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Die Menschenaffen

Alfred Brehm: Die Menschenaffen - Kapitel 8
Quellenangabe
typereport
authorAlfred Edmund Brehm
titleDie Menschenaffen
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
editorCarl W. Neumann
year1921
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080316
projectid34f8f675
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Dies sind Beobachtungen, welche ich verbürge, und welche niemand bemäkeln soll. Möge man sich auch den Anschein eines ›tiefernsten Denkens‹ zu geben suchen, um zu beweisen, daß das Tier keinen Verstand besitze: ein solcher Schimpanse wirft alle Ergebnisse jenes tiefernsten Denkens einfach über den Haufen. Nicht aller Mensch, aber sehr viel Mensch ist in ihm!

Von dem afrikanischen Menschaffen unterscheidet sich der asiatische, welcher gewöhnlich Orang-Utan, d.h. Waldmensch (Pithecus satyrus), fälschlich Orang-Utang, auf Borneo aber Meias oder Majas genannt wird, durch die bedeutend längeren Arme, welche bis zu den Knöcheln der Füße herabreichen, und durch den kegel- oder pyramidenförmig zugespitzten Kopf mit weit vorstehender Schnauze, hat auch nur zwölf rippentragende Wirbel. Solange er jung ist, gleicht sein Schädel dem eines Menschenkindes in hohem Grade; mit dem zunehmenden Alter aber tritt das tierische auch bei ihm derartig hervor, daß der Schädel nur noch entfernt an den des jungen Affen erinnert.

Der größte männliche Orang-Utan, welchen Wallace erlegte, war im Stehen 1.35 m hoch, klafterte aber mit ausgestreckten Armen 2.4 m; das Gesicht war 35 cm breit; der Umfang des Leibes betrug 1.15 m. Der Leib, an welchem der Bauch stark hervortritt, ist an den Hüften breit, der Hals kurz und vorn faltig, weil das Tier einen großen Kehlsack besitzt, welcher aufgeblasen werden kann; die langen Gliedmaßen haben auch lange Hände und Finger. Die platten Nägel fehlen häufig den Daumen der Hinterhände. Die Lippen sind unschön, weil nicht allein gerunzelt, sondern auch stark aufgeschwollen und aufgetrieben; die Nase ist ganz flachgedrückt, und die Nasenscheidewand verlängert sich über die Nasenflügel hinaus; Augen und Ohren sind klein, aber denen des Menschen ähnlich gebildet. In dem furchtbaren Gebisse treten die Eckzähne stark hervor; der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer. Die Behaarung ist spärlich auf dem Rücken und sehr dünn auf der Brust, um so länger und reichlicher aber an den Seiten des Leibes, wo sie lang herabfällt. Im Gesichte entwickelt sie sich bartähnlich; auf den Oberlippen und am Kinne, am Schädel und auf den Unterarmen ist sie aufwärts, im übrigen abwärts gelichtet. Gesicht und Handflächen sind nackt, Brust und Oberseiten der Finger fast gänzlich nackt. Gewöhnlich ist die Färbung der Haare ein dunkles Rostrot, seltener ein Braunrot, welches auf dem Rücken und auf der Brust dunkler, am Barte aber heller wird. Die nackten Teile sehen bläulich- oder schiefergrau aus. Alte Männchen unterscheiden sich von den Weibchen durch ihre bedeutende Größe, dichteres und längeres Haar, reichlicheren Bart und eigentümliche Schwielen oder Hautlappen an den Wangen, welche sich halbmondförmig von den Augen an nach den Ohren hin und zum Oberkiefer herabziehen und das Gesicht auffallend verhäßlichen. Die jüngeren Tiere sind bartlos, sonst aber reicher behaart und dunkler gefärbt.

Einige Naturforscher nehmen mit den Eingeborenen mehrere Arten Orang-Utans an; andere halten die Unterschiede für solche, welche durch das Alter der Tiere bedingt werden.

Der Orang-Utan ist seit alter Zeit bekannt. Schon Plinius gibt an, daß es auf den indischen Bergen Satyrn gäbe, »sehr bösartige Tiere mit einem Menschengesicht, welche bald aufrecht, bald auf allen vieren gingen und wegen ihrer Schnelligkeit nur gefangen werden könnten, wenn sie alt oder krank seien.« Seine Erzählung erbt sich fort von Jahrhundert zu Jahrhundert und empfängt von jedem neuen Bearbeiter Zusätze. Man vergißt fast, daß man noch von Tieren redet; aus den Affen werden beinahe wilde Menschen. Übertreibungen jeder Art verwirren die ersten Angaben und entstellen die Wahrheit. Bontius, ein Arzt, welcher um die Mitte des 17. Jahrhunderts auf Java lebte, spricht wieder einmal aus eigener Anschauung. Er sagt, daß er den Waldmenschen einigemal gesehen habe, und zwar ebensowohl Männer als Weiber. Sie gingen öfters aufrecht und gebärdeten sich ganz wie andere Menschen. Bewunderungswürdig wäre ein Weibchen gewesen. Es habe sich geschämt, wenn unbekannte Menschen es betrachtet hätten, und nicht nur das Gesicht, sondern auch seine Blöße mit den Händen bedeckt; es habe geseufzt, Tränen vergossen und alle menschlichen Handlungen so ausgeübt, daß ihm nur die Sprache gefehlt habe, um wie ein Mensch zu sein. Die Javaner behaupten, daß die Affen wohl reden könnten, wenn sie nur wollten, es jedoch nicht täten, weil sie fürchteten, arbeiten zu müssen. Daß die Waldmenschen aus der Vermischung von Affen und indianischen Weibern entständen, sei ganz sicher. Schouten bereichert diese Erzählung durch einige Entführungsgeschichten, in denen Waldmenschen der angreifende, malaiische Mädchen aber der leidende Teil sind. Es versteht sich fast von selbst, daß die Orang-Utans nach allen diesen Erzählungen aufrecht auf den Hinterfüßen gehen, obwohl hinzugefügt wird, ›daß sie auch auf allen vier Beinen laufen könnten‹. Eigentlich sind die Reisebeschreiber an den Übertreibungen, welche sie auftischen, unschuldig, denn sie geben bloß die Erzählungen der Eingeborenen wieder. Diese wußten sich natürlich die Teilnahme der Europäer für unsere Affen zunutze zu machen, weil sie ihnen solche verkaufen wollten und deshalb ihre Ware nach Kräften priesen – nicht mehr und nicht minder, als es Tierschausteller bei uns zulande auch heute noch tun. Dank den trefflichen Forschungen Wallaces sind wir über das Freileben des Orang-Utan genauer unterrichtet als über das jedes anderen Menschenaffen. Der genannte Reisende hatte die beste Gelegenheit, das Tier kennen zu lernen und die Berichte der Eingeborenen mit seinen eigenen Beobachtungen zu vergleichen. Zur Ehre seiner Vorgänger, von denen mehrere, namentlich Owen, Kessel und Brooke bemüht waren, ihre Schilderungen von Fabeln und Irrtümern zu reinigen, muß ich sagen, daß unser Gewährsmann, obgleich er nur eigene Beobachtungen wiedergibt, die Angaben jener in allem wesentlichen bestätigt.

»Man weiß,« sagt er, »daß der Orang-Utan Sumatra und Borneo bewohnt, und hat guten Grund zu glauben, daß er auf diese beiden großen Inseln beschränkt ist. Jedoch scheint er auf der ersteren viel seltener zu sein als auf der letzteren. Hier hat er eine weite Verbreitung. Er bewohnt ausgedehnte Gegenden der Südwest-, Südost-, Nordost- und Nordwestküsten, hält sich aber ausschließlich in niedrig gelegenen und sumpfigen Wäldern auf. In Sadong findet man ihn bloß in flachen, wasserreichen, mit hohem Urwalde bedeckten Gegenden. Über die Sümpfe erheben sich viele vereinzelt stehende Berge, welche zum Teil von Dajaken bewohnt werden und mit Fruchtbäumen bebaut worden sind. Sie bilden für den Meias einen Anziehungspunkt; denn er besucht sie ihrer Früchte halber, obwohl er sich des Nachts stets in den Sumpfwald zurückzieht. In allen Gegenden, wo sich der Boden etwas erhebt und trocken ist, wohnt der Orang-Utan nicht. So kommt er beispielsweise in den tieferen Tälern des Sadonggebietes häufig vor, fehlt dagegen jenseits der Grenze, innerhalb welcher Ebbe und Flut bemerkbar sind. Der untere Teil des Saravaktales nun ist sumpfig, jedoch nicht überall mit hohem Walde bedeckt, sondern meist von der Ripapalme bestanden, und nahe der Stadt Saravak wird das Land trocken und hügelig und ist in Besitz genommen von kleinen Strecken Urwald mit Dschungeln. Eine große Fläche ununterbrochenen und gleichmäßig hohen Urwaldes ist für das Wohlbefinden unseres Affen Bedingung. Solche Wälder bilden für ihn ein offenes Land, in welchem er sich nach jeder Richtung hin bewegen kann, mit derselben Leichtigkeit wie der Indianer durch die Steppe und der Araber durch die Wüste zieht. Er geht von einem Baumwipfel zum anderen, ohne jemals auf den Boden hinabzusteigen. Die hohen und trockenen Gegenden, welche mehr durch Lichtungen und später auf diesen wachsendes niederes Dschungel bedeckt sind, eignen sich wohl für Menschen, nicht aber für die eigentümliche Art der Bewegung unseres Tieres, welches hier auch vielen Gefahren ausgesetzt sein würde. Wahrscheinlich finden sich außerdem in seinem Gebiete auch Früchte in größerer Mannigfaltigkeit, indem die kleinen inselartigen Berge als Gärten oder Anpflanzungen dienen, so daß inmitten der sumpfigen Ebene die Bäume des Hochlandes gedeihen können.

Es ist ein seltsamer und fesselnder Anblick, einen Meias gemächlich seinen Weg durch den Wald nehmen zu sehen. Er geht umsichtig einen der größeren Äste entlang in halb aufrechter Stellung, zu welcher ihn die bedeutende Länge seiner Arme und die verhältnismäßige Kürze seiner Beine nötigen, und zwar bewegt er sich wie seine Verwandten, indem er auf den Knöcheln, nicht wie wir auf den Sohlen geht. Stets scheint er solche Bäume zu wählen, deren Äste mit denen des nächststehenden verflochten sind, streckt, wenn er nahe ist, seine langen Arme aus, faßt die betreffenden Zweige mit beiden Händen, scheint ihre Stärke zu prüfen und schwingt sich dann bedächtig hinüber auf den nächsten Ast, auf welchem er wie vorher weitergeht. Nie hüpft oder springt er, niemals scheint er auch nur zu eilen, und doch kommt er fast ebenso schnell fort, wie jemand unter ihm durch den Wald laufen kann.« An einer anderen Stelle meint Wallace, daß er im Laufe einer Stunde bequem eine Entfernung von fünf bis sechs englischen Meilen zurücklegen könne. »Die langen mächtigen Arme sind für ihn von größtem Nutzen; sie befähigen ihn, mit Leichtigkeit die höchsten Bäume zu erklimmen, Früchte und junge Blätter von dünnen Zweigen, welche sein Gewicht nicht aushalten würden, zu pflücken und Blätter und Äste zu sammeln, um sich ein Nest zu bauen.« Ein von unserem Forscher verwundeter Orang-Utan zeigte seinem Verfolger, in welcher Weise der Bau solches Nestes geschieht. »Sobald ich geschossen hatte,« erzählt Wallace, »kletterte der Meias höher in den Wipfel des Baumes hinauf und hatte bald die höchsten Spitzen erreicht. Hier begann er sofort rings herum Zweige abzubrechen und sie kreuz und quer zu legen. Der Ort war trefflich gewählt. Außerordentlich schnell griff er mit seinem einzigen noch unverwundeten Arme nach jeder Richtung hin, brach mit der größten Leichtigkeit starke Äste ab und legte sie rückwärts quer übereinander, so daß er in wenigen Minuten eine geschlossene Masse von Laubwerk gebildet hatte, welche ihn meinen Blicken gänzlich entzog. Ein ähnliches Nest benutzt der Meias auch fast jede Nacht zum Schlafen; doch wird dieses meist niedriger auf einem kleinen Baume angebracht, in der Regel nicht höher als acht bis fünfzehn Meter über dem Boden, wahrscheinlich weil es hier weniger den Winden ausgesetzt ist als oben. Der Meias soll sich in jeder Nacht ein neues machen; ich halte dies jedoch deshalb kaum für wahrscheinlich, weil man die Überreste häufiger finden würde, wenn das der Fall wäre. Die Dajaken sagen, daß sich der Affe, wenn es sehr naß ist, mit Pandanusblättern oder sehr großen Farnen bedeckt. Das hat vielleicht zu dem Glauben verleitet, daß er sich eine Hütte in den Bäumen erbaue.

Der Orang-Utan verläßt sein Lager erst, wenn die Sonne ziemlich hoch steht und den Tau auf den Blättern getrocknet hat. Er frißt die mittlere Zeit des Tages hindurch, kehrt jedoch selten während zweier Tage zu demselben Baume zurück. Soviel ich in Erfahrung bringen konnte, nährt er sich fast ausschließlich von Obst, gelegentlich auch von Blättern, Knospen und jungen Schößlingen. Unreife Früchte zieht er den reifen anscheinend vor, ißt auch sehr sauere oder stark bittere. Insbesondere scheint ihm die große rote fleischige Samendecke einer Frucht vortrefflich zu schmecken. Manchmal genießt er nur den kleinen Samen einer großen Frucht und verwüstet und zerstört dann weit mehr als er ißt, so daß man unter den Bäumen, auf denen er gespeist hat, stets eine Menge Reste liegen sieht. In hohem Grade liebt er die Durian und vernichtet eine Menge dieser köstlichen Früchte, kreuzt aber niemals Lichtungen, um sie zu holen.« Die Durian wächst nach Wallace an einem großen und hohen Waldbaume, welcher in seinem Gesamtgepräge unserer Ulme ähnlich ist, aber eine glattere und mehr blätterige Rinde besitzt. »Die Frucht ist rund oder leicht eiförmig, hat die Größe einer Kokosnuß, grüne Färbung und ist mit kleinen, starken, scharfen Stacheln bedeckt, deren Ansätze sich gegenseitig berühren und infolgedessen sechseckig erscheinen. Sie bewaffnen die Frucht so vollständig, daß es bei abgebrochenem Stengel seine Schwierigkeit hat, eine Durian vom Boden aufzuheben. Die äußere Rinde ist so dick und zähe, daß die Frucht nie zerbricht, von welcher Höhe sie auch herabfallen möge. Von der Wurzel zur Spitze sieht man fünf sehr schwach gezeichnete Linien, über welche sich die Stacheln ein wenig wölben; sie zeigen die Nähte an, in denen die Frucht mit einem starken Messer und einer kräftigen Hand geteilt werden kann. Die fünf Zellen sind innen atlasartig weiß, und jede wird von einer Masse rosafarbenen Breies angefüllt, in welchem zwei oder drei Samen von der Große einer Kastaniennuß liegen. Dieser Brei, das Eßbare, ist ebenso unbeschreiblich in seiner Zusammensetzung wie in seinem Wohlgeschmacke: ein würziger, butteriger, stark nach Mandeln schmeckender Eierrahm gibt die beste Vorstellung davon. Dazwischen aber machen sich Düfte bemerkbar, welche an Rahm, Käse, Zwiebelbrühe, Jerezwein und anderes Unvergleichbare erinnern. Auch hat der Brei eine würzige, kleberige Weichheit, welche sonst keinem Dinge zukommt und ihn noch schmackhafter macht. Die Durian ist weder sauer noch süß noch saftig, und doch bemerkt man den Mangel einer dieser Eigenschaften nicht. Denn sie erscheint so, wie sie ist vollkommen; sie verursacht keine Übelkeit, bringt überhaupt keine schlechten Wirkungen hervor, und jemehr man von ihr ißt, desto weniger fühlt man sich geneigt aufzuhören. Durianessen ist in der Tat eine neue Art von Empfindung, welche eine Reise nach dem Osten lohnt.« Es scheint wunderbar, wie der Meias imstande ist, diese Frucht zu öffnen. Wahrscheinlich beißt er zuerst einige Stacheln ab, macht dann ein kleineres Loch und sprengt die Schale mit seinen mächtigen Fingern.

Äußerst selten steigt der Orang-Utan auf die Erde herab, wahrscheinlich nur dann, wenn er, vom Hunger getrieben, saftige Schößlinge am Ufer sucht oder wenn er bei sehr trockenem Wetter nach Wasser geht, von welchem er für gewöhnlich genug in den Höhlungen der Blätter findet. Nur einmal sah ich zwei halberwachsene Orangs auf der Erde in einem trockenen Loche am Fuße der Siénunjohügel. Sie spielten zusammen, standen aufrecht und faßten sich gegenseitig an den Armen an. Niemals geht dieser Affe aufrecht, es sei denn, daß er sich mit den Händen an höheren Zweigen festhalte, oder aber, daß er angegriffen werde. Abbildungen, welche ihn darstellen, wie er mit einem Stocke geht, sind gänzlich aus der Luft gegriffen.

Vor dem Menschen scheint sich der Meias nicht sehr zu fürchten. Diejenigen, welche ich beobachtete, glotzten häufig einige Minuten lang auf mich herab und entfernten sich dann nur langsam bis zu einem benachbarten Baume. Wenn ich einen gesehen hatte, mußte ich oft eine halbe Meile und weiter gehen, um mein Gewehr zu holen; trotzdem fand ich ihn nach meiner Rückkehr fast stets auf demselben Baume oder innerhalb eines Umkreises von ein paar hundert Fuß. Niemals sah ich zwei ganz erwachsene Tiere zusammen, wohl aber Männchen wie auch Weibchen, zuweilen begleitet von halberwachsenen Jungen.

Die Dajaken sagen, daß der Meias niemals von Tieren im Walde angefallen wird, mit zwei seltenen Ausnahmen. Alle Dajakenhäuptlinge, welche ihr ganzes Leben an Orten zugebracht haben, wo das Tier häufig vorkommt, versicherten: kein Tier ist stark genug, um den Meias zu verletzen, und das einzige Geschöpf, mit dem er überhaupt kämpft, ist das Krokodil. Wenn er kein Obst im Dschungel findet, geht er an die Flußufer, um hier junge Schößlinge und Früchte, welche dicht am Wasser wachsen, zu fressen. Dann versucht es das Krokodil, ihn zu packen; der Meias aber springt auf dieses ein, schlägt es mit Händen und Füßen, zerfleischt und tötet es. Der Mann fügte hinzu, daß er einmal solchem Kampfe zugeschaut habe, und versicherte, daß der Meias stets Sieger bleibe. Ein anderer Häuptling sagte mir folgendes: ›Der Meias hat keine Feinde, denn kein Tier wagt es, ihn anzugreifen, bis auf das Krokodil und die Tigerschlange. Er tötet aber das Krokodil stets durch seine gewaltige Kraft, indem er sich auf den Gegner stellt, seine Kiefern aufreißt und ihm die Kehle aufschlitzt. Greift eine Tigerschlange den Meias an, so packt er sie mit seinen Händen, beißt sie und tötet sie bald. Der Meias ist sehr stark, kein Tier im Dschungel ist so kräftig wie er.‹

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