! Kommt der eine nicht, ist der andere auch recht! Ein Böcklein statt des Knaben Isaak!« –

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