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Die Kultur der Renaissance in Italien

Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien - Kapitel 76
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie Kultur der Renaissance in Italien
authorJacob Burckhardt
year1994
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-006837-1
titleDie Kultur der Renaissance in Italien
pages3
created19990112
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1860
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Wie deutlich verrät sich dies bei seinen Ansichten über die antike Literatur. »Das einzige Gute«, predigt er, »was Plato und Aristoteles geleistet haben, ist, dass sie viele Argumente vorbrachten, welche man gegen die Ketzer gebrauchen kann. Sie und andere Philosophen sitzen doch in der Hölle. Ein altes Weib weiss mehr vom Glauben als Plato. Es wäre gut für den Glauben, wenn viele sonst nützlich scheinende Bücher zernichtet würden. Als es noch nicht so viele Bücher und nicht so viele Vernunftgründe (ragioni naturali) und Disputen gab, wuchs der Glaube rascher als er seither gewachsen ist.« Die klassische Lektüre der Schulen will er auf Homer, Virgil und Cicero beschränkt und den Rest aus Hieronymus und Augustin ergänzt wissen; dagegen sollen nicht nur Catull und Ovid, sondern auch Tibull und Terenz verbannt bleiben. Hier spricht einstweilen wohl nur eine ängstliche Moralität, allein er gibt in einer besondern Schrift die Schädlichkeit der Wissenschaft im allgemeinen zu. Eigentlich sollten, meint er, einige wenige Leute dieselbe erlernen, damit die Tradition der menschlichen Kenntnisse nicht untergingen besonders aber, damit immer einige Athleten zur Bekämpfung ketzerischer Sophismen vorrätig wären, alle übrigen dürften nicht über Grammatik, gute Sitten und Religionsunterricht (sacrae literae) hinaus. So würde natürlich die ganze Bildung wieder an Mönche zurückfallen, und da zugleich die »Wissendsten und Heiligsten« auch Staaten und Reiche regieren sollten, so wären auch dieses wiederum Mönche. Wir wollen nicht einmal fragen, ob der Autor so weit hinaus gedacht hat.

Kindlicher kann man nicht raisonnieren. Die einfache Erwägung, dass das wiederentdeckte Altertum und die riesige Ausweitung des ganzen Gesichtskreises und Denkkreises eine je nach Umständen ruhmvolle Feuerprobe für die Religion sein möchten, kommt dem guten Menschen nicht in den Sinn. Er möchte gern verbieten, was sonst nicht zu beseitigen ist. Ueberhaupt war er nichts weniger als liberal; gegen gottlose Astrologen z. B. hält er denselben Scheiterhaufen in Bereitschaft, auf welchem er hernach selbst gestorben istVon den impii astrologi sagt er: non è da disputar (con loro) altrimenti che col fuoco..

Wie gewaltig muss die Seele gewesen sein, die bei diesem engen Geiste wohnte! Welch ein Feuer bedurfte es, um den Bildungsenthusiasmus der Florentiner vor dieser Anschauung sich beugen zu lehren!

Was sie ihm noch von Kunst und von Weltlichkeit preiszugeben bereit waren, das zeigen jene berühmten Opferbrände, neben welchen gewiss alle talami des Bernardino da Siena und anderer nur wenig besagen wollten.

Es ging dabei allerdings nicht ab ohne einige tyrannische Polizei von seiten Savonarolas. Ueberhaupt sind seine Eingriffe in die hochgeschätzte Freiheit des italienischen Privatlebens nicht gering, wie er denn zum Beispiel Spionage der Dienerschaft gegen den Hausherrn verlangte, um seine Sittenreform durchführen zu können. Was später in Genf dem eisernen Calvin, bei dauerndem Belagerungszustande von aussen, doch nur mühsam gelang, eine Umgestaltung des öffentlichen und Privatlebens, das musste in Florenz vollends nur ein Versuch bleiben und als solcher die Gegner auf das äusserste erbittern. Dahin gehört vor allem die von Savonarola organisierte Schar von Knaben, welche in die Häuser drangen und die für den Scheiterhaufen geeigneten Gegenstände mit Gewalt verlangten; sie wurden hie und da mit Schlägen abgewiesen, da gab man ihnen, um die Fiktion einer heranwachsenden heiligen Bürgerschaft dennoch zu behaupten, Erwachsene als Beschützer mit.

Und so konnten am letzten Karnevalstage des Jahres 1497 und an demselben Tage des folgenden Jahres die grossen Autodafés auf dem Signorenplatz stattfinden. Da ragte eine Stufenpyramide, ähnlich dem rogus, auf welchem römische Imperatorenleichen verbrannt zu werden pflegten. Unten zunächst der Basis waren Larven, falsche Bärte, Maskenkleider u. dgl. gruppiert; drüber folgten die Bücher der lateinischen und italienischen Dichter, unter andern der Morgante des Pulci, der Boccaccio, der Petrarca, zum Teil kostbare Pergamentdrucke und Manuskripte mit Miniaturen; dann Zierden und Toilettengeräte der Frauen, Parfüms, Spiegel, Schleier, Haartouren; weiter oben Lauten, Harfen, Schachbretter, Triktraks, Spielkarten; endlich enthielten die beiden obersten Absätze lauter Gemälde, besonders von weiblichen Schönheiten, teils unter den klassischen Namen der Lucretia, Cleopatra, Faustina, teils unmittelbare Porträts wie die der schönen Bencina, Lena Morella, Bina und Maria de' Lenzi. Das erstemal bot ein anwesender venezianischer Kaufmann der Signorie 20 000 Goldtaler für den Inhalt der Pyramide; die einzige Antwort war, dass man ihn ebenfalls porträtieren und das Bild zu den übrigen hinaufstellen liess. Beim Anzünden trat die Signorie auf den Balkon; Gesang, Trompetenschall und Glockengeläute erfüllte die Lüfte. Nachher zog man auf den Platz vor S. Marco, wo die ganze Partei eine dreifache konzentrische Runde tanzte: zu innerst die Mönche dieses Klosters abwechselnd mit Engelknaben, dann junge Geistliche und Laien, zu äusserst endlich Greise, Bürger und Priester, diese mit Olivenzweigen bekränzt.

Der ganze Spott der siegreichen Gegenpartei, die doch wahrlich einigen Anlass und überdies das Talent dazu hatte, genügte später doch nicht, um das Andenken Savonarolas herabzusetzen. Je trauriger die Schicksale Italiens sich entwickelten, desto heller verklärte sich im Gedächtnis der Ueberlebenden die Gestalt des grossen Mönches und Propheten. Seine Weissagungen mochten im einzelnen unbewährt geblieben sein – das grosse allgemeine Unheil, das er verkündet hatte, war nur zu schrecklich in Erfüllung gegangen.

So gross aber die Wirkung der Bussprediger war und so deutlich Savonarola dem Mönchsstande als solchem das rettende Predigtamt vindizierteS. die Stelle aus der 14. Predigt über Ezechiel, bei Perrens l. c., vol. I, pag. 30, Nota., so wenig entging dieser Stand doch dem allgemeinen verwerfenden Urteil. Italien gab zu verstehen, dass es sich nur für die Individuen begeistern könne.

 

Wenn man nun die Stärke des alten Glaubens, abgesehen von Priesterwesen und Mönchtum, verifizieren soll, so kann dieselbe bald sehr gering, bald sehr bedeutend erscheinen, je nachdem man sie von einer bestimmten Seite, in einem bestimmten Lichte anschaut. Von der Unentbehrlichkeit der Sakramente und Segnungen ist schon die Rede gewesen (S. 134 502); überblicken wir einstweilen die Stellung des Glaubens und des Kultus im täglichen Leben. Hier ist die Masse und ihre Gewöhnung und die Rücksicht der Mächtigen auf beides von bestimmendem Gewicht.

Alles, was zur Busse und zur Erwerbung der Seligkeit mittelst guter Werke gehört, war bei den Bauern und bei den untern Klassen überhaupt wohl in derselben Ausbildung und Ausartung vorhanden wie im Norden, und auch die Gebildeten wurden davon stellenweise ergriffen und bestimmt. Diejenigen Seiten des populären Katholizismus, wo er sich dem antiken, heidnischen Anrufen, Beschenken und Versöhnen der Götter anschliesst, haben sich im Bewusstsein des Volkes auf das hartnäckigste festgesetzt. Die schon bei einem andern Anlass zitierte achte Ekloge des Battista MantovanoMit dem Titel: De rusticorum religione. enthält unter andern das Gebet eines Bauern an die Madonna, worin dieselbe als spezielle Schutzgöttin für alle einzelnen Interessen des Landlebens angerufen wird. Welche Begriffe machte sich das Volk von dem Werte bestimmter Madonnen als Nothelferinnen! Was dachte sich jene FlorentinerinFranco Sacchetti, Nov. 109, wo noch anderes der Art., die ein Fässchen von Wachs als ex voto nach der Annunziata stiftete, weil ihr Geliebter, ein Mönch, allmählich ein Fässchen Wein bei ihr austrank, ohne dass der abwesende Gemahl es bemerkte. Ebenso regierte damals ein Patronat einzelner Heiligen für bestimmte Lebenssphären gerade wie jetzt noch. Es ist schon öfter versucht worden, eine Anzahl von allgemeinen ritualen Gebräuchen der katholischen Kirche auf heidnische Zeremonien zurückzuführen, und dass ausserdem eine Menge örtlicher und volkstümlicher Bräuche, die sich an Kirchenfeste geknüpft haben, unbewusste Reste der verschiedenen alten Heidentümer Europas sind, gibt jedermann zu. In Italien aber kam auf dem Lande noch dies und jenes vor, worin sich ein bewusster Rest heidnischen Glaubens gar nicht verkennen liess. So das Hinstellen von Speise für die Toten, vier Tage vor Petri Stuhlfeier, also nach dem Tage der alten Feralien, 18. FebruarBapt. Mantuan. de sacris diebus, L. II. ruft aus:

Ista superstitio, ducens a Manibus ortum
Tartareis, sancta de religione facessat
Christigenûm! vivis epulas date, sacra sepultis.

Ein Jahrhundert vorher, als das Exekutionsheer Johanns XXII. gegen die Ghibellinen in der Mark zog, geschah es unter ausdrücklicher Anklage auf eresia und idolatria; Recanati, das sich freiwillig ergeben, wurde doch verbrannt, »weil daselbst Idole angebetet worden waren«. Giov. Villani, IX, 139, 141. – Unter Pius II. kommt ein hartnäckiger Sonnenanbeter, Urbinate von Geburt, zum Vorschein. Aen. Sylvii opera p. 289. Hist. rer. ubique gestar. c. 12. – Das Erstaunlichste geschah unter Leo X. auf dem Forum in Rom: wegen einer Pest wurde ein Stier feierlich auf heidnische Weise geopfert; Paul. Jovius, Hist. XXI, 8.

. Manches andere dieser Art mag damals noch in Uebung gewesen und erst seither ausgerottet worden sein. Vielleicht ist es nur scheinbar paradox zu sagen, dass der populäre Glaube in Italien ganz besonders fest gegründet war, soweit er Heidentum war.

Wie weit nun die Herrschaft dieser Art von Glauben sich auch in die obern Stände erstreckte, liesse sich wohl bis zu einem gewissen Punkte näher nachweisen. Derselbe hatte, wie bereits bei Anlass des Verhältnisses zum Klerus bemerkt wurde, die Macht der Gewöhnung und der frühen Eindrücke für sich; auch die Liebe zum kirchlichen Festpomp wirkte mit, und hie und da kam eine jener grossen Bussepidemien hinzu, welchen auch Spötter und Leugner schwer widerstehen konnten.

Es ist aber bedenklich, in diesen Fragen rasch auf durchgehende Resultate hinzusteuern. Man sollte z. B. meinen, dass das Verhalten der Gebildeten zu den Reliquien von Heiligen einen Schlüssel gewähren müsse, der uns wenigstens einige Fächer ihres religiösen Bewusstseins öffnen könnte. In der Tat lassen sich Gradunterschiede nachweisen, doch lange nicht so deutlich wie es zu wünschen wäre. Zunächst scheint die Regierung von Venedig im 15. Jahrhundert durchaus diejenige Andacht zu den Ueberresten heiliger Leiber geteilt zu haben, welche damals durch das ganze Abendland herrschte (S. 101 f.). Auch Fremde, welche in Venedig lebten, taten wohl, sich dieser Befangenheit zu fügenSo Sabellico, de situ venetae urbis. Er nennt zwar die Namen der Kirchenheiligen, nach Art mehrerer Philologen, ohne sanctus oder divus, führt aber eine Menge Reliquien an und tut sehr zärtlich damit, rühmt sich auch bei mehrern Stücken, sie geküsst zu haben.. Wenn wir das gelehrte Padua nach seinem Topographen Michele Savonarola (S. 178) beurteilen dürften, so wäre es hier nicht anders gewesen als in Venedig. Mit einem Hochgefühl, in welches sich frommes Grausen mischt, erzählt uns Michele, wie man bei grossen Gefahren des Nachts durch die ganze Stadt die Heiligen seufzen höre, wie der Leiche einer heiligen Nonne zu S. Chiara beständig Nägel und Haare wachsen, wie sie bei bevorstehendem Unheil Lärm macht, die Arme erhebt, u. dgl.De laudibus Patavii, bei Murat. XXIV, Col. 1149 bis 1151. Bei der Beschreibung der Antoniuskapelle im Santo verliert sich der Autor völlig ins Stammeln und Phantasieren. In Mailand zeigte wenigstens das Volk einen grossen Reliquienfanatismus, und als einst (1517) die Mönche in S. Simpliciano beim Umbau des Hochaltars sechs heilige Leichen unvorsichtig aufdeckten und mächtige Regenstürme über das Land kamen, suchten die LeutePrato, Arch. stor. III, p. 408. – Er gehört sonst nicht zu den Aufklärern, aber gegen diesen Kausalnexus protestiert er denn doch. die Ursache der letztern in jenem Sakrilegium und prügelten die betreffenden Mönche auf öffentlicher Strasse durch, wo sie sie antrafen. In andern Gegenden Italiens aber, selbst bei den Päpsten, sieht es mit diesen Dingen schon viel zweifelhafter aus, ohne dass man doch einen bündigen Schluss ziehen könnte. Es ist bekannt, unter welchem allgemeinen Aufsehen Pius II. das aus Griechenland zunächst nach S. Maura geflüchtete Haupt des Apostels Andreas erwarb und (1462) feierlich in S. Peter niederlegte; allein aus seiner eigenen Relation geht hervor, dass er dies tat aus einer Art von Scham, als schon viele Fürsten sich um die Reliquie bewarben. Jetzt erst fiel es ihm ein, Rom zu einem allgemeinen Zufluchtsort der aus ihren Kirchen vertriebenen Reste der Heiligen zu machenPii II. Comment. L. VIII, p. 352, s. Verebatur Pontifex, ne in honore tanti apostoli diminute agere videretur etc.. Unter Sixtus IV. war die Stadtbevölkerung in diesen Dingen eifriger als der Papst, so dass der Magistrat sich (1483) bitter beklagte, als Sixtus dem sterbenden Ludwig XI. einiges von den lateranensischen Reliquien verabfolgteJac. Volaterran. bei Murat. XXIII, Col. 187. Ludwig konnte das Geschenk noch anbeten, starb aber dennoch. – Die Katakomben waren damals in Vergessenheit geraten, doch sagt auch Savonarola, l. c. Col. 1150 von Rom: velut ager Aceldama Sanctorum habita est.. In Bologna erhob sich um diese Zeit eine mutige Stimme, welche verlangte, man solle dem König von Spanien den Schädel des h. Dominicus verkaufen und aus dem Erlös etwas zum öffentlichen Nutzen Dienendes stiftenBursellis, Annal. Bonon., bei Murat. XXIII, Col. 905. Es war einer der 16 Patrizier, Bartol. della Volta, + 1485.. Die wenigste Reliquienandacht zeigen die Florentiner. Zwischen ihrem Beschluss, den Stadtheiligen S. Zanobi durch einen neuen Sarkophag zu ehren, und der definitiven Bestellung bei Ghiberti vergehen 19 Jahre (1409-1428), und auch dann erfolgt der Auftrag nur zufällig, weil der Meister eine kleinere ähnliche Arbeit schön vollendet hatteVasari III, 111, s. et N. Vita di Ghiberti.. Vielleicht war man der Reliquien etwas überdrüssig, seitdem man (1352) durch eine verschlagene Aebtissin im Neapolitanischen mit einem falschen, aus Holz und Gips nachgemachten Arm der Schutzpatronin des Domes, S. Reparata, war betrogen wordenMatteo Villani III, 15 und 16.. Oder dürfen wir etwa annehmen, dass der ästhetische Sinn es war, welcher sich hier vorzüglich entschieden von den zerstückelten Leichnamen, den halbvermoderten Gewändern und Geräten abwandte? Oder gar der moderne Ruhmessinn, welcher lieber die Leichen eines Dante und Petrarca in den herrlichsten Gräbern beherbergt hätte als alle zwölf Apostel miteinander? Vielleicht war aber in Italien überhaupt, abgesehen von Venedig und dem ganz exzeptionellen Rom, der Reliquiendienst schon seit langer Zeit mehr zurückgetretenMan müsste überdies unterscheiden zwischen dem in Italien blühenden Kultus der Leichen historisch noch genau bekannter Heiligen aus den letzten Jahrhunderten, und zwischen dem im Norden vorherrschenden Zusammensuchen von Körper- und Gewandfragmenten usw. aus der heiligen Urzeit. Letzterer Art, und vorzüglich für Pilger wichtig, war dann auch der grosse Vorrat der lateranensischen Reliquien. Allein über den Sarkophagen des heiligen Dominicus und des heiligen Antonius von Padua und über dem mysteriösen Grabe des heiligen Franz schimmert ausser der Heiligkeit auch schon der historische Ruhm. Vgl. oben S. 175. vor dem Madonnendienst, als irgendwo sonst in Europa, und darin läge dann zugleich, wenn auch verhüllt, ein frühes Ueberwiegen des FormsinnesEs wäre nicht ohne Interesse, genau auszuscheiden, wie vieles in den religiösen Entscheiden der Päpste und Theologen jener Zeit von spezifisch italienischen Antrieben ausging. Dahin gehört etwa die Parteinahme Sixtus IV. für die unbefleckte Empfängnis (Extravag. commun. L. III, Lit. XII). Dagegen in dem zunehmenden Kultus des Joseph und der Eltern der Maria ist eher nordischer Einfluss zu erkennen; in Nordfrankreich war derselbe schon zu Anfang des 15. Jahrhunderts populär und wurde 1414 durch einen Legaten Johanns XXIII. offiziell erlaubt (Baluz. Miscell. III, p. 111). Erst über ein halbes Jahrhundert später stiftete dann Sixtus IV. für die ganze Kirche das Fest der Darstellung Mariä im Tempel, das der heil. Anna und des heil. Joseph (Trithem. Ann. Hirsaug. II, p. 518)..

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