Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Honoré de Balzac >

Die Königstreuen

Honoré de Balzac: Die Königstreuen - Kapitel 18
Quellenangabe
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleDie Königstreuen
publisherErnst Rowohlt Verlag
translatorMagda Kahn
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20070819
modified20180223
projectid69ac2388
Schließen

Navigation:

Achtzehntes Kapitel

Bald verbreitete eine kleine Pechfackel ihr bläuliches, zitterndes, ungewisses Licht in dem engen Keller. Trotz der düsteren Poesie, mit der Maries Phantasie dieses Gewölbe ausgeschmückt hatte, durch das die Klagen eines Unglücklichen hallten, mußte sie doch erkennen, daß der Raum, den der Unbekannte soeben betreten hatte, nichts weiter als eine seit langem unbenutzte unterirdische Küche war. Die unförmige Masse verwandelte sich in einen sehr dicken kleinen Mann, dessen sämtliche Glieder fest zusammengeschnürt waren, und der von denen, die sich seiner bemächtigt hatten, hilflos auf den feuchten Fließen liegen gelassen worden war.

Beim Anblick des Fremden, der in einer Hand die Fackel und in der andern ein Reiserbündel hielt, stieß der Gefangene ein Gewimmer aus, das die Teilnahme des Fräuleins von Verneuil so sehr erregte, daß sie ihre eigene Angst, ihre Verzweiflung, den furchtbaren Krampf ihrer zusammengepreßten, fast erstarrenden Glieder vergaß und versuchte, sich nicht zu rühren.

Der Chouan warf sein Reiserbündel in den Kamin, nachdem er sich von der Festigkeit eines alten Kesselhakens überzeugt hatte, der von einer hohen Eisenplatte herabhing, und setzte das Holz mit seiner Fackel in Brand. Und nun erkannte Fräulein von Verneuil nicht ohne Schrecken den verschlagenen Pille-miche, dem ihre Rivalin sie übergeben hatte und dessen jetzt vom Feuerscheine beleuchtetes Gesicht einem jener Buchsbaummännchen glich, die man in Deutschland so drollig zu schnitzen versteht. Das Gestöhn seines Gefangenen brachte auf seinen faltigen, sonnverbrannten Zügen ein breites Lachen hervor.

»Du siehst,« sagte er zu dem Ärmsten, »daß wir Christenmenschen unser Wort besser halten, als du. Das Feuer da soll dir Beine, Zunge und Hände wieder gelenkig machen. Zum Teufel! da ist ja nicht mal 'ne Bratpfanne, die man dir unter die Füße legen könnte. Sie sind so dick und fett, daß mir bange is, der Schmer könnte das Feuer auslöschen. Deine Wirtschaft is recht verlottert, daß man es nicht mal dem Hausherrn bequem machen kann, wenn er sich wärmt.«

Bei diesen Worten stieß das Schlachtopfer einen durchdringenden Schrei aus, als hoffte es, durch die Gewölbe hindurch gehört zu werden und einen Befreier herbeizurufen.

»Hoho! Singen Sie nur aus voller Kehle, Herr d'Orgemont! Oben schlafen sie alle. Und gleich kommt Marche-à-terre und schließt die Kellertür ab!«

Während er sprach, untersuchte Pille-miche mit dem Kolben seines Karabiners die Kaminverkleidung, die Steinfliesen, die den Küchenboden bedeckten, die Mauern und Öfen, um den Schlupfwinkel ausfindig zu machen, wo der Geizhals sein Gold liegen hatte. Diese Untersuchung nahm er mit solcher Geschicklichkeit vor, daß d'Orgemont sich dabei still verhielt, wie wenn er gefürchtet hätte, von irgendeinem geängstigten Diener verraten worden zu sein; denn obwohl er sich niemand anvertraut hatte, hätten seine Gewohnheiten wohl zu richtigen Folgerungen Anlaß geben können. Mitunter drehte sich Pille-miche kurz um und betrachtete sein Opfer nach Art von Kindern, die zu erraten suchen, wo das Taschentuch liegt, indem sie aus dem Gesichtsausdrucke dessen, der es versteckt hat, abzulesen suchen, ob sie sich ihm nähern oder davon entfernen.

Als d'Orgemont den Chouan die Öfen beklopfen sah, die einen hohlen Ton von sich gaben, spielte er den Erschrockenen und schien damit eine Zeitlang die leichtgläubige Habsucht Pille-miches hinhalten zu wollen. Da kamen drei andere Chouans die Treppe herunter und in die Küche gestürzt; und sobald er Marche-à-terre sah, stellte Pille-miche seine Untersuchung ein, nicht ohne d'Orgemont zuvor noch einen grimmigen Blick zuzuwerfen, darin sich seine ganze getäuschte Gier ausdrückte.

»Marie Lambrequin ist auferstanden,« sagte Marche-à-terre und gab durch Haltung und Miene zu verstehen, daß vor einer so schwerwiegenden Nachricht alle anderen Interessen in den Hintergrund treten müßten.

»Das wundert mich gar nicht,« entgegnete Pille-miche. »Er ist ja so oft zum Abendmahl gegangen! Der liebe Gott schien ihm ganz allein zu gehören.«

»Haha!« lachte Mène-à-bien. »Das ist ihm nun soviel nütze, wie die Stiefel einem Toten. Er hatte sich ja vor der Affäre auf der Pellerine an der Tochter vom Goguelu vergangen, und weil er vorher nicht mehr beichten konnte, ist er nun mit 'ner Todsünde auf dem Gewissen hinübergegangen. Drum sagt der Abbé Gudin, daß er erst zwei Monate lang rumgeistern muß, ehe er richtig wiederkommt! Wir haben ihn alle drei mit leibhaft'gen Augen gesehn. Er ist bleich und kalt und riecht nach dem Kirchhof.«

»Und Seine Ehrwürden hat auch gesagt, wenn der Geist einen zu fassen bekommen könnte, würd' er sich 'nen Gefährten holen.«

Das groteske Gesicht des letzten Sprechers riß Marche-à-terre aus der religiösen Träumerei, in die ihn das geschehene Wunder versetzt hatte, ein Wunder, das – so hatte der Rektor versichert – die Glaubensinbrunst jedes anderen Verteidigers der Religion und des Königs würde erneuern können.

»Da siehst du, Galope-chopine,« sprach er gewichtig zu dem Neuangeworbenen, »wohin die kleinste Vernachlässigung der von unserer heiligen Religion anbefohlenen Pflichten führt. Die heilige Anna von Auray mahnt uns dadurch, auch bei den geringsten Fehlern untereinander unerbittlich zu sein. Dein Vetter Pille-miche hat für dich die Bewachung von Fougères erbeten. Der Gars willigt ein, sie dir anzuvertrauen, und du wirst gut dafür bezahlt werden. Aber du weißt doch auch, aus was für Mehl wir den Fladen für Verräter kneten?«

»Jawohl, Herr Marche-à-terre.«

»Du weißt, warum ich das sage. Es behaupten manche, du seist ein großer Freund von Wein und blanken Talern. Aber hier kommt es nicht darauf an, daß du dein Schäfchen scherst!«

»Mit Verlaub zu reden, Herr Marche-à-terre, Wein und Talerchen, das sind aber doch zwei hibbsche Dinge, die der Seligkeit nicht im Wege stehn.«

»Wenn der Vetter mal 'nen Streich begeht, so tut er's sicherlich nur aus Dummheit,« warf Pille-miche dazwischen.

»Wie und was er auch anstellen mag,« schrie Marche-à-terre mit dröhnender Stimme, »ich werd' ihn dafür zu treffen wissen! Du stehst mir für ihn,« wandte er sich an Pille-miche. »Wenn er Dummheiten macht, halt' ich mich an das, womit dein Kitzfell gefüttert ist!«

»Aber mit Ihrem Verlaub, Herr Marche-à-terre,« widersprach Galope-chopine, »ist's denn nicht schon oft Ihnen selbsten passiert, daß Sie einen Chouan für 'nen Gegenchouan gehalten haben?«

»Laß du dir das jedenfalls nicht einfallen, Freund!« gab Marche-à-terre trocken zurück. »Die Boten des Gars haben im übrigen seinen Handschuh. Nur knüpft unsre große Garce seit der Geschichte von La Vivetière noch ein grünes Band dran.«

Pille-miche versetzte seinem Genossen einen tüchtigen Ellbogenstoß, um ihn auf d'Orgemont aufmerksam zu machen, der sich schlafend stellte. Pille-miche und Marche-à-terre wußten aber aus Erfahrung, daß an ihrem Feuerherd noch nie jemand geschlafen hatte; und obgleich die letzten Worte nur halblaut gesprochen worden waren, hätte der arme Teufel sie am Ende doch verstehen können. Deshalb betrachteten die vier Chouans ihn einen Augenblick lang; schließlich schienen sie jedoch anzunehmen, daß die Angst ihn seiner Sinne beraubt habe.

Da zog, auf einen Wink Marche-à-terres, Pille-miche d'Orgemont ganz unversehens Schuhe und Strümpfe aus; Mène-à-bien und Galope-chopine packten ihn an Händen und Füßen und trugen ihn ans Feuer, worauf Marche-à-terre einen der Stricke ergriff, mit denen das Reisigbündel verschnürt gewesen, und die Füße des Geizhalses an dem Kesselhaken festband. All diese Bewegungen und ihre unglaubliche Schnelligkeit entrissen dem Schlachtopfer ein Geschrei, das herzzerreißend wurde, als Pille-miche ihm Kohlen unter die Füße schob.

»Freunde, gute Freunde,« rief d'Orgemont, »ihr wollt mir wehtun, und ich bin doch ein Christ wie ihr!«

»Das lügst du in deinen Hals hinein!« antwortete Marche-à-terre. »Dein Bruder hat Gott verleugnet, und du selber hast die Abtei von Juvigny gekauft.«

»Aber ich will euch ja bezahlen, meine Brüder in Gott!«

»Wir hatten dir vierzehn Tage Zeit gelassen. Jetzt sind zwei Monate rum, und Galope-chopine hat noch nichts bekommen.«

»Du hättest nichts bekommen, Galope-chopine?« fragte der Geizhals verzweifelt.

»Nix, nix, Herr d'Orgemont,« rief Galope-chopine erschrocken.

Das Geschrei, das sich in ein unausgesetztes, dem Röcheln eines Toten ähnliches Schnaufen verwandelt hatte, setzte mit unerhörter Heftigkeit von neuem ein. Den vier Chouans aber war dies etwas ebenso Alltägliches, wie der Umstand, daß ihre Hunde keine Strümpfe trugen, und so betrachteten sie den sich windenden und heulenden d'Orgemont so ungerührt, daß sie Reisenden glichen, die am Herd eines Gasthauses stehen, um aufzupassen, ob der Braten bald gar sei.

»Ich sterbe, ich sterbe!« schrie der Unglückliche. »Und ihr werdet mein Geld nicht bekommen.« Trotz des lauten Geschreis war es Pille-miche nicht entgangen, daß das Feuer die Haut noch nicht angriff, und nun schürte er es so geschickt, daß es aufzulodern begann, worauf d'Orgemont mit schmerzgebrochener, kläglicher Stimme ächzte:

»Gute Freunde, bindet mich los! Wieviel wollt ihr? Zehntausend Taler, hunderttausend Taler . . .«

Sein Ton klang so jämmerlich, daß Fräulein von Verneuil ihre eigene Gefahr ganz vergaß und einen Schreckenslaut von sich gab.

»Wer hat da was gesagt?« fragte Marche-à-terre.

Die Chouans warfen bestürzte Blicke um sich. Denn so tapfer sie sich vor den mörderischen Schlünden der Kanonen zeigten, vor einem »Geiste« hielten sie nicht stand. Nur Pille-miche hörte, ohne sich ablenken zu lassen, die Geständnisse an, die die zunehmenden Schmerzen seinem Opfer auspreßten.

»Zehntausend Franken! Ihr sollt sie gewiß erhalten! Oh, ich sterbe . . .«

»Pah! Wo sind sie denn?« fragte Pille-miche in aller Ruhe.

»Ach, sie liegen unter dem ersten Apfelbaum . . . Heilige Jungfrau! . . . unten im Garten . . . links. Ihr seid Strauchdiebe, . . . Räuber . . . ihr . . . ich sterbe . . . zehntausend Franken!«

»Franken will ich keine haben. Wir brauchen Livres,« versetzte Marche-à-terre. »Die Taler von deiner Republik zeigen heidnische Figuren, die nie Kurs bekommen werden.«

»Es sind Livres, gute Louisdor. Ach, bindet mich nur los, bindet mich los . . . ihr wißt ja nun, wo mein Leben steckt, mein Schatz!«

Die Chouans musterten einander, wie um zu überlegen, wem sie das Ausgraben des Geldes anvertrauen könnten. In diesem Augenblicke ward Fräulein von Verneuil derart von ihrer kannibalischen Grausamkeit überwältigt, daß sie beherzt, ohne zu wissen, ob die Rolle, die ihr bleiches Gesicht ihr eingetragen, sie noch immer vor aller Gefahr schützen würde, in feierlichem Tone ausrief:

»Fürchtet ihr nicht den Zorn Gottes? Bindet ihn los, ihr Barbaren!«

Die vier Männer blickten empor, sahen in der Luft ein Paar Augen, die wie Sterne funkelten, und flohen entsetzt. Nun sprang Fräulein von Verneuil in die Küche, lief auf Orgemont zu und riß ihn so heftig vom Feuer weg, daß der Strick, der ihn an den Kesselhaken band, nachgab. Dann durchschnitt sie mit ihrem Dolche seine Fesseln. Als der Alte frei war und aufrecht stand, zog als erster Ausdruck ein schmerzhaftes, aber hämisches Lächeln über seine Züge.

»Lauft nur, lauft immer zum Apfelbaume, ihr Räuber!« sagte er. »Haha, nun hab' ich sie schon zweimal genarrt! Und ein drittes Mal sollen sie mich nicht erwischen.«

In diesem Augenblick erschallte draußen eine Frauenstimme.

»Ein Geist! ein Geist!« schrie Frau von Gua. »Ihr Narren, sie ist es! Tausend Taler demjenigen, der mir ihren Kopf bringt!«

Fräulein von Verneuil erblaßte, doch der Geizhals lächelte, faßte sie an der Hand, zog sie unter den Mantel des Kamins und führte sie so, daß er das Feuer, das nur einen sehr kleinen Raum einnahm, nicht in Unordnung brachte, denn er wollte keine Spur des von ihnen eingeschlagenen Weges zurücklassen. Dann drückte er auf eine Feder, und die gußeiserne Platte hob sich. Als ihre gemeinsamen Feinde den Keller wieder betraten, war die schwere Tür des Verstecks bereits wieder geräuschlos hinter ihnen zugefallen. Jetzt verstand Marie den Sinn der karpfenartigen Bewegungen, die der unglückselige Bankier gemacht hatte, als er allein war.

»Sehen Sie wohl, gnädige Frau,« rief Marche-à-terre, »der Geist hat sich den Blauen zum Gefährten genommen!«

Das Entsetzen der Chouans mußte groß sein, denn auf diese Worte folgte ein so tiefes Stillschweigen, daß d'Orgemont und seine Begleiterin sie leise murmeln hörten:

»Ave Sancta Anna Auriaca gratia plena, dominus tecum . . .«

»Sie beten, die Narren!« rief d'Orgemont.

»Haben Sie keine Angst,« unterbrach ihn Fräulein von Verneuil leise, »zu verraten, wo wir . . .«

Doch ein Lachen des Alten zerstreute ihre Besorgnisse.

»Die Platte sitzt in einem drei Fuß dicken Granitblock. Wir hören sie, aber sie hören uns nicht.«

Dann faßte er sanft die Hand seiner Retterin und legte sie auf eine Spalte, aus der ein frischer Luftzug drang, und Marie erriet nun, daß die Öffnung im Kaminrohr angebracht war.

»Au!« fuhr d'Orgemont fort, »Teufel, die Füße brennen mich gehörig! Diese ›Stute Charettes‹, wie man sie in Nantes nannte, ist nicht so dumm, daß sie ihnen widerspräche. Sie weiß nur zu gut, daß sie sich nicht gegen ihr eigenes Interesse schlagen würden, wenn sie nicht so viehisch dumm wären. Da betet sie nun mit ihnen! Sie muß lieblich anzuschauen sein, wie sie der heiligen Anna von Auray ihr Ave hersagt! Sie täte besser daran, wieder mal einen Postwagen zu plündern, um mir die viertausend Franken zurückzuerstatten, die sie mir schuldet. Mit Zins und Zinseszins belaufen sie sich gut und gern auf viertausendsiebenhundertachtzig Franken und einige Centimes . . .«

Als sie mit Beten fertig waren, erhoben sich die Chouans von den Knien und verließen den Keller. Der alte d'Orgemont aber drückte Fräulein von Verneuils Hand, wie um ihr anzudeuten, daß die Gefahr damit noch nicht vorüber sei.

»Nein, nein, gnädige Frau,« rief Pille-miche nach kurzem Stillschweigen, »und wenn Sie zehn Jahre da warteten, sie kommen nicht wieder.«

»Aber sie ist nicht hinausgekommen und muß hier sein.«

»Nein, o nein, sie sind durch die Mauern davongeflogen! Hat nicht der Teufel hier vor unsern Augen schon einmal einen Priester geholt, der den Verfassungseid geleistet hatte?«

»Was! Du, Pille-miche, trotzdem du genau so ein Geizhals bist wie er, errätst du nicht, daß der alte Filz wohl gern ein paar tausend Livres angelegt haben wird, um in den Grundmauern dieses Gewölbes einen Schlupfwinkel anzubringen, der nur durch eine geheime Öffnung zugänglich ist?«

Der Geizhals und das junge Mädchen hörten, wie Pille-miche breit auflachte.

»Is wohl wahr,« sagte er.

»Bleib hier,« fuhr Frau von Gua fort. »Erwarte sie am Ausgang. Für einen einzigen Flintenschuß schenke ich dir alles, was du in dem Schatz des Wucherers findest. Wenn du willst, daß ich dir verzeihe, daß du sie verkauft hast, als ich dir befahl, sie zu töten, so gehorchst du mir.«

»Wucherer!« wiederholte der alte d'Orgemont.

»Ich habe ihr doch nur neun Prozent abverlangt! Freilich habe ich hypothekarische Sicherheit. Aber trotzdem, was für ein Undank! Wahrhaftig, Madame, wenn Gott uns für unsere Missetaten straft, so straft uns der Teufel für das Gute, das wir tun. Und mir ist der Mensch, der zwischen diesen beiden Punkten festsitzt, immer vorgekommen wie ein Rechenexempel, dessen X unauffindbar ist.«

Er stieß einen hohlen Seufzer aus, der ihm eigentümlich war, und bei dem die aus seinem Kehlkopf dringende Luft zwei schlaffe, alte Saiten zu berühren und in Schwingung zu versetzen schien.

Das Geräusch, das Frau von Gua und Pille-miche verursachten, die von neuem die Mauern, Fliesen und Wölbungen untersuchten, schien d'Orgemont zu beruhigen. Er ergriff die Hand seiner Retterin, um ihr beim Ersteigen einer engen Wendeltreppe behilflich zu sein, die in die dicke Granitmauer eingelassen war. Nachdem sie etwa zwanzig Stufen hinaufgeklettert waren, fiel der schwache Schein einer Lampe auf ihre Köpfe. Der Geizhals stand still, wandte sich nach seiner Begleiterin um, betrachtete ihr Gesicht, als prüfe er einen verdächtigen Wechsel, und stieß wieder seinen schrecklichen Seufzer aus.

»Indem ich Sie mit hierhernehme,« sagte er nach einer Weile, »vergelte ich Ihnen den Dienst, den Sie mir erwiesen haben, vollauf. Ich sehe also nicht ein, warum ich Ihnen noch etwas geben sollte . . .«

»Ach, mein Herr, lassen Sie mich, ich verlange ja nichts.«

Diese Worte und vielleicht noch mehr die Verachtung, die ihr schönes Gesicht ausdrückte, beruhigten den kleinen Greis, denn er sagte darauf, nicht ohne erneut zu seufzen:

»Ach, wenn ich Sie hierher führte, habe ich schon zu viel getan, um nicht noch mehr zu tun . . .«

Er half ihr nun artig beim Ersteigen einiger merkwürdig angebrachter Stufen und führte sie halb gutwillig, halb widerstrebend in ein kleines Kabinett von etwa vier Fuß im Quadrat, das durch eine von der Decke herabhängende Lampe erleuchtet ward. Es ließ sich unschwer erkennen, daß der Geizhals alle Vorkehrungen getroffen hatte, um mehr als einen Tag hier zubringen zu können, falls die Ereignisse des Bürgerkrieges ihn zu längerer Zurückgezogenheit zwingen sollten.

»Kommen Sie der Mauer nicht zu nahe, Sie könnten sich weiß machen,« sagte d'Orgemont plötzlich.

Und er legte seine Hand ziemlich hastig zwischen den Schal des jungen Mädchens und die anscheinend frisch getünchte Wand. Doch die Bewegung des alten Geizhalses brachte gerade das Gegenteil der erwarteten Wirkung hervor. Fräulein von Verneuil blickte auf einmal geradeaus und sah in der Ecke eine Art von Bauwerk, dessen Form ihr einen Schreckensruf entlockte, denn sie erriet, daß hier ein menschliches Wesen mit Mörtel überzogen und aufrecht an die Wand gestellt worden sei. D'Orgemont machte ihr ein Zeichen, um sie zum Schweigen zu bringen, und seine kleinen porzellanblauen Augen drückten dabei ebenso großes Entsetzen aus, wie die seiner Gefährtin.

»Törin, glauben Sie etwa, daß ich ihn ermordet hätte? Es ist mein Bruder,« sagte er, und diesmal klang sein Seufzer ganz schmerzlich. »Er war der erste Rektor, der den Eid geleistet hat, und dies der einzige Ort, wo er vor der Wut der Chouans und der andern Priester in Sicherheit war. Einen würdigen Mann zu verfolgen, der ein so geregeltes Leben führte! Er war mein ältester Bruder, er allein hatte die Geduld, mir die Dezimalrechnung beizubringen. Ach, er war ein guter Priester! Er verstand sich auf die Wirtschaft und war sparsam. Vor vier Jahren ist er gestorben, woran, weiß ich nicht. Aber sehen Sie, diese Pfarrer haben nun einmal die Gewohnheit, sich hinzuknien, um zu beten, und vielleicht hat er es nicht ausgehalten, hier aufrecht stehen zu bleiben, wie ich . . . Ich habe ihn hierher gestellt; anderwärts hätten sie ihn wohl wieder ausgegraben! . . . Einmal wird auch der Tag kommen, wo ich ihn in geweihter Erde werde beerdigen können, wie er sich ausdrückte, der Arme . . .«

Eine Träne schlich sich in das trockene Auge des kleinen Greises, dessen rostrote Perücke dem jungen Mädchen auf einmal nicht mehr gar so häßlich vorkam, und in stiller Achtung vor diesem Schmerz wandte Marie den Blick ab. Ungeachtet seiner Rührung wiederholte d'Orgemont jedoch:

»Kommen Sie der Mauer nicht zu nahe, Sie . . .«

Und seine Augen folgten unablässig denen des Fräuleins von Verneuil, weil er hoffte, sie derart zu verhindern, die Wände des Kabinetts genauer zu betrachten, dessen zu dünne Luft dem Spiel der Lungen nicht genügte. Nichtsdestoweniger aber gelang es ihr, ihrem Argus einen Rundblick zu verheimlichen, und aus den sonderbaren Vorsprüngen an den Wänden schloß sie, daß der Geizhals sie eigenhändig aus Gold- oder Silbersäcken erbaut habe.

D'Orgemont selbst war für den Augenblick in einem seltsamen Entzücken befangen. Der Schmerz, den er nach dem Rösten an den Beinen fühlte, und sein Schrecken, ein menschliches Wesen inmitten seiner Schätze zu sehen, standen deutlich auf jeder Falte seines Gesichtes zu lesen; gleichzeitig aber drückten seine starren Augen durch ein ihnen sonst fremdes Feuer die mächtige Gemütsbewegung aus, die die gefährliche Nähe seiner Befreierin in ihm erregte, deren rosigweiße Wange zum Küssen reizte und deren dunkler, sammetweicher Blick ihm das Blut in so heißen Wogen zum Herzen jagte, daß er nicht mehr wußte, ob dies ein Zeichen von Lebenskraft oder Todesschwäche sei.

»Sind Sie verheiratet?« fragte er mit bebender Stimme.

»Nein,« antwortete sie lächelnd.

»Ich besitze einiges,« fuhr er fort und stieß dabei einen Seufzer aus, »wenn ich auch nicht so reich bin, wie alle behaupten. Ein junges Mädchen wie Sie muß Diamanten, Juwelen, Equipagen, Gold lieben,« setzte er hinzu, indem er einen erschreckten Blick um sich warf. »Das alles kann ich Ihnen geben, nach meinem Tode. Hähä! wenn Sie wollten . . .«

Selbst bei dieser flüchtigen Liebesregung verriet das Auge des Greises soviel Berechnung, daß Fräulein von Verneuil, während sie verneinend den Kopf schüttelte, sich nicht enthalten konnte zu denken, der Alte wolle sie nur heiraten, um sein Geheimnis in der Brust eines zweiten Ichs zu begraben.

»Geld,« sagte sie mit einem Blick voller Ironie, der d'Orgemont zugleich kränkte und glücklich machte, »Geld bedeutet mir nichts. Wenn all das Gold, das ich ausgeschlagen habe, hier wäre, würden Sie noch dreimal so reich sein.«

»Kommen Sie der Mauer nicht zu n . . .«

»Und für all das verlangte man nicht mehr von mir, als einen Blick,« setzte sie mit unbeschreiblichem Stolz hinzu.

»Dann haben Sie nicht recht getan, denn es war eine glänzende Spekulation. Aber bedenken Sie doch . . .«

»Bedenken Sie,« unterbrach ihn Fräulein von Verneuil, »daß ich hier eine Stimme höre, von der ein einziger Ton für mich kostbarer ist, als alle Ihre Schätze.«

Ehe der Alte sie daran zu hindern vermocht, hatte sie mit einem Fingerdruck einen kleinen farbigen Stich, ein Reiterbildnis Ludwigs XV., von der Stelle gerückt und erblickte nun unter sich den Marquis, der damit beschäftigt war, eine Büchse zu laden. Die Öffnung, die durch das Brettchen verdeckt wurde, auf dem der Kupferstich klebte, schien einer Verzierung an der Decke des darunterliegenden Zimmers zu entsprechen, in dem der royalistische General augenscheinlich schlief.

Mit der größten Vorsicht schob d'Orgemont den alten Stich wieder an seinen Platz zurück und sah das junge Mädchen strenge an.

»Kein Wort weiter, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist,« sagte er, und nach einer Pause setzte er flüsternd hinzu: »Sie haben Ihren Enterhaken nach keinem geringen Fahrzeug ausgeworfen! Wissen Sie, mein liebes Kind, daß der Marquis von Montauran mehr als hunderttausend Livres an Einkünften aus verpachteten Gütern bezieht, die noch nicht verkauft worden sind? Und nun hat soeben ein konsularisches Dekret, das ich in der Zeitung gelesen habe, die Sequestration aufgehoben. Haha! jetzt gefällt er Ihnen noch besser, wie? Ihre Augen glänzen ja wie zwei funkelnagelneue Goldstücke!«

Fräulein von Verneuils Blick strahlte in der Tat, als sie die bekannte Stimme wieder vernahm. Seitdem sie hier oben wie in einer Silbermine vergraben stand, hatte sich die Spannkraft ihrer von all diesen Ereignissen niedergebeugten Seele wieder gestrafft. Sie schien einen düstern Entschluß gefaßt zu haben und die Mittel zu seiner Ausführung vor sich zu sehen.

»Eine solche Verachtung überwindet man nie,« sagte sie zu sich selbst. »Doch wenn er mich nicht mehr lieben soll, will ich ihn töten – so wird ihn wenigstens kein anderes Weib besitzen.«

»Nein, Abbé, nein,« rief der junge General laut und bestimmt, »es muß so sein.«

»Herr Marquis,« versetzte der Abbé Gudin in hochfahrendem Tone, »Sie werden in der ganzen Bretagne ein Ärgernis geben, wenn Sie diesen Ball in Saint-James veranstalten. Geistliche und nicht Tänzer werden unsere Dörfer zum Aufstand bewegen. Geben Sie sich mit Gewehren und nicht mit Geigen ab.«

»Sie sind klug genug, Abbé, um zu wissen, daß ich nur in einer vollzähligen Versammlung all unserer Parteigänger sehen kann, was ich mit ihnen ausrichten werde. Ein Gastmahl scheint mir viel geeigneter, ihre Gesichter zu prüfen und ihre Absichten kennenzulernen, als jede erdenkliche Spionage, die ich im übrigen verabscheue. Beim Essen werden wir sie schon zum Reden bringen.«

Fräulein von Verneuil erbebte, als sie diese Worte vernahm, denn sie flößten ihr irgendeine ferne Hoffnung ein.

»Halten Sie mich für einen Schwachkopf mit Ihrer Predigt über den Tanz?« fuhr Herr von Montauran fort. »Würden Sie nicht gern eine Chaconne mittanzen, wenn Sie dadurch wieder nach Juvigny kommen könnten? Wissen Sie nicht, daß die Bretonen von der Messe aus zum Tanzen gehen? Und ist Ihnen unbekannt, daß die Herren Hyde de Neuville und d'Andigné vor fünf Tagen eine Zusammenkunft mit dem Ersten Konsul gehabt haben, um über die Wiedereinsetzung Sr. Majestät Ludwigs XVIII. zu beraten? Wenn ich mich jetzt zur Ausführung eines so kühnen Handstreichs anschicke, so tue ich es nur, um ihre Unterhandlungen durch das Gewicht unserer eisenbeschlagenen Schuhe zu unterstützen. Wissen Sie denn nicht, daß die Royalistenführer in der Vendée von Unterwerfung reden? Ach! augenscheinlich hat man die Fürsten über die Lage in Frankreich falsch berichtet. Die Opferwilligkeit, von der man ihnen erzählt hat, hat nur den Eigennutz zum Ursprung. Abbé, wenn ich auch meine Hände in Blut tauche, bis an den Ellenbogen will ich doch nur mit gutem Bedachte hineingreifen. Ich habe meine Dienste dem König gewidmet, nicht aber einigen wenigen Hirnverbrannten, keinen verschuldeten Gesellen, keinen Leuteschindern . . .«

»Sagen Sie nur gleich auch: keinen Geistlichen, die auf der Landstraße Kontributionen eintreiben, um den Krieg aufrechtzuerhalten,« beschloß der Abbé den Satz.

»Warum sollte ich das auch nicht sagen?« gab der Marquis gereizt zurück. »Noch mehr: ich sage, daß die glorreichen Zeiten der Vendée vorbei sind . . .«

»Herr Marquis, wir werden ohne Sie Wunder tun!«

»Ja, solche wie mit Marie Lambrequin!« entgegnete der Marquis lachend. »Doch nichts für ungut, Abbé! Ich weiß, daß Sie Ihre Person einsetzen und ebensogut einen Blauen erschießen, wie Sie ein Gebet sprechen. Mit Gottes Hilfe hoffe ich es noch dahin zu bringen, daß Sie mit der Mitra auf dem Kopfe der Salbung des Königs beiwohnen.«

Die letzten Worte übten unverkennbar eine magische Wirkung auf den Rektor aus, denn man hörte seinen Karabiner rasseln und ihn ausrufen:

»Ich habe fünfzig Patronen in der Tasche, Herr Marquis! Mein Leben gehört dem König!«

»Das ist auch einer von meinen Schuldnern,« sagte der Geizhals zu Fräulein von Verneuil. »Ich spreche hier nicht von den fünf- oder sechshundert armseligen Talern, die ich ihm geborgt habe, sondern von einer Blutschuld, die er mir, so hoffe ich, noch bezahlen soll. Soviel Böses, wie ich ihm wünsche, kann ihm nie zustoßen. Er hatte meinem Bruder den Tod geschworen und reizte das Land gegen ihn auf. Und warum? Weil der Arme den Gesetzen und seinem Gewissen gehorcht hatte . . .«

Nachdem er das Ohr an eine bestimmte Stelle seines Verstecks gelegt hatte, sagte er:

»Da machen sie sich alle miteinander davon, die Strauchdiebe! Vermutlich wollen sie noch ein Wunder vollbringen. Wenn sie mir nur nicht so wie das letztemal Lebewohl sagen, indem sie das Haus anzünden!«

Nach Verlauf einer halben Stunde, während welcher Fräulein von Verneuil und d'Orgemont einander ansahen, wie man ein Bild betrachtet, rief plötzlich die rauhe, grobe Stimme Galope-chopines:

»Die Luft ist rein, Herr d'Orgemont. Diesmal hab' ich aber meine dreißig Taler reichlich verdient.«

»Mein Kind,« sagte der Alte zu Marie, »schwören Sie mir, die Augen zu schließen.«

Fräulein von Verneuil bedeckte ihre Lider mit einer Hand; doch der Geizhals blies vorsichtshalber noch die Lampe aus. Dann faßte er seine Retterin an der Hand und führte sie durch einen unbequemen Gang hindurch, der sieben oder acht Schritte lang war. Nun ließ er sachte ihre Hand los, und sie sah sich in dem Zimmer, das der Marquis soeben verlassen hatte.

»Liebes Kind,« sagte er darauf zu ihr, »Sie können nun gehen. Sehen Sie sich nicht so um. Sie haben jedenfalls kein Geld? Da, nehmen Sie diese vier Taler. Sie sind zwar beschnitten, doch werden sie schon noch durchgehen. Wenn Sie aus dem Garten kommen, sehen Sie einen Fußweg vor sich, der nach der Stadt führt oder, wie man jetzt sagt, nach dem Distrikt. Aber in Fougères sind die Chouans, und es ist nicht wahrscheinlich, daß Sie so bald hinein können. Sie werden also vielleicht einen sichern Unterschlupf nötig haben. Merken Sie gut auf das, was ich Ihnen jetzt sage, machen Sie aber nur im äußersten Notfall davon Gebrauch. Auf dem Wege, der nach dem Nid-aux-crocs durch das Gibarrytal führt, sehen Sie einen Pachthof, wo Galope-chopine wohnt. Da gehen Sie hinein und sagen zu seiner Frau: ›Guten Tag, Bécanière!‹ Dann wird Barbette Sie verstecken. Falls Galope-chopine Sie entdecken sollte, wird er Sie bei Nacht für einen Geist halten; bei Tag werden die vier Taler ihn besänftigen. Leben Sie wohl! Unsere Rechnung ist beglichen. Wenn Sie wollten,« sagte er noch und zeigte mit einer Handbewegung auf die das Haus umgebenden Felder, »würde das alles Ihnen gehören!«

Fräulein von Verneuil warf noch einen Dankesblick auf den sonderbaren Alten und entlockte ihm dadurch einen Seufzer, dessen Klangabstufungen sehr mannigfaltig waren.

»Sie werden mir ja zweifellos meine vier Taler zurückerstatten,« sagte er dann. »Beachten Sie wohl, daß ich nichts von Zinsen sage. Zahlen Sie sie bei Patrat, dem Notar von Fougères, auf mein Guthaben ein. Er könnte unseren Ehekontrakt aufsetzen, wenn Sie wollten, reizender Schatz! Leben Sie wohl . . .«

»Leben Sie wohl,« sagte sie lächelnd und winkte ihm mit der Hand zu.

»Wenn Sie Geld brauchen,« rief er ihr noch nach, »leihe ich es Ihnen zu fünf Prozent! Jawohl, nur zu fünf! Ich sagte doch fünf?«

Doch sie war schon fort.

»Sieht aus wie ein gutes Mädchen. Aber ich will doch lieber das Geheimfach am Kamin ändern.«

Dann nahm er ein zwölfpfündiges Brot und einen Schinken und begab sich in sein Versteck zurück.

Als Marie ins Freie kam, fühlte sie sich wie neugeboren. Die Morgenkühle erfrischte ihr Gesicht, das ihr seit ein paar Stunden wie von glühender Luft versengt vorkam. Sie versuchte den ihr von dem Alten bezeichneten Fußweg zu finden; aber nach Sonnenuntergang war die Dunkelheit mit solcher Macht hereingebrochen, daß sie sich dem Zufall überlassen mußte. Bald wurde sie von der Furcht gepackt, in einen der Abgründe zu stürzen, und diese Furcht rettete ihr das Leben. Denn sie fühlte plötzlich, daß sie einen Schritt weiter keine Erde mehr unter den Füßen haben werde, und stand still. Ein frischerer Wind, der mit ihren Haaren spielte, das Rauschen des Wassers, ihr eigener Instinkt – alles sagte ihr, daß sie auf dem Felsen von Saint-Sulpice stehe. Sie schlang den Arm um einen Baum und erwartete voller Ängste den Sonnenaufgang, denn ringsum hörte sie Waffengeklirr, Pferdegewieher und menschliche Stimmen. Nun wußte sie der Nacht Dank, die sie davor bewahrte, in die Hände der Chouans zu fallen, falls diese, wie der Geizhals gesagt hatte, in Fougères waren.

*

 << Kapitel 17  Kapitel 19 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.