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Die Medicin der Naturvölker

Max Bartels: Die Medicin der Naturvölker - Kapitel 6
Quellenangabe
typetractate
authorMax Bartels
titleDie Medicin der Naturvölker
publisherTh. Grieben's Verlag
year1893
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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IV.
Die Diagnostik der Naturvölker.

43. Erkennungsmittel der Diagnostik.

Bei den phantastischen und vielfach mit Mysticismus durchsetzten Anschauungen, welche die Naturvölker von dem Wesen der Krankheiten und von deren Ursachen besitzen, ist es wohl ganz naturgemäss, dass wir von ihren Kenntnissen und ihrer Unterscheidungsfälligkeit der einzelnen Krankheitsarten keine allzu hohe Ausbildung erwarten können. Vollständig fehlend ist dieselbe aber wohl nirgends mehr, und selbst bei solchen Volksstämmen, welche unter den uns bekannt gewordenen Naturvölkern auf der allerniedrigsten Stufe civilisatorischer Entwickelung stehen, treffen wir dennoch schon eine Unterscheidung, wenn auch nur weniger, verschiedenartiger Krankheiten an. Um diese diagnostischen Kenntnisse der Naturvölker kennen zu lernen, giebt es nun mancherlei Wege und Hülfsmittel. Schon die verschiedenen Ursachen, aus welchen nach dem Glauben desselben Volkes die Krankheiten entstehen sollen, legen uns die Vermuthung nahe, dass ihm bereits gewisse Unterschiede in den Krankheitserscheinungen zu vollem Bewusstsein gekommen sind. Das wird noch deutlicher natürlicher Weise, wenn wir in seiner Sprache besondere Ausdrücke für besondere Symptomencomplexe antreffen.

Auch ihren guten Geistern und ihren Fetischen haben wir eine ganz eingehende Aufmerksamkeit zu schenken. Denn häufig wird diesen die Kraft und Fähigkeit zugeschrieben, den getreuen Jünger vor einer oder der anderen ganz bestimmten Krankheit zu beschützen. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Amuleten und Talismanen. Darum bieten auch sie für unsere Untersuchungen ein höchst erwünschtes Material.

Es schliessen sich ferner an die Medicamente, welche von den betreffenden Volksstämmen als Specifica gegen bestimmte Krankheiten betrachtet werden, und endlich folgen noch die Verbotszeichen, denen die Zauberkraft inne wohnt, dem Uebertreter des Verbotes eine ganz bestimmte Krankheit angedeihen zu lassen. Auch die Beschwörungsformeln sind hier nicht zu unterschätzen, denn auch in ihnen werden uns bisweilen specielle Krankheiten namhaft gemacht. Alle diese Dinge müssen wir nun einer näheren Betrachtung unterziehen.

44. Die Krankheitsnamen.

Einheimische Krankheitsnamen liegen uns von verschiedenen Naturvölkern vor. Einige dieser Krankheiten, wie Yaws, Beríberi, Ainhum u. s. w., sind in ihrem Wesen und in ihren Erscheinungen wiederholentlich von Fachmännern studirt worden. Bei einer Reihe von anderen Namen steht es ziemlich fest, mit welcher der auch bei uns vorkommenden Erkrankungen sich die durch diese Namen bezeichneten Krankheiten decken. Manche andere Krankheit aber, für welche uns die von den Eingeborenen gebrauchten Bezeichnungen berichtet werden, sind bis jetzt noch nicht mit irgend einer unserer Krankheiten mit Sicherheit zu identificiren und harren noch eines genaueren Studiums.

Uns interessirt es an dieser Stelle nur, dass die Naturvölker überhaupt solche verschiedenartige Krankheitsnamen besitzen. So werden uns z. B. von den Australnegern in Victoria nicht weniger als fünf derselben berichtet. Es ist dabei aber noch nicht ausgeschlossen, dass sie nicht noch einige mehr besitzen.

Hier uns helfend beizuspringen würde die Sache der vergleichenden Sprachforschung sein. Denn so, wie diese Krankheitsnamen jetzt uns vorliegen, sind sie für uns nur ein sinnloser Schall. Erst die Linguistik wird es vermögen, uns hier das richtige Verständniss anzubahnen. Denn es unterliegt für mich keinem Zweifel, dass diese Worte eine ganz bestimmte Bedeutung besitzen, dass sie diejenigen Symptome der durch sie bezeichneten Erkrankungen zum Ausdruck bringen, welche diesen Kindern der Natur als die am meisten in die Augen springenden erschienen sind. Finden wir bei uns doch in der Volksmedicin ganz das Gleiche. Es mag hier nur an Krankheitsnamen wie Rothlauf, Herzwurm, Brustgesperr, Mehlmund, Kriebelkrankheit u. s. w. erinnert werden. Bei den Naturvölkern wird dieses kaum anders sein, und die grosse Bedeutung der Analyse ihrer Krankheitsnamen für unsere Beurtheilung ihrer diagnostischen Fähigkeiten liegt somit wohl auf der Hand.

Dass ihre Krankheitsnamen wirklich etwas Bestimmtes zu bedeuten haben und ein auffallendes Symptom der Erkrankung zum Ausdruck bringen, dafür liefert uns ein Bericht von der Oster-Insel den Beweis. Hier kommt eine Krankheit vor, welche die Eingeborenen mit dem Namen Kino bezeichnen, und die entstehen soll, wenn die Leute über die Felsen längs der Küste bei Tahai gehen. An dieser Stelle wächst eine saftreiche Ranke, von welcher wahrscheinlich die Füsse zerschnitten und abgeschunden werden. Die Bedeutung des Wortes Kino ist » krachender Fuss«. Es erinnert diese Bezeichnung übrigens an den in der Provinz Preussen üblichen Krankheitsnamen Knarrband, welcher für eine schmerzhafte Behinderung der Bewegungen des Fusses im Gebrauche ist.

Auch von den Annamiten ist etwas Aehnliches zu berichten. Dieselben bedienen sich für die verschiedenen Krankheitsstadien der Pocken verschiedener Bezeichnungen. Das erste Auftreten des Ausschlags nennen sie Nênbông oder Nênhuê; das bedeutet » Ausbruch der Blumen«. Die Pusteln bezeichnen sie mit dem Schmeichelnamen Ông, d. h. » Grossvater«; dieses ist gleichzeitig auch ihre euphemistische Bezeichnung für den Tiger. Für die Eiterung in den Pockenpusteln gebrauchen sie nicht das gewöhnliche Wort, was Eitern bezeichnet, sondern das Wort giu-o-ng, was » sich ausbreiten, sich entwickeln« heisst. Die Abschuppung bezeichnet das Wort xuông, was wörtlich heisst » heruntersteigen«. Das hängt mit der von ihnen gemachten Beobachtung zusammen, dass die Desquamation am Kopf und Oberkörper zuerst beginnt und von oben nach unten ihren Fortgang nimmt.

Fig. 34. Verbotszeichen, um den Uebertreter blind werden zu lassen. Serang. Nach Riedel.

Die Lampongschen Aerzte in Sumatra theilen die Krankheiten in fünf Classen ein, in die Oepas, die Pasowan, die Tjelor, die Sekedi und die Tjatjar. Von den Oepas giebt es drei Unterarten ( Oepas ngison, panas und angin), denen je nach ihren Erscheinungen die verschiedenen Bauchkrankheiten mit Blutabgang zugetheilt werden. Jede erfordert eine besondere Behandlung. Die Pasowan werden durch die Geister verursacht, und Durchfall und Cholera gehört zu ihnen. Sekedi ist eine Krankheitsgruppe für sich und bezeichnet den Aussatz, während Tjatjar die Pocken sind. Die Krankheitsgruppe Tjelor mit den sechs Unterarten Tjelor boeroeng, boenga, halibambang, mais, malikas und widadari, schliesst hauptsächlich die verschiedenen Fieberformen in sich. Tjelor halibambang ist das kalte Fieber, mais, das kalte Fieber in heftigem Grade, widadari das Fieber in Folge eines Beischlafes, malikas das heisse Fieber u. s. w.

45. Krankheitsfetische und Amulete.

Fetische, welche ganz bestimmte Erkrankungen zu heilen vermögen, werden unter anderen von den Loango-Negern verehrt. Aber sie können auch ebenso die Krankheit bringen, und um so mehr muss man ihnen den Hof machen, um sie bei guter Laune zu erhalten. Bastian führt uns die Folgenden an: Lembe hilft gegen Krankheiten des Kopfes, Lubangula gegen Augenkrankheiten, Tonse macht Schlaflosigkeit, Umsasi verursacht und heilt die Fieberhitze, Tschimbuko macht Lähmungen, indem er sein Opfer bei dem Genick ergreift. Konde Mamba, durch eine männliche Figur mit grossem Bauche dargestellt, heilt die Krankheiten des Bauches, Mokisso Mambili, der ebenfalls durch eine sehr dickbäuchige männliche Figur repräsentirt wird, verursacht die Bauchwassersucht. Imbika endlich, in der Gestalt eines Sackes, heilt die venerischen Krankheiten.

Fig. 35. Verbotszeichen, um dem Uebertreter Ichthyosis zu verursachen Serang. Nach Riedel.

Etwas sehr Aehnliches findet sich auf Nias. Hier giebt es eine ganze Reihe von Geistern, Adú genannt, welche, wenn man ihnen opfert, bestimmte Krankheiten zu heilen vermögen.

Der Adú Tombali zaniri, ein Stück Cocusstamm mit roh ausgeschnittenem Menschengesicht, heilt epileptische Krämpfe; der Adú Lailuwu wird

bei Augenkrankheiten angerufen; Adú Tamahórou heilt Halsübel, Adú Si lahógo Magenschmerz und Diarrhöe. Der Adú Mbali mbali vermag den Schwindel zu beseitigen, und der Adú Lawúlo hóngo, eine Holzfigur mit einem Nagel im Kopf, ist gegen schwere Kopfübel gut. Bei Fieber muss man sich an den Adú Tabagósa und an den Adú Fangóla mbéchu wenden. Adú Fangúru schützt vor Pocken. Der Adú Oba, eine rohe Figur mit flacher Nase, heilt das nächtliche Aufschrecken der Kinder, und Adú Fano'o ni amaho'o stillt deren Nasenbluten. Der Adú Folági Hóro (Fig. 36) endlich beseitigt Leibschmerzen; er wird durch zwei Holzsplitter mit Gesichtern an den Enden gebildet; durch die Splitter ist ein Stock hindurch gesteckt.

Fig. 36. Adú Folagi Hóro, Schutzgeist gegen Leibschmerzen. Nias. Nach Modigliani.

Ob wir nun hier in den Namen der Adú und der Fetische zugleich auch die Namen der entsprechenden Krankheiten zu erkennen haben, welche von ihnen geheilt oder hervorgerufen werden, dies zu entscheiden würde wiederum die Sache der Linguisten sein.

Von Amuleten und Talismanen vermögen uns an dieser Stelle nur diejenigen zu interessiren, welche nicht im Allgemeinen vor Unglück und somit auch vor Erkrankung schützen, sondern welche ganz bestimmte Krankheiten verhüten oder, wenn sie bereits ausgebrochen sind, sie heilen sollen.

Fig. 37. Verbotszeichen, um dem Uebertreter die Kiefer versteifen zu lassen. Serang. Nach Riedel.

Derartige Talismane sind uns durch Adrian Jacobsen von den Golden und den Giljaken in dem Amur-Gebiete bekannt geworden. Gliederschmerzen und Schmerzen des Kreuzes spielen dabei eine hervorragende Bolle. Auch vom malayischen Archipel, und zwar ebenfalls von Jacobsen mitgebracht, liegen uns eine Reihe von Talismanen vor. Allen diesen aber, sowie den Verbotszeichen und den Beschwörungsformeln, sollen besondere Abschnitte gewidmet werden.

46. Verbotszeichen.

Es ist ein auf den Inseln des malayischen Archipels weit verbreiteter Gebrauch, dass die Eingeborenen ihren Grundbesitz vor Betretung und Beschädigung und namentlich ihre Felder und ihre Baumpflanzungen vor Beraubung durch ein sogenanntes Verbotszeichen, ein Matakau, zu schützen verstehen. Im Principe ist es also dasselbe, als wenn unser Landmann vor seinem Acker oder seiner Wiese auf einer Stange einen Strohwisch aufpflanzt. Aber ein viel tieferer Sinn, eine viel gewaltigere Schutzkraft wohnt dem Matakau-Zeichen inne. Schon seine Aufpflanzung ist mit ganz besonderen Förmlichkeiten verbunden. In manchen Fällen müssen die Dorfältesten erst die Erlaubniss dazu ertheilen; oft aber macht es auch der Besitzer allein. Ein Opfer wird dargebracht, ein beschwörendes Gebet wird gesprochen, und nun hat das Verbotszeichen die gewünschte Kraft. Eines der Verbotszeichen, deren man sich auf der Insel Eetar zu bedienen pflegt, wird das » Beutelthier-Verbotszeichen« ( Naur lau) genannt. Dasselbe besteht aus drei Stangen, welche mit jungen Kaiapablättern an einander gebunden sind. Auf die mittelste steckt man das aus den Fasern der Areng-Palme gefertigte Bild eines Beutelthieres und setzt eine Eierschale obendrauf. Unter das Bild wird ein Fruchtzweig von Capsicum fastigiatum gebunden. Um den Hals von dem Beutelthier, das man als beseelt ansieht, bindet der Mann dann ein Koliblatt, bestreicht dasselbe mit Sirih-Speichel und spricht dabei die folgende Beschwörung:

»Verbotszeichen von dem Beutelthier! ich habe Dich hier aufgepflanzt! Leute, welche kommen, um Früchte vom Artocarpus incisa zu stehlen, um Früchte von der Kalapa zu stehlen, um Sirih zu stehlen, um Früchte von dem Pinang zu stehlen, die sollen es in ihre Eingeweide kriegen; ihr Körper soll krank werden, gänzlich, sie sollen ihre Lagerstätte mit ihren Excrementen, mit ihrem Urine besudeln; kein Heilmittel, von wem auch immer, soll sie heilen; sie müssen sterben!«

Fig. 38. Verbotszeichen, um dem Uebertreter den Leib schwellen zu lassen. Leti. Mus. f. Völkerkunde, Berlin – Nach Photographie.

Fig. 39. Verbotszeichen, um dem Uebertreter die Eingeweide zu verdrehen. Luang. Mus. f. Völkerkunde, Berlin – Nach Photographie.

Nun haftet der Fluch an dem Matakau, und wer das Verbot zu übertreten wagt, der ist der dem Verbotszeichen anhaftenden Zauberkraft verfallen. Das Unglück ereilt ihn, oder die Krankheit, welche durch die Macht der Beschwörung, die bei dem Aufstellen des Matakau gesprochen wurde, dieses Letztere mit seinen magischen Kräften dem Uebertreter bringen muss. Was für ein Unglück, was für eine Erkrankung dieses ist, das zeigt die besondere Form des Matakau an: Deutlich und nicht zu verkennen für Jedermann ist diese Symbolik plastischer Darstellung. Mächtig und wirkungsvoll ist aber auch ihre schützende Kraft, denn Niemand zweifelt daran, dass wenn er es wagen sollte, das Matakau zu übertreten, unfehlbar der Fluch sich an ihm vollziehen würde.

Derartige Unglücksfälle, welche die Matakau-Uebertretung mit sich bringt, sind z. B. dass der Ungehorsame vom Casuar zu Tode getreten, vom Crocodil gefressen werden, oder eines plötzlichen Todes sterben solle u. s. w. Uns können an dieser Stelle natürlicher Weise nur solche Matakau-Zeichen interessiren, in welche die verhängnissvolle Kraft hineinbeschworen ist, dem Frevler bestimmte Krankheiten zu bringen. Die hohe Wichtigkeit und Bedeutung derselben für die Beurtheilung der diagnostischen Fähigkeiten dieser Volksstämme liegt nun wohl deutlich genug auf der Hand. Denn naturgemäss werden diejenigen, welche Matakau-Zeichen aufpflanzen, diesen doch immer nur solche Erkrankungen hineinzuzaubern suchen, welche ihnen aus eigener Erfahrung und aus direkter Beobachtung bekannt geworden sind und welche sie als ganz besonders quälend, als intensiv schmerzhaft oder als hochgradig gefährlich zu betrachten pflegen. Und somit gewinnt ihre Kenntniss auch eine grosse Wichtigkeit für die medicinische Geographie.

Fig. 40. Fig. 41.

Fig. 40. Verbotszeichen, um dem Uebertreter Blutdiarrhoe zu verursachen. Serang. Nach Riedel.

Fig. 41. Verbotszeichen, um dem Uebertreter Schmerzen in den Gliedmaassen zu verursachen. Serang. Nach Riedel.

Manche dieser Matakau-Zeichen lassen es nach ihrer äusseren Form gar wohl begreifen, wie es dem für solche Dinge geschulten Auge sofort verständlich werden kann, was für eine Erkrankung oder welches Krankheitssymptom dem verwegenen Uebertreter droht.

Eine kleine menschliche Figur (Fig. 34), aus deren Augen je ein langer Spahn hervorragt, soll anzeigen, dass der Uebertreter blind werden wird; eine Kalebasse (Fig. 38) mit sich stark verdickendem Bauche droht dem Frevler ein Anschwellen seines Leibes an; ein Stäbchen mit zwei daran befestigten windschiefen Palmenblättern (Fig. 39) zeigt an, dass ihm die Eingeweide verdreht werden sollen; ein Stäbchen mit eingeschnittener schuppenartiger Verzierung (Fig. 35) besagt, dass er die Ichthyosis bekommen würde. Das ist eine Zeichensprache, der auch wir noch zu folgen vermögen.

Eine tiefere Vertrautheit mit den Geheimnissen dieser Symbolik gehört aber schon dazu, die folgenden Verbotszeichen richtig zu deuten. Ein horizontaler Stab trägt auf vier Stacheln je einen kleinen Ring von einem Palmenblatt gefertigt (Fig. 40). Das heisst, der Uebertreter soll von Blutdiarrhöe befallen werden. Ein gleicher Stab, der auf drei Stacheln je sechs über einander angebrachte Palmenblattringe trägt, soll Schmerzen in den Gliedmaassen erzeugen (Fig. 41). Fünf solche Ringe auf dem Stabe, deren jeder eine vorspringende Spitze hat, verursachen dem Frevler blutigen Urin; zwei auf einander liegende horizontale Stäbe, deren einer den anderen überragt (Fig. 37), zeigen an, dass ihm die Kiefer versteifen sollen. Es lassen sich hier noch mehr Beispiele bringen: Augenkrankheit, Rückenschmerz, Schwellung der Testikel (Fig. 42), böse Schwären (Fig. 43) und Hinsiechen des Körpers werden auf ähnliche Weise angedroht. Aber die obigen werden, denke ich, genügen, eine Anschauung dieser Dinge zu geben, so dass wir von der genaueren Beschreibung dieser übrigen Abstand nehmen können.

Fig. 42. Fig. 43.

Fig. 42. Verbotszeichen, um dem Uebertreter Schwellung der Testes zu verursachen. Serang. Nach Riedel.

Fig. 43. Verbotszeichen, um dem Uebertreter böse Schwären zu verursachen. Serang. Nach Riedel.

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