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Die Kleinbürger

Honoré de Balzac: Die Kleinbürger - Kapitel 28
Quellenangabe
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleDie Kleinbürger
publisherDiogenes
yearo.J.
isbn325720468X
translatorHugo Kaatz
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080812
modified20180124
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Am nächsten Tage verwirrten sich la Peyrades Gedanken; er hatte hohes Fieber, und die Erscheinungen wurden so bedrohlich, daß der Arzt, dessen Hinzuziehen notwendig geworden war, gegen die Symptome einer drohenden Gehirnentzündung Vorkehrungsmaßregeln treffen mußte: Aderlaß, Blutegel, Eisumschläge auf dem Kopf – das war für la Peyrade das liebliche Ergebnis seines Liebestraums; aber es muß hierzu gleich bemerkt werden, daß diese körperliche Krisis auch eine gründliche moralische Besserung herbeiführte: der Advokat hatte für die ungarische Verräterin nur noch ein Gefühl kühler Verachtung, er verstieg sich nicht einmal mehr zu dem Wunsch, sich zu rächen.

Als er wieder auf den Beinen war und an seine Zukunft dachte, für die seine Aussichten soviel schlechter geworden waren, fragte sich la Peyrade, ob er mit den Thuilliers wieder anknüpfen oder sich auf die Sache mit dem reichen verrückten Mädchen einlassen sollte, die einen Goldklumpen an der Stelle hatte, wo bei andern das Gehirn sitzt; aber alles, was ihn an seinen unseligen Feldzug erinnerte, erfüllte ihn mit unbesiegbarem Widerwillen, und was bot sich ihm für eine Sicherheit, wenn er mit diesem du Portail verhandeln sollte, der für seine Zwecke derartige Instrumente zu verwenden verstand?

Große Erschütterungen der Seele sind wie Unwetter, die die Atmosphäre reinigen: sie stärken die Moral und veranlassen zu kräftigen, edelmütigen Entschlüssen. Nach der grausamen Täuschung, deren Opfer er geworden war, nahm la Peyrade jetzt eine Selbstprüfung vor. Er fragte sich, wozu er dieses Leben voll niedriger elender Intrigen seit mehr als einem Jahre geführt habe. Konnte er von seinen hervorragenden Fähigkeiten, die er in sich fühlte, nicht einen besseren und edleren Gebrauch machen? Die Advokatenlaufbahn stand ihm wie jedem andern offen. Das war ein gerader breiter Weg, auf dem er seinen berechtigten Ehrgeiz in jeder Beziehung befriedigen konnte. Wie Figaro, der, um sein Leben zu fristen, mehr Klugheit und Berechnung entwickelt, als für die Herrschaft über alle Reiche Spaniens seit hundert Jahren erforderlich war, hatte er, um sich im Hause Thuillier einzuführen und festzusetzen und um die Tochter eines Klarinettenbläsers und einer Kokette zu heiraten, mehr Geist, mehr Geschick und, wie man wohl sagen darf, da in einer verdorbenen Gesellschaft ein solcher Grundsatz sehr in Rechnung gestellt werden muß, mehr Unredlichkeit entwickelt, als er nötig gehabt hätte, um in einer normalen Laufbahn in die Höhe zu kommen.

»Genug«, sagte er sich, »von solchen Bekanntschaften wie Dutocq und Cérizet; genug von dieser verpesteten Luft, die man in der Welt dieser Minards, Phellions, Collevilles, Barniols und Laudigeois' atmen muß! Begeben wir uns in das wirkliche Paris und schütteln wir diese Provinz ›intra muros‹ ab, die tausendmal lächerlicher und erbärmlicher ist als die Provinz der Departements; diese hat neben ihren Kleinlichkeiten doch wenigstens ihre eigenen Sitten, eine Würde ›sui generis‹; sie will nichts anderes sein, als was sie ist, der Gegensatz des Pariser Lebens; die andere ist nur dessen Parodie.«

Infolgedessen suchte la Peyrade mehrere Anwälte auf, die ihm angeboten hatten, ihm einige Sachen zweiten Ranges vor Gericht zu übertragen; er nahm an, was sich gerade bot, und drei Wochen nach dem Bruch mit den Thuilliers war er nicht mehr der Armenadvokat, sondern ein plädierender Advokat.

La Peyrade war schon in mehreren Prozessen erfolgreich aufgetreten, als er eines Morgens einen Brief erhielt, der ihn sehr beunruhigte.

Der Vorsitzende der Advokatenkammer forderte ihn auf, im Verlauf des Tages in seinem Arbeitszimmer im Justizpalast zu erscheinen; man habe ihm »etwas Wichtiges« mitzuteilen.

Sofort mußte der Provenzale an das Haus an der Madeleine denken; wenn die Sache der Disziplinarkammer zu Ohren kam, würde er sich vor diesem Gerichtshof, dessen strenge Ansichten ihm bekannt waren, direkt zu verantworten haben.

Du Portail, bei dem er sich, trotz des Cérizet bedingt gegebenen Versprechens, noch nicht hatte blicken lassen, hatte die Geschichte mit dem Bietungstermin wahrscheinlich von Cérizet selbst erfahren. Diesem Manne war, nach der Inszenesetzung der Ungarin zu urteilen, offenbar jedes Mittel recht. Sollte dieser verrückte Mensch in seinem hartnäckigen Eifer, die Verheiratung seiner Irrsinnigen durchzusetzen, nicht den Entschluß gefaßt haben, ihn zu denunzieren? Sollte sein Verfolger, wenn er sah, wie er tapfer und mit einigem Anschein von Erfolg sich einer Laufbahn widmete, die ihm Unabhängigkeit und Reichtum verhieß, sich nicht veranlaßt gefühlt haben, ihm diese Karriere unmöglich zu machen? Diese Erwägung hatte offenbar so viel wahrscheinliches, daß der Advokat voll Angst die Stunde erwartete, wo es ihm möglich war, sich von dem wahren Grunde der bedrohlichen Vorladung zu überzeugen. Während der Provenzale bei seinem ziemlich bescheidenen Frühstück diese Vermutungen anstellte, erschien Frau Coffinet, die den Vorzug hatte, ihm die Wirtschaft zu besorgen, und fragte ihn, ob er einen Herrn Etienne Lousteau empfangen wolle.

Etienne Lousteau! La Peyrade meinte, diesen Namen schon irgendwo gesehen zu haben.

»Führen Sie ihn in mein Arbeitszimmer«, sagte er zu der Portiersfrau.

Einen Augenblick später empfing er den Besucher, dessen Gesicht ihm nicht ganz unbekannt war.

»Mein Herr,« sagte der Gast la Peyrades, »ich hatte die Ehre, vor einiger Zeit mit Ihnen bei Véfour zu frühstücken; ich war zu der Gesellschaft eingeladen, die von Ihrem Freunde Thuillier damals ein wenig gestört wurde.«

»Ah, richtig!« sagte der Advokat und bot ihm einen Stuhl an, »Sie gehören zu der Redaktion einer Zeitung?«

»Ich bin Chefredakteur des ›Echo de la Bièvre‹, und gerade mit bezug auf dieses Blatt wünschte ich mit Ihnen zu reden. Sie wissen doch, was vorgeht?«

»Nein«, sagte la Peyrade.

»Wie? Sie wissen nicht, daß das Ministerium gestern eine furchtbare Schlappe erlitten hat und daß es, statt zu demissionieren, die Kammer auflöst und an das Land appelliert?«

»Ich wußte von alledem nichts,« sagte la Peyrade, »ich habe die Morgenzeitungen nicht gelesen.«

»Also«, fuhr Lousteau fort, »alle Leute mit parlamentarischem Ehrgeiz rüsten sich, und wenn ich richtig berichtet bin, hat Herr Thuillier, der ja schon Mitglied des Generalrats ist, die Absicht, sich als Kandidat im zwölften Bezirk aufstellen zu lassen.«

»In der Tat,« sagte la Peyrade, »das ist wohl seine Absicht.«

»Nun, mein Herr, ich wollte ihm ein Hilfsmittel zur Verfügung stellen, das er, wie ich denke, nicht verachten wird. Das ›Echo de la Bièvre‹, ein Fachblatt, kann auf die Wahl des Bezirks einen entscheidenden Einfluß ausüben.«

»Und Sie wären bereit,« fragte der Advokat, »in der Zeitung die Kandidatur Thuilliers zu unterstützen?«

»Besser als das,« antwortete Etienne Lousteau; »ich schlage Herrn Thuillier vor, dieses Hilfsmittel anzukaufen; wenn es ihm gehört, kann er unumschränkt darüber verfügen.«

»Aber wie liegt denn die Sache?« fragte la Peyrade. »Als Fachzeitung, wie Sie eben sagten, ist es ein Blatt, dem ich selten begegnet bin; es wäre mir sogar ganz unbekannt geblieben ohne den bemerkenswerten Artikel, den Sie zur Verteidigung Thuilliers anläßlich der Beschlagnahme seiner Broschüre geschrieben haben.«

Etienne Lousteau verbeugte sich dankend und fuhr dann fort:

»Die Situation der Zeitung ist ausgezeichnet, und wir können sie unter annehmbaren Bedingungen hergeben, denn wir waren im Begriff, die Herausgabe einzustellen.«

»Merkwürdig! Bei einer Zeitung, die prosperiert?«

»Im Gegenteil, nichts ist natürlicher«, antwortete Lousteau; »die Gründer, die, ohne Kalauer gesagt, alle Repräsentanten der Leder-Großindustrie sind, hatten die Zeitung zu einem bestimmten Zwecke geschaffen. Da dieser Zweck erreicht ist, hat das ›Echo de la Bièvre‹ keine Daseinsberechtigung mehr. In einem solchen Falle wollen die Aktionäre keine Schwierigkeiten und kein langes Hinausziehen der Angelegenheit haben, und da ihnen nichts an kleinen Gewinnen liegt, so ist es das beste, zu liquidieren.«

»Aber ist denn«, fragte la Peyrade, »die Zeitung auf ihre Kosten gekommen?«

»Darum haben wir uns niemals gekümmert«, antwortete Lousteau; »wir legten keinen Wert darauf, Abonnenten zu haben; der Zweck der ganzen Sache war der, einen direkten unmittelbaren Druck auf das Handelsministerium auszuüben, um eine Erhöhung des Einfuhrzolls für ausländisches Leder durchzusetzen: Sie werden begreifen, daß die Zeitung nicht so beschaffen war, um außerhalb des Kreises der Gerberinteressenten viele Leser anziehen zu können.«

»Ich habe aber dennoch gedacht,« sagte la Peyrade hartnäckig, »daß eine Zeitung, wie begrenzt auch ihr Stoffgebiet sein mag, ein Hebel sei, dessen Wirkung nach der Zahl seiner Abonnenten zu beurteilen ist.«

»Nicht bei Zeitungen, die einen bestimmten Zweck verfolgen«, erwiderte Lousteau in belehrendem Tone; »in solch einem Falle sind im Gegenteil die Abonnenten eine Last, weil man sich die Mühe machen muß, ihnen zu gefallen und sie zu unterhalten; und inzwischen wird der Zweck, den man ins Auge gefaßt hatte, vernachlässigt. Eine Zeitung; die ein festes Ziel verfolgt, muß wie ein auf einen bestimmten Punkt gerichteter Brennspiegel sein, der zur festgesetzten Stunde das Abfeuern der Kanone im Palais-Royal bewirkt.«

»Aber«, sagte la Peyrade, »was für einen Wert hat denn dann nach Ihrer Meinung ein Blatt, das keine oder nur wenige Abonnenten besitzt, das nicht auf seine Kosten kommt und das bisher einen Zweck verfolgt hat, der ganz verschieden von dem ist, dem es künftig dienen soll?«

»Bevor ich Ihnen darauf antworte,« entgegnete Lousteau, »muß ich eine andere Frage an Sie richten: Haben Sie die Absicht, es anzukaufen?«

»Das kommt darauf an«, sagte der Advokat; »ich muß natürlich erst mit Thuillier reden; aber ich kann Ihnen schon jetzt erklären, daß er mit Zeitungsangelegenheiten nicht Bescheid weiß und daß er bei seinen etwas bourgeoisen Anschauungen den Besitz einer Zeitung für eine ruinöse Sache ansehen wird; wenn Sie nun bei einem für ihn ganz neuen Plan, der ihn zuerst in Schrecken setzen wird, auch noch eine Summe nennen, die gefährlich aussieht, dann ist es überflüssig, der Sache näherzutreten; für mich ist es klar, daß dann nichts daraus werden kann.«

»Nein,« erwiderte Lousteau, »ich habe Ihnen ja schon gesagt, wir werden vernünftige Forderungen stellen, die Herren lassen mir dabei freie Hand; nur das wollen Sie bedenken, daß wir schon von mehreren Seiten Angebote haben und daß wir, wenn wir Herrn Thuillier den Vorzug geben, von ihm eine angemessene besondere Entschädigung beanspruchen. Wann kann ich auf Ihren Bescheid rechnen?«

»Ich denke, morgen; wünschen Sie, daß ich zu Ihnen oder in das Bureau der Zeitung komme?«

»Nein,« sagte Lousteau und erhob sich, »ich werde morgen zur gleichen Stunde hier sein, wenn es Ihnen recht ist.«

»Durchaus«, sagte la Peyrade und begleitete seinen Gast hinaus, den er für mehr eingebildet als gewandt hielt.

An der Art, wie der Provenzale den Vorschlag, den Vermittler bei Thuillier zu spielen, aufnahm, wird der Leser bemerkt haben, daß sich bei ihm ein schneller Umschwung seiner Ansichten vollzogen hatte. Selbst wenn er die beunruhigende Epistel des Vorsitzenden der Advokatenkammer nicht erhalten hätte, würde ihm die neue Situation, die jetzt für Thuilliers parlamentarischen Ehrgeiz geschaffen war, zu denken gegeben haben. Sicherlich mußte »Freundchen« sich wieder an ihn wenden, und seine Sehnsucht, Deputierter zu werden, würde ihn an Händen und Füßen gebunden ausliefern. War das nicht ein Anlaß, unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln, die die Erinnerung an das Vergangene nötig erscheinen ließ, in bezug auf seine Heirat mit Céleste wieder einer Anknüpfung näherzutreten? Weit entfernt davon, ein Hindernis für seine besseren Entschlüsse zu sein, die er im Anschluß an seine Liebesenttäuschung und sein Gehirnfieber gefaßt hatte, würde eine solche Lösung im Gegenteil deren erfolgreiche Durchführung sichern; und wenn er, was zu befürchten war, von seiner Kammer einen Verweis erhielt, der seine ganze Karriere vernichten konnte, da war es offenbar natürlich, daß er seine Rettung dort suchte, von wo sein Unglück veranlaßt worden war; er hatte den Anspruch und das Recht, bei den Thuilliers, seinen Mitschuldigen und den Urhebern seines Mißgeschicks, ein Unterkommen zu beanspruchen.

Während er alle diese Erwägungen sich durch den Kopf gehen ließ, begab sich la Peyrade zu dem Vorsitzenden in das Gerichtsgebäude.

Er hatte richtig vermutet: in einem sehr geschickt und sehr eingehend abgefaßten Bericht war die Hausangelegenheit der Aufmerksamkeit seiner Standesgenossen empfohlen worden, und wenn man auch zugeben muß, daß eine anonyme Denunziation immer nur mit äußerstem Mißtrauen aufgenommen werden darf, so verkündete der hohe Würdenträger der Kammer dem Angeschuldigten doch, daß er bereit sei, seine Aufklärungen entgegenzunehmen.

La Peyrade wagte nicht, sich auf ein völliges Ableugnen einzulassen; die Hand, die, wie er annehmen mußte, den Schlag geführt hatte, schien ihm zu entschlossen und zu geschickt zu sein, als daß sie sich nicht mit Beweisstücken versehen haben sollte. Aber während er die zugrundeliegenden Tatsachen anerkannte, versuchte er, ihnen eine annehmbare Deutung zu geben. Er merkte aber wohl, daß seine Erklärung nicht als durchschlagend angesehen wurde, denn die Entschließung des Vorsitzenden lautete folgendermaßen:

»Gleich nach Ablauf der Ferien werde ich den Disziplinarrat von der Denunziation und dem was Sie dagegen einzuwenden haben, Kenntnis geben. Ihm allein steht es zu, in einer Sache von solcher Bedeutung ein Urteil zu fällen.«

In dieser Weise entlassen, fühlte la Peyrade sich in seiner Advokatenkarriere bedroht; aber es war ihm ein Aufschub gewährt, und falls er verurteilt werden würde, hatte er sich ja überlegt, wo er ein Unterkommen finden würde. Er zog also seine Robe an, die er noch das Recht hatte zu tragen, und begab sich in die fünfte Kammer, wo er zu plädieren hatte.

Als er die Sitzung verlassen hatte, beladen mit einem Haufen von Akten, die mit einem Leinenstreifen zusammengebunden waren, und die, weil sie zu voluminös waren, um unter den Arm genommen zu werden, in der Hand oder auf dem Arm gegen die Brust gedrückt getragen werden müssen, durchschritt der Provenzale die Vorhalle mit der Eile eines Advokaten, der so beschäftigt ist, daß er sich am liebsten vervielfachen möchte. Sei es, daß er sich bei seinem Plädoyer wirklich erhitzt hatte oder daß er nur so tat, als ob er »in Schweiß gebadet« sei, um jedem zu zeigen, daß seine Robe nicht, wie bei vielen seiner Kollegen ein Paradekostüm sei, sondern eine Kampfeswaffe, – er trocknete sich im Gehen mit dem Taschentuche die Stirn ab, als er in einiger Entfernung »seinen« Thuillier wahrnahm, der ihn eben in dem großen Saal entdeckt hatte und sich nach ihm hinschob.

Er war über dieses Zusammentreffen nicht erstaunt. Als er von Hause fortging, hatte er Frau Coffinet gesagt, daß er bis drei Uhr im Justizpalast sein würde, und daß sie die Leute, die nach ihm fragen sollten, dorthin schicken möchte.

Da er Thuillier die Annäherung nicht zu leicht machen wollte, drehte sich la Peyrade, als ob irgend etwas, woran er sich erinnerte, ihn zur Umkehr veranlaßt hätte, unvermittelt um und setzte sich auf eine der Bänke, die rings um das große Vorzimmer des Justizpalastes an den Wänden angebracht sind. Dort machte er sein Bündel auf, nahm ein Aktenstück heraus, vergrub sich bis über die Ohren hinein und gab sich den Anschein eines Mannes, der nicht Zeit gehabt hat, die Sache in Ruhe in seinem Arbeitszimmer zu studieren, in der aus dem Stegreif zu plädieren ihm nun seine Redegewandtheit und sein schnelles Auffassungsvermögen erlaubten. An einer solchen Durchsicht des Aktenstücks an diesem Orte konnte man auch den sorgsamen und gewissenhaften Advokaten erkennen, der sein Gedächtnis auffrischen und noch einen letzten Blick auf seine Batterien werfen will, bevor er sich anschickt, die Schlacht zu liefern.

Selbstverständlich beobachtete der Provenzale dabei verstohlen das Manöver Thuilliers. Dieser, der la Peyrade für sehr ernsthaft beschäftigt hielt, war unschlüssig, ob er ihn jetzt anreden solle.

Nach einigem Hin- und Hergehen kam der Munizipalrat doch endlich zu einem Entschluß, und indem er direkt auf das Ziel lossteuerte, mit dem er sich schon seit mehr als einer Viertelstunde in Gedanken beschäftigt hatte, rief er, sobald er ihm gegenüberstand, aus:

»Sieh da, Theodosius! Besuchst du denn jetzt den Justizpalast?«

»Mir scheint,« antwortete la Peyrade, »mit den Advokaten im Justizpalast verhält es sich so, wie mit den Türken in Konstantinopel, von denen ein Landsmann von mir ernsthaft behauptete, daß man dort viele sieht. Erstaunlicher ist es jedenfalls, daß man dich hier trifft.«

»Durchaus nicht,« bemerkte Thuillier lässig; »ich bin wegen der verdammten Broschüre hier. Wird man denn mit ›eurer‹ Justiz jemals fertig? Ich war heute morgen wieder von der Staatsanwaltschaft vorgeladen. Im übrigen bedaure ich das nicht, da ich dieser Beunruhigung den glücklichen Zufall verdanke, dir zu begegnen.«

»Auch ich bin entzückt, dich zu sehen,« sagte la Peyrade, »aber ich muß dich verlassen, da ich eine Verabredung habe; übrigens mußt du ja auch zur Staatsanwaltschaft.«

»Da komme ich schon her«, sagte Thuillier.

»Hast du mit Olivier Vinet, deinem intimen Feinde, reden müssen?« fragte la Peyrade.

»Nein«, erwiderte Thuillier.

Und er nannte einen andern Beamten.

»Sieh mal, wie merkwürdig!« sagte der Advokat; »dieser junge Staatsanwaltsgehilfe scheint die Gabe der Allgegenwart zu besitzen: seit heute morgen ist er in einer Sitzung und hat eben seine Anträge in der Sache gestellt, in der ich vor wenigen Augenblicken plaidierte.«

Thuillier wurde rot, und indem er sich, so gut er konnte, zu helfen versuchte, sagte er:

»Nun ja, ich kenne die Herren doch nicht. Ich werde den einen für den andern gehalten haben.«

La Peyrade zuckte die Achseln und sagte ziemlich laut zu sich:

»Immer noch derselbe, der sich mit Ausflüchten um die Sache herumdreht und nicht gerade darauf losgehen kann!«

»Von wem sprichst du?« fragte Thuillier ziemlich verwirrt.

»Nun, von dir, mein Lieber, der du uns für Dummköpfe hältst, als ob nicht jeder seit länger als vierzehn Tagen wüßte, daß die Sache mit deiner Broschüre ins Wasser gefallen ist. Warum solltest du von der Staatsanwaltschaft vorgeladen werden?«

»Man hat mich,« antwortete Thuillier verlegen, »wegen der Bezahlung von ich weiß nicht was für Eintragungsgebühren vorgeladen. Kann man denn aus ihrem ganzen Geschreibsel klug werden?«

»Und da hat man,« fuhr la Peyrade fort, »für deine Vorladung gerade den Tag gewählt, an dem der Moniteur die Auflösung der Kammer meldet und dich damit zum Wahlkandidaten im zwölften Bezirk macht.«

»Weshalb denn nicht?« sagte Thuillier; »aber welche Beziehungen bestehen denn zwischen meiner Kandidatur und den Kosten, für die ich haftbar bin?«

»Ich werde dir die Beziehungen nennen«, erwiderte la Peyrade trocken. »Die Staatsanwaltschaft ist eine besonders liebenswürdige und entgegenkommende Behörde. ›Sieh mal,‹ wird sie sich gesagt haben, ›dieser gute Thuillier ist jetzt Wahlkandidat und muß ein wenig in Verlegenheit sein, wie er sich seinem früheren Freunde, Herrn la Peyrade, gegenüber benehmen soll, mit dem er jetzt lieber nicht verfeindet sein möchte: ich muß ihm also heraushelfen; ich werde ihn daher vorladen wegen zu zahlender Kosten, die es gar nicht geben kann; er wird dann im Justizpalast erscheinen, wo la Peyrade alle Tage hinkommt; auf diese Weise kann er ihn ganz zufällig treffen und wäre vor einem direkten Schritt, der seine Eigenliebe verletzen könnte, bewahrt.‹«

»Nun, darin täuschest du dich,« antwortete Thuillier, bei dem das Eis gebrochen war; »ich spiele damit so wenig Verstecken, daß ich dir nur sagen will: ich komme direkt von dir! Deine Portiersfrau hat mich hierher geschickt.«

»Na endlich!« sagte la Peyrade, »diese Offenherzigkeit ist mir lieber; mit Leuten, die mit offenen Karten spielen, kann man sich verständigen. Also, was wolltest du von mir? Du wolltest mit mir über deine Wahl reden? Ich habe mich schon damit befaßt.«

»Wirklich?« sagte Thuillier, »und wie das?«

»Hier,« entgegnete la Peyrade, suchte unter der Robe in seiner Tasche nach und zog ein Papier heraus, »das habe ich in der Sitzung hingekritzelt, während der Advokat meiner Gegenpartei, wie der Fachausdruck lautet, abschweifte.«

»Was ist es denn?« fragte Thuillier.

»Lies nur, dann wirst du schon sehen.«

Auf dem Papier stand folgendes:

Voranschlag für eine Zeitung in kleinem Format bei einem jährlichen Abonnementspreis von dreißig Franken.

Bei einer Auflage von fünftausend betragen die Kosten monatlich:

Papier, fünf Ries zu zwölf Franken 1,860 Fr.
Satz 2,400 "
Druck 450 "
Ein Rechnungsführer 250 "
Ein Gehilfe 100 "
Ein verantwortlicher Redakteur, der zugleich Kassierer ist 200 "
Ein Expedient 100 "
Falzerinnen 420 "
Ein Bureauschreiber 80 "
Kreuzbänder und Bureaukosten 150 "
Miete 100 "
Stempel und Porto 7,500 "
Redaktion u. stenographische Berichte 1,500 "

Im ganzen monatlich: 15,110 Fr.
jährlich: 181,320 "

»Du willst eine Zeitung gründen?« fragte Thuillier ängstlich.

»Ich will gar nichts,« erwiderte la Peyrade; »ich muß dich fragen, ob du Deputierter werden willst.«

»Ganz gewiß, da du, als du mich in den Generalrat brachtest, mir diesen Ehrgeiz in den Kopf gesetzt hast. Aber bedenke doch, mein Lieber, ich soll hunderteinundachtzigtausenddreihundertzwanzig Franken hinauswerfen! Bin ich so reich, daß ich das aushalten kann?«

»Jawohl,« antwortete la Peyrade; »zunächst kannst du durchaus, ohne daß es dich genieren würde, diese Ausgabe ertragen, die im Hinblick auf das Ziel, das du erreichen willst, absolut nicht übermäßig ist. In England bringt man für einen Sitz im Parlament noch ganz andere Opfer. In jedem Fall aber bitte ich dich, zu erwägen, daß die Sätze des Anschlags sehr hoch angenommen sind. Einzelne Posten können sogar ganz gestrichen werden, so der Rechnungsführer, den du ja nicht brauchst: Du, ein alter Rechnungsbeamter, und ich, ein ehemaliger Journalist, wir können das übernehmen und nebenher erledigen; ebenso brauchen wir für Miete nichts einzustellen; du hast ja noch deine alte Wohnung in der Rue Saint-Dominique, die noch nicht vermietet ist und die ein vorzügliches Redaktionsbureau abgeben wird.«

»Alles das,« sagte Thuillier, »bedeutet aber nur eine Ersparnis von zweitausendvierhundert Franken jährlich.«

»Auch das ist schon etwas, aber dein Irrtum besteht darin, daß du mit einer Jahresausgabe rechnest. Wann finden die Wahlen statt?«

»In zwei Monaten«, sagte Thuillier.

»Also auf zwei Monate gerechnet betragen die Kosten für dich dreißigtausend Franken, wobei noch angenommen wird, daß die Zeitung keinen einzigen Abonnenten haben soll.«

»Das ist richtig,« sagte Thuillier, »die Ausgabe ist in der Tat weniger groß, als ich zuerst glaubte; aber scheint es dir denn unentbehrlich, daß wir eine Zeitung haben?«

»So unentbehrlich, daß ich, ohne diese Macht in der Hand zu haben, die Sache nicht mitmachen würde. Du machst dir keine Vorstellung davon, mein armer Junge, wie ungeheuer du durch deinen Wegzug auf die andere Seite des Flusses, vom Standpunkt der Wahl aus betrachtet, an Boden verloren hast. Du bist jetzt nicht mehr der Vertrauensmann des Viertels, man kann dich mit dem einen Wort: absentisme, wie die Engländer sagen, kaltstellen. Du hast jetzt eine viel schwierigere Rolle zu spielen.«

»Ich gebe das zu,« antwortete Thuillier; »aber für die Zeitung brauchen wir doch außer Geld noch einen Namen, einen Herausgeber, Redakteure.«

»Den Namen haben wir; Redakteure sind wir beide und einige junge Leute, wie man sie in Paris scheffelweise haben kann; als Herausgeber habe ich schon jemanden im Auge.«

»Und wie soll der Titel heißen?« fragte Thuillier.

»Das ›Echo de la Bièvre‹.«

»Aber es gibt doch schon ein Blatt dieses Namens.«

»Gerade darum habe ich dir ja zu der Sache geraten. Glaubst du, daß ich so verrückt bin, dich eine ganz neue Zeitung gründen zu lassen? Das ›Echo de la Bièvre!‹ Dieser Name bedeutet einen Schatz, wenn es sich um die Aufstellung einer Kandidatur im zwölften Bezirk handelt. Du brauchst nur ein Wort zu sagen, und ich lege diesen Schatz in deine Hände.«

»Wie das?« fragte Thuillier neugierig.

»Nun, indem du ihn ankaufst; er wird für ein Butterbrot zu haben sein.«

»Du siehst,« sagte Thuillier mutlos, »nun kommen noch die Ankaufskosten hinzu, mit denen du vorhin nicht gerechnet hast!«

»Du stößt dich an Kleinigkeiten,« sagte la Peyrade achselzuckend; »wir haben noch ganz andere Schwierigkeiten zu überwinden.«

»Andere Schwierigkeiten?« wiederholte Thuillier.

»Aber gewiß!« entgegnete la Peyrade. »Redest du dir vielleicht ein, daß ich, nach dem, was zwischen uns vorgefallen ist, mich munter für deine Wahl vorspannen lassen werde, ohne genau zu wissen, was ich davon habe?«

»Aber,« sagte Thuillier etwas erstaunt, »ich dachte, Freundschaft besteht darin, daß man sich gegenseitig Dienste leistet?«

»Gewiß; aber wenn die Gegenseitigkeit darin besteht, daß der einen Seite immer alles zugute kommt und der andern nichts, dann hört die Freundschaft bei einer solchen Verteilung auf, und man verlangt, daß ein bißchen gerechter abgewogen wird.«

»Aber, mein Lieber, was kann ich dir denn anderes anbieten, als was du selbst zurückgewiesen hast?«

»Ich habe es zurückgewiesen, weil es mir nicht freiwillig und mit Fräulein Brigittes Essig versetzt angeboten wurde; jeder Mann mit Selbstachtung hätte da ebenso gehandelt wie ich. Geben und festhalten, das gilt nicht, sagt ein alter Rechtsausspruch, und gerade das habt ihr getan.«

»Ich meine, du bist sehr zu Unrecht ohne Grund böse geworden; aber schließlich läßt sich die Sache ja wieder einrenken.«

»Gut,« sagte la Peyrade, »aber ich will weder von dem Ausfall der Wahl, noch von den Launen Fräulein Célestes abhängig sein. Ich muß auf etwas Ernsthaftem, Positivem bestehen; Zug um Zug; richtige Rechnung macht gute Freunde.«

»Ich bin vollkommen deiner Ansicht, »antwortete Thuillier, »und habe dir gegenüber immer so sehr in gutem Glauben gehandelt, daß ich mich vor keiner der Vorsichtsmaßregeln, die du treffen willst, scheue. Aber was für Garantien meinst du?«

»Ich meine, daß es Célestes Mann sein muß, der dir beisteht, und nicht Theodosius de la Peyrade.«

»Selbst wenn man die Sache überstürzen wollte, wie Brigitte bemerkte, dauert es fast vierzehn Tage, und bedenke doch! Es trennen uns nur noch acht Wochen von der Wahl, und da sollen wir zwei davor Gewehr bei Fuß stehen bleiben?«

»Übermorgen,« erwiderte der Provenzale, »können wir beim Standesamt aushängen; in der Zwischenzeit kann etwas geschehen; gewiß kann das wieder zurückgenommen werden, aber es bedeutet doch eine moralische Verpflichtung und einen wichtigen Schritt vorwärts; wir können den Ehevertrag bei deinem Notar aufsetzen lassen; schließlich, wenn du dich zum Ankauf der Zeitung entschließest, bin ich, da du doch kein Pferd unnütz im Stall wirst stehen lassen wollen, nicht in Sorge darüber, daß du mir nicht Wort halten könntest, denn ohne mich wäre das eine Waffe, die zu handhaben für dich zu schwierig sein würde.«

»Aber, mein Lieber,« wandte Thuillier ein, »wenn das nun doch eine zu schwere Last für mich bedeuten würde?«

»Du mußt natürlich beurteilen, ob dir die Bedingungen, die man für den Ankauf stellen wird, passen; ich habe ebensowenig wie du Lust, die Katze im Sack zu kaufen. Wenn du mich dazu autorisierst, werde ich morgen, ich sage nicht verhandeln, aber erklären, daß die Sache für dich in Frage kommen könne, werde dich mit dem Verkäufer in Verbindung bringen, und du wirst wohl nicht daran zweifeln, daß ich deine Interessen dabei wie meine eigenen wahren werde.«

»Nun, mein Lieber,« sagte Thuillier, »dann also vorwärts!«

»Und werden wir, sobald die Zeitung angekauft ist, den Tag für die Festsetzung des Ehekontrakts bestimmen?«

»Wann du wünschen wirst,« sagte Thulilier, »aber verpflichtest du dich, deinen ganzen Einfluß für meinen Erfolg geltend zu machen?«

»So, als ob ich für mich selbst handelte, und das ist nicht eine bloße Hypothese; denn ich bin schon verschiedentlich angeregt worden, selbst zu kandidieren, und wenn ich rachsüchtig wäre . . .«

»Sicher würdest du ein besserer Deputierter sein als ich«, bemerkte Thuillier bescheiden. »Aber du hast ja, wie ich glaube, noch nicht das gesetzliche Alter.«

»Es gibt noch einen besseren Grund dafür,« sagte la Peyrade, »nämlich den, daß ich dein Freund bin; ich habe dich als den alten wiedergefunden, und ich werde dir mein Wort, das ich dir gegeben habe, halten. Ich ziehe es vor, daß man von mir sagt: ›Er machte Deputierte und wollte keiner sein.‹

Jetzt muß ich dich verlassen und zu meiner Verabredung gehen. Also morgen um zwölf Uhr bei mir, ich werde dir dann Neues mitteilen können.«

Wer einmal zu den Journalisten gehört hat, kommt nicht mehr davon los: dieses Horoskop kann man so sicher stellen wie das der Säufer.

Wer einmal dieses fieberhaft beschäftigte und zeitweilig doch so müßige Leben gekostet hat; wer diese Lehnshoheit ausgeübt hat, von der die Intelligenz, die Kunst, das Talent, die Tugend, die Lächerlichkeit und sogar selbst die Wahrheit abhängig ist; wer auf dieser Tribüne gestanden hat, die von seinen eigenen Händen errichtet wurde, ausgestattet mit den Vollmachten dieses Amtes, zu dem man sich eigenmächtig befördert hat; wer endlich auch nur einen kurzen Zeitraum der Mandatar der öffentlichen Meinung gewesen ist, der sich selber mit seinem »allgemeinen« Stimmrecht zustimmt – der wird sich, wenn er zum Privatleben verdammt ist, wie ein Verbannter, wie eine Majestät auf dem Weg ins Exil vorkommen; und mit wie heißem Verlangen streckt er, sobald sich ihm eine Gelegenheit bietet, die Hand aus, um sich seiner Krone wieder zu bemächtigen!

Schon allein deswegen, weil la Peyrade vor einigen Jahren Journalist gewesen war, wurden, als Etienne Lousteau ihm die Verfügung über die »Echo de la Bièvre« genannte Waffe anbot, bei ihm alle Instinkte des Pressemenschen wach.

Die Zeitung war fallen gelassen worden; la Peyrade gedachte, sie wieder aufzunehmen. Ihre Abonnenten waren nach dem eigenen Geständnis des Verkäufers immer ziemlich dünn gesät gewesen; man würde auf sie ein kräftiges und unwiderstehliches compelle intrare ausüben. Sollte er unter den Umständen, unter dem sich ihm die Sache darbot, sie nicht für einen Wink der Vorsehung betrachten? In seiner Stellung als Advokat bedroht, würde der Provenzale, wie übrigens schon bemerkt wurde, sich damit die Situation eines »detachierten Forts« sichern, und wenn er gezwungen werden sollte, sich zu verteidigen, selbst zum Angriff schreiten und verlangen können, daß man mit ihm rechne.

Für die Thuilliers würde ihn die Zeitung zu einer wichtigen Persönlichkeit machen; er hatte mehr Aussicht, die Wahl durchzusetzen, und gleichzeitig verband er sie, wenn ihr Geld in ein Unternehmen gesteckt war, das ohne ihn ein Abgrund und eine Schlinge für sie werden mußte, gewissermaßen eng mit sich selber und hatte von ihren Launen und ihrer Undankbarkeit nichts mehr zu befürchten.

Diese glänzende Aussicht war dem Provenzalen bei dem Besuche Etienne Lousteaus sofort vor Augen getreten, und wir haben gesehen, in welch entscheidender Weise er Thuillier für die Entdeckung dieses Steins der Weisen begeistert hatte.

Der Preis für den Ankauf war fabelhaft niedrig: eine Banknote von fünfhundert Franken, über die Etienne Lousteau den Aktionären niemals besonders Rechenschaft ablegte, machte Thuillier zum Eigentümer des Namens, des Mobiliars und der Kundschaft der Zeitung, mit deren Umgestaltung sofort begonnen wurde.

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